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	<title>SvB-Blog &#187; Sprache</title>
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	<description>Die Freiheit der Meinung setzt voraus, daß man eine hat (Heinrich Heine)</description>
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		<title>Wort des Jahres: App</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Feb 2011 16:26:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ja ist denn schon wieder April? Wie ein verfrühter Aprilscherz liest sich jedenfalls die Meldung, daß es eine iPhone-Applikation gebe, die einem die Beichte abnimmt. Im Namen des Vaters: Kirche genehmigt Beicht-App iPhone-Anwendung hilft Sündern mit dem Sakrament South Bend (pte/09.02.2011/11:28) &#8211; Katholische User von Apple-Geräten können ihre Sünden in Zukunft ihrem iPhone, iPad oder iPod [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-full wp-image-3381" title="1297247330050l7123" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2011/02/1297247330050l7123.jpg" alt="" width="237" height="300" />Ja ist denn schon wieder April? Wie ein verfrühter Aprilscherz liest sich jedenfalls die <a href="http://www.pressetext.de/news/110209015/im-namen-des-vaters-kirche-genehmigt-beicht-app/" target="_blank">Meldung</a>, daß es eine iPhone-Applikation gebe, die einem die Beichte abnimmt.</p>
<blockquote>
<h3>Im Namen des Vaters: Kirche genehmigt Beicht-App</h3>
<h5>iPhone-Anwendung hilft Sündern mit dem Sakrament</h5>
<p>South Bend (pte/09.02.2011/11:28) &#8211; Katholische User von Apple-Geräten können ihre Sünden in Zukunft ihrem iPhone, iPad oder iPod Touch beichten. So hat die Kirche offiziell eine im App-Store erhältliche Anwendung abgesegnet, die Gläubigen mit dem Sakrament helfen soll.</p></blockquote>
<p>Das ist natürlich ausgemachter Schmarrn, und das wird bei näherer Betrachtung des Artikels auch klar. Nach kurzer Überlegung weiß man ja, daß zu einer Beichte immer einer gehört, der die Beichte abnimmt und Absolution erteilen kann. Was keiner hört, ist wie nicht gesagt.</p>
<p>Natürlich denken wir da sofort an König Midas, <span id="more-3380"></span>jenen legendären phrygischen König, der es schaffte, bei Dionysos einen Wunsch freizuhaben und sich wünschte, daß alles, was er berührte, zu Gold würde. Ein dummer Wunsch, aber er hatte ja Glück und dieser Fluch wurde von ihm genommen. Weniger bekannt ist die Geschichte, daß er als Unpartteiischer in einem Wettstreit zwischen Apoll und Pan dem letzteren den Sieg zuerkannte. Apoll fand das nicht lustig und zog ihm die Ohren so lang, bis sie aussahen wie die des Pan, oder eindeutiger: Wie Eselsohren.</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-3383" title="430px-Bust_Attis_CdM" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2011/02/430px-Bust_Attis_CdM-215x300.jpg" alt="" width="215" height="300" />Darauf traf man  Midas nur noch mit Mütze. Als König von Phrygien trug er natürlich eine <em>phrygische Mütze,</em> wie man sie von den Jakobinern kennt, oder weniger heroisch, von den Schlümpfen oder den Mainzelmännchen. Einen aber gab es, der sah Midas regelmäßig ohne Mütze: Sein Barbier. Dem war es unter Androhung der Todesstrafe verboten, sein Wissen weiterzugeben. Eine Folter, nicht nur für gemeinhin als gesprächig geltende Friseure. Erwartungsgemäß hielt es der Ärmste irgendwann nicht mehr aus. In Ermangelung einer geeigneten App grub er am Seeufer ein tiefes Loch. Dort hinein rief er</p>
<p style="text-align: center;"><strong><em>König Midas hat ESELSOHREN</em></strong></p>
<p style="text-align: left;">und schaufelte das Loch hastig wieder zu. Leider jedoch wuchsen dort die für Gewässerränder nicht untypischen Schilfgräser, auch bekannt unter ihrem Namen &#8220;Binsen&#8221;. Wenn der Wind durch das Schilf fuhr, konnte man es deutlich hören, <em>König Midas hat ESELSOHREN</em> &#8230;</p>
<p style="text-align: left;">Was aus dem armen Barbier daraufhin wurde, ist nicht überliefert, man kann vom Schlimmsten ausgehen. Aber das Flüstern und Raunen der Binsen sorgte für zwei Dinge: Alle wußten vom Mißgeschick des Königs und das Wort von der <em>Binsenweisheit</em> war geboren, das wir ja heute noch verwenden.</p>
<p style="text-align: left;">Das hätte man vermeiden können, wenn man dem guten Barbier die Confession-App gegeben hätte, aber damals gab es ja eben noch nicht &#8220;für alles eine App&#8221;. Das ist erst jetzt so, wieso das Wort &#8220;App&#8221; auch zum Wort des Jahres wurde. 28 Punkte von mir &#8211; nicht mehr, denn Apps waren auch schon 2009 der Renner. Wort des Jahres? Ja, nicht bei uns, sondern in den USA. Wie ich vielleicht später noch beleuchten kann</p>
<p class="finish">hat bei uns so ein Wort keine Chance auf den Sieg.</p>
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		<title>Wort des Jahres: Alternativlos</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Jan 2011 16:57:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Plural von Komma ist Kommata? Aber Kommas darf man auch sagen. Eine Olympiade ist lediglich der Zeitraum zwischen zwei olympischen Spielen? Das war vor zweitausend Jahren zweifelsohne der Fall, kein Grieche hätte an &#8220;einer Olympiade&#8221; teilgenommen. Heute die Nase zu rümpfen über ungebildete Menschen, die es fertigbringen von einer Winterolympiade zu sprechen, kann ins [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2011/01/picture.aspx_.jpeg"><img class="alignleft size-medium wp-image-3259" title="picture.aspx" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2011/01/picture.aspx_-300x213.jpg" alt="" width="300" height="213" /></a>Der Plural von Komma ist Kommata? Aber Kommas darf man auch sagen. Eine Olympiade ist lediglich der Zeitraum zwischen zwei olympischen Spielen? Das war vor zweitausend Jahren zweifelsohne der Fall, kein Grieche hätte an &#8220;einer Olympiade&#8221; teilgenommen. Heute die Nase zu rümpfen über ungebildete Menschen, die es fertigbringen von einer Winterolympiade zu sprechen, kann ins Auge gehen. Manchmal leisten sich auch gebildete Menschen diese kleine Ungenauigkeit. Wohl dem, dessen Zehennägel sich dann nicht aufrollen. Ein kleiner Trost vielleicht ist, daß wir heute auch ohne Turnbeutel ins Gymnasium gehen können und nach einem Symposion noch Auto fahren können.</p>
