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	<title>SvB-Blog &#187; Demokratie</title>
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	<description>Die Freiheit der Meinung setzt voraus, daß man eine hat (Heinrich Heine)</description>
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		<title>Razzia bei der CDU</title>
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		<pubDate>Fri, 20 May 2011 22:24:23 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Bremen/sat.ire: Die Fahnder kamen am Freitagmorgen und sie kamen ohne Ankündigung. Kurze Zeit später waren die meisten Internetserver der CDU nicht mehr erreichbar. Zwei Tage vor der Bürgerschaftswahl in Bremen, bei der die Bürgerlichen sich Chancen ausgerechnet hatten, nur zehn Prozent zu verlieren, womit sich die Geschwindigkeit des Absturzes dramatisch verlangsamt hätte, steht die Partei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><strong><img class="alignleft size-medium wp-image-3621" title="i-ll-turn-the-internet-off" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2011/05/i-ll-turn-the-internet-off-240x300.jpg" alt="" width="240" height="300" />Bremen/sat.ire: </strong>Die Fahnder kamen am Freitagmorgen und sie kamen ohne Ankündigung. Kurze Zeit später waren die meisten Internetserver der CDU nicht mehr erreichbar. Zwei Tage vor der Bürgerschaftswahl in Bremen, bei der die Bürgerlichen sich Chancen ausgerechnet hatten, nur zehn Prozent zu verlieren, womit sich die Geschwindigkeit des Absturzes dramatisch verlangsamt hätte, steht die Partei mit einem Mal ohne ihre Webpräsenz und ohne ihre DV-Infrastruktur da. Keine Mails, kein Informationsangebot mehr, sogar die zentrale Datenbank war offline. Wie aus Polizeikreisen zu vernehmen war, wird allerdings nicht gegen die Partei ermittelt. Vielmehr handelt es sich um ein Amtshilfeersuchen der schwedischen Terrorabwehr.</p></blockquote>
<p>Was ist von dieser Meldung zu halten? <span id="more-3614"></span>Nichts natürlich, sie ist Quatsch. Niemals würde die Polizei sich für so etwas hergeben. Um so erstaunlicher, wie wenig man an der Meldung ändern muß, damit sie wahr wird. Nicht die Schweden, sondern die nicht gerade als feinfühlig bekannten Sarkozy-Franzosen haben um Amtshilfe ersucht. Und es ging nicht um Terrorabwehr, sondern um einen bevorstehenden &#8220;Angriff auf ein Atomkraftwerk&#8221;. Bei näherer Betrachtung allerdings entpuppte sich das als reichlich übertrieben, im Visier befand sich ein Webserver der französischen Atomindustrie. Nicht ein Kraftwerk sollte lahmgelegt werden, nur ein Webserver. Und natürlich war es nicht die CDU, die betroffen war, sondern &#8220;nur&#8221; die Piratenpartei.</p>
<p>Die Piratenpartei hat gute Chancen auf einen Einzug in das Bremer Parlament. Sie ist nicht irgendeine Splitterpartei, die unter &#8220;0,8% Sonstige&#8221; aufgeführt würde. Da erscheint diese ganze Geschichte schon sehr merkwürdig. Diese Amtshilfe für die Franzosen war nicht zwangsläufig, die Kooperation der deutschen Polizei, hier des BKA, hätte auch abgelehnt werden können. Zum Beispiel wegen der offensichtlichen Unverhältnismäßigkeit. Es wurde nach den Benutzern einer Applikation gefahndet, mit der man auf dem Piratenserver gemeinsam an Texten arbeiten konnte. Diese Applikation heißt Etherpad und stand unter dem Namen &#8220;Piratenpad&#8221; der Allgemeinheit zur Verfügung. Was schließen wir aus der Geschichte?</p>
<ul>
<li>Das BKA mag die Piraten weniger als die CDU.</li>
<li>Die Franzosen haben ein Sicherheitsproblem bei ihrer Atomlobby.</li>
<li>Die Piraten sind nicht unglücklich über diese Geschichte.</li>
<li>Die Geschichte schadet den Piraten trotzdem.</li>
</ul>
<p>Gerade der letzte Punkt benötigt ein wenig Erläuterung. Zunächst war die Sache für die Piraten schlecht &#8211; keine Server, keine Infrastruktur mehr. Dann allerdings wendete sich das Blatt: Mit dieser Sache waren die Piraten in aller Munde. Hauptnachrichten, Schlagzeilen und mit #servergate der Top-Twittereintrag des Tages. Gleichzeitig legten Internetaktivisten die Server bka.de und polizei.de lahm. Und da wendet das Blatt sich erneut.</p>
<p>Wenn die Piraten auf einem Server ein Tool für alle Welt zur Verfügung stellen, das Kommunikation bei konsequentem Schutz der Anonymität anbietet, dann ist klar, daß sich die Polizei irgendwann für diesen Server interessiert. Die Piraten sind ja angenehmerweise IT-technisch erheblich versierter als alle anderen Parteien. Daher hätte ihnen das klar sein müssen. Auf jeden Fall hätte aber jemand mit Ahnung so einen Service komplett isoliert installiert. Auf einem eigenen, dedizierten Server &#8211; am besten einem virtualisiertem Server. Will den die Polizei mitnehmen, muß der Server nicht zwangsläufig vom Netz genommen werden. Ein Quick Freeze, also ein kompletter Datenabzug, hätte es auch getan. Aber, wie dem auch sei, bei isolierter Installation kann die Polizei sogar den kompletten Server mitnehmen und außer Betrieb nehmen, wenn es denn sein muß. Es gibt keinen Grund, wieso ganz andere Dienste betroffen sein müssen.</p>
<p>Alles richtig. Aber was für die Piraten der eigentliche Boomerang werden wird, sind die Spontis, die diese Attacken gegen die Server von Polizei und BKA gefahren haben. Natürlich kann man da grinsen. Wenn das BKA nicht auf seine eigenen Server aufpassen kann, wie wollen sie dann verhindern, daß jemand sich die Vorratsdaten unter den Nagel reißt, die das BKA so gerne hätte? Aber das ist natürlich polemisch. Gegen eine DDOS-Attacke kann man sich nicht wirklich zuverlässig schützen. Genauso wenig, wie gegen seine eigenen Freunde. Die &#8220;Anonymous-Aktivisten&#8221; sind bei allem unterstellten Idealismus für die Piraten so hilfreich</p>
<p class="finish">wie die IRA für Sinn Féin</p>
<p><em>Bildquelle: <a href="http://www.justsaypictures.com/" target="_blank">justsaypictures.com</a></em></p>
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		<title>Bilderstürmer (2)</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Oct 2010 12:03:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am Montag, den 25. Oktober, gab es in Berlin ein sogenanntes &#8220;Expertengespräch&#8220;. Das ist eine Sitzung eines Bundestagsausschusses, oder, wie hier, eines Unterausschusses, zu der Sachverständige geladen werden und Politiker. Thema der Veranstaltung: Kampf gegen die Darstellung von Kindesmissbrauch im Internet. Ob es sinnvoll ist, gegen die Darstellung zu kämpfen anstatt mit aller Kraft gegen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Montag, den 25. Oktober, gab es in Berlin ein sogenanntes &#8220;<a href="http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2010/31880353_kw43_pa_neue_medien/index.html" target="_blank">Expertengespräch</a>&#8220;. Das ist eine Sitzung eines Bundestagsausschusses, oder, wie hier, eines Unterausschusses, zu der Sachverständige geladen werden und Politiker. Thema der Veranstaltung: Kampf gegen die Darstellung von Kindesmissbrauch im Internet. Ob es sinnvoll ist, gegen die <em>Darstellung</em> zu kämpfen anstatt mit aller Kraft gegen den Missbrauch an sich, wurde hier bereits thematisiert. Ich war als Experte eingeladen.</p>
<p>Jeder Experte mußte vor der Veranstaltung ein Statement vorlegen. In <a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/10/stellungnahme_space_net.pdf" target="_blank">meinem Statement</a> legte ich dar, wieso Sperren niemals funktionieren. <span id="more-2861"></span>Allerdings auch, wieso Löschen kein Allheilmittel ist und was man statt dessen tun sollte. Interessanterweise schien das niemand zu interessieren. Sehr schnell wurde klar, daß die anwesenden Abgeordneten, die sich an dem Gespräch beteiligten, alle dem Sperren recht skeptisch gegenüberstanden und daher für das Löschen eintraten. &#8220;Opposition&#8221; kam also weder von der Regierung, noch von der Opposition, sondern vom BKA, dessen Präsident Ziercke an der Sitzung teilnahm. Nicht als Politiker, sondern als Sachverständiger, aber das war vom bloßen Zuhören nicht klar.</p>
<h3>Experten</h3>
