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	<title>SvB-Blog &#187; Frechheit</title>
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	<description>Die Freiheit der Meinung setzt voraus, daß man eine hat (Heinrich Heine)</description>
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		<title>Die vier größten Feinde der Deutschen Bahn</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2010/07/16/die-vier-grosten-feinde-der-deutschen-bahn/</link>
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		<pubDate>Fri, 16 Jul 2010 09:45:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das neueste Produkt der Bahn kommt bei den Bürgern nicht wirklich an, insbesondere, weil man es nicht abstellen kann. In 10 Prozent aller Züge wurde neulich kostenlos die Sauna mitgeliefert.
Nun ist Sauna nicht jedermanns Sache, aber eine Sauna funktioniert in jedem Fall nur, wenn man selber jederzeit rauskann und dann in herrlich kaltes Wasser springt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/07/DBhot.png"><img class="size-full wp-image-2569 alignleft" title="DBhot" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/07/DBhot.png" alt="" width="300" height="215" /></a>Das neueste Produkt der Bahn kommt bei den Bürgern nicht wirklich an, insbesondere, weil man es nicht abstellen kann. In 10 Prozent aller Züge wurde neulich kostenlos die Sauna mitgeliefert.</p>
<p>Nun ist Sauna nicht jedermanns Sache, aber eine Sauna funktioniert in jedem Fall nur, wenn man selber jederzeit rauskann und dann in herrlich kaltes Wasser springt. Hier versagte das Bahnprodukt. Obwohl der Zug stand, konnte man die Türen der unfreiwiligen Sauna nicht öffnen. Und so kollabierten ein paar Schüler bei 50 Grad und hermetisch verschlossenen Fenstern.</p>
<p>Nun, verschlossen heißt nicht, daß man es nicht aufmachen kann.<span id="more-2564"></span> Dazu hängt an diversen Stellen ein &#8220;Nothammer&#8221;, ein kleines spitzes rotes Ding. Seit ich die kenne, das heißt, seit ich ein kleiner Bub war, juckt es mich in den Fingern, die mal zu benutzen. Leider oder gottseidank kam es nie dazu. Nun also im ICE, Modell &#8220;Bratröhre&#8221;, war es soweit. Eine Frau, die angesichts der Atemnot ihres kleinen Kindes endgültig beschlossen hatte, daß etwas geschehen müsse, testete den Nothammer. Dabei stelle sich heraus, daß man damit die Scheibe zwar beschädigen kann, aber nicht einschlagen. Nicht einmal frische Luft sollte durch die Mikrorisse strömen &#8211; da möchte ich nicht erleben, daß so ein Wagen mal Feuer fängt.</p>
<p>Und jetzt die offiziellen Reaktionen der Bahn. Es sei heißer als 32 Grad, und dafür sei die Klimaanlage nicht ausgelegt. Man traut seinen Ohren nicht. Ja, selten ist es bei uns heißer als 32 Grad. Was aber folgt daraus? Daß man keine Klimaanlage braucht, wenn es heißer wird? Sicher nicht &#8211; höchstens, daß die Betriebserlaubnis des Zugs erlischt. Dann darf die Bahn halt nicht mehr fahren, wenn es heißer ist. Selten habe ich ein so dämliches und zynisches Argument gehört.</p>
<p>Aber das war nicht das einzige, was schlimm war. Der Zug stand ja &#8211; nur die Türen wurden nicht freigegeben. Hinter dieser Formulierung steckt alles, was man zur Empörung braucht: Man kann also die Türen nicht mehr aufmachen, wenn nicht ein Mensch dieses Privileg erteilt. Das selbe Bild wie beim Fenster &#8211; kein Notausstieg mehr, nur noch ein verschlossenes Behältnis zum erwerbsmäßigen Transport von Kunden.</p>
<p>Immerhin 10 Prozent aller ICE waren betroffen und viele Menschen hatten das Gefühl, verdursten zu müssen. Was ja schon wieder zeigt, wie schön das Bahnreisen geworden ist: Es waren nicht genug Getränke an Bord genommen worden. Das heißt, es gab nichts mehr. Früher hätte man am Bahnhof bei einem Zwischenstopp einfach was kaltes gekauft, oder, noch besser, ans Fenster gebracht bekommen. Aber das geht aus zwei Gründen nicht: Verkauf an Reisende ist ein Monopol und hat es nicht mehr nötig, mit Serviceideen um Kunden zu werben und durchs Fenster geht nicht &#8211; aber das hatten wir schon, da hilft ja nicht mal der Nothammer, wie soll man da kaltes Wasser oder Cola durch die Scheibe kriegen.</p>
<p>Natürlich hat sich die Bahn zu einer wachsweichen Entschuldigung bequemt. Wer die Sauna überlebt hat, bekommt den halben Reisepreis zurück, natürlich nicht in bar und nur bei gleichzeitigem Verzicht auf weitergehende Forderungen. Ich könnte mir vorstellen, daß ich den Schadensersatz höher sähe und angesichts einer im Raum stehenden Körperverletzung (Fahrlässig? Grob fahrlässig? Vorsätzlich(!)?)  ließe ich mich nicht mit einem Reisegutschein abspeisen. Vielleicht hätte ich ja keine Lust mehr auf Bahnreisen? Besserung ist nicht in Sicht, wie man der Emailadresse entnehmen kann. Die Bahn kann nichts dafür und daher soll man seine Regressforderungen richten an: hitzewelle@deutschebahn.com.</p>
<p>Man ist sprachlos angesichts dieses Zynismus. Die Bahn fühlt sich völlig unschuldig &#8211; verantwortlich ist die böse globale Erwärmung, die ja von der Bahn bekämpft wird. Alles in Butter. Im Winter fielen übrigens auch viele Züge aus und Türen klemmten, Reisende waren eingeschlossen und sind mangels funktionierender Heizung beinahe erfroren, daran erinnert sich nur niemand mehr. Der Grund damals: Die Kälte. Und daher wissen wir, woher das alte Sprichwort kommt: Was sind die vier größten Feinde der Deutschen Bahn?</p>
<p class="finish">Frühling, Sommer, Herbst und Winter.</p>
<p><em>Bildquelle: &#8220;DB-Logo in Wüstenoptik&#8221;, Autor: SvB. Mit dem hübschen Mac-Programm Image Tricks von der Firma BeLight Software selbst erstellt. Zur freien Verwendung, Quellenangabe wäre nett, aber nicht Bedingung.</em></p>
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		<title>Abofalle (4)</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2010/02/16/abofalle-4/</link>
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		<pubDate>Tue, 16 Feb 2010 06:17:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gestern stellte sich noch die Frage, ob die Bahn jemals börsenfähig würde. Heute weiß ich einen weiteren Grund, wieso ich mir das gar nicht wünsche. Wo sind die korrekten Beamten geblieben? Klar, mit denen gab es durchaus auch mal Ärger (&#8220;Wir machen jetzt Mittag&#8221;, nachdem man geschlagene 30 Minuten an einem Sonderschalter ansteht. Ist mir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/02/DBbraun.png"><img class="alignright size-full wp-image-2093" title="DBbraun" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/02/DBbraun.png" alt="" width="300" height="215" /></a><a href="http://www.svb.bayern.net/2010/02/15/verstaatlicht-die-bahn/">Gestern</a> stellte sich noch die Frage, ob die Bahn jemals börsenfähig würde. Heute weiß ich einen weiteren Grund, wieso ich mir das gar nicht wünsche. Wo sind die korrekten Beamten geblieben? Klar, mit denen gab es durchaus auch mal Ärger (&#8220;Wir machen jetzt Mittag&#8221;, nachdem man geschlagene 30 Minuten an einem Sonderschalter ansteht. Ist mir passiert, etwa 1982). Aber ein Verhalten wie in der <a href="http://www.svb.bayern.net/?s=bahncard&amp;order=asc" target="_blank">Posse, die ich wegen der unseligen Bahncard erlebt habe</a>, ist bei einer Behörde schon schwerer vorstellbar. Man ahnt, die Geschichte hat eine Fortsetzung genommen.</p>
<p>Wir erinnern uns, kurz zusammengefaßt: <span id="more-2086"></span>Die Bahn rät meiner Frau und mir zum Kauf einer Bahncard, obwohl wir betonen, dass es nur um eine einzige Fahrt geht. An unserem Ort gibt es nicht mal einen Bahnhof. Nach einem Jahr stellt sich raus, der Schalterbeamte (die heißen heute sicher anders) hat uns ein &#8220;Abo&#8221; verkauft. Nach einem Jahr also kommt die Bahn daher und will für eine Verlängerung kassieren. Die wir abnehmen müssen. Schließlich haben wir das unterschrieben. Das bestreitet keiner, selbst schuld. Man unterschreibt auch nichts, ohne es zu lesen. Eine Ausnahme fiele mir allerdings ein: Geschäfte mit Leuten, denen man traut. Nachdem alles besprochen ist.</p>
<p>Nun, für Mißverständnisse gibt es die Kulanz, und nachdem der Streit schon losging, <em>bevor</em> die Verlängerungs-Bahncard überhaupt geliefert wurde, hätte man die Kündigung sicher annehmen können. Das Gegenargument: Wir müssen nicht, also tun wir es nicht.</p>
