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	<title>Kommentare zu: Schwarzfahrer</title>
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	<description>Die Freiheit der Meinung setzt voraus, daß man eine hat (Heinrich Heine)</description>
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		<title>Von: gedankenverbrecher</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2009/07/22/schwarzfahrer/#comment-273</link>
		<dc:creator>gedankenverbrecher</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jul 2009 11:25:57 +0000</pubDate>
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		<description>Sozialhilfe? In welchem Jahrtausend lebst Du? ;)

Nein im Ernst: sog. ÖPNV Pauschalen haben mit &#039;eine Monatskarte finanzieren&#039; nichts zu tun. Meine Monatskarte kostet 15% von H-IV (der angesetzte Betrag liegt ohne das jetzt extra nachzusehen wenn ich mich nicht irre irgendwo bei 5 Euro, also eher 1.5%) - und für tatsächlich vollständige Mobilität (und dabei meine ich jetzt mal sogar nur die im Stadtgebiet) reicht auch die noch lange nicht. Gut, &#039;Hr.&#039; Sarrazin würde wohl meinen ich hätte mich nicht zu bewegen, nicht ohne gleichzeitig zu meinen ich könne mich so doch wie ein König bewegen, und 290 Euro wäre darüberhinaus doch ein fürstliches Unterhaltsbudget (als Münchner muss man da wohl gleich doppelt so zynisch werden als z.b. als Berliner - für eventuelle Auswärtige: 2-Zimmer, 52qm, insgesamt eher bescheidenes Setting: 940 Euro pro Monat. Kalt.).
Es ist sicher nicht grundlos so, dass eben kein Freifahrtsschein zu Hartz-iv gehört. Jeder Posten mit dem man dieses Verbrechen in altbekannter statistischer Manier besserfärben kann ist da einfach wichtig. Man kann sich in dem Kontext auch den Terz hierzulande um das sog. &#039;Sozialticket&#039; ansehen. Das sollte eventuelle Illusionen dass die entscheidenden Institutionen sich um eine sozial gerechte Lösung bemühen schnell verschwinden lassen...

&#039;Was nix kost is nix&#039; ist übrigens ein versteckter Non sequitur. Es sagt letztendlich nur aus, dass man die objektive Bewertung verlassen möchte um sie durch irgendwelche irrationalen, vermutlich dogmatischen, &#039;Gründe&#039; zu ersetzen.

Wenn Du mich fragst ist der MVV - oder ist das die MVG? - durchaus nix. Naja, wenig. Konkret: minderleistend. Da hilft auch dass der richtig teuer ist nichts. Insgesamt macht er den Eindruck einer Misswirtschaft in öffentlichwirtschaftlichem Aussmass. Mal die lange Reihe skandalöser Vorgänge aussen vor gelassen um nur kurz beispielhaft die Leistung zu betrachten: allein auf meinen regelmässigen Strecken fallen öfter mal einfach so Fahrten aus, und auch sonst ist dem Fahrplan bestenfalls ein vermuteter Richtwert des Fahrtintervalls zu entnehmen. Die gern mal 5-minütige (ohne Anspruch darauf dass das irgendwie einen Maximalwert darstellen würde) Anzeige &#039;1 min.&#039; der tollen und sicher sündhaft überteuerten Anzeigetafeln ist mittlerweile wohl schon fast legendär. Fast schon fremdpeinlich finde ich dass der MVV gefühlt wohl der einzige Grossstadt-ÖPNV ist der nicht 24h-Betrieb bietet. Und auch wenn ich das Glück habe mich bspw. von den deutlichen Spuren körperlicher Arbeit meiner Mitmenschen in naher Umgebung eher nicht so schnell belästigt zu fühlen - der konstante ÖPNV-Eigengeruch nach Waschwasser das seit etwa 2 Monaten ständig wiederverwendet wird stellt auch mich regelmässig auf eine relativ schwere Probe*.
Da muss man schon fast von Glück sprechen, wenn man sich von oder zu Orten bewegen möchte die schlichtweg vom ÖPNV nicht (mehr) abgedeckt sind...

