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	<title>SvB-Blog &#187; Technik</title>
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	<description>Die Freiheit der Meinung setzt voraus, daß man eine hat (Heinrich Heine)</description>
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		<title>Faziale Fakten</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Jun 2011 15:40:20 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Laut der Ärztezeitung leiden überraschend viele Menschen bei uns an einer rätselhaften Krankheit: Prosopagnosie. Nachdem Agnosis ein Nichterkennen und Prosopon das Gesicht ist, muß man nicht Medizin studieren, um zu erraten, um was es hier geht. Es gibt Menschen, die schaffen es nicht, ein Gesicht zu erkennen. Das heißt, sie wissen sehr wohl, daß es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/neuro-psychiatrische_krankheiten/article/298336/prosopagnosie-unfaehigkeit-gesichter-erkennen-leiden-menschen-angenommen.html?sh=4118&amp;h=424525029" target="_blank"><img class="alignright size-full wp-image-3657" title="facebook" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2011/06/facebook.png" alt="" width="210" height="210" />Laut der Ärztezeitung</a> leiden überraschend viele Menschen bei uns an einer rätselhaften Krankheit: Prosopagnosie. Nachdem Agnosis ein Nichterkennen und Prosopon das Gesicht ist, muß man nicht Medizin studieren, um zu erraten, um was es hier geht. Es gibt Menschen, die schaffen es nicht, ein Gesicht zu erkennen. Das heißt, sie wissen sehr wohl, daß es sich um ein Gesicht handelt &#8211; nur nicht, wem es gehört.</p>
<p>Ein bisschen prosopagnostisch sind wir wohl alle. Wer wenig Asiaten kennt, für den sehen &#8220;die&#8221; doch alle gleich aus. Und von chinesischen Freunden weiß ich zuverlässig, daß es ihnen mit uns Langnasen nicht anders ergangen ist, zumindest, bis sie nach Europa gezogen sind.</p>
<p>Aber auch europäische Gesichter sind nicht immer deutlich einem Namen zuordenbar. Passiert mir ständig. Kennen Sie das? <span id="more-3643"></span>Man sieht jemanden, weiß genau, den kenne ich!, und man kommt einfach nicht drauf, wer das ist und woher man ihn kennt. Das ist kein spezielles Phänomen der Moderne. Schon die alten Römer kannten das. Wer es sich leisten konnte, hielt sich einen speziellen Sklaven, der bei der Promenade in den antiken mondänen Seebädern wie Baiae, Herculaneum, Pompeji, in Cumae oder auf Capri immer hinter seinem Herrn zu gehen hatte, um ihm die Namen aller ins Ohr zu flüstern, die entgegenkamen.</p>
<p>Wer sich den Sklaven nicht leisten kann, der braucht ein Buch, in dem er bei Bedarf nachschlagen kann. Ein Buch mit Gesichtern. Ein <em>Facebook</em>, sozusagen. Die Firma Facebook ist allerdings berühmt für ihr Fingerspitzengefühl im Umgang mit den Daten seiner Nutzer. Oder im Umgang mit den Daten von Leuten, die jemanden kennen, der einen Facebook-Account hat. Und da Datensensibilität ein Merkmal der digitalen Bohème geworden ist, bekommt Facebook regelmäßig Prügel. Und regelmäßig zu Recht. Aber <em>regelmäßig</em> heißt nicht <em>immer</em>. Seit neuestem kann Facebook nämlich Gesichter erkennen, ist sozusagen von seiner Prosopagnosie geheilt.</p>
<p>Noch vor kurzem mußte man beim Hochladen eines Bildes zu allen abgebildeten Personen den Namen manuell erfassen, wenn man wollte, daß diese Personen mit den Bildern verknüpft werden. Das nennt man &#8220;taggen&#8221;. Die aktuelle Neuerung auf Facebook funktioniert so: Wann immer ein neues Bild bei Facebook eingestellt wird, überprüft Facebook, ob Gesichter darauf vorkommen. Ist dies der Fall, so versucht Facebook, diese Gesicher bei den &#8220;getaggten&#8221; Personen mit Facebook-Account zu finden. Sind diese Personen nun mit dem Nutzer &#8220;befreundet&#8221;, präziser gesagt, in Facebook verknüpft, werden ihre Namen zum Tagging vorgeschlagen. Sonst nicht, übrigens. Dennoch:</p>
<p>Hah! Datenschutz! Kollektive Erregung!! Aber wo genau findet der Datenschutzverstoß statt? Den Datenschutz verletzt, wenn überhaupt, derjenige, der Bilder von Leuten hochlädt, deren Erlaubnis er dafür gar nicht hat. <a href="http://dejure.org/gesetze/KunstUrhG/22.html" target="_blank">§22 KunstUrhG</a>. Und der dann die Namen seiner &#8220;Freunde&#8221; vielleicht gegen deren Willen mit den Bildern verknüpft &#8211; &#8220;Willi Hasenclever, voll besoffen und halbnackt&#8221;. Bezaubernd &#8211; solche Freunde wünscht man sich. Dagegen kann man sich aber ganz einfach wehren: Solche Freunde hat man sich ja <em>ausgesucht </em>(bzw. bestätigt). Löscht man die Verknüpfung, hat sich die Taggerei gleich erledigt.</p>
<p>Ich finde die ganze Sache hochspannend. Leute zu erkennen, von denen man nur ein Photo hat &#8211; bis vor kurzem hätte ich das für völlig unglaubwürdige Science Fiction gehalten. Daß in London angeblich Terroristen auf Videoaufnahmen automatisch erkannt würden, war für mich reine Propaganda. Wenn das dann irgendwann zuverlässig funktioniert, wünsche ich mir das als App für mein iPhone, das mir dann zuflüstern kann, wem ich da grad gegenüberstehe. Das wäre mal</p>
<p class="finish">wirklich praktisch.</p>
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		<title>Lieber Haare spalten als Atome?</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Apr 2011 21:08:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Moral]]></category>
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		<description><![CDATA[Beim Stichwort Japan denkt derzeit die ganze Welt an eine Reihe schlimmer Erdbeben, gefolgt von einem verheerenden Tsunami. Die ganze Welt? Wir Deutsche denken sofort an die havarierten Kernreaktoren von Fukushima. Wieso ist das so? Kaum jemand bei uns ist heute für Atomkraft, allenfalls hinter verschlossenen Türen läßt ein wackerer Wirtschaftminister durchblicken, daß er die offizielle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-3566" title="atom300x195" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2011/04/atom300x195.jpg" alt="" width="300" height="195" />Beim Stichwort Japan denkt derzeit die ganze Welt an eine Reihe schlimmer Erdbeben, gefolgt von einem verheerenden Tsunami. Die ganze Welt? Wir Deutsche denken sofort an die havarierten Kernreaktoren von Fukushima. Wieso ist das so? Kaum jemand bei uns ist heute für Atomkraft, allenfalls hinter verschlossenen Türen läßt ein wackerer Wirtschaftminister durchblicken, daß er die offizielle Politik nicht für rational hält. Auch wenn das Geschrei groß war: Diese Aussage ist meßbar richtig. Rational ist etwas anderes.</p>