<p>Nun denn. So verhält sich heute durchaus auch immer wieder der Staat, vielleicht hilft die Verstaatlichung hier nicht. Aber bleiben wir bei der Geschichte. Sie ging noch äußerst kurios weiter. Ich sage seit einem Dreivierteljahr, dass ich die Rechnung bezahle, wenn ich sie bekomme. Ich kriege aber keine. Stattdessen versucht die Bahn, bei meinem Arbeitgeber abzubuchen. Sie hat die Daten, weil ich mal eine Firmenkarte hatte. Meine Firma bekommt auf Nachfrage nicht mal mitgeteilt, um was es bei der Abbuchung geht, und läßt so folgerichtig die Abbuchung zurückgehen. Die Bahn verlangt die Kosten für diese Aktion ungerührt von mir, und bezeichnet es als Kulanz, dass sie nun wenigstens eine Rechnung ausstellt. Auf meine Firma. Diese schickt die Rechnung zurück, da unbegründet. Parallel und unabgesprochen fordere ich die Bahn auf, alle Daten offenzulegen, die sie über mich gespeichert hat. Der Vorfall hatte schließlich meinen Verdacht genährt, die Bahn nimmt es mit dem Schutz von Daten nicht so genau, wenn sie nach Abschluß alter Firmenverträge noch Jahre später auf damals registrierte Konten zugreift. Keine Antwort von der Bahn, wen wundert&#8217;s.</p>
<p>Dafür ein Brief von einem Inkassounternehmen. Bahncards, Abbuchungskosten, Inkassokosten. Kommt nicht in Frage, keine Rechnung, keine Zahlung. Aus den Mahnungen entnehme ich zwar den Betrag für eine Bahncard, aber ich bin im Recht, wenn ich auf eine ordentliche Rechnung bestehe. Mit Mehrwertsteuer. Selbst einfache Handwerkerrechnungen müssen heute enormen formalen Ansprüchen genügen. Die Haftung liegt bei dem Bezahler der Rechnung, der notfalls die Mehrwertsteuer nachentrichtet oder Sozialabgaben für Handwerker bezahlt, wenn die Rechnung nicht ausreichend formuliert ist.</p>
<p>Ich schreibe also dem Inkassounternehmen, dass die Forderung bestritten wird. Und nun geschieht ein Wunder. Ich bekomme nach knapp zwei Monaten ein langes Schreiben. Von einem richtigen Menschen. Jemandem, der den Vorgang gelesen hat. Jemand, der auf meine Schreiben eingeht. Es ist nicht alles richtig, was da drin steht, so wird zum Beispiel behauptet, ich hätte eine Rechnung bekommen. Jetzt kommen die daher. Nach einem Dreivierteljahr. Was sie schreiben, klingt noch nicht mal unplausibel, sie behaupten, die Rechnung sei mit der Bahncard zusammen geliefert worden. Nachprüfen kann ich das nicht, jetzt nicht mehr. Und glauben kann ich aus auch nicht, ich habe ja alle Schreiben noch. Aber dennoch &#8211; da gibt es jemanden, der meinen Akt gelesen hat. Ich bin beinahe gerührt.</p>
<p>Beherzt greife ich zum Telephon und versuche, diese Posse zu beenden. Ich spreche mit einer Dame, der Stimme nach kein junges Mädel mehr, und erkläre zum wiederholten Male, dass ich bereit bin, die Bahncard zu bezahlen. Nur eben, dass ich eine Rechnung dafür will. Sie sagt mir das zu. So macht man das unter Erwachsenen. Dachte ich.</p>
<p>Nun habe ich einen Brief bekommen, von diesem Inkassounternehmen:</p>
<blockquote><p>&#8220;In vorbezeichneter Angelegenheit haben wir uns nochmal mit der DB Vertrieb GmbH in Verbindung gesetzt und teilen Ihnen nunmehr mit, das (<em>sic!</em>) eine Rechnung erst nach Zahlung der Forderung neu erstellt werden kann.&#8221;</p></blockquote>
<p>Vermutlich sollte ich nun pragmatisch sein und zahlen. Es lohnt sich nicht. Aber andererseits&#8230; vielleicht lohnt es sich doch? Mündlich versuche ich jedenfalls nicht mehr, etwas zu vereinbaren. So etwas geht nur mit Gentlemen und mit von Gentlemen beauftragten Unternehmen.</p>
<p class="finish">Das habe ich verstanden.</p>
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		<title>Helden der Lyrik</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2010/01/12/helden-der-lyrik/</link>
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		<pubDate>Tue, 12 Jan 2010 14:58:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Manieren]]></category>
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		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrechtsverletzung]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberschutz]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich weiß nicht, ob es sie noch gibt, die wundervolle Rubrik &#8220;Helden der Lyrik&#8221; in der Süddeutschen. Hier konnte man wundervolle Gedichte finden.
Gedichte machen ist nicht schwer
Und was sich reimt, ist richtig
So reimt man einfach so daher
Das Versmaß ist nur in den allerseltensten Fällen wichtig.
Wenn überhaupt&#8230;
Ich widme dieses Gedicht Karl-Heinz Rumenigge. Das ist ein ehemaliger [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/01/Friederike_Kempner.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-1955" title="Friederike_Kempner" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/01/Friederike_Kempner.jpg" alt="" width="340" height="452" /></a>Ich weiß nicht, ob es sie noch gibt, die wundervolle Rubrik &#8220;Helden der Lyrik&#8221; in der Süddeutschen. Hier konnte man wundervolle Gedichte finden.</p>
<blockquote><p>Gedichte machen ist nicht schwer<br />
Und was sich reimt, ist richtig<br />
So reimt man einfach so daher<br />
Das Versmaß ist nur in den allerseltensten Fällen wichtig.<br />
Wenn überhaupt&#8230;</p></blockquote>
<p>Ich widme dieses Gedicht Karl-Heinz Rumenigge. Das ist ein ehemaliger Fußballspieler, der inzwischen als Vorstandsvorsitzender der FC Bayern AG sich der Herausforderung stellen mußte, den Kaiser zu verabschieden. So klang das:<span id="more-1945"></span></p>
<blockquote><p>&#8220;Lieber Franz,<br />
ich danke Dir,<br />
ich danke Dir,<br />
ich danke Dir sehr,<br />
ich danke Dir,<br />
das fällt uns nicht schwer,<br />
ich danke Dir,<br />
danke Dir ganz toll<br />
usw&#8221;</p></blockquote>
<p>Nun ja. Wieso reden wir über so eine Belanglosigkeit? Weil er dieses Jahrhundertwerk noch nicht einmal selbst verfaßt hat, sondern geklaut, wie Frau Anette Pfeiffer-Klärle aus der Rödermark beklagt. Frau APK, wie sie sich selbst abkürzt, bietet ihre Dienste als Gebrauchslyrikerin an. Sie dichtet. Man kann bei ihr Auftragsgedichte bestellen. Verabschiedung eines Kollegen, Geburtstag der Oma, Eröffnung der neuen Filiale und was es noch so an Anlässen gibt, bei denen der nervöse Redner lieber auf Altbewährtes zurückgreift, also zum Beispiel auf ein Gedicht. Und ökonomisch konnte der Gutsten nichts besseres passieren als von Rumenigge beklaut zu werden, denn wie man <a href="http://www.apk-gedichte.de/aktuell_rummenigge_MEIN_Gedicht.htm" target="_blank">ihrem Server</a> entnehmen kann, brummt das Geschäft:</p>
<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/01/Bild-3.png"><img class="size-full wp-image-1949 alignnone" title="Bild 3" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/01/Bild-3.png" alt="" width="775" height="287" /></a></p>
<p>Ich weiß nicht, was an dieser Geschichte das peinlichste ist. Daß Rumenigge so ein schreckliches Gedicht ausgewählt hat? Daß er es in Kauf genommen hat, daß es sofort ihm zugeschrieben wurde? Ja wusste der nichts von Stephan Raab?</p>
<p><object style="width: 470px; height: 406px;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="470" height="406" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="AllowFullscreen" value="true" /><param name="AllowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.myvideo.de/movie/7140696" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed style="width: 470px; height: 406px;" type="application/x-shockwave-flash" width="470" height="406" src="http://www.myvideo.de/movie/7140696" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object><br />
<a title="tv total vom 30.11.2009 - Das Gedicht Von Rummenigge An Beckenbauer - MyVideo" href="http://www.myvideo.de/watch/7140696/tv_total_vom_30_11_2009_Das_Gedicht_Von_Rummenigge_An_Beckenbauer">tv total vom 30.11.2009 &#8211; Das Gedicht Von Rummenig… &#8211; MyVideo</a></p>
<p>Oder noch peinlicher: Befragt, ob er denn nichts zahlen wolle, soll er geantwortet haben, er habe das Zeug aus dem Internet, da müsse man nichts dafür bezahlen. Ich hoffe, das hat sich jemand ausgedacht.</p>
<p>Man findet im Netz nur wenige Klicks weiter ein Gedicht, das zum Abdruck frei ist. Der Urheberschutz ist ausgelaufen. Schon hat man ein herrliches Dankesgedicht:</p>
<blockquote>
<p>
Allgeliebter Vogel Du,<br />
Gingest Du nun zum Stand der Ruh<br />
Liebenswürdig zahm und zart<br />
Und von selten geist&#8217;ger Art!
</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>
Warst mir zweiundzwanzig Jahr,<br />
Was kein Anderer mir war,<br />
Steter Freund, ach lebenslang,<br />
Nehme meinen heißen Dank.
</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>
Mancher hat Dich arg betrübt,<br />
Weil Du allgemein beliebt,<br />
Gönnte diesen Trost mir nicht,<br />
- Das ist Wahrheit im Gedicht -
</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>
Nochmals Dank für Deine Treu!<br />
Lebe dorten auf, auf&#8217;s neu -<br />
Jeder Geist er lebet fort,<br />
Glücklich sei an jedem Ort!