Letzterer Gedanke führt übrigens zu dem was IMHO des Pudels wahrer Kern ist:
Ist ÖPNV in einer Grossstadt nicht Grundversorgung? Ist ein menschenwürdiges Leben - ach was, ist überhaupt ernsthaft ein Leben in der Stadt ohne Mobilität möglich? Ich kann&#039;s mir für mich persönlich jedenfalls nicht vorstellen.
Mal aussen vor gelassen dass der ÖPNV, auch wenn er &#039;privatisiert&#039; wurde, öffentlich finanziert wird, ist die eigentliche Frage nicht ob es einfach eine schlechte (um nicht &#039;hahnebüchene&#039; zu sagen) Idee Grundversorgung zu &#039;privatisieren&#039;?
Dann sähe das mit der Frage der &#039;alle müssen sich an die gesellschaftlichen Regeln halten&#039; möglicherweise völlig anders aus: wer seinen Anspruch auf öffentlich betriebene Grundversorgung wahrnimmt hat Recht. Wer Grundversorgung &#039;privatisiert&#039; bricht dagegen die grundlegenden Regeln des sozialen Zusammenlebens.

---
* Witzig in dem Fall auch: ich habe mir ja gerne jahrelang bspw. &#039;neue Akropolis&#039; Sektenwerbung beim MVV (oder MVG - ich weiss es nicht) angesehen, da ja klar ist dass das zumindest theoretisch und zumindest teilweise die Finanzierung dieser öffentlichen Leistung unterstützt. Dass ein &#039;Privatunternehmen&#039; mit öffentlicher Finanzierung gleichzeitig aber völlig harmlose Atheisten-Slogans (s. buskampagne.de) ablehnen kann (was ja einen finanziellen Verlust bedeutet) - ganz offensichtlich einfach da das als nichtchristliche Weltanschauung nicht in die wie auch immer zustandegekommene Firmenpolitik passt - lässt mein Gewissen und Gerechtigkeitsgefühl aufschreien einen solchen Laden eigentlich nicht finanziell unterstützen zu dürfen...</description>
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<p>Nein im Ernst: sog. ÖPNV Pauschalen haben mit &#8216;eine Monatskarte finanzieren&#8217; nichts zu tun. Meine Monatskarte kostet 15% von H-IV (der angesetzte Betrag liegt ohne das jetzt extra nachzusehen wenn ich mich nicht irre irgendwo bei 5 Euro, also eher 1.5%) &#8211; und für tatsächlich vollständige Mobilität (und dabei meine ich jetzt mal sogar nur die im Stadtgebiet) reicht auch die noch lange nicht. Gut, &#8216;Hr.&#8217; Sarrazin würde wohl meinen ich hätte mich nicht zu bewegen, nicht ohne gleichzeitig zu meinen ich könne mich so doch wie ein König bewegen, und 290 Euro wäre darüberhinaus doch ein fürstliches Unterhaltsbudget (als Münchner muss man da wohl gleich doppelt so zynisch werden als z.b. als Berliner &#8211; für eventuelle Auswärtige: 2-Zimmer, 52qm, insgesamt eher bescheidenes Setting: 940 Euro pro Monat. Kalt.).<br />
Es ist sicher nicht grundlos so, dass eben kein Freifahrtsschein zu Hartz-iv gehört. Jeder Posten mit dem man dieses Verbrechen in altbekannter statistischer Manier besserfärben kann ist da einfach wichtig. Man kann sich in dem Kontext auch den Terz hierzulande um das sog. &#8216;Sozialticket&#8217; ansehen. Das sollte eventuelle Illusionen dass die entscheidenden Institutionen sich um eine sozial gerechte Lösung bemühen schnell verschwinden lassen&#8230;</p>
<p>&#8216;Was nix kost is nix&#8217; ist übrigens ein versteckter Non sequitur. Es sagt letztendlich nur aus, dass man die objektive Bewertung verlassen möchte um sie durch irgendwelche irrationalen, vermutlich dogmatischen, &#8216;Gründe&#8217; zu ersetzen.</p>