<p><span id="more-3561"></span>Befragt man die Menschen bei uns, was sie eigentlich gegen die Atomkraft hätten, kommen die unterschiedlichsten Argumente. Putzig ist es, wenn kleine Mädchen in der Fußgängerzone Unterschriften sammeln gegen Atomkraft. Bessere Belege für Indoktrination finden man kaum – was verstehen kleine Mädchen schon von Energiepolitik? Aber, und da endet bereits die gute Laune, wer versteht überhaupt etwas von Energiepolitik und ist gleichzeitig ehrlich, moralisch und rational?</p>
<p>Einfach ist hier zunächst garnichts. Wie es aussieht, ist Deutschland ja auch auf einem energiepolitischen Sonderweg. Sind wir die einzigen, die recht haben? In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung <a href="http://www.faz.net/s/Rub469C43057F8C437CACC2DE9ED41B7950/Doc~EE253BFEB3C6D4B96905E3516D0C29D78~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">äußert sich</a> der Klimaforscher Barry Brook kritisch zum deutschen Atomausstieg. Für ihn sind die Kohlekraftwerke die eigentliche Bedrohung. Und die deutsche Reaktion? Das sei ja ein Australier, dem habe wegen des Ozonlochs vermutlich schon zu lange die Sonne auf das Hirn geschienen. Und wirklich, &#8220;atomfreundliche&#8221; Aussagen in deutscher Sprache sind derzeit nur schwer vorstellbar.</p>
<p>In Fragen der Kernkraft geht es bei uns um die Verletzung von Tabus. Eine ehrliche Diskussion hat es bereits zu den Zeiten des Atomministers Strauß nicht mehr gegeben. Das war zunächst nicht nur bei uns so. Die Briten hatten bereits 1957 <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Windscale-Brand" target="_blank">einen ernsthaften Störfall in Windscale</a> und ließen das betroffene Gelände einfach verschwinden. Heute sucht man Windscale auf der Karte vergeblich, es wurde schlicht in Sellafield umgenannt. Dann 1979, Harrisburg, USA. Nach offiziellen amerikanischen Darstellungen kam niemand ums Leben. So ganz mag man das nicht glauben, aber das Unglück wurde so gekonnt heruntergespielt, daß heute ständig zu lesen ist, das Unglück in Japan sei die erste ernstzunehmende Havarie in einem westlichen, hochentwickelten Land gewesen. Glückwunsch an die amerikanische Atompropaganda.</p>
<p>Unter ernstzunehmender Havarie denken wir in Deutschland sofort an Tschernobyl. Das war 1986, aber wer es erlebt hat, vergißt es nicht. Vielleicht war es das Verhalten der deutschen Politiker damals, was die generelle Ablehnung der Atomenergie in Deutschland ausgelöst hat. Noch während der verängstigte Bürger versuchte, Geigerzähler zu kaufen und versuchte zu verstehen, was ein Becquerel ist und wieviel man davon verträgt, spielten die Politiker die Situation in dem Maß herunter, wie es die Anti-AKW-Bewegung für ihre Zwecke ausschlachtete. Beides war nicht sonderlich hilfreich. Polemik ist hinderlich bei der Lösung von Problemen &#8211; hier kam aber eine unötige und unsinnige Gefährdung der Bevölkerung aus rein propagandistischen Gründen hinzu.</p>
<p>Über die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts war Radioaktivität etwas Gutes. Man glaubt es kaum, aber damals gab es sogar radioaktive Zahnpaste zu kaufen, für strahlende Zähne. Kein Witz. Die ersten mahnenden Stimmen wurden nach den schrecklichen Bombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki laut. Irgendwann war klar, mithilfe der im Atom weckbaren Energie hatte die Menschheit die Möglichkeit, sich komplett auszulöschen. Wer vor 1989 bereits denken und fühlen konnte, hat das Bild des Atompilz vor Augen, auf die eine oder andere Weise. &#8220;Atom&#8221; war ein schlimmes Wort. Neue Wörter mußten her. So entstand der Begriff von der &#8221;friedlichen Nutzung von Kernenergie&#8221;. Ein durchaus eleganter Sprachtrick &#8211; aber erfolglos, die Anti-AKW-Bewegung hält am Atom als Begriff fest. Und so kommt es, daß man heute &#8211; welch sprachlicher Horror &#8211; aus Atomen aussteigen kann wie aus Taxis und die oben erwähnten kleinen Mädchen &#8220;gegen Atom&#8221; sind.</p>
<p>Zurück zum Thema: Wieso nun stehen wir Deutschen in dieser Frage so isoliert? Weil die anderen zu dumm, uninformiert, borniert, vom Lobbyismus eingelullt sind? Oder ist es vielleicht genau umgekehrt? Sehen wir nur einen Ausschnitt der Welt, fokussiert auf Reizthemen, so wie in Japan, siehe oben? Kein Zweifel dürfte daran bestehen, daß die Energiepolitik mehr ist als die Frage nach Kernkraftwerken. Vielmehr wird es darum gehen, wie wir unseren Lebensstandard halten können, wenn möglich, und das natürlich, ohne den Planeten auszuplündern und nachfolgenden Generationen schreckliche Lasten aufzubürden.</p>
<p>Was spricht nun wirklich gegen Kernenergie? Daß hier schnell Flugzeugabstürze und Terrorismus genannt werden, ist erstaunlich. Das spricht nicht gegen Kernenergie, sondern gegen Terrorismus. Aus Angst vor einer abstrakten Gefährdung sind wir bereit, konkret überflüssigen CO2-Ausstoß zu akzeptieren? Ein besseres Argument ist, daß das Problem der Endlagerung der abgebrannten Kernbrennstäbe nicht gelöst ist. Das sollte Ansporn sein, zu forschen, nicht das Thema zu verteufeln. Diese Energie eignet sich nicht als Brückentechnologie. Kohle ist eine Brückentechnologie &#8211; zwangsläufig, denn sie geht zur Neige, setzt CO2 frei, zerstört die Landschaft und <a href="http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/energie/Kohlesubventionen_1950-2008.pdf" target="_blank">muß auch noch heftigst subventioniert werden</a>, zumindest solange es noch Erdöl gibt. Und für den <a href="http://oliver-krischer.eu/detail/nachricht/die-wahren-kosten-der-kohle-eine-studie-von-greenpeace.html" target="_blank">energiepolitischen Sprecher</a> von Bündnis 90 &#8211; die Grünen, MdB <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Oliver_Krischer" target="_blank">Oliver Krischer</a>, ist</p>
<blockquote><p>Kohle die billigste, aber auch die schmutzigste Energiequelle auf der Erde</p></blockquote>
<p class="finish">Na gut, das war 2009, da gab es noch keine Kernkraftwerke, vermutlich.</p>
<p><em>Bildquelle: <a href="http://www.utopia.de/ratgeber/die-fuenf-wichtigsten-argumente-gegen-atomkraft?all" target="_blank">Utopia.de</a>, da steht auch, was gegen Atomkraft spricht. Falls ich jemanden verwirrt habe.</em></p>