<p>Der Pfad zwischen unerträglicher Besserwisserei einerseits und andererseits verdienstvollem Eintreten für Sprache, Sprachgefühl und damit für unsere Kultur ist schmal. <span id="more-3250"></span>Ich kann Worte wie &#8220;Eurokopter&#8221; nicht lesen, ohne Pickel zu kriegen. Was soll auch ein &#8220;Eurox&#8221; sein? <em>Europter</em> wäre denkbar. Aber wer denkt noch daran, daß ein <em>Helikopter</em> aus den Teilen Helix (helix, helikos) und Pteron besteht, im griechischen Sinn des Wortes also ein <em>Schraubflügler</em> ist? In Frank Schätzings aktuellem Roman &#8220;Limit&#8221; ist es auch einem &#8220;Gyrokopter&#8221; gelungen, sich in den Text zu mogeln. Das hat nichts mit Kopten tun. Letztere übrigens, das weiß kaum jemand, sind auch eine Verballhornung. Das Wort kommt aus dem Arabischen zu uns: قبطي‎ <em>qibtī, qubtī,</em> und die Araber wiederum haben es aus dem Griechischen, für die die αἰγύπτιοι schlicht die Ägypter waren. Die übrigens nicht auf Flügeln die Ägäis überquerten, auch wenn wir den Stamm Pteron so schön zu sehen glauben. An dieser Stelle des Romans, bei den unsäglichen Gyrokoptern, brauchte ich also den Brandy, den Schätzings Lektor vielleicht zu viel hatte, als er ihm das Wort durchgehen ließ.</p>
<p>Was hat das alles mit dem Thema zu tun? Nichts. Mir fiel nur auf, daß ich eher zur Kaste der Bärte-Raufer gehöre, wenn der Sprache Gewalt angetan wird. Und doch bringe ich es fertig, zu einer Sache mehrere Alternativen zu sehen. Röchelt da der eine oder andere Leser? Natürlich weiß ich, was lat. <em>alter</em> bedeutet: Der Zweite von Zweien. Der Zweite von mehreren hieße ja <em>secundus</em>. Ich denke, ich halte das aus, weil ich das sehe wie ein Programmierer. Zu jedem Punkt, an dem eine Entscheidung getroffen werden muß, heißt es entweder &#8211; oder.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><code>if   ( kaufpreis &lt; 10)<br />
then print "zzgl. Versandkosten"<br />
else print "Versandkosten inclusive"<br />
end if</code></p>
<p>Es kann aber auch drei Varianten des Briefs geben. Ein guter Kunde bekommt noch eine nette Bemerkung. Weniger nett ist, dass man auf Softwarenettigkeiten eigentlich verzichten kann, aber das ist hier jetzt nicht das Thema.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><code>if   ( kaufpreis &lt; 10)<br />
then print "zzgl. Versandkosten"<br />
else if (kaufpreis &lt; 100)<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;then print "Versandkosten inclusive"<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;else print "Versandkosten inclusive, bitte beehren Sie uns bald wieder"<br />
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;end if<br />
end if</code></p>
<p>So einfach ist das zu erklären &#8211; es gibt doch immer nur eine Alternative, aber die halt manchmal mehrfach. <em>Keine</em> Alternative hingegen gibt es nie. Solange man sich entscheiden kann, gibt es eine Alternative, sonst gäbe es nichts zu entscheiden. Sind beide Möglichkeiten gleich gut oder schlecht, steckt man in einer Zwickmühle, oder auch, wie es bereits die Alten Griechen nannten, in einem Dilemma. Ist nach reiflicher Überlegung immer noch keinem Weg der Vorzug zu geben, wird man nicht umhin können, eine Münze zu werfen und damit zu dokumentieren, daß auch Willensfreiheit beliebig sinnlos sein kann. Oder man entscheidet <em>irgendwie</em>. Einfach so. Oder man entscheidet <em>nicht</em>. Auch das geht, denn etwas zu lassen ist die Alternative zu etwas zu machen.</p>
<p>Letztes Jahr war es große Mode unter den Angehörigen der politischen Kaste, ihre eigenen Entscheidungen besonders klug und gewichtig aussehen lassen zu wollen, insbesondere aber unangreifbar. So kam das Wort, eine Entscheidung sei <em>alternativlos,</em> in die Welt. Das ging allerdings nach hinten los. Fast jeder hatte das unangenehme Gefühl, hier würde nur von Verantwortung abgelenkt. Wer nichts entscheiden kann, ist aber nicht deshalb klug. Eher ohnmächtig. Und wer behauptet, er habe keine Wahl gehabt, war vermutlich entweder phantasielos oder überfordert. Oder beides.</p>
<p>Fassen wir zusammen: Eine Entscheidung treffen zu können heißt immer, eine Alternative zu haben. Keine Alternative, keine Entscheidung. Keine Entscheidung, kein Entscheidungsträger. Ob die Damen und Herren Politiker das bedacht haben? Gestern wurde &#8220;alternativlos&#8221; zum &#8220;Unwort des Jahres&#8221; gekürt. Als Wort des Jahres hätte es von mir 2 Punkte bekommen. Als Unwort sähe ich 20 Punkte, aber dann müßte ich die Existenz des Wortes &#8220;Unwort&#8221; anerkennen, was mir schwerfällt. Das eigentliche Problem sind doch ohnehin eher</p>
<p class="finish">die Leute, die diese Wörter verwenden.</p>
<p><em>Bild: Adamo Ghisi, Herakles am Scheideweg. </em>Er mußte sich auch schon entscheiden, zwischen virtus und voluptas, zwischen Tugend und Vergnügen.</p>
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		<title>Wort des Jahres: Stuttgart 21</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Jan 2011 17:00:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Schlichtung]]></category>
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		<description><![CDATA[Stuttgart 21&#8230; &#8230; war das Jahr über wirklich oft zu hören oder zu lesen. Wäre besser gewesen als der merkwürdige Wutbürger. Stuttgart 21 ist aber als Wort einfach langweilig. &#8220;Stuttgart&#8221; kennt man, und &#8220;21&#8243; fügt nicht viel hinzu. Wenn man schon aus dieser Ecke ein Wort haben will, wäre mein Vorschlag gewesen &#8220;Juchtenkäfer&#8221;. Nicht Kostendiskussionen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img title="osmoderma_eremita_ste" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2011/01/osmoderma_eremita_ste-176x300.jpg" alt="" width="84" height="126" align="left" /></p>