<p>Wenn Du mich fragst ist der MVV &#8211; oder ist das die MVG? &#8211; durchaus nix. Naja, wenig. Konkret: minderleistend. Da hilft auch dass der richtig teuer ist nichts. Insgesamt macht er den Eindruck einer Misswirtschaft in öffentlichwirtschaftlichem Aussmass. Mal die lange Reihe skandalöser Vorgänge aussen vor gelassen um nur kurz beispielhaft die Leistung zu betrachten: allein auf meinen regelmässigen Strecken fallen öfter mal einfach so Fahrten aus, und auch sonst ist dem Fahrplan bestenfalls ein vermuteter Richtwert des Fahrtintervalls zu entnehmen. Die gern mal 5-minütige (ohne Anspruch darauf dass das irgendwie einen Maximalwert darstellen würde) Anzeige &#8217;1 min.&#8217; der tollen und sicher sündhaft überteuerten Anzeigetafeln ist mittlerweile wohl schon fast legendär. Fast schon fremdpeinlich finde ich dass der MVV gefühlt wohl der einzige Grossstadt-ÖPNV ist der nicht 24h-Betrieb bietet. Und auch wenn ich das Glück habe mich bspw. von den deutlichen Spuren körperlicher Arbeit meiner Mitmenschen in naher Umgebung eher nicht so schnell belästigt zu fühlen &#8211; der konstante ÖPNV-Eigengeruch nach Waschwasser das seit etwa 2 Monaten ständig wiederverwendet wird stellt auch mich regelmässig auf eine relativ schwere Probe*.<br />
Da muss man schon fast von Glück sprechen, wenn man sich von oder zu Orten bewegen möchte die schlichtweg vom ÖPNV nicht (mehr) abgedeckt sind&#8230;</p>
<p>Letzterer Gedanke führt übrigens zu dem was IMHO des Pudels wahrer Kern ist:<br />
Ist ÖPNV in einer Grossstadt nicht Grundversorgung? Ist ein menschenwürdiges Leben &#8211; ach was, ist überhaupt ernsthaft ein Leben in der Stadt ohne Mobilität möglich? Ich kann&#8217;s mir für mich persönlich jedenfalls nicht vorstellen.<br />
Mal aussen vor gelassen dass der ÖPNV, auch wenn er &#8216;privatisiert&#8217; wurde, öffentlich finanziert wird, ist die eigentliche Frage nicht ob es einfach eine schlechte (um nicht &#8216;hahnebüchene&#8217; zu sagen) Idee Grundversorgung zu &#8216;privatisieren&#8217;?<br />
Dann sähe das mit der Frage der &#8216;alle müssen sich an die gesellschaftlichen Regeln halten&#8217; möglicherweise völlig anders aus: wer seinen Anspruch auf öffentlich betriebene Grundversorgung wahrnimmt hat Recht. Wer Grundversorgung &#8216;privatisiert&#8217; bricht dagegen die grundlegenden Regeln des sozialen Zusammenlebens.</p>
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* Witzig in dem Fall auch: ich habe mir ja gerne jahrelang bspw. &#8216;neue Akropolis&#8217; Sektenwerbung beim MVV (oder MVG &#8211; ich weiss es nicht) angesehen, da ja klar ist dass das zumindest theoretisch und zumindest teilweise die Finanzierung dieser öffentlichen Leistung unterstützt. Dass ein &#8216;Privatunternehmen&#8217; mit öffentlicher Finanzierung gleichzeitig aber völlig harmlose Atheisten-Slogans (s. buskampagne.de) ablehnen kann (was ja einen finanziellen Verlust bedeutet) &#8211; ganz offensichtlich einfach da das als nichtchristliche Weltanschauung nicht in die wie auch immer zustandegekommene Firmenpolitik passt &#8211; lässt mein Gewissen und Gerechtigkeitsgefühl aufschreien einen solchen Laden eigentlich nicht finanziell unterstützen zu dürfen&#8230;</p>
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