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	<title>SvB-Blog &#187; Kinder</title>
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	<description>Die Freiheit der Meinung setzt voraus, daß man eine hat (Heinrich Heine)</description>
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		<title>Über den Verbleib allfälliger Sakralbauten im urbanen Kontext</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Nov 2010 16:12:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute ist Sankt Martin. Heute ziehen bei anbrechender Dunkelheit die kleinen Kinder mit Laternen durch ihre Viertel und singen dazu. &#8220;Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir&#8221;. Schon als kleinem Buben ist es mir merkwürdig vorgekommen, daß meine Laterne mit mir geht. &#8220;Entweder oder&#8221;, nicht &#8220;und&#8221;. Egal. Aber heute ist etwas anders [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/11/lieder_zu_st_martin.gif"><img class="size-full wp-image-2955 alignright" title="lieder_zu_st_martin" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/11/lieder_zu_st_martin.gif" alt="" width="209" height="170" /></a>Heute ist Sankt Martin. Heute ziehen bei anbrechender Dunkelheit die kleinen Kinder mit Laternen durch ihre Viertel und singen dazu. &#8220;Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir&#8221;. Schon als kleinem Buben ist es mir merkwürdig vorgekommen, daß meine Laterne mit mir geht. &#8220;Entweder oder&#8221;, nicht &#8220;und&#8221;. Egal. Aber heute ist etwas anders als sonst: Will man den Medien Glauben schenken, so gibt es heute einen Schweigemarsch, weil die Kinder nicht singen dürfen, solange sie nicht Unsummen an die GEMA bezahlen.</p>
<p>So tönt es jedenfalls schon den ganzen Tag aus dem Radio, die Twitterati kramen Worte wie &#8220;infam&#8221;  aus und manche Blogartikel übertrumpfen sich gegenseitig in Angriffen auf die GEMA. <a href="http://www.svb.bayern.net/2008/07/15/kollektive-erregung/" target="_blank">Kollektive Erregung allerorten</a>, kein Wunder bei dem Thema. Die armen Kinder! Nicht singen. Lautlos, gespenstisch, werden sie in Zweierreihen mit gesenktem Kopf hintereinanderhertrotten. Blühender Blödsinn, so etwas macht misstrauisch.</p>
<p>Zunächst einmal: Man darf, zumindest im Sinne von GEMA-Freiheit, singen, was man will. <span id="more-2943"></span>Die GEMA wäre zuständig, wenn Konserven gespielt würden. Es ist also genau umgekehrt: Wenn die Kinder nicht selber singen, sondern die Musik aus einem mitgeführten Lautsprecherwagen kommt, dann ist die Fälligkeit von GEMA-Gebühren zu prüfen.</p>
<p>Bei genauerem Hinsehen fällt auf, daß der eine oder andere korrekter berichtet, daß es nicht um das Singen geht, sondern um das Kopieren von Notenblättern. Das ist aber nicht mehr die Zuständigkeit der GEMA. Die hier zuständige Organisation heißt VG Musikedition und ist damit verwandt mit der von mir durchaus als segensreich empfundenen VG Wort.</p>
<p>VG steht für Verwertungsgesellschaft. Sinn dieser Organisationen ist die Vereinfachung der Vergütung von Urhebern und Verlegern. Will man verhindern, daß Kultur nur noch ehrenamtlich stattfindet oder nur prekär finanziert wird, wie im achtzehnten Jahrhundert, muß man von vielen Konsumenten möglichst geringe Beträge einsammeln &#8211; die Menge machts &#8211; und dann möglichst gerecht an die Richtigen wieder ausschütten. Das Kopieren zu verbieten ist keine Alternative. Gleichzeitig wäre es nicht ökonomisch, für jede einzelne Kopie mit dem betroffenen Verlag individuell abzurechnen. So kam es zu den relativ pauschalen Modellen.</p>
<p>Ist das Leben für Verleger schon schwer, so ist es für Musikverleger traditionell richtig rauh. Noten ansprechend und spielbar zu setzen ist eine Kunst, die einem auch heute noch nicht wirklich von Laien mit geeigneter Software abgenommen werden kann. Entsprechend teuer sind Noten. Liederbücher sind schon etwas billiger in der Produktion, aber hier greift auch die Pauschalregelung: Photokopierte Noten müssen bezahlt werden, auch wenn die Lieder längst gemeinfrei sind. Die Alternative: Liedtext aus dem Internet laden (legal) und Noten abschreiben, von Hand oder mit Software. Das schaut nicht so gut aus wie das, was ein Profi macht, aber man kann damit arbeiten. Oder aber man kopiert doch, 500 Kopien kosten den Kindergarten 56 Euro, pauschale Editionsabgabe.</p>
<p>Mit 500 Kopien kommt man weit. Aber selbst hier gibt es noch Verdruß: Das sei viel zu viel Geld. Wer soll das bezahlen? Wiebitte? Der Kopierer wurde ja angeschafft und erzeugt, vorsichtig geschätzt, bei der niedrigen Kopienanzahl Kosten pro Kopie von 25 ct. Rund 11 ct. kommen für den hinzu, der sich die Arbeit mit dem Notensatz gemacht hat bzw. diesen ursprünglich finanziert, das ist ein Drittel. Und der Vorwurf, die GEMA solle in dem Fall die Gebühren einfach erlassen, ist kindisch. Die GEMA macht lediglich <em>das Inkasso</em> für die VG Musikedition. Sie kann das nicht erlassen, das müsste die VG. Die VG wiederum kann es auch nicht erlassen. Es ist weder das Geld der GEMA, noch der VG, und was einem nicht gehört, darf man auch nicht verschenken.</p>
<p>Bleibt die Frage, ob wir wirklich wollen, daß ein Kindergarten so etwas bezahlt. Nun, so hart es klingt, der Kindergarten kann auch nicht zum Bäcker marschieren und kostenlose Semmeln verlangen. Andauernd wird von den Eltern Geld eingesammelt, für überflüssige Nikolausgeschenke (die sollten die Kinder daheim bekommen und nirgendwo sonst), für irgendwelchen Bastelkram, für Ausflüge. Für manches werden auch Spenden eingesammelt &#8211; und genau so kann man es doch auch hier machen. Irgendein Vater hat vielleicht irgendeine Firma, die auf die Kopien für den Kindergarten ein bisserl Werbung drucken mag, und schon sind die 56 Euro wieder herinnen.</p>
