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	<title>SvB-Blog</title>
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	<description>Die Freiheit der Meinung setzt voraus, daß man eine hat (Heinrich Heine)</description>
	<pubDate>Wed, 19 Nov 2008 11:54:20 +0000</pubDate>
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	<language>en</language>
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		<title>Knöllchen-Horst</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Nov 2008 22:21:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>

		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[In der &#8220;Netzeitung&#8221; konnte man lesen, wie ein Mann bei der Verfolgung von Parksündern auch Hubschrauber nicht verschonte. Die Netzeitung nannte ihn einen &#8220;übereifrigen Hobby-Polizisten&#8221;, einen &#8220;agilen Frührentner&#8221;, den das Amt &#8220;abblitzen&#8221; ließ.

«Knöllchen-Horst» verfolgt Hubschrauber
Mindestens 12.000 Parksünder hat er bereits aufgespürt, sogar einen Rettungshubschrauber hat er angezeigt. Jetzt lässt das Amt den agilen Frührenter abblitzen.
Tatort [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-256" style="float: left;" title="helikopter" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/11/helikopter-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" />In der <a href="http://www.netzeitung.de/vermischtes/1210369.html" target="_blank">&#8220;Netzeitung&#8221; konnte man lesen</a>, wie ein Mann bei der Verfolgung von Parksündern auch Hubschrauber nicht verschonte. Die Netzeitung nannte ihn einen &#8220;übereifrigen Hobby-Polizisten&#8221;, einen &#8220;agilen Frührentner&#8221;, den das Amt &#8220;abblitzen&#8221; ließ.</p>
<blockquote>
<h3>«Knöllchen-Horst» verfolgt Hubschrauber</h3>
<p><strong>Mindestens 12.000 Parksünder hat er bereits aufgespürt, sogar einen Rettungshubschrauber hat er angezeigt. Jetzt lässt das Amt den agilen Frührenter abblitzen.</strong><br />
Tatort Osterode am Harz: Der seit Jahren als unnachsichtiger Jäger von Falschparkern tätige «Knöllchen Horst», der sogar einen Rettungshubschrauber im Halteverbot anzeigte, ist jetzt von der Behörde kaltgestellt worden.</p></blockquote>
<p><span id="more-255"></span>Im weiteren Text liest man, &#8221;Knöllchen-Horst&#8221; habe in den vergangenen Jahren 12000 bis 20.000 Falschparker angezeigt.</p>
<p>Vielleicht ist das tatsächlich etwas, nun ja, <em>zwanghaft</em>. Aber andererseits ist es völlig unangebracht, diesen Mann zu verspotten. Sein Schicksal machte ihn zum Frührentner, aber er ist weiter aktiv. Unpassend vielleicht, übertrieben vielleicht, aber eines ganz gewiss: Fleißig. Gehen wir davon aus, dass er einen normalen Arbeitstag hat, also acht Stunden, dann gibt wohl regelmäßig es Stunden, in denen er alle sechs Minuten eine Anzeige schreibt.</p>
<p>Hätte die Netzeitung ein bisschen mehr journalistischen Ehrgeiz besessen, hätte sie ein bisschen recherchiert. Ich fände es schon spannend, wie es in der Gegend des &#8220;Knöllchen-Horst&#8221; aussieht. Besteht vielleicht Handlungsbedarf, regieren Chaos und Willkür die Strassen? Oder regt sich der Mann grundlos auf? Das ist kaum vorstellbar, hieße es doch, dass durch sinnlose Vorschriften Situationen geschaffen werden, in denen eine Übertretung nur schwer vermeidlich wäre und deshalb nicht verfolgt wird? Wohlgemerkt, 20.000 Verstösse in nur einem Jahr. Nicht mitgezählt die Verstöße, die anzuzeigen keine Zeit mehr blieb!</p>
<p>Gehen wir lieber davon aus, dass gute und richtige Vorschriften missachtet werden. In jener Gegend also stapeln sich vermutlich die Autos. Alle unpassend geparkt, interessiert aber niemand. Und weil es niemand interessiert, verlottert die Gegend. Zuerst werden die Hauswände besprüht, dann die Fenster eingeworfen. Die Ordnungskräfte sind so desinteressiert, dass sie nicht einmal Anzeigen auf dem Silbertablett entgegennehmen wollen. Da kann man sich schon vorstellen, dass sie selbst erst recht keine Lust verspüren, für Ordnung zu sorgen. Ein Durchkommen mit dem Auto ist vermutlich schon länger nicht mehr möglich, daher auch der Rettungshubschrauber. Nur ein Mann kämpft dagegen an, aber der ist nun, wie die Netzeitung so unpassend bemerkt, <em>kaltgestellt</em>. Nicht kalt gemacht, wenigstens.</p>
<p>Glaubwürdig ist die Verächtlichmachung des wackeren Mannes nicht. Allein das Attribut &#8220;Knöllchen-Horst&#8221;. Das rückt einen anzunehmenderweise unbescholtenen Bürger in ein merkwürdiges Licht. Anständige Menschen haben Vor- und Nachnahmen. &#8220;Drei-Finger-Eddie&#8221;, &#8220;Bananen-Jo&#8221;, &#8220;Mützen-Charlie&#8221;, &#8220;Bahnhofs-Udo&#8221;, so wollen die meisten nicht heissen. Und dann die Behauptung, er habe einen Rettungshubschrauber beim Falschparken erwischt. Geht das nicht etwas ausführlicher?</p>
<p>Das klingt so bizarr, da hätte ich gerne mehr erfahren. War der Helikopter überhaupt im Einsatz? Oder stand er im Halteverbot vor einer Imbissbude, verlassen, der Rotor längst stillstehend, die Besatzung pflichtvergessen beim Feierabendumtrunk? Soll man das ignorieren?</p>
<p>Vermutlich werden wir es nie erfahren. Ich hüte mich, in das allgemeine Gewieher einzufallen, das auf &#8220;Knöllchen-Horst&#8221; niederprasselt. Ich kenne sehr wohl das ohnmächtige Gefühl, das man angesichts unserer anonymen Gesellschaft hat, wenn Tag für Tag die eigene Einfahrt zugeparkt wird, die Autos auf dem Radweg stehen, oder so auf dem Gehsteig, dass man mit dem Kinderwagen erhebliche Umwege fahren muss. Ich schreibe es nochmal: 20.000 Verfehlungen! Das ist kein Jäger, der sich diebisch freut, anderen ihre Verfehlungen nachweisen zu können. Das ist ein Mann, dem es reicht. Und der, zivilisiert genug, nicht zur Selbsthilfe greift, zum Eisenrohr, zur Schrotflinte, zum Farbspray, nein, er greift zum Stift und schreibt Anzeigen. Gottseidank.</p>
<p>Oder die Netzeitung hat mit ihrer diffamierenden Darstellung doch recht, war nur zu faul, das genauer hinzuschreiben, und der Mann ist doch ein Querulant. Ein Spießer. Das ist nicht auszuschliessen und irgendwie jetzt</p>
<p class="finish">die beruhigendere Vorstellung.</p>
<p><em>Bildquelle: de.wikipedia.org, ADAC</em></p>
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		<title>Scheinheilmann</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Nov 2008 22:44:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Netzwelt]]></category>

		<category><![CDATA[Sprache]]></category>

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		<description><![CDATA[Was es alles gibt:

Linke-Politiker stoppt Kampf gegen wikipedia.de
Wegen eines Wikipedia-Eintrags sah der Linke-Abgeordnete Lutz Heilmann sein Persönlichkeitsrecht verletzt - und ließ per Gericht die deutsche Startseite des Online-Lexikons sperren. Protest brandete auf, jetzt erklärt der Politiker den Streit für beendet: weil der Beitrag plötzlich in Ordnung sei.
So stand es zum Beispiel bei Spiegel online. Was [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-medium wp-image-254" style="float: right;" title="telephos" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/11/telephos-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" />Was es alles gibt:</p>
<blockquote>
<h3>Linke-Politiker stoppt Kampf gegen wikipedia.de</h3>
<p>Wegen eines Wikipedia-Eintrags sah der Linke-Abgeordnete Lutz Heilmann sein Persönlichkeitsrecht verletzt - und ließ per Gericht die deutsche Startseite des Online-Lexikons sperren. Protest brandete auf, jetzt erklärt der Politiker den Streit für beendet: weil der Beitrag plötzlich in Ordnung sei.</p></blockquote>
<p><span id="more-253"></span>So stand es zum Beispiel bei <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,590719,00.html" target="_blank">Spiegel online</a>. Was war passiert? Bei wikipedia.de war zu lesen gewesen Heilmann habe seine Stasi-Zeit als &#8220;verlängerten Wehrdienst&#8221; geschönt. Nach Heilmanns Angriff stand da nur noch, dass wikipedia.de derzeit nicht zu erreichen sei. Generell. Also auch für mich? Der ich doch nur bisserl was näheres zu <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Telephos" target="_blank">Telephos</a> lesen wollte, dem Sohn der Herakles und der Auge, dem ich gerade im Pergamonmuseum begegnet war? Aber wir kommen vom Thema ab. Ich konnte natürlich alles zum Thema Telephos lesen. Ein Richter, der glaubt, Inhalte im Internet verschwinden, nur weil man die Domain sperrt, so ein Richter glaubt auch, dass es ausserhalb von .de kein Internet gibt. Das deutsche Wikipedia war ja die ganze Zeit problemlos als de.wikipedia.org zu erreichen. Um ehrlich zu sein, ich glaube, ich habe noch nie www.wikipedia.de aufgerufen. Wollte der Richter berühmt werden? Oder wollte er Heilmann vorführen, indem er seinem offensichtlich untauglichen Antrag einfach stattgab? Vorstellbar wäre auch das.</p>
<p>Leute wie Heilmann kann man nur bedauern. Als Stasi-Mann rangieren seine Sympathiewerte so tief im Keller, dass man sie mit blossem Auge nicht mehr wahrnimmt. So ein Mann in den eigenen Reihen schadet der Linken, und das weiss sie. Und, nach dieser unseligen Sperrung weiß die ganze Republik Bescheid. Weiter unten steht in dem Spiegelartikel zu lesen:</p>
<blockquote><p>Heilmann bedauerte, dass durch die einstweilige Verfügung die deutschen Wikipedia-User keinen &#8220;direkten Zugriff mehr auf die Wikipedia-Inhalte&#8221; gehabt hätten. Ihm sei es nicht &#8220;um Zensur, sondern schlicht um eine wahre Tatsachendarstellung&#8221; gegangen. Der juristische Weg habe sich aber &#8220;insoweit als problematisch erwiesen, als durch die Struktur von Wikipedia die anderen Userinnen und User in Mitleidenschaft gezogen werden.&#8221;</p></blockquote>
<p>Er bedauert die Zensur? Um die sei es ihm nicht gegangen? Ich meine, ein Lump muß Lump genannt werden, ein Feigling Feigling, so wie Zensur auch Zensur heißen soll. Aber wer mich kennt, weiß, was mich wirklich abgestoßen hat: Dieser Mann redet von <em>Userinnen</em>. Er darf das Internet versuchen zu sabotieren, er darf die Justiz zur Selbstverhöhnung verleiten, er darf Anrüchigkeiten verschleiern, aber muss er sich derart an der Sprache vergreifen?</p>
<p>Mir kann nichts passieren, dieser Blog läuft in der .net-Domain, auf die jener Richter keinen Einfluß hat oder besser gesagt, davon offensichtlich nichts weiß, und so sage ich lustvoll und ohne Angst:</p>
<p class="finish">Pfui Teufel.</p>
<p><em>Bildquelle: de.wikipedia.org, Telephos wird in Argos begrüßt - Platte des Telephosfrieses vom Pergamonaltar</em></p>
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		<title>Penner</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2008/11/09/penner/</link>
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		<pubDate>Sun, 09 Nov 2008 08:00:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Netzwelt]]></category>

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		<description><![CDATA[Es sind schwere Zeiten. Es kann jeden treffen. Gestern war ich noch erfolgreicher Unternehmer, heute schon ein Penner. Obdachslos. Ich verdiene mein Geld mit Pfandflaschensammeln und bin auf Ihre Spenden angewiesen.
Aber ich habe noch Chancen. Zum einen kann ich eine Weiterbildung nach der anderen machen, was mein Einkommen erhöht, zum anderen kann ich in Pennerkämpfen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-252" style="float: left;" title="standardpenner" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/11/standardpenner.jpg" alt="" width="100" height="133" />Es sind schwere Zeiten. Es kann jeden treffen. Gestern war ich noch erfolgreicher Unternehmer, heute schon ein Penner. Obdachslos. Ich verdiene mein Geld mit Pfandflaschensammeln und bin auf Ihre <a href="http://www.pennergame.de/change_please/9159858/" target="_blank">Spenden</a> angewiesen.</p>
<p>Aber ich habe noch Chancen. Zum einen kann ich eine Weiterbildung nach der anderen machen, was mein Einkommen erhöht, zum anderen kann ich in Pennerkämpfen, beim Flaschensammeln, durch Kleinkriminalität und durch Musizieren in der Fussgängerzone so viel Geld verdienen, dass ich irgendwann in einer Villa wohne. Oder ich höre einfach auf zu spielen, denn dann bin ich auch kein Penner mehr und habe auch wieder ein Obdach.</p>
<p><span id="more-250"></span>Das liegt daran, dass ich das Pennergame ausprobiert habe (<a href="http://www.pennergame.de/change_please/9159858/" target="_blank">www.pennergame.de</a>). Das heisst wirklich so. Sammeln Sie doch mal den ganzen Tag Pfandflaschen. Am Abend sind Sie müde und schmutzig, und Sie haben keine Dusche. Gottseidank hat Ihr Kumpel eine Autowaschanlage, da laufen Sie durch (kostet Sie 25€, Spielgeld natürlich) und schon geht es Ihnen besser. Eine Flasche Wodka treibt die Promille auf 2,5 - da gehen auch die Weiterbildungen leichter von der Hand. Meine zahme Kakerlake hat ein paar Kunsstücke gelernt, dann habe ich sie aber doch gegen einen Kampfhamster getauscht. Mein Name ist übrigens Reldnas. Sandler war schon weg.</p>
<p>Zynismus? Darf man sowas spielen? Aber natürlich darf man. Man kann ja am Computer auch Formel-1-Fahrer spielen, Terrorist, Killer, Ausserirdischer etc., wieso nicht auch einen Obdachlosen?</p>
<p class="finish"><a href="http://www.pennergame.de/change_please/9159858/" target="_blank">Hammse mal ne Mark?</a></p>
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		</item>
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		<title>Lieber ein richtiger Brite als ein britischer Richter?</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2008/11/08/lieber-ein-richtiger-brite-als-ein-britischer-richter/</link>
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		<pubDate>Sat, 08 Nov 2008 16:24:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>

		<category><![CDATA[Schnipsel]]></category>

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		<description><![CDATA[Bei dieser Pressemeldung schaut man unwillkürlich auf den Kalender - ist schon wieder Erster April?