<h3>Stuttgart 21&#8230;</h3>
<p>&#8230; war das Jahr über wirklich oft zu hören oder zu lesen. Wäre besser gewesen als der merkwürdige Wutbürger. Stuttgart 21 ist aber als Wort einfach langweilig. &#8220;Stuttgart&#8221; kennt man, und &#8220;21&#8243; fügt nicht viel hinzu. Wenn man schon aus dieser Ecke ein Wort haben will, wäre mein Vorschlag gewesen &#8220;Juchtenkäfer&#8221;. Nicht Kostendiskussionen, Sicherheitsüberlegungen, Legitimitätsbetrachtungen waren die Argumente, aber dieser Käfer. Weil er trotzig ausstirbt. Damit symbolisiert er schon einiges, was in Deutschland los ist. <span id="more-3146"></span>12 Punkte für den Juchtenkäfer von mir, 2 für Stuttgart 21, 0 für den Wutbürger.</p>
<h3>Feinstaub</h3>
<p>Die vergessenen Stuttgarter Feinstaubfilter wurden <a href="http://www.svb.bayern.net/2010/10/07/eine-keule-aus-staub/" target="_blank">hier</a> schon mal besprochen. Der Feinstaub an sich, obschon ein wahrhaft prämierungswürdiges Wort, hat 2010 nicht besonders von sich reden gemacht. 0 Punkte, außerhalb der Wertung.</p>
<h3>Schlichtung</h3>
<p>Das Wort Schlichtung ist vielleicht zu schlicht, um auf den Radar zu kommen. Bei der S21-Schlichtung des altersmilden Heiner Geißler fiel offensichtlich den Wenigsten auf, daß der Streit ursprünglich über die Kosten entbrannt war. Der von Geißler gefundene Kompromiß, von dem es zunächst so aussah, als setze er ein Ende hinter die Diskussionen und vereine die Unversöhnlichen, dieser Vergleich war jedenfalls teurer als die ursprünglichen Vorschläge alle zusammen. Das muß man nicht verstehen, aber besonders war das schon. Mangels geeignetem Wort gibt es aber keine Punkte für dieses Phänomen.</p>
<p>An was erinnert uns der Vorgang? Richtig, die Mehrwertsteuereinigung zwischen SPD (18%) und CDU/CSU (17%) bei der Gründung der Großen Koalition. Und das Ergebnis?</p>
<p class="finish">Richtig: 19%</p>
<p><em>Bild: &#8220;Juchtenkäfer&#8221; (osmoderma eremita), Quelle: entomologie-stuttgart.de<br />
</em></p>
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		<item>
		<title>Wort des Jahres: Der Wutbürger</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2011/01/09/wort-des-jahres-der-wutburger/</link>
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		<pubDate>Sun, 09 Jan 2011 17:44:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Man kann mir einiges vorwerfen, aber übertriebene Aktualität ist es nicht, was mein Blog auszeichnet. Daher ist es für mich auch wichtig, daß ein Jahr unwiderruflich um ist, bevor ich es &#8220;Revue passieren&#8221; lasse. Was im übrigen der urspüngliche Wortsinn ist, bereits gegen Ende des Mittelalters hieß ein Rückblick auf ein vergangenes Jahr &#8220;Revue&#8221;[1] Im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2011/01/Wutbuerger_Pano_II.jpg.gif"><img class="size-thumbnail wp-image-3134 alignleft" title="Wutbuerger_Pano_II.jpg" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2011/01/Wutbuerger_Pano_II.jpg-150x150.gif" alt="" width="150" height="150" /></a>Man kann mir einiges vorwerfen, aber übertriebene Aktualität ist es nicht, was mein Blog auszeichnet. Daher ist es für mich auch wichtig, daß ein Jahr unwiderruflich um ist, bevor ich es &#8220;Revue passieren&#8221; lasse. Was im übrigen der urspüngliche Wortsinn ist, bereits gegen Ende des Mittelalters hieß ein Rückblick auf ein vergangenes Jahr &#8220;Revue&#8221;[1]</p>
<p>Im Gegensatz zu dieser vorsichtigen Vorgehensweise kürte die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) ihr Wort des Jahres bereits Mitte Dezember. Und was war es? Wutbürger. Na Klasse. Ein Wort, das viele noch nie vorher gehört hatten und das häufig zu Fehlinterpretationen führt. Wutbürger im Gegensatz zu Wutrevoluzzer? Weil in Stuttgart &#8220;ehrbare Bürger&#8221; ebenso empört waren wie die immer wieder gerne bemühten Berufssteineschmeißer? Aber sind die Bewohner des Gorleben-Landkreises Lüchow-Danneberg keine Bürger? Oder weniger wütend? Also, so aktuell ist das mit den störrischen Bürgern nicht.</p>
<p>Was hätte es noch gegeben? <span id="more-3135"></span>Hier die Liste der Kandidatenwörter mit ihrer Reihung:</p>
<ol>
<li>Wutbürger</li>
<li>Stuttgart 21</li>
<li>Sarrazin-Gen</li>
<li>Cyberkrieg</li>
<li>WikiLeaks</li>
<li>schottern</li>
<li>Aschewolke</li>
<li>Vuvuzela</li>
<li>Femitainment</li>
<li>unter den Eurorettungsschirm schlüpfen</li>
</ol>
<p>Was für eine Liste. Es hätte sicher bessere Kandidaten gegeben als den Wutbürger, und es gibt noch viel mehr Begriffe, die ich hier vermisse. Fertig ist der Plan: Ich schreibe jetzt jeden Tag über einen neuen Begriff, aus der Liste oder nicht. Am Ende wissen wir, was geeignet gewesen wäre. Soll heißen, das nehme ich jetzt selbst in die Hand. So macht man das heute,</p>
<p class="finish">als Wutbürger!</p>
<p><em>Bildquelle: </em><a href="http://www.gfds.de/presse/pressemitteilungen/171209-wort-des-jahres-2010/" target="_blank"><em>GfdS</em></a></p>
<p>[1] Röhrich, Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Zwischen den Jahren</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2010/12/30/zwischen-den-jahren/</link>