<p>Was? Werbung? Auf Kopien für die Lieder für die Kinder? Na klar. Eiskalt. Die Kinder werden da unempfindlich sein. Ist denn wirklich noch niemand aufgefallen, daß Kindergartenkinder nicht lesen können? Die Kopien sind also für die Eltern(!). Viel Lärm um nichts.</p>
<p>Ich bin der Meinung, daß man einiges hier anders regeln könnte, manche Pauschalen auch einfach aus dem Steueraufkommen finanzieren könnte und daß manche Auswüchse unerwünscht sind. So spielt einer meiner Ärzte überall in der Praxis Musik, die aber immer wieder für ein paar Sekunden abbricht &#8211; so muß er keine GEMA-Gebühren zahlen. Und auf einem Photokopierer sind VG Wort-Abgaben, nicht jedoch auf einem Faxgerät. das ja heutzutage auch jederzeit zum Kopieren eingesetzt werden kann.</p>
<p>Aber das sind Details. Kultur muß irgendwie finanziert werden, und bei allen Pauschalen kommt es zu Merkwürdigkeiten. Die man ja einzeln auch beseitigen kann. Ansonsten sollten wir uns immer rechtzeitig Gedanken machen über den Verbleib allfälliger Sakralbauten im urbanen Kontext, oder auf Deutsch öfter mal</p>
<p class="finish">die Kirche im Dorf lassen.</p>
<p><em>Bildquelle: </em><a href="http://www.labbe.de/zzzebra/index.asp?themaid=237&amp;titelid=1210"><em>zzzebra</em></a><em>, dort findet man u.a. Liedertexte zu Sankt Martin.</em></p>
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		<title>Kasperltheater</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Aug 2010 14:47:55 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Das heutige Thema ist keine Anspielung auf unsere Politiker. Ausnahmsweise richtet sich der Blick schreckgeweitet ins Ausland, genauer gesagt nach Großbritannien, noch genauer nach Portsmouth. Dem immer wieder lesenswerten Blog von Aranita (Verbotswahn.de) entnehme ich folgende unglaubliche Geschichte: In Deutschland sind es Kasperl und Gretel, in England Punch und Judy, die in Kasperletheatern die Kinder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/08/Pocci_Ritter_Lustige_Gesellschaft.jpg"><img class="size-medium wp-image-2666 alignright" title="Pocci_Ritter,_Lustige_Gesellschaft" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/08/Pocci_Ritter_Lustige_Gesellschaft-300x207.jpg" alt="" width="240" height="166" /></a>Das heutige Thema ist keine Anspielung auf unsere Politiker. Ausnahmsweise richtet sich der Blick schreckgeweitet ins Ausland, genauer gesagt nach Großbritannien, noch genauer nach Portsmouth. Dem immer wieder lesenswerten Blog von Aranita (<a href="http://www.verbotswahn.de/wp/2010/07/politisch-korrektes-kasperltheater/" target="_blank">Verbotswahn.de</a>) entnehme ich folgende unglaubliche Geschichte:<span id="more-2665"></span></p>
<blockquote><p>In Deutschland sind es Kasperl und Gretel, in England Punch und Judy, die in Kasperletheatern die Kinder erheitern. Während in Deutschland Kasperl meistens das Krokodil verhaut, geht in England Punch (übersetzt »Schlag«) mit seinem Stock, der traditionell so groß ist wie er selbst, auf Judy und andere Charaktere los.</p>
<p>Bereits im Jahre 1999 haben die Behörden darüber nachgedacht, diese »Verherrlichung der häuslichen Gewalt« der heutigen Zeit anzupassen – passiert ist damals allerdings noch nichts. Jetzt scheinen die Engländer reif zu sein, dass eine 300 Jahre alte Tradition abgeschafft wird. Die Behörden der Touristen- und Hafenstadt Portsmouth haben nun den Betreiber eines Kasperltheaters aufgefordert, sein Programm zu ändern. Man könne Kindern diese »Gewalt« nicht zumuten.</p></blockquote>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Graf_von_Pocci" target="_blank">Graf Pocci</a>, der Vater des legendären Kasperl Larifari, würde sich im Grab rumdrehen. Der Kasperl haut bei uns die Gretel nicht, nur den Räuber oder das Krokodil, aber als gewaltlos würde ich auch unseren Kasperl nicht beschreiben. Man kann ihm durchaus vorwerfen, daß er mit seiner Pritschn schnell bei der Hand ist und nicht einmal ansatzweise bewährte Konfliktvermeidungsstrategien oder Mediation versucht. Aber, Hand auf&#8217;s Herz, wer sollte denn da noch in ein Kasperltheater gehen, wenn man dort ein vergnügliches Stück namens &#8220;Resozialisierung und gewaltlose Schlichtung am Beispiel des im Prekariat aufgewachsenen und sozial benachteiligten H.&#8221; sehen kann, nach Absetzung der Originalversion von &#8220;Kasperl Larifari und der Räuber Hotzenplotz&#8221;.</p>
<p>Es ist einem Außenstehenden vielleicht auch nicht zu vermitteln, wieso es komisch sein soll, wenn der Kasperl die Gretel haut, aber ein Außenstehender sollte sich einer ihm fremden Kultur ja auch eher vorsichtig und behutsam nähern. Die Kasperltheater-Zielgruppe, die Kinder nämlich, sind sehr vergnügt im Kasperltheater, brüllen sich die Seele aus dem Leib (Seid Ihr alle da? JAAAA!) und streiten meßbar <em>weniger</em> nach dem Theaterbesuch.</p>
<p>Also, hinfort Ihr blutleeren Kreaturen, Ihr Pharisäer und gelangweilten Hyperpädagogen, Finger weg vom Kasperl, zurück in Eure Bibliotheken und Elfenbeintürme und die Tempel der politschen Korrektheit. Sonst möge Euch das Krokodil fressen und wenn der Kaperl mit der Pritschn ausholt um Euch zu retten soll sich das Krokodil bitte</p>
<p class="finish">auf das Tierschutzgesetz berufen.</p>
<p><em>Bildquelle: Lustige Gesellschaft von Franz Grf. v. Pocci</em></p>