</p>
</blockquote>
<p>Das Gedicht ist von Friederike Kempner, dem &#8220;schlesischen Schwan&#8221;, deren berüchtigte Gedichte von Deutschlehrern gerne maliziös als große Lyrik vorgestellt wurden, nur um dann &#8211; HA HA HA &#8211; am Ende der Schulstunde als grauenhaft entlarvt zu werden. Schüler fallen darauf rein, denn die anderen Gedichte, die die Deutschlehrer gaaanz gaaaanz toll finden, sind ja auch grauenhaft. Und man denkt an Douglas Adams, dem es gelungen ist, die Gemeinsamkeiten der vogonischen Lyrik und der irdischen zu enthüllen. Zur Erinnerung: Die Vogonen bringen ihre Gefangenen um, indem sie ihnen vogonische Gedichte vorlesen. Im ganzen All fürchtet man sie, nur die Erdlinge sind immun, da ihre Gedichte genauso schrecklich sind.</p>
<p>Aber wir tun Frau Kempner Unrecht. Das Gedicht oben ist jedenfalls nicht schlechter als das APK-Gedicht. Es hat nur den Schönheitsfehler, daß es sich nicht um scheidende Präsidenten handelt, sondern um ihren</p>
<p class="finish">am 15. November 1890 dahingegangenen Papagei</p>
<p><em>Bildquelle: </em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Friederike_Kempner"><em>Wikipediaartikel zu Friederike Kempner</em></a><em> (lesenswert)</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Abofallen (3)</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2009/12/20/abofallen-3/</link>
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		<pubDate>Sun, 20 Dec 2009 21:13:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Abo]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Raum ist dunkel. Es werden Zahlen geflüstert:
1&#8230;.. 7&#8230;&#8230; 4&#8230;&#8230;&#8230; 8&#8230;&#8230;&#8230; 8&#8230;&#8230;.. 2&#8230;&#8230;..
Aha. Performance. Menschen hüpfen, springen und schweben über die Bühne. Dazu Zwitschern, Flirren, Zirpen. Langsam versinkt die Welt in Schwärze, die Töne werden zu Geräuschen. Sphärische Klänge. Dann: Auftritt des altägyptischen Gottes Abophales.
Abophales (gr. Ἀβωφάληϛ) war der heute weithin unbekannte Gott der unfreiwillig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-thumbnail wp-image-1914 alignleft" title="rsys_27654_49f8469712050" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2009/12/rsys_27654_49f8469712050-150x150.jpg" alt="rsys_27654_49f8469712050" width="150" height="150" />Der Raum ist dunkel. Es werden Zahlen geflüstert:</p>
<p>1&#8230;.. 7&#8230;&#8230; 4&#8230;&#8230;&#8230; 8&#8230;&#8230;&#8230; 8&#8230;&#8230;.. 2&#8230;&#8230;..</p>
<p>Aha. Performance. Menschen hüpfen, springen und schweben über die Bühne. Dazu Zwitschern, Flirren, Zirpen. Langsam versinkt die Welt in Schwärze, die Töne werden zu Geräuschen. Sphärische Klänge. Dann: Auftritt des altägyptischen Gottes Abophales.</p>
<p><span id="more-1910"></span>Abophales (gr. Ἀβωφάληϛ) war der heute weithin unbekannte Gott der unfreiwillig gekauften Dienstleistungen. Sei es für irgendwelche idiotischen Klingelton-Abos für Handy, Spickhilfen für Hausaufgaben im Internet, die sich als Abzocke entpuppen, kostenpflichtige Downloadportale für ohnehin frei erhältliche Software oder eben, wie <a href="http://www.svb.bayern.net/2009/08/31/abofallen/" target="_blank">hier</a> schon berichtet, für Bahncards, die auch Geld kosten, wenn man sie nicht nutzen will. Oder aber: für Ballett.</p>
<p>Daß Abophales einen überall ereilen kann, wurde mir nämlich in der Oper klar. Es ist schon einige Tage her, aber ich bin noch nicht drüber weg. Wer ein Opernabo will, bekommt jedes Jahr auch ein Ballett aufgehalst. Ist so. &#8220;Nur Oper&#8221; gibt es nicht. Alle paar Jahre erwartet einen ein unerwarteter Genuß. Leider nicht jedes Jahr. Dieses Jahr war es beispielsweise für mich nicht der Fall. &#8220;<a href="http://www.bayerische.staatsoper.de/922-ZG9tPWRvbTImaWQ9MTU2MyZsPWRl-~spielplan~ballett~veranstaltungen~vorstellung.html" target="_blank">Zugvögel</a>&#8221; hieß das Stück (Jiří Kylián, Musik von Dirk Haubrich, Han Otten u.a., Uraufführung war am 3. Mai 2009).</p>
<p>Mir ist selbstverständlich klar, daß ich schuld bin, nicht der Künstler und nicht das Ensemble. Ich bin ein Ballettbanause. Wenn die Musik mich nicht rettet, langweile ich mich im Ballett. Meistens zumindest. Und ich stelle meine Nackenhaare, wenn ich das Wort &#8220;Installation&#8221; höre. Aber so klar mein Geschmack hier auch ist, so klar ist mir auch, daß es nichts anderes ist: Eine Geschmacksfrage. Wie der Oberbayer in seiner ihm eigenen spöttisch-toleranten Art sagt: &#8220;Für den, der es mag, ist es das Höchste&#8221;.</p>
<p>Auffällig natürlich der Titel: <em>ZUG-</em>Vögel. So ganz löse ich mich nicht von der Bahn und ihrer Abofalle. Im Gegensatz zu Opernabos sind nämlich Bahncards nicht einmal übertragbar, und auf die Oper bin ich nicht böse. Die Bahn hingegen hat inzwischen die nächste Runde eingeleitet. Obwohl ich wirklich deutlich gesagt habe, wieso ich nicht bezahlt habe, hat sie die Sache einem Inkassobüro übergeben, das mir netterweise Ratenzahlung angeboten hat. Ich habe brav geantwortet, dass die Forderung bestritten wurde. Kein Fall für ein Inkasso.</p>
<p>Und wieder einmal bin ich entsetzt, was die Bahn so macht, nur um meine Briefe vom Sommer nicht wirklich lesen zu müssen. Da stand eigentlich alles drin. Jetzt muss ich auch noch aufpassen, dass mir nicht doch irgendein Schreiben durch die Lappen geht, nicht dass an Heiligabend der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht. Am besten entzünde ich ein paar Räucherstäbchen,</p>
<p class="finish">am Altar des Abophales</p>
<p><em>Bildquelle: </em><a href="http://www.bayerische.staatsoper.de/" target="_blank"><em>Bayerische Staatsoper</em></a></p>
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		<title>Abofallen (2)</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Sep 2009 15:58:56 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Neulich habe ich über ein unschönes Erlebnis mit der Bahn AG berichtet. Ich habe bereits geahnt, daß ich gezwungen sein würde, eine Fortsetzung zu liefern. Voilà, hier ist sie:
Am 14.9. kam ein Schrieb von der Bahn, der für mich so konfus war, daß ich zunächst nicht wußte, was ich darauf antworten sollte. Inzwischen weiß ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-medium wp-image-1760 alignleft" title="Friedrichtheodorfischer" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2009/09/Friedrichtheodorfischer-216x300.jpg" alt="Friedrichtheodorfischer" width="216" height="300" />Neulich habe ich über ein unschönes <a href="http://www.svb.bayern.net/2009/08/31/abofallen/" target="_blank">Erlebnis mit der Bahn AG berichtet</a>. Ich habe bereits geahnt, daß ich gezwungen sein würde, eine Fortsetzung zu liefern. Voilà, hier ist sie:</p>
<p>Am 14.9. kam ein Schrieb von der Bahn, der für mich so konfus war, daß ich zunächst nicht wußte, was ich darauf antworten sollte. Inzwischen weiß ich mehr. Ich las jedenfalls sehr erstaunt:</p>
<blockquote><p>(..) unserem Forderungseinzug vom 11.9.2009 wurde widersprochen. Daraufhin wurde der Betrag von der Bank zurückgebucht. (&#8230;) Wir bitten Sie, uns bis zum 23.9.2009 den Grund des Widerspruchs mitzuteilen, damit wir mit Ihnen gemeinsam eine Klärung herbeiführen können. Bitte beachten Sie, daß bei der evtl. erneuten Belastung des Kontos ggf. angefallene Rücklastschriftgebühren mit eingezogen werden.</p></blockquote>