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		<pubDate>Thu, 30 Dec 2010 18:47:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Römer]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Jahr 2010 ist noch nicht vorbei &#8211; aber das hat das Fernsehen nicht daran gehindert, bereits jede Menge Jahresrückblicke zu senden. Was passiert eigentlich, wenn noch was passiert? Fällt das dann in die Zuständigkeit des Rückblicks 2011? Oder ist das wie im Alten Rom, wo nach dem Januar die Consuln die Arbeit einstellten, damit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-medium wp-image-3097" title="Grenzstein" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/12/Grenzstein-225x300.png" alt="" width="225" height="300" />Das Jahr 2010 ist noch nicht vorbei &#8211; aber das hat das Fernsehen nicht daran gehindert, bereits jede Menge Jahresrückblicke zu senden. Was passiert eigentlich, wenn noch was passiert? Fällt das dann in die Zuständigkeit des Rückblicks 2011? Oder ist das wie im Alten Rom, wo nach dem Januar die Consuln die Arbeit einstellten, damit zu Jahresbeginn, also damals am 1. März, das neue Team sofort loslegen konnte und sie sich nicht mit Altlasten ihrer Vorgänger herumschlagen mußten. Daher stammt übrigens auch der Name Ianuarius: Der römsiche Gott Janus hatte vorne und hinten ein Gesicht und konnte gleichzeit nach hinten sehen, ins Amtsjahr des scheidenden Consuls, und nach vorne,  ins Amtsjahr des kommenden. Mögliche wichtige Ereignisse zwischen Januar und März wurden so auch von der Geschichtsschreibung ignoriert. Passiert ist vermutlich tatsächlich nicht viel, die Römer feierten ausgelassen und recht alkoholreich das kommende Jahr. Ab März war alles anders. Da der März der erste Monat war, ist auch klar, wie die Monate September bis Dezember zu ihren Namen kamen, es waren wirklich die Monate sieben bis zehn.</p>
<p><span id="more-3043"></span>Das römische Jahr ging übrigens in der Republik nach dem Mond &#8211; ein Ausdruck für Rückständigkeit, den wir über 2000 Jahre später noch verwenden. Das Mondjahr hat rund 355 Tage und die römischen Monate waren jeweils gute vier Wochen, also meist 29 Tage lang. Am 23. Februar war das Jahr zuende. Danach kam der Monat &#8220;zwischen den Jahren&#8221;, <em>mensis interkalaris</em> und er kann seine griechisch-etruskische Herkunft nicht verleugnen, da er wie die <em>Kalendae</em> ein &#8220;k&#8221; enthält. Die Schreibweise <em>intercalaris</em> ist erst im Kirchenlatein aufgekommen und <em>Calendar</em> gibt es nur auf Englisch. Bis heute hat es sich erhalten, die Zeit vor Neujahr als &#8220;zwischen den Jahren&#8221; zu bezeichnen, was aber heute einer anschaulichen Vorstellung entbehrt.</p>
<h3>Götter &#8230;</h3>
<p>Bis heute gerettet hat sich auch ein Gott aus dieser Zeit. Ein kleiner unscheinbarer Gott, dem der 23. Februar gewidmet war. Es war der Gott Terminus, der Gott der Grenzen, der auch für die Jahresendgrenze zuständig war, der also das reguläre Jahr <em>terminierte</em>, vielleicht sanfter als Arnold Schwarzenegger als Terminator. Die Götterbilder des Terminus dienten als Grenzsteine. Der Brauch war, jedes Jahr an den Terminalien alle Grenzsteine des eigenen Grundes aufzusuchen und dort Blumen abzulegen und etwas Wein auf den Stein zu schütten als Opfer. Den Rest des Weins trank man, am besten mit den Nachbarn, die ja auch irgendwann vorbeikamen am Grenzstein. Ein gemeinsam an der Grenze getrunkenes Glas Wein verringert die Gefahr von Grenzstreitigkeiten sicher enorm &#8211; ein schöner Brauch. Den Zeitpunkt der Terminalien hatte jeder im Kopf, jeder kannte also diesen einen Termin &#8211; und dass wir heute &#8220;ein Meeting terminieren&#8221; im Sinne vom Festlegen eines gemeinsamen Zeitpunkts für ein Treffen ist eine sprachliche Grausamkeit der besonderen Art.</p>
<p>Zurück zur Zeit &#8220;zwischen den Jahren&#8221;: Nach den Terminalien arbeitete niemand mehr, im Gegenteil, jeder anständige Römer feierte ausgelassen und war vermutlich betrunken. Bis zum ersten März, ad Kalendas Martii. Ein Fest von ungewisser oder besser willkürlicher Dauer, denn letzlich war es ein Politikum. Auch wenn die Consuln nicht mehr arbeiteten, die Steuerpächter, Volkstribunen und sonstigen Politiker wollten gewöhnlich ihre Amtszeit so lang wie möglich hinauszögern und so soll es vorgekommen sein, daß der für den Kalender zuständige Mann unter Druck geriet. Es handelte sich dabei um niemand geringeren als den Pontifex Maximus, den Obersten Priester Roms.</p>
<h3>&#8230; und Priester</h3>
<p>Einer der bekanntesten Pontifexe war Gaius Iulius Caesar. Er entrümpelte das Kalendersystem, inspiriert von den Ägyptern oder vielleicht auch nur von einer einzelnen Ägypterin namens Kleopatra, wer weiß. Jedenfalls geht auf ihn das System zurück, daß die Monate alternierend 31 bzw. 30 Tage haben (Martius 31, Aprilius 30, Maius 31, Iunius 30, Quintilis 31, Sextilis 30, Septembrius 31  usw.). Der September war immer noch der siebte Monat, der Dezember der 10. und der Quintilis der fünfte. Quintilis? Ja, dieser Monat war der Geburtsmonat des Juliers Gaius Iulius Caesar und so entstand, ihm zu Ehren, der Monatsnamen Juli. Wenig bekannt ist die Tatsache, daß Caesar das System zwar richtig eingeführt hat in einem kalendarisch etwas verworrenen Jahr 45 v.Chr., für Caesar natürlich das Jahr 708 a.u.c., aber niemand hatte richtig zugehört. Die Römer feierten den Schalttag alle drei Jahre. Augustus erkannte schon, dass das schnell aus dem Ruder lief und ließ drei Schaltjahre ausfallen und reparierte das System. Deshalb und wegen der großen Verehrung, die das römische Volk seinem ersten Imperator entgegenbrachte, wurde der Sextilis ebenfalls umgenannt und hieß ab dem Jahr 745 a.u.c (8 v. Chr.) Augustus.</p>
<h3>&#8230; und Altlasten</h3>
<p>Daher rührt auch diese Merkwürdigkeit, daß wir zum Abzählen der Monate mit 31 Tagen unsere Handknöchel brauchen. Der Sextilis hatte ja nur 30 Tage. Das ging gar nicht, daß der Julius den Augustus um einen ganzen Tag ausstach. Daher kehrte sich die alternierende Reihe im August um, nun hatte dieser 31 Tage, der Sempter dafür nur noch 30 usw. Die Programmierer hassen diese imperialen römischen Speichellecker dafür heute noch, denn außer</p>
<p style="text-align: left; padding-left: 60px;"><code>int days[] = { 31, 28, 31, 30, 31, 30, 31, 31, 30, 31, 30, 31 };<br />
if(schaltjahr()) { ++days[1]; }</code></p>
<p>gibt es kaum eine elegante programmiererische Lösung für das Abzählen von Tagen für irgendwelche langweiligen Fälligkeitsberechnungen etc. Aber andererseits wissen alle Anglophonen, daß Programmierer ohnehin mit Kalendern ihre Schwierigkeiten haben und Halloween und Weihnachten nicht auseinanderhalten können. Jeder Programmierer weiß schließlich:</p>
<p class="finish">25 DEC == 31 OCT</p>