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		<title>Die Ethik der Gottlosen</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Apr 2009 17:23:34 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Am 26. April müssen sich die Berliner entscheiden. Sie hatten die Religion abgeschafft, aber sie könnten sie wieder einführen. Nun, ganz abgeschafft hatten sie sie nicht. Sie hatten nur den Begriff Religionsfreiheit anders verstanden. Nicht frei in der Wahl der Religion sollte der Berliner sein, nein, frei von Religion. Und so verschwand das Schulfach Religion [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-medium wp-image-945" title="noodledoodle1024_768" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2009/04/noodledoodle1024_768-300x225.jpg" alt="noodledoodle1024_768" width="300" height="225" />Am 26. April müssen sich die Berliner entscheiden. Sie hatten die Religion abgeschafft, aber sie könnten sie wieder einführen.</p>
<p>Nun, ganz abgeschafft hatten sie sie nicht. Sie hatten nur den Begriff <em>Religionsfreiheit</em> anders verstanden. Nicht frei <em>in der Wahl</em> der Religion sollte der Berliner sein, nein, frei <em>von</em> Religion. Und so verschwand das Schulfach Religion und wurde ersetzt durch ein verpflichtendes Schulfach Ethik. Religion wiederum wurde ein freiwilliges Fach. Also so etwas wie Chinesisch. Oder Schulorchester.</p>
<p><span id="more-941"></span>Jetzt wird darüber gestritten, was es bedeutet, das Fach wieder als echte Alternative zu Ethik einzuführen. Die Argumente der Befürworter liegen auf der Hand: Für die meisten Menschen bedeutet Religion noch etwas. Ein verpflichtendes Schulfach sorgt eher für eine breitere Bildung als ein freiwilliges Wahlfach. Der Verein dazu: ProReli. Nun ja, das Fach hieß schon zu meiner Schulzeit &#8220;Reli&#8221;. Und im Lehrplan standen durchaus auch andere Religionen, jedenfalls zu meiner Schulzeit in Bayern.</p>
<p>Wie heißen die Gegner, ContraReli? Nein. Sie heißen ProEthik. Der Name ist etwas verfehlt, denn Religion und Ethik schließen sich nur in der Schule aus. Das gilt nicht nur für den christlich-moralischen Wertekanon, sondern auch für den des Islam. Der aber ist für einige der proEthik-Vertreter der Grund  für ihren Kampf: Die Schulkinder in Berlin könnten ja nach Abschaffung des allgemeinverbindlichen Ethikunterrichts scharenweise in den muslimischen Unterricht gehen und dort vermutlich im Gebrauch von Panzerfäusten unterwiesen werden. Oder zumindest im Unterdrücken von Frauen, zwei Wochenstunden mit Übung. Für Berliner Regierungsangehörige ist das vermutlich noch schlimmer als Panzerfäuste.</p>
<p>Aber vielleicht irren sich beide: Die ganze Sache birgt eine einmalige Chance. Es gibt eine wirkliche Alternative: Abschaffen. Ethik weg. Reli weg. Die Schulen mischen sich ohnehin im Rahmen des staatlichen Weltanschauungsmonopols viel zu sehr in diese Dinge ein. Stattdessen sollten sich alle, deren Schulzeit schon zurückliegt, die Frage stellen, worauf sich denn ihre Ethik gründe. Und schon merkt man, daß in Deutsch, Latein und Geschichte vermutlich mehr über Ethik gelernt wurde als in all den Jahren &#8220;Reli&#8221;. Oder &#8220;Ethik&#8221;. Dafür könnte man ein konfessionsübergreifendes Fach &#8220;Religion&#8221; einführen. Da soll das vermittelt werden, was jeder über jede Religion wissen sollte. Das ist aber ein Bildungsauftrag, kein Auftrag zum Vermitteln von staatlich festgelegten Werten. So ein Fach neutral einzuführen ist eine echte Herausforderung für Kultuspolitiker. Aber eine, die sich lohnen würde.</p>
<p>Daß &#8220;Die Linke&#8221; gegen Religionsunterricht ist, wundert niemanden. Das war schon zu DDR-Zeiten so. Daß die Multikultiberliner das Thema stärker wahrnehmen als beispielsweise Passauer oder Paderborner überrascht ebenfalls nicht. Daß die Gewerkschaft GEW gegen Religionsunterricht ist, ist bereits auffälliger. Vermutlich spiegelt das den gewerkschaftlichen Organisiertheitsgrad der Religionslehrer wider. Was tatsächlich auffällt, ist die Vehemenz, mit der sich Leute gegen den Religionsunterricht aussprechen. Von missionarischem Eifer kann man ja nicht wirklich sprechen, das wäre paradox.</p>
<p>Aber es gibt Leute, die sich dafür engagieren, andere vom Atheismus zu überzeugen. Zum Beispiel den &#8220;Humanistischen Verband Deutschlands&#8221;, den HVD. Wie bitte? Ja, die gibt es. Sie kämpfen gegen die Kirche. Glauben hat viel mit Gemeinschaft zu tun. Nichtglauben also offensichtlich auch, sonst müssten sich die Atheisten nicht in Vereinen organisieren. Die Okkupation des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Humanismus#Humanismus_und_Religion" target="_blank">Humanismus</a> ist dabei natürlich so frech wie geschichtsfern, die Wurzeln des HVD sind wohl in der DDR zu suchen. Vermutlich wäre es das beste, endlich den Atheismus als Religion anzuerkennen. Für irgendwas muss man sich dann entscheiden. Und sobald man für Atheismus auch Kirchensteuer bezahlen müsste, hätten auch kostengünstigere Religionen eine Chance, abseits des Mainstream. Meine Empfehlung, wenn man denn partout nicht Christ sein mag:</p>
<p class="finish"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fliegendes_Spaghettimonster" target="_blank">Pastafari</a> werden.</p>
<p><em>Bildquelle: </em><a href="http://piratenpartei-hamburg.de/?q=artikel/2009-04-01/piratenpartei-erfolgreich-im-kampf-gegen-klima-erwärmung" target="_blank"><em>Piratenpartei Hamburg</em></a></p>