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		<title>Netzneutralität</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Mar 2011 19:07:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Letztes Jahr fand unter großer Anteilnahme der Netzöffentlichkeit zum Thema Netzneutralität eine Sitzung der Enquetekommission des Deutschen Bundestags statt. Was ich damals gesagt habe, will ich nicht aufwärmen, vielleicht nur die Zusammenfassung: Eine allseits anerkannte und in sich widerspruchsfreie Definition von Netzneutralität existiert nicht. Es handelt sich um eine Scheindiskussion, zu der es keinen aktuellen Bedarf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2011/03/netzneutralität.png"><img class="alignleft size-medium wp-image-3526" title="netzneutralität" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2011/03/netzneutralität-300x300.png" alt="" width="300" height="300" /></a>Letztes Jahr fand unter großer Anteilnahme der Netzöffentlichkeit zum Thema Netzneutralität eine Sitzung der Enquetekommission des Deutschen Bundestags statt. Was ich <a href="http://www.svb.bayern.net/politik/" target="_blank">damals gesagt</a> habe, will ich nicht aufwärmen, vielleicht nur die Zusammenfassung:</p>
<ul>
<li>Eine allseits anerkannte und in sich widerspruchsfreie Definition von Netzneutralität existiert nicht.</li>
<li>Es handelt sich um eine Scheindiskussion, zu der es keinen aktuellen Bedarf gibt, und die höchstens von den tatsächlichen Zielen ablenkt.</li>
<li>Freiheit und Internet sind eng verknüpft. Zur Freiheit gehört auch weitestgehende Markttransparenz. Ein transparenter Markt funktioniert meistens und muß nicht reguliert werden.</li>
</ul>
<p>Nun wurde aus der Diskussion um die Netzneutralität ein <a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/036/1703688.pdf" target="_blank">Antrag der Grünen</a>: <span id="more-3475"></span></p>
<blockquote><p>Der Bundestag wolle beschließen:</p>
<p>I.  Der Deutsche Bundestag stellt fest:</p>
<p>Die grundsätzliche Gleichbehandlung aller  Datenpakete bei  der  Übertragung im Internet  gewährt  allen Bürgerinnen und Bürgern Internetzugang auf  Basis der gleichen technologischen Grundlage. Dieses Umfeld einer neutralen Datenübermittlung  „von  Ende  zu  Ende“  hat  den  gesellschaftlichen  und  ökonomischen Erfolg des Internets überhaupt  erst  möglich gemacht.  Die so entstandene Architektur des Internets beruht  auf der gleichberechtigten und diskriminierungsfreien Übertragung von Datenpaketen,  die erst  am Zielrechner  einer Ende-zu-Ende-Verbindung wieder zusammengefügt  werden.  Praktizierte Netzneutralität  ist  auf diese Art  und Weise zur Bedingung für den freien Transport von Daten und Informationen geworden. Datenpakete sollen auch in Zukunft  grundsätzlich gleichberechtigt  übermittelt werden.</p></blockquote>
<p>&#8220;Auch in Zukunft&#8221;? Das gilt ja nicht einmal für die Vergangenheit.</p>
<blockquote><p>Nutzerinnen und Nutzer haben das Recht  auf einen diskriminierungsfreien  Internetzugang,  der  sie  Inhalte  ihrer  Wahl  senden  und  empfangen, Dienste und Anwendungen sowie Hard- und Software ihrer Wahl  nutzen lässt. Internetprovidern kommt  dabei  die Rolle eines neutralen Mittlers zu,  der nicht in die Kommunikationen seiner Nutzerinnen und Nutzer eingreifen darf.</p></blockquote>
<p>Vielleicht denken die Antragsteller hier an die unsägliche Stoppschilddebatte. Ein klarer Verstoß gegen alle mir bekannten Definitionen der Netzneutralität. Bravo! Volle Zustimmung. Vor lauter Euphorie merken die Befürworter aber nicht, daß es eine Menge Nutzer gibt, die eben nicht die Inhalte ihrer Wahl senden und empfangen sollten. Spammer. Hacker. Sonstige Onlineangreifer. Wenn der Provider einen Nutzer gegen Viren oder Spam  schützt, wird ein anderer Nutzer am Senden gehindert. Handelt es sich beim &#8220;Empfang von Inhalten&#8221; um Datendiebstahl, ist der Antrag eindeutig überzogen.</p>
<blockquote><p>Eine Einflussnahme auf Verfügbarkeit,  Priorisierung oder Bandbreite weitergeleiteter  Daten darf  sich nicht  nach den Inhalten der  Datenpakete oder  der  Art  der Anwendungen richten.  Der Weg eines Datenpakets durch das Internet  darf nur aufgrund seiner  Zieladresse  beeinflusst  werden,  nicht  aber  aufgrund seines Inhalts oder seiner Absenderadresse.</p></blockquote>
<p>Siehe oben. In dieser Allgemeinheit ist es leider technischer Unsinn.</p>
<blockquote><p>Netzwerkmanagement für Internetprovider kann auch bei  dauerhafter Gewährleistung der Netzneutralität  betrieben werden.  Es darf jedoch allein der Qualitätssicherung dienen und keine  Nutzerinnen,  Nutzer,  Applikationenanbieter, Dienste,  Geräte,  Anschlüsse  und Regionen benachteiligen.</p></blockquote>
<p>Vermutlich gibt es wirklich wenig Applikationsanbieterinnen. Wäre mir nicht aufgefallen, würde hier nicht penetrant von Nutzerinnen und Nutzern gesprochen. Freie Netzbewohner sind sowieso keine <em>Nutzer</em>, sie nennen sich lieber <em>Netizens</em>.</p>
<p>Was wohl dahinter steckt, daß <em>Regionen </em>nicht benachteiligt werden dürften? Soll das etwa heißen, daß jeder Anbieter gezwungen werden soll, überall zum gleichen Preis zu liefern? Von den Halligen bis zur Zugspitze, Breitband zum gleichen Preis wie in München, Frankfurt oder Berlin? Soll das &#8220;die Wirtschaft&#8221; zahlen (und damit die Nutzer über die Preise) oder wird es gleich aus dem Steueraufkommen finanziert?</p>
<blockquote><p>Maßnahmen der Provider zum Netzwerkmanagement bedürfen der Transparenz gegenüber Nutzerinnen,  Nutzern und Regulatoren.  Eine Überwachung der Inhalte des Datenverkehrs ohne gegebenen Anlass,  z. B.  durch Deep Packet Inspection,  verstößt gegen die Netzneutralität  und das  Fernmeldegeheimnis.  Sie ist  als  massiver Grundrechtseingriff abzulehnen.</p></blockquote>
<p>Weiß jeder, was Deep Packet Inspection ist? Jedes Datenpaket wird analysiert, <em>on the fly</em>, also in Echtzeit. Die Analyse wird natürlich nicht von Menschen vorgenommen, sondern von spezieller Hardware, auf der noch speziellere Software läuft. Nur so fängt man Viren. Verstößt das nun gegen das Fernmeldegeheimnis? Oder nur, wenn es nicht um Viren geht? Das halte ich für gewagt. Genauso gewagt, wie die sprachliche Gleichstellung von Fernmeldegeheimnis und jener abstrakten Netzneutralität.</p>
<blockquote><p>(&#8230;)</p>
<p>II.  Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf,</p>
<p>a)  sich für die dauerhafte Gewährleistung der Netzneutralität durch eine gesetzliche Festschreibung auf europäischer Ebene einzusetzen;</p>
<p>b)  die Netzneutralität  stärker als im bisher vorliegenden Referentenentwurf in den Wortlaut des Telekommunikationsgesetzes zu integrieren;</p>
<p>c)  die Bundesnetzagentur mit der Durchsetzung der Netzneutralität in Deutschland zu beauftragen.</p></blockquote>
<p>Klar. Wir haben es noch nicht mal bei uns zu Konsens gebracht, aber blasen es gleich zum europaweiten Moloch auf. Können wir den Esten, Portugiesen und Österreichern das nicht jeweils selbst überlassen? Endgültig kalt läuft es mir aber über den Rücken, wenn die Bundesnetzagentur in Zukunft mit Leitzordnern voller Fragebögen auf die Provider zukommen wird.</p>
