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	<title>SvB-Blog &#187; Computerspiele</title>
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	<description>Die Freiheit der Meinung setzt voraus, daß man eine hat (Heinrich Heine)</description>
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		<title>Blinde Kuh</title>
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		<pubDate>Sat, 09 May 2009 13:48:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Immer, wenn irgendetwas Schreckliches passiert, ist die große Stunde der Politiker. Nachdem die Betroffenheitsreden gehalten sind, fühlen sie sich zum Handeln genötigt. Das muß nicht Berechnung sein.  Mag sein, sie wollen wirklich etwas sinnvolles tun, mag aber ebenso sein, sie handeln reflexhaft im Hinblick auf den sich nähernden Wahltermin. Aus Sicht der Politiker nähert sich allerdings immer ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-medium wp-image-1178" title="paintball2" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2009/05/paintball2-300x262.jpg" alt="paintball2" width="300" height="262" />Immer, wenn irgendetwas Schreckliches passiert, ist die große Stunde der Politiker. Nachdem die Betroffenheitsreden gehalten sind, fühlen sie sich zum Handeln genötigt. Das muß nicht Berechnung sein.  Mag sein, sie wollen wirklich etwas sinnvolles tun, mag aber ebenso sein, sie handeln reflexhaft im Hinblick auf den sich nähernden Wahltermin. Aus Sicht der Politiker nähert sich allerdings immer ein Wahltermin. Dann werden großspurige Ankündigungen gemacht und hektische Betriebsamkeit entfaltet.</p>
<p>Das ist dann die große Stunde der Lobbyisten. <span id="more-1153"></span>Nun gilt es, den Politikern klarzumachen, welche Aktionen geeignet wären. Aus der Sicht der Lobbyisten sind dies all die Aktionen, die für die Lobbygruppe positiv sind. Das nimmt zuweilen groteske Züge an. Aber richtig schlimm wird es erst, wenn sich die Politiker in Sackgassen verrennen und dann beschließen, Sachen einfach durchzuziehen, weil sie Angst haben, öffentlich einen Irrtum einzugestehen. Dann helfen ihnen die Lobbyisten auch nicht mehr, im Gegenteil, die machen sich unsichtbar.</p>
<h3>Vox populi</h3>
<p>Dazu gibt es derzeit zwei sehr aktuelle Vorgänge. Zum einen die Online-Petition gegen den geplanten §8a TMG, volkstümlich &#8220;Zensurparagraph&#8221; genannt. Innerhalb von drei Wochen muss eine Online-Petition 50.000 Unterstützer finden. Das passiert wohl selten, was man allein daran merkt, dass der Bundestagsserver mit den Onlinepetitionen dieses mal streckenweise wegen Überlast nicht erreichbar war. Es gab zwei Petitionen zu dem Thema, Befürworter und Gegner. Die Befürworterliste hat inzwischen ein paar hundert Unterzeichner. Die Gegnerliste nahm innerhalb dreier Tage die Hürde aus dem Stand. Nun hätten sich bestimmte Minister hinstellen können und sagen können: &#8220;Ohne dem Petitionsausschuß heute schon vorgreifen zu wollen, kann ich doch für mich selbst feststellen, dass mich dieses Ergebnis zumindest unsicher gemacht hat. Ich werde die Sache noch einmal überdenken&#8221;. Ja, das wäre Größe. Das hätte so aussehen können:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="500" height="405" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/1POKWM14I64&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;border=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="500" height="405" src="http://www.youtube.com/v/1POKWM14I64&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;border=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Stattdessen war in der Tagesschau folgendes zu hören:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="500" height="405" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/fiiQUBNSlMg&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;border=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="500" height="405" src="http://www.youtube.com/v/fiiQUBNSlMg&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0&amp;border=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><a name="Lobby"></a>Die Hervorhebungen stammen natürlich von der YouTube-Bearbeitung, nicht aus der Tagesschau. Guttenberg gibt ein Interview, ohne die Petition gelesen zu haben? Bewußte Tatsachenverdrehung möchte ich ihm ja nicht unterstellen. Und wer ist die Lobbygruppe? <a href="http://www.innocenceindanger.de/index.php?id=299" target="_blank">Innocence in Danger</a> natürlich. Das ist der Verein, von dem die Powerpointfolien und abstrusen Zahlenmodelle stammen, die von Frau von der Leyen eingesetzt werden. Das findet man, wenn sich den Vortrag von Julia Freifrau von und zu Weiler ansieht: &#8220;<a href="http://www.innocenceindanger.de/fileadmin/PDFs-Deutsch/documents/LVR_23.11.08_01.pdf" target="_blank">Mit einem Klick zum nächsten Kick</a>&#8220;. Präsidentin des Vereins ist Stephanie Freifrau zu Guttenberg. Die Frau des Wirtschaftsministers. Der Schatzmeister entstammt nicht der Familie Schäuble, ansonsten passt alles zusammen. Eine genauere Darstellung findet sich bei <a href="http://blog.odem.org/2009/05/incompetence-not-in-danger.html" target="_blank">Alvar Freude im Odem.blog</a>.</p>