&#8220;Internetgeneration kann nicht mehr zuhören&#8221;
Oberster britischer Richter sieht Jugend als Schöffen ungeeignet
Hatfield (pte/07.11.2008/06:05) - Die Mitglieder der Internetgeneration eignen sich nicht mehr dazu, als Schöffen vor Gericht eingesetzt zu werden. Mit dieser Einschätzung sorgt derzeit der oberste Richter Großbritanniens Sir Igor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-medium wp-image-251" title="judge" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/11/judge-215x300.jpg" alt="" width="215" height="300" />Bei dieser <a href="http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=081107002" target="_blank">Pressemeldung</a> schaut man unwillkürlich auf den Kalender - ist schon wieder Erster April?</p>
<blockquote>
<h3>&#8220;Internetgeneration kann nicht mehr zuhören&#8221;</h3>
<h5>Oberster britischer Richter sieht Jugend als Schöffen ungeeignet</h5>
<p>Hatfield (pte/07.11.2008/06:05) - Die Mitglieder der Internetgeneration eignen sich nicht mehr dazu, als Schöffen vor Gericht eingesetzt zu werden. Mit dieser Einschätzung sorgt derzeit der oberste Richter Großbritanniens Sir Igor Judge für Aufsehen. Wie die britische Times berichtet, hatte der als Lord Chief Justice bezeichnete Träger des höchsten Richteramtes diese Auffassung erst kürzlich im Rahmen einer Rede an der University of Hertfordshire vertreten. Judge zufolge seien viele junge Menschen heute zwar &#8220;technisch sehr geschickt&#8221; und würden sich eine &#8220;Vielzahl von Informationen aus dem Internet&#8221; besorgen. Entscheidend sei in diesem Zusammenhang aber, dass sie die Inhalte dort lediglich lesen würden. Die für Gerichtsverhandlungen notwendige Fähigkeit des Zuhörens - auch über längere Zeitspannen hinweg - bliebe dabei völlig auf der Strecke, so Judge.</p>
<p> </p>
<p><span id="more-249"></span>&#8220;Ein mögliches Problem ergibt sich aufgrund der innerhalb der Internetgeneration mittlerweile üblichen Lernpraktiken, durch die junge Menschen heute nicht mehr wie wir gewohnt sind, über einen längeren Zeitraum hinweg zuzuhören&#8221;, zitiert die Times aus der Rede des obersten britischen Richters. Einige würden es zwar vielleicht doch noch aushalten, über Stunden und ganze Tage im Gerichtssaal zu sitzen und den Ausführungen zu lauschen. &#8220;Es würde aber wohl nicht lange dauern, bis so mancher von ihnen verlangt, dass er die Informationen, auf deren Grundlage er seine Entscheidung treffen muss, auch in Form von modernen Technologien zur Verfügung gestellt bekommt&#8221;, betont Judge. Dieses Problem werde sich durch den rasanten technologischen Fortschritt in Zukunft noch weiter verschärfen. &#8220;Ich will erst gar nicht damit anfangen, mir das Ausmaß der vor uns liegenden Veränderungen vorzustellen&#8221;, meint Judge. (&#8230;)</p></blockquote>
<p>Widerstehen wir dem Kalauer und halten wir uns nicht bei dem Namen des Richters auf. Was er sagt, ist bereits komisch genug. Sir Igor dürfte zwischen 1945 und 1950 auf die Welt gekommen sein. Seither gab es die Fifties (Rock&#8217;n'Roll, Alkohol, &#8220;Denn sie wissen nicht, was sie tun&#8221;), die Sixties (Twist, Haschisch, &#8220;Hair&#8221;), die Seventies (Rock, LSD, &#8220;Rocky Horror Picture Show&#8221;), die Eighties (Harold Faltermeier, Koks, &#8220;Terminator&#8221;) und die Nineties (Techno, Ecstasy, &#8220;Matrix&#8221;). Und die waren also alle als Schöffen geeigneter? Weil man da so schön stillsitzen und zuhören konnte?</p>
<p>Obwohl, sehr misstrauisch macht es uns schon, dass die heutige Jugend einen Drehbleistift nicht mehr als <em>state of the art</em> in der Informationsbearbeitung sieht.</p>
<p class="finish">Very strange, indeed, isn&#8217;t it.</p>
<p><em>Bildquelle: The Sun (www.thesun.co.uk)</em></p>
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		</item>
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		<title>Ablenkungsmanöver</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2008/11/05/ablenkungsmanover/</link>
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		<pubDate>Wed, 05 Nov 2008 16:09:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Netzwelt]]></category>