<p>Was bringt so ein Expertengespräch? Zu einem produktiven Gespräch gehört für mich das gemeinsame Ringen um die Wahrheit. Wenn einer etwas sagt, dann sollte es doch erst einmal egal sein, von welcher Partei er ist. Interessant ist doch nur, ob er er recht hat. Und da ist es kontraproduktiv, wenn beispielsweise die grünen Teilnehmer über den schwarzen Teilnehmer herziehen, nur weil der recht intelligente Dinge sagt. Kritikpunkt: Das sei doch der grüne Standpunkt und nicht der schwarze. Soll er sich jetzt dafür rechtfertigen, dass er recht hat? Oder dass er nicht dumm-mutig den als falsch erkannten Standpunkt weiter vertritt? Als geladener Experte fühlt man sich da unwohl.</p>
<p>Lustigerweise wurde mein vom Steuerzahler finanziertes Papier nicht einmal besprochen. Wurde das Papier vielleicht gelesen, aber nicht geglaubt? Dann hätte ich an deren Stelle ja die Gelegenheit genutzt, mir, dem Autor, auf den Zahn zu fühlen. Ich meine es nicht böse, im Gegenteil, ich will den Beteiligten ja nur den Bigbrotheraward ersparen. In Österreich sind die Netzsperrenbefürworter Sieger in der <a href="http://www.bigbrotherawards.at/2010/Preisträger" target="_blank">Kategorie lebenslanges Ärgernis (Quelle: Bigbrotheraward.at)</a> geworden:</p>
<blockquote>
<h3>Die Internetabsperrer</h3>
<p>Die amtlichen Stopptaferlaufsteller, deren Vorgangsweise &#8211; Manipulation des Domain Name Systems &#8211; jener der Phishing-Betrüger technisch zum Verwechseln ähnlich ist, sind nicht die einzigen Internetabsperrer. Massives Interesse daran hat auch die Medien- und Unterhaltungsindustrie, sowie jene Politiker, die sich von dieser Lobby Vorteile für die Öffentlichkeitsarbeit versprechen. In welch engem Verhältnis zwei völlig ungleiche Delikte wie Downloads von urheberrechtsgeschütztem Material und sexueller Missbrauch von Kindern stehen, lassen wir am besten einen Vertreter der genannten Lobby selbst erklären. Wörtliches Zitat von Johan Schlüter, Anwalt und Lobbyist der International Federation of Phonographic Industries in Dänemark auf einer Veranstaltung der amerikanischen Handelskammer in Stockholm am 27. Mai 2007: &#8220;Kinderpornografie ist großartig, weil sie von Politikern verstanden wird. Wenn wir diese Karte spielen, kriegen wir sie dazu, zu handeln und Websperren einzuführen. Wenn das geschafft ist, werden sie auch bereit sein, Filesharing-Sites zu blockieren.&#8221;</p></blockquote>
<p>Weht der Wind wirklich daher? Ähnliches war bereits auch bei uns oft im Netz zu lesen. Ich war aber nicht als Experte für Verschwörungstheorie eingeladen, sondern als Sachverständiger in Sachen Internetprovider und Technik. Das wiederum hat Herrn Ziercke (BKA) ein bisserl in Bedrängnis gebracht. Nachdem er erkannt hatte, daß dies nicht der Tag der Stoppschildhersteller werden würde, wich er aus auf sein anderes großes Thema, die Vorratsdatenspeicherung. Er führte aus, daß man der Kinderpornographie nicht Herr würde, wenn man nicht auf diese Daten Zugriff bekäme.</p>
<h3>Ablenken vom Thema</h3>
<p>Das war natürlich Bluff: Die Vorratsdatenspeicherung betrifft vor allem die schnell wechselnden Internetadressen von Einwählzugängen, nicht die der Server. Wer also nach der Vorratsdatenspeicherung ruft, will vor allem gegen die <em>Konsumenten</em> ermitteln. Nicht jedoch gegen die Anbieter. Darauf wies ich hin, aber damit zog ich mir den Unmut von Herrn Ziercke zu, der meinte, er habe das nie gesagt. Ungefähr 10 Minuten, nachdem er das gesagt hatte.</p>
<p class="finish">Das ist dann wohl wieder Politik.</p>
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		<title>Vox populi</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Oct 2010 10:54:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Focus online war es zu lesen: Gabriel fordert Volksentscheide auf Bundesebene Stuttgart 21, Atompolitik, Renten mit 67: Die Bürger begehren auf, und ihre gewählten Vertreter überlegen, wie sie den Souverän in ihre Entscheidungen einbinden. SPD-Chef Sigmar Gabriel will das Volk daher auch auf Bundesebene mitentscheiden lassen. Und das Ganze unter der Überschrift &#8220;direkte Demokratie&#8221;. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/10/herz_koenig.gif"><img class="alignleft size-full wp-image-2827" title="herz_koenig" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/10/herz_koenig.gif" alt="" width="124" height="220" /></a>Im <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/direkte-demokratie-gabriel-fordert-volksentscheide-auf-bundesebene_aid_565120.html" target="_blank">Focus online war es zu lesen:</a></p>
<blockquote>
<h3>Gabriel fordert Volksentscheide auf Bundesebene</h3>
<p>Stuttgart 21, Atompolitik, Renten mit 67: Die Bürger begehren auf, und ihre gewählten Vertreter überlegen, wie sie den Souverän in ihre Entscheidungen einbinden. SPD-Chef Sigmar Gabriel will das Volk daher auch auf Bundesebene mitentscheiden lassen.</p></blockquote>
<p>Und das Ganze unter der Überschrift &#8220;direkte Demokratie&#8221;. Dazu passend, am selben Tag, Roland Koch (getwittert von<a href="http://twitter.com/#!/Intelligence_de/status/28537560933" target="_blank"> The Intelligence</a>):</p>
<blockquote><p>Politiker sind nicht eine Gefahr für die Demokratie, sondern ihre Grundlage.</p></blockquote>
<p>Die beiden Herren sind, so scheint es, unterschiedlicher Auffassung. Wir hingegen <em>wissen</em>, wie die wahre Regierungsform aussieht.<span id="more-2822"></span></p>
<h3>Maskenspiel der Genien</h3>
<p>Demokratie ist natürlich Unsinn. Fritz v. Herzmanovsky-Orlando erklärt das sehr schön in seinem Buch &#8220;Maskenspiel der Genien&#8221;. Das Problem in der Demokratie sind die Politiker, ganz im Gegensatz zu der oben zu lesenden Kochschen Ansicht. Die Fähigkeiten, über die jene verfügen sollten, die einen Staat regieren, sind auf dem Weg dorthin hinderlich. Skrupel, Fairneß, Gerechtigkeitsempfinden haben keine Chance gegen Heuchlerei, Intriganz und Unaufrichtigkeit.</p>
<p>Die Monarchie bietet sich an. Und siehe da, auf den ersten Blick kann sie überzeugen. Der Monarch wird lang auf seine Bestimmung vorbereitet. Er weiß, was auf ihn zukommt, und das Volk weiß das auch. Er muß sich nicht bereichern und ist gegen Bestechungen unempfänglich, denn er ist bereits der König, was will er noch verbessern? So bleibt ihm Zeit, sich um das eigentliche Regierungsgeschäft zu kümmern. Nur, die Sache hat auch wieder einen Nachteil: Die Kraft königlichen Blutes läßt nach im Lauf der Generationen, irgendwann setzt Verblödung ein. Und auf einmal ist nicht der Beste an der Spitze, der Aristokrat, sondern ein degeneriertes Wesen, das dem durchschnittlichen Untertanen unterlegen ist.</p>
<p>Also frisches Blut, da hilft nur die Tyrannis. Hier allerdings wissen wir aus der Geschichte, daß Despotismus und Demokratie ein Problem teilen. Sind wir doch alle sicher, daß an der Spitze Skrupel, Fairneß und Gerechtigkeitsempfinden stehen sollten, so sieht man auch sofort, daß ein Mensch, der sich entschlossen hat, die Laufbahn als volksunterdrückender Tyrann einzuschlagen, seine Stärken eher auf anderen Feldern haben sollte.</p>
<p>Zurück zu Herzmanovsky-Orlando: Sein Buch spielt in einem rätselhaften Land namens Tarockanien. Der von den Tarockaniern gefundene Ausweg ist genial: Nachdem klar ist, daß in allen klassischen Regierungsformen die Regierenden weniger Eignung aufweisen als der Durchschnitt der Bevölkerung, so werden die Könige mit einem unfehlbaren Prinzip bestimmt, bei dem <em>wenigstens durchschnittliche</em> Personen an die Spitze kommen. Es gibt ein Tarock-Spiel (das ist ein österreichisches Kartenspiel, sehr vertrackt, aber viel interessanter als Skat), aus dem die vier Könige gezogen werden. Und dann wird regelmäßig im Volk gesucht, wer diesen Spielkartenkönigen am ähnlichsten sieht &#8211; und das sind dann die vier Könige in einer k.k.k.k. Monarchie.</p>
<p>Geniale Sache, und hier könnte der Artikel enden. Nur leider steht uns dieser Weg nicht mehr offen, denn bei dem derzeitigen Stand der plastischen Chirurgie wäre die Wahl vielleicht doch nicht mehr so zufällig. Und nicht zu vergessen, Frauen und Farbige wären ziemlich ausgegrenzt. Vielleicht sollte man also doch das Volk direkt bestimmen lassen, ohne den Umweg über Politiker? So ganz ohne ist dies nicht, wie man bereits an den Themen sieht, die oben genannt wurden.</p>