<p>Und dann stellt sich endgültig die Frage, wie das der Netzneutralität dienen soll. Zuerst führen wir Lizenzen ein, wer keine hat, darf kein Internetprovider sein. Ganz im Sinne von Frau von der Leyen, die angesichts der schwer kontrollierbaren mittelständischen Provider einfach definiert hat, daß diese dann eben keine Internetprovider mehr sind. Und nun so ein Antrag von Leuten, die sicher glauben, politisch weit weg von Frau von der Leyen zu sein. Kontrollfreaks, die einen Markt regulieren wollen, den sie ganz offensichtlich nicht verstehen. Dabei glauben sie vermutlich auch noch, der Freiheit zu dienen.</p>
<p class="finish">Traurig.</p>
<p><em>Bildquelle: <a href="http://www.vorwaerts.de/blogs/basisinternet" target="_blank">vorwaerts.de</a></em></p>
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		<title>Kann ich E605 tanken?</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Feb 2011 21:44:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Versetzt man handelsübliches Superbenzin mit zehn Prozent Ethanol, erhält man einen Treibstoff, der &#8220;E10&#8243; genannt wird. E10? Ist Misstrauen angesagt? Zunächst klingt ja alles wie eine gute Idee. Mit E10 werden weniger fossile Brennstoffe benötigt. Und was war wieder schnell Ethanol? Das hieß mal Äthanol, aber Ä10 wäre eine Marketingkatastrophe. Man nennt es auch Alkohol. Was [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-medium wp-image-3356 alignleft" title="Bild 4" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2011/02/Bild-4-300x247.png" alt="" width="300" height="247" />Versetzt man handelsübliches Superbenzin mit zehn Prozent Ethanol, erhält man einen Treibstoff, der &#8220;E10&#8243; genannt wird. E10? Ist Misstrauen angesagt? Zunächst klingt ja alles wie eine gute Idee. Mit E10 werden weniger fossile Brennstoffe benötigt.</p>
<p>Und was war wieder schnell Ethanol? Das hieß mal Äthanol, aber Ä10 wäre eine Marketingkatastrophe. Man nennt es auch Alkohol. Was in dem Zusammenhang gefährlich ist. Man hört soviel von komasaufenden Jugendlichen und allgemein zunehmender Blödheit. Daher ist Sorge zu tragen, daß es nicht Mode wird, direkt aus der Zapfsäule an den Tankstellen zu saugen. &#8220;Hey, Alter, da kann isch noch voll audofahn, is ja nur 10 Prozent oder so&#8221;.</p>
<p>Also, man darf dieses Zeug nicht überall hineinfüllen. <span id="more-3343"></span>Auch nicht in jedes Auto, daher wird gerade überall diskutiert. Die Aktion birgt Risiken, bringt sie auch was? 5 Prozent Ethanol waren es, jetzt sind es 10, also 5 Prozentpunkte mehr. Das heißt, pro 20 Liter Tankinhalt spart die Aktion nun einen Liter Benzin aus fossilen Brennstoffen ein. Brutto, muss man leider hinzufügen, denn der Verbrauch wird leicht ansteigen. Andere Effekte sind bedenklicher. Solange auf dieser Welt Leute verhungern, finde ich es zynisch, aus Essen Benzin zu machen. Auch die Befürchtung, dass für die Treibstoffproduktion gewaltige Flächen Regenwald geopfert werden müssen, macht es nicht besser.</p>
<p>Andererseits ist es manchmal vielleicht wirklich notwendig, Druck auszuüben, um unseren Planeten zu retten. Hier ist die Politik gefordert. Und was die Probleme angeht, das ist alles eine Frage, die man ja klären kann. Zum Beispiel auf den offiziellen <a href="http://www.bmu.de/verkehr/strassenverkehr/e10/doc/46717.php" target="_blank">Webseiten des Bundesumweltministeriums</a>:</p>
<blockquote><p>Stand: 13.01.2011</p>
<h3>Fragen und Antworten zu E10</h3>
<h4>Was ist E10?</h4>
<p>E10 bezeichnet Benzin, das gegenüber dem bisherigen Benzin einen höheren Anteil an Ethanol enthält. &#8220;E&#8221; steht für Ethanol, die Zahl &#8220;10&#8243; gibt an, dass das Benzin bis zu 10 % Ethanol enthalten kann. Bisher betrug der Ethanolanteil im Benzin bis zu 5 %. Bei dem im Benzin enthaltenen Ethanol handelt es sich um den Biokraftstoff Bioethanol. Dieser Biokraftstoff wird aus Pflanzen gewonnen, die umweltverträglich angebaut werden.</p></blockquote>
<p>Aha! Der Regenwald bleibt geschont. Und es ist Biokraftstoff, also ist alles in bester Ordnung. Als echter Wutbürger machen mich diese Formulierungen sehr misstrauisch, also lese ich genauer nach, in der <a href="http://bundesrecht.juris.de/biokraft-nachv/BJNR318200009.html#BJNR318200009BJNG000200000" target="_blank">Bio­kraft­stoff-Nach­haltig­keits­ver­ord­nung</a>, über die Ministerium zusammenfassend schreibt:</p>
<blockquote>
<h3>Strom und Kraftstoff aus Biomasse müssen nachhaltig erzeugt sein</h3>
<p><strong>Ab 1. Juli 2010 muss die Nachhaltigkeit von Biokraftstoffen und zur Stromerzeugung eingesetzten Pflanzenölen nachgewiesen werden.</strong></p>
<p>Um auch in Zukunft in vollem Umfang von den gesetzlichen Förderregelungen für die Biomassenutzung im Strom- und Kraftstoffsektor profitieren zu können, müssen Pflanzenöle und Biokraftstoffe im Vergleich zu fossilen Energieträgern ab dem Jahr 2010 mindestens 35 Prozent weniger Treibhausgase freisetzen, und die erforderliche Biomasse darf nicht auf Flächen mit hohem Naturschutzwert, wie etwa Regenwäldern oder Feuchtgebieten, angebaut worden sein. Zwei Verordnungen, die Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung  (BioSt-NachV) und die Biokraftstoff Nachhaltigkeitsverordnung  (Biokraft-NachV), setzen diese Nachhaltigkeitsanforderungen der  Erneuerbare-Energien-Richtlinie 2009/28/EG vom 23. April 2009 in deutsches Recht um.</p></blockquote>
<p>Man kann, wenn man will, den gesamten Text so zusammenfassen: Der Rohstoff für das Ethanol muss auf Flächen angebaut werden, die weder Wald, noch Gewässer, Weiden, Brachland oder Moore sind. Nachdem in Wüsten nichts wächst, bleibt nur noch Ackerland. Zumindest gelingt es mit dieser Verordnung also, den Regenwald zu schonen, aber es bleibt dabei: Wir verfeuern Essen. Und bei E10 wird es nicht bleiben, es werden mehr Nahrungsmittel der Mobilität geopfert werden. Und wofür?</p>
<p>Derzeit sind wir gerade dabei, damit <em> mindestens 35 Prozent weniger Treibhausgase freizusetzen</em> im Vergleich zu fossilen Energieträgern. 35? Nachwachsende Rohstoffe stoßen per definitionem kein CO2 aus, das kommt also aus der Düngung, Transporten und landwirtschaftlichem Treibstoffverbrauch sowie der eigentlichen Produktion des Ethanol.</p>
<p>Und nun die Ernüchterung: Was sparen wir denn nun? Laut ADAC Motorwelt führt E10 gegenüber E5 zu einem Mehrverbrauch von 1,5%, aber 5% des Gesamtverbrauchs wiederum setzen 35% weniger CO2 frei. Einfach ausrechnen, das kann ich nicht im Kopf:</p>