<p>Sind das nun sinistre Freimaurer, die Böses planen? Sicher nicht. Das ist ja das Schlimme. Es ist Mephisto, der sagt: &#8220;Ich bin die Kraft, die stets <em><span style="font-style: normal;">das Böse will</span></em> und stets <em><span style="font-style: normal;">das Gute schafft</span></em>.&#8221; Bei diesem Verein könnte es umgekehrt sein.</p>
<h3>Waffen und andere Haushaltsgeräte</h3>
<p>Kommen wir zum anderen Vorfall: Es gibt bestimmte Dinge, die muss man unbedingt zuhause haben. Waffen gehören nicht wirklich dazu. Wieviele schreckliche Geschichten der jüngeren Vergangenheit enthalten das Motiv &#8220;der Täter nahm eine Waffe aus seinem Elternhaus&#8221; oder &#8220;der Mann erschoß beim Reinigen seiner Waffe seine Frau&#8221;. Nach dem schlimmen Vorfall von Winnenden läuft alles wieder ab wie in einem schlechten Spielfilm, dessen Drehbuch man Szene für Szene vorherweiß.</p>
<p>Es wird nach Ursachen gesucht. Ist der Täter jünger als 30, waren es die Computerspiele. Beinahe jeder junge Mensch hat Computerspiele und viele davon sind gewalttätig. Wie übrigens die meisten Spiele (Schach? Bauernopfer! Monopoly? Gegner in den Ruin treiben! Mensch Ärger Dich nicht? Gegner aus dem Feld schlagen! Räuber und Gendarm? Ha!). Gewalttätige Computerspiele für Kinder zu verbieten ist aber nicht sonderlich zielführend, denn die sind bereits verboten. Schade &#8211; ein schöner Ansatz für Populismus vertan.</p>
<h3>Der Generalverdacht</h3>
<p>Nun sind nicht alle Politiker in einem Schützenverein. Manch einer kommt durchaus auch auf die Idee, dass eine große Anzahl der bei Schulschießereien und Familiendramen zum Töten verwendeten Waffen aus dem Umfeld von Jägern und Schützenvereinen stammten. Und so bleibt das Bombardement mit Emails, Briefen, Anrufen und Faxen nicht aus: Jetzt Waffen zu verbieten hieße, alle die ehrbaren Jäger und Schützen unter &#8220;Generalverdacht&#8221; zu stellen. Schreibt die Schützenlobby. Und fügt vielleicht bei, dass in Arizona/USA ungefähr zehnmal so viele Waffen unterwegs sind wie bei uns. Die Zahl der Morde und Unfälle aber nur doppelt so hoch ist. Was beweist, dass die relative Gefährdung mit dem Austeilen von Waffen sogar abnimmt. Quelle dazu? Gibt es nicht, ich traue nur Statistiken, die ich mir selbst ausdenke, und für die Briefe der Waffenlobby kann ich auch leider nur mit Unterstellungen dienen. Nennen wir es &#8220;Indizienbeweis&#8221;, denn es geht weiter:</p>
<p>Ja, sagt der Politiker, das alles sieht er ein. Vor allem das mit dem Generalverdacht, denn der Vorwurf kam ein bisschen häufig in letzter Zeit und nun kommt er sogar von vermuteten Gesinnungsfreunden. Und so denkt er laut darüber nach, &#8220;Paintball&#8221; zu verbieten. Die haben keine Lobby, daher fällt auch völlig unter den Tisch, dass Paintball erst ab 18 erlaubt ist und meines Wissens auch bei den älteren Schulamokläufern gar kein Thema war. Mir ist Paintball egal, ich spiele es nicht. Nicht aus Überzeugung, einfach nur so nicht, wie ich auch nicht Modellfliegerei betreibe oder Buddelschiffe baue.</p>
<h3>Wo bleibt die Logik?</h3>
<p>Dennoch: Fällt nur mir auf, dass vom zu vermeidenden Generalverdacht nur bei den Jägern und Schützen die Rede ist, aber nicht bei den Spielern? Ist Paintball nicht viel harmloser als Fechten? Ringen? Boxen? Somit bleibt nur, dass die Paintball-Fans keine Lobby haben und die Politiker wenig Phantasie.</p>
<p>Sonst würden sie nach jedem Verkehrsunfall <a href="http://www.bscv.de/Bilder/Bilder2008/Solla/Solla.html" target="_blank">Stockcar-Rennen</a> verbieten. Und nicht nur wegen BSE müsste man das Spiel &#8220;Blinde Kuh&#8221; verbieten:</p>
<p class="finish">Schließlich werden dort offen Sehbehinderte diskriminiert!</p>
<p><em>Bildquelle: <a href="http://www.canadianscenariopaintball.com" target="_blank">www.canadianscenariopaintball.com</a></em></p>
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		<title>Ein unglücklicher Vergleich</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Apr 2009 15:48:25 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der bayerische Innenminister Herrmann sollte sein Beraterteam einer kritischen Würdigung unterziehen. Die aktuelle Pressemitteilung ist jedenfalls recht unglücklich formuliert. Greift man das Resümee am Schluß gezielt heraus, geht die Sache sogar arg daneben: Killerspiele widersprechen dem Wertekonsens unserer auf einem friedlichen Miteinander beruhenden Gesellschaft und gehören geächtet. In ihren schädlichen Auswirkungen stehen sie auf einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-656" title="wappen" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2009/04/wappen.jpg" alt="wappen" width="120" height="72" />Der bayerische Innenminister Herrmann sollte sein Beraterteam einer kritischen Würdigung unterziehen. Die <a href="http://www.stmi.bayern.de/presse/archiv/2009/127.php" target="_blank">aktuelle Pressemitteilung</a> ist jedenfalls recht unglücklich formuliert. Greift man das Resümee am Schluß gezielt heraus, geht die Sache sogar arg daneben:</p>
<blockquote><p>Killerspiele widersprechen dem Wertekonsens unserer auf einem friedlichen Miteinander beruhenden Gesellschaft und gehören geächtet. In ihren schädlichen Auswirkungen stehen sie auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie, deren Verbot zurecht niemand in Frage stellt.</p></blockquote>