<h3>Realität</h3>
<p>Stuttgart 21 würde sicher gekippt. Jedes große Bauvorhaben würde gekippt, denn die Anwohner sind immer dagegen. Dürften hingegen alle abstimmen, also auch die Küstenbewohner, die in ihrem Leben noch nicht in Stuttgart waren, sähe es vielleicht anders aus, aber das hieße auch, daß alle Großprojekte für menschenleere Gegenden geplant werden. Atompolitik? Klar, dürfte jede Gemeinde entscheiden, nähme niemand freiwillig die Risiken in Kauf, ein Standort zu sein. Würden alle abstimmen, käme als &#8220;Lösung&#8221; heraus, daß wir den Müll einfach unseren Nachbarn in die Hand drücken. Gegen Geld. Und die Rente mit 67 käme nicht. Das würden die Leute entscheiden, die noch ganz normal mit 65 in Rente gehen oder gingen. Wenn es dann soweit ist und die Lebensarbeitszeit ausgeweitet werden muß, heißt die Frage dann Rente mit 67 oder schmale Rente mit 65 oder höhere Steuern für die Jugend. Angesichts der demographischen Entwicklung habe ich da so einen Verdacht, wie die Sache ausgehen könnte &#8230;</p>
<p>Hübsche Beispiele hatten wir ja schon, einige davon in Bayern. Das Hochhausverbot (die Münchener Skyline schaut jetzt wirklich merkwürdig aus). Das Transrapidverbot (was ist jetzt der Stand? Wir haben keinen Transrapid und brauchen immer noch ewig für die Fahrt zum Flughafen, zu dem wir sonst nicht müssten, wenn wir umweltfreundlich in wenigen Stunden nach Berlin schweben könnten. Das gesparte Geld hat uns alle reich gemacht, richtig?).</p>
<p>Das Rauchverbot, vielleicht das beste Beispiel. Es hat die Stimmung vergiftet und viele Menschen an der Demokratie verzweifeln lassen, und das alles nur, weil die CSU zu feige war, eine vernünftige Regelung nicht nur zu beschließen, sondern auch zu vertreten. Anstatt dessen also eine &#8220;Volksabstimmung&#8221; mit der Frage, ob man dafür sei, dagegen zu sein. Viele Bürger hatten eine Meinung, aber mit sicherem Instinkt ließen die meisten die Abstimmung aus. Wenn man sich schon um so einen Mist selber kümmern muß, dann wird es heftig. Wollen wir uns wirklich in jedes Thema einarbeiten? Oder, noch schlimmer, wollen wir ohne Sachkenntnis, hilflos den Lobbyisten ausgeliefert, über Dinge abstimmen, die uns teilweise nicht einmal direkt betreffen? Dann erginge es uns ja exakt so, wie es heute den gewählten Volksvertretern ergeht.</p>
<p>Nein, wir sollten Spezialisten einsetzen. In der Wirtschaft ist das normal. Man überträgt Aufgabenbereiche und läßt sich regelmäßig informieren. Versagt einer bei der Bewältigung seines Bereichs, mischt sich der Chef ein bis zur Entlassung des Überforderten. Wieso soll das bei der Demokratie nicht funktionieren? Wieso wählen wir nicht ein paar vertrauenswürdige Menschen, geben ihnen einen Auftrag für vier Jahre und beurteilen <em>dann</em>, ob sie eine Vertragsverlängerung bekommen? Und, das wäre das Revolutionäre, lassen sie in der Zwischenzeit in Ruhe arbeiten? Ach ja, und wir bezahlen sie wie Könige ohne Greinen und Lamentieren, denn nur so sind sie wirklich unbestechlich? Und nach zwei Legislaturperioden ist Schluß. Niemand soll seine Lebensplanung auf politische Ämter ausrichten dürfen.</p>
<p>Entscheiden wir uns hingegen für die aus durchschaubarem Populismus geforderte direkte Demokratie, haben wir demnächst ein Minarettverbot in Deutschland, einen Mindestlohn und einen Höchstlohn, und wir werfen Minderheiten raus. Ach ja, und keine Frau darf mehr Kopftücher tragen, außer in einigen Berliner Vierteln, da <em>muß</em> jede dann welche tragen. Und die Todesstrafe haben wir auch wieder, für Kinderschänder und Steuerhinterzieher.</p>
<p>Ist eigentlich schon irgendjemand aufgefallen, daß die Forderung nach direkter Demokratie meist von der Opposition gestellt wird? Ich kaufe jetzt jedenfalls ein paar Kartenspiele. Vielleicht finde ich eines, dessen Könige</p>
<p class="finish">vertrauenerweckender aussehen als die, die ich so kenne&#8230;</p>
<p><em>Bild: Herzkönig (in Bayern: Maxi)</em></p>
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		<title>Libertas Bavariae</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Jul 2010 21:30:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine eindeutige Antwort gibt es nicht auf jede Frage. Zum Beispiel auf die Frage, ob man das Rauchen mehr oder weniger komplett aus dem öffentlichen Raum ver­drängen sollte. Also fragt man einfach die Leute. Und die ent­schei­den mehr­heit­lich, Dafür, Dagegen, Ent­hal­tung. Es lief auf das totale Ver­bot heraus. War irgend­jemand über­rascht? So weit, so gut. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2523" class="wp-caption alignright" style="width: 234px"><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/07/Munich_Bavaria_gypsum_model_Schwanthaler_1840.jpg"><img class="size-medium wp-image-2523  " title="Munich_Bavaria_gypsum_model_Schwanthaler_1840" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/07/Munich_Bavaria_gypsum_model_Schwanthaler_1840-174x300.jpg" alt="" width="174" height="300" /></a><p class="wp-caption-text"><em>Gipsmodell der Bavaria von Schwanthaler, 1840</em></p></div>
<p>Eine eindeutige Antwort gibt es nicht auf jede Frage. Zum Beispiel auf die Frage, ob man das Rauchen mehr oder weniger komplett aus dem öffentlichen Raum ver­drängen sollte. Also fragt man einfach die Leute. Und die ent­schei­den mehr­heit­lich, Dafür, Dagegen, Ent­hal­tung. Es lief auf das totale Ver­bot heraus. War irgend­jemand über­rascht?</p>
<p>So weit, so gut. Soll ich auf die Sachargumente eingehen? Wenn ja, bin ich gefühlt der Einzige, den das interessiert. Also, reden wir über Einraum- und andere Kneipen. Die befürchteten Einnahmenseinbußen bei den Wirten werden überschätzt. Jedenfalls so lang, wie nicht nebenan ein Lokal aufmacht, in dem dann doch wieder geraucht werden kann. Da könnte der eine oder andere Wirt bei Ausnahme­regelungen durchaus auf die Idee kommen, sein Lokal künstlich zu verkleinern, ein Zelt draus zu machen oder einen zweifelhaften &#8220;Club&#8221; zu gründen, und den Eintritt nur Mitgliedern zu gestatten. Selbstredend ist das Einverständnis mit Rauch Bedingung für die Mitgliedschaft.</p>
<p><span id="more-2518"></span>Nun es ist allgemein bekannt, daß man, wenn man Handlungen unternimmt, deren einziger Zweck es ist, eine Regelung auszuhebeln, nicht davon ausgehen darf, daß dieser Schlupfweg wirklich wirksam erschlossen ist. Alles klar? Ein Club, der nichts tut, als die Raucherregel zu umgehen, ist einfach Quatsch. Nun nimmt aber dieser merkwürdige &#8220;Club&#8221; für sich in Anspruch, seine Mitglieder hätten sich aber doch in freier Entscheidung versammelt, um zu Qualmen. Daher werde seine Freiheit beschnitten, wenn das nicht mehr möglich sein solle. Aber das ist Unsinn. Zum einen sitzen in Raucherclubs jede Menge Nichtraucher. Die sind da nicht ganz freiwillig, das Zauberwort heißt <em>peer pressure,</em> Gruppenzwang. Was glauben Sie, wo landet eine fröhliche Gruppe von Leuten, von denen einige nicht rauchen. Im normalen Lokal oder im Raucherclub?</p>
<p>Und dann: Fragen Sie doch mal die Bedienung im Raucherclub, ob sie freiwillig dort ist. Na klar, wird sie antworten. Aber stellen Sie sich doch nur einmal, eine ganz kurze Sekunde lang vor, was passiert, wenn die Bedienung auf ihr gesetzliches Recht besteht: Einen rauchfreien Arbeitsplatz. Sehr realistisch, richtig? Aber sie ist freiwillig dort, sie findet ja jederzeit auch woanders einen Job.</p>
<p>Natürlich blieb das Argument nicht aus, niemand zwinge die Nichtraucher, in ein Lokal zu gehen. Das ist nicht wirklich sachlich. Niemand zwingt den <em>Raucher</em>, in ein Lokal zu gehen. Zuhause darf er ja rauchen. Zumindest in Bayern. Wichtig ist auch, daß man sich klarmacht, daß man auch als Raucher die meiste Zeit <em>nicht</em> raucht. Wohingegen ein Nichtraucher <em>immer </em>nicht raucht. Zum eben mal Nichtrauchen geht man nicht vor die Tür.</p>
