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	<description>Die Freiheit der Meinung setzt voraus, daß man eine hat (Heinrich Heine)</description>
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		<title>Internet 3.0 Teil 3</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Aug 2010 19:45:54 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der Damm ist also gebrochen, Verizon und Google haben, wie in Teil 2 gesehen, einen Vertrag geschlossen. Ängstliche Zeitgenossen sehen damit das Ende des freien Internets und fordern, solche Verträge zu verbieten. Die Logik ist brisant: Wenn die Politik für sich in Anspruch nimmt, bestimmte Arten von Internetverkehr per Erlaß verlangsamen zu dürfen, vorgeführt in Frankreich, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-medium wp-image-2702" title="raffael_engel" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/08/raffael_engel-300x239.jpg" alt="" width="300" height="239" />Der Damm ist also gebrochen, Verizon und Google haben, wie in <a href="http://www.svb.bayern.net/2010/08/21/internet-3-0-teil-2/">Teil 2</a> gesehen, einen Vertrag geschlossen. Ängstliche Zeitgenossen sehen damit das Ende des freien Internets und fordern, solche Verträge zu verbieten. Die Logik ist brisant: Wenn die Politik für sich in Anspruch nimmt, bestimmte Arten von Internetverkehr per Erlaß verlangsamen zu dürfen, vorgeführt in Frankreich, dann hat die Politik im Umkehrschluß natürlich auch die Möglichkeit, eine Verlangsamung zu verbieten. Eine Bevorzugung eines bestimmten Anbieters ist nichts anderes als eine vergleichsweise Verlangsamung seiner Wettbewerber.</p>
<p>Ein anderes Argument: <span id="more-2685"></span>Haben die Provider gerade noch für sich die Netzneutralität in Anspruch genommen, also die Verpflichtung, alle Daten ohne Rücksicht auf den Inhalt, absolut gleichberechtigt zu transportieren, können dieselben Anbieter doch nicht kurz darauf ihre moralischen Bedenken einfach einfach hintanstellen, nur aus pekuniären Interessen. Hier handelt es sich allerdings um ein Mißverständnis. Nicht die <em>Inhalte</em> der Datenpakete werden unterschiedlich behandelt, sondern die Pakete selbst. Und die geschieht nicht auf Weisung von Dritten. Vielmehr werden Verträge geschlossen über eben diese Ungleichbehandlung. Verletzt der Provider mit diesem Handeln seine Verträge mit seinen anderen Kunden nicht, könnte man sagen, die ist sein gutes Recht. Kunden, die das nicht wollen, können – und sollen! &#8211; einfach den Provider wechseln. Eine milde Form der Ungleichbehandlung ist heute schon überall zu beobachten. Videokonferenzen und Telephonate werden an einigen Stellen bei Engpässen besser behandelt als Mail oder sonstige auch asynchrion mögliche Kommunikation. Und einige Pakete werden bei Engpässen schlicht fallengelassen. Pingpakete beispielsweise. Merkt keiner, völlig legitim.</p>
<h3>Zweischneidigkeit</h3>
<p>Bleibt die Frage, ob man den Providern solche Verträge verbieten kann. Nun, hier ist ein freies Land. Trotz allem. Was für die Netznutzer gilt, muß auch für die Netzbetreiber gelten, da kann die Verbraucherministerin, Frau Aigner, noch so die ministerialen Augenbrauen hochziehen. Zwar ist nicht alles, was legal ist, ist auch legitim, aber solange ein Markt existiert und solange die Verbraucher wissen, was los ist, sind solche Vereinbarungen nicht zu beanstanden. Das waren allerdings nun ein paar spannende Voraussetzungen.</p>
<p>Die beruhigende Erkenntnis vorab: Die Provider werde solcherlei Dinge nicht im Verborgenen tun können. Spätestens ein paar Tage nach Bekanntwerden unfairer Verträge wird man im Netz genug Aktivisten finden, die unfaire Anbieter brandmarken.</p>
<p>Dem Durchschnittskonsumenten wird das allerdings egal sein, soviel steht fest. Leider. Er verliert nichts, aus seiner Warte zumindest. Im Gegenteil, sein Abschnitt des Netzes wird profitieren: Er kann weiter fernsehen, Google geht schön schnell. Ok, illegale Musikdownloads werden langsamer, aber da wird sich niemand (laut) beschweren können. Der Staat freut sich auch, zumindest die Internetregulierer &#8211; haben doch die Provider &#8220;bewiesen&#8221;, daß die Netzneutralität zumindest aushöhlbar ist.</p>
<h3>Wettbewerb?</h3>
<p>Wenn dann einige wenige Netzbetreiber, die sich selbst dann natürlich &#8220;die wichtigsten Netzbetreiber weltweit&#8221; nennen werden, mit den größten Portalen Verträge abgeschlossen haben, wird es spannend werden. Der Markt ist rauh. Versuche, Wettbewerbern Steine in den Weg zu legen, gibt es seit jeher. Manchmal klappt es, manchmal nicht. Hier in Deutschland hat die Telekom einige unrühmliche Beispiele geliefert. Seit ihrem späten Eintritt in den Internetmarkt, den sie eben noch bekämpft hatte,  hält sich die Telekom gerne nicht an Spielregeln. Dies kann sie, nur aufgrund der schieren Größe als ehemaliger Monopolist. In einem echten Markt käme mit so etwas keiner durch.</p>
<p>Ein Beispiel: Die Telekom besteht darauf, Geld zu bekommen für die Übergabe von Daten, die für sie bzw. ihre Kunden bestimmt sind. Wie das? Nun, im Internet gibt es sogenannte Austauschpunkte, Peering Points. Dort treffen sich die Provider virtuell mit ihren Daten und jeder übergibt an jeden die Daten, die für ihn bestimmt sind. Niemand verlangt Geld dafür, die Daten bis zu diesem Punkt zu bringen und niemand bekommt Geld dafür, Daten entgegenzunehmen. Das wäre ja völlig widersinnig, als ob ich von der Post Geld dafür verlangen würde, daß sie meine Briefe bei mir abliefern darf.</p>
<h3>Unschuldsengel</h3>
<p>Die Telekom macht so etwas mit Unschuldmiene. Als Telephonfirma kennt sie das auch: Für die Entgegennahme eines Telephongesprächs kann der Telephonbetreiber tatsächlich Geld verlangen, das sogenannte Terminierungsentgelt. Aber im Internet gilt das nicht. Hier hat schließlich jeder Endkunde seinen Provider für einen vollwertigen Anschluß bezahlt und alle Provider haben <em>zusammen</em> für die Vollwertigkeit zu sorgen. Anders geht es auch kaum. Niemand sieht einem Datenverkehr an, wer der Anrufer ist und wer der Angerufene. Im einen Fall verschicke ich aktiv Daten, im anderen Fall bin ich vielleicht ein Webserver, den jemand anderes aktiv abfragt. Eine &#8220;Terminierung&#8221; gibt es nicht &#8211; so gesehen ist das Kostenteilungsprinzip sehr sinnvoll.</p>
<p>Hier wird es ähnlich laufen. Über die Datenlaufzeiten wird ein neuer Markt entstehen, dessen Eintrittshürden höher liegen werden. Verizon könnte zum Beispiel Google diese Durchleitungskosten wieder erlassen, wenn Google einfach nur bei Verizon hostet. Und nur Verizon kann dann schnelle Googlezugänge liefern. Unrealistisch? Nun, wenn Verizon oder ein sich noch bildender Verbund 80 Prozent der Netzugänge kontrolliert, kann durchaus jemand auf solche Ideen kommen.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Nennt man garantierte Paketdurchleitzeiten neudeutsch <em>Service Level Agreement</em>, kurz SLA, kann eine Vereinbarung wie zwischen Google und Verizon getroffen nicht nur harmlos, sondern sogar technisch wünschenswert sein. Seit diesem Vertragsabschluß jedoch ist das Internet nicht mehr das, was es mal war. Aber das war es bei näherer Betrachtung noch nie. Trotz unfairster Attacken gab es aber bisher immer noch einen funktionierenden Markt, zumindest bei Langzeitbetrachtung. Sparen wir uns Emotionen und Illusionen &#8211; wo gehobelt wird, fallen Späne und wo Geld verdient wird, wird intrigiert. Jeder kämpft um ein noch größeres Stück Kuchen. Wieso auch nicht?</p>
<p class="finish">Alle denken immer nur an sich, nur ich, ich denk an mich.</p>