<p>Das war pikant. Ich weiß nichts von einem Widerspruch. Ich war gar nicht da,<span id="more-1755"></span> ich war eine Woche im Ausland. Zufällig bekam ich mit, daß Mitarbeiter meiner Firma etwas erstaunt waren über den Versuch der Bahn, sich an unserem Firmenkonto zu bedienen. Ein Anruf meiner Kolleginnen bei der Bahn war ergebnislos. Die Bahn weigerte sich mitzuteilen, wem die Bahncards denn gehörten, für die da abgebucht werden sollte. In der Liste unserer Fimenbahncards waren sie nicht enthalten. Kunststück, waren ja meine private Bahncard und &#8211; noch viel pikanter &#8211; die meiner Frau. Die arbeitet nicht bei der Firma.</p>
<p>Daß jemand versucht, sich in betrügerischer Absicht oder auch nur aus Versehen Geld per Lastschrift zu holen, kommt nicht einmal selten vor. Unsere Kollegen in der Buchhaltung sind aber zuverlässig. Die merken das. Und, das finde ich nett, sie haken sogar nach, es kann sich ja auch mal um ein Versehen handeln. Wenn der Abbucher aber nicht einmal erklären will, wofür das Geld ist, geht der Auftrag zurück. Logisch.</p>
<p>Wie kam aber nun die Bahn überhaupt an meine Firmenkonten? Das ist noch erstaunlicher. Ich hatte früher eine Bahncard. Ich war beruflich noch häufiger unterwegs, das konnte ich aber einschränken. Gesparte Zeit, gespartes Geld, geschonte Umwelt. Damals haben wir tatsächlich von einem Firmenkonto aus gezahlt. Das ist ein paar Jahre her. Aber die Bahn liebt es, Daten zu sammeln. Weiß man. Da wird nach einem beendeten Vertrag nichts gelöscht. Ein starkes Stück.</p>
<p>Was mache ich jetzt? Daß ich keine Rechnung erhalten habe, habe ich denen ja schon mitgeteilt, da gibt es keine Änderung. Ich muß denen auch nicht verbieten, irgendwo einzuziehen. Wenn die das machen, ist es deren Risiko. Natürlich haben sie die Gebühr für die Rücklastschrift, wie sie sagen, &#8220;auf mein Vertragskonto gebucht&#8221;.  Von meiner Seite ist alles gesagt. Die Bahn hat mir ja untersagt, in dieser Sache noch einmal</p>
<p class="finish">das Wort an sie zu richten.</p>
<p><em>Bildquelle: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Theodor_Vischer" target="_blank">www.wikipedia.de</a></em></p>
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		<title>Abofallen</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Aug 2009 13:00:54 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Abofallen sind eine nervige Sache. Man fängt sie sich ein wie eine Er­käl­tung &#8211; einmal nicht auf­ge­paßt, schon hat man wieder einen Ratten­schwanz von Ärger am Hals. Das Ganze ver­bun­den mit dem un­guten Ge­fühl, daß man ja doch irgend­wie selbst dran schuld sei &#8211; was läßt man sich auch mit Ab­zock­ge­sin­del ein. Ein­mal eine SMS [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-1738" title="545px-Bundesarchiv_Bild_146III-386,_Franz-Josef_Wuermeling" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2009/08/545px-Bundesarchiv_Bild_146III-386_Franz-Josef_Wuermeling-272x300.jpg" alt="545px-Bundesarchiv_Bild_146III-386,_Franz-Josef_Wuermeling" width="272" height="300" />Abofallen sind eine nervige Sache. Man fängt sie sich ein wie eine Er­käl­tung &#8211; einmal nicht auf­ge­paßt, schon hat man wieder einen Ratten­schwanz von Ärger am Hals. Das Ganze ver­bun­den mit dem un­guten Ge­fühl, daß man ja doch irgend­wie selbst dran schuld sei &#8211; was läßt man sich auch mit Ab­zock­ge­sin­del ein. Ein­mal eine SMS an eine dubiose Handy­nummer ge­schickt, ein­mal ein Web­for­mular aus­ge­füllt und die AGB in ge­fühl­ter 2-Punkt­schrift mit ver­däch­tig winziger Scroll­bar gleich nach unten ge­scrollt und wahr­heits­widrig an­ge­klickt &#8220;Ich habe die AGB ge­le­sen und ak­zeptiert&#8221;.</p>
<p>Wir dürfen ja alle drauf vertrauen, daß wir als Kon­su­men­ten schon mal doof sein dürfen. Alles kann man wider­rufen, alles ist un­ver­bind­lich. Nor­maler­weise. <span id="more-1709"></span>Ich gehöre zu denen, die meinen, mit dem Kon­su­men­ten­schutz gehe es bei uns eher zu weit. Wer be­schreibt mein Ent­setzen, daß ich selbst in so eine Abo­falle ge­tappt bin? Dabei wollte ich doch nur mit meiner Familie nach Use­dom fahren. Kein böses Inter­net, kein Handy, nein, wir haben nur eine Fahr­karte ge­kauft.</p>
<p>Kinder fahren kostenlos &#8211; wenn man als Familie verreist und eine Bahn­card hat. Egal welche. Also folgten wir dem Rat des Bahn­mit­ar­bei­ters und kauften Bahn­cards für die Familie, auch wenn uns das wider­sinnig er­schien, schließ­lich wollten wir nur ein ein­zi­ges Mal mit der Bahn fahren. Als fünf­köpfi­ge Fa­mi­lie fahren wir an­son­sten bes­ser und bil­li­ger mit dem Auto, ins­be­son­dere, weil wir uns zwi­schen Kin­dern und Ge­päck ent­schei­den müßten. Aber das er­schüt­ter­te den Mann nicht, es war wirk­lich gün­sti­ger mit Bahn­card.</p>
<p>Das alles ist ungefähr ein Jahr her. Da er­reich­te mich ein Schreiben voll auf­ge­setz­ter Fröh­lich­keit, ich solle nun mal ein Bild meines Sohns schicken, da sie keines hätten und sich unsere Bahn­cards dem­nächst ver­län­gern wür­den. Dank­bar ant­wor­te­te ich, das sei nicht nötig, da wir diese Bahn­cards gar nicht mehr be­nö­ti­gen würden. Wir kämen nie dazu, Bahn zu fahren. Schließ­lich wohnen wir ja in­zwi­schen in einem Ort, der nicht mal einen Bahn­hof hat.</p>
<p>Nach vier Wochen hakte ich nach, freund­lich, wie ich denke, viel­leicht ein bißchen irri­tiert. Drei Tage später die Ant­wort, da fiel schon der Schleier der Freund­lich­keit:</p>
<blockquote><p>mit Bedauern haben wir zur Kenntnis genommen, dass Sie Ihr BahnCard-Abonnement kündigen möchten.</p>
<p>Für die aktuelle Folgekarte können wir Ihre Kündigung leider nicht mehr anerkennen, da diese nicht fristgerecht 6 Wochen vor Gültigkeitsende der Karte vorlag.</p>
<p>Gerne vermerken wir jedoch die Kündigung Ihres Abonnements der Hauptkarte sowie eventuell vorhandener Zusatzkarten für das darauf folgende Jahr zum 24. Juli 2010.</p>
<p>Da der Großteil unserer Kunden Interesse an einer Folge-BahnCard hat, bieten wir seit Dezember 2002 die BahnCard ausschließlich im Abonnement an.</p></blockquote>
<p>Es beginnt mit einer fette Lüge. &#8220;Wir können leider Ihre Kün­di­gung nicht mehr an­er­ken­nen&#8221;. Wohl­ge­merkt, das Jahr war noch nicht um. &#8220;Wir wol­len nicht, schauen Sie in unsere AGB&#8221; &#8211; das wäre ehr­lich ge­we­sen. Los­wer­den wollen sie mich ja doch, immer­hin geht es weiter &#8220;Gerne ver­mer­ken wir je­doch die Kün­di­gung Ihres Abonne­ments&#8221;. Also doch <em>gerne</em>. Oder ist das nur noch so eine sprach­liche Ge­dan­ken­losig­keit, eine un­re­flek­tier­te Toll­patschig­keit, eine un­be­ab­sich­tig­te Pro­vo­ka­ti­on?</p>
<p>Unbeabsichtigt? Das kann nicht sein, denn nun kommt der Gnaden­stoß. Diese Be­haup­tung, die Bahn wisse wirk­lich, was ein Groß­teil ihrer Kun­den wolle. Also, ich wollte kein so­ge­nann­tes Abonne­ment, und ich wurde nie gefragt. Neu­gierig fragte ich nach dem Hinter­grund dieser Be­haup­tung. Und, na­tür­lich, bat ich darum, die Ab­leh­nung der Kün­di­gung noch ein­mal zu über­den­ken. Aus Grün­den der Fair­neß kün­dig­te ich an, den Schrift­ver­kehr zu ver­öf­fent­li­chen, es han­del­te sich ja schließ­lich weder um pri­va­te Brie­fe, noch um Ge­schäfts­ge­heim­nis­se. Namen von Sach­be­ar­bei­tern ver­öf­fent­li­che ich hier auch nicht, und ich kürze den gan­zen Schrift­ver­kehr. Die Ori­gi­na­le lie­gen na­tür­lich alle hier. Ich schrieb also:</p>