		<category><![CDATA[Technik]]></category>

		<category><![CDATA[Tag hinzufügen]]></category>

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		<description><![CDATA[Vermutlich ist die gesamte globale Finanzkrise ein reines Ab­lenkungs­manöver sini­strer Kreise, die sich zum Ziel gesetzt haben, das Internet unter ihre Kontrolle zu be­kommen. Über die Kandi­daten und ihre Ziele kann man nur spekulieren&#8230; Deutsche Telekom? (Wieder­ein­führung der Post­hörn­chen­auf­kleber)! Micro­soft? (Welt­herr­schaft? Anti-Linux-Filter im ganzen Inter­net)! Frank­reich? (Was ist Inter­net? Wir haben doch Minitel!).
Wie es Australien [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-248" style="float: left;" title="dunkelmaenner" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/11/dunkelmaenner.jpg" alt="" width="230" height="165" />Vermutlich ist die gesamte globale Finanzkrise ein reines Ab­lenkungs­manöver sini­strer Kreise, die sich zum Ziel gesetzt haben, das Internet unter ihre Kontrolle zu be­kommen. Über die Kandi­daten und ihre Ziele kann man nur spekulieren&#8230; Deutsche Telekom? (Wieder­ein­führung der Post­hörn­chen­auf­kleber)! Micro­soft? (Welt­herr­schaft? Anti-Linux-Filter im ganzen Inter­net)! Frank­reich? (Was ist Inter­net? Wir haben doch Minitel!).</p>
<p><span id="more-247"></span>Wie es Australien geschafft hat, eben­falls zu dieser Geheim­loge zu stoßen, stand bei Redaktions­schluss noch nicht fest.</p>
<p>Worum es geht? Bei <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,587706,00.html" target="_blank">Spiegel online</a> stehen die er­staun­lich­sten Meldungen, und niemand bekommt es mit, weil alle wie gebannt die Finanz­märkte beobachten. Aber hier ist die Zusammen­fassung:</p>
<blockquote>
<h3>Sarkozy will Datensaugern die Internetverbindung kappen</h3>
<p>Surf-Entzug als Strafe: Nach zwei Warnungen soll Daten­saugern in Frank­reich künftig der Inter­net­zu­gang für ein Jahr gesperrt werden. (&#8230;) </p>
<p>Die Vorlage zu dem Internet-Raus­schmiss-Gesetz lieferte Nicolas Sarkozy höchst­per­sön­lich: Im November des ver­gan­genen Jahres hatten sich 40 Inter­essen­ver­treter der Film- und Musik­indu­strie an den Prä­si­denten gewandt und baten ihn, notorischen Daten­saugern den Inter­net­zugang zu kappen.</p></blockquote>
<p>Haben sie es also ge­schafft. Die Musik­industrie ist schlauer geworden. Solange sie sich an die Provider gewandt haben, wurde ihnen mehr oder weniger geduldig erklärt, dass gekappte Inter­net­zugänge nichts bringen. Politiker haben viel­leicht weniger Ahnung vom Inter­net. Speziell in Frank­reich, das ja bekanntlich noch heute darunter leidet, dass deren BTX (&#8221;Minitel&#8221;) funktioniert hat - im Gegensatz zu unserem - und daher lange kein Bedarf für Inter­net da war. Und Herr Sarkozy stolpert in deren Falle. Er über­sieht nämlich etwas:</p>
<ol>
<li>Ein Inter­net­an­schluß gehört nicht not­wen­diger­weise je­man­dem be­stimmten. Es kann Mit­nutzer geben: Familien­mit­glieder, WLAN-Ein­dring­linge, Mit­be­wohner, Viren.</li>
<li>Ein Inter­net­an­schluß läßt sich an­onymi­sieren. Wirk­liche Krimi­nelle wissen das.</li>
<li>Musik­piraterie ist ein Delikt, das häufig von straf­un­mündigen Personen begangen wird. Wem wird dann der Zugang entzogen? Den Eltern, weil sie ihre <em>Bagage</em> nicht im Griff hatten?</li>
<li>Es gibt immer wieder falsche Ver­dächti­gun­gen. Sonst würden nicht immer wieder Netz­werk­equip­ment oder Drucker der Piraterie ver­dächtigt.</li>
<li>Ein Ab­klemmen vom Inter­net ist mehr als ein Surf­verbot. EMail gehört zur Basis­kom­mu­ni­ka­tion dazu, ganz zu schwei­gen davon, dass heute viele Men­schen ohne Inter­net auch kein Tele­phon mehr hätten.</li>
</ol>
<p>Beispiele für falsche Ver­dächti­gungen gibt es <a href="http://www.netzheimer.de/wp/2008/06/11/so-einfach-ist-es-nicht/" target="_blank">genug</a>. Auch sollte man über die Typisierung der Täter <a href="http://www.svb.bayern.net/2008/06/11/sind-wir-nicht-alle-ein-bischen-kriminell/" target="_blank">kurz nach­denken</a>. Aber das kümmert die <a href="http://www.svb.bayern.net/2008/09/18/piraten-ohne-schiff/" target="_blank">Musikindustrie</a> nicht.</p>
<p>Aber Musik­industrie und Soft­ware­indu­strie sind nicht die einzigen, die dem Inter­net an den Kragen wollen. Da waren ja auch noch die Chinesen. Diese haben, so scheint es, in­zwi­schen Australien infiltriert:</p>
<blockquote>
<h3>Australische Schrott-Sperre im Internet: Datentransfer könnte um 30 Prozent langsamer werden</h3>
<p>In Australien macht die Sorge vor einem Ende des schnellen Internets die Runde: Die Ge­schwin­dig­keit der Daten­über­tragung könnte um bis zu 30 Prozent ab­nehmen, rechnen Technik­ex­per­ten vor, wenn die Regierung auf einer Filterung von Web-Inhalten bestehen sollte.</p>
<p>Zuvor hatte Kom­muni­ka­tions­mini­ster Steven Conroy be­stä­tigt, dass die Regierung einen ver­pflichten­den Inter­net­filter ein­rich­ten werde und bereits Inter­net­pro­vider ge­beten habe, den Filter zu testen. Au­stra­lische Inter­net Service Pro­vider sollen von der Tele­kom­mu­ni­ka­tions-Re­gu­lierungs­be­hör­de ACMA in Black­lists vorgegebene illegale und nicht für Kinder ge­eignete In­halte ausfiltern - und die Au­stra­lier sollen keine Mög­lich­keit haben, den Filter zu um­gehen.</p></blockquote>
<p>Mal abgesehen davon, dass es kaum vor­stell­bar ist, eine Positiv­liste zu pflegen, und mal ab­ge­sehen davon, dass eine Negativ­liste nichts bringt, steht da tat­säch­lich: <em>Keine Möglich­keit</em>, den Filter zu um­gehen? Wenn so ein Filter technisch möglich wäre, wieso wer­den dann Leute, die solche Filter umgehen,</p>
<p class="finish">in China zu harten Strafen verurteilt?</p>
<p><em>Bildquelle: </em><a href="http://www.swissinfo.ch/ger/startseite/Kampf_gegen_Korruption_und_Kriminalitaet.html?siteSect=109&amp;sid=6143182&amp;cKey=1143620313000&amp;ty=st" target="_blank"><em>swissinfo.ch</em></a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Heute vor zwanzig Jahren</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2008/11/02/heute-vor-zwanzig-jahren/</link>
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		<pubDate>Sat, 01 Nov 2008 22:51:04 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Vor zwanzig Jahren war Robert T. Morris vermutlich sehr ärgerlich auf Robert T. Morris jr., seinen Sohn. Er selbst, ein bedeutender Wissenschaftler, arbeitete am National Computer Security Center (NCSC), einer Abteilung des NSA. Sein Sohn war noch Student an der Cornell University, aber heute vor zwanzig Jahren sollte er bekannter werden als sein Vater. Und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-full wp-image-246" style="float: right;" title="wurm" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/11/wurm.jpg" alt="" width="150" height="230" />Vor zwanzig Jahren war Robert T. Morris vermutlich sehr ärgerlich auf Robert T. Morris jr., seinen Sohn. Er selbst, ein bedeutender Wissenschaftler, arbeitete am National Computer Security Center (NCSC), einer Abteilung des NSA. Sein Sohn war noch Student an der Cornell University, aber heute vor zwanzig Jahren sollte er bekannter werden als sein Vater. Und das mit einer Aktion, die sein Vater nur als Affront begreifen konnte. Robert T. Morris jr. setzte heute vor zwanzig Jahren den ersten Internetwurm frei, den berüchtigten <em>Morriswurm</em>.</p>
<p><span id="more-245"></span>Was da genau passiert ist, ist <a href="http://www.kossakowski.de/kap222.htm" target="_blank">hier gut dargestellt</a>. Festzuhalten ist:</p>
<ul class="gold">
<li>Der Wurm konnte sich deshalb gut ausbreiten, weil es im Internet eine ziemliche Monokultur gab: Sun und DEC hiessen die Hersteller, von denen mit wenigen Ausnahmen alle Rechner im Netz waren. Jahre später wiederholte sich das mit Windows: Nur die grosse Verbreitung dieses vergleichsweise auch schlecht gesicherten Betriebssystems ließ Unzahlen von Viren entstehen.</li>
<li>Der Wurm wurde dadurch unschädlich gemacht, dass das komplette Internet abgeschaltet wurde. Die betroffenen Systemadministratoren sprachen sich telephonisch ab, bevor das Netz Knoten für Knoten gesäubert und wieder hochgefahren wurde. Man sieht, wie übersichtlich damals das Internet war.</li>
<li>Die Strafe war knackig, gemessen an dem vergleichsweise kleinen Schaden. Vor allem die Verfahrenskosten, 150000 Dollar, dürften das studentische Budget überstrapaziert haben.</li>
<li>Der Autor des Wurms war gut. Immerhin ist er heute Professor am renommierten MIT. Heutige Würmer-Programmierer sind entweder Unterweltler oder Scriptkiddies, die die Würmer und Viren nicht selbst entwickeln, sondern aus den entsprechenden Quellen einfach nur Baukästen herunterladen.</li>
<li>Der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Tappan_Morris" target="_blank">Eintrag bei Wikipedia</a> ist irgendwie eisig.</li>
</ul>
<p class="finish">Morris hat ja schließlich die Büchse der Pandora geöffnet.</p>
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		<title>Gehaltskürzungen</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2008/10/27/gehaltskurzungen/</link>
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		<pubDate>Mon, 27 Oct 2008 21:14:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>