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		<title>Internet 3.0 Teil 2</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Aug 2010 19:28:55 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[In Teil 1 haben wir erfahren, daß die Netzbetreiber gerne die Contentprovider zur Kasse bitten würden. Die jedenfalls, die viel Geld verdienen. Gerecht scheint dies nicht, denn ohne die Inhalte im Netz wären vielleicht die Kosten geringer, aber es gäbe schon gar kein Netz. Trotzdem, dies ist ein freies Land (meistens), mit einem funktionierenden Markt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/08/Verizon-Google.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2687" title="Verizon-Google" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/08/Verizon-Google.jpg" alt="" width="240" height="216" /></a>In <a href="http://www.svb.bayern.net/2010/08/19/internet-3-0-teil-1/">Teil 1</a> haben wir erfahren, daß die Netzbetreiber gerne die Contentprovider zur Kasse bitten würden. Die jedenfalls, die viel Geld verdienen. Gerecht scheint dies nicht, denn ohne die Inhalte im Netz wären vielleicht die Kosten geringer, aber es gäbe schon gar kein Netz. Trotzdem, dies ist ein freies Land (meistens), mit einem funktionierenden Markt. Wo also ist das Problem?</p>
<h3>Selbst schuld</h3>
<p>Die Netzbetreiber haben sich schließlich selbst in die mißliche Lage gebracht, in der sie nun sind. <span id="more-2678"></span>Aus Gier, hauptsächlich, und aus mangelnder Voraussicht. Ein Internetzugang kostet heute nichts mehr. Wer weiß denn noch, daß vor 15 Jahren ein Megabyte Traffic 5 DM gekostet hat? Großabnehmer, die ein ganzes Gigabyte nahmen, kamen vielleicht schon für unter 3000,- DM hin. Andererseits kamen vor 15 Jahren die Netznutzer oft mit weniger als 10 MB im Monat hin, wo heute bereits das Anschalten eines iPhone das fünffache verbraucht.</p>
<p>Keine Frage, das Netz transportiert heute viel mehr als früher, und jahrelang konnte man den Eindruck gewinnen, daß die Netzkapazität keine Grenzen mehr setzen würde.</p>
<h3>Killerapplikationen</h3>
<p>Die wichtigste Anwendung des Netzes war zu Beginn sicher der Transport von Mails. Gerne wurde berechnet, wieviel Mails weltweit verschickt wurden und ein Mißbrauch des Netzes wurde streng geahndet.</p>
<p>Heute sind achtzig Prozent des transportieren Mailaufkommens einfach Müll, Spam, werden nicht gelesen, sondern einfach weggeworfen. Die Kosten, die hier entstehen, sorgen gelegentlich für Stirnrunzeln, aber an der Verstopfung der Netze sind sie nicht beteiligt. Auch wenn die durchschnittliche Mail heute zehnmal größer ist als vor zehn Jahren, würde man es im Netz kaum noch messen können, würde man für einen Tag keine Mails mehr transportieren. Andere Anwendungen kamen, das sogenannte World Wide Web mit seinen sogenannten Multimedialen Inhalten, also hauptsächlich datenintensiveren Bildern neben den Texten. Das war nichts gegen die Übertragung von Tondateien, trotz der Erfindung von mp3, und das wiederum ist nichts gewesen, gemessen am Datenaufkommen für Videos. Daß HD nicht einfach nur ein neues Format ist, sondern wieder einen echten Sprung in den zu transportierenden Datenmengen ausmacht, läßt ahnen, daß der Verbrauch von Netzressourcen keinesfalls zurückgehen wird. Wo steuern wir hin? Lebensechte Avatare in hyperrealistischen 3D-Umgebungen in immer raffinierteren Spielen? Holographische Übertragung, Reisen werden überflüssig, die Sehenswürdigkeiten werden direkt zum Touristen gebracht, Konferenzteilnehmer tragen Namensschilder, auf denen vermerkt ist, ob sie real anwesend sind oder nur virtuell? Science Fiction, klar. Aber was gestern noch SF war, ist heute schon Standard.</p>
<h3>Also Ausbau</h3>
<p>Die Entwicklung war durchaus parallel: Das Netz der Netzbetreiber wurde in dem Maß breitbandiger, wie die Endnutzeranschlüsse zulegten. Ein Highspeed Internetanschluß war einmal ein ISDN-Anschluß. 64 Kbit/sec. Oder pfeilschnell mit Kanalbündelung, 128 Kbit/sec. Aber auch hübsch teuer. Heute gibt es DSL und die ISDN-Nutzer sind unterprivilegiert. Und nun gibt es tatsächlich Leute, die Verfassungsbauchweh bekommen, nur weil es Gemeinden gibt, wo man etwas schnelleres als ISDN nur bekommt, wenn man dafür mehr aufwendet als in den Ballungsgebieten, also Geld oder Bündelbestellungen. Das ist natürlich Spintisierei unterbeschäftigter Bürokraten, denn jeder potentielle Wohnort hat Vor- und Nachteile. Bevor ich umziehe, schaue ich halt genauer hin, wie die Versorgung ist, wo ich hinkomme. Internet wäre für mich ein Kriterium, eine gute Autobahnanbindung, ein Bahnhof oder Flughafennähe für andere ein anderes.</p>
<h3>Wer bezahlt das eigentlich?</h3>
<p>Netzausbau kostet Geld, keine Frage. Früher wurden Nutzer nach Verbrauch zur Kasse gebeten. Das Abrechnungssystem war sehr symmetrisch, Mautstationen waren sowohl bei den Einlässen, als auch bei den Auslässen des Netzes. Wer Daten sendete, zahlte und wer empfing, ebenfalls. Je mehr Traffic, desto mehr Geld, das dann für den Ausbau der Netzkapazitäten zur Verfügung stand. Bei den Sendern, also den großen Portalen oder Applikationshostern ist das heute noch so. Die Empfänger hingegen haben sich an sogenannte „Flat Rates“ gewöhnt. Für einen monatlichen Obolus, den sich jeder leisten kann, hat man unbegrenzt Zugriff auf das Netz. Niemand zwingt die Netzanbieter, derartige Produkte auf den Markt zu bringen, bis auf eben diesen Markt: Ein Konsumentenanschluß mit Verbrauchsabrechnung stößt auf Naserümpfen. Allenfalls ist ein sogenanntes „Fair Flat“-Modell erlaubt, bei welchen die überdurchschnittlichen Nutzer bei Netzengpässen bestraft werden.</p>
<p>Hatten die Netzbetreiber eben noch mit Worst Case Verbräuchen von drei bis vier Gigabyte pro Monat kalkuliert und sollten alle Mehrverbraucher als raubkopierende Musikkonsumenten ausgebremst werden, verzichten heute bereits die ersten auf ihren Fernseher und „schauen Internet“. Der Nachteil: Der Netzausbau finanziert sich eben nicht automatisch über die Nutzung. Dafür nun Google und Co die Schuld zu geben ist durchsichtig.</p>
<h3>Markt und Macht</h3>
<p>Dennoch begann das Muskelspiel: Große Anbieter wie die Deutsche Telekom oder richtig große wie Verizon wiesen immer lauter darauf hin, daß Google nicht nur den eigenen Provider, sondern auch sie bezahlen müsse. Diese Forderung erntete zu Recht nur Spott und Hohn: Für wen ist es schlimmer, wenn die Telekomkunden Google nicht mehr vernünftig erreichen, für Google oder die Telekom? Zahnlose Drohungen also damals, daher kamen schnell Forderungen nach der Politik. Allerdings verhallten auch diese ungehört. Die eine Hälfte der Politiker hält sich aus dem Internet raus, zu schwierig, zu riskant, zu leicht outet man sich als Dinosaurier, die andere Hälfte grübelt heute noch, wer Recht hat in diesem Streit.</p>
<p>Das Ergebnis: Breschen mußten geschossen werden in die Phalanx der Anbieter. Das ist der Markt. Und so kam es, daß Google und Verizon einen Spezialvertrag aufsetzten: Nicht für den Transport, sondern für den bevorrechtigten Transport bezahlt Google an Verizon. Das wird nicht viel sein, denn für Google war es sehr wichtig, einen Präzedenzfall zu schaffen.</p>
<p class="finish">Weitere Provider werden es nicht mehr so günstig bekommen.</p>
<p><em>Fortsetzung folgt &#8230;</em></p>
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		<title>Internet 3.0 Teil 1</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Aug 2010 19:16:30 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Das Thema ist nicht neu: Dürfen Provider die Daten, die sie durch das Netz schaufeln, unterschiedlich behandeln? Das eine Paket beschleunigen, das andere ausbremsen, das dritte komplett sperren? Je nach Inhalt? Je nach Sender? Je nach Empfänger? Je nach Lust und Laune?