<blockquote><p>Ihr Schreiben habe ich erhalten. Sie können sich vorstellen, dass ich damit nicht einverstanden bin. Sie gehen auf meine Schilderung in keiner Weise ein (ich wollte nie ein Abonnement). Auch scheint es Sie kalt zu lassen, dass wir Ihr Produkt nicht nutzen werden. Hat die ehemalige Bundesbahn das nötig? Abofallen sind für eine Behörde unwürdig, und auch wenn Sie nun keine Behörde mehr sind, so unterstehen Sie dennoch der Beobachtung durch die Öffentlichkeit.</p>
<p>Können Sie den Satz &#8220;Da der Großteil unserer Kunden Interesse an einer Folge-BahnCard hat, bieten wir seit Dezember 2002 die BahnCard ausschließlich im Abonnement an.&#8221;  ein bisschen untermauern? Ich hatte früher eine BahnCard. Ich wurde nie gefragt, ob ich ein &#8220;Abo&#8221; wünsche.</p></blockquote>
<p>Gut, meine logische Volte mit &#8220;keine Behörde mehr, dennoch Be­ob­ach­tung durch die Öf­fent­lich­keit&#8221; ist schwer nach­zu­voll­zie­hen. Ge­meint war, daß es für un­faire Ge­schäfts­prak­ti­ken keine Ent­schul­di­gung sein dürfe, keine Be­hör­de zu sein. Die­se Un­ge­nau­ig­keit kam wohl auch daher, daß ich die Mails alle ziemlich bald nach Erhalt beantwortet habe.</p>
<p>Diesmal kam auch die Antwort der Bahn etwas schneller, nur wenig mehr als eine Woche dauerte es. Aber was da kam, ent­setzte mich doch. Auf die Frage, ob es der Bahn egal sei, daß ich das Pro­dukt nicht nutzen können würde, kam ein nur not­dürfig ver­hoh­le­nes &#8220;Klar ist uns das wurst.&#8221; Das liest sich dann so:</p>
<blockquote><p>Gemäß den &#8220;Beförderungsbedingungen der Deutschen Bahn AG&#8221; und hier im Weiteren insbesondere Punkt 2.5. der &#8220;Bedingungen für den Erwerb und die Nutzung von BahnCards (BahnCard)&#8221; beträgt deren Geltungsdauer prinzipiell ein Jahr. Ebenfalls ist dort geregelt, dass die BahnCard sich jeweils automatisch um ein Jahr verlängert, sofern nicht bis 6 Wochen vor Kartenablauf gekündigt wird.</p>
<p>Diese Regelungen sind Vertragsbestandteil , können u. a. in unseren Verkaufsstellen aber auch im Internet &#8211; Auftritt der DB AG nachgelesen werden und deshalb muss auch nicht ausdrücklich darauf hingewiesen werden.</p>
<p>Es wird explizit unter der Überschrift &#8220;Ihre Unterschrift&#8221; auf die Bedingungen zu der automatischen Verlängerung nochmals hingewiesen. Spätestens beim Durchlesen dieser Zeilen nimmt der Kunde von der automatischen Verlängerung der BahnCard Kenntnis.</p>
<p>Der von Ihnen original unterschriebene BahnCard-Antrag liegt uns vor.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund bestehen wir auf die Vertragserfüllung. Wir bitten Sie die noch offene Forderung zeitnah zu begleichen, um weitere Kosten zu Ihren Lasten zu vermeiden.</p></blockquote>
<p>Wir erinnern uns: Wir kaufen Fahrkarten, dis­ku­tie­ren da­bei das Pro­blem der Ge­päck­be­för­de­rung, wä­gen Tarif­al­ter­na­ti­ven ab, ver­su­chen, ob es nicht doch eine Mög­lich­keit der Re­ser­vie­rung gäbe und und und. Dann be­kom­men wir ein For­mu­lar hin­ge­scho­ben und unter­schrei­ben es, ohne es zu lesen. Selber schuld, das kommt davon. Nun, da gab es viel­leicht ein­mal ein ge­wis­ses Ur­ver­trau­en. Mein Vater war, ich räume es ein, selbst bei der Bundes­bahn.</p>
<p>Ok, es gibt also diesen Ver­trag und die Bahn hat sich ent­schie­den, auf Er­fül­lung zu be­stehen. We­nig­stens hat sie auf­ge­hört zu lügen. Auf mei­ne Fra­gen geht sie nicht ein. Dafür fängt sie nun an zu drohen.  &#8221;&#8230; die noch offene For­de­rung zeit­nah zu be­glei­chen, um wei­te­re Kosten zu Ihren Lasten zu ver­mei­den&#8221;. Was für of­fe­ne For­de­run­gen? Eine Rech­nung habe ich nie be­kom­men. Keine Ah­nung, wie­viel ich wohin über­weisen müßte. Also schrieb ich, daß ich es schade fände, daß meine Fragen igno­riert würden, aber eine Sache konnte ich nicht auf sich be­ru­hen lassen:</p>
<blockquote><p>Umgekehrt schreiben Sie, ich sollte noch offene Forderungen &#8220;zeitnah begleichen&#8221;. Das müßten Sie bitte präzisieren &#8211; eine Rechnung habe ich nicht erhalten.</p></blockquote>
<p>Zusätzlich bat ich um Über­sen­dung einer Ver­trags­kopie, die hatte ich nicht. Keine Unter­stel­lung, viel­leicht habe ich den ganzen Papier­kram nach der Reise weg­ge­wor­fen. Die Kopie kam auch, mehr aber nicht. Ich schrieb also noch­mal, nach wie vor freund­lich, wie ich hoffe:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrte Damen und Herren,</p>
<p>für die Übersendung der Kopie danke ich. Bitte beantworten Sie nun auch den Rest meiner Mail vom 31.7.09.</p></blockquote>
<p>Die Antwort ist der Gipfel:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr von Bomhard,</p>
<p>vielen Dank für Ihre E-Mail.</p>
<p>Wir haben Ihnen den Sachverhalt bezüglich unserer Kündigungsbedingungen ausführlich erläutert. Wir bitten Sie daher von weiteren Anfragen zu diesem Thema abzusehen, vielen Dank für Ihr Verständnis.</p>
<p>Sollten Sie Fragen haben oder weitere Informationen wünschen, senden Sie uns bitte einen Brief an DB Fernverkehr AG, BahnCard-Service, 60643 Frankfurt am Main oder eine E-Mail an bahncard-service@bahn.de. Selbstverständlich sind wir auch telefonisch gerne für Sie da: Unter der Servicenummer 0180 5 340035* erreichen Sie uns montags bis freitags von 7.00 Uhr bis 21.00 Uhr.</p></blockquote>
<p>Was jetzt? Die behaupten, die Kunden wünschten sich ein Abonne­ment, aber sie kneifen, wenn man nach­fragt. Die be­haup­ten, man könne mit ihnen reden, schreiben aber da­rü­ber, man solle es hübsch blei­ben las­sen? Und sie be­haup­ten, ich schulde ihnen Geld, aber nun sind sie nicht mal be­reit, über die Höhe der ver­meint­li­chen For­de­rung Aus­kunft zu geben? Sowas liest man durchaus immer wieder. Klingel­töne. Dubi­ose Down­load­por­tale. Ab­mahn­orgien von Winkel­ad­vo­katen. Die hören sich alle genau so an wie die früher von mir so ge­schätz­te Bahn.</p>
<p>Wie zum Hohn kriege ich Jubel­mails. Ich sammle jetzt also Bonus­punkte in einem Kunden­bin­dungs­pro­gramm der DB. Davon wußte ich auch nichts, wieder irgend­so ein Kreuzel, das ich über­sehen habe. Aber das beste ist: die Mails, die mich über dieses tolle Bonus­pro­gramm in­for­mie­ren, kom­men von einer Adresse, die genau zeigt, wie diese omi­nöse Stu­die wohl zu­stan­de­ge­kom­men ist, nach der ein Groß­teil der Kun­den die Bahn­card im Abo wünsche. Die Mail kam tat­säch­lich von der Adresse</p>
<p class="finish">noreply.kundendialog@bahn.de</p>
<p>Bild: Franz-Joseph Würmeling, der Urvater der Bahncard. Damals noch eine Erleichterung für kinderreiche Familien. Tempi passati. (Quelle: Bundesarchiv)</p>
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		<item>
		<title>Erbärmlich, unsäglich, blindwütig</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2009/08/20/erbarmlich-unsaglich-blindwutig/</link>
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		<pubDate>Thu, 20 Aug 2009 15:26:27 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Selten habe ich so einen unsachlichen und polemischen Blödsinn gelesen wie im Stern, aktuelle Ausgabe 34/2009. Kein Grund, den Stern zu boykottieren, wobei ihn zu kaufen allerdings oft eine gewisse Meisterschaft in Toleranz und Leidensfähigkeit voraussetzt.