<p>Die Wahrheit ist:</p>
<p><strong><em><span id="more-651"></span>Kinderpornographie</em></strong> ist verboten. Es gibt keine Ausnahmen. Wer so ein Material besitzt und sogar vielleicht sammelt, ist krank. Niemand, der nicht schon krank ist, fängt aber so eine Sammlung an. Und solange wir uns auf Deutschland beschränken, gibt es keine Diskussion, was Kinderpornographie überhaupt ist. In den USA ist das anders. <a href="http://pressetext.de/news/090327002/15-jaehrige-wegen-handy-nacktfotos-verklagt/" target="_blank">Dort wurde</a> eine 15-Jährige wegen Verbreitung von kinderpornographischem Material belangt &#8211; es waren Photos von ihr in Unterwäsche auf einem fremden Handy gefunden worden. Das war in Wyoming. Weit weg, hoffentlich. Und nicht sehr hilfreich, wenn man schlimme Dinge bekämpfen will.</p>
<p><strong><em>Drogen</em></strong> sind teilweise verboten. Es gibt eine Menge Ausnahmen. Manche machen nicht süchtig. Manche schon. Manche sind schnell tödlich. Wer Drogen ausprobiert, ist gefährdet. Auch wenn es wohl genetische Unterschiede auf die Suchtgefährung des Einzelnen gibt, so ist letztlich <em>jeder</em> gefährdet. Definiert man Drogen durch ihr Verbot mittels Betäubungsmittelgesetz, so sind natürlich alle Drogen verboten. Dass Drogen mit schlimmen Folgen verboten werden oder verboten gehören, stellt niemand in Frage. Die alte Forderung, bestimmte Drogen bei uns zu legalisieren, kennt aber vermutlich jeder. Somit kann man hier nicht von &#8220;niemand&#8221; reden. Schade, dass die bayerische Staatsregierung Nikotin vom Drogenzettel wieder heruntergenommen hat. Liebe Raucher, seien Sie mir bitte nicht böse. Ich war einer von Ihnen, aber die bayerische Nichtraucherregelung war dennoch eine der Lichtblickentscheidungen der bayerischen Politik&#8230;</p>
<p><strong><em>Gewaltspiele</em></strong> sind nicht verboten. Sie gehören sehr eng zu unserer Kultur. Oder überhaupt zum Menschen. Es gibt ein Spiel, bei dem Bauern geschlachtet werden, einfach so! Und alles nur, um am einen Mord vorzubereiten, einen Mord an einem König noch dazu. Aber kein Mensch will Schach verbieten. Oder Mensch-ärger-Dich-nicht. Zynischer schon ein Spiel, bei dem es um die Weltherrschaft geht. Wie oft habe ich schon die Welt von der Roten Armee befreit? Oder habe mit erdrückender Übermacht Indonesien überrannt, um doch in Australien einzufallen? Das Spiel heißt Risiko &#8211; und es hat mich nicht verroht.</p>
<p>Aber hier geht es nur um <strong><em>Spiele auf dem Computer</em></strong>. Fast immer ist die Rede von Counterstrike, denn da schießen Menschen auf Menschen. Naja, besser Avatare auf Avatare, und wenn ein Avatar getroffen wird, so zerplatzt er förmlich und rote Farbe spritzt herum. Nicht sehr realistisch, wenn man genau hinschaut, und das ist auch gut so. Gefühlt einhundert Prozent aller Amokschüler haben also Counterstrike auf ihrem Rechner. Dass das eine Studie festgestellt hat und dies zum Anlaß genommen hat, über Zusammenhänge zu schwadronieren, hat Harald Staun in der Frankfurter Sonntagszeitung vor einiger Zeit zu dem Ausruf getrieben &#8220;Wie erbärmlich ist so eine Studie&#8221;. Ist es doch so, dass man gefühlt auf 100% aller Rechner von (männlichen) Schülern Counterstrike findet! Was auch die Techniker von SpaceNet zu der maliziösen Aussage gebracht hat, dass damit auch erwiesen ist, dass alle Amokläufer Windows als Betriebssystem haben (Counterstrike läuft unter Windows).</p>
<p>Umgekehrt: Ein junger Mann, der in solchen Spielen nicht die völlig harmlose Fortsetzung des Spielens mit Holzschwertern erkennt, um den muss man sich Sorgen machen. Aber den findet man nicht durch Verbot von Spielen. Und so therapiert man ihn nicht, und so schließt man ihn notfalls auch nicht weg auf Nummer Sicher. Und erst recht ist nichts erreicht durch ein Gleichsetzen von Spielen mit Kinderpornographie und Rauschgift! Bei Spielen gibt es zu Recht eine Altersbeschränkung. Und man kann darüber diskutieren, ob bestimmte Spiele geschmackvoll sind. Und ich würden einem Vierzehnjährigen nicht erlauben, Tag und Nacht vor dem Computer zu sitzen. Auch nicht, wenn sein Spiel ein Schachprogramm ist. Aber ersetzen Sie hier mal den Gegenstand der Betrachtung, das Wort &#8220;Spiel&#8221;, durch das Wort &#8220;Kinderpornographie&#8221;!</p>
<p>Herr Staatsminister Herrmann, verzeihen Sie mir die offenen Worte: Lassen Sie sich mal von einem Jugendlichen ein paar Spiele zeigen. Spielen Sie selbst mal. Ermahnen Sie die, die jene Pressemitteilung verfasst haben. Verbieten Sie nicht einfach &#8220;irgendetwas&#8221;, damit etwas getan wird, auch wenn Ihre Berater Ihnen dies empfehlen, es wirke so entschlossen. Fördern Sie meinethalben künstlerisch wertvolle gewaltfreie Spiele. Seit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Myst" target="_blank">Myst und Riven</a> glaube ich auch, dass es so etwas überhaupt gibt. Aber Vorsicht, die laufen nur unter Windows. Und wir haben ja gerade gelernt, dass einhundert Prozent aller Amokschüler</p>
<p class="finish">Windows auf ihrem Rechner hatten.</p>
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		<title>Raserei</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2009/03/18/raserei/</link>