<p>Ich habe selbst mal geraucht. Wenn man aufhören will, ist eine weitgehend rauchfreie Öffentlichkeit hilfreich. In Kalifornien habe ich kaum geraucht &#8211; jetzt bitte keine blöden Scherze. Und ich weiß noch sehr gut, wie stark ich mich durch Rauchverbote in meiner Freiheit eingeschränkt gefühlt habe. Daher sehe ich durchaus ein, daß sich die rauchende Minderheit unterdrückt fühlt. Und es nützt nichts, wenn ich tröstend sage, daß die Unfreiheit, die sich der Raucher selbst zufügt, viel stärker ist als die Unfreiheit wegen der erzwungenen Rücksichtnahme für die anderen. Nein, das nützt nichts. Weiß ich. Wie gesagt, ich habe selbst geraucht, und zwar beinahe dreißig Jahre. Und zwar richtig, leider. Aber darum soll es heute nicht gehen.</p>
<p>Es geht immer noch um die Volksbefragung. Wer das Volk befragt, geht ein hohes Risiko ein. Er darf vielleicht nicht mehr rauchen. Oder Minarette aufstellen wie in der Schweiz. Oder Hochhäuser bauen wie in München. Oder er muß Tunnels bauen und auf den Transrapid verzichten. Aber weil das Volk so arg berechenbar ist, werden die wirklich wichtigen Fragen dem Volk vorenthalten, Bankenrettung, Griechenbürgschaft, Euro-Rettungsschirm? Fehlanzeige. Vielleicht wäre aber bei anderen Themen die Beteiligung höher. Und wer Angst vor dem Abstimmungsverhalten des Volks hat, sollte sein</p>
<p class="finish">Demokratieverständnis kritisch überprüfen.</p>
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		<title>Respekt, Herr Köhler</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Jun 2010 21:35:42 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Im 15.  Jahrhundert schwor man in Aragon dem König diesen Treueeid: &#8220;Wir, die so gut sind wie Ihr, schwören Euch, der nicht besser ist als wir, Euch als König und obersten Herrn anzunehmen, solange Ihr unsere Freiheiten und Gesetze achtet; wenn aber nicht, nicht.&#8221; Na toll. Mag der eine oder andere dabei ins Schwärmen kommen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/02/209px-Horst_Kohler_Signature.svg_.png"><img class="size-full wp-image-2121 alignright" title="209px-Horst_Kohler_Signature.svg" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/02/209px-Horst_Kohler_Signature.svg_.png" alt="" width="209" height="44" /></a>Im 15.  Jahrhundert schwor man in Aragon dem König diesen Treueeid:</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8220;Wir, die so gut sind wie Ihr, schwören Euch, der nicht besser ist als wir, Euch als König und obersten Herrn anzunehmen, solange Ihr unsere Freiheiten und Gesetze achtet; wenn aber nicht, nicht.&#8221;</p>
<p>Na toll. Mag der eine oder andere dabei ins Schwärmen kommen und von dem Stolz der Granden fabulieren. Ich aber habe einfach das Gefühl, daß sich hier jemand zu wichtig genommen hat. Vielleicht bin ich aber auch zu hart. Dennoch: Ich würde unbedingte Treue verlangen. Dafür bekämen meine Bürger meine unbedingte und selbstlose Loyalität. Da dies in unserer Gesellschaft nicht möglich ist und ich derzeit nicht willens bin, meine Meinung zu ändern, stehe ich als Monarch nicht zur Verfügung.</p>
<p><span id="more-2392"></span>Wir leben in einer anderen Gesellschaft. Bei uns stünde ich nicht mal als Bundespräsident zur Verfügung. Leider gilt das auch für den Mann, der dieses wichtige Amt bis vor kurzem innehatte. Erschüttert war ich von Horst Köhlers Begründung für seinen Rücktritt. Nicht ein Interview, das vielfach mißverstanden werden konnte. Das wäre ja auch kein Grund gewesen. Wer mißversteht, hat es vielleicht nur am Willen mangeln lassen, richtig zu verstehen.</p>
<p>Herr Köhler sagte, es sei das Amt, das durch die völlig überzogene Kritik an seinem Interview beschädigt würde. Hier bin ich anderer Meinung: Das Amt wurde bereits vorher beschädigt. Herr Köhler konnte es nicht beschützen. Niemand kann das mehr. Der Umgang, den wir miteinander pflegen, ist schlimm genug. Es ist der Mangel an Respekt, der alles verschlimmert. Wer unter Demokratie die Möglichkeit versteht, daß jeder eine Chance hat, ins Fernsehen zu kommen, wenn er sich nur genügend erniedrigt, braucht hier nicht weiter zu lesen. Er wird nicht verstehen, daß eine Gesellschaft Symbole braucht, an denen sie sich aufrichten kann und will.</p>
<p>Und wenn diese Symbole auch noch kluge Menschen sind, die einem das Gefühl geben, dass wirklich jemand über unsere Demokratie wacht, jemand, der verhindert, daß unsere teilweise völlig aus dem Ruder gelaufenen Parteien sich den Staat unter den Nagel reißen und ihn dabei voll Gleichgültigkeit ausplündern, dann war dies eines der Dinge, die mich bis vor kurzem noch richtig beruhigt haben. Vorbei. Herr Köhler hat aufgegeben. Es gibt so Ereignisse, die man nie vergisst. Wo man immer weiß, was man gemacht hat, als man das gehört hat. 9/11. Der Tsunami. Der Tod von John Lennon. Der Fall der Berliner Mauer. Und eben der Rücktritt von Horst Köhler. Er hat, genauer gesagt, sein Amt <em>niedergelegt</em>.</p>
<p class="finish">Eine Niederlage, ganz klar.</p>
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		<title>Frührente mit 69?</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Jul 2009 19:40:26 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die Bundesbank erstellt monatlich Berichte. Dabei kümmert sie sich um aktuelle Themen, aber sie kommt auch ihrer Aufgabe nach, Zukunftsszenarien zu beschreiben. Eine trockene Arbeit, für Mathematiker und Nationalökonomen jedoch nicht ohne Reiz. Manchmal kommt man nicht umhin, auch Dinge zu beschreiben, die völlig klar sind. Einfach nur, daß es mal festgehalten wird. So schreibt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-medium wp-image-1580 alignright" title="Bundesbank" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2009/07/Bundesbank-300x170.png" alt="Bundesbank" width="300" height="170" />Die Bundesbank erstellt monatlich Berichte. Dabei kümmert sie sich um aktuelle Themen, aber sie kommt auch ihrer Aufgabe nach, Zukunftsszenarien zu beschreiben. Eine trockene Arbeit, für Mathematiker und Nationalökonomen jedoch nicht ohne Reiz. Manchmal kommt man nicht umhin, auch Dinge zu beschreiben, die völlig klar sind. Einfach nur, daß es mal festgehalten wird. So <a href="http://www.bundesbank.de/download/volkswirtschaft/monatsberichte/2009/200907mb_bbk.pdf" target="_blank">schreibt die Bundesbank</a> also für den aktuellen Monat Juli auf Seite 43 ihres Berichts:</p>
<blockquote><p><span id="more-1576"></span>Obwohl in den aktuellen Bevölkerungsprognosen auch danach mit einem beinahe konstanten Anstieg der ferneren Lebenserwartung um gut einen Monat pro Jahr gerechnet wird, ist bislang keine weitere Erhöhung des Rentenalters vorgesehen. Wenn das Verhältnis von Ruhestands- und Erwerbsphase näherungsweise konstant gehalten werden soll, wäre unter den demographischen Annahmen der AWG bis 2060 eine weitere Anhebung des gesetzlichen Rentenalters auf 69 Jahre notwendig. Eine Indexierung des Renteneintrittsalters an die fernere Lebenserwartung (wie z. B. in Dänemark) könnte der zu erwartenden Entwicklung grundsätzlich Rechnung tragen und für die Beteiligten eine verlässlichere längerfristige Perspektive schaffen.</p></blockquote>
<p>Eigentlich klar. Wenn die Menschen immer älter werden und wir heute bereits so verschuldet sind, daß unsere Generation das nicht mehr beseitigen kann, wenn also heute bereits viele Lasten auf die Schultern der kommenden Generationen geladen wurden, so werden unsere Kinder  vermutlich erst mit 69 in Rente gehen können. Die Rede ist von 2060, es betrifft also die Geburtsjahrgänge nach 1991. Oder schlicht und einfach unsere Kinder heute.</p>
<p>Für sie wird gelten, daß der Staat nicht genug Geld haben wird für eine anständige Rente, im Durchschnitt, natürlich. So bleibt nur länger arbeiten oder weniger Rente, mehr private Vorsorge oder Hungertuch für die, die früher aufhören wollen. Was könnte man tun? Steht übrigens alles in dem Bericht der Bundesbank, aber der war vermutlich den Politikern zu lang zum lesen:</p>
<ul>
<li>Man kann mehr Kinder zeugen. Je mehr Einzahler es gibt, desto mehr können davon profitieren. Zweifelhaftes System, denn die Überbevölkerung unserer Erde ist Fakt.</li>