<p>Übersetzt: Dezimal 25 ist Oktal 31, also 31 zur Basis 8 (3 x 8 + 1 = 25).</p>
<p><em>Bildquelle: Schöner altrömischer Grenzstein, aber leider gefälscht. Überführen Sie den Fälscher? Einsendeschluß sind die Iden des Ianuarius, 2763 a.u.c. Zu gewinnen gibt es nichts.</em></p>
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		<title>Schreiben wie Chuck Norris</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2010/11/13/schreiben-wie-chuck-norris/</link>
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		<pubDate>Sat, 13 Nov 2010 17:35:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Netzwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Goethe]]></category>
		<category><![CDATA[Mephisto]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich lese Zeitung sehr ehrfürchtig. Soll heißen: Sie ist aus Papier. Und bevor ich den vielzitierten Fisch einwickle, was ich nur selten tue, oder die Zeitung als Anzünder für meinen Ofen verwende, lese ich sie aus. Komplett. Auch den Sportteil, obgleich ich mit Passivsport nicht viel anfangen kann. Auch die Aktienkurse, auch wenn ich keine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/11/cn.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2979" title="cn" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/11/cn.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a>Ich lese Zeitung sehr ehrfürchtig. Soll heißen: Sie ist aus Papier. Und bevor ich den vielzitierten Fisch einwickle, was ich nur selten tue, oder die Zeitung als Anzünder für meinen Ofen verwende, lese ich sie aus. Komplett. Auch den Sportteil, obgleich ich mit Passivsport nicht viel anfangen kann. Auch die Aktienkurse, auch wenn ich keine Aktien habe, sieht man mal von meinen SpaceNet-Aktien ab, die aber nicht erwähnt werden. Auch das Wetter und das Fernsehprogramm, obwohl ich da oft ein paar Wochen hinterher bin.</p>
<p>Aus diesem Grund geht sich für mich keine Tageszeitung aus. Aktuelles erfahre ich ohnehin aus dem Internet &#8211; aber was bleibt, ist bestens geeignet für eine Wochenzeitung. Und da gibt es die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, welche ich in sieben Päckchen &#8211; für jeden Tag der Woche eines &#8211; mir sozusagen homöopathisch zuführe. So entgehe ich der Rechtschreibung der Süddeutschen, der Trivialität der Bild am Sonntag und der reißerischen Attitüde der Magazine. Na gut, ab und zu lese ich einen Stern und freue mich über die Steilvorlagen eines Herrn Jörges für einen weiteren Verriß in meinem Blog.</p>
<p>Warum erzähle ich das so lange? <span id="more-2968"></span>Zum einen, weil damit klar ist, wieso ich auf einmal auf irgendetwas eingehe, das vor Wochen in der F.A.S. stand. Und zweitens, weil ich heute mehr Text brauche, ein paar Zeilen reichen nicht. <a href="http://www.faz.net/s/Rub1DA1FB848C1E44858CB87A0FE6AD1B68/Doc~E23901ECC5CAA4440B1E9FBD757ABAD7F~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Ein Artikel</a> beschrieb den Webservice &#8220;I write like&#8221;, den ein Russe für den englischsprachigen Raum zur Verfügung stellte. Dieser wurde nun an die deutschsprachige Welt angepaßt. Ich musste es natürlich gleich ausprobieren und was erhielt ich?</p>
<p><a href="http://www.faz.net/f30/aktuell/WriteLike.aspx">
<div id="WriteLikeCert" style="width:400px; height:150px; background-image: URL(http://www.faz.net/f30/Images/diverse/WriteLikeCert.jpg); ">
<div style="width:285px; padding: 40px 0px 0px 15px; color:#0b0b66; font-size:25px; line-height:30px; font-family:Georgia; font-style:italic; " ><span>Theodor Fontane</span></div>
</div>
<p></a></p>
<p>Schmeichelhaft, es hätte schlimmer kommen können. Nun ja, Goethe wäre mir lieber gewesen. Obwohl? Es sollte mich schon misstrauisch machen, daß ich schreibe wie jemand, der älter ist als mein Großvater. Ist mein Stil wirklich so staubig?</p>
<p>Wie wissenschaftlich ist denn dieses Spielzeug? Da bleibt nur der Streßtest. Wie nehmen Goethe:</p>
<blockquote><p>Der Geist der Medizin ist leicht zu fassen;<br />
Ihr durchstudiert die groß’ und kleine Welt,<br />
Um es am Ende gehn zu lassen,<br />
Wie’s Gott gefällt.<br />
Vergebens, dass Ihr ringsum wissenschaftlich schweift,<br />
Ein jeder lernt nur, was er lernen kann;<br />
Doch, der den Augenblick ergreift,<br />
Das ist der rechte Mann.<br />
Ihr seid noch ziemlich wohl gebaut,<br />
An Kühnheit wird’s Euch auch nicht fehlen,<br />
Und wenn Ihr Euch nur selbst vertraut,<br />
Vertrauen Euch die andern Seelen.<br />
Besonders lernt die Weiber führen<br />
Es ist ihr ewig Weh und Ach<br />
So tausendfach<br />
Aus einem Punkte zu kurieren,<br />
Und wenn Ihr halbweg ehrbar tut,<br />
Dann habt Ihr sie all unterm Hut.<br />
Ein Titel muss sie erst vertraulich machen,<br />
Dass Eure Kunst viel Künste übersteigt;<br />
Zum Willkomm tappt Ihr dann nach allen Siebensachen,<br />
Um die ein andrer viele Jahre streicht,<br />
Versteht das Pülslein wohl zu drücken,<br />
Und fasset sie mit feurig schlauen Blicken<br />
Wohl um die schlanke Hüfte frei,<br />
Zu sehn, wie fest geschnürt sie sei.</p></blockquote>
<p>Das werfen wir <a href="http://de.babelfish.yahoo.com/" target="_blank">Babelfish</a> vor:</p>
<blockquote><p>The spirit of the medicine is easy to seize; You through-study groß&#8217; and small world, In order to let it go at the end, Wie&#8217;s God pleases. In vain that you curve all around scientifically, everyone learns only, what it can learn; But, which seizes the instant, That is the right man. Are still rather probably built for her, At boldness it will not also be missing to you, And if you trust you only, Confidence you the other souls. Particularly learns to lead the women It is their eternally pain and oh So thousandfold From points to couriers, And if you do halfaway respectably, Then have you it all under hat. A title must make it only confidential, That your art exceeds much arts; To want-come gropes you then for all seven-things, around which a andrer paints many years, The Pülslein understands to probably press, And seize it with fierily smart views Probably around the slim hip freely, Too long, as firmly tied it is.</p></blockquote>