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		<title>Das Lachen der Hühner</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Jan 2009 20:30:30 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Im Spiegel stand es online: CSU will Klagen gegen Kindergeschrei verbieten Die CSU will künftig ausschließen, dass Geschrei von Kindern zum Gegenstand von Gerichtsprozessen wird. &#8220;Wir wollen gesetzlich klarstellen: &#8216;Kinderlärm&#8217; darf kein Grund für Nachbarschaftsklagen gegen Kindergärten, Spielplätze und ähnliche Einrichtungen sein&#8221;, heißt es in dem Entwurf für die Abschlusserklärung der CSU-Klausurtagung in Wildbad Kreuth, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2009/01/kinderspielplatz.jpeg"><img class="alignleft size-medium wp-image-297" style="float: left;" title="kinderspielplatz" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2009/01/kinderspielplatz-212x300.jpg" alt="" width="212" height="300" /></a>Im <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,599261,00.html" target="_blank">Spiegel stand es online</a>:</p>
<blockquote>
<h3>CSU will Klagen gegen Kindergeschrei verbieten</h3>
<p>Die CSU will künftig ausschließen, dass Geschrei von Kindern zum Gegenstand von Gerichtsprozessen wird. &#8220;Wir wollen gesetzlich klarstellen: &#8216;Kinderlärm&#8217; darf kein Grund für Nachbarschaftsklagen gegen Kindergärten, Spielplätze und ähnliche Einrichtungen sein&#8221;, heißt es in dem Entwurf für die Abschlusserklärung der CSU-Klausurtagung in Wildbad Kreuth, die am Mittwoch dieser Woche beginnt.</p></blockquote>
<p><span id="more-295"></span>Und damit liegt die CSU voll auf der Linie der Kinderkommission des Deutschen Bundestags. Ja, die gibt es. Und deren Kommissionschefin Diana Golze weiß auch, wie man die Ziele der CSU erreicht, nachzulesen im <a href="http://www.linie1-magazin.de/linie1/news/Politik/artikel.php?id=43828" target="_blank">Linie1-Magazin</a>:</p>
<blockquote><p>Kindergeschrei solle nicht mehr als Lärmemission im Sinne des Bundesemissionsschutzgesetzes gelten. (&#8230;) Kinderlärm gehöre überhaupt nicht ins Gesetz, sagte Golze. Um Klagen wegen Lärmstörungen zu verhindern, müssten Kinder im Bundesemissionsschutzgesetz eindeutig ausgeschlossen werden.</p></blockquote>
<p>Frau Golze gehört nicht wirklich der CSU an, sondern der Linken. Aber wenn es um das Wohl der lieben Kinder geht, marschieren Linke und CSU Seite an Seite. Das beruhigt uns und läßt uns ruhig schlafen. Vorausgesetzt, es ist kein Kinderspielplatz vor unserem Schlafzimmerfenster.</p>
<p>Populismus ist gefährlich. Wenn Kinderlärm keine Emission ist, wie verhält es sich dann mit Ghettoblastern? Oder dem Übungsgeräusch einer Schülerband? Wer mag neben Tokyo Hotel wohnen?</p>
<p>Und wenn Ghettoblasterei ein klarer Fall von Emission und eben nicht Kinderlärm ist, wie verhält es sich mit Sechsjährigen, die sich mithilfe ihrer Spielzeugrecordern mit 120db das unglaublich dämliche TörööTöröö eines Elefanten namens Benjamin B. geben?</p>
<p>Oder anders gefragt: Von was soll hier abgelenkt werden? Als ob Richter nicht selbst unterscheiden könnten zwischen hinzunehmendem Lärm (&#8220;spielende Kinder&#8221;) und schlecht erzogenen Krawallkindern (&#8220;Gören, die stören&#8221;)?</p>
<p>Ich habe Kinder. Ich weiß, wovon ich rede. Wenn das keine Lärmemission ist, was da aus so einem kleinen Wesen rauskommen kann&#8230; Soll das eigentlich auch nachts kein Lärm sein? Vielleicht sollten im Sinne einer wissenschaftlichen Studie meine Kinder ihren <a href="http://www.svb.bayern.net/2009/01/04/feiger-angriff/">Piratenangriff</a> wiederholen.</p>
<p class="finish">Nachts, vor dem Schlafzimmerfenster von Frau Golke und Herrn Seehofer&#8230;.</p>
<p><em>Bildquelle: <a href="http://www.schulbilder.org/" target="_blank">www.schulbilder.org</a></em></p>
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		<title>Feiger Angriff</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Jan 2009 20:25:05 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Heute morgen hat sich einer feiger Angriff ereignet &#8211; die Piraten haben ein Polizei­schiff unter ihre Kon­trolle gebracht. Somit konnten sie mit dem Pi­ra­ten­schiff und dem Polizei­schiff einen Bauern­hof an­grei­fen, der un­weit der Küste liegt. Dort haben sie alle Tiere ge­schlach­tet, die Men­schen ver­trie­ben, ein nahe­lie­gen­des Kranken­haus ver­wü­stet und alles mit­ge­nom­men, außer den Kranken. Nachdem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-medium wp-image-294" style="float: right;" title="jollyroger" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2009/01/jollyroger-300x225.gif" alt="" width="300" height="225" />Heute morgen hat sich einer feiger Angriff ereignet &#8211; die Piraten haben ein Polizei­schiff unter ihre Kon­trolle gebracht. Somit konnten sie mit dem Pi­ra­ten­schiff und dem Polizei­schiff einen Bauern­hof an­grei­fen, der un­weit der Küste liegt. Dort haben sie alle Tiere ge­schlach­tet, die Men­schen ver­trie­ben, ein nahe­lie­gen­des Kranken­haus ver­wü­stet und alles mit­ge­nom­men, außer den Kranken.</p>
<p><span id="more-293"></span>Nachdem die Küste verwüstet und definitiv keine Tiere mehr zum Schlachten er­reich­bar waren, se­gel­te die Flotte auf die hohe See, wo sie, man glaubt es kaum, als­bald der Arche Noah ansichtig wurden. Heißa, das waren viele Tiere zum Schlachten. Die ge­plün­der­te Arche schloß sich auch den Piraten an. Nach getaner Tat sahen sich die Piraten an und be­schlos­sen, Prin­zes­sin Lilli­fee sei nutz­los, die könne man ei­gent­lich kiel­holen, und wäre nun nicht das Früh­stück fertig ge­we­sen, wer weiss, was die schreck­lichen Lego­pi­ra­ten noch alles an­ge­stellt hätten. Man sieht: Wir hatten Besuch, von Kindern, genauer gesagt, von Buben, sonst hätte Lilli­fee noch eine Chance ge­habt.</p>