Sei&#8217;s drum, da steht es jedenfalls: &#8220;Die Freiheit der Mörder&#8221;, wieder einmal ein &#8220;Zwischenruf&#8221; jenes Hans-Ulrich Jörges, einem Mann, der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-143 alignleft" title="joerges_hans_ulrich" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/05/joerges_hans_ulrich.jpg" alt="Jörges, Hans Ulrich" width="163" height="171" />Selten habe ich so einen unsachlichen und polemischen Blödsinn gelesen wie im Stern, aktuelle Ausgabe 34/2009. Kein Grund, den Stern zu boykottieren, wobei ihn zu kaufen allerdings oft eine gewisse Meisterschaft in Toleranz und Leidensfähigkeit voraussetzt.</p>
<p>Sei&#8217;s drum, da steht es jedenfalls: &#8220;Die Freiheit der Mörder&#8221;, wieder einmal ein &#8220;Zwischenruf&#8221; jenes Hans-Ulrich Jörges, einem Mann, der es regelmäßig schafft, mich fassungslos zu machen. Vielleicht lächelt er nun fein und sagt, Mission erfüllt, ich will provozieren, ich will aufrütteln, aber das wäre ein Mißverständnis. Nicht inhaltlich ist die eigentliche Provokation zu sehen, eher in der völligen Ingnoranz der Wirklichkeit, in der gebetsmühlenartig wiederholten Aneinanderreihung längst widerlegter Argumente, gepaart mit unverhohlener Aggressivität.<span id="more-1698"></span></p>
<h3>Aufruf zur Intoleranz</h3>
<p>Beweis gefällig? Jörges sagt, das Internet sei ein <em>rechtsfreier Raum</em>. Wo war der Mann die letzten Monate? Hat er keine Angst davor, ausgelacht zu werden? Und, wie zu erwarten ist der restliche Artikel von ähnlich ärmlicher Qualität. Schauen wir genauer hin. Die zweite Überschrift ist allein schon eine Entgleisung: &#8220;Ein Aufruf zur Intoleranz&#8221;. Soll das witzig gemeint sein? Gleich danach ein Geständnis: Jörges surft das Internet ab nach eindeutig verbotenem Material: Hakenkreuze, SS-Runen, das Horst-Wessellied. Das alles hat er sich angeschaut &#8211; wohl wissend, daß es sich um <em>illegales</em> Material handelt. Sein Vorgehen ist durchaus analog zu dem von <a href="http://solidaritaet-mit-joerg-tauss.de" target="_">Jörg Tauss</a>, der zum Thema Kinderpornographie recherchiert hat. Was Jörges abgeschmackterweise dem Abgeordneten Tauss vorzuwerfen scheint, bei sich selbst aber als normal ansieht.</p>
<h3>Der Unsinn mit dem rechtsfreien Raum</h3>
<p>Vermutlich dünkt er sich etwas besseres als ein Politiker, schließlich rechnet er sich ja zu den meinungsmachenden Zeitungsmachern. Zu den recherchierenden Journalisten kann er sich wohl kaum selbst zählen, ohne rot zu werden. Jörges hat sich unzweifelhaft strafbares Material beschafft, gesichtet und beherbergt es nach wie vor auf seinem Rechner in zahlreichen Cache-Dateien. Hier bin ich durchaus der Meinung, das müsse erlaubt sein, nicht nur Politikern und Journalisten, <em>jeder</em> der in einer Demokratie seine Stimme abgeben, mitregieren will, soll alles sehen und lesen dürfen. Das letzte Jahrhundert hätte vielleicht weniger Leid über die Menschen gebracht, hätten vor 1933 mehr Leute &#8220;Mein Kampf&#8221; gelesen. Aber es stört mich, wenn die Gesetze so strotzend vor Selbstgerechtigkeit nur für die anderen gelten sollen, und das in so einem Law-And-Order-Artikel.</p>
<p>Doch zurück zu dem Artikel:</p>
<blockquote><p>Es wird verherrlicht und verunglimpft, gehetzt und gelogen, agitiert und rekrutiert &#8211; völlig ungestört im Internet. Was in der realen Welt bestraft wird, bleibt in der digitalen Welt ungeahndet. Das Internet ist ein rechtsfreier Raum.</p></blockquote>
<p>Interessant: Jörges bezieht sich nicht auf sich selbst, nein, über &#8220;das Internet&#8221; schreibt er. Völlig ungestört? Nun, mit der gleichen kruden Logik könnte man sagen, daß unsere Straßen längst auch rechtsfreier Raum sind. Da wird gedrängelt und genötigt, beleidigt und bedroht. Und die Strafen? Ich meine die Strafen für Fehlverhalten, die nicht zur Finanzierung der Kommunen herangezogen werden? Nun, ich mußte einmal ein Auto zur Fahndung ausschreiben lassen &#8211; es wurde nie gefunden. Aber acht Strafzettel wegen Falschparkens bekam ich für dieses &#8220;unauffindbare&#8221; Auto dann doch noch in den folgenden Monaten. Anhand der Strafzettel habe ich dann das Auto selbst gefunden.</p>
<p>Schüler haben ein böses Video über einen Lehrer ins Internet gestellt. Die Verfasser konnten nicht gefunden werden, gleichwohl kann man das Video nicht mehr sehen. Aha, das Internet ist ein rechtsfreier Raum. Ist es nicht vielmehr die reale Welt? Ist die Schule ein rechtsfreier Raum, wenn die Urheber eines Schülerscherzes nicht ausfindig gemacht werden?</p>
<p>Natürlich will niemand Schülerscherze mit Völkermord vergleichen. Nehmen wir doch einfach Mord. Wie steht es denn um die weltweite Aufklärungsrate von Mord, im wirklichen Leben also? Bleiben die meisten Morde ungesühnt? Ja, aber ist die Welt nun ein rechtsfreier Raum? Blühender Unsinn. Genauso unsinnig wie bereits die Überschrift, Freiheit für die Mörder. Es gibt einen Unterschied zwischen Mord und brauner Hetzpropaganda, und wer den nicht mehr sieht, braucht eine Auszeit.</p>
<h3>Crescendo</h3>
<blockquote><p>Und der Skandal ist streng tabuisiert. Schon der Plan der Grossen Koalition, Kinderporno-Seiten zu sperren, der erste Eingriff in die grosse Freiheit, hat in der Internet-Gemeinde Entrüstung ausgelöst, Familienministerin Ursula von der Leyen die Schmähung Zensursula eingetragen und der gegen Netz-Zensur kämpfenden Piratenpartei Zulauf verschafft.</p></blockquote>
<p>Wer tabuisiert? Es wurde nicht darum gestritten, ob illegale Inhalte aus dem Netz entfernt werden dürfen oder nicht. Noch ist das hier ein Rechtsstaat. Was aber ist illegal? Entscheidet das die Polizei? Oder die Gerichte? Und ist das lächerliche Verbiegen von Nameservereinträgen eine Sperrung? Oder nur eine Alibiaktion, ungeeignet, schädlich, dumm?</p>
<p>Und dann das Geschwätz von der &#8220;Internet-Gemeinde&#8221;. Gibt es auch die &#8220;Telephonnutzergemeinde&#8221;? Die &#8220;Lufthansafliegergemeinde&#8221;? Alles Quatsch.  Und die &#8220;Ahnungslosen-Gemeinde&#8221; &#8211; mit Herrn Jörges als ihrem Prophet &#8211; gibt es die wenigstens? Vermutlich auch nicht, aber biblisch wird es durchaus im nächsten Absatz, wo Jörges über Jörg Tauss geifert (und er vergreift sich dabei an Tauss und an Jesus Christus in nur fünf Worten):</p>
<blockquote><p>Die Piraten umarmen den Unberührbaren</p></blockquote>
<p>um dann irgendwie wieder die Kurve zu kriegen, es ging ja um Nazis. Hier kommt erneut die Stunde des Propheten:</p>
<blockquote><p>Sperren wären weitaus wirksamer als ein NPD-Verbot</p></blockquote>
<p>Ich will gar nicht wissen, wie er das begründet. Es spielt auch keine Rolle, denn ein NPD-Verbot wäre ja schon wieder Alibi-Politik, blinder Aktionismus, ein Ablenken von tatsächlichen Dingen. Jörges hat es doch eigentlich begriffen, er selbst erwähnt den §86a StGB, den §130 StGB, er selbst bemerkt, daß jemand aus dem Ausland höhnt, diese BRD-Paragraphen seien ihm egal. Fein beobachtet, in den USA darf man Nazi sein, sich von Kopf bis Fuß mit Hakenkreuzen behängen und indiskutable Behauptungen aufstellen, ohne Angst vor Strafe haben zu müssen. Hier ist es verboten, dort nicht.</p>
<p>Kommt aber der der Verantwortliche für den Server mal nach Deutschland, zum Beispiel, um von einem Flugzeug in ein anderes zu steigen, und richtet sich der Server vielleicht sogar explizit an deutsche Leser, so riskiert der Betreiber eine Verhaftung und durchaus auch eine Verurteilung in Deutschland. Im Kalten Krieg war das ein völlig normaler Vorgang, niemand von Radio Free Europe oder Radio Liberty wäre auf die dumme Idee gekommen, in den Ostblock zu reisen, waren doch diese Sender vor allem auf Ziele hinter dem Eisernen Vorhang gerichtet.</p>
<p>Aha! Das Radio, ein rechtsfreier Raum? Aus der Sicht der Russen damals vielleicht wirklich, und die Analogie hält: Illegal wird so mancher Webserver erst durch seine Leser, nicht per se durch seine Existenz, auch wenn das Herrn Jörges vielleicht zu spitzfindig ist. Das Internet läßt sich nicht vollständig kontrollieren. Das stört die Chinesen, und es stört Herrn Jörges. Ja mei.</p>
<p>Aber ist das schlimm? Schlimm wäre es, könnte unsere Demokratie tatsächlich von ein paar braunen Spinnern gefährdet werden.</p>
<p class="finish">Einen intoleranten und unbelehrbaren Jörges muß sie ja auch aushalten.</p>