<p>Jetzt wissen wir, was &#8220;Pülslein&#8221; auf Englisch heißt, und wir können es weiterverarbeiten. Dieser Text ergibt bei <a href="http://iwl.me/" target="_blank">I write like</a><br />
<!-- Begin I Write Like Badge --></p>
<div style="overflow: auto; border: 2px solid #ddd; font: 20px/1.2 Arial,sans-serif; width: 380px; padding: 5px; background: #F7F7F7; color: #555;">
<img style="float: right;" src="http://s.iwl.me/w.png" alt="" width="120" /></p>
<div style="padding: 20px; border-bottom: 1px solid #eee; text-shadow: #fff 0 1px;">I write like<br />
<a style="font-size: 30px; color: #698b22; text-decoration: none;" href="http://iwl.me/w/d760c1b4">James Joyce</a></div>
<p style="font-size: 11px; text-align: center; color: #888;"><em>I Write Like</em> by Mémoires, <a style="color: #888;" href="http://www.codingrobots.com/memoires/">journal software</a>. <a style="color: #333; background: #FFFFE0;" href="http://iwl.me"><strong>Analyze your writing!</strong></a></p>
</div>
<p><!-- End I Write Like Badge --></p>
<p>Das hätte Goethe vermutlich auch nachdenklich gemacht. Ein Scherzbold hat sich übrigens <a href="http://iwritelike.com/" target="_blank">iwritelike.com</a> geschnappt. Egal, was man dort eingibt, es kommt</p>
<blockquote><p>You subconsciously tried to write like Chuck Norris and failed!</p></blockquote>
<p>Chuck Norris??? Das war der</p>
<p class="finish">Grinser des Tages&#8230;</p>
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		<title>Energiekonsens</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Sep 2010 15:41:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Energiekonsens]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Politiker]]></category>

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		<description><![CDATA[Es hört sich alles so einfach an. Es gibt ja durchaus eine Menge Kernkraftwerke bei uns. Werden diese weiter betrieben, verdienen sie quasi Bargeld, was sonst sehenden Auges versäumt würde. Und da unsere Gesellschaft nicht dumm sein will, soll dieses Geld nicht von den Besitzern, also den Konzernen eingestrichen werden. Nein, nach einer partiellen Enteignung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/09/ses_atommuell_illu_web.gif"><img class="alignleft size-full wp-image-2714" title="ses_atommuell_illu_web" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/09/ses_atommuell_illu_web.gif" alt="" width="240" height="240" /></a>Es hört sich alles so einfach an. Es gibt ja durchaus eine Menge Kernkraftwerke bei uns. Werden diese weiter betrieben, verdienen sie quasi Bargeld, was sonst sehenden Auges versäumt würde. Und da unsere Gesellschaft nicht dumm sein will, soll dieses Geld nicht von den Besitzern, also den Konzernen eingestrichen werden. Nein, nach einer partiellen Enteignung durch eine irgendwie bezeichnete Sonderabgabe (Brennelementesteuer?) lassen sich so vielleicht die maroden Staatsfinanzen wieder ein bisserl weichzeichnen. Aber das trifft keine Armen ..</p>
<p>Was also ist verkehrt an dieser Sicht? <span id="more-2711"></span>Ich bin ja durchaus bereit zu glauben, daß man Kernkraftwerke sicher betreiben kann. Tschernobyl ist anderswo. Aber das ist doch sehr kurz gedacht: Die Pannen und die Hysterie um Asse und Gorleben, um nur zwei Beispiele zu nennen, machen doch deutlich, daß die Lagerung der verbrauchten Brennstäbe noch nicht gelöst ist. Angesichts der Unübersichtlichkeit und der Unsicherheit über die Lebensdauer der Konzerne verbietet sich eine privatwirtschaftliche Lösung. Eine hoheitliche Lösung ist zweifelhaft, aber ohne Alternative.</p>
<p>Und damit ist die Nutzung der Kernkraft nichts anderes als ein Kredit, den wir zu Lasten unserer Nachkommen aufnehmen. Das ist ja eine durchaus wohlbekannte Übung, nur im Zusammenhang mit euphemistisch als &#8220;Endlager&#8221; bezeichneten Lösungen sind die Folgen besonders kraß und erschließen sich gleichzeitig eben nicht so automatisch. Kein Mensch kann heute sagen, was 2000 Jahre Lagerung kosten werden. Unsere finanziellen Schulden werden längst nicht nur getilgt, sondern sogar vergessen sein, da strahlen die Brennstäbe immer noch. 2000 Jahre? Das war Willkür &#8211; ich habe auch schon von einer Million Jahren und mehr gelesen. Zur Verdeutlichung: Die Halbwertszeit gibt ja nur an, wann die <em>Hälfte</em> des Mülls unschädlich ist. Mathematisch gesehen ist das eine <em>unendliche </em>Reihe.</p>
<p>Ich will nicht den Eindruck erwecken, ich verstünde etwas davon. Was ich aber in jedem Fall habe, das ist ein Sprachgefühl, das besonders allergisch auf Mißbrauch reagiert. Und da fällt doch auf, daß unsere Politiker inzwischen die Worte &#8220;Laufzeitverlängerung&#8221; und &#8220;Brennelementesteuer&#8221; vermeiden. Nun reden sie also vom Energie<strong>konsens</strong>. Eine sehr fragliche Wortwahl angesichts der massiven Proteste</p>
<p class="finish">und für mich Grund genug für Mißtrauen.</p>
<p><em>Bildquelle: </em><a href="http://www.energiestiftung.ch/aktuell/archive/2009/05/11/atommuell-xy-ungeloest.html" target="_blank"><em>Energiestiftung.ch</em></a></p>
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		<title>Faktische Fiktion</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2010/07/26/faktische-fiktion/</link>