<li>Man kann mehr Leute in unser Wirtschaftssystem einladen. Ja, nennen wir es beim Namen, wir müssen Ausländer reinlassen. Ob die kommen werden ist allerdings fraglich, denn jeder, der sich dem System anschließt, erbt unsere hoffnungslosen Schulden. Hoffen wir, dass es noch lange erstrebenswert ist, Gesellschafter unserer Gesellschaft zu werden. Ein erster Schritt wäre, Ausländer zu akzeptieren, wenn sie bereit sind, uns zu akzeptieren.</li>
<li>Man kann heute mehr in die Rentenkassen einzahlen, um Reserven zu schaffen. Das klingt zunächst völlig vernünftig, ich würde es aber dennoch nicht tun. Jedenfalls nicht, solange hier Dauerwahlkampf herrscht. Jede Konsolidierung der Rentenkassen wird im Keim erstickt, dafür werden &#8220;Rentengarantien&#8221; abgegeben, und es werden die Renten der Menschen erhöht, deren Generation das Schlamassel angerichtet haben. Was nicht heißt, daß nicht heute und jetzt weitere Menschen Schlamassel anrichten, die erst noch Rentner werden. Natürlich nicht mit 69.</li>
<li>Man kann heute anfangen, keine weiteren Schulden mehr zu machen. Nur leider ist gerade das der Punkt, an dem sich die meisten Politiker von links bis rechts sofort einig sind: Sparen ist doof. Und seit Kaiser Vespasian (<em>pecunia non olet</em>) hat es noch kein Politiker geschafft, für seinen Sparkurs berühmt zu werden. Geschweige denn, gewählt.</li>
</ul>
<p>Und so werden unsere Kinder bis 69 arbeiten müssen. Wenn es überhaupt reicht. Was tun die Politiker? Sie beschimpfen die Bundesbank. Man hört, das alles sei kompletter &#8220;Quatsch&#8221;, &#8220;völliger Unsinn&#8221;, &#8220;wenig hilfreich&#8221;, gehe &#8220;an der Lebenswirklichkeit total vorbei&#8221; und sei eine &#8220;sozialpolitische Geisterfahrt&#8221;. Wenig hilfreich? Manche Zeitungen stoßen in dasselbe Horn und kritisieren, dass man sich doch bitte keine Gedanken über 2060 machen solle, da sei es noch lang hin. </p>
<p>So schreibt die Süddeutsche:</p>
<blockquote><p>Nicht nur politisch, auch gesamtgesellschaftlich betrachtet, mangelt es der Bundesbank am nötigen Feingefühl. Sie übersieht, dass es bis heute in der Vorstellungswelt vieler Manager für Menschen mit 67 oder 69 Jahren schlicht keine Arbeitsplätze gibt. Erst wenn die Wirtschaft in dieser Frage umdenkt &#8211; und die Demographie wird sie dazu zwingen &#8211; ergibt eine neuerliche Debatte über das Rentenalter Sinn.</p></blockquote>
<p>Unverständlich. Das beweist doch, daß wir bereits heute anfangen müssen, etwas zu ändern! Die Rhein-Neckar-Zeitung aus Heidelberg ist noch schlauer:</p>
<blockquote><p>Das Sommerloch führt sich in dieser Saison als Rentenloch ein. Oder genauer: Als analphabetischer Leseversuch im demographischen Kaffeesatz. Es wirft auf die Bundesbank kein gutes Licht, wenn sie die Entwicklung von heute bis 2060 einfach fortschreibt und daraus die Horrorprognose eines Renteneintrittsalters von 69 Jahren ableitet. Die Notwendigkeit einer höheren Geburtenrate in den nächsten 40 Jahren hätte man den Menschen anders erklären können. Und die Kritik an einer Manipulation der Rentenformel unter dem Stichwort «Rentengarantie» auch. Auf die beschlossene Rente mit 67 ab 2012 muss man nicht noch draufsatteln.</p></blockquote>
<p>Was für eine unersprießliche Verquickung von Polemik (analphabetischer Leseversuch im demographischen Kaffeesatz?), gepaart mit Ignoranz (&#8220;muss man nicht noch draufsatteln&#8221;). Eine Schülerzeitung war nicht unter den Kritikern. Kein Wunder. Wenn wir so weiterwursteln, kriegen die Schüler es ab. Und daher sollte unser Thema sein &#8220;Wie kann man eine Demokratie zwingen, sich um kommende Generationen Gedanken zu machen, wenn die Eltern keine Mehrheit mehr haben und die Kinder sowieso noch nicht wählen dürfen?&#8221;. Oder wir fangen einfach damit an, daß jeder Politiker, der aus durchsichtigen Wahlkampfgründen populistische Hoffnungslosigkeiten von sich gibt, jedes Mal aus seiner Tasche fünf Euro in die Rentenkasse zahlen müßte. Diese wäre sofort gefüllt, </p>
<p class="finish">Problem gelöst.</p>
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		<title>Links (2)</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Jun 2009 16:25:07 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Daß die gestrige Abstimmung im Bundestag enttäuschend ausgehen würde, hatte sich abgezeichnet. Die Hoffnungen richten sich nun auf den Bundespräsidenten und auf das Bundesverfassungsgericht. Zum einen lieferten bis auf wenige Ausnahmen die Regierungspolitiker die gewohnte Mischung aus Ahnungslosigkeit, Borniertheit und Feigheit ab. Besonders schlimm, daß der SPD-MdB Martin Dörmann eine Zwischenfrage seines Parteikollegen Jörg Tauss mit dem Ausruf quittierte, von Jörg Tauss wolle er heute nichts hören. Feigheit. <a href="http://blog.fefe.de/?ts=b4c4ba81" target="_blank"><em>fefe</em> hat&#8217;s mitprotokolliert</a>.</p>
<p>Irgendwie ist das aber auch alles schon wieder komisch. <span id="more-1450"></span>Das klingt ja so, als sei das Drehbuch zu dieser Farce von Frau Rowlings geschrieben worden. Wiebitte? Na klar! Wie fängt jeder durchschnittliche Harry-Potter-Band an? Einer der Helden, meistens Potter selbst, gerät in Verdacht, sieht sich Vorverurteilungen ausgesetzt, gerne auch in der Presse (hier also im <em>Daily Prophet</em>). Und die Politik? Sieben lange Bände kann man sich köstlich amüsieren über dieses Magieministerium mit seinem inkompetenten Minister. Und nun die reale Welt, kein bißchen besser. Aber so besteht die Hoffnung, daß am Ende dieses unrühmlichen Bandes Jörg Tauss voll rehabilitiert die Welt von den Lakaien von Du-Weißt-Schon-Wer befreit.</p>
<p>Ernsthafter einsteigen in die Kritik kann man hier: Thomas Knüwer auf der Handelsblatt-Plattform in <a href="http://handelsblatt6.blogg.de/eintrag.php?id=2151" target="_blank">seinem Blog &#8220;Indiskretion Ehrensache&#8221;</a>: Schöne Zusammenfassung.</p>
<p>Sehr interessant auch, was zwischen der SPD und dem AK Zensur passiert ist. Wir erinnern uns: Die SPD traf sich mit den Vertretern des AK Zensur. Als klar wurde, daß die SPD schon wußte, daß sie sich für die Sperrplattform aussprechen würde, gab es für den AK keine Alternative: der Kontakt mußte abgebrochen werden. Es war nichts mehr zu ändern und als Feigenblatt waren sich die Mitglieder des AK zu schade. Zu Recht. <a href="http://ak-zensur.de/2009/06/zensur-beschlossen-brief.html" target="_blank">Hier die Absage</a>. Verblüffenderweise kam sogar eine <a href="http://netzpolitik.org/wp-upload/090618-ak-zensur-afreude-kipornografiebekaempfungsg.pdf" target="_blank">Antwort von Martin Dörmann</a>, ja, genau dem, von dem hier eingangs schon einmal die Rede war. Nach Lektüre dieser Zeilen wollte ich gerade zu einer schwungvollen Kritik ansetzen, aber diese Arbeit hat mir <a href="http://rz.koepke.net/?p=3058" target="_blank">Holger Köpke in seinem Reizzentrum bereits abgenommen</a>. Er zerfieselt den Brief Zeile für Zeile und führt Dörmann vor. Der Artikel lohnt sich, dazu vielleicht ein Cognac.  Dörmann hatte ja entlarvende Aussagen in seinen Brief gepackt, die jede für sich geeignet waren, einen kompletten Verriß in einem Blog mit Material zu versorgen. Am schlimmsten fand ich persönlich diesen Absatz:</p>
<blockquote><p>Wir halten es aber für falsch und völlig unangemessen, im Zusammenhang mit dem vorliegenden Gesetz von Zensur zu reden. Niemand würde es als Zensur bezeichnen, wenn die Polizei ein kinderpornografisches Bild an einem Zeitungskiosk beschlagnahmt. Auch Sie selbst sprechen ja nicht von Zensur, wenn Sie auf dem Löschen entsprechender Inhalte auf Internetservern bestehen. Demgegenüber ist eine Maßnahme, mit der der Zugang zu solchen Seiten lediglich durch eine Sperre erschwert wird, sogar die mildere Maßnahme.</p></blockquote>
<p>Wer will eigentlich <em>milde Maßnahmen</em> gegen KiPo? Die Wirkungslosigkeit war das Thema, und die Mißbrauchsbedenken gegenüber der Plattform. Und in diesem Zusammenhang halte ich es für richtig und für völlig angemessen, im Zusammenhang mit dem vorliegenden Gesetz von einer Zensurplattform zu reden und zu sagen: Wehret den Anfängen. Der AK Zensur hatte Recht mit seiner Absage &#8211; niemand hatte ihnen dort offensichtlich wirklich zugehört. Zeitverschwendung.</p>