Um was geht es diesmal? Schon seit einigen Jahren rumort es im Netz. Einige [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/08/251px-Dalsland_vapen.svg_.png"><img class="alignright size-medium wp-image-2682" title="251px-Dalsland_vapen.svg" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/08/251px-Dalsland_vapen.svg_-247x300.png" alt="" width="198" height="240" /></a>Das Thema ist nicht neu: Dürfen Provider die Daten, die sie durch das Netz schaufeln, unterschiedlich behandeln? Das eine Paket beschleunigen, das andere ausbremsen, das dritte komplett sperren? Je nach Inhalt? Je nach Sender? Je nach Empfänger? Je nach Lust und Laune?</p>
<p>Um was geht es diesmal? <span id="more-2676"></span>Schon seit einigen Jahren rumort es im Netz. Einige Internetfirmen sind von kleinen Startups zu gigantischen Weltkonzernen aufgestiegen. Daß parallel einige Weltkonzerne zu Pennystocks oder leeren Firmenhüllen verkommen sind, wird gerne übersehen – ebenso wie die Tatsache, daß die meisten Internetstartups jämmerlich scheitern. Dennoch: Hier wird das Geld verdient, hier sind die Milliarden. Jede Firma, die es schafft, hat vergleichsweise wenig Geld eingesetzt im Vergleich zu den phantastischen Gewinnen und Wertzuwächsen.</p>
<p>Das ruft die Neider auf den Plan. Die Betreiber des Internet scheffeln vergleichsweise weniger und müssen erheblich mehr investieren, und das bei seit 20 Jahren kontinuierlich sinkenden Preisen. Wir Provider sind sozusagen die Milchbauern des Internet, allerdings unsubventioniert. Und genauso wie hier profitieren nicht nur die Konsumenten der Milch von der Arbeit der heimischen Milchbauern. Mal ganz abgesehen davon, daß die wenigsten Menschen wirklich nichts konsumieren, was aus Milch hergestellt wird.</p>
<p>Aber zurück zum Internet. Eigentlich handelt es sich ja um eine Symbiose: Der Netzprovider stellt für teures Geld die Bandbreiten zur Verfügung und läßt diese von seinen Nutzern bezahlen. Der Contentprovider stellt seine Inhalte zur Verfügung, kostenlos oder gegen Geld. Das gilt heute wie früher, auch wenn &#8220;Content&#8221; heute vielleicht eher als &#8220;Anwendung&#8221; gesehen werden muß. Von Content zu reden ist soooo zwanzigstes Jahrhundert. So wie ich. Also rede ich weiter von Content.</p>
<p>Kein Netz, kein Content. Aber auch: Keine Nutzung, kein Netz. Ohne Anwendungen gibt es auch nichts zu nutzen.</p>
<h3>Das Ende der Symbiose?</h3>
<p>Eine Symbiose funktioniert auf Dauer nur, wenn beide etwas davon haben. Überwiegt der Nutzen eines der beiden Partner, spricht man von einem Wirt und einem Parasiten. Und so sieht das inzwischen ein Teil der Netzbetreiber: Die großen Anbieter wie Facebook und Google blasen Tag für Tag gigantische Datenmengen ins Netz. Allein über das Portal YouTube gehen heute täglich mehr Daten als früher im ganzen Jahr im gesamten Internet.  So wollen sie die, die viel Geld verdienen, gerne an ihren Kosten beteiligen.</p>
<p class="finish">Wo ist das Problem?</p>
<p><em>Fortsetzung demnächst &#8230;</em></p>
<p><em>Bild: Wappen von Dalsland (Schweden)</em></p>
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		<title>Kasperltheater</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Aug 2010 14:47:55 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Das heutige Thema ist keine Anspielung auf unsere Politiker. Ausnahmsweise richtet sich der Blick schreckgeweitet ins Ausland, genauer gesagt nach Großbritannien, noch genauer nach Portsmouth. Dem immer wieder lesenswerten Blog von Aranita (Verbotswahn.de) entnehme ich folgende unglaubliche Geschichte:
In Deutschland sind es Kasperl und Gretel, in England Punch und Judy, die in Kasperletheatern die Kinder erheitern. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/08/Pocci_Ritter_Lustige_Gesellschaft.jpg"><img class="size-medium wp-image-2666 alignright" title="Pocci_Ritter,_Lustige_Gesellschaft" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/08/Pocci_Ritter_Lustige_Gesellschaft-300x207.jpg" alt="" width="240" height="166" /></a>Das heutige Thema ist keine Anspielung auf unsere Politiker. Ausnahmsweise richtet sich der Blick schreckgeweitet ins Ausland, genauer gesagt nach Großbritannien, noch genauer nach Portsmouth. Dem immer wieder lesenswerten Blog von Aranita (<a href="http://www.verbotswahn.de/wp/2010/07/politisch-korrektes-kasperltheater/" target="_blank">Verbotswahn.de</a>) entnehme ich folgende unglaubliche Geschichte:<span id="more-2665"></span></p>
<blockquote><p>In Deutschland sind es Kasperl und Gretel, in England Punch und Judy, die in Kasperletheatern die Kinder erheitern. Während in Deutschland Kasperl meistens das Krokodil verhaut, geht in England Punch (übersetzt »Schlag«) mit seinem Stock, der traditionell so groß ist wie er selbst, auf Judy und andere Charaktere los.</p>
<p>Bereits im Jahre 1999 haben die Behörden darüber nachgedacht, diese »Verherrlichung der häuslichen Gewalt« der heutigen Zeit anzupassen – passiert ist damals allerdings noch nichts. Jetzt scheinen die Engländer reif zu sein, dass eine 300 Jahre alte Tradition abgeschafft wird. Die Behörden der Touristen- und Hafenstadt Portsmouth haben nun den Betreiber eines Kasperltheaters aufgefordert, sein Programm zu ändern. Man könne Kindern diese »Gewalt« nicht zumuten.</p></blockquote>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Graf_von_Pocci" target="_blank">Graf Pocci</a>, der Vater des legendären Kasperl Larifari, würde sich im Grab rumdrehen. Der Kasperl haut bei uns die Gretel nicht, nur den Räuber oder das Krokodil, aber als gewaltlos würde ich auch unseren Kasperl nicht beschreiben. Man kann ihm durchaus vorwerfen, daß er mit seiner Pritschn schnell bei der Hand ist und nicht einmal ansatzweise bewährte Konfliktvermeidungsstrategien oder Mediation versucht. Aber, Hand auf&#8217;s Herz, wer sollte denn da noch in ein Kasperltheater gehen, wenn man dort ein vergnügliches Stück namens &#8220;Resozialisierung und gewaltlose Schlichtung am Beispiel des im Prekariat aufgewachsenen und sozial benachteiligten H.&#8221; sehen kann, nach Absetzung der Originalversion von &#8220;Kasperl Larifari und der Räuber Hotzenplotz&#8221;.</p>
<p>Es ist einem Außenstehenden vielleicht auch nicht zu vermitteln, wieso es komisch sein soll, wenn der Kasperl die Gretel haut, aber ein Außenstehender sollte sich einer ihm fremden Kultur ja auch eher vorsichtig und behutsam nähern. Die Kasperltheater-Zielgruppe, die Kinder nämlich, sind sehr vergnügt im Kasperltheater, brüllen sich die Seele aus dem Leib (Seid Ihr alle da? JAAAA!) und streiten meßbar <em>weniger</em> nach dem Theaterbesuch.</p>
<p>Also, hinfort Ihr blutleeren Kreaturen, Ihr Pharisäer und gelangweilten Hyperpädagogen, Finger weg vom Kasperl, zurück in Eure Bibliotheken und Elfenbeintürme und die Tempel der politschen Korrektheit. Sonst möge Euch das Krokodil fressen und wenn der Kaperl mit der Pritschn ausholt um Euch zu retten soll sich das Krokodil bitte</p>
<p class="finish">auf das Tierschutzgesetz berufen.</p>
<p><em>Bildquelle: Lustige Gesellschaft von Franz Grf. v. Pocci</em></p>
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		<title>Böses Netz</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Aug 2010 10:22:20 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Am Wochenende hat Klaus Ott auf der ersten Seite der Süddeutschen Zeitung mit seinem Artikel über Telephonbetrug eine Lawine losgetreten:

Abkassieren per Telefon
Der Telefonbetrug wächst drastisch &#8211; und die Polizei ist völlig hilflos. Inzwischen kapitulieren bereits die Behörden, weil die Täter meist im Ausland sitzen. Zehn&#173;tausende Geschä&#173;digte haben Anzeige erstattet. Ihre Aus&#173;sicht auf Erfolg? Bescheiden.
