SvB-Blog

Die Freiheit der Meinung setzt voraus, daß man eine hat (Heinrich Heine)

Samstag 28. März 2009

„Eure Überheblichkeit ist Eure Schwäche.“ „Dein Vertrauen in deine Freunde ist die deine.“
Luke Skywalker und Imperator Palpatine

 

Börnsen, der Unerschrockene

wolfgang_boernsenEs gibt einen Abgeordneten, der mich beleidigt hat. Sein Name ist Börnsen. Was hat er gesagt? Er hat von der Ehre der Internet­provider gesprochen. Sie sollten sich nicht hinter dem Gesetz verstecken sondern, nun ja, ihrer Ehre folgen.

Das wollte ich. Ich wollte ihm eine eingerissene Visitenkarte zusenden und ihm die Wahl der Waffen überlassen. Aber das ist nicht mehr zeitgemäß, und ich fürchte, es ist verboten. Aber Rache ist süß, ich habe einfach ein bißchen gestöbert, was dieser Mann noch so von sich gibt.

Auf Abgeordenetenwatch wurde er gefragt, was ihn dazu bewogen habe, für das umstrittene Vorratsdatenspeicherungsgesetz zu stimmen. Seine Antwort:

herzlichen Dank für Ihre Frage.

Diese beantworte ich, wie die ca. 3000 anderen Petitionen und Anfragen (besonders aus dem Wahlkreis 1), die ich jedes Jahr erhalte, sehr gerne.

Allerdings ist mir der direkte Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern überaus wichtig.

Ich antworte auf alle direkt an mich oder an meine Büros gerichteten Fragen grundsätzlich umgehend und persönlich. Für einen „Mittlerdienst“ sehe ich keine Notwendigkeit. Dies schließt selbstverständlich nicht aus, dass meine Antworten von den Fragestellern über diese Dienste veröffentlicht werden können.

Für Bürgerinnen und Bürger aus meinem Wahlkreis besteht zudem die Möglichkeit nach Absprache zu meinen Bürgersprechstunden in meine Wahlkreisbüros in Flensburg und Schleswig zu kommen. Dort können Anliegen in einem persönlichen Gespräch mit mir erörtert und geklärt werden.

Ihr
Wolfgang Börnsen (Bönstrup), MdB

Also was jetzt? Gerne beantworte ich Ihre Frage, aber ich tu’s nicht?

Noch ein schöner Fund:

Berlin (ots) – Zum Internationalen Tag der Muttersprache erklärt der kultur- und medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Wolfgang Börnsen (Bönstrup) MdB:

Fast 100 Millionen EU-Bürgerinnen und Bürger sprechen Deutsch als Muttersprache. Nach Englisch ist Deutsch ist die am zweithäufigsten gesprochene Sprache in der Europäischen Union, doch in der politischen Entscheidungspraxis spiegelt sich das nicht wieder.

(…)  Wir haben dafür zu sorgen, dass Deutschland den Stellenwert in Europa innehat, den es verdient.

Wir haben dafür zu sorgen, dass die deutsche Sprache nicht zunehmend durch Anglizismen und Wortverunglimpfungen entstellt wird.

Das ist in vielerlei Hinsicht hübsch. Zum einen sind mir solche Deutschtümelein suspekt. Anglizismen verschwinden aus der Sprache, wenn sie unpopulär werden. Wer will schon heute noch Vice President After Sales Post Production EBE/FFB/DAH sein. Oder sie werden einfach eingedeutscht („Kekse“ statt „Cakes“, „Schal“ statt „shawl“). Wer unsere Sprache liebt, weiß das eigentlich, aber so eine leichte Xenophobie ist durchaus populistisch. Aber dann sollte man wenigstens logisch korrekte Sätze formulieren. Wer dafür Sorge trägt, daß unsere Sprache nicht zunehmend entstellt wird, akzeptiert also, dass sie unverändert entstellt wird? Es bleibt ungeklärt, was Börnsen unter Wortverunglimpfungen verstehen will. Ein guter Kandidat für eine Wortverunglimpfung ist „Wortverunglimpfung“.