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		<title>Andere Länder, gleiche Sitten</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Jun 2009 08:00:17 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die Franzosen haben mehrfach versucht, das sogenannte Three-Strike-Out-Verfahren einzuführen. Copyrightverletzungen sollten beim dritten Mal durch Internetentzug geahndet werden, Büttel sollten hierbei die französischen Provider sein. Genaueres war hier bereits zu lesen. Das Gesetz scheiterte zunächst. Nicht an der Intelligenz und dem Sachverstand der französischem Parlamentarier, sondern eher an ihrer Urlaubsfreudigkeit. Nun aber wurde es ernst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-medium wp-image-1376" title="nicolas_sarkozy" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2009/06/nicolas_sarkozy-300x300.jpg" alt="nicolas_sarkozy" width="300" height="300" />Die Franzosen haben mehrfach versucht, das sogenannte Three-Strike-Out-Verfahren einzuführen. Copyrightverletzungen sollten beim dritten Mal durch Internetentzug geahndet werden, Büttel sollten hierbei die französischen Provider sein. Genaueres war <a href="http://www.svb.bayern.net/2009/04/05/3-2-1-keins/" target="_blank">hier</a> bereits zu lesen. Das Gesetz scheiterte zunächst. Nicht an der Intelligenz und dem Sachverstand der französischem Parlamentarier, sondern eher an ihrer Urlaubsfreudigkeit. Nun aber wurde es ernst &#8211; und das Gesetz scheitert erneut, wie es aussieht.<span id="more-1374"></span></p>
<p>Bei <a href="http://www.stern.de/computer-technik/internet/:Frankreich-Verfassungsrat-Internetsperre/703346.html" target="_blank">stern.online kann man lesen</a>:</p>
<blockquote>
<h3>Verfassungsrat kippt Internetsperre</h3>
<p>Der Verfassungsrat Frankreichs hat die im Mai verabschiedete Regelung zur Sperrung der Internetzugänge von Raubkopierern kassiert. Das umstrittene Gesetz sei aus mehreren Gründen nicht verfassungskonform.</p></blockquote>
<p>Noch deutlicher steht es in der <a href="http://www.netzeitung.de/internet/internet/1377619.html" target="_blank">Netzeitung</a>, Hervorhebung von mir:</p>
<blockquote><p>Das im Mai von Nationalversammlung und Senat beschlossene Gesetz sieht die Einführung einer neuen Behörde («Hadopi» für Haute Autorité pour la Diffusion des Oeuvres et la Protection des Droits sur Internet) zur Verfolgung von Raubkopierern vor. Wer erwischt wird, bekommt zuerst eine Ermahnung per E-Mail und beim zweiten Mal eine Ermahnung per Einschreiben. Wer dann weiter illegal Musik oder Filme herunterlädt, verliert den Zugang zum Internet für zwei Monate bis zu einem Jahr. Eine Ausnahme ist nur dann möglich, <strong><em>wenn der Computernutzer seine Unschuld nachweisen kann</em></strong>.</p>
<p>Die oppositionellen Sozialisten sowie Verbraucherschützer und das EU-Parlament hatten in dem Gesetz eine Einschränkung der Bürgerrechte gesehen, die Sozialisten wandten sich schließlich an das Verfassungsgericht. Die Musikindustrie dagegen begrüßte das Gesetz als wirksamen Schutz der Urheberrechte. Nun muss es gründlich überarbeitet werden.</p></blockquote>
<p>&#8220;Überarbeiten&#8221; heißt vermutlich &#8220;geräuschlos Entsorgen&#8221;, auch wenn die Kulturministerin Christine Albanel jetzt unter Druck ist und ihr Team laut argumentiert, man ziehe das jetzt trotzdem durch. </p>
<p>Beruhigt mich das, daß es in anderen Ländern nicht anders zugeht als bei uns? Die Franzosen hätten sich eine Menge Ärger gespart, wenn sie nur mein Blog gelesen hätten. (<a href="http://www.svb.bayern.net/2009/04/05/3-2-1-keins/" target="_blank">3-2-1-keins, April 2009</a> oder <a href="http://www.svb.bayern.net/2008/11/05/ablenkungsmanover/" target="_blank">Ablenkungsmanöver, November 2008</a>). Einige der Gründe, die der Verfassungsrat anführt, standen bereits in dem Novemberartikel.</p>
<p class="finish">Oops, das war überheblich. Tschulliung.</p>
<p><em>Bildquelle: Bild von א (Aleph),  <a class="external free" title="http://commons.wikimedia.org" rel="nofollow" href="http://commons.wikimedia.org/">http://commons.wikimedia.org</a></em></p>
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		<title>Der Bock als Gärtner</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Apr 2009 19:29:41 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Dr. Hans-Peter Uhl heißt ein Mann, der seit 1998 dem Bun&#173;des&#173;tag für die CSU an&#173;ge&#173;hört. Ge&#173;bo&#173;ren in Tü&#173;bin&#173;gen, aber in&#173;zwi&#173;schen lei&#173;der ein Bayer &#8211; es gibt keine mil&#173;dern&#173;den Um&#173;stän&#173;de. Wenn Lands&#173;­leute sich so be&#173;neh&#173;men, fühle ich mich ir&#173;gend&#173;­wie dop&#173;pelt be&#173;trof&#173;fen.
Dieser Mann fiel mir neu&#173;lich negativ auf. Er ver&#173;­un&#173;­glimpf­t Men&#173;­schen, die bes&#173;ser in&#173;for&#173;miert und an&#173;de&#173;rer Mei&#173;nung sind [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-medium wp-image-693 alignright" title="bild-1" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2009/04/bild-1-270x300.png" alt="bild-1" width="216" height="240" />Dr. Hans-Peter Uhl heißt ein Mann, der seit 1998 dem Bun&shy;des&shy;tag für die CSU an&shy;ge&shy;hört. Ge&shy;bo&shy;ren in Tü&shy;bin&shy;gen, aber in&shy;zwi&shy;schen lei&shy;der ein Bayer &#8211; es gibt keine mil&shy;dern&shy;den Um&shy;stän&shy;de. Wenn Lands&shy;­leute sich so be&shy;neh&shy;men, fühle ich mich ir&shy;gend&shy;­wie dop&shy;pelt be&shy;trof&shy;fen.</p>
<p>Dieser Mann <a href="http://www.svb.bayern.net/2009/04/10/mutter-der-klamotte/" target="_blank">fiel mir neu&shy;lich</a> negativ auf. Er ver&shy;­un&shy;­glimpf­t Men&shy;­schen, die bes&shy;ser in&shy;for&shy;miert und an&shy;de&shy;rer Mei&shy;nung sind als er selbst: als <em>Reichs&shy;be&shy;den&shy;ken&shy;­trä&shy;ger</em>. Nun kann es ja mal vor&shy;­kom&shy;men, daß man be&shy;­trun&shy;ken zur Ar&shy;beit kommt. Oder ein&shy;fach einen schlech&shy;ten Tag hat. Bei einem ein&shy;ma&shy;li&shy;gen Aus&shy;rut&shy;scher kann man ja auch ein&shy;fach be&shy;tre&shy;ten weg&shy;sehen. Geben wir dem Mann also eine Chance. Schauen wir doch ein&shy;mal, was er noch so von sich gibt. Bei Herrn Börnsen (CDU) hat dies neu&shy;lich ja auch Nettes zu&shy;tage&shy;ge&shy;för&shy;dert (<a href="http://www.svb.bayern.net/2009/03/28/bornsen-der-unerschrockene/" target="_blank">Rück&shy;blick</a>).</p>
<p><span id="more-970"></span>Beginnen wir bei <a href="http://www.abgeordnetenwatch.de/dr_hans_peter_uhl-650-5550--f173841.html#frage173841" target="_blank">abgeordnetenwatch.de</a>. Uhl wird ge&shy;fragt, ob er sich nach der Ein&shy;füh&shy;rung der In­&shy;stru&shy;­men&shy;te für eine Sper&shy;rung von Inter&shy;net&shy;­sei&shy;ten auch eine Sper&shy;rung von an&shy;de&shy;ren Sei&shy;ten vor&shy;­stel&shy;len könne. Seine Ant&shy;wort, völ&shy;lig an der Frage vor&shy;bei, eine bil&shy;lige Polemik gegen all&shy;fällige Kri&shy;tiker:</p>
<blockquote><p>(&#8230;) Für mich steht jedoch fest, dass z.B. das Freiheitsrecht eines Kindes, nicht sexuell missbraucht und Pädophilen zur Schau gestellt zu werden, um einiges höher zu bewerten ist als eine verabsolutierte &#8220;Freiheit des Internets&#8221; oder anderes dummes Geschwätz. Die ganze pseudo-bürgerrechtsengagierte Hysterie von Pseudo-Computerexperten, man müsse um jeden Preis ein &#8220;unzensiertes Internet&#8221; verteidigen etc. &#8211; vgl. <a href="http://www.ccc.de/updates/2009/besucht-zensursula?language=de" target="_blank">www.ccc.de</a> -, fällt für mich in die Kategorie: juristisch ohne Sinn und Verstand und moralisch verkommen.</p></blockquote>
<p>Zur Er&shy;in&shy;ne&shy;rung: Der Vor&shy;wurf gegen die Sper&shy;run&shy;gen war, dass sie (a)&nbsp;un&shy;ver&shy;hält&shy;nis&shy;mäßig, (b)&nbsp;kontra­&shy;pro&shy;duktiv und (c)&nbsp;wir&shy;­kungs&shy;­los sind. <strong><em>Un&shy;­ver&shy;­hält­&shy;nis&shy;­mäßig</em></strong>, weil aus durch­&shy;sich&shy;ti&shy;gen Grün&shy;den die tat&shy;­säch&shy;liche An&shy;zahl der be­&shy;gan&shy;ge&shy;nen Ver­&shy;brechen scham&shy;­los über&shy;trie&shy;ben wurde und eine Ge&shy;­fähr&shy;­dungs&shy;­si&shy;tu&shy;a&shy;tion sug&shy;­ge&shy;riert wird, die so nicht exi&shy;stiert. <strong><em>Kontra&shy;­pro&shy;­duk&shy;tiv</em></strong>, weil nur die Po&shy;li&shy;zei&shy;­arbeit er&shy;­schwert wird, aber kein ein&shy;zi&shy;ges Kind ge&shy;ret&shy;tet wird durch die Maß­&shy;nahmen. Schlim&shy;mer noch: Allein das An­&shy;legen der ominö&shy;sen Li&shy;sten er&shy;zeugt etwas, das durch seine bloße Exi&shy;stenz von zyni&shy;schen Ver­&shy;bre&shy;chern als Mar&shy;ke&shy;ting­&shy;werk&shy;zeug ge&shy;nutzt wer&shy;den wird (&#8220;Best of&#8221;, &#8220;Empfoh&shy;len vom BKA&#8221;). Keine Liste bleibt im Netz dauer&shy;­haft unter Ver&shy;schluß. Und <strong><em>wir&shy;­kungs&shy;­los</em></strong>, weil ent­&shy;spre­&shy;chen­&shy;de An­&shy;lei&shy;tun­&shy;gen, wie man die Sper&shy;ren um&shy;geht, längst im Netz er­&shy;hält&shy;­lich sind für die, die es nicht ohne­&shy;hin schon vor&shy;her wußten.</p>