<p>Warum bin ich eigentlich so heiter? Nun, so einfach ist eine Demokratie nicht vorzuführen, jedenfalls nicht bei uns. Die nächste Hürde ist unser Bundespräsident Köhler, ein Mann, der noch nie den Grüßaugust und Abnickkasperl gegeben hat. Und eine weitere Hürde ist unser Bundesverfassungsgericht, das regelmäßig und in letzter Zeit immer häufiger Gesetze kassiert hat. Noch ist nichts vorbei und wir erfreuen uns an einem Bild, was <a href="http://www.mediengestalter.cc/2009/06/17/allgemein/zensursula-aus-designersicht/" target="_blank">auf den Seiten unter &#8220;mediengestalter.cc&#8221; zu sehen ist.</a> Man muß nicht immer schreiben, es geht auch kürzer (Bildrechte dort sind dort erwähnt):</p>
<p align="center"><img class="aligncenter size-full wp-image-1452" title="zensursula1" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2009/06/zensursula1.jpg" alt="zensursula1" width="755" height="485" /></p>
<p class="finish">Es bedarf einfach mehr, um mein Vertrauen in die freiheitlich demokratische Grundordnung zu erschüttern.</p>
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		<title>Vox populi</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Jun 2009 21:35:07 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Nun wird es also durchgezogen, das &#8221;Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinder­porno­graphi­schen In­hal­ten in Kom­mu­ni­ka­tions­netzen&#8221;, kurz Zu­gangs­er­schwe­rungs­ge­setz ZugErschwG. Hoffentlich lesen die regierenden Politiker zum Beispiel den Spiegel. Oder irgend­eine andere ge­eig­ne­te Zei­tung. Muß ja nicht gleich der heise-News­ticker sein. 130.000 Bürger zuerst völlig un­ge­recht­fer­tigt zu be­schul­digen und dann zu igno­rieren, das ist ein Bären­dienst an unserer Demo­kratie. Die Ver­ant­wort­lichen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1432" title="spd-stopp" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2009/06/spd-stopp.jpg" alt="spd-stopp" width="236" height="210" />Nun wird es also <em>durchgezogen</em>, das &#8221;Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinder­porno­graphi­schen In­hal­ten in Kom­mu­ni­ka­tions­netzen&#8221;, kurz Zu­gangs­er­schwe­rungs­ge­setz ZugErschwG. Hoffentlich lesen die regierenden Politiker zum Beispiel <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,630568,00.html" target="_blank">den Spiegel</a>. Oder irgend­eine andere ge­eig­ne­te Zei­tung. Muß ja nicht gleich der <a href="http://www.heise.de/newsticker/Neuer-Gesetzentwurf-fuer-Web-Sperren-enttaeuscht-Kritiker--/meldung/140503" target="_blank">heise-News­ticker</a> sein. 130.000 Bürger zuerst völlig un­ge­recht­fer­tigt zu be­schul­digen und dann zu igno­rieren, das ist ein Bären­dienst an unserer Demo­kratie.</p>
<p><span id="more-1429"></span>Die Ver­ant­wort­lichen sollten sich be­deckt halten, wenn wieder fest­ge­stellt wird, daß die An­zahl der Wähler kon­ti­nuier­lich ab­nimmt:</p>
<blockquote><p>Das ursprünglich von Familienministerin Ursula von der Leyen auf den Weg gebrachte Gesetz hatte massive Proteste <a title="vor allem in der sogenannten Internet-Community" href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,628017,00.html">vor allem in der sogenannten Internet-Community</a> verursacht. Eine Online-Petition gegen das Gesetz auf den Seiten des Deutschen Bundestages hat inzwischen politische Geschichte geschrieben: <a title="Deutscher Bundestag:  ePetition gegen Internetsperren" href="https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860" target="_blank">Mit rund 130.000 Unterzeichnern </a>ist sie die größte von Bürgern initiierte Petition, mit der sich der Bundestag je befassen musste. Das wird er wohl erst erledigen, wenn der Entwurf längst Gesetz ist: Es wird nicht erwartet, dass sich der Petitionsausschuss noch vor der Sommerpause damit befasst. CDU und SPD versuchen, das Zugangserschwerungsgesetz noch in dieser Legislaturperiode durchzusetzen.</p></blockquote>
<p>Dennoch, es stellt sich das Gefühl ein, daß das Durch­peitschen des Gesetzes ein Pyrrhus-Sieg für die Initia­toren wird. Inter­es­sant auch der Um­stand, daß der mit einer Auf­gaben­er­wei­te­rung kon­fron­tierte ober­ste Daten­schützer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Schaar" target="_blank">Peter Schaar</a> von dieser Sache aus der Presse er­fah­ren mußte. Seine Em­pö­rung war wohl nicht ge­spielt und er verdient vollstes Mit­ge­fühl. Deut­licher konnte man die ihm zu­ge­dachte Feigen­blatt­funktion nicht demon­strieren. Seine Zivil­courage wurde wohl unter­schätzt. Schließ­lich unter­steht er dem Bundes­innen­mini­sterium. Wieso eigentlich?</p>
<p><img class="alignright size-medium wp-image-1435" title="einfahrtverboten" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2009/06/einfahrtverboten-286x300.png" alt="einfahrtverboten" width="138" height="144" />Natürlich bleibt noch viel mehr unbegreiflich. So war die CDU/CSU von Anfang an für diesen ganzen Unsinn. Die SPD war nach­denk­licher, bis auf Aus­nahmen, brachte ein paar Ände­rungen ein, die nicht nur reine Kosme­tik sind. Und wer kriegt die Prügel? <a href="http://www.spreeblick.com/2009/06/16/auf-nimmerwiedersehen-spd/" target="_blank">Na klar, die SPD</a>. Aus diesem Artikel stammt das oben verwendete &#8220;Stopp­bild&#8221;. Stoppschild? Und nie­man­dem fällt auf, daß ein Stopp­schild so definiert ist: Anhalten, schauen, weiter­fahren, wenn keiner kommt. Ver­mut­lich sollte das ein anderes Schild werden (Einfahrt verboten!), aber Politiker sind so oft mit Chauffeur unter­wegs, die kennen viel­leicht unsere Ver­kehrs­schilder gar nicht mehr.</p>
<p>Oben stand zu lesen, daß so ein Vor­gehen, wie es uns von den Bundes­politi­kern hier gezeigt wurde, die oft be­jammer­te Politik­ver­drossen­heit stärkt. Natür­lich wird das hier <strong><em>kein</em></strong> Aufruf zum Wahl­boykott. Nicht zu wählen ist dumm oder arrogant. Oder beides. Das Nicht­wählen auch noch zu zele­brieren ist be­quem­lich und borniert. Demo­kratie be­steht nicht daraus, alle paar Jahre ein Kreuzerl irgend­wohin zu machen. Auch nicht, die regel­mäßigen Quas­sel­sen­dun­gen im Fern­sehen an­zu­schauen. Demo­kratie ist ein Recht, mit­ge­stalten zu können. <em>Use it or loose it</em> &#8211; wir können in <a href="http://piratenpartei.de/" target="_blank">verrückte Parteien eintreten</a>, <a href="http://www.vorratsdatenspeicherung.de/content/view/304/153/" target="_blank">demon­strieren</a>, <a href="http://www.czyslansky.net/" target="_blank">Blogs schreiben</a>, <a href="http://www.abgeordnetenwatch.de/" target="_blank">Ab­ge­ord­nete quälen</a>. Im Iran sind da die Möglichkeiten <a href="http://de.reuters.com/article/worldNews/idDEBEE55F0CI20090616" target="_blank">nicht ganz so viel­fältig</a>. Oder in <a href="http://debatte.welt.de/kommentare/135865/china+vom+ehrengast+zur+zumutung" target="_blank">China</a>. Wer nicht wählt, unter­nimmt den un­taug­lichen Ver­such, sich aus der Ver­ant­wortung zu stehlen. So etwas machen nur Idioten (griechisch: ἰδιότης, der Privat­mann, also einer, der sich aus der Politik heraus­hält. Mir gefällt, wie die alten Griechen das sahen&#8230;). Und die Politiker weinen Kroko­dils­tränen über den Nieder­gang der demo­krati­schen Kultur und nutzen das ganze De­sa­ster für ihre eigenen Ziele. Wer will denn so regiert werden, von ein</p>
<p class="finish">paar Lamentariern?</p>
<p><em>Bildquelle: Spreeblick</em></p>
