SvB-Blog

Die Freiheit der Meinung setzt voraus, daß man eine hat (Heinrich Heine)

Archiv für die 'Sprache' Kategorie

Schreiben wie Chuck Norris

Erstellt von svb am 13. November 2010

Ich lese Zeitung sehr ehrfürchtig. Soll heißen: Sie ist aus Papier. Und bevor ich den vielzitierten Fisch einwickle, was ich nur selten tue, oder die Zeitung als Anzünder für meinen Ofen verwende, lese ich sie aus. Komplett. Auch den Sportteil, obgleich ich mit Passivsport nicht viel anfangen kann. Auch die Aktienkurse, auch wenn ich keine Aktien habe, sieht man mal von meinen SpaceNet-Aktien ab, die aber nicht erwähnt werden. Auch das Wetter und das Fernsehprogramm, obwohl ich da oft ein paar Wochen hinterher bin.

Aus diesem Grund geht sich für mich keine Tageszeitung aus. Aktuelles erfahre ich ohnehin aus dem Internet – aber was bleibt, ist bestens geeignet für eine Wochenzeitung. Und da gibt es die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, welche ich in sieben Päckchen – für jeden Tag der Woche eines – mir sozusagen homöopathisch zuführe. So entgehe ich der Rechtschreibung der Süddeutschen, der Trivialität der Bild am Sonntag und der reißerischen Attitüde der Magazine. Na gut, ab und zu lese ich einen Stern und freue mich über die Steilvorlagen eines Herrn Jörges für einen weiteren Verriß in meinem Blog.

Warum erzähle ich das so lange? Weiterlesen »

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Energiekonsens

Erstellt von svb am 15. September 2010

Es hört sich alles so einfach an. Es gibt ja durchaus eine Menge Kernkraftwerke bei uns. Werden diese weiter betrieben, verdienen sie quasi Bargeld, was sonst sehenden Auges versäumt würde. Und da unsere Gesellschaft nicht dumm sein will, soll dieses Geld nicht von den Besitzern, also den Konzernen eingestrichen werden. Nein, nach einer partiellen Enteignung durch eine irgendwie bezeichnete Sonderabgabe (Brennelementesteuer?) lassen sich so vielleicht die maroden Staatsfinanzen wieder ein bisserl weichzeichnen. Aber das trifft keine Armen ..

Was also ist verkehrt an dieser Sicht? Weiterlesen »

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Faktische Fiktion

Erstellt von svb am 26. Juli 2010

“Fixer Faxen” hieß einmal eine Firma, spezialisiert darauf, möglichst schnell möglichst vielen Menschen ein Fax zu schicken. Kein Wunder, dass die Firma wieder eingegangen ist, sie wird nicht mehr wirklich benötigt, seit das Internet das Verbreitungsmedium schlechthin ist. Der Name war aber gut gewählt, ich habe ihn mir gegen meinen Willen bis heute gemerkt.

Woher kommt “Fix”, woher kommt “Fax”? Fix ist nicht so trivial, wie man zunächst meinen möchte. Weiterlesen »

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Der Schildkrötentest im Ferrari

Erstellt von svb am 5. Juni 2010

Wer Software ausliefert, ohne sie zu testen, hat hoffentlich sein Testament gemacht. Im Fehlerfall kann er nur hoffen, daß ihn der verärgerte Kunde nicht aufgrund erhöhten Testosterons den Schädel einschlägt. Hier kommen vier Anspielungen vor, aber man sieht auf den ersten Blick nur drei.

Das Testament hatten wir gerade erst, kommt von testari, Zeuge sein. Auch den Weg zum Testosteron kann man nachvollziehen, das ist nur medizinisches Pseudolatein. Testis ist der Hoden (in der Verkleinerungsform testiculum ebenfalls bereits erwähnt), der Rest deutet auf Steroide. Auch der Nichtmediziner kennt diese, dank Dr. House auf RTL, die gibt man bei bösen Autoimmunerkrankungen wie Lupus.

Zum Test kommen wir nicht so einfach. Weiterlesen »

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Bei allem, was mir heilig ist

Erstellt von svb am 4. Juni 2010

Wenn wir schwören, müssen wir ja auf irgendwas schwören. Auf die Bibel oder auf Gott. Daher recken wir drei Finger hoch um zu schwören und rufen dabei die Dreifaltigkeit zum Zeugen auf. Das machen auch Heiden. Fällt denen vielleicht nicht mal auf. Aber diese Dreifingergeste hat sich einfach eingebürgert.

Wie haben das eigentlich die Alten Römer gemacht? Die wussten noch nichts von der Dreieinigkeit. Was einerseits schade ist, ich hätte gerne die Meinung eines abgeklärten Menschen wie Seneca zu den Lehren des Athanasios gehört. Daß die Dreieinigkeit in der katholischen Kirche nicht mehr in Frage gestellt wurde, kann man eigentlich erst seit der elften Synode von Toledo (675) sagen, oder sogar, was logischer ist, erst mit dem Vierten Laterankonzil, also seit 1215. Weiterlesen »

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