Viele Zeitungen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/08/1858.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2642" title="1858" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/08/1858.jpg" alt="" width="161" height="188" /></a>Am Wochenende hat Klaus Ott auf der ersten Seite der Süddeutschen Zeitung mit seinem <a href="http://www.sueddeutsche.de/geld/betrug-abkassieren-per-telefon-1.982231" target="_blank">Artikel über Telephonbetrug</a> eine Lawine losgetreten:</p>
<blockquote>
<h3>Abkassieren per Telefon</h3>
<p>Der Telefonbetrug wächst drastisch &#8211; und die Polizei ist völlig hilflos. Inzwischen kapitulieren bereits die Behörden, weil die Täter meist im Ausland sitzen. Zehn&shy;tausende Geschä&shy;digte haben Anzeige erstattet. Ihre Aus&shy;sicht auf Erfolg? Bescheiden.</p></blockquote>
<p>Viele Zeitungen griffen das Thema in der Saure-Gurken-Zeit dankbar auf. Auf Bayern2 konnten besorgte Bürger Radio&shy;state&shy;ments zum Thema ab&shy;geben. Aller&shy;dings per Telephon, was an&shy;ge&shy;sichts des Themas nicht ohne Brisanz war. Ich hätte Internet&shy;tele&shy;phonie via Skype empfohlen. Oder gleich die &#8220;Jetzt red i&#8221;-Variante, direkt über&shy;tragen aus einem Wirtshaus.</p>
<p>Um was geht es eigentlich? <span id="more-2634"></span>Nun, da gibt es ein Netz, genannt das <em>Telephon&shy;netz.</em> Dort gibt es zwie&shy;lichtige An&shy;ge&shy;bote (siehe auch <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-7809544.html" target="_blank">Telephonsex</a>), <a href="http://www.jamba.de/" target="_blank">rätselhafte Abos</a>, die niemand wollte (&#8220;sende eine SMS an die 12345 und Du bekommst die absolut schärfste Tele&shy;phon&shy;rech&shy;nung, höher als die all Deiner Freunde&#8221;) und <a href="http://www.bmj.bund.de/enid/Verbraucherschutz/Unerwuenschte_Telefonwerbung_1cj.html" target="_blank">Be&shy;lä&shy;sti&shy;gungen durch SPAM</a>, der hier aller&shy;dings nur un&shy;er&shy;wünschte Tele&shy;phon&shy;wer&shy;bung heißt. Die ist natürlich verboten &#8211; genau wie Spam. Und dieses Verbot ist auch etwa so durch&shy;gesetzt wie das Spam&shy;verbot.</p>
<h3>Betrug als Massen-Datenverarbeitung</h3>
<p>Dann gibt es noch Roboter &#8211; die rufen an und erzählen, man hätte irgend&shy;was tolles ge&shy;wonnen. Man kann sie nicht unter&shy;brechen, es sind nur Maschinen. Sie nennen eine Nummer, unter der man zurück&shy;rufen soll. Leicht zu merken, beginnt mit 0900. Sowas funktioniert natürlich nur höchst selten. Genau wie Spam. Aber da keine nennens&shy;wertenen Kosten ent&shy;stehen, ist jeder arme Tropf, der hier auf den Leim geht, Rein&shy;gewinn. Ob man nun klickt oder anruft: Wem es passiert, der geniert sich. &#8220;Wie konnte ich nur so doof sein?&#8221; wird er sagen &#8211; und vielleicht kampflos zahlen.</p>
<p>Wer nicht zahlt, bekommt Briefe von Anwälten, oft frag&shy;würdigste Existenzen, kein Ruhmes&shy;blatt für ihren Stand. Manche der &#8220;Anwälte&#8221; sind nicht mal echt, nennen sich &#8220;Gebühren&shy;voll&shy;zieher&#8221; oder &#8220;Insolvenz&shy;vermeidungs&shy;berater&#8221;. Wieder in der durch&shy;sichtigen Absicht, noch mehr Ver&shy;wirrung zu stiften und Druck aus&shy;zu&shy;üben. Wes&shy;halb es die Schwachen sind, die es trifft, die Jungen, die unter&shy;durch&shy;schnitt&shy;lich Gebildeten und die oft sehr zur Obrig&shy;keits&shy;hörig&shy;keit erzogenen ganz Alten. Dabei würde ein schlichtes Ankündigen einer Straf&shy;anzeige die meisten dieser Kreaturen schnell ver&shy;scheuchen.</p>
<p>Damit nicht genug. Hacker&shy;angriffe machen einem das Leben schwer, zumindest, wenn man eine Tele&shy;phon&shy;anlage betreibt. Was heute er&shy;staun&shy;lich viele tun. Wer sich nicht mit Security beschäftigen will oder kann, dessen Tele&shy;phon&shy;anlage kann für alles mögliche miß&shy;braucht werden. Wieviele Fälle es tat&shy;sächlich sind? Keiner weiß das genau, die Dunkel&shy;ziffer ist hoch.</p>
<h3>Rettung naht: Die Politik greift ein</h3>
<p>Und nun der Auftritt der Politiker: Forderungen nach neuen Gesetzen werden laut. Das findet unsere Justiz&shy;ministerin, Frau Leut&shy;heuser-Schnarren&shy;berger, <a href="http://www.sueddeutsche.de/geld/teure-nummernspiele-kampfansage-gegen-telefonbetrug-1.982558" target="_blank">nun nicht gerade</a>. Die exi&shy;stierenden Gesetze reichten völlig aus, nur müsse eben die Polizei und die Staats&shy;anwalt&shy;schaft mehr tun. Gute Idee. Wann denn? Nach Dienst&shy;schluß oder anstelle der Ferien? Oder an&shy;stelle der Weiter&shy;bildung zum Thema Internet, für die schon letztes Jahr keine Zeit war?</p>
<p>66.000 Beschwerden gingen von Januar bis April diesen Jahres bei der Bundes&shy;netz&shy;agentur ein. Das waren noch im Vergleichs&shy;zeit&shy;raum des Vorjahres 14.000 gewesen. Und dieser Flut soll sich jetzt die Polizei wacker ent&shy;gegen&shy;stemmen? Die hat doch gar keine Zeit, sich um Bagatell&shy;delikte zu kümmern, und um solche handelt es sich hier meistens. Hier mal schnell 3 Euro, dort 10, aber die Summe macht&#8217;s. Millionen werden umgesetzt, munkelt man. Aber diesen Profi&shy;munkler &#8220;man&#8221; hören wir jedes Mal. Seit seiner Arbeit für die Ex-Familien&shy;mini&shy;sterin &#8220;Zensursula&#8221; von der Leyen ist seine Glaub&shy;würdig&shy;keit dahin.</p>
<p>Wie soll sich denn nun die Polizei um so etwas kompliziertes kümmern können, wenn sie jedes Jahr offene Stellen nicht mehr besetzen darf und gleich&shy;zeitig sieht, wie die Staats&shy;anwalt&shy;schaft, eben&shy;falls völlig über&shy;lastet, solche als Klein&shy;krimi&shy;nelle an&shy;ge&shy;sehene mut&shy;maß&shy;liche Straf&shy;täter im un&shy;wahr&shy;schein&shy;lichen Fall eines Fahndungs&shy;erfolgs letztlich doch ein&shy;fach vom Haken läßt. Keine Zeit. 10.000 Fälle, ein Beamter. Klar, daß der erstmal die Mord&shy;fälle durch&shy;geht.</p>
<h3>Dabei wäre alles so einfach</h3>
<p>Warten wir noch ein bißchen. Die Politiker kriegen die Kurve noch. Ich sehe es bereits vor mir:</p>
<p>N.N. fordert:</p>
<ul>
<li>Das Telephonnetz darf kein rechtsfreier Raum sein!</li>
<li>Telephonieren in Zukunft nur mit persönlich registrierter Rufnummer.</li>
<li>Telephonsex nur noch nach 22 Uhr. Auch im Ausland.</li>