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		<title>Warnschuß vor den Bug</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Jun 2009 22:53:37 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die Europawahl ist vorbei &#8211; ein Desaster für die beiden Volksparteien. Beim Bundeswahlleiter gibt es das amtliche End­er­geb­nis. Wenn das so weiter­geht, wird man eine Koalition aus SPD und CDU/CSU kaum als &#8220;große Koalition&#8221; be­zeich­nen können. Eine Zwei­drittel­mehr­heit ist das jeden­falls nicht mehr. Aber die CSU ist drin. Wäre sie es nicht, hätte das viel­leicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1355" title="europawahl" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2009/06/europawahl.png" alt="europawahl" width="424" height="265" />Die Europawahl ist vorbei &#8211; ein Desaster für die beiden Volksparteien. Beim <a href="http://www.bundeswahlleiter.de/de/europawahlen/EU_BUND_09/ergebnisse/bundesergebnisse/b_tabelle_99.html" target="_blank">Bundeswahlleiter</a> gibt es das amtliche End­er­geb­nis. Wenn das so weiter­geht, wird man eine Koalition aus SPD und CDU/CSU kaum als &#8220;große Koalition&#8221; be­zeich­nen können. Eine Zwei­drittel­mehr­heit ist das jeden­falls nicht mehr.</p>
<p>Aber die CSU ist drin. Wäre sie es nicht, hätte das viel­leicht endlich einmal eine Dis­kussion an­ge­stoßen, wieso die CSU bundes­weit über fünf Prozent aller Stimmen braucht, aber nur in Bayern gewählt werden kann. Das ist schwer ver­mittel­bar. Solange sie komfortabel über fünf Prozent liegt, interessiert das niemanden. Aber dann? Anderer­seits, an­ge­sichts ihrer Politik wäre es ja vielleicht doch kein so großer Verlust für uns gewesen. Die Stimme für Bayern? Na eher die Stimme für Eskalation, für halbherzige Verbote, Irre­führung der Wähler, Lavieren, unerträglichen Populismus. Schade eigentlich.</p>
<p>Warum überhaupt darüber nachdenken? <span id="more-1343"></span>Nun, wie ich sehen mußte, bin ich ja <a href="http://www.svb.bayern.net/2009/06/03/entscheidungshilfen/" target="_blank">der CSU näher</a>, als ich je gedacht hätte. Aber die Gegen­stände, in denen wir uns nicht treffen, fallen alle unter <em>condicio sine qua non</em>. Was sich im übri­gen wirklich so schreibt, denn es kommt von <em>condicere</em> (vereinbaren), nicht von <em>condire</em> (würzen). Aber schon die Römer machten das gerne falsch, sogar noch in Zeiten der Republik, und ver­ein­barten fälsch­licher­weise Kon­di­tionen und nicht Kon­dizionen. Sportler haben eine Kon­di­tion, da stimmt es mit der Würz­mischung. Wobei nicht die Rede vom Rad­sport sein soll.</p>
<p>Zurück zum Thema: FDP und Grüne haben gut ab­ge­schnitten. Irgend­wo mußten die ent­täusch­ten Wähler der ehe­maligen Volks­parteien ja hin  - und dass es nicht die LINKEN waren, die diese Stimmen be­kom­men haben, beruhigt. Schaut man genau hin, ist die FDP sogar der ein­deutige Wahl­sieger, die Graphik macht es deutlich. Die Spalte &#8220;Delta­Promille&#8221; ist einfach die Dif­fe­renz der je­wei­ligen Prozente, multi­pli­ziert mit 10, um die Unter­schiede leichter erkennbar zu machen.</p>
<h3>Die Sieger</h3>
<p>Publizistisch Sieger ist die CSU. Eine Partei, die gerade ein Zehntel ihrer Wähler verloren hat, nimmt einen &#8220;ein­deuti­gen Auf­wärts­trend&#8221; wahr. Dabei hat sie bei Licht betrachtet mehr verloren als die SPD. Diese wie­de­rum wird aber von der Presse als größter Verlierer bezeichnet. Muß man nicht verstehen.</p>
<p>Emotional bei den Siegern, aber vermutlich eine Rand­er­schei­nung: die Piraten. Eine Partei, die in der deutschen Öffent­lich­keit bis jetzt kaum in Er­schei­nung tritt, die ins­be­son­dere vom Fern­sehen und den üblichen Zeitungen für ge­wöhnlich ignoriert wird, und dann ent­scheidet sich doch an­nähernd jeder hunderste Wähler für diese Leute. Das Programm ist diffus. Die Ziele sind vor allem dann unklar, wenn es um Themen geht, die nichts mit In­for­mations­ver­ar­bei­tung, Ur­heber­recht und elek­tro­nischer Kom­mu­ni­ka­tion zu tun haben. Ohne bos­haft klingen zu wollen: Diese Partei spiegelt wider, was heraus­kommt, wenn Nerds sich als See­räuber verkleiden. Es gibt also doch recht viele Menschen, die bereit waren, ihre Stimme einer Grup­pie­rung zu geben, von der man bereits bei der Wahl sicher sein konnte, daß sie nicht ins Parlament kommen würde. Man nannte so etwas früher &#8220;Stimmen ver­schen­ken&#8221;. Das kann man aber auch anders sehen. Diese Stimmen hätten bei den etablierten Parteien keine Verschiebung hervorgerufen, aber sie haben gezeigt, was passiert, wenn die Berliner Republik weiter glaubt, das Volk sei nur zu doof zu verstehen, daß man alles zu ihrem Besten regle.</p>
<p>Und nocheinmal zum &#8220;verschenken&#8221;: Wie das schwedische Beispiel gezeigt hat, hat solch eine Partei durchaus Chancen. Die schwedischen Piraten stellen einen Ab­ge­ord­ne­ten. Was nicht ver­wun­dert, denkt man über <a href="http://www.svb.bayern.net/2009/04/18/schwarzer-freitag/" target="_blank">kürzliche Ereignisse</a> in Schweden nach.</p>
<h3>Chancen erkennen</h3>
<p>Aber knapp ein Prozent, das ist beachtlich. Zuerst muß man sich klarmachen, wieso es diese Partei über­haupt gibt. Der Grund ist das jäm­mer­liche Ver­sagen der FDP in den 90ern, als sie geschockt vom Macht­verlust alles über Bord warf, was sie mal so attraktiv gemacht hatte. Aus der Partei der Bürger­rechte eines ehemaligen Bundes­innen­minister Baum war schlei­chend zunächst die Partei der Besser­ver­die­nen­den und dann die Partei der Besser­ver­die­nen­wol­len­den geworden. Spaß­partei für BWL-Studenten, personi­fi­zierter Größen­wahn mit Guido­mobil und dem Projekt 18. All­mählich schwingt das Pendel wieder zurück. Wäre das bereits weiter fort­ge­schrit­ten, wären jene 0,9 % keine Piraten, sondern auch noch FDPler. Mögli­cher­weise. Aber wenn die Themen der Piraten­partei wieder im Parlament ver­tre­ten sind, durch kompetente Politiker, hat sich die Not­wendig­keit der Piraten erledigt.</p>
<h3>Goldene Zitronen</h3>
<p>Gut, und damit ist klar, der Sieger ist die FDP. Die goldene Zitrone hingegen geht an die SPD, die mal wieder so richtig unglücklich agiert hat. Anhand des Themas Bürger­rechte konnte man so richtig schön sehen, wie man ein Thema ver­geigen kann, bei dem man eigent­lich hätte punkten können. Denn, auch wenn der Sozialis­mus und die Sozial­demo­kratie davon reden, daß das Volk er­zo­gen werden müsse, so ist der durch­schnitt­liche SPD-Wähler eher aufmüpfig. Was einer der Gründe ist, wieso diese Partei lust­voll alles de­mon­tiert, was Autorität aus­strahlt, also auch regel­mäßig den eigenen Vor­sitzen­den, Kanzler oder auch nur Kanzler­kandidat. Das ist gelebte <em>corporate identity</em>, kann man nichts machen. Auch Herrn Stein­meiers Tage sind gezählt. Sobald er möglicher­weise Erfolg hat, fällt er dem Scherben­gericht anheim. Hat er keinen, auch.</p>
<p>Damit ist klar, der hier ausreichend kommentierte Zensursula-Vorfall hätte sich angeboten, wähler­stimmen­bringend kriti­siert zu werden. Aber ach, der Mut war nicht da. Frau Justiz­ministerin Zypries wandte sich zwar gegen die Mau­scheleien mit jenen fünf hand­ver­­lesenen Provider-Unternehmen. Nach­dem aber die Presse zunächst noch allzu brav alles des Ver­brechens der Kinder­porno­graphie zieh, was nicht eifrig zu den Stopp­schilder­plänen Ja und Amen sagen wollte, bekam sie kalte Füße.</p>
<p>Nun ging es nur noch um Effizienz und Grund­gesetz, die Ein­führung der Stopp­schilder war ja schon beschlossene Sache. Und somit überholte sie gleich noch Herrn Schäuble rechts, der nicht wusste, wie ihm geschah: Das BKA sollte Zugriff auf die Daten der Bürger erhalten, die auf ein Stopp­schild surften, ob freiwillig oder aus Versehen, ob fern­ge­steuert über Viren oder Spam oder durch boshafte Mail­empfeh­lungen. Jeder, der das Schild mehr­fach sieht, muß sich einen An­fangs­verdacht gefallen lassen. BKA und Justiz­mini­sterium im Gleich­schritt.</p>
<h3>Chancen verpassen</h3>