		<category><![CDATA[Moral]]></category>

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		<description><![CDATA[Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten bei einer Firma, der es nicht sonderlich gut geht. Aber die Firma wird gerettet, wenn Sie auf drei Viertel Ihres Gehalts verzichten. Machen Sie das? Wieso sollten Sie&#8230;
Wieso sollte ich? - fragt sich der Bankmanager. Das Rettungspaket des Staats ist zum Greifen nah, aber es ist vergiftet. Wer es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-244" style="float: left;" title="geldhaeuschen" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/10/geldhaeuschen.jpg" alt="" width="165" height="165" />Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten bei einer Firma, der es nicht sonderlich gut geht. Aber die Firma wird gerettet, wenn Sie auf drei Viertel Ihres Gehalts verzichten. Machen Sie das? Wieso sollten Sie&#8230;</p>
<p>Wieso sollte ich? - fragt sich der Bankmanager. Das Rettungspaket des Staats ist zum Greifen nah, aber es ist vergiftet. Wer es in Anspruch nimmt, muss auf Gehalt verzichten. Nun kann man argumentieren, 500.000 € sind immer noch besser als Arbeitslosengeld. Man kann aber auch argumentieren, dass man so ein Paket lieber später als früher abruft.</p>
<p><span id="more-243"></span>Vergleicht man die Gehälter in den Landesbanken mit denen in den Privatbanken, so ist es schneller erklärlich, wieso die ersten Banken, die die Reißleine ziehen, Landesbanken sind. So kommt es zu der <a href="http://www.ftd.de/politik/deutschland/:Appell-an-Bankmanager-Steinbr%FCck-bleibt-auf-Rettungspaket-sitzen/430612.html" target="_blank">Meldung in der Financial Times Deutschland</a>:</p>
<blockquote>
<h3>Steinbrück bleibt auf Rettungspaket sitzen</h3>
<p>In den Äußerungen des Bundesfinanzministers schwingt ein wenig Wut mit: Er fordert die Banken mit Nachdruck auf, den staatlichen Schutzschirm in Anspruch zu nehmen. Das Problem: Die Reaktion der Banken auf das Rettungspaket ist sehr verhalten.</p>
<p>Sollten Banken die Finanzspritzen des Bundes nicht akzeptieren und so &#8220;vorsätzlich einen Zusammenbruch in Kauf nehmen, wäre ein ziemliches Ding&#8221;, sagte Steinbrück der &#8220;Bild am Sonntag&#8221;. Angst vor möglichen Gehaltskürzungen darf in Steinbrücks Augen kein Handlungsmotiv für die Manager sein.</p>
<p>&#8220;Das würde bedeuten, dass ein Banker sein Institut lieber untergehen ließe als dass er für die Laufzeit des Schirmes bis Ende 2009 für &#8216;nur&#8217; noch 500.000 Euro pro Jahr arbeitet. Das sollte er dann mal der Öffentlichkeit erklären&#8221;, sagte der Minister und fügte hinzu: &#8220;Das ist für mich absolut unvorstellbar. Dann würde ich langsam verzweifeln an der Verantwortungsbereitschaft dieser Berufsklasse.&#8221; Er möchte den Banker sehen, der die Rettung seiner Bank an seinem eigenen Gehalt scheitern lasse, sagte Steinbrück.</p></blockquote>
<p>Und wir sehen den Politiker, der die Rettung des Bankensystem an populistischem Zwang zum Gehaltsverzicht scheitern lassen will. Während es noch sehr einsehbar ist, dass aus Rettungsgeldern keine Dividenden bezahlt werden dürfen, während es auch sehr üblich ist, in schweren Zeiten keine Bonuszahlungen zu leisten, so ist es schon unverständlicher, dass nicht mehr gilt, was gestern noch richtig war: Führende Manager sind teuer. Eine Bank in Schwierigkeiten kommt mit Leuten aus, die für weniger arbeiten? Das sollte man sich merken, für Zeiten, in denen es den Banken wieder gut geht und sie somit noch einfacher zu führen sind. Wer der Öffentlichkeit etwas zu erklären hätte, bleibt immer noch der Politiker.</p>
<p>Vielleicht ist den Managern aber auch egal, was sie verdienen. Vielleicht lassen sie sich aus anderen Gründen nicht ins Netz fallen. In der <a href="http://www.welt.de/welt_print/article2631704/Bundesregierung-laesst-Bayern-im-Streit-ueber-Landesbank-auflaufen.html" target="_blank">Welt Online</a> steht die Schlagzeile</p>
<blockquote>
<h3>Bundesregierung lässt Bayern im Streit über Landesbank auflaufen</h3>
</blockquote>
<p class="finish">Vielleicht wußten die Privatbanken das schon vorher&#8230;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.svb.bayern.net/2008/10/27/gehaltskurzungen/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Die Post geht ab&#8230;</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2008/10/26/die-post-geht-ab/</link>
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		<pubDate>Sat, 25 Oct 2008 22:49:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>