<p>Für Kinder sind Piraten Helden. Sie be­rufen sich auf das Recht des Stär­keren, sind frei und tragen inter­es­sante Kla­mot­ten. Echte Piraten sind ver­mut­lich ein­fach Ver­brecher. Sie tragen schmutzige T-Shirts und sind allein aus Selbst­er­hal­tungs­trieb ver­mut­lich ge­nau keine Hel­den. Sie greifen nur Schwächere an und Papa­geien haben sie nur in den sel­ten­sten Fäl­len auf der Schulter.</p>
<p>Aber beschäftigt haben uns die Piraten immer schon, dazu muß man nicht an der Küste wohnen. Nun sind die Bayern kein aus­ge­sproche­nes See­räu­ber­volk, da gibt es ein­deu­ti­gere Kan­di­da­ten. In noch nicht ganz ver­jähr­ten Zei­ten waren wohl die Eng­länder das Volk, das die Pira­terie als ge­wöhn­li­ches und durch­aus ehren­haftes Ge­wer­be an­sahen.</p>
<p>Das kann man schön belegen. Von lateinisch <em>prendere</em>, nehmen, stammt mit kleinen Umwegen die <em>Prise</em>. Mag der Bayer nun schon wieder ganz land­ratten­ge­mäß an Schmalz­ler denken (Host a Prisn?), so denkt der Frei­beuter an den Begriff für die Beute aus dem auf­ge­brach­ten Schiff. Eben das, was man <em>nimmt</em>. Nach­dem man es ge­entert hat. Und voilà, fertig ist der Aus­druck <em>enterprise</em>. Und wir sehen: Die britische Auf­fas­sung von Unter­nehmer­geist trägt noch heute die schwarze Augen­klappe.</p>
<p>Die Eng­länder teil­ten die Piraten ge­schickt auf, in Kaper­fahrer und in See­räuber. Er­stere waren quasi staat­lich legi­ti­miert, durch Kaper­briefe, letztere waren weiter Ver­brecher. Das hatte natürlich, hi­sto­risch be­trach­tet, einen tiefen Sinn. Für die Eng­länder waren die Spanier das, was für die Griechen die Perser waren: Die ständige Unter­gangs­drohung. Daher war es für Elizabeth I jedes Mal eine be­son­ders gute Nach­richt, wenn wieder eine spanische Galeone von Leuten wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Francis_Drake" target="_blank">Sir Francis Drake</a> auf­ge­bracht wurde und das spanische Silber nicht nur nicht in Madrid ankam, sondern teil­weise sogar in London. Drake über­fiel aller­dings viel lieber Fre­gatten als Galeonen, und er war mei­stens selbst auch nur auf Scha­lup­pen unter­wegs. Ein Stil, mit dem er heute vor der soma­lischen Küste auch nicht gleich auf­ge­fallen wäre.</p>
<p>Aber die Briten waren nicht die ersten, die in Piraten Unter­nehmer sahen. Die Griechen, auch eine große See­fahrer­nation, haben sogar das Wort ge­lie­fert. Πειρατῆς (<em>peiratés</em>) nannten schon die Griechen die See­räuber, der lateinische pirata hatte es nicht mehr weit bis zur Neu­zeit. Das griechische Wort kam aller­dings von πειράομαι, ich ver­suche etwas, ich wage, ich unter­nehme etwas. Nach einem reinen Ver­brecher hört sich das nicht an. Die Römer sahen das anders. Für sie trieben die See­räuber kein Geschäft, sondern ein Un­wesen. Sprach­lich ist das bis heute so. Aber den Römern waren ja alle suspekt, die sich auf dem Meer wohl­fühlten. Und sie waren Gnaeus Pompeius sicher dank­bar, dass er sie 67 vor Christus von den kili­ki­schen See­räu­bern der Antike be­freite. Wo Kili­kien liegt? Zypern zeigt heute noch an­kla­gend mit dem Finger drauf&#8230;</p>
<p>Seeräuber gibt es wohl, seit es Seefahrt gibt. Auf­fal­lend die Viel­zahl an Synonymen. Was gibt es denn außer See­räubern, Piraten und Frei­beuter noch?</p>
<h3>Filibuster</h3>
<p>Den hatten wird schon. War nur nicht gleich zu sehen: Filibuster kommt von spanisch <em>filibustero</em>. Das wiederum kommt von frz. <em>flibustier</em>, und das, man möchte es kaum glauben, ist nieder­ländisch <em>vrijbuiter</em>. Das spricht sich &#8220;Frei­bauter&#8221; und ist nie­mand ge­rin­geres als unser alt­be­kann­ter Frei­beuter, mit dem <em>Kla­bauter</em> nicht ver­wandt.</p>
<h3>Kaperfahrer</h3>
<p>Und wenn die Kaper­fahrer auch mehr­fach das Kap der guten Hoffnung und Kap Hoorn um­runden, die Kaps haben den Namen vom lateinischen <em>caput, </em>dem Kopf. Auch wenn sie gerne Kapern essen mögen sollten, die wie­de­rum kommen ur­sprüng­lich aus dem Grie­chi­schen und müssten ei­gent­lich Kappern heißen (wissen­schaft­lich <em>Capparis spinosa</em>). Nein, kapern kommt fast ohne Umweg direkt aus dem Latei­ni­schen: <em>capere</em> heißt &#8220;fangen&#8221;. Manche be­haup­ten auch, es käme von Alt­friesisch <em>kapia</em> &#8211; &#8220;kaufen&#8221;. Als Nicht-Sprach­wis­sen­schaft­ler habe ich den Mut, das an­zu­zwei­feln. <em>KAUFEN</em>? Ist wohl genau das Gegen­teil von Kapern.</p>
<h3>Bukanier</h3>
<p>Die karibischen Ariwaken räucherten Fleisch auf einem Grill, der auf indianisch bukan hieß. Das über­nahmen die franzö­si­schen See­räuber, die von Hi­spani­ola aus auf die Schild­krö­ten­insel flohen und dort einen netten kleinen See­räu­ber­stütz­punkt auf­machten, zu­sam­men mit in­zwi­schen hin­zu­ge­stoßenen Eng­län­dern und Hol­län­dern. Ob sie sich selbst <em>bou­ca­niers</em> und auf eng­lisch <em>buc­ca­neers</em> nann­ten, ent­zieht sich meiner Kennt­nis, es könnte auch ein Spitz­name ge­we­sen sein. Bald jeden­falls war der Be­griff nicht mehr auf die Schild­kröten­insel (span. Tortuga, gehört heute zu Haiti) be­schränkt. Zeit­wei­lig be­zeich­nete er sogar eine be­son­dere Klasse von Piraten, zu­min­dest, wenn man Wiki­pedia trauen kann:</p>
<blockquote><p>Als Unterscheidungsmerkmal wird hier häufig das Besitzverhältnis am Schiff herangezogen. Nach dieser Unterscheidung fuhren Freibeuter auf Schiffen die ihrem jeweiligen Landesherrn gehörten, Bukanier-Schiffe hatten als Eigner Gouverneure (z.B. von Jamaika) und Aktionäre, während Piraten selbst Herr über ihre Schiffe waren.</p></blockquote>