<p>Uhl muß das doch irgend&shy;wann auch mit&shy;be&shy;kom&shy;men haben. Und da er nicht zu&shy;geben will, blind&shy;wütig in die falsche Richtung los&shy;ge&shy;stürmt zu sein, kann er sich auf eine sach&shy;liche Aus&shy;ein&shy;ander&shy;setzung nicht ein&shy;lassen. So wechselt er das Thema und be&shy;hauptet, seinen Geg&shy;nern ginge es um Ver&shy;hinde&shy;rung von Zensur, Bürger&shy;rechte <em>auf Kosten</em> der Frei&shy;heits&shy;rechte von Kindern. Das ist un&shy;sinnig. Schlim&shy;mer aber noch als seine Bor&shy;niert&shy;heit in der Sache ist seine Wort&shy;wahl: Die Ver&shy;tei&shy;di&shy;gung von Bürger&shy;rechten und die Ver&shy;hin&shy;de&shy;rung von Zensur nennt er <em>mora&shy;lisch ver&shy;kom&shy;men</em>? Hilfs&shy;weise unter&shy;stellt er allen, die nicht voll&shy;ständig seiner Mei&shy;nung sind, sie wollten nur un&shy;ge&shy;stört Kinder&shy;porno&shy;graphie herunter&shy;laden.</p>
<p>Auch sonst ist sach&shy;liche Aus&shy;ein&shy;an&shy;der&shy;setzung etwas für Weich&shy;eier. Nach der Ab&shy;lehnung des um&shy;strit&shy;tenen BKA-Ge&shy;setzes letz&shy;ten Novem&shy;ber ließ sich Uhl über seine Gegner aus, die sächsi&shy;sche SPD. Deut&shy;lich sicht&shy;bar: Hier hat sich jemand nicht mehr unter Kon&shy;trol&shy;le. Er keift. Das Ganze findet man <a href="http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=sw&amp;dig=2008%2F11%2F18%2Fa0105&amp;cHash=cdbb5c06bb" target="_blank">immer noch in der TAZ</a>, aber auch längst in Wiki&shy;pe&shy;dia.</p>
<blockquote><p>Einziges Indiz für die tatsächliche Gemütslage aufseiten der Regierungsparteien war die Reaktion von Hans-Peter Uhl (CSU). Der Innenpolitiker der Union war außer sich. &#8220;Mit diesem linken Gerülpse aus Sachsen lässt sich doch nichts anfangen&#8221;, schimpfte Uhl über die Parteitagsentscheidung. &#8220;Da ist ein Klischee auf das andere gestapelt worden: Wir sind gut und wir sind frei. Damit lässt sich doch nichts anfangen. Mit den Verfassern solcher Pamphlete kann man nicht reden&#8221;, sagte er der taz.</p></blockquote>
<p>Freiheit gehört für ihn offen&shy;sicht&shy;lich zu etwas, das irreal ist, irgend&shy;wie &#8220;gspinnert&#8221;, und eben &#8220;links&#8221;. Das mit dem <em>Ge&shy;rülpse</em> lasse ich un&shy;kom&shy;men&shy;tiert.</p>
<p>Aber gehen wir doch wieder zur Gegen&shy;wart. Auf <a href="http://www.uhl-csu.de/cm/upload/4_090311_ArgumentationspapierAccessBlocking__fin.pdf" target="_blank">www.uhl-csu.de</a> ver&shy;öf&shy;fent&shy;licht Uhl ein haar&shy;sträu&shy;ben&shy;des Do&shy;ku&shy;ment. Voller Fehler, voller Ir&shy;rati&shy;o&shy;na&shy;li&shy;tät, aber auch voll be&shy;wußter und un&shy;be&shy;wußter Ir&shy;re&shy;führun&shy;gen, bar jeder Be&shy;reit&shy;schaft zum Nach&shy;den&shy;ken oder Re&shy;flektieren. Es ist sein eigenes Papier, kein übel&shy;wol&shy;len&shy;der Jour&shy;na&shy;list ent&shy;lockt ihm diese Äuße&shy;run&shy;gen. Ein High&shy;light:</p>
<blockquote>
<h4>Welche Rechtsnatur hat die Sperrung? </h4>
<p>Die Sperrung erfolgt durch den Internet-Service-Provider gegenüber seinem Kunden. Sie ist damit Teil des Vertragsverhältnisses zwischen dem Service-Provider und seinem Kunden und stellt keinen öffentlich-rechtlichen Rechtsakt dar. Sollte ein Kunde der Auffassung sein, ihm sei der Zugriff auf unbedenkliche Seiten zu unrecht verweigert worden, müsste er sich zivilrechtlich gegen seinen Internet-Service-Provider wenden.</p></blockquote>
<p>Uhl ist Jurist. Ihm muß doch klar sein, was er da sagt: Der Staat sperrt nicht. Er macht einen Ver&shy;trag mit den fünf größten Privat&shy;an&shy;bie&shy;tern unter den Inter&shy;net&shy;ser&shy;vice&shy;pro&shy;vidern. Diese sper&shy;ren da&shy;rauf&shy;hin. Damit handelt es sich nicht um einen öf&shy;fent&shy;lich-recht&shy;li&shy;chen Rechts&shy;akt. Also eine Art vir&shy;tu&shy;el&shy;les Guan&shy;ta&shy;namo. Nicht über&shy;prüf&shy;bar. Schon gar nicht durch <em>linke Bür&shy;ger&shy;recht&shy;ler</em>. Fas&shy;sen wir zu&shy;sam&shy;men:</p>
<ul>
<li>Gegner werden verunglimpft (Hysteriker, linkes Gerülpse).</li>
<li>Das Vokabular kommt aus einer auffälligen Ecke (Reichsbedenkenträger, moralische Verkommenheit).</li>
<li>Mit politischen Gegnern verständigt man sich nicht. Sie werden mit Propaganda niedergemacht.</li>
<li>Machen ist immer gut. Nachdenken ist was für Schwächlinge.</li>
<li>Bürgerrechte sind lästig und überflüssig.</li>
</ul>
<p>Mit Schrecken stellen wir fest: Das er&shy;in&shy;nert an längst ver&shy;gan&shy;ge&shy;ne Zei&shy;ten. Das ist Nazi&shy;sprache, Nazi&shy;art. Ab&shy;sicht&shy;lich oder fahr&shy;läs&shy;sig? Gibt es über&shy;haupt Nazis aus Fahr&shy;läs&shy;sig&shy;keit? Und nun die Krönung: Aus&shy;ge&shy;rech&shy;net dieser Mann sitzt im par&shy;la&shy;men&shy;ta&shy;ri&shy;schen Kon&shy;troll&shy;gre&shy;mium (PKG). Zu&shy;stän&shy;dig für die Kon&shy;trolle der Nach&shy;rich&shy;ten&shy;dien&shy;ste bei uns. Vor einem Jahr wurde hier schon ein&shy;mal <a href="http://www.svb.bayern.net/2008/04/25/nachrichtendienste/" target="_blank">von die&shy;sem Gremium be&shy;rich&shy;tet</a>. Ei&shy;gent&shy;lich wäre Uhl selbst ein Fall für die Be&shy;ob&shy;ach&shy;tung durch den von ihm kon&shy;trol&shy;lier&shy;ten Ver&shy;fas&shy;sungs&shy;schutz. Es wun&shy;dert mich nichts mehr.</p>
<p class="finish">Hier wurde der Bock zum Gärtner gemacht.</p>
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		<title>Interessantes Geschäftsmodell</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Sep 2008 14:32:00 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ein Anwalt vertrat seinen Mandanten vor Gericht. Dafür wollte er sein Honorar. Gut, dass sein Mandant eine Rechtschutzversicherung hatte, dachte der Anwalt. Aber die zahlte nicht, mit der Begründung, dass der Anwalt und der Mandant ein und derselbe waren. Der Anwalt berief sich auf die freie Anwaltswahl &#8211; er dürfe jeden Anwalt nehmen, also auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-222" title="justitia1" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/09/justitia1-152x300.jpg" alt="Justitia" width="152" height="300" />Ein Anwalt vertrat seinen Mandanten vor Gericht. Dafür wollte er sein Honorar. Gut, dass sein Mandant eine Rechtschutzversicherung hatte, dachte der Anwalt. Aber die zahlte nicht, mit der Begründung, dass der Anwalt und der Mandant ein und derselbe waren. Der Anwalt berief sich auf die freie Anwaltswahl &#8211; er dürfe jeden Anwalt nehmen, also auch sich selbst. Ein Gericht sah das nun anders, gelesen bei <a href="http://www.focus.de/jobs/berufsalltag/arbeitsrecht/gerichtsurteil-unbezahlter-anwalt-in-eigener-sache_aid_331950.html" target="_blank">Focus online</a>.</p>
<p>Zunächst kratzt der Laie sich am Kopf. Die freie Anwaltswahl, die einen bestimmten Anwalt ausschließt, ist nicht frei. Widerspruch, q.e.d., die Versicherung muß zahlen. Dann der Weg des Analogschlusses. Nehmen wir an, jemand hat eine Vollkaskoversicherung für sein Auto. Er fängt sich eine Beule ins Blech ein. Laut Gutachter, sage wir, 1000€ Schaden. Der Mann ist zufällig Spengler und dengelt sich sein Blech wieder glatt und lackiert es auch noch. Dafür bekommt er die 1000€ problemlos von der Versicherung. Wo ist der Unterschied?</p>
<p><span id="more-221"></span>Vermutlich ganz einfach in den Versicherungsbedingungen &#8230;. Und die sind nicht ganz unerklärlich, denn in dem speziellen Fall ging es ja um eine Klage des Anwalts gegen seine eigene Kanzlei wegen Fahrtkosten. Dürfte er das abrechnen, würde er sich vermutlich den lieben langen Tag verklagen. Er gliche dem Orthopäden, der sich jedes mal, wenn er sich streckt und räkelt, eine Liquidation zuschickt mit diversen GOÄ-Ziffern, inklusive dem wichtigen Punkt nach GOÄ Beratung, auch telephonisch, und</p>
<p class="finish">das dann der Krankenkasse vorlegt</p>
<p><em>Bildquelle: <a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/83/Justitia1.jpg" target="_blank">Wikimedia</a></em></p>
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