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		<pubDate>Wed, 18 Mar 2009 13:16:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am 26. Juli 2004 war es einem Mann zu viel. Jahrelanger Lärm seiner Nachbarn hatte ihn so verbittert, dass er sich ein Gewehr schnappte und wild um sich schoß. Teilweise durch geschlossene Türen. Die genaue Geschichte steht u.a. auf welt.de&#8230; Was für eine Aktion, drei Leute schoß der Mann an, einen lebensgefährlich. Dessen Vater entriss ihm [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-490 alignright" title="180px-feuermelder" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2009/03/180px-feuermelder.jpg" alt="180px-feuermelder" width="180" height="170" />Am 26. Juli 2004 war es einem Mann zu viel. Jahrelanger Lärm seiner Nachbarn hatte ihn so verbittert, dass er sich ein Gewehr schnappte und wild um sich schoß. Teilweise durch geschlossene Türen. Die genaue Geschichte <a href="http://www.welt.de/vermischtes/article330301/Fuenf_Verletzte_bei_Schiesserei_in_Muenchen.html" target="_blank">steht u.a. auf welt.de&#8230;</a> Was für eine Aktion, drei Leute schoß der Mann an, einen lebensgefährlich. Dessen Vater entriss ihm das Gewehr und lief aus dem Haus. Dumme Idee, dort wurde er von einem Polizisten niedergeschossen. Der Täter war unterdessen  im Haus und immer noch wütend über den Lärm, so wütend, dass er auf dem Weg ins Krankenhaus an einem Herzinfarkt starb. Angesichts der 150 Polizisten, die angerückt waren und der zwei Hubschrauber, die über dem Tatort kreisten, ist deutlich, dass der Mann sein Ziel verfehlte: <span id="more-480"></span>Er wollte einfach nur Ruhe. Das verleiht der Angelegenheit eine komische Note, und man ist versucht, sich zu mokieren, sozusagen sich zu <em>amokieren</em>&#8230; Entschuldigung. Humor ist nicht immer angebracht.</p>
<p>Der Amokläufer war hier 66 Jahre alt. Vermutlich hörte er Heavy Metal-Musik und spielte gewaltverherrlichende Spiele an seinem Rechner, z.B. Counter-Strike? Oder hörte er doch eher &#8220;Volkstümliche Hitparade&#8221; und konnte ohne Fernbedienung nichts mit Computern anfangen? Letzteres wäre schlecht für die Statistik, derer sich die Damen und Herren Politiker bei Amokläufern so <a href="http://www.svb.bayern.net/2009/03/14/amok/" target="_blank">reflexhaft</a> bedienen&#8230;</p>
<p>Vermutlich war dieser Mann einfach ein weiterer Beweis dafür, dass Lärm einen Menschen zum durchdrehen bringen kann. Ich mußte vor einem Jahr meine schöne Wohnung aufgeben, nach zehn Jahren sehr angenehmen Wohnens. Unter meinem Schlafzimmerfenster hatte sich auf einmal eine Kneipe angesiedelt. Nach drei schlimmen Jahren war ich mürbe, eine Lösung mußte her. Nun  spiele ich gerne Ballerspiele am Computer, aber ich habe kein Gewehr in der Wohnung. Vielleicht ist das ganz gut so, wir sind einfach weggezogen aus der Stadt, es gab keinen Ausweg mehr.</p>
<p>Lärm und Gewehre sind übrigens näher verwandt, als man auf den ersten Blick vermuten mag. Woher kommt das Wort? Es ist in der heutigen Bedeutung vielleicht 250 Jahre alt und kommt aus dem italienischen oder französischen, der Ruf &#8220;Zu den Waffen&#8221;, &#8220;all&#8217;arme&#8221;, daraus entstanden Alarm und Lärm. So gesehen hat es der rabiate Rentner vielleicht nur zu wörtlich genommen.</p>
<p>Dass Lärm mürbe macht, haben ein paar Menschen durchaus verstanden. In Barcelona wurde die Wirtin eines besonders lärmigen Lokals zu über fünf Jahren Haft verurteilt (nachzulesen z.B. im <a href="http://derstandard.at/?url=/?id=1234509603813" target="_blank">Standard</a>). Lärm ist Folter, urteilten die Richter.</p>
<p class="finish">Bravo!</p>
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		<title>Amok</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Mar 2009 16:30:14 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ein junger Mensch schnappt sich eine Waffe, tötet etliche Menschen und am Schluß sich selbst. Das ist unfaßbar tragisch. Familien sind zerstört, Schulen brauchen Jahre, um wieder zur Normalität zu finden, wir reagieren alle fassungslos. Die Bilder gleichen sich. Als Name hat sich Amok eingebürgert. Amok, eines der wenigen Fremdworte aus dem Indonesischen, die ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-467" title="chib-1184257599" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2009/03/chib-1184257599.jpg" alt="chib-1184257599" width="437" height="579" />Ein junger Mensch schnappt sich eine Waffe, tötet etliche Menschen und am Schluß sich selbst. Das ist unfaßbar tragisch. Familien sind zerstört, Schulen brauchen Jahre, um wieder zur Normalität zu finden, wir reagieren alle fassungslos. Die Bilder gleichen sich. Als Name hat sich <em>Amok</em> eingebürgert. Amok, eines der wenigen Fremdworte aus dem Indonesischen, die ich kenne, von &#8220;amoak&#8221;, blindwütig töten.</p>
<p>Auf den Amoklauf folgt das Ritual: Politikern fordern reflexhaft ein Verbot von bestimmten Computerspielen, also Ballerspielen, sogenannten <em>Ego-Shootern</em>. Dazu passend: Das Bild links, das man auf www.counter-strike.de finden konnte. Das ist nicht lustig gemeint, es soll vielmehr zum Denken anregen.</p>
<p>So ritualisiert, wie es beginnt, geht es weiter. <span id="more-453"></span>Jedes Mal. Irgendwer erklärt, wie elementare Logik funktioniert:</p>