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		<pubDate>Mon, 26 Jul 2010 09:27:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Etymologie]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8220;Fixer Faxen&#8221; hieß einmal eine Firma, spezialisiert darauf, möglichst schnell möglichst vielen Menschen ein Fax zu schicken. Kein Wunder, dass die Firma wieder eingegangen ist, sie wird nicht mehr wirklich benötigt, seit das Internet das Verbreitungsmedium schlechthin ist. Der Name war aber gut gewählt, ich habe ihn mir gegen meinen Willen bis heute gemerkt. Woher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/07/Fickmühlen.jpeg"><img class="alignright size-full wp-image-2611" title="Fickmühlen" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/07/Fickmühlen.jpeg" alt="" width="145" height="141" /></a>&#8220;Fixer Faxen&#8221; hieß einmal eine Firma, spezialisiert darauf, möglichst schnell möglichst vielen Menschen ein Fax zu schicken. Kein Wunder, dass die Firma wieder eingegangen ist, sie wird nicht mehr wirklich benötigt, seit das Internet das Verbreitungsmedium schlechthin ist. Der Name war aber gut gewählt, ich habe ihn mir gegen meinen Willen bis heute gemerkt.</p>
<p>Woher kommt &#8220;Fix&#8221;, woher kommt &#8220;Fax&#8221;? Fix ist nicht so trivial, wie man zunächst meinen möchte. <span id="more-2590"></span>Genau genommen sind sogar Experten vrmutlich auf dem Holzweg. Lateinisch <em>fixare </em>ist natürlich kein schlechter Ansatz. Etwas befestigen, fixieren. Etwas, das man hinten anheftet (&#8220;Suffix&#8221;), vorne (&#8220;Präfix&#8221;) oder am Kreuz (&#8220;Kruzifix&#8221;). Wer einen klappernden Fensterladen wieder befestigt, wird sagen, er habe ihn repariert, fixiert, oder neudeutsch auch &#8220;gefixt&#8221;. Ist alles erledigt, ist es &#8220;fix und fertig&#8221;. Daher war die erste Bedeutungsübertragung möglich, ein fixer Bursche war einer, der Sachen eben auch fertigbrachte. Das nannte man früher &#8220;anstellig&#8221;. Aber immer noch geht es primär um die Qualität der Arbeit, nicht um die Zeit, innerhalb derer sie verrichtet wurde.</p>
<p>&#8220;Fix&#8221; als Synonym für &#8220;flink&#8221; ist so nicht hinreichend erklärt. Eine eindeutige Herleitung konnte ich nicht finden, aber einen Verdacht habe ich durchaus. Dazu riskiere ich mal schnell die Jugendfreiheit meines Blogs: Es gibt einen mittelhochdeutschen Ausdruck, der eine lustige Karriere hingelegt hat. Bewegt man etwas schnell hin und her, so ist das Wort dafür *hüstel* <em>ficken</em>. Es teilt sich den Stamm mit so harmlosen Wörtern wie &#8220;fegen&#8221;, aber irgendwo im indogermanischen Sprachgedächtnis schlummert sogar eine Verwandtschaft zu den Vögeln. Ich spare mir den Kalauer, nun zu fragen, was ficken mit Vögeln zu tun habe.</p>
<p>Die obszöne Bedeutung des F-Wortes hat alle anderen Wortbildungen zum Aussterben verurteilt. Nach dem <a href="http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/wbgui?lemmode=lemmasearch&amp;mode=hierarchy&amp;textsize=600&amp;onlist=&amp;word=ficken&amp;lemid=GF04100&amp;query_start=1&amp;totalhits=0&amp;textword=&amp;locpattern=&amp;textpattern=&amp;lemmapattern=&amp;verspattern=#GF04100L0" target="_blank">Grimmschen Wörterbuch</a> sagte  man früher durchaus ficken auch für peitschen oder mit einer Rute schlagen. Ganz verschämt hat das Wort sich noch heute in der Ohrfeige versteckt. Oder, so mein Verdacht, auch im unschuldigen <em>fix</em>. Ob man von da aus nach Hawaii kommt, wo bekanntlich wiki-wiki &#8220;schnell&#8221; heißt und sich via engl. quick sofort erschließt, wissen die Grimms natürlich nicht. Die waren nie auf Hawaii. Und auch dem &#8220;Heißen Feger&#8221; will ich nicht weiter nachgehen. Zurück zum Thema:</p>
<p>Analog zu anderen I-A-Bildungen (Wirrwarr, Zickzack, Tric-Trac, Schnickschnack, Ticktack, Flic-Flac, Perlicco-Perlacco) gab es auch das Wort Fickfacken. Ein Fickfacker war ein Mensch, der recht unstet war, heute hier, morgen dort. Fahrendes Volk. Ergo jemand, dem man nicht trauen konnte. Auf Jahrmärkten auftretende fickfackende Possenreißer wurden bald auch Faxenmacher genannt. Im Geschäftsleben verbittet man sich Faxen natürlich, wenn nötig auch per Fax. Was für eine Überleitung! Aber auch wenn man Faxe schnell hin und herschicken kann, so kommt dieses relativ junge Wort natürlich von lat. <em>facere</em>, tun, machen. Fac! heißt Mach! und &#8220;Fac simile&#8221; heißt &#8220;Mach es ähnlich&#8221;. Lange vor dem Fax gab es den eingedeutschen Begriff Faksimile bereits. Und nachdem das Fax eine deutsche Erfindung war, hieß es zunächst auch &#8220;Fernkopierer&#8221;, analog zum &#8220;Fernschreiber&#8221;. Die Kopie war das Faksimile, verkürzt zu Fax. Bei &#8220;fern&#8221; wiederholte sich das Drama für Menschen mit Sprachgefühl, denn das Lateinische hält nur Worte wie <em>procul </em>vor oder, als Adjektiv, <em>remotus</em>. Remotofax? Proculkopie? Nein, eine Chimäre mußte her, das Griechische hat ja des schöne Wort &#8220;<em>tele</em>&#8221; und fertig war das Telefax, analog zum Telephon. Das war aber andererseits wieder viel zu lang, und so entstand das neue Wort Fax, zusammen mit dem abgeleiteten Verb faxen.</p>
<p>Wenn einer aber nun die Faxen dicke hat, so heißt das nicht, dass er weiterer schriftlicher Kommunikation abgeneigt ist.</p>
<p class="finish">Auch wenn es so klingt.</p>
<p><em>Bildquelle</em>: <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Fickmühlen.jpeg&amp;filetimestamp=20091030191001" target="_blank">Wikipedia</a>, das Schild ist historisch, der Ort im Lkr. Cuxhaven hat sich umgenannt.</p>
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		<title>Der Schildkrötentest im Ferrari</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2010/06/05/der-schildkrotentest-im-ferrari/</link>
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		<pubDate>Sat, 05 Jun 2010 15:19:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sprache]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer Software ausliefert, ohne sie zu testen, hat hoffentlich sein Testament gemacht. Im Fehlerfall kann er nur hoffen, daß ihn der verärgerte Kunde nicht aufgrund erhöhten Testosterons den Schädel einschlägt. Hier kommen vier Anspielungen vor, aber man sieht auf den ersten Blick nur drei. Das Testament hatten wir gerade erst, kommt von testari, Zeuge sein. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/06/800px-Ferrari_Testarossa.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-2386" title="800px-Ferrari_Testarossa" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/06/800px-Ferrari_Testarossa-300x178.jpg" alt="" width="300" height="178" /></a>Wer Software ausliefert, ohne sie zu testen, hat hoffentlich sein Testament gemacht. Im Fehlerfall kann er nur hoffen, daß ihn der verärgerte Kunde nicht aufgrund erhöhten Testosterons den Schädel einschlägt. Hier kommen vier Anspielungen vor, aber man sieht auf den ersten Blick nur drei.</p>