<p>Man sieht, es geht zu wie bei den Banken. Manche gehören dem Staat, manche ihren Aktio­nä­ren, aber die besten sind immer noch die, die von Pri­vat­bankiers ge­führt wer­den.</p>
<h3>Korsar</h3>
<p>Die Korsen sind unschuldig. Naja, nicht ganz, auf Korsika gab es jede Menge See­räuber. Aber die Korsaren haben nichts mit Korsika zu tun. Ihr Name kommt von lat. <em>currere</em>, laufen. Nun kann man heute noch &#8220;einen Lauf haben&#8221;, wenn alles gut läuft, und so löste in der Spät­antike der <em>cursarius</em> den <em>pirata</em> sprach­lich immer wieder ab. Aber erst unter den nord­afri­ka­ni­schen Bar­baren, später kürzer als Berber bezeichnet, kam der Begriff zur Blüte. Die Spanier hatten die Mauren vertrieben, welche sich wiederum in Nord­afrika ein neues Ge­schäft auf­bauen mußten. Da kam ihnen zugute, dass See­räu­be­rei ehren­haft war, dass der Dschihad eine weitere Legi­ti­ma­tion liefern konnte und dass man sich last but not least schnell unter die Fittiche des Os­ma­ni­schen Reichs be­geben hatte. Diese Klepto­kratien, die so­ge­nann­ten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Barbareskenstaat" target="_blank">Bar­ba­res­ken­staaten</a>, lagen da, wo heute Al­gerien und Tu­ne­sien ist.</p>
<p>Vermutlich haben sie es irgendwann übertrieben. Im neunzehnten Jahrhundert kam sogar die US Navy zu Hilfe, als dem Kor­saren­un­wesen im Mittel­meer ein Ende be­rei­tet wurde. Den Mächten, die darauf Nord­afrika re­ko­lo­ni­ali­sier­ten, kam die Ent­wick­lung sicher nicht un­ge­legen. Was man daran er­kennt, dass sie sich gleich auch noch das völlig un­schul­di­ge Marokko unter den Nagel rissen. Aber staat­liche Raub­züge sind <em>per definitionem</em> keine Piraterie.</p>
<p class="finish">Guter Trick</p>
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		<title>Schlaum-Eier</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Aug 2008 10:13:00 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Aktuelle AFP-Meldung: Parlamentarier wollen Überraschungseier verbieten Vor 3 Stunden Berlin (AFP) — Überraschungseiern könnte offenbar das Aus drohen: Wie die Zeitung &#8220;Die Welt&#8221; unter Berufung auf eine Empfehlung der Kinderkommission des Bundestages zu &#8220;Sicherheits- und Gesundheitsrisiken für Kinder im Alltag&#8221; berichtet, soll jegliche Kombination aus Nahrungsmitteln und Spielzeug verboten werden. &#8220;Kinder unterscheiden nicht zwischen Spielzeug [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-207" title="180px-uberaschungs-ei" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/08/180px-uberaschungs-ei.jpg" alt="Ü-Ei" width="180" height="119" />Aktuelle AFP-Meldung:</p>
<blockquote>
<h3>Parlamentarier wollen Überraschungseier verbieten</h3>
<p><em>Vor 3 Stunden</em><br />
<strong>Berlin (AFP)</strong> — Überraschungseiern könnte offenbar das Aus drohen: Wie die Zeitung &#8220;Die Welt&#8221; unter Berufung auf eine Empfehlung der Kinderkommission des Bundestages zu &#8220;Sicherheits- und Gesundheitsrisiken für Kinder im Alltag&#8221; berichtet, soll jegliche Kombination aus Nahrungsmitteln und Spielzeug verboten werden. &#8220;Kinder unterscheiden nicht zwischen Spielzeug und Nahrungsmitteln&#8221;, sagte die Bundestagsabgeordneten der Kinderkommission Miriam Gruß (FDP) der Zeitung. Neben dem Überraschungsei müssten ihrer Ansicht nach auch Cornflakes mit Spielzeug verboten werden.</p></blockquote>
<p><span id="more-206"></span>Ü-Eier! Na endlich hat man diese gefährlichen Mordinstrumente entlarvt. Dreißig Jahre konnten sie sich auf dem Markt halten. Sinnloses und, wie wir nun hören, gefährliches Plastikglump, beispielsweise als <a href="http://www.ue-ei-sammelei.de/JahrIdx_D/WK882/body_wk882.html" target="_blank">Happy Hippos</a>. Und nun &#8211; jede dritte Familie ist vom Aussterben bedroht. Vermutlich.</p>
<p>Aber die Politiker schlafen nicht &#8211; rastlos und unermüdlich wachen sie über unser Wohlergehen und haben jetzt schon, nur eine Generation später, die üblen Machenschaften der Plastikmantschgerlhersteller entlarvt. Und damit meine Generation nicht zu kurz kommt &#8211; ich habe zwar den Krieg nicht mehr erlebt, wohl aber Zeiten, als die Ü-Eier noch nicht erfunden waren &#8211; kam man also auch den Cornflakesspielzeugen auf die Schliche. Die habe ich überlebt, mit Müh und Not, was für ein Glück!</p>
<p>Und wieder sind wir die Vorreiter. Die EU beschäftigte sich zwar schon im <a href="http://www.stern.de/politik/ausland/608952.html" target="_blank">Januar mit dem Thema</a>, allein es fehlte ihr der Mut zu einschneidenden und längst überfälligen Maßnahmen.</p>
<p>Also weg mit den Dingern, irgendwie werde ich es meinen Kindern schon erklären können. Volkswirtschaftlich bringt das sicher Vorteile:</p>
<ul>
<li>Wenn die Eier massiv sind, sind sie nahrhafter. Viel Milch, wenig Kakao &#8211; ein Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit, denn die Milch wird hier produziert, der Kakao nicht.</li>
<li>Wenn die Spielzeuge nicht mehr auf Computerbildschirmen stehen, können die durchschnittlichen deutschen Büros täglich schneller und effizienter geputzt werden.</li>
<li>Wenn die gestreßten Eltern an der Kasse frohgemut aufrücken können und nicht volkswirtschaftlich gesehen unproduktiv dem nörgligen Nachwuchs erklären müssen, dass es heute keine Ü-Eier gibt (oder maximal eines oder allgemein eines weniger als sich das Kind wünscht, wobei sich das Kind grundsätzlich mindestens eines mehr wünscht, als es kriegt).</li>
<li>Wenn die Autorücksitze sauber bleiben, weil die Kinder massive Süssigkeiten essen, anstatt erst den bröseligen Süßkram auf die Seite zu legen, um zuallererst der kindlichen Sammelwut zu frönen.</li>