<p style="text-align: center;">¬ ∀ <em>A, B</em> ( <em>A</em> → <em>B</em> ⇒ <em>B</em> → <em>A</em> )</p>
<p>Auf Deutsch: Wenn aus A B folgt, so heißt dies nicht zwingend, daß aus B wieder A folgt. Wenn Champagner ein Getränk ist, heißt das nicht, daß jedes Getränk Champagner ist. Wenn Amokläufer gerne Ego-Shooter spielen, dann heißt das nicht, daß jeder, der gerne auf dem Computer ballert, Amok laufen wird. Man darf nicht Ursache und Wirkung verwechseln. Das heißt, man darf schon. Aber leider kommen wir so nie zu wirkungsvollen Maßnahmen der Vorbeugung.</p>
<p>Verrohen Spiele den Spieler? Wecken sie die Bereitschaft, durchzudrehen? Möglicherweise. Nicht ohne Grund sind manche Spiele für Kinder verboten. Ausschließen kann man jedenfalls nichts, gleichwohl bleibt der Verdacht ein vager. Möglicherweise helfen Computerspiele, Aggressionen abzubauen. Die Argumentation ist jedenfalls nicht neu. Mit der Erfindung der Kinematographie wuchs bei den Bedenkenträgern die Sorge, Filme verwirrten den Geist und stumpften ab. Und was ist die Kernaussage des berühmten Buches von Miguel de Cervantes, Don Quixote? Das Lesen von Romanen verwirrt den Geist. Auch hier: Ursache? Wirkung?</p>
<p>Spiele verbieten ist jedenfalls keine wirkungsvolle Maßnahme. Weitere Beispiele gefällig?</p>
<ul>
<li>Spielsüchtige Menschen sind oft Kettenraucher. Das heißt aber nicht, dass man mit einem Verbot von Zigaretten die Spielsucht bekämpfen kann.</li>
<li>Wer viel Steuern hinterzieht, muß ein höheres Einkommen haben. Das heißt aber nicht, daß man alle Bezieher von höheren Einkommen wegen Steuerhinterziehung belangen sollte. Es heißt auch nicht, dass es sinnvoll wäre, höhere Einkommen erst gar nicht zuzulassen, um die Steuerhinterziehung zu verhindern, aber das wäre wenigstens nicht unlogisch.</li>
<li>Wenn im Internet Verbrechen verübt werden, heißt das nicht, daß eine Einschränkung des Internet Verbrechen verhindert.</li>
<li>Auch wenn in Österreich in einem Keller ein schreckliches Verbrechen verübt wurde, so hilft es nichts, die Unterkellerung von Häusern zu verbieten.</li>
</ul>
<p>Die Liste läßt sich beliebig fortsetzen.</p>
<p class="finish">Was ist daran eigentlich so schwer zu verstehen?</p>
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		<title>Spassbremsen</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Jan 2009 22:24:18 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Wo arbeiten die humorvollsten Menschen? Beim Fernsehen? Kaum &#8211; der Beweis wird täglich angetreten. In der Politik? Schon besser. Aber die wirklich lustigen Menschen arbeiten für die Steuerbehörden. Natürlich nicht in Deutschland. Aber in den USA. Dort gibt es eine Behörde mit dem harmlosen Namen &#8220;Internal Revenue Service&#8221;. Interner Umsatz-Dienstleister? Das ist ja schon der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-medium wp-image-302" style="float: right;" title="wow" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2009/01/wow.jpg" alt="" width="300" height="225" />Wo arbeiten die humorvollsten Menschen? Beim Fernsehen? Kaum &#8211; der Beweis wird täglich angetreten. In der Politik? Schon besser. Aber die wirklich lustigen Menschen arbeiten für die Steuerbehörden. Natürlich nicht in Deutschland. Aber in den USA. Dort gibt es eine Behörde mit dem harmlosen Namen &#8220;Internal Revenue Service&#8221;. Interner Umsatz-Dienstleister? Das ist ja schon der erste Witz &#8211; es handelt sich um die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Internal_Revenue_Service" target="_blank">IRS</a>, die oberste amerikanische Steuerbehörde.</p>
<p><span id="more-301"></span>Die IRS sitzt in Washington. Und sie hat Humor. Merkt man daran, dass es dort jemandem gelungen zu sein scheint, eine satirische Meldung zu plazieren. Oder war es kein Scherz? Es muss so gewesen sein: Irgendjemand hat mal beiläufig erzählt, dass in den Onlinewelten von World of Warcraft und Second Life mehr umgesetzt wird als das Bruttosozialprodukt Russlands beträgt. Der <a href="http://www.neowin.net/news/main/09/01/14/irs-to-tax-second-lifeworld-of-warcraft-earnings-3" target="_blank">Newsdienst Neowin</a> schreibt:</p>
<blockquote><p>The Internal Revenue Service, the American tax authority, is looking into the possibility of taxing transactions that take place in virtual worlds, such as <a class="iAs" href="x-msg://199/" target="_blank">World of Warcraft</a> and Second Life, based on the claim that revenue generated within these environments is nearly equivalent to the GNP of Russia and significantly greater than the GNPs of many more countries.</p></blockquote>
<p>In <a href="http://www.holy-war.net/" target="_blank">Holywar</a> habe ich heute mein Pferd verkauft, 55.000 Goldstücke habe ich bekommen. Beim Plündern von Ortschaften und Burgen der Umgebung waren nochmal rund 6.000 drin, 19.000 hatte ich noch auf der hohen Kante. Für 80.000 bekam ich ein erheblich besseres Pferd. Ein virtuelles Pferd natürlich, aber als Ritter gehe ich ungern zu Fuß. Habe ich schon erwähnt, dass ich in der Stunde 7.500 Goldstücke verdiene? Jedenfalls, wenn ich arbeite. Im Spiel natürlich, im sogenannten <em>real life</em> verdiene ich leider weniger.</p>