<li>Illegale Angebote werden im Telephonbuch mit falschen Nummern eingetragen. Ruft man dort an, bekommt man eine Band&shy;ansage &#8220;Schwein gehabt! Sie hätten fast ein verbotenes Angebot angerufen. Dies ist ein Service Ihres Innen&shy;mini&shy;steriums und des BKA.&#8221; Auf Bild&shy;tele&shy;phonen erscheint zusätzlich ein Stopp&shy;schild.</li>
<li>Das DE-Telephon wird eingeführt: Wer über eine DE-Tele&shy;phon&shy;nummer anruft, braucht sich niemandem gegen&shy;über noch extra aus&shy;zu&shy;weisen. Auch weiß der Anrufer zu&shy;ver&shy;lässig, wer am anderen Ende ist. Der Zusatz&shy;service: Die Anruf&shy;daten werden hundert Jahre beweis&shy;sicher gespeichert.</li>
<li>Computerspiele (&#8220;Killerspiele&#8221;) gehören verboten. Das hat zwar nichts mit dem Thema zu tun, aber das hat es eigentlich nie und wird doch immer wieder &#8220;aus aktuellem Anlass&#8221; gefordert.</li>
<li>Die Volksshochschulen bekommen den Auftrag, Kurse abzuhalten: &#8220;Richtig telephonieren.&#8221;</li>
<li>Mobiltelephone bleiben erlaubt. Wer aber sein Telephon anderen zur Verfügung stellt, steht mit einem Bein im Gefängnis. Das gilt auch für schlecht gewartete Telephonanlagen.</li>
<li>Telephongesellschaften haften für übertragene Inhalte. Nimmt ein Gespräch eine illegale Wendung, muss der Anbieter (&#8220;Provider&#8221;) das Gespräch sofort trennen.</li>
<li>Wird ein Telephonanschluß dreimal für etwas Illegales eingesetzt, wird er von Amts wegen gesperrt (&#8220;Three-Strike-Out&#8221;).</li>
<li>Die letzten Telephonzellen werden abgebaut. Anonyme Netzzugänge sind nicht mehr erwünscht.</li>
</ul>
<p>Aber das muß ja alles nicht sein. Es gibt ein erprobtes Netz, in dem die Kriminalität nach&shy;ge&shy;wiesener&shy;maßen weniger aus&shy;ge&shy;prägt ist. Melden Sie Ihr Telephon ab!</p>
<p class="finish">Verwenden Sie nur noch das Internet.</p>
<p><em>Bildquelle: Bundesministerium der Justiz</em></p>
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		<title>Faktische Fiktion</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2010/07/26/faktische-fiktion/</link>
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		<pubDate>Mon, 26 Jul 2010 09:27:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Etymologie]]></category>
		<category><![CDATA[Fax]]></category>
		<category><![CDATA[Griechen]]></category>
		<category><![CDATA[Mittelhochdeutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Römer]]></category>
		<category><![CDATA[Telefax]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Fixer Faxen&#8221; hieß einmal eine Firma, spezialisiert darauf, möglichst schnell möglichst vielen Menschen ein Fax zu schicken. Kein Wunder, dass die Firma wieder eingegangen ist, sie wird nicht mehr wirklich benötigt, seit das Internet das Verbreitungsmedium schlechthin ist. Der Name war aber gut gewählt, ich habe ihn mir gegen meinen Willen bis heute gemerkt.
Woher kommt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/07/Fickmühlen.jpeg"><img class="alignright size-full wp-image-2611" title="Fickmühlen" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/07/Fickmühlen.jpeg" alt="" width="145" height="141" /></a>&#8220;Fixer Faxen&#8221; hieß einmal eine Firma, spezialisiert darauf, möglichst schnell möglichst vielen Menschen ein Fax zu schicken. Kein Wunder, dass die Firma wieder eingegangen ist, sie wird nicht mehr wirklich benötigt, seit das Internet das Verbreitungsmedium schlechthin ist. Der Name war aber gut gewählt, ich habe ihn mir gegen meinen Willen bis heute gemerkt.</p>
<p>Woher kommt &#8220;Fix&#8221;, woher kommt &#8220;Fax&#8221;? Fix ist nicht so trivial, wie man zunächst meinen möchte. <span id="more-2590"></span>Genau genommen sind sogar Experten vrmutlich auf dem Holzweg. Lateinisch <em>fixare </em>ist natürlich kein schlechter Ansatz. Etwas befestigen, fixieren. Etwas, das man hinten anheftet (&#8220;Suffix&#8221;), vorne (&#8220;Präfix&#8221;) oder am Kreuz (&#8220;Kruzifix&#8221;). Wer einen klappernden Fensterladen wieder befestigt, wird sagen, er habe ihn repariert, fixiert, oder neudeutsch auch &#8220;gefixt&#8221;. Ist alles erledigt, ist es &#8220;fix und fertig&#8221;. Daher war die erste Bedeutungsübertragung möglich, ein fixer Bursche war einer, der Sachen eben auch fertigbrachte. Das nannte man früher &#8220;anstellig&#8221;. Aber immer noch geht es primär um die Qualität der Arbeit, nicht um die Zeit, innerhalb derer sie verrichtet wurde.</p>
<p>&#8220;Fix&#8221; als Synonym für &#8220;flink&#8221; ist so nicht hinreichend erklärt. Eine eindeutige Herleitung konnte ich nicht finden, aber einen Verdacht habe ich durchaus. Dazu riskiere ich mal schnell die Jugendfreiheit meines Blogs: Es gibt einen mittelhochdeutschen Ausdruck, der eine lustige Karriere hingelegt hat. Bewegt man etwas schnell hin und her, so ist das Wort dafür *hüstel* <em>ficken</em>. Es teilt sich den Stamm mit so harmlosen Wörtern wie &#8220;fegen&#8221;, aber irgendwo im indogermanischen Sprachgedächtnis schlummert sogar eine Verwandtschaft zu den Vögeln. Ich spare mir den Kalauer, nun zu fragen, was ficken mit Vögeln zu tun habe.</p>
<p>Die obszöne Bedeutung des F-Wortes hat alle anderen Wortbildungen zum Aussterben verurteilt. Nach dem <a href="http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/wbgui?lemmode=lemmasearch&amp;mode=hierarchy&amp;textsize=600&amp;onlist=&amp;word=ficken&amp;lemid=GF04100&amp;query_start=1&amp;totalhits=0&amp;textword=&amp;locpattern=&amp;textpattern=&amp;lemmapattern=&amp;verspattern=#GF04100L0" target="_blank">Grimmschen Wörterbuch</a> sagte  man früher durchaus ficken auch für peitschen oder mit einer Rute schlagen. Ganz verschämt hat das Wort sich noch heute in der Ohrfeige versteckt. Oder, so mein Verdacht, auch im unschuldigen <em>fix</em>. Ob man von da aus nach Hawaii kommt, wo bekanntlich wiki-wiki &#8220;schnell&#8221; heißt und sich via engl. quick sofort erschließt, wissen die Grimms natürlich nicht. Die waren nie auf Hawaii. Und auch dem &#8220;Heißen Feger&#8221; will ich nicht weiter nachgehen. Zurück zum Thema:</p>