</ul>
<p>Man kann ja darüber nachdenken, eine kontrollierte Abgabe weiter zu gestatten, etwa in den Apotheken, oder auch generell, dann aber gegen Altersnachweis (ab 18). Es gilt, dem Schwarzhandel einen Schokoriegel vorzuschieben. Den Konsum hingegen bereits unter Strafe zu stellen, wie bestimmt von einigen Hardlinern noch gefordert werden wird, bringt nichts, wie von der Bundesanwaltschaft zu hören war.</p>
<p>Damit kann das Thema auch wieder ad acta gelegt werden. Vermißt habe ich lediglich einen weiteren Vorstoß. Bereits Jürgen Trittin hat da durch Untätigkeit massiv enttäuscht: Ich hätte längst erwartet, daß man die Ü-Eier-Hersteller zwingt, die gelben Eier zurückzunehmen und neu zu befüllen. Derzeit fliegen die ja einfach so auf den Müll. Ich fordere also</p>
<p class="finish">die Einführung von Pfand für Ü-Eier.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Wo ist mein BFG9000?</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Jun 2008 18:11:41 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Das war klar &#8211; nach gefühlt 10 Jahren Dauer­dis­kussion handelt die Politik endlich. Sie hat den &#8220;Killerspielen&#8221; den Kampf angesagt. Damit ist endlich ein Schuldiger gefunden. Für alles, was bereits passiert ist und auch gleich für alles, was vielleicht noch passieren wird. Auf N-TV ist beispielsweise zu lesen: Ausgeballert: Killerspiele auf dem Index Jugendlichen wird [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-172" style="float: left;" title="doom" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/06/doom-300x225.jpg" alt="Doom" width="300" height="225" />Das war klar &#8211; nach gefühlt 10 Jahren Dauer­dis­kussion handelt die Politik endlich. Sie hat den &#8220;Killerspielen&#8221; den Kampf angesagt. Damit ist endlich ein Schuldiger gefunden. Für alles, was bereits passiert ist und auch gleich für alles, was vielleicht noch passieren wird. Auf <a title="N-TV" href="http://www.n-tv.de/Ausgeballert_Killerspiele_auf_dem_Index/130620081610/979071.html" target="_blank">N-TV</a> ist beispielsweise zu lesen:</p>
<blockquote><p>Ausgeballert:</p>
<h3>Killerspiele auf dem Index</h3>
<p>Jugendlichen wird der Zugang zu gewaltverherrlichenden Filmen und Computerspielen erschwert. Der Bundesrat billigte die Verschärfung des Jugendschutzgesetzes, die damit in Kraft treten kann.</p></blockquote>
<p><span id="more-171"></span>Der Staat kümmert sich um die Jugendlichen, das ist schön. Und er heizt den gewissenlosen Händlern ein:</p>
<blockquote><p>Ursprünglich hatte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) auch den Einsatz jugendlicher Testkäufer geplant. Damit sollten Händler überführt werden, die Schnaps, Zigaretten oder Gewaltvideos unerlaubt an minderjährige Kunden verkaufen. Nach heftiger Kritik von SPD und Opposition war dieser Vorschlag aus dem Gesetzentwurf gestrichen worden. Der Einsatz von jugendlichen Testkäufern bleibt damit weiter den Ländern überlassen.</p></blockquote>
<p>Das steht da wirklich. Die Bundesfamilienministerin wollte Jugendliche als Informanten einsetzen. Heißen die eigentlich immer noch &#8220;IM&#8221;? Und nun, wo die Ministerin weiß, dass das nicht geht, wird es den Ländern überlassen. Das heißt, die machen das am Ende noch! Herr Beckstein ist nicht für seine Skrupel in dieser Sache bekannt.</p>
<p>Wer glaubt, Jugendliche vor im Grunde harmlosen, aber nicht unblutigen Computerspielen bewahren zu müssen, sie aber dazu einsetzt, den netten Mann im Kiosk auszuspähen, der dann vielleicht nicht mehr so nett ist, der sollte mal über eine Auszeit nachdenken. Im Ernst. Man muss Kindern nicht beibringen, dass die meisten Leute ihnen alles für Geld verkaufen. Oder opfert man bewusst die Testkäufer für all die anderen Kinder? Wobei die sich sicher schon davon abschrecken lassen, dass es doch verboten ist, Gewaltvideos zu verkaufen.</p>
<p>Die Schweizer führen derzeit eine ähnliche Diskussion. Aber, wie so oft, viel unaufgeregter. Der <a title="NZZ" href="http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/verbot_von_pc-killerspielen_schiesst_am_ziel_vorbei_1.753255.html" target="_blank">Artikel in der NZZ</a> spricht sich gegen ein generelles Verbot, aber durchaus <em>für</em> ein Verbot bei Kindern aus. Dies aber so besonnen, dass man dann sich nicht abgeschreckt fühlt, darüber nachzudenken. Aber auch nach reiflicher Überlegung steht fest: Viel wirkungsvoller als ein staatliches Verbot ist immer noch ein intaktes Elternhaus. Nicht nur in der Schweiz. Und dazu liest man, immer noch in der NZZ,  am besten einen &#8220;Insiderkommentar&#8221;:</p>
<blockquote><p>Xavier Kolly (9. Juni 2008, 17:42)</p>
<h3>Gesetzte nützen hier nichts</h3>
<p>Weder ein Verbot oder ein Jugendschutz werden in diesem Fall etwas bringen, denn das Herunterladen von Computerspielen aus dem Internet ist derart einfach, dass auch ein 12 Jähriger ohne grössere Probleme im Stande ist dies zu tun.<br />
Und zu dieser Angst Computerspiele mache aus Kinder Amokläufer: Ich bin 19 und wie viele meiner Freunde spiele ich seit etwa 10 Jahren Killerspiele und keiner von uns hat sich zum Amokläufer oder zum Schläger entwickelt.<br />
Von miraus gesehen ist die ganze Sache mit der Gefahr der Computerspiele von sachunkundigen Psychologen und Politikern aufgebauscht worden, um ein bisschen Aufmerksamkeit in den Medien zu bekommen.</p></blockquote>
<p>Das klingt authentisch. Die Tippfehler tragen ebenso zur Glaubwürdigkeit bei, wie die für Politiker so wenig schmeichelhafte Schlussfolgerung.</p>