<p>Vom <a href="http://www.pennergame.de/" target="_blank">Pennergame</a> habe ich <a href="http://www.svb.bayern.net/2008/11/09/penner/" target="_blank">bereits erzählt</a>. Dort mache ich eine Fortbildung, die kostet mich 1.500 Euro, aber das war kein Problem. Seit ich eine Gitarre habe, verdiene ich massig Geld in der virtuellen Fußgängerzone am ebenso virtuellen Bahnhof von Hamburg.</p>
<p>Na gut, wo nennenswert Geld ist, prüft immer irgendeine Steuerbehörde, wie man sich dieses Geldes bemächtigen kann. Das wäre keine Meldung wert. Und wenn es nur darum geht, dass man Geld, was man virtuell verdient hat, dann aber in <a href="http://www.svb.bayern.net/2008/04/19/gold-sammeln/" target="_blank">echtes Geld umwandelt</a>, seinem Einkommen zuschlagen muß, zuckt keine Wimper. Die Chip hat die Meldung auch gelesen. Und ebenso interpretiert wie ich, denn gegen Ende des <a href="http://www.chip.de/news/Steuer-US-Behoerde-plant-World-of-Warcraft-Abgabe_34459123.html" target="_blank">Artikels</a> steht:</p>
<blockquote><p>Dieses reale Einkommen wäre nach Ansicht der IRS auf jeden Fall steuerpflichtig. Ob sich diese Pflicht aber ausweitet und so auch bereits beim Tausch und Verkauf von virtuellen Gütern ausschließlich innerhalb der virtuellen Welt ergibt, wird von der Steuerbehörde untersucht. Genaue Pläne für eine steuerliche Erfassung virtueller Güter liegen zurzeit allerdings noch nicht vor.</p></blockquote>
<p><em>Derzeit</em> noch nicht? Mein Gott. Wenn man den Burschen erzählt, dass hier das Bruttosozialprodukt Russlands erwirtschaftet wird, dann darf man nicht vergessen zu erwähnen, dass man</p>
<p class="finish">von Spielgeld redet.</p>
<p><em>Bildquelle: wow-europe.com</em></p>
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		<title>Penner</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Nov 2008 08:00:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es sind schwere Zeiten. Es kann jeden treffen. Gestern war ich noch erfolgreicher Unternehmer, heute schon ein Penner. Obdachslos. Ich verdiene mein Geld mit Pfandflaschensammeln und bin auf Ihre Spenden angewiesen. Aber ich habe noch Chancen. Zum einen kann ich eine Weiterbildung nach der anderen machen, was mein Einkommen erhöht, zum anderen kann ich in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-252" style="float: left;" title="standardpenner" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/11/standardpenner.jpg" alt="" width="100" height="133" />Es sind schwere Zeiten. Es kann jeden treffen. Gestern war ich noch erfolgreicher Unternehmer, heute schon ein Penner. Obdachslos. Ich verdiene mein Geld mit Pfandflaschensammeln und bin auf Ihre <a href="http://www.pennergame.de/change_please/9159858/" target="_blank">Spenden</a> angewiesen.</p>
<p>Aber ich habe noch Chancen. Zum einen kann ich eine Weiterbildung nach der anderen machen, was mein Einkommen erhöht, zum anderen kann ich in Pennerkämpfen, beim Flaschensammeln, durch Kleinkriminalität und durch Musizieren in der Fussgängerzone so viel Geld verdienen, dass ich irgendwann in einer Villa wohne. Oder ich höre einfach auf zu spielen, denn dann bin ich auch kein Penner mehr und habe auch wieder ein Obdach.</p>
<p><span id="more-250"></span>Das liegt daran, dass ich das Pennergame ausprobiert habe (<a href="http://www.pennergame.de/change_please/9159858/" target="_blank">www.pennergame.de</a>). Das heisst wirklich so. Sammeln Sie doch mal den ganzen Tag Pfandflaschen. Am Abend sind Sie müde und schmutzig, und Sie haben keine Dusche. Gottseidank hat Ihr Kumpel eine Autowaschanlage, da laufen Sie durch (kostet Sie 25€, Spielgeld natürlich) und schon geht es Ihnen besser. Eine Flasche Wodka treibt die Promille auf 2,5 &#8211; da gehen auch die Weiterbildungen leichter von der Hand. Meine zahme Kakerlake hat ein paar Kunsstücke gelernt, dann habe ich sie aber doch gegen einen Kampfhamster getauscht. Mein Name ist übrigens Reldnas. Sandler war schon weg.</p>
<p>Zynismus? Darf man sowas spielen? Aber natürlich darf man. Man kann ja am Computer auch Formel-1-Fahrer spielen, Terrorist, Killer, Ausserirdischer etc., wieso nicht auch einen Obdachlosen?</p>
<p class="finish"><a href="http://www.pennergame.de/change_please/9159858/" target="_blank">Hammse mal ne Mark?</a></p>
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		<title>Wo ist mein BFG9000?</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2008/06/13/wo-ist-mein-bfg9000/</link>
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		<pubDate>Fri, 13 Jun 2008 18:11:41 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Das war klar &#8211; nach gefühlt 10 Jahren Dauer­dis­kussion handelt die Politik endlich. Sie hat den &#8220;Killerspielen&#8221; den Kampf angesagt. Damit ist endlich ein Schuldiger gefunden. Für alles, was bereits passiert ist und auch gleich für alles, was vielleicht noch passieren wird. Auf N-TV ist beispielsweise zu lesen: Ausgeballert: Killerspiele auf dem Index Jugendlichen wird [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-172" style="float: left;" title="doom" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/06/doom-300x225.jpg" alt="Doom" width="300" height="225" />Das war klar &#8211; nach gefühlt 10 Jahren Dauer­dis­kussion handelt die Politik endlich. Sie hat den &#8220;Killerspielen&#8221; den Kampf angesagt. Damit ist endlich ein Schuldiger gefunden. Für alles, was bereits passiert ist und auch gleich für alles, was vielleicht noch passieren wird. Auf <a title="N-TV" href="http://www.n-tv.de/Ausgeballert_Killerspiele_auf_dem_Index/130620081610/979071.html" target="_blank">N-TV</a> ist beispielsweise zu lesen:</p>