<p>Aus x wird 1,015 * (0,95 + 0,05 * 0,35) * x = 1,015 * 0,9825 * x = 0,9972375 x. Die Ersparnis beträgt also rund 2,76 Promille. Würde man sich darauf konzentrieren, den Durchschnittsverbrauch in Deutschland um 1 Prozent zu senken, wäre das Ergebnis viermal besser. Mit der ganzen Aktion sparen wir also pro Kilo nun deutlich weniger als drei Gramm CO2 ein. Ich will nicht unfair sein, aber das ist bestenfalls ein Bausteinchen, es sollte schon mehr erreicht werden in Zukunft. Die drei Gramm Ersparnis werden locker aufgewogen von den nun gewissensberuhigten Autofahrern, die ja sowieso nur noch bio tanken, kann man ja den SUV behalten &#8230;</p>
<p>Ein Gutes hat die Sache trotzdem. Es gibt nämlich noch einen Namen für Ethanol: Spiritus. Und das bedeutet, dass wir mit riesigem bürokratischen Aufwand wenigstens eine sprachliche Ungenauigkeit beseitigen:</p>
<p class="finish">Wir haben nun 5% mehr das Recht, von <em>Sprit</em> zu reden.</p>
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		<title>Kernkraft ist relativ sicher</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2010/11/09/kernkraft-ist-relativ-sicher/</link>
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		<pubDate>Tue, 09 Nov 2010 13:05:21 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Heute ging ein Raunen durch das Netz: Die Atomlobby-Website www.kernenergie.de wurde gehackt. Keine Sorge &#8211; hier lassen sich keine Atomkraftwerke fernsteuern oder Brennelemente in die heimische Atombombenproduktion im Keller umlenken. Nein, aber die lächerliche Behauptung, man könne etwas ganz sicher machen, wird einer gewissen Belastungsprobe unterzogen. Wenn mir Physiker erklären würden, daß man alte, ausgebrannte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute ging ein Raunen durch das Netz: Die Atomlobby-Website <a href="http://www.kernenergie.de" target="_blank">www.kernenergie.de</a> wurde gehackt. Keine Sorge &#8211; hier lassen sich keine Atomkraftwerke fernsteuern oder Brennelemente in die heimische Atombombenproduktion im Keller umlenken. Nein, aber die lächerliche Behauptung, man könne etwas <em>ganz sicher</em> machen, wird einer gewissen Belastungsprobe unterzogen.</p>
<p>Wenn mir Physiker erklären würden, daß man alte, ausgebrannte Brennstäbe, die ja immerhin noch Wärme abgeben, kostendeckend im Fernwärmenetz einsetzen kann, dann würde ich fasziniert zuhören. Das wäre keine Lösung für die nächsten 10.000 Jahre, aber dennoch nicht gleich wieder eine Altlast für die kommenden Generationen. Äußert sich aber ein alerter Marketingspezialist oder eine PR-Agentur, dann beruhigt mich das kein bisschen.</p>
<p>Nun ja, daß Technik wirklich selten dauerhaft sicher ist, kann man in Gutachten zu Gorleben lesen. Oder in Untersuchungen zu Asse. Oder, viel unterhaltsamer, in unfreiwilligen Gegenbeweisen. So sah heute die Seite www.kernenergie.de aus:</p>
<p><span id="more-2933"></span><br />
<img class="aligncenter size-full wp-image-2934" title="kernenergie-hack" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/11/kernenergie-hack.jpg" alt="" width="600" height="363" /></p>
<p>Kaum war die Nachricht im Netz, brach der Server leider zusammen. Ich danke dem Team von <a href="http://www.onlinekosten.de/news/artikel/41414/0/Castor-Protest-Hacker-knacken-kernenergie-de" target="_blank">onlinekosten.de</a>, die geistesgegenwärtig diesen Screenshot gemacht haben.</p>
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		<title>IT-Girls und der elektronische Personalausweis</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Sep 2010 11:23:25 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Was ein It-Girl ist, wußte ich lange nicht. Das Wort war mir einfach nicht über den Weg gelaufen, von allfälligen echten It-Girls ganz abgesehen. Natürlich wußte ich auch nicht, daß sie keine Kupplungen unter der Achsel haben (cludges), sondern merkwürdige Lederröhren ohne Henkel (clutches). Aber vermutlich sind diese Taschen auch schon wieder mega-out. Als ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/09/399px-Thomas_de_Maiziere_Dresden_crop.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-2758" title="399px-Thomas_de_Maiziere_Dresden_(crop)" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/09/399px-Thomas_de_Maiziere_Dresden_crop-199x300.jpg" alt="" width="199" height="300" /></a>Was ein It-Girl ist, wußte ich lange nicht. Das Wort war mir einfach nicht über den Weg gelaufen, von allfälligen echten It-Girls ganz abgesehen. Natürlich wußte ich auch nicht, daß sie keine Kupplungen unter der Achsel haben (<em>cludges</em>), sondern merkwürdige Lederröhren ohne Henkel (<em>clutches</em>). Aber vermutlich sind diese Taschen auch schon wieder mega-out. Als ich das alles lernte, war mir intuitiv auch klar, daß IT-Girls keineswegs Programmierinnen sind oder einfach Mädels, die mit einem Computer was ernsthaftes anzufangen wissen. So kann man sich irren.</p>
<p>Neues Thema: Der Computer Chaos Club hat <a href="http://www.ccc.de/de/updates/2010/sicherheitsprobleme-bei-suisseid-und-epa" target="_blank">vorgeführt</a>, daß der neue elektronische Personalausweis wohl doch nicht so sicher ist, wie uns die Regierung glauben machen will. Besonders alarmierend ist wohl die Möglichkeit, eine fälschungssichere Unterschrift zu fälschen. Ich möchte niemandem erklären müssen, daß ich etwas, was &#8220;ich&#8221; bestellt habe, nicht abnehmen werde.</p>
<p>Das verärgert unseren Innenminister, klar. <span id="more-2750"></span>Und, wie so oft, bekommen den Ärger die Leute vom CCC ab, nicht die Experten, deren &#8220;sichere&#8221; Lösung nun das Ziel wohl leicht verfehlt. Es ist auch kein Vergnügen, eine sichere Lösung bauen zu sollen, die von Millionen von Leuten ernsthaft getestet werden wird. Die richtige Antwort wäre gewesen &#8220;Ooops. Danke für den Hinweis, wir schauen, wie wir den Fehler ausbügeln&#8221;. In der Tagesschau kam eine andere Antwort, da sagte unser selbsternannter IT-Minister:</p>
<blockquote><p>Irgendwelche Hacker mögen immer irgendwas hacken können, aber, die Zuverlässigkeit und Sicherheit des neuen Personalausweises steht nicht in Frage</p></blockquote>
<p>Das sehe ich auch so: Ob der neue elektronische Personalausweis ePA sicher ist, ist eben keine Frage mehr. Und wenn das dem IT-Minister nicht wirklich klar wird, dann frage ich mich, ob ich nicht schon wieder etwas verpaßt habe. Ich weiß wohl nicht, was ein IT-Minister ist.</p>
<p class="finish">Genau wie bei den IT-Girls.</p>
<p><em>Bildquelle: Wikipedia, Photo von Tobias Krecht</em></p>