<p>Es ging also nur darum, Frau von der Leyen nicht das ganze Feld zu überlassen. Traurig. Jetzt, nach der Anhörung, aber noch vor der Wahl, waren einige Ab­ge­ord­nete hell­hörig geworden. Man kann nicht jedem Ab­ge­ord­ne­ten vor­werfen, dass er sich nicht überall auskennt. Auch nicht, wie leicht sich Spitzen­politiker von einer Hand­voll altkluger <a href="http://de.sevenload.com/videos/SyMWUPh-Kinder-fragen-Politiker-nach-dem-internet" target="_blank">Kinder vorführen lassen</a>. &#8220;Was war denn nun schon wieder ein Browser?&#8221;. Wittgen­stein hat be­kannt­lich gesagt, worüber man nicht reden könne, darüber müsse man schweigen. Er hat es zwar in einem völlig anderen Kon­text gesagt und das Zitat passt eigent­lich hier nicht her, aber die Ver­suchung ist zu groß, ich lasse es stehen. Ignoranz und Bor­niert­heit kann man einem Ab­ge­ord­neten hin­ge­gen sehr wohl vor­werfen. Und so gingen weitere Stimmen perdü, als Dr. &#8220;Gaga Gogo&#8221; Wiefels­pütz laut darüber phanta­sierte, was man schönes mit der Zensur­platt­form noch so  anstellen könne. Zum Beispiel &#8220;ver­fassungs­feind­liche&#8221; Inhalte sperren. Darüber hat sich <a href="http://www.internet-law.de/2009/06/wiefelsputz-und-die-internetzensur.html" target="_blank">Thomas Stadler schon pro­fes­sio­nell geärgert, das zitiere ich</a> einfach nur.</p>
<p>Das war also der Auftakt unseres Superwahljahres. Wahlgetöse und nun das. Das kann ja noch heiter werden. An­ge­sichts solcher Zu­stände in Berlin wundert es nicht, daß die &#8220;Sonstigen&#8221; mit gut über zehn Prozent bereits zweimal die 5-Prozent-Hürde nehmen könnten. Jeder zehnte Wähler ist nicht im Parlament vertreten. Von den Nicht­wählern ganz zu schweigen, aber wenigstens hier war keine weitere Ver­schlech­te­rung zu be­kla­gen, es waren wenige bei der Wahl, aber wenig­stens nicht weniger als sonst. Und von den wenigen haben auch noch 2,2 Prozent un­gültig ge­wählt.</p>
<p class="finish">Pisa oder Protest?</p>
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		<title>Entscheidungshilfen</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Jun 2009 06:00:19 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Demokratie kann sehr einfach sein, aber auch sehr anstrengend. Am schwierigsten ist der Teil, bei dem man das machen muß, was unsere armen Politiker andauernd tun müssen, nämlich Stellung zu beziehen. Ja, ich will mehr Geld für alle, und nein, ich will es nicht bezahlen, und ja, ich will, dass die Arbeitslosigkeit bekämpft wird und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-thumbnail wp-image-1334" title="wahlomat" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2009/06/wahlomat-150x150.png" alt="wahlomat" width="150" height="150" />Demokratie kann sehr einfach sein, aber auch sehr anstrengend. Am schwierigsten ist der Teil, bei dem man das machen muß, was unsere armen Politiker andauernd tun müssen, nämlich Stellung zu beziehen.</p>
<p>Ja, ich will mehr Geld für alle, und nein, ich will es nicht bezahlen, und ja, ich will, dass die Arbeitslosigkeit bekämpft wird und nicht die Arbeitslosen, und ja, wenn mehr Geld für alle bedeutet, dass sich nichts ändert, dann will ich halt mehr Geld für 90% der Menschen und weniger für 10%, das gibt eine breite Mehrheit bei der Wahl.</p>
<p>Ach ja, und Deutschtests sind diskriminierend <span id="more-1314"></span>und Einwanderungshürden sind spießig und rechts. Andererseits will ich den Busfahrer und die Kassiererin schon noch verstehen können. Und sowieso, was mir ein Polizist sagt. Türkisch oder Denglisch kommt da nicht in Frage. Deutschnationale lehne ich natürlich ab.</p>
<p>Europa finde ich schön, solange ich hinfahre. Wenn es zu mir kommt, muss es nicht unbedingt sein. Protektionismus lehnen wir ab, Mindestlöhne wollen wir haben, aber die Lebenshaltungskosten müssen sinken. Das finanzieren wir am besten über die Deckelung der Managergehälter. Zuviel Staat ist schlecht. Solange es mich angeht jedenfalls.</p>
<p>Es gibt eh zuviele Beamte, vor allem Polizisten, innere Sicherheit ist eine Chimäre zum Aufbau der totalen Kontrolle, also Reduktion der Polizei. Ein bisserl braucht man sie noch, könnte ja jemand mal seine Definition von Eigentum in unserer Wohnung überprüfen.</p>
<h3>Die Wahlen &#8211; schon wieder&#8230;</h3>
<p>Kurz: Die Europawahl steht vor der Tür und ich habe keine Ahnung, was ich wählen soll. SPD? Da denke ich zur Zeit nur an Dr. &#8220;GAGA, GOGO, TRALLAFITTI&#8221; Wiefelspütz. CSU? Dr. Uhl. Frhr. von und zu Guttenberg. Und ich habe noch nicht einmal Herrn Dr. Beckstein verdaut. FDP? Sorry. Anspruch und Wirklichkeit. Es gibt ein paar gute Leute, aber im Ganzen? Grüne scheiden aus, ich will für meine Gesinnung selbst verantwortlich sein und Die Linke ist DDR light. Geht gar nicht. CDU kommt doppelt nicht in Frage, zum einen ist es die Partei der Internetsperren und zum anderen tritt sie ja in Bayern nicht an.</p>
<p>Violette? Nicht verwechseln, die sind nicht lila oder rosa, da geht es mehr um den Rundflug über den Blocksberg. Ein Lacher, aber das ist kein Spiel hier, ich verschenke meine Stimme nicht. Was gibt es noch? Für Rentner zu jung, für DKP zu alt, für Bibeltreue Christen zu häretisch, eine Partei, die sich selbst als ÖDE PARTEI empfindet (ÖDP) kann mich ebensowenig begeistern wie die DPFZ. Keine Ahnung, wie die DPFZ dieses Jahr heißt, aber die Abkürzung steht für Diesjährige Partei von Frau Zapp-Larouche. DVU und REPs kommen nicht in Frage für mich. Ja, da ist noch eine Liste, da klingen die Leute interessant. Aber eine Partei kann man doch nicht wählen, die sich selbst als Schwerverbrecher bezeichnet &#8211; Piraten, was für ein alberner Name. Aber immerhin haben die Leute vernünftige Ansichten und vertrauenerweckende Berufe.</p>
<p>Ich gebe auf, es gibt professionelle Hilfe: Den <a href="http://www.wahl-o-mat.de/europa/" target="_blank">Wahl-o-mat</a>. Gleich ausgefüllt. Und sofort der Schock: Ich habe kaum Übereinstimmungen mit irgendwelchen Parteien, aber 60% Übereinstimmung, Platz 1, mit der CSU. ICH? CSU? Das kann nicht sein. Nach eingehender Prüfung habe ich den CSUler in mir aber entdeckt: Alle Fragen, die Zuständigkeit der EU zu erhöhen, sehen mich inmitten der CSU: Ich bin dagegen, ich bin ein Anhänger regionaler Souveränität. Allgemeingültige Richtlinien für Gebilde, die größer sind als ein Bundesland, machen mich misstrauisch. Wer war auf Platz 2? Die Piraten. Das freut mich jetzt wieder. Ich bin der <em>missing link </em>zwischen CSU und Piraten. Obwohl, die Fahne der Piraten ist ja schwärzer als die der CSU, dann sind die vielleicht doch näher beieinander als sie selbst gedacht hätten.<br />
<a name="ravenclaw"></a></p>
<h3>Die Steigerung</h3>
<p>Doch die Europawahl ist nicht das Wichtigste: Jeder hat sich wohl schon die Frage gestellt, was passiert wäre, hätte er sich unter den berüchtigten <em>Sorting Hat</em> in Hogwarts gesetzt. Wo schickt mich der hin? Bin ich ein Slytherin? Oder ein Hufflepuff? (Nein, ich bin nicht gaga, auch nicht trallafitti, ich rede vom Harry-Potter-Universum).</p>
<p>Ich hab&#8217;s gemacht. Ich habe mir den Hut aufgesetzt, virtuell allerdings. Das Ergebnis:</p>
<h3>Ravenclaw!</h3>
<p><img class="alignleft" src="http://www.personalitylab.org/images/ravenclaw.jpg" alt="" width="100" height="120" /><em>Said Ravenclaw, &#8220;We&#8217;ll teach those whose intelligence is surest.&#8221;</em></p>
<p class="style3">Ravenclaws sind klug, schlagfertig, intelligent und gebildet.<br />
Bekannte Ravenclaws sind Cho Chang und Padma Patil (welche sich bei Harry und Ron spezieller Wertschätzung erfreuen), und Luna Lovegood (Tochter des Herausgebers des Magazins <em>The Quibbler</em>).</p>
<p>Wer Zeit hat, kann sich <a href="http://www.personalitylab.org/tests/ccq_hogwarts.htm">auch sortieren lassen!</a></p>
<p>Ravenclaw. Whoa. Das saß. Nun, Ravenclaw ist durchaus auch schmeichelhaft, aber ich wollte doch nach Gryffindor. Und wenn nicht Gryffindor, dann wenigstens Slytherin. Wenn schon nicht an der Seite von Luke Skywalker, dann gleich richtig <em>dark side</em>. Aber Ravenclaw?</p>
<p>Ich habe den Testbogen nochmal ausgefüllt. Das wäre doch gelacht. Gryffindor, ich komme! Diesmal war das Ergebnis völlig eindeutig, über jeden Zweifel erhaben: Immer noch Ravenclaw. Ich habe diesen Test unterschätzt. Und für heute habe ich erst einmal genug von online Selbsttests.</p>
<p>Gibt es nicht irgendwo noch eine steinalte <em>freundin</em> von meiner Frau? Da sind doch auch so nette Tests drin und nun kreuze ich an, ob ich eher die Karrierefrau oder die Hausfrau bin.</p>
<p class="finish">Es lebe die Selbsterkenntnis!</p>
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