<blockquote><p>Ausgeballert:</p>
<h3>Killerspiele auf dem Index</h3>
<p>Jugendlichen wird der Zugang zu gewaltverherrlichenden Filmen und Computerspielen erschwert. Der Bundesrat billigte die Verschärfung des Jugendschutzgesetzes, die damit in Kraft treten kann.</p></blockquote>
<p><span id="more-171"></span>Der Staat kümmert sich um die Jugendlichen, das ist schön. Und er heizt den gewissenlosen Händlern ein:</p>
<blockquote><p>Ursprünglich hatte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) auch den Einsatz jugendlicher Testkäufer geplant. Damit sollten Händler überführt werden, die Schnaps, Zigaretten oder Gewaltvideos unerlaubt an minderjährige Kunden verkaufen. Nach heftiger Kritik von SPD und Opposition war dieser Vorschlag aus dem Gesetzentwurf gestrichen worden. Der Einsatz von jugendlichen Testkäufern bleibt damit weiter den Ländern überlassen.</p></blockquote>
<p>Das steht da wirklich. Die Bundesfamilienministerin wollte Jugendliche als Informanten einsetzen. Heißen die eigentlich immer noch &#8220;IM&#8221;? Und nun, wo die Ministerin weiß, dass das nicht geht, wird es den Ländern überlassen. Das heißt, die machen das am Ende noch! Herr Beckstein ist nicht für seine Skrupel in dieser Sache bekannt.</p>
<p>Wer glaubt, Jugendliche vor im Grunde harmlosen, aber nicht unblutigen Computerspielen bewahren zu müssen, sie aber dazu einsetzt, den netten Mann im Kiosk auszuspähen, der dann vielleicht nicht mehr so nett ist, der sollte mal über eine Auszeit nachdenken. Im Ernst. Man muss Kindern nicht beibringen, dass die meisten Leute ihnen alles für Geld verkaufen. Oder opfert man bewusst die Testkäufer für all die anderen Kinder? Wobei die sich sicher schon davon abschrecken lassen, dass es doch verboten ist, Gewaltvideos zu verkaufen.</p>
<p>Die Schweizer führen derzeit eine ähnliche Diskussion. Aber, wie so oft, viel unaufgeregter. Der <a title="NZZ" href="http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/verbot_von_pc-killerspielen_schiesst_am_ziel_vorbei_1.753255.html" target="_blank">Artikel in der NZZ</a> spricht sich gegen ein generelles Verbot, aber durchaus <em>für</em> ein Verbot bei Kindern aus. Dies aber so besonnen, dass man dann sich nicht abgeschreckt fühlt, darüber nachzudenken. Aber auch nach reiflicher Überlegung steht fest: Viel wirkungsvoller als ein staatliches Verbot ist immer noch ein intaktes Elternhaus. Nicht nur in der Schweiz. Und dazu liest man, immer noch in der NZZ,  am besten einen &#8220;Insiderkommentar&#8221;:</p>
<blockquote><p>Xavier Kolly (9. Juni 2008, 17:42)</p>
<h3>Gesetzte nützen hier nichts</h3>
<p>Weder ein Verbot oder ein Jugendschutz werden in diesem Fall etwas bringen, denn das Herunterladen von Computerspielen aus dem Internet ist derart einfach, dass auch ein 12 Jähriger ohne grössere Probleme im Stande ist dies zu tun.<br />
Und zu dieser Angst Computerspiele mache aus Kinder Amokläufer: Ich bin 19 und wie viele meiner Freunde spiele ich seit etwa 10 Jahren Killerspiele und keiner von uns hat sich zum Amokläufer oder zum Schläger entwickelt.<br />
Von miraus gesehen ist die ganze Sache mit der Gefahr der Computerspiele von sachunkundigen Psychologen und Politikern aufgebauscht worden, um ein bisschen Aufmerksamkeit in den Medien zu bekommen.</p></blockquote>
<p>Das klingt authentisch. Die Tippfehler tragen ebenso zur Glaubwürdigkeit bei, wie die für Politiker so wenig schmeichelhafte Schlussfolgerung.</p>
<p>Erfurt und Emsdetten sind passiert. Und es fällt schwer, gegen Leute zu argumentieren, die behaupten, derartige Ereignisse zu verhindern sei ihr Ziel. Aber im Ernst: Wer glaubt, dass durch Computerspiele Menschen zu Amokläufern werden können, der glaubt auch, dass man</p>
<p class="finish">mit Tetris lernt, wie man einen Koffer packt!</p>
<p><em>(Quelle: Nicht zu ermitteln. Nicht ich, leider.)</em><br />
<em>(Bildquelle: Doom Screenshot)</em></p>
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		<title>Gold sammeln</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Apr 2008 14:21:50 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Um World of Warcraft habe ich lange einen Bogen gemacht. Der ist noch nicht abgeschlossen, soll heißen, ich mache ihn immer noch. Denn ich weiß: Das könnte meine Produktivität für einige Zeit empfindlich schmälern, zumindest die in der Wirklichkeit. Warum Rollenspiele faszinieren, muss man nicht erklären. Die einen wissen es, die anderen werden es nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/04/wow.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-111" title="wow" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/04/wow.jpg" alt="World of Warcraft" width="170" height="149" /></a>Um World of Warcraft habe ich lange einen Bogen gemacht. Der ist noch nicht abgeschlossen, soll heißen, ich mache ihn immer noch. Denn ich weiß: Das könnte meine Produktivität für einige Zeit empfindlich schmälern, zumindest die in der Wirklichkeit.</p>