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		<title>Die vier größten Feinde der Deutschen Bahn</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Jul 2010 09:45:14 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Das neueste Produkt der Bahn kommt bei den Bürgern nicht wirklich an, insbesondere, weil man es nicht abstellen kann. In 10 Prozent aller Züge wurde neulich kostenlos die Sauna mitgeliefert. Nun ist Sauna nicht jedermanns Sache, aber eine Sauna funktioniert in jedem Fall nur, wenn man selber jederzeit rauskann und dann in herrlich kaltes Wasser [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/07/DBhot.png"><img class="size-full wp-image-2569 alignleft" title="DBhot" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/07/DBhot.png" alt="" width="300" height="215" /></a>Das neueste Produkt der Bahn kommt bei den Bürgern nicht wirklich an, insbesondere, weil man es nicht abstellen kann. In 10 Prozent aller Züge wurde neulich kostenlos die Sauna mitgeliefert.</p>
<p>Nun ist Sauna nicht jedermanns Sache, aber eine Sauna funktioniert in jedem Fall nur, wenn man selber jederzeit rauskann und dann in herrlich kaltes Wasser springt. Hier versagte das Bahnprodukt. Obwohl der Zug stand, konnte man die Türen der unfreiwiligen Sauna nicht öffnen. Und so kollabierten ein paar Schüler bei 50 Grad und hermetisch verschlossenen Fenstern.</p>
<p>Nun, verschlossen heißt nicht, daß man es nicht aufmachen kann.<span id="more-2564"></span> Dazu hängt an diversen Stellen ein &#8220;Nothammer&#8221;, ein kleines spitzes rotes Ding. Seit ich die kenne, das heißt, seit ich ein kleiner Bub war, juckt es mich in den Fingern, die mal zu benutzen. Leider oder gottseidank kam es nie dazu. Nun also im ICE, Modell &#8220;Bratröhre&#8221;, war es soweit. Eine Frau, die angesichts der Atemnot ihres kleinen Kindes endgültig beschlossen hatte, daß etwas geschehen müsse, testete den Nothammer. Dabei stelle sich heraus, daß man damit die Scheibe zwar beschädigen kann, aber nicht einschlagen. Nicht einmal frische Luft sollte durch die Mikrorisse strömen &#8211; da möchte ich nicht erleben, daß so ein Wagen mal Feuer fängt.</p>
<p>Und jetzt die offiziellen Reaktionen der Bahn. Es sei heißer als 32 Grad, und dafür sei die Klimaanlage nicht ausgelegt. Man traut seinen Ohren nicht. Ja, selten ist es bei uns heißer als 32 Grad. Was aber folgt daraus? Daß man keine Klimaanlage braucht, wenn es heißer wird? Sicher nicht &#8211; höchstens, daß die Betriebserlaubnis des Zugs erlischt. Dann darf die Bahn halt nicht mehr fahren, wenn es heißer ist. Selten habe ich ein so dämliches und zynisches Argument gehört.</p>
<p>Aber das war nicht das einzige, was schlimm war. Der Zug stand ja &#8211; nur die Türen wurden nicht freigegeben. Hinter dieser Formulierung steckt alles, was man zur Empörung braucht: Man kann also die Türen nicht mehr aufmachen, wenn nicht ein Mensch dieses Privileg erteilt. Das selbe Bild wie beim Fenster &#8211; kein Notausstieg mehr, nur noch ein verschlossenes Behältnis zum erwerbsmäßigen Transport von Kunden.</p>
<p>Immerhin 10 Prozent aller ICE waren betroffen und viele Menschen hatten das Gefühl, verdursten zu müssen. Was ja schon wieder zeigt, wie schön das Bahnreisen geworden ist: Es waren nicht genug Getränke an Bord genommen worden. Das heißt, es gab nichts mehr. Früher hätte man am Bahnhof bei einem Zwischenstopp einfach was kaltes gekauft, oder, noch besser, ans Fenster gebracht bekommen. Aber das geht aus zwei Gründen nicht: Verkauf an Reisende ist ein Monopol und hat es nicht mehr nötig, mit Serviceideen um Kunden zu werben und durchs Fenster geht nicht &#8211; aber das hatten wir schon, da hilft ja nicht mal der Nothammer, wie soll man da kaltes Wasser oder Cola durch die Scheibe kriegen.</p>
<p>Natürlich hat sich die Bahn zu einer wachsweichen Entschuldigung bequemt. Wer die Sauna überlebt hat, bekommt den halben Reisepreis zurück, natürlich nicht in bar und nur bei gleichzeitigem Verzicht auf weitergehende Forderungen. Ich könnte mir vorstellen, daß ich den Schadensersatz höher sähe und angesichts einer im Raum stehenden Körperverletzung (Fahrlässig? Grob fahrlässig? Vorsätzlich(!)?)  ließe ich mich nicht mit einem Reisegutschein abspeisen. Vielleicht hätte ich ja keine Lust mehr auf Bahnreisen? Besserung ist nicht in Sicht, wie man der Emailadresse entnehmen kann. Die Bahn kann nichts dafür und daher soll man seine Regressforderungen richten an: hitzewelle@deutschebahn.com.</p>
<p>Man ist sprachlos angesichts dieses Zynismus. Die Bahn fühlt sich völlig unschuldig &#8211; verantwortlich ist die böse globale Erwärmung, die ja von der Bahn bekämpft wird. Alles in Butter. Im Winter fielen übrigens auch viele Züge aus und Türen klemmten, Reisende waren eingeschlossen und sind mangels funktionierender Heizung beinahe erfroren, daran erinnert sich nur niemand mehr. Der Grund damals: Die Kälte. Und daher wissen wir, woher das alte Sprichwort kommt: Was sind die vier größten Feinde der Deutschen Bahn?</p>
<p class="finish">Frühling, Sommer, Herbst und Winter.</p>
<p><em>Bildquelle: &#8220;DB-Logo in Wüstenoptik&#8221;, Autor: SvB. Mit dem hübschen Mac-Programm Image Tricks von der Firma BeLight Software selbst erstellt. Zur freien Verwendung, Quellenangabe wäre nett, aber nicht Bedingung.</em></p>
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		<title>Störer wie Frau Lüneburch</title>
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		<pubDate>Sat, 22 May 2010 20:22:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Neulich haben wir uns ja Gedanken über Frau Lüneburch gemacht. Sie ist eine potentielle Störerin, weil sie weder willens noch in der Lage ist, ihr WLAN zu sichern. Vor mißbräuchlicher Nutzung. Aber ganz stimmt es ja nicht: Sie betreibt doch gar kein offenes WLAN. Nur ein ziemlich unsicheres. Und irgendwo verläuft hier noch eine feine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/05/bgh.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-2361" title="bgh" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/05/bgh-300x192.jpg" alt="" width="300" height="192" /></a><a href="http://www.svb.bayern.net/2010/05/18/frau-luneburch-und-der-bgh/">Neulich</a> haben wir uns ja Gedanken über Frau Lüneburch gemacht. Sie ist eine potentielle Störerin, weil sie weder willens noch in der Lage ist, ihr WLAN zu sichern. Vor mißbräuchlicher Nutzung. Aber ganz stimmt es ja nicht: Sie betreibt doch gar kein <em>offenes </em>WLAN. Nur ein ziemlich unsicheres. Und irgendwo verläuft hier noch eine feine Grenze.</p>
<p>Seit letztem Jahr wissen wir von der Leyenspieltheatertruppe (Stichwort &#8220;<a href="http://www.svb.bayern.net/tag/zensursula&amp;order=asc/" target="_blank">Zensursula</a>&#8220;), daß es nur darum geht, irgendwas zu tun. Ob es sinnvoll ist, spielt eine untergeordnete Rolle. Also besser ein unsicheres Passwort als keines. Gut, hier stimmt es sogar, auch wenn es ein bisserl klingt wie &#8220;lieber fast totgeschlagen als ganz totgeschlagen&#8221;.</p>