Aber dann ist er auch sensibel und hat durchaus nichts übrig für Rassismus. So geißelt er den türkischen Spielfilm „Zeit der Wölfe“ wegen seines angeblich latenten antisemitischen Inhalts:

Der Unionsabgeordnete Wolfgang Börnsen erklärte: „Filme, die Haß säen, bei Heranwachsenden zur Rache aufrufen, gegen Glaubensgemeinschaften undifferenziert Front machen, die Werte anderer Kulturen herabsetzen und blanke Gewalt predigen, haben im Kino nichts verloren.“ Unverständnis äußerte er darüber, daß die FSK die Heraufsetzung des Mindestalters auf 18 Jahre verweigere und daß dem Appell des Zentralrats der Juden in Deutschland gegen diesen Film nicht gefolgt worden sei. Es wäre auch verantwortlicher gewesen, den Film angesichts der derzeitigen religiösen Zuspitzungen auf Eis zu legen, bis das Klima eine „wirklich kritische Auseinandersetzung“ erlaube.

Das ist merkwürdig. Antisemitismus wird nicht besser, wenn ihn sich nur Leute über 18 anschauen. Es ist, nun ja, ein türkischer Film. Kein deutscher Film. Wollen wir den Türken nun unsere eigene Vergangenheit vorwerfen? Aber es geht ja eigentlich um ganz andere Dinge in diesem Film und die Gemüter haben sich beruhigt, ich will nicht in alten Wunden stochern. Mir fiel nur auf:

Filme, die Haß säen, bei Heranwachsenden zur Rache aufrufen, gegen Glaubensgemeinschaften undifferenziert Front machen, die Werte anderer Kulturen herabsetzen und blanke Gewalt predigen, haben im Kino nichts verloren?

Ich habe da einen Kandidaten. Haß? Ja, es gibt Böse. Einen dunklen Lord und einen bösen Imperator. Rache? Klar – eine jugendliche Prinzessin wurde entführt, das schreit nach Rache. Eine Glaubensgemeinschaft kommt auch vor, zwei sogar. Dabei ist die Dunkle Seite der Macht so dunkel, daß ihr diese Filme, nun ja, nicht gerade gerecht werden. Und die Werte anderer Kulturen? Ich finde, daß die Werte der  Gungans von Naboo, das sind diese hasenohrigen Amphibien aus der ersten Episode, geradezu kolonialistisch herabgewürdigt werden. Und nicht nur die Dunkle Seite, auch die Jedi beschäftigen sich mehr mit Kampfsport als mit Konfliktvermeidungsstrategien. Herr Börnsen, wann fordern Sie die Verbannung von Starwars aus deutschen Kinos?

Möge hinkünftig die Macht mit Ihnen sein.

Bildquelle: Abgeordnetenwatch

 

3 Kommentare zu “Börnsen, der Unerschrockene”

  1. SvB-Blog » Blogarchiv » Der Bock als Gärtner sagt:

    […] Börnsen, der Unerschrockene […]

  2. SvB-Blog » Blogarchiv » Die Killerspiele der CDU sagt:

    […] Es gibt einen Abgeordneten der CDU-Bundestagsfraktion, der selten auffällt, aber wenn, dann negativ. Er ist ein recht unscheinbarer Typ, meldet sich nur selten zu Wort und wenn ich was von ihm lese, dann kopfschüttelnd. Sein Name ist Börnsen und er hat den schwarzen Gürtel im Phrasendreschen. Seine Ängste sind Killerspiele und gewalttätige Filme und er will das alles verbieten. Und wenn man es schon nicht verbieten kann, dann kann man wenigstens laut dagegen predigen. Bis jetzt ist das alles recht harmlos und rechtfertigt nicht, sich schon wieder mit ihm zu beschäftigen, das kann man alles hier nochmal nachlesen. […]

  3. Die Killerspiele der CDU | czyslansky sagt:

    […] Es gibt einen Abgeordneten der CDU-Bundestagsfraktion, der selten auffällt, aber wenn, dann negativ. Er ist ein recht unscheinbarer Typ, meldet sich nur selten zu Wort und wenn ich was von ihm lese, dann kopfschüttelnd. Sein Name ist Börnsen und er hat den schwarzen Gürtel im Phrasendreschen. Seine Ängste sind Killerspiele und gewalttätige Filme und er will das alles verbieten. Und wenn man es schon nicht verbieten kann, dann kann man wenigstens laut dagegen predigen. Bis jetzt ist das alles recht harmlos und rechtfertigt nicht, sich schon wieder mit ihm zu beschäftigen, das kann man alles hier nochmal nachlesen. […]

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