		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Markenrecht ist schon lustig. Man kann nur Begriffe schützen lassen, die nicht längst Allgemeingut sind. Leberkäse geht nicht. Rasierwasser. Briefmarke. Müsli. Oh, stop, Müsli ist eine eingetragene Marke von Nestlé. Das, was man nicht schützen kann, heißt Müesli. Das wissen aber gefühlt nur 10% der Bundesbürger. Und weil es so gut klappt, einen Schreibfehler in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-medium wp-image-242" style="float: right;" title="post" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/10/post.png" alt="" width="213" height="126" />Markenrecht ist schon lustig. Man kann nur Begriffe schützen lassen, die nicht längst Allgemeingut sind. Leberkäse geht nicht. Rasierwasser. Briefmarke. Müsli. Oh, stop, Müsli ist eine eingetragene Marke von Nestlé. Das, was man nicht schützen kann, heißt Müesli. Das wissen aber gefühlt nur 10% der Bundesbürger. Und weil es so gut klappt, einen Schreibfehler in ein Wort zu mogeln, um es dann schützen zu können, hat Nestlé auch gleich noch Aquarel belegt.</p>
<p>Es gab einmal in Deutschland eine große Behörde, die hieß Deutsche Post. <span id="more-241"></span>Zeitweilig auch Bundespost. Sie hat das Postmonopol verwaltet. Mit der Privatisierung der Post, ihrer Zerschlagung in drei mehr oder weniger unabhängige Firmen, fiel natürlich auch das Postmonopol, wenngleich etwas zögerlich. Nun dürfen also miteinandere konkurrierende Firmen Postdienste anbieten. Aber, und das erstaunt doch sehr, sich nicht einfach so nennen, denn &#8220;Post&#8221; ist seit 2003 als Marke eingetragen und darf nicht gelöscht werden, wie der BGH meint, <a href="http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,586256,00.html" target="_blank">nachzulesen im Managermagazin</a>:</p>
<blockquote><p>Die Deutsche Post behält zunächst das exklusive Recht auf die Verwendung des Begriffs &#8220;Post&#8221;. Der erste Zivilsenat des Bundesgerichtshofs gab am Freitag der Rechtsbeschwerde der Post gegen die Löschung der seit 2003 geschützten Marke statt. Nun muss das Bundespatentgericht erneut über den Fall entscheiden.</p></blockquote>
<p>Dabei scheint es dieser Firma mit dem Begriff nicht einmal so ernst zu sein. Gibt man ein &#8220;www.deutschepost.de&#8221; und klickt auf News, zum Beispiel auf die Meldung <a href="http://www.deutschepost.de/servlet/exittracking?target=http%3A%2F%2Fwww.dpwn.de%2Fdpwn%3Flang%3Dde_DE%26xmlFile%3D2010425&amp;xmlFile=828&amp;lang=de_DE" target="_blank">Bundesgerichtshof bestätigt Schutz der Marke &#8220;Post&#8221;</a>, dann landet man bei &#8220;www.dpwn.de&#8221;. Deutsche Post World Net heisst das. International werden Briefdienste nun unter der Marke &#8220;DHL Global Mail&#8221; angeboten. Das denke ich mir nicht aus, das <a href="http://www.dpwn.de/dpwn?tab=1&amp;skin=hi&amp;check=yes&amp;lang=de_DE&amp;xmlFile=2001321" target="_blank">schreiben die selbst</a>. Warum kämpfen sie so verbissen um einen Namen, der ihnen nicht wichtig scheint?</p>
<p>Vielleicht, weil wir in der Post etwas vor uns sehen, das seine Wurzeln in Zeiten hat, die tausende von Jahren vor unserer Zeit sind. Woher kommt der Name &#8220;Post&#8221;? Manch einer antwortet sofort, sich dabei an alte Amtszeiten erinnernd, &#8220;Personen ohne sinnvolle Tätigkeit&#8221;.</p>
<p>Erfinder sind vermutlich die alten Perser gewesen. Persien war eine Hochkultur. Das Reich hatte eine ungeheure Ausdehnung. Nachrichtenübermittlung war ein wichtiges Hilfsmittel, für Verwaltung und militärische Zwecke. Kaum zu glauben, dass die Perser bereits damals in der Lage waren, Briefe in nur wenigen Tagen quer durch das ganze Reich zuzustellen. Hierzu gab es ein dichtgeknüpftes Netz von Relaisstationen, an denen immer frische, ausgeruhte Pferde und Reiter warteten, die Briefe wie Stafetten aufnahmen und weitertransportierten. Von den Amerikanern im 19. Jahrhundert kennt man noch den Ponyexpress, aber das war, wie man sieht, nichts neues. Wie die Perser ihren Ponyexpress genau nannten, ist mir nicht bekannt, aber für die Griechen hörte sich der Name der Boten an wie &#8220;αγγελοι&#8221; - Angeloi. Als <em>Engel</em> bezeichnet man heute nur noch die Boten des Himmels, der Name ist aber der selbe. Unserer früherer Paketbote war der lebende Beweis, wieso ein neuer Name gefunden werden musste, denn mit Engeln hatte der nichts mehr zu tun.</p>
<p>Das persische System hat viele Jahrhunderte prima funktioniert. Kein Wunder, dass es von den anderen großen Verwaltungsspezialisten übernommen wurde - den Römern. Die Römer hatten ebenfalls ein Riesenreich zu beherrschen. Augustus führte ein System von Pferdewechselstationen ein, das dem der Perser nachempfunden war. Die einzelnen Stationen hießen <em>mansiones</em>. Die Relaistation in, beispielsweise, Köln, hiess somit <em>mansio posita in colonia agrippina</em>. Die Italiener machten daraus die Posta.</p>
<p>1490 hatte der spätere deutsche Kaiser Maximilian I. ein Logistikproblem. Er beauftragte Franz von Taxis mit der Gründung der modernen Post, was dieser begeistert und so erfolgreich erledigte, dass nicht Maximilians Name, sondern der seines Beraters seither untrennbar mit der Post verbunden war. Ein Dienst an der Allgemeinheit wurde es erst viel später. Noch im neunzehnten Jahrhundert konnte man lesen &#8220;und das Zimmermädchen nutzte die Gelegenheit, ebenfalls ein Blatt in den Brief einzulegen, da sie sich das Porto für einen eigenen Brief nie hätte leisten können&#8221;. Die englische Post muss im 19. Jahrhundert recht einducksvollen Service abgeliefert haben. &#8220;Nach dem Frühstück setzte er sich mit der Morgenpost sogleich an seinen Schreibtisch, damit er die Antwortbriefe mit der Mittagspost nach London schaffe, um noch am selben Tag die Antwort mit der Abendpost in Händen zu halten&#8221;. Wäre die Post bei uns so gut gewesen, hätte niemand EMail erfinden müssen.</p>
<p>Also, die Post mag heissen wie sie will, sie bleibt die Post. Wie hört sich das denn auch an, nicht Christel von der Post, sondern</p>
<p class="finish">Crystal von der DHL Global Mail</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Burn after Reading</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Oct 2008 16:53:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Film]]></category>