<p>Aber es geht ja nicht um Mord und Totschlag. <span id="more-2332"></span>Es darf auch nicht um offen oder gesichert gehen, sondern nur darum, ob geeignete und zumutbare Maßnahmen getroffen werden. Und um die Folgen, was denn passieren muß, wenn diese Maßnahmen unterblieben waren. So gesehen ist es für Frau Lüneburch noch nicht vorbei.</p>
<h3>Das böse, böse Netz</h3>
<p>Das Internet ist ja auch un-heim-lich gefährlich. Sprengstoff und Schußwaffen darf man ja auch nicht einfach rumliegen lassen. Auch Autos nicht. Das klingt sinnvoll. Wer sein Auto unversperrt abstellt, muß damit rechnen, daß spielende Kinder beispielsweise damit Unfug treiben und sich und andere gefährden. Es müssen nicht Kinder sein. Was immer jemand mit meinem Auto anstellt, weil ich es nicht gesichert habe, muß ich mir möglicherweise auch vorwerfen lassen. Ist mir übrigens wirklich passiert. Mein Auto stand am Strassenrand und war nicht abgesperrt. Kinder haben sich reingesetzt und mit dem Fernlicht rumgespielt, das geht bei Peugots Baujahr 1968 auch bei ausgeschalteter Zündung. Das hat mich damals durchaus spürbare 20 Märker gekostet. Ich fühlte mich dennoch ungerecht behandelt, denn mein Auto war ein Cabrio und man konnte den Stift in der Tür einfach rausziehen, aber wenigstens habe ich damals für übersichtliches Geld eine Einführung in Gefährdungshaftung bekommen (und in die gelegentliche Sturschädeligkeit der Polizei).</p>
<h3>Zurück zum Thema</h3>
<p>Aber zurück aus dem rechtsfreien Raum des Straßenverkehrs in die wohlgeordneten Bahnen des Internet. Das Urteil des BGH (<a href="http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&amp;Art=pm&amp;sid=dab2d272b10b2cd547bd5848c2622a12&amp;nr=51934&amp;pos=0&amp;anz=3" target="_blank">Nr. 101/2010</a>) klingt salomonisch, aber es klärt die Frage nicht wirklich. Wenn man kein offenes WLAN betreiben darf, da dann ungehindert und unkontrolliert Dritte ein Netz mitbenutzen könnten, dann darf man auch kein schlecht gesichertes WLAN betreiben. Oder gar ein Netz anderen freiwillig zur Verfügung stellen. Ich denke an Internetcafés, an Starbucks und Konsorten, an prepaid SIM-Karten. Alle liefern ihren Nutzern eben diesen ungehinderten und unkontrollierten Zugang.</p>
<p>Oder man denkt doch wieder pragmatisch. Tatbeständen, die zwar eingeschätzt aber nicht beherrscht werden können, begegnet man am besten mit Augenmaß. Frau Lüneburch hat doch recht. Wer würde denn illegale Downloads im Gebüsch hinter einer Pension starten oder im Internetcafé? Viel zu umständlich. Wozu gibt es Anonymisierungsdienste? Das gilt auch für Leute, die böse Leserbriefe anonym über das Internet absetzen wollen. Sowas kann man alternativ sogar einfach per Post schicken. Anonym. Es kommt auch niemand auf die Idee, an den Briefkasten einen Menschen zu stellen, der von allen, die etwas einwerfen wollen,</p>
<p class="finish">die Ausweise registriert.</p>
<p><em>Bildquelle: www.bundesgerichtshof.de</em></p>
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		<item>
		<title>Frau Lüneburch und der BGH</title>
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		<pubDate>Mon, 17 May 2010 22:53:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Frau Lüneburch ist eine ganz Nette. Und eine Unerschrockene. Und sie heißt natürlich nicht so, aber sie braucht für diese Geschichte einen Namen. Wir haben bei ihr gewohnt, nette Pension. Ob sie denn WLAN hätte? &#8220;Ja&#8221; strahlte sie. Login: Gast. Passwort: Lüneburch. Oh mein Gott. Das kann nicht gehen, der Mac mag keine Umlaute bei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/05/33570476196estate.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-2323" title="33570476196estate" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/05/33570476196estate-300x233.jpg" alt="" width="300" height="233" /></a>Frau Lüneburch ist eine ganz Nette. Und eine Unerschrockene. Und sie heißt natürlich nicht so, aber sie braucht für diese Geschichte einen Namen. Wir haben bei ihr gewohnt, nette Pension. Ob sie denn WLAN hätte? &#8220;Ja&#8221; strahlte sie. Login: Gast. Passwort: Lüneburch.</p>
<p>Oh mein Gott. Das kann nicht gehen, der Mac mag keine Umlaute bei Passwörtern und überhaupt, anderer Zeichensatz. Ganz abgesehen davon, daß sich die ISO27001-gestählte Seele schüttelt: Was für ein schlechtes Passwort. Ob sie das vielleicht ändern könnte? Frau Lüneburch strahlt immer noch. Klar könne sie das ändern. Das heißt, sie selbst könne das natürlich nicht. Das sei damals von diesem netten Jungen eingerichtet worden. <span id="more-2309"></span>Aus Hamburg. Ein Schüler, aber so ein schlauer, der habe das alles gemacht. Sohn einer Familie, die hier mal abgestiegen ist. Sie hat noch seine Telephonnummer, irgendwo. &#8220;Wo hab ich die denn nur? Ach Gottchen, ganz tüdelich wird man&#8221;.</p>
<h3>Alles eine Sache des Willens</h3>
<p>Aber ich bin der einzige Gast, der in der netten Pension wohnt und online sein will. Alle anderen sind den ganzen Tag auf der Piste, kein Wunder, es ist Skisaison und die Geschichte ist schon ein paar Monate her. Frau Lüneburch lebt außerhalb ihres natürlichen Habitats, wir sind in Oberbayern, aber das tut nichts zur Sache. Also kein Administratorpasswort für den WLAN-Router. Befragt, was der Router alles steuere, sagt sie, nur das Internet. Ob sie dem Hamburger Knaben damals irgendwas erläutern mußte? Ob sie mehrere Accounts hätte? Nein &#8230;</p>
<p>Also gut, wird schon schiefgehen. Brutalmethode. &#8220;Factory settings&#8221;, alles überbügeln, Standardpasswort. Ich richte acht Accounts ein. Acht Zimmer sind es. z1 bis z8. Und einen Knopf, mit dem man schöne neue Passwörter setzen kann, wenn ein Gast einen Account verwendet hat.</p>
<h3>Herrjeh, wie kompliziert!</h3>
<p>Och, sagt sie, och, &#8220;Login: Gast&#8221; gefällt ihr besser. Hmm, sage ich, dann wissen Sie aber nicht, welcher Gast online ist. Das will sie auch nicht. &#8220;Das Internet kostet nichts. Damit tue ich nur was, damit sich meine Gäste wohlfühlen. Ich will damit nichts zu tun haben&#8221;. Nein, nein, &#8220;gast&#8221; und &#8220;lüneburch&#8221; muss es wieder sein. Von mir aus &#8220;lueneburch&#8221;. Ich schlage vor, wenigstens sowas wie &#8220;CeceCade&#8221; zu nehmen. Kann man sich schön merken, ceterum censeo Carthaginem delendam (esse). immer die ersten zwei Buchstaben. Oder irgendwas anderes, was man sich halt merken kann und was ein Hack-Programm nicht nach 10 Sekunden raushat. Es wird dann doch &#8220;lueneburch&#8221;. Von mir aus. Was soll schon passieren. Wenigstens ein Administratorpasswort durfte ich setzen, das mir nicht so gegen die Berufsehre ging. Schön in einen Umschlag gepackt, und ab damit in den Tresor. Die Kombination weiss sie aus dem Kopf.</p>
<h3>Happy End?</h3>