<p>Erfurt und Emsdetten sind passiert. Und es fällt schwer, gegen Leute zu argumentieren, die behaupten, derartige Ereignisse zu verhindern sei ihr Ziel. Aber im Ernst: Wer glaubt, dass durch Computerspiele Menschen zu Amokläufern werden können, der glaubt auch, dass man</p>
<p class="finish">mit Tetris lernt, wie man einen Koffer packt!</p>
<p><em>(Quelle: Nicht zu ermitteln. Nicht ich, leider.)</em><br />
<em>(Bildquelle: Doom Screenshot)</em></p>
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		<title>Die digitale Kluft</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Apr 2008 19:42:57 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Beim NDR gefunden: Branchenverband kritisiert &#8220;digitale Kluft&#8221; in Deutschland Die &#8220;digitale Kluft&#8221; in Deutschland ist nach Ansicht des Präsidenten des Bundesverbandes Informationswirtschaft Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM), August-Wilhelm Scheer, weiterhin groß. &#8220;Bildungsferne Schichten&#8221; hätten zu Hause seltener einen Internet-Anschluss. Deutlich werde das am Beispiel der E-Mail-Nutzung: Laut einer Studie in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Beim <a title="BITKOM: Digitale Kluft" href="http://www1.ndr.de/ratgeber/technik/multimedia6.html" target="_blank">NDR</a> gefunden:</p>
<blockquote>
<h3>Branchenverband kritisiert &#8220;digitale Kluft&#8221; in Deutschland</h3>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-121" title="ndr-graphik" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/04/ndr-graphik.jpg" alt="NDR-Graphik © picture-alliance/Newscom" width="192" height="144" />Die &#8220;digitale Kluft&#8221; in Deutschland ist nach Ansicht des Präsidenten des Bundesverbandes Informationswirtschaft Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM), August-Wilhelm Scheer, weiterhin groß. &#8220;Bildungsferne Schichten&#8221; hätten zu Hause seltener einen Internet-Anschluss. Deutlich werde das am Beispiel der E-Mail-Nutzung: Laut einer Studie in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Forsa versenden 67 Prozent aller Personen mit Abitur E-Mails, während Menschen mit Hauptschulabschluss auf gerade einmal 30 Prozent kommen. Scheer gibt der Politik eine Mitschuld: &#8220;Die IT-Ausstattung der deutschen Schulen ist so schlecht wie in kaum einem anderen europäischen Land. Dabei sind grundlegende IT-Kenntnisse und -Erfahrungen in den meisten Berufen heute Standard.&#8221;</p></blockquote>
<p><span id="more-120"></span></p>
<p>Aha, ein Alarmsignal. 67 Personen mit Abitur versenden EMails, Menschen mit Haupt­schul­abschluss nur 30 Prozent. Was sagt uns so eine Statistik? Die Hauptschüler schreiben lieber altmodische Briefe auf Papier?Oder sie schreiben vielleicht einfach generell weniger als Abiturienten, weil es nicht ihre bevorzugte Kommunikationsform ist. Wie sieht es denn aus mit SMS? Egal. Tolle Statistik, das erinnert mich an die <a title="Buchhändler und Statistik" href="http://www.svb.bayern.net/2008/03/13/heiteres-beruferaten/" target="_blank">armen Buchhändler</a>.</p>
<p>Aber sei&#8217;s drum. Bildungsferne Schichten. Nennen wir sie der Kürze halber &#8220;Bifeschis&#8221;. Bifeschis haben daheim also seltener einen Internetanschluss. Klar. Vermutlich haben Bifeschis auch keinen Brockhaus daheim, ohne dass der Verband der Konversationslexikaverleger (VdKLV) die gedruckte Kluft beschwört. Wo genau steckt denn nun das Problem?</p>
<p>Herr Scheer hat einen Übeltäter schnell ausgemacht: Die Bildungspolitik. Unsere Schulen haben eine derart schlechte IT-Ausstattung wie kaum ein anderes Land in Europa? Recht so. Die Kinder kommen auch ohne schulische Hilfe auf die Idee, dass sich noch nie in der Geschichte Hausaufgaben so leicht erledigen liessen wie heute dank des Internet. Und wenn die Bifeschis wüssten, dass man im Internet den ganzen Tag auch flirten, ziemlich sinnfrei chatten und letztlich auch zocken kann, würde ihnen bewußt, was ihnen entgeht. Nicht für die Schule sollen wir lernen: Wer schon in der Schule keinen PC hat, wird später sein Hartz IV nicht als eBay-Powerseller aufbessern.</p>
<p>So ein Unsinn. Die Schule soll dazu dienen, Kindern auf dem Weg, junge Erwachsene zu werden, Rüstzeug an die Hand zu geben. Ihnen Bildung näherzubringen. Charakter zu formen. Grundlagen der Ethik zu stärken oder zu sähen. Freude an Wissen zu wecken. Überall dort, wo das Elternhaus nicht der einzige Impulsgeber sein kann oder darf. So manches Elternhaus verhagelt den Kindern sonst vielleicht die Chancengleichheit.</p>
<p>Somit ist es vermutlich nachgerade kontraproduktiv, in diesem Zusammenhang zu fordern, Bifeschis sollten sich lieber vor den Computer setzen als die Zeit mit ihren Freunden zu verbringen. Soll man Bildungsferne durch Kontaktarmut ersetzen? Schliesslich, wir erinnern uns, müssen Abiturienten doppelt so viel Emails schreiben wie Hauptschüler, um ihre Kontakte zu pflegen.</p>
<p>Aber man muss sehen, wer da spricht. Es ist sicher im Sinne der meisten Mitglieder des BITKOM eV, den Politikern nahezulegen, mehr in die IT-Aus­stattung der Schulen zu stecken und Internet­anschlüsse für alle zu fördern. Insofern ist die Rede verständlich und die verbands­politische Vor­ein­ge­nom­men­heit des Redners so klar offen­gelegt, dass sich nichts Tadelns­wertes dabei finden läßt.</p>
<p>Aber vielleicht ist es an der Zeit, zu überlegen, woher denn das Bild mit der digitalen Kluft kommt: Dahinter steckt zunächst ein Artikel des ehemaligen UN-Generalsekretärs Kofi Anan, &#8220;On The Digital Divide&#8221;, nachzulesen im <a title