		<category><![CDATA[Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach Kenntnisnahme vernichten, das hört sich nach Geheimdienst an. Der deutsche Titel &#8220;Wer verbrennt sich hier die Finger&#8221; ist wieder einmal ein Beispiel dafür, dass es offensichtlich manchmal nicht leicht ist, Filmtitel zu übersetzen, wie gut, dass &#8220;Burn after Reading&#8221; immer noch darübersteht. Geheimdienst also - und siehe da, in diesem Milieu spielt ein Film, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-237" style="float: left;" title="burnafterreading_frances_mcdermond_und_george_clooney" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/10/burnafterreading_frances_mcdermond_und_george_clooney-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" />Nach Kenntnisnahme vernichten, das hört sich nach Geheimdienst an. Der deutsche Titel &#8220;Wer verbrennt sich hier die Finger&#8221; ist wieder einmal ein Beispiel dafür, dass es offensichtlich manchmal nicht leicht ist, Filmtitel zu übersetzen, wie gut, dass &#8220;Burn after Reading&#8221; immer noch darübersteht. Geheimdienst also - und siehe da, in diesem Milieu spielt ein Film, der völlig abstrus ist. Totaler Blödsinn. Abwegig. Surrealistisch. Und genial! Das verwundert nun nicht wirklich, schaut man, von wem der Film ist: Ethan und Joel Coen. Ich kann mich nicht erinnern, von denen etwas schlechtes gesehen zu haben. (Ein (un)möglicher Härtefall! No Country for Old Men!! Fargo!!! The Big Lebowski!!!!).</p>
<p>Und dann die Entstehungsgeschichte&#8230; <span id="more-236"></span>Angeblich kam den Coens die Idee, als sie sich mögliche Rollen für ihre Lieblings­schau­spieler Frances McDormand, George Clooney und Richard Jenkins ausdachten. Wobei &#8220;Lieblings­schau­spieler&#8221; bei Frances McDormand viel­leicht ein bisserl unter­trieben ist, sie ist mit Joel Coen verheiratet. Schon klar, wer sie ist? Die Polizistin aus Fargo, die so harmlos schauen kann. Und dann George Clooney als &#8220;Harry Pfarrer&#8221;, eine Variation des Miles Massey aus dem &#8220;Härtefall&#8221;-Film, ein eitler, sex­besessener Un­sym­path, der nur des­halb positiv wirkt, weil er eben doch George Clooney ist, die Re­inkar­na­tion von Omar Sharif.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-238" style="float: right;" title="burnafterreading_john_malkovich" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/10/burnafterreading_john_malkovich.jpg" alt="" width="300" height="200" />Keine Überraschung hingegen ist John Malkovich. Von dem <em>weiß</em> man, dass er ein genialer Schau­spieler ist. Und von seiner Vor­liebe für schräge Rollen weiss man eben­falls nicht erst seit dem Film &#8220;Being John Malkovich&#8221;. Er ist auch, wie immer, prima syn­chronisiert. Diese Stimme teilt er mit Billy Crystal, James Belushi, Jeff Bridges, Mel Gibson, um nur einige zu nennen. <img class="alignleft size-medium wp-image-240" style="float: left;" title="burnafterreading_brad_pitt" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/10/burnafterreading_brad_pitt-300x201.jpg" alt="" width="300" height="201" />Er­staun­licher ist da schon der Mut von Brad Pitt, einen infantilen Fitness­trainer mit Strähn­chen im Haar(!) zu spielen. Manche Kritiker schreiben, er habe über­trieben, aber das zeigt ver­mut­lich nur, wie selten Film­kritiker in Fitness-Studios gehen.</p>
<p><img class="alignright size-medium wp-image-239" style="float: right;" title="burnafterreading_tilda_swinton" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/10/burnafterreading_tilda_swinton-300x201.jpg" alt="" width="300" height="201" />Unheimlich gut auch Tilda Swinton. Wer? Sie war zum Beispiel der Erzengel Gabriel in &#8220;Constantine&#8221; mit Keanu Reeves, oder die &#8220;weiße Hexe Jadis&#8221; in den Chroniken von Narnia. Hier ist sie auf einmal eine &#8220;echte Frau&#8221;. Dass sie so ein außer­ge­wöhn­liches Gesicht hat, ist hier egal, sie ist ein­fach die gefühls­kalte ameri­kanische Ehe­frau, so echt, so über­zeugend, dass man kaum glaubt, dass sich das noch steigern könnte, aber dann kommt erst noch die Szene, in der man ihr bei ihrer Arbeit als Kinder­ärztin zu­schauen kann - armes Kind!</p>
<p>Armer Ehemann. Arbeitet für die CIA, wird älter, wird aus­ge­bootet, die Rede ist von einem Alkohol­problem. Stimmt das? Keine Ahnung, ver­mut­lich, aber das be­hindert die Karriere in der CIA doch normaler­weise nicht. Ein Fit­ness­trainer kommt in den Besitz mög­licher­weise brisanter Unter­lagen. Der, dem sie gehören, läßt sich aber nicht einfach so erpressen, er hat ganz andere Sorgen, siehe oben. Die alternde Fitness­trainerin träumt davon, einen Mann abzukriegen und denkt, das ginge nur mit einer Schön­heits­operation. Dabei bemerkt sie nicht, dass es einen Mann gibt, der sich stark für sie interessiert. Aber Operationen kosten Geld, viel Geld, und die Kranken­ver­sicherung weigert sich be­greif­licher­weise, ihren Traum zu erfüllen. Also hilft sie ihrem Kollegen, dem Möchte­gern­er­presser. Wenn die CIA die Daten nicht will, dann vielleicht die Russen. Ob die sie wollen oder nicht, spielt schon keine Rolle mehr, das Absurde nimmt seinen Lauf. Die erste Frage des Russen, als er die CD aus­ge­händigt be­kommt: &#8220;PC oder Mac?&#8221;. Niemand fährt mehr Auto, ohne dass ihm jemand folgt, und ständig werden im Head­quarter der CIA Berichte über­mittelt. der Ab­teilungs­leiter ist ein bisschen ratlos. &#8220;Wir wissen nicht, hinter was die alle her sind. Halten Sie mich auf dem Laufenden, wenn .. äh .. etwas läuft&#8221;.</p>
<p>Und wenn ich es zehnmal schon vorher wusste: Dieser Film war wieder einmal ein Meister­stück. Wieso wirft man den Coens vor, jedesmal gut zu sein, also nicht mehr zu über­raschen? Das ist es doch, was jeder von diesen Genies wirklich haben will:</p>
<p class="finish">Göttliche Unterhaltung.</p>
<p><em>Bildquelle: <a href="http://www.filmstarts.de/kritiken/71166-Burn-After-Reading/bilder/Scene%2013.html" target="_blank">FILMSTARTS.de</a></em></p>
<p><em>Trailer (sehenswert):</em>  <a href="http://www.burnafterreading-derfilm.de/" target="_blank">www.burnafterreading-derfilm.de/.</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Juristenpuzzle</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2008/10/15/juristenpuzzle/</link>
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		<pubDate>Wed, 15 Oct 2008 18:24:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Selten, wirklich selten, kann es zu einer Situation kommen, in der Juristen nicht wirklich weiterkommen: Die Rede ist von echten Gesetzeslücken. Meist haben diese mit technischen Neuerungen zu tun. So gab es in alten Zeiten tatsächlich Diskussionen darüber, ob man Strom stehlen könne. Das Problem entzündete sich hauptsächlich an der Frage, ob Strom eine Sache [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-full wp-image-222" style="float: right;" title="justitia1" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/09/justitia1.jpg" alt="Justitia" width="160" height="315" />Selten, wirklich selten, kann es zu einer Situation kommen, in der Juristen nicht wirklich weiterkommen: Die Rede ist von echten Gesetzeslücken. Meist haben diese mit technischen Neuerungen zu tun. So gab es in alten Zeiten tatsächlich Diskussionen darüber, ob man Strom stehlen könne. Das Problem entzündete sich hauptsächlich an der Frage, ob Strom eine Sache ist. Der Laie staunt: Wer seinen Stromzähler überbrückt, erschleicht sich Leistung. Der Jurist runzelt die Stirn und sagt &#8220;Es kommt darauf an&#8221;&#8230; und damit wird es spannend.</p>
<p>Nun also das Internet, neue Technik und damit prädestiniert für zerbrochene Juristenköpfe und mitunter putzige Kapriolen:</p>
<p><span id="more-235"></span></p>
<ul class="gold">