<p>Warum Rollenspiele faszinieren, muss man nicht erklären. Die einen wissen es, die anderen werden es nicht verstehen. Die, die es verstehen, sind meistens Männer. Wieso das so ist? Wer hier eine Antwort von mir erwartet, den muss ich enttäuschen, ich weiß es nicht. Außerdem geht es mir um etwas anderes.</p>
<p><span id="more-110"></span></p>
<p>Die wunderbare Welt der Virtualität hat neue Berufe geschaffen. Verständlich noch der Beruf des Gottes. Ein Gott kann sich unsichtbar machen, er kann teleportieren, er kann Waffen mit sich herumtragen, von denen die Sterblichen nicht einmal zu träumen wagen. Natürlich ist er unverwundbar. Und er bekommt Geld dafür. Wie man ein Gott wird? Ganz einfach, man bewirbt sich, stellt sich vor, und wenn man sich eignet, wird man vielleicht genommen. Der Beruf heißt &#8220;Gamemaster&#8221; und im Falle der World of Warcraft ist der Arbeitgeber die Softwarefirma &#8220;<a title="Blizzard" href="http://www.blizzard.de/" target="_blank">Blizzard</a>&#8220;.</p>
<p>Schwieriger bereits der Beruf des Goldfarmers. Dieser ist besonders beliebt in China, bei Blizzard löst er eher Abwehrreaktionen aus. Das ist der Hintergrund: Ein Spieler hat zunächst sicher viel Spaß beim Spielen. Monster erschlagen, Rüstung abnehmen, ins Geschäft laufen, Rüstung verkaufen. Tiger erschlagen, Fell abziehen, ins Geschäft laufen, Fell verkaufen. Das macht Spaß, man sammelt Erfahrung und nebenbei sammelt sich ein Vorrat an Geld an. Den braucht man, um bessere Waffen, Rüstungen, Zaubertränke etc. zu kaufen. Mit der wachsenden Erfahrung ist das so eine Sache. Zum einen wird man tatsächlich schlauer, also vor dem Bildschirm, aber auch die Spielfigur, der sogenannte &#8220;Avatar&#8221; oder besser &#8220;character&#8221;, wird besser. In einem sehr direkten Sinn, er kann stärker zuschlagen, hält mehr aus, trifft mit höherer Wahrscheinlichkeit, lernt neue Fähigkeiten hinzu. Dadurch bleibt das Spiel interessant.</p>
<p>Wie kommt man nun schnell zu Erfahrung? Es gibt drei Möglichkeiten: Man legt sich mit wirklich hochklassigen Monstern an. Dumme Idee. Man ist schnell tot, aber wenn nicht, geht es schnell nach oben, Oder man geht mit Freunden auf die Jagd. Diese sind hoffentlich geduldig, wenn es darum geht, einen Frischling (&#8220;newbie&#8221;) zu babysitten. Kann ja leicht passieren, dass der Newbie nur im Weg steht, sofort von einem Monster erledigt wird und dann für teures Geld reanimiert werden muss (da gibt es Zaubertränke, die kosten aber Geld).</p>
<p>Oder, dritte Variante: Man &#8220;farmt&#8221;. Klingt blöd,<a title="Die Maus" href="http://www.wdrmaus.de/maus.phtml" target="_blank"> ist aber so</a>. Den Tiger zu erledigen ist eine reine Fingerübung. Rein in den Wald (oder wo auch immer der Tiger ist), bisserl kämpfen, Fell abziehen, ab in die Stadt, Fell verkaufen, wieder zurück in den Wald. Das geschieht in sogenannten Questen, das sind schlicht Aufträge, die man abarbeitet. Dafür gibt es Gold und Erfahrungspunkte. Und hier setzt die Geschäftsidee ein: Ein Farmer verkauft sein Gold oder spezielle Waffen oder gleich seinen hochgezüchteten Character zum Beispiel via Ebay, für echtes Geld. Was das für eine Art Vertrag ist, wäre interessant zu klären, aber ich bin kein Jurist, hier zeigt es sich mal wieder.</p>
<p>Blizzard bemüht sich, die Farmer als solche zu identifizieren und aus dem Netz zu werfen, aber das ist aussichtslos, ein gewiefter Farmer hat eine Reihe von Questen, die er abspielt, bevor ein Gott (siehe oben) seiner ansichtig wird. Und wer so oft seinen <em>character</em> verkauft, kennt sicher ein paar ganz charakterlose Tricks, den Göttern zu entrinnen. Aber das ist alles nichts im Vegleich zu der neuen Bedrohung: Bots.</p>
<p>Ganz normale Reaktion eines offensichtlich existenten Markts. Arbeit, die von Menschen erledigt wird, die aber auch von Software erledigt werden kann, wird unweigerlich auf die Software übergehen, sobald die Software billiger ist als eines Chinesen Arbeitszeit.</p>
<p>Klar, was die Software macht: Sie bekommt einen Character zugeteilt und spielt den weiter, während sein Besitzer arbeitet oder in die Schule geht oder schläft, oder, horribile dictu, echte Menschen trifft im echten Leben. Was es für WoW-Spieler manchmal kaum noch gibt. Die Software: Ein Segen also. Der Anwalt von Blizzard sieht das anders. Das Roboterprogramm (kurz: der Bot) trainiert einen Character auf Level 70 (da will man hin) innerhalb von einem Monat. Das schafft ein Mensch, der bis zur Erschöpfung spielt, nicht in vier Monaten und ein &#8220;normaler Süchtiger&#8221; nur in mindestens acht Monaten. Der Süchtige (&#8220;addict&#8221;) zahlt im Monat irgendwas um die 10 Euro, die genaue Summe habe ich nicht im Kopf. Dafür darf er diese Welt betreten. Und davon gehen Blizzard also nach Adam Riese siebzig Euro durch die Lappen.</p>
<p>Und schon wieder keine juristischen Spitzfindigkeiten von mir, ich weiß nicht, wer da Recht hat. Ich finde es nur allein schon faszinierend, dass es überhaupt so weit kommen kann, mit einem</p>
<p class="finish">Computerspiel!</p>
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