<p>Das Testament hatten wir gerade erst, kommt von <em>testari</em>, Zeuge sein. Auch den Weg zum Testosteron kann man nachvollziehen, das ist nur medizinisches Pseudolatein. Testis ist der Hoden (in der Verkleinerungsform testiculum ebenfalls bereits erwähnt), der Rest deutet auf Steroide. Auch der Nichtmediziner kennt diese, dank Dr. House auf RTL, die gibt man bei bösen Autoimmunerkrankungen wie Lupus.</p>
<p>Zum Test kommen wir nicht so einfach. <span id="more-2376"></span>Witzigerweise ist es naheliegender, nachzusehen, was das mit dem Einschlagen von Schädeln auf sich hat. Simpel: <em>Testa</em>, der Schädel, die Hirnschale. In Frankreich heißt der Kopf immer noch <em>tête</em>. Ein Wort, das mir bei uns das erste Mal bei der Reiterei untergekommen ist. Führt man ein Pferd an einer langen Leine, heißt diese <em>Tete</em>. Weil sie am Kopf festgemacht wird. Andererseits gibt es im Französischen heute noch auch das Wort têt. Das heißt Schale. Vermutlich, weil wir in prähistorischen Zeiten so gerne Met aus den Hirnschalen der erschlagenen Feinde getrunken haben. Aus demselben Grund sind auch der Kopf, lat. <em>caput</em> und die Tasse, engl. <em>cup</em>, ital. <em>coppa</em>, so nah beieinander.</p>
<p>Nähern wir uns jetzt dem Testen? Die Schildkröte heißt <em>testudo</em>, klar, sie hat eine Schale auf dem Rücken. Die Römer waren fasziniert von dem Konzept, hielten sich die Schilde über den Kopf und waren für Feinde schwer zu treffen. Die Formation nannte man ebenfalls <em>testudo</em>. Aber hier kommen wir nicht weiter. Die Schale war es direkt. Im Bergwerk wurde nach Silber gegraben. Wie aber wusste man, ob das, was man da ausgrub, noch Silber enthielt? Im Gegensatz zu Gold liegt Silber nicht einfach funkelnd unter der Erde, das ist schwarz und unansehnlich und nur der Fachmann kann ermitteln, wieviel Silber in einer Bodenprobe ist. Dazu erhitzt er die Probe in einer speziellen Schale, schon wieder: <em>testa</em>, und testet so den Silbergehalt.</p>
<p>Und wir testen also heute unsere Software, bevor wir sie ausliefern. Und vielleicht können wir uns dann irgendwann einen Ferrari kaufen. Obwohl, mein Traum ist das nicht, so ein Testarossa ist ja doch nur eine</p>
<p class="finish">rote Schüssel.</p>
<p><em>Bildquelle: Dan Smith, via Wikipedia</em></p>
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		</item>
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		<title>Bei allem, was mir heilig ist</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2010/06/04/bei-allem-was-mir-heilig-ist/</link>
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		<pubDate>Fri, 04 Jun 2010 15:08:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn wir schwören, müssen wir ja auf irgendwas schwören. Auf die Bibel oder auf Gott. Daher recken wir drei Finger hoch um zu schwören und rufen dabei die Dreifaltigkeit zum Zeugen auf. Das machen auch Heiden. Fällt denen vielleicht nicht mal auf. Aber diese Dreifingergeste hat sich einfach eingebürgert. Wie haben das eigentlich die Alten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/06/Gommiswald-blazono.png"><img class="alignleft size-full wp-image-2380" title="Gommiswald-blazono" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/06/Gommiswald-blazono.png" alt="" width="142" height="160" /></a>Wenn wir schwören, müssen wir ja <em>auf irgendwas</em> schwören. Auf die Bibel oder auf Gott. Daher recken wir drei Finger hoch um zu schwören und rufen dabei die Dreifaltigkeit zum Zeugen auf. Das machen auch Heiden. Fällt denen vielleicht nicht mal auf. Aber diese Dreifingergeste hat sich einfach eingebürgert.</p>
<p>Wie haben das eigentlich die Alten Römer gemacht? Die wussten noch nichts von der Dreieinigkeit. Was einerseits schade ist, ich hätte gerne die Meinung eines abgeklärten Menschen wie Seneca zu den Lehren des Athanasios gehört. Daß die Dreieinigkeit in der katholischen Kirche nicht mehr in Frage gestellt wurde, kann man eigentlich erst seit der elften Synode von Toledo (675) sagen, oder sogar, was logischer ist, erst mit dem Vierten Laterankonzil, also seit 1215. <span id="more-2368"></span>Also: Keine Dreifaltigkeit bei den Römern bis zum Untergang Westroms. Aber die Römer waren ja zunächst ohnehin keine Christen, was man ihnen bis zum Ende des achten Jahrhunderts seit Gründung der Stadt auch nicht vorwerfen kann.</p>
<p>Also doch Jupiter, Apoll, Mars, Pluto, Neptun, Amor und Merkur, und um Diskriminierung zu vemeiden Juno, Minerva, Venus, Vesta, Diana, Proserpina und Ceres. Und viele andere mehr. Angesichts der vielen Götter der Römer hätten allein für die Hauptgötter nicht die Finger beider Hände gereicht. Von den Laren, die den Römern noch näher standen, ganz zu schweigen. Also, was taten die Römer? Sie griffen sich an eine Stelle, die jedem einzelnen von ihnen wenigstens selbst heilig war. Sie riefen eine Stelle ihres Körpers zum Zeugen an, die schnell auch erklärt, warum nach altrömischer Vorstellungen Frauen ohnehin nicht wirksam Zeugnis ablegen konnten. Wo sollten die sich denn auch hinfassen? Im Lateinunterricht lernt man das nicht. Aber zum einen kann man diese Geste noch heute bei abergläubischen Neapolitanern sehen, und zum anderen erinnert heute der Name eines Körperteils auf Latein daran. Bezeugen: <em>testare.</em> Der Zeuge: <em>Testus</em>, daher Attest, Testament, Testat. Und die lateinische Verkleinerungsform macht daraus den kleinen Zeugen, das &#8220;Zeugerl&#8221;, <em>testiculum.</em></p>
<p class="finish">Wer hätte das gedacht.</p>
<p><em>Bild: Wappen der Gemeinde Gommiswald im Kanton St. Gallen</em></p>
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