<li>Sind EMails Briefe? Sind sie es, unterliegen sie dem Briefgeheimnis. Sind sie es nicht, was sind sie dann - Faxe? Oder allgemeiner einfach Telekommunikation? Sind EMails <em>Sachen</em>? Wohl eher nicht! Wie lächerlich ist es dann, wenn im Abspann einer EMail steht, dass sie Eigentum des Absenders bleibt&#8230; Aber solche Abspanne (&#8221;<em>disclaimer</em>&#8220;) sind ohnehin lächerlich: &#8220;Wehe Sie lesen das, wenn es nicht für Sie bestimmt ist&#8221; etc. Muß man Logik studiert haben, um das als (unfreiwilligen) Scherz zu entlarven? Aber wieso sind es gerade die Disclaimer von Anwälten, in denen solch ein Unsinn steht?</li>
<li>Unterliegt ein VoIP-Telephongespräch dem Fernmeldegeheimnis? So abwegig ist die Überlegung nicht, sieht man sich die Entwicklung von VoIP an: Zuerst war da die EMail. Dann der Chat - Textmitteilungen, die nicht asynchron wie bei Mail verschickt werden, sondern typischerweise zwischen Menschen ausgetauscht werden, die gleichzeitig vor dem Rechner sitzen. Dann kam Voicemail, wieder asynchron, also gesprochene Emails. Heute ist meist profan der Anrufbeantworter damit gemeint, aber die Idee, via Chat-Programm nicht nur Texte, sondern auch beliebige Dateien, <em>also auch Gesprochenes,</em> auszutauschen, ist älter als der Name VoIP. Also wo bitte genau beginnt das Telephon­gespräch? Oder haben wir einen Fall für unscharfe Prädikate, einer schönen Anwendung der mehrwertigen Logik?</li>
<li>Ist eine EMail, die digital unterschrieben ist, aber nicht konform zum Signaturgesetz, unterschrieben? Wirkungsvoll? Wer darf das entscheiden, der Empfänger allein? Oder muss es zu einer Übereinkunft Sender-Empfänger gekommen sein? Absurd? Nicht wirklich - zum Nachweis von Betriebsausgaben genügt die Vorlage einer Rechnung. Die kann auch per EMail ins Haus geflattert sein. Nur wenn man auch die Umsatzsteuer wiederhaben will, kommt es auf einmal darauf an, dass diese Rechnung unterschrieben ist. Und zwar nicht mit irgendeiner Norm, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/GNU_Privacy_Guard" target="_blank">GPG</a> dürfte die bekannteste sein, nein, es muss das deutsche Signaturgesetz sein. Was wiederum bedeutet, dass viele Unternehmen Eingangsrechnungen einfach ausdrucken. Jetzt gelten sie wieder. Nun ja, nicht wirklich, aber man kann sie nicht mehr unterscheiden von gültigen Papierrechnungen. Die auch gefaxt werden dürfen. Es spielt also eine Rolle, in welcher Reihenfolge die Tätigkeiten ausgeübt werden: &#8220;Ausdrucken, schicken, abheften&#8221; oder &#8220;Schicken, ausdrucken, abheften&#8221;. Was aber sicher geht: &#8220;Schicken, ausdrucken, zurückschicken, wieder zurückschicken, abheften&#8221;. Abstrus.</li>
<li>Ist eine Domain (irgendeinname.de) eine Sache? Zum Beispiel im Sinne von etwas, das man pfänden kann? Da bin ich nicht auf dem laufenden, da ich mich nach fünfzehn Jahren Diskussionen eben gerade ein paar Wochen nicht damit beschäftigt habe.</li>
<li>Wer haftet im Netz für Inhalte? Was passiert, wenn jemand in einem Land etwas macht, was dort erlaubt, hier aber verboten ist - macht der sich hier strafbar? Etwa sogar, ohne es zu wissen? Verkauft ein Pole einem Amerikaner eine deutsche Reichskriegsflagge via bebilderter Anzeige im Internet, so ist das in den USA legal und in Polen auch. Da man die Bilder aber auch in Deutschland anschauen kann - hier ist es verboten, eine Reichskriegsflagge abzubilden - sollte sich der Pole hüten, seinen nächsten Frankreichurlaub mit der Eisenbahn oder dem Auto anzutreten. Völlig überspitzt? Das dürfte der Chef von XS4ALL anders sehen. XS4ALL ist ein holländischer Provider. Auf dessen Servern lag die radikale und hier nicht weiter diskutierte Zeitung &#8220;radikal&#8221;, aber, und das halten wir fest, legal nach holländischem Recht. Die Bundesanwaltschaft forderte den Holländer auf, die Seiten zu entfernen, widrigenfalls er mit seiner Verhaftung rechnen müsse. Da wir uns schlecht leisten können, schon wieder in Holland einzumarschieren, kann sie nur gemeint haben, sie werde ihn verhaften lassen, sobald er deutschen Boden betrete.</li>
<li>Und zuguterletzt: Der WLAN-Zugang zum Internet. Ist es strafbar, sich in ein ungeschütztes Netz einzuklinken? Und: Ist es strafbar, ein solches zu betreiben? Oder nur fahrlässig? Wer haftet überhaupt für die Nutzung eines Internetzugangs, der Nutzer oder der Betreiber? Oder der Provider? </li>
</ul>
<p>Diese Fragen im Zusammenhang mit WLAN-Zugängen sind mit Sicherheit noch nicht abschließend beantwortet. Wie wird man jemanden beurteilen, der ein Gerät mit sich führt, das ihm automatisch alle offenen Netze der Umgebung zeigt und sich dort einwählt? Ist das strafbar? Nun, mindestens ein Richter (Fundstelle taz, siehe unten) erkennt darin das Ausspähen von Daten. Wie bitte? Auflösung: Der WLAN-Router (i.e. das &#8220;Kasterl, das ein Endgerät ins Netz aufnimmt und mit dem Internet und dem Internen Netz verbindet) gibt dem Eindringling ja eine Adresse. Aus dem internen Adresspool. Intern. Na also. Man hofft, dass alle Gerichte so restriktiv mit schützenswerten Daten umgehen, denn, was da ausgespäht wird, schaut höchstwahrscheinlich so aus:</p>
<p style="font-size:2em; text-align:center;"><tt>192.168.0.3</tt></p>
<p>Sehr schützenswert. Und wie sieht es mit diesem Gerät aus, das die Zugänge ausspioniert? Wer so ein Gerät hat, kann seine üblen Absichten doch kaum verleugnen. Ich habe so ein Gerät. Der Volksmund nennt es Handy. Ein Glück, dass man mit etwas Sachverstand dafür sorgen kann, dass das Handy die Sucherei unterläßt. Gut, telephoniert man eben auch zuhause teuer über GSM, aber immer noch besser als schwedische Gardinen. Die ihren Namen übrigens simplerweise von der schwedischen Stahlindustrie haben, das hätten auch Krupp-Gardinen sein können.</p>
<p>An den Haaren herbeigezogen? Nun, in der <a href="http://www.taz.de/1/leben/internet/artikel/1/polizei-erwischt-schwarzsurfer/" target="_blank">taz liest man dazu eine auffällige Geschichte</a>&#8230;</p>
<blockquote><p>Denkbar sei, dass der Mann einen Internetzugang nutzen wollte, ohne dafür zu bezahlen. Es werde ebenfalls geprüft, ob der Mann „Daten ausgespäht“ oder mit seiner „Funkanlage“ Nachrichten abgehört habe – so heißt es im Juristendeutsch in den Paragraphen aus insgesamt drei Gesetzen, die für das W-Lan-Surfen in Frage kommen.<br />
(&#8230;) Bekannt geworden ist in Fachkreisen ein Wuppertaler Richterspruch: Der Richter verwarnte im Jahr 2007 einen Schwarzsurfer – und zog dessen Laptop als „Tatwerkzeug“ ein. Der Mann habe vom Router eine IP-Adresse zugewiesen bekommen, urteilte das Gericht – das sei unbefugtes Abhören personenbezogener Daten.</p></blockquote>
<p>Immerhin werden Leute festgenommen und Laptops &#8220;eingezogen&#8221; - das ist de facto eine Strafe im vierstelligen Bereich. Aber wie sieht es mit der Gegenseite aus? Haben wir nicht gelernt, dass ein Grundstück ohne Zaun und ein Haus mit offener Eingangstür einen Einbruch unmöglich macht, da es nichts gibt, in was man <em>einbrechen</em> könnte? Und wenn nun jemand im Haus steht und jedem Neuankömmling zuruft &#8220;Dich nenn ich jetzt Gast_001&#8243; (den nächsten 002 etc.) - ist das dann wirklich Ausspähen? Ist nicht vielmehr der, der seinen Besitz so nachlässig sichert, der Übeltäter? Darüber gibt es bereits einen Artikel von <a href="http://www.netzheimer.de/wp/2008/07/24/offen-fur-alles/" target="_blank">Netzheimer</a>, dem nichts hinzuzufügen ist.</p>
<p>Somit ist die Lösung klar: Die Provider sind natürlich schuld. Wie das kommen wird, weiss ich noch nicht, aber wer aus Gras Bäume machen kann, kann auch aus elektromagnetischen Schwingungen Sachen machen:</p>
<blockquote>
<h3>Bambus</h3>
<p>Ein Grundstückseigentümer hatte die Bambussträucher auf eine Höhe von fünf Metern wachsen lassen, ohne sich um den Grenzabstand zu bekümmern. Der Nachbar hatte daraufhin gefordert, das Gewächs auf eine Höhe von 1.80 m zurück zuschneiden. Obwohl es sich bei Bambus aus botanischer Sicht  um ein Grasgewächs handle, ist es juristisch nach Auffassung des Gerichts als Gehölz einzuordnen, welches unter das Nachbarschaftsgesetz falle. Entscheidend sei, dass Bambus auch Stämme bilde.</p></blockquote>
]]></content:encoded>
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