<p>Analog zu anderen I-A-Bildungen (Wirrwarr, Zickzack, Tric-Trac, Schnickschnack, Ticktack, Flic-Flac, Perlicco-Perlacco) gab es auch das Wort Fickfacken. Ein Fickfacker war ein Mensch, der recht unstet war, heute hier, morgen dort. Fahrendes Volk. Ergo jemand, dem man nicht trauen konnte. Auf Jahrmärkten auftretende fickfackende Possenreißer wurden bald auch Faxenmacher genannt. Im Geschäftsleben verbittet man sich Faxen natürlich, wenn nötig auch per Fax. Was für eine Überleitung! Aber auch wenn man Faxe schnell hin und herschicken kann, so kommt dieses relativ junge Wort natürlich von lat. <em>facere</em>, tun, machen. Fac! heißt Mach! und &#8220;Fac simile&#8221; heißt &#8220;Mach es ähnlich&#8221;. Lange vor dem Fax gab es den eingedeutschen Begriff Faksimile bereits. Und nachdem das Fax eine deutsche Erfindung war, hieß es zunächst auch &#8220;Fernkopierer&#8221;, analog zum &#8220;Fernschreiber&#8221;. Die Kopie war das Faksimile, verkürzt zu Fax. Bei &#8220;fern&#8221; wiederholte sich das Drama für Menschen mit Sprachgefühl, denn das Lateinische hält nur Worte wie <em>procul </em>vor oder, als Adjektiv, <em>remotus</em>. Remotofax? Proculkopie? Nein, eine Chimäre mußte her, das Griechische hat ja des schöne Wort &#8220;<em>tele</em>&#8221; und fertig war das Telefax, analog zum Telephon. Das war aber andererseits wieder viel zu lang, und so entstand das neue Wort Fax, zusammen mit dem abgeleiteten Verb faxen.</p>
<p>Wenn einer aber nun die Faxen dicke hat, so heißt das nicht, dass er weiterer schriftlicher Kommunikation abgeneigt ist.</p>
<p class="finish">Auch wenn es so klingt.</p>
<p><em>Bildquelle</em>: <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Fickmühlen.jpeg&amp;filetimestamp=20091030191001" target="_blank">Wikipedia</a>, das Schild ist historisch, der Ort im Lkr. Cuxhaven hat sich umgenannt.</p>
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		<title>Wir Schildbürger</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2010/07/25/wir-schildburger/</link>
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		<pubDate>Sat, 24 Jul 2010 22:40:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Strassenverkehr]]></category>
		<category><![CDATA[Verkehrsschilder]]></category>

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		<description><![CDATA[In Deutschland wird gerne und viel über Schilder diskutiert. Kein Wunder, nur wir sind in der Lage, uns so ernsthaft mit einem so lächerlichen Thema zu beschäftigen. Aus patriotischen Gründen beschäftige ich mich also auch damit.
Unser Schilderwald weckt Emotionen. Dem einen sind es zu viele Schilder und er fordert Warnschilder vor zu hoher Schilddichte. Dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Deutschland wird gerne und viel über Schilder diskutiert. Kein Wunder, nur wir sind in der Lage, uns so ernsthaft mit einem so lächerlichen Thema zu beschäftigen. Aus patriotischen Gründen beschäftige ich mich also auch damit.</p>
<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/07/Bild-3.png"><img class="alignleft size-full wp-image-2600" title="Bild 3" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/07/Bild-3.png" alt="" width="159" height="156" /></a>Unser Schilderwald weckt Emotionen. Dem einen sind es zu viele Schilder und er fordert Warnschilder vor zu hoher Schilddichte. Dem anderen fehlt die &#8220;Repräsentierung aktuell politischer sozio-ökonomischer Entwicklungen&#8221;. Wiebitte? Ganz einfach: Es gibt in diesem Land Leute, die angeblich ein Kind nicht mehr erkennen, solange es Zöpfe hat. <span id="more-2593"></span>Oder einen Mann, weil er einen Hut aufhat. Also mußten alle Fußgängerwege neu beschildert werden &#8211; eine Frau mußte her, das war die Gleichberechtigung der 70er, und dem Kind wurden die Zöpfe abgeschnitten. Graphisch natürlich. Wobei ich hätte schwören können, daß das Kind auch beim Fußgängerschild Zöpfe hatte, aber die Erinnerung war trügerisch. Die spielenden Kinder wurden jedenfalls kahlgeschoren. Das steht fest.</p>
<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/07/Bild-51.png"><img class="alignright size-full wp-image-2601" title="Bild 5" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/07/Bild-51.png" alt="" width="157" height="157" /></a>Eine Generation weiter forderten Frauen übrigens, diese Frauen durch Männer zu ersetzen, um darauf hinzuweisen, daß nicht nur Frauen dafür zuständig sein sollten, Kinder irgendwo hinzubringen. Die hatten offensichtlich vergessen, daß es eine feministische Forderung gewesen war, die die Männer mit Hut aus dem Straßenbild verbannt hatten. Daraus wurde dann irgendwie nichts, vielleicht auch, weil man Latzhosen nicht so gut auf Verkehrsschildern stilisieren kann. Die Frau blieb.</p>
<p>Und jetzt war sie zu fraulich, nicht mehr zeitgemäß. Mensch-Ärger-Dich-Nicht-Mantschkerl sind neutraler, ein neuer Entwurf mußte her. Einen Rock kriegt die Gute dennoch verpaßt, auch wenn ein solches Ungetüm in der Wirklichkeit keine Frau tragen würde. Nicht mal Lady Gaga.</p>
<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/07/Bild-6.png"><img class="alignleft size-full wp-image-2602" title="Bild 6" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/07/Bild-6.png" alt="" width="162" height="162" /></a>Auch wenn Experten darauf hinweisen, daß ein Schilderwechsel durch großzügige Übergangsregelungen nie so abrupt wäre, daß Schilder ausgetauscht werden, die nicht ohnehin ausgetauscht werden müssten, so ist es dennoch fraglich, was der Sinn der Angelegenheit ist. Schildermodernisierungsgraphiker &#8211; solange wir noch solche Jobs zu vergeben haben, ist unsere Gesellschaft wirklich wohlhabend.</p>
<p>Das ist allerdings nicht der einzige Schilderaufreger. Ein besonders kurioser Fall wird aus Hagen bekannt. Hagen, Hagen, an was denken wir da? Richtig! Die Fernuni Hagen! Hagen ist selbstredend sehr stolz auf seine Universität. Mit 70.000 Studenten ist sie die größte Universität Deutschlands &#8211; nun gut, wenn man darauf verzichtet, die Studenten je zu Gesicht zu bekommen. Man verbindet mit Heidelberg, Tübingen oder München mehr Universität. Das hinderte die Hagener Stadtverwaltung nicht daran, <a href="http://www.derwesten.de/staedte/hagen/Hagen-schreibt-Fernuniversitaet-auf-Ortsschilder-id3141143.html" target="_blank">ihre Universität für Werbung zu nutzen</a>: Ein Redesign der Stadtschilder war fällig.</p>