<p>Wunderbar, ich bekam meine Mail, Frau Lüneburch hatte eine weitere Telephonnummer eines Experten, den sie doch nie anrufen würde. Und alles lief.</p>
<p>Nun hat der BGH entschieden: Ein WLAN-Betreiber haftet für seine Nutzer. Auch für seine unbefugten Nutzer. Also bei unbefugtem Unfug. Nicht so mit Haut und Haaren und Privatvermögen, wie es sich die Musikindustrie gewünscht hätte, aber er haftet. Schadensersatz muß er nicht leisten, aber eine Abmahnung muss er hinnehmen. Das klingt salomonisch. Die &#8220;Höchststrafe&#8221; beträgt also 100 Euro. Ganz egal darf es dem Betreiber nicht sein. Aber viel passieren kann auch nicht.</p>
<p>Das klingt pragmatisch, wird das Problem aber nie lösen. Die kennen Frau Lüneburch nicht. Die kann ihr WLAN nur abschaffen, um es sicher zu machen. &#8220;Und überhaupt, meine Gäste tun so was nich&#8221;.</p>
<p class="finish">Womit sie vermutlich auch wieder recht hat.</p>
<p>(Fortsetzung folgt)</p>
<p>Bildquelle: <a href="http://www.pensionalpenrose.info/index.php" target="_blank">Pension Alpenrose</a> &#8211; die haben auch WLAN, aber mit der Geschichte nichts zu tun.</p>
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		<title>Das Ende des Browserkriegs</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Mar 2010 17:47:58 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Netzwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute morgen wurde ich durch eine Radiomeldung verblüfft. Auf Bayern 5 war zu hören, der Browserkrieg sei nun beendet. Das war ein bißchen dick aufgetragen, was für ein Krieg? Der Krieg ist doch längst vorbei. Ein historischer Beitrag? Mitnichten. Es gab tatsächlich immer noch Diskussionen über den Browser, dessen Wahl Microsoft eben dem Anwender überlassen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/03/people-mitchell-baker.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-2190" title="people-mitchell-baker" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/03/people-mitchell-baker-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a>Heute morgen wurde ich durch eine Radiomeldung verblüfft. Auf <a href="http://www.br-online.de/b5aktuell/browser-microsoft-firefox-ID1268810143519.xml" target="_blank">Bayern 5 war zu hören</a>, der Browserkrieg sei nun beendet. Das war ein bißchen dick aufgetragen, was für ein Krieg? Der Krieg ist doch längst vorbei. Ein historischer Beitrag? Mitnichten. Es gab tatsächlich immer noch Diskussionen über den Browser, dessen Wahl Microsoft eben dem Anwender überlassen muß.</p>
<p>Wie war das noch mal? Microsoft hatte irgendwann einmal keinen Browser im Angebot. Mitte der Neunziger. Das machte einen Marktanteil von 0%, leicht zu rechnen. Aber das ist lange her. Bill Gates mußte einsehen, einen Fehler gemacht zu haben, eine Entwicklung schlicht verschlafen zu haben. Der flugs nachgelegte Internet Explorer (&#8220;IE&#8221;) sollte das bereinigen.<span id="more-2189"></span> Aber der Zug war abgefahren. Nur drei Prozent Marktanteil konnte der IE im ersten Jahr erobern. Marktbeherrschend war damals Netscape, die kommerzielle Weiterentwicklung des ersten brauchbaren Browsers &#8220;Mosaic&#8221;. Die Software sagte über sich selbst</p>
<p style="text-align: center;">Remember, it is spelled N-E-T-S-C-A-P-E, but it&#8217;s pronounced <em>Mozilla</em></p>
<p>Und es gab eine geheime Kommandofolge, nach deren Eingabe das Netscape-Logo verschwand zugunsten eines niedlichen Drachens, der sogar Feuer spuckte. Mozilla eben. Wie die Sache weiterging, ist heute Geschichte. Microsoft nutzte einfach seine Marktmacht als Betriebssystemhersteller und lieferte den Internet Explorer kostenlos bei jedem Betriebssystem mit. Wer den IE löschte, konnte auf einmal auf diverse Funktionen von Windows nicht mehr zugreifen. Zusätzlich begann man, &#8220;Erweiterungen&#8221; in HTML einzubauen, damit es Dinge gäbe, die man nur im IE anschauen könnte und nicht in Netscape. Das gleiche tat übrigens auch Netscape, was nicht minder ärgerlich war, denn all das machte die Arbeit einer Webagentur nur sinnlos schwieriger. Mit steigendem Marktanteil mußte man immer häufiger lesen</p>
<p style="text-align: center;">Pages best viewed with Internet Explorer</p>
<p><img class="alignright size-thumbnail wp-image-2194" title="firefox-eating-ie" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/03/firefox-eating-ie-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" />Ärgerlich, zumal es für mein Equipment den IE gar nicht gab. Und gleichzeitig häuften sich die Sicherheitsvorfälle, die es lange nicht ratsam scheinen ließen, den IE einzusetzen. Und dennoch, das Blatt wendete sich. Nach drei Jahren war Netscape de facto vom Markt verschwunden. Aber der Code blieb, inzwischen längst der Öffentlichkeit übergeben. Und mit freier Software holte die Mozilla Foundation schnell wieder auf. So kam Firefox in die Welt und lehrte den inzwischen unbeweglichen und statischen Explorer das Fürchten. Und obwohl man diese Software erst herunterladen und installieren mußte, während auf Windowssystemen der IE bereits installiert war, eroberte Firefox Prozentpunkt für Prozentpunkt den Markt zurück.</p>
<p>Dennoch konnten sich viele Menschen nicht versöhnen mit der Situation. Microsoft ist nicht zimperlich, seine Marktmacht zu verteidigen. Wenn der Wettbewerb nicht von selbst passiert, fühlt sich die Politik gerufen. Jeder dürfte die Antimonopolverfahren gegen Microsoft mitbekommen haben. Dabei war der Krieg durchaus mal mehr ernstzunehmen, aber heute geht es doch längst nicht mehr um den Browser. Microsoft hat heute ganz andere Probleme. Linux zum Beispiel. Oder Google, das Microsoft auf dessen ureigenem Stammgebiet angreift, Betriebssysteme, Office-Software und Browser, und das zeitgleich immun ist gegen den Angriff von Microsoft auf den Suchmaschinenmarkt.</p>
<p>Zumindest hier tut mir Microsoft schon fast leid. Mit einem hohen Browsermarktanteil könnte Microsoft seine Suchmaschine pushen. So wie Firefox standardmäßig Google fragt, so könnte der IE die BING-Anfragen erhöhen. Nein, jetzt hat sich die EU in diesem uralten Streit durchgesetzt und Microsoft muß vor dem ersten Browserstart scheinheilig fragen, ob man nicht vielleicht einen anderen Browser einsetzen will. In Deutschland seit heute. Und so kam es zu der Meldung, ein Krieg sei zuende.</p>
<p>Ich verwende Safari, ich habe einen Mac. Aber Firefox finde ich nett, nicht zuletzt wegen der Chefin der Mozilla Foundation, Mitchell Baker, die man oben im Bild bewundern kann. Immer, wenn ich sie sehe, frage ich mich, was zuerst war:</p>
<p class="finish">Das Firefox-Logo oder ihre Frisur?</p>
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