<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/07/Bild-2.png"><img class="alignleft size-medium wp-image-2594" title="Bild 2" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/07/Bild-2-300x161.png" alt="" width="300" height="161" /></a>So geht es natürlich nicht. Aber die Begründung muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Nicht etwa die affektierte Schreibweise mit dem großen &#8220;Binnen-U&#8221; ist das Problem, sondern die Tatsache, daß in Deutschland eine Liste erlaubter Zusätze zu Ortsnamen existiert. &#8220;Kreisstadt&#8221; darf da stehen. &#8220;Große Kreisstadt&#8221;. &#8220;Landeshauptstadt&#8221;. Das ist erlaubt, aber nicht &#8220;Universitätsstadt&#8221; oder &#8220;Rheinmetropole&#8221;.</p>
<p>Die Konsequenz: Ein Ortsschild darf ja zunächst aussehen, wie es will. Aber wenn es an einer Straße steht, ist es auch ein Verkehrsschild &#8211; und somit regelt es <em>en passant</em> ein paar Sachen nebenbei. Zum Beispiel ist es auch eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Nun könnte ein schlauer Autofahrer, der mit 100 Sachen durch die Hagener Innenstadt brettert, möglicherweise tatsächlich vor Gericht damit durchkommen, daß zu einer geschlossenen Ortschaft auch ordentliche, d.h. normgerechte Ortsschilder gehören.</p>
<p>Mag sein, daß hinter dieser Aussage zu wenig Vertrauen in die Weisheit unserer Amtsrichter steckt. Wer ein Schild braucht, um zu erkennen, daß er in einem Ort ist, sollte über die Rückgabe seiner Fahrerlaubnis nachdenken. Aber dennoch: Hagen wurde aufgefordert, seine kreativen Schilder zu entsorgen.</p>
<p>In Bayern gehen die Uhren anders, da sind solche Zusätze erheblich liberaler gestaltet. &#8220;Fachhochschulstadt Rosenheim&#8221;. Münchener grinsen da immer recht breit, da München keine seiner zahlreichen Universitäten und Fachhochschulen auf dem Ortsschild erwähnt, da steht ja deutschlandtauglich &#8220;Landeshauptstadt&#8221;.</p>
<p>Außerhalb Bayerns ist eine kreative Schilderbeschriftung also schwierig. Da stellt sich die Frage, wie die diversen &#8220;Lutherstädte&#8221; das geschafft haben. In Wittenberg beispielsweise steht &#8220;Lutherstadt Wittenberg&#8221; auf dem Ortsschild. Das Geheimnis: die haben sich einfach umgenannt! Und schon geht das. Es eröffnen sich ungeahnte Möglichkeiten. Gelsenkirchen kann sich umnennen in &#8220;Heimat von Schalke Gelsenkirchen&#8221; und endlich ihr Bekenntnis zu ihrer Mannschaft am Ortseingang unzweifelhaft ablegen.</p>
<p>Aber da ist die Phantasie noch lange nicht zuende. Angesichts der klammen Finanzen mancher Städte bieten sich Industriepatronate an. Ein Unternehmen sponsert eine Stadt und die nennt sich partiell um.  &#8221;Jägermeisterstadt Braunschweig&#8221; &#8211; logisch, deren Fußballarena heißt ja eh schon so. &#8220;Microsoft Office-Stadt Saarbrücken&#8221; &#8211; die können Geld brauchen. &#8220;Löwenbräustadt Jever&#8221; &#8211; reizvolle Provokation, bestens geeignet für die Stadtväter dort, die Brauerei vor Ort sanft zu überreden, das Patronat selbst zu übernehmen. Eine Goldgrube!</p>
<p class="finish">Mal schauen, ob man für sowas ein Patent eingetragen kann.</p>
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		<title>Schnipsel: Das hilft sicher</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Jul 2010 17:43:39 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Schnipsel]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute ist mir nach Kalauern zumute. Ich mag die IHK und habe schon viele interessante Gespräche dort geführt, aber irgendwie schaffen die es auch, ein bisserl unglücklich zu formulieren: 

Starthilfe und Unternehmensförderung
IHK-Bibliothek schließt für die Öffentlichkeit
Die IHK für München und Oberbayern wird die öffentliche Nutzung ihrer Bibliothek von kommendem 1. August 2010 an einstellen. Darauf macht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute ist mir nach Kalauern zumute. Ich mag die IHK und habe schon viele interessante Gespräche dort geführt, aber irgendwie schaffen die es auch, ein bisserl unglücklich zu formulieren: <span id="more-2578"></span></p>
<blockquote>
<h5>Starthilfe und Unternehmensförderung</h5>
<h3>IHK-Bibliothek schließt für die Öffentlichkeit</h3>
<p>Die IHK für München und Oberbayern wird die öffentliche Nutzung ihrer Bibliothek von kommendem 1. August 2010 an einstellen. Darauf macht Dr. Manfred Gößl, IHK-Geschäftsführer für Zentrale Aufgaben und Grundsatzfragen, aufmerksam. „Aus organisatorischen Gründen werden wir die IHK-Bibliothek für den Publikumsverkehr schließen. Die Bibliothek konzentriert sich künftig auf die Informationsversorgung unserer IHK-Fachexperten, was über die Beratungsgespräche wiederum den Existenzgründern und IHK-Mitgliedsfirmen zugute kommt. Allen bisherigen externen Nutzern der Bibliothek danken wir herzlich für Ihr Interesse und die zum Teil langjährige Treue“, erklärt Gößl.</p></blockquote>
<p>Wenn das unter die Rubrik &#8220;Starthilfe und Unternehmensförderung&#8221; fällt, bin ich froh, mit meinem Unternehmen vor bald 20 Jahren gestartet und seitdem weitgehend ungefördert zu sein. Und der Schluß? Herr Gößl dankt herzlich für unser aller Interesse, und er sagt es ganz offen, was das heißt: Danke, aber</p>
<p class="finish">Danke nein.</p>
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		<title>Die vier größten Feinde der Deutschen Bahn</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2010/07/16/die-vier-grosten-feinde-der-deutschen-bahn/</link>
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		<pubDate>Fri, 16 Jul 2010 09:45:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Manieren]]></category>
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		<category><![CDATA[Deutsche Bahn]]></category>
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		<category><![CDATA[Schadensersatz]]></category>

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		<description><![CDATA[Das neueste Produkt der Bahn kommt bei den Bürgern nicht wirklich an, insbesondere, weil man es nicht abstellen kann. In 10 Prozent aller Züge wurde neulich kostenlos die Sauna mitgeliefert.
Nun ist Sauna nicht jedermanns Sache, aber eine Sauna funktioniert in jedem Fall nur, wenn man selber jederzeit rauskann und dann in herrlich kaltes Wasser springt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/07/DBhot.png"><img class="size-full wp-image-2569 alignleft" title="DBhot" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/07/DBhot.png" alt="" width="300" height="215" /></a>Das neueste Produkt der Bahn kommt bei den Bürgern nicht wirklich an, insbesondere, weil man es nicht abstellen kann. In 10 Prozent aller Züge wurde neulich kostenlos die Sauna mitgeliefert.</p>
<p>Nun ist Sauna nicht jedermanns Sache, aber eine Sauna funktioniert in jedem Fall nur, wenn man selber jederzeit rauskann und dann in herrlich kaltes Wasser springt. Hier versagte das Bahnprodukt. Obwohl der Zug stand, konnte man die Türen der unfreiwiligen Sauna nicht öffnen. Und so kollabierten ein paar Schüler bei 50 Grad und hermetisch verschlossenen Fenstern.</p>
<p>Nun, verschlossen heißt nicht, daß man es nicht aufmachen kann.<span id="more-2564"></span> Dazu hängt an diversen Stellen ein &#8220;Nothammer&#8221;, ein kleines spitzes rotes Ding. Seit ich die kenne, das heißt, seit ich ein kleiner Bub war, juckt es mich in den Fingern, die mal zu benutzen. Leider oder gottseidank kam es nie dazu. Nun also im ICE, Modell &#8220;Bratröhre&#8221;, war es soweit. Eine Frau, die angesichts der Atemnot ihres kleinen Kindes endgültig beschlossen hatte, daß etwas geschehen müsse, testete den Nothammer. Dabei stelle sich heraus, daß man damit die Scheibe zwar beschädigen kann, aber nicht einschlagen. Nicht einmal frische Luft sollte durch die Mikrorisse strömen &#8211; da möchte ich nicht erleben, daß so ein Wagen mal Feuer fängt.</p>
<p>Und jetzt die offiziellen Reaktionen der Bahn. Es sei heißer als 32 Grad, und dafür sei die Klimaanlage nicht ausgelegt. Man traut seinen Ohren nicht. Ja, selten ist es bei uns heißer als 32 Grad. Was aber folgt daraus? Daß man keine Klimaanlage braucht, wenn es heißer wird? Sicher nicht &#8211; höchstens, daß die Betriebserlaubnis des Zugs erlischt. Dann darf die Bahn halt nicht mehr fahren, wenn es heißer ist. Selten habe ich ein so dämliches und zynisches Argument gehört.</p>
<p>Aber das war nicht das einzige, was schlimm war. Der Zug stand ja &#8211; nur die Türen wurden nicht freigegeben. Hinter dieser Formulierung steckt alles, was man zur Empörung braucht: Man kann also die Türen nicht mehr aufmachen, wenn nicht ein Mensch dieses Privileg erteilt. Das selbe Bild wie beim Fenster &#8211; kein Notausstieg mehr, nur noch ein verschlossenes Behältnis zum erwerbsmäßigen Transport von Kunden.</p>
<p>Immerhin 10 Prozent aller ICE waren betroffen und viele Menschen hatten das Gefühl, verdursten zu müssen. Was ja schon wieder zeigt, wie schön das Bahnreisen geworden ist: Es waren nicht genug Getränke an Bord genommen worden. Das heißt, es gab nichts mehr. Früher hätte man am Bahnhof bei einem Zwischenstopp einfach was kaltes gekauft, oder, noch besser, ans Fenster gebracht bekommen. Aber das geht aus zwei Gründen nicht: Verkauf an Reisende ist ein Monopol und hat es nicht mehr nötig, mit Serviceideen um Kunden zu werben und durchs Fenster geht nicht &#8211; aber das hatten wir schon, da hilft ja nicht mal der Nothammer, wie soll man da kaltes Wasser oder Cola durch die Scheibe kriegen.</p>
<p>Natürlich hat sich die Bahn zu einer wachsweichen Entschuldigung bequemt. Wer die Sauna überlebt hat, bekommt den halben Reisepreis zurück, natürlich nicht in bar und nur bei gleichzeitigem Verzicht auf weitergehende Forderungen. Ich könnte mir vorstellen, daß ich den Schadensersatz höher sähe und angesichts einer im Raum stehenden Körperverletzung (Fahrlässig? Grob fahrlässig? Vorsätzlich(!)?)  ließe ich mich nicht mit einem Reisegutschein abspeisen. Vielleicht hätte ich ja keine Lust mehr auf Bahnreisen? Besserung ist nicht in Sicht, wie man der Emailadresse entnehmen kann. Die Bahn kann nichts dafür und daher soll man seine Regressforderungen richten an: hitzewelle@deutschebahn.com.</p>
<p>Man ist sprachlos angesichts dieses Zynismus. Die Bahn fühlt sich völlig unschuldig &#8211; verantwortlich ist die böse globale Erwärmung, die ja von der Bahn bekämpft wird. Alles in Butter. Im Winter fielen übrigens auch viele Züge aus und Türen klemmten, Reisende waren eingeschlossen und sind mangels funktionierender Heizung beinahe erfroren, daran erinnert sich nur niemand mehr. Der Grund damals: Die Kälte. Und daher wissen wir, woher das alte Sprichwort kommt: Was sind die vier größten Feinde der Deutschen Bahn?</p>
<p class="finish">Frühling, Sommer, Herbst und Winter.</p>
<p><em>Bildquelle: &#8220;DB-Logo in Wüstenoptik&#8221;, Autor: SvB. Mit dem hübschen Mac-Programm Image Tricks von der Firma BeLight Software selbst erstellt. Zur freien Verwendung, Quellenangabe wäre nett, aber nicht Bedingung.</em></p>
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		<title>Augenmaß</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Jul 2010 20:43:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Bild einer Frau war auf dem Webserver ihres Arbeitgebers abgelegt. Dort wurde es von einer Personensuchmaschine gefunden und bei entsprechenden Suchen als Ergebnis präsentiert. Die Frau hatte ihrem Arbeitgeber die Erlaubnis gegeben, das Bild zu zeigen, aber nicht der Suchmaschine. Daher wollte sie von der Suchmaschine Geld sehen. Entschädigung.
Das Landgericht Hamburg hat am 15.06.2010 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/07/justicia.gif"><img class="alignright size-full wp-image-2553" title="justicia" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/07/justicia.gif" alt="" width="119" height="131" /></a>Das Bild einer Frau war auf dem Webserver ihres Arbeitgebers abgelegt. Dort wurde es von einer Personensuchmaschine gefunden und bei entsprechenden Suchen als Ergebnis präsentiert. Die Frau hatte ihrem Arbeitgeber die Erlaubnis gegeben, das Bild zu zeigen, aber nicht der Suchmaschine. Daher wollte sie von der Suchmaschine Geld sehen. Entschädigung.</p>
<p>Das Landgericht Hamburg hat am 15.06.2010 ein Urteil gesprochen (<a href="http://openjur.de/u/52622.html" target="_blank">Az.: 325 O 448/09</a>). Weise Entscheidung: <span id="more-2547"></span>Wenn die Frau gewonnen hätte, wäre es bald dunkel bei den Bilder- und Personensuchmaschinen. Es mußte nicht geprüft werden, ob die Frau verlangen konnte, dass die Suchmaschine ihr Bild unterdrückt &#8211; das hatten die Betreiber bereits erledigt. Aber darum ging es der Frau wohl nicht, sie wollte ja Geld für die Vergangenheit.</p>
<p>Klare Sache also, vor allem im Licht der aktuellen höchstrichterlichen Entscheidung zum Thema (BGH, Urteil vom 29.04.2010 &#8211; <a href="http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&amp;Art=pm&amp;Datum=2010&amp;Sort=3&amp;nr=51777&amp;pos=1&amp;anz=94" target="_blank">I ZR 69/08</a>). Detail am Rande: Die Klägerin brachte vor, daß sie zwar wisse, dass man ganz einfach technisch verhindern könne, daß Suchmaschinen einen Server durchsuchen, aber es sei ja nicht ihr Server. Das war eine Finte, denn sie mußte ja nur ihren Arbeitgeber darum bitten und bei Verweigerung ihre Erlaubnis zur Veröffentlichung zurückziehen. Das Interessante daran: Eine Argumentation, das böse böse Internet sei so kompliziert, da könne man als Laie keinen Einfluß nehmen, wurde nicht einmal versucht.</p>
<p>Wie geht man vor? Der blutige Laie greift zu Google, fragt &#8220;Suchmaschinen&#8221; und &#8220;aussperren&#8221; und <a href="http://www.google.de/search?q=suchmaschinen+aussperren" target="_blank">erhält sofort übersichtlich jede Menge Erklärungen und Hinweise</a> und lernt spätestens jetzt die Datei <tt>robots.txt</tt> kennen. Und daß man suchen kann, darf heute vorausgesetzt werden. Und selbst die Klägerin räumt durch ihre Argumentation ein:</p>
<p class="finish">Das ist heute also bereits Allgemeinbildung.</p>
<p><em>Bildquelle: </em><a href="http://www.gerichtsvollzieher.at/just.htm" target="_blank"><em>www.gerichtsvollzieher.at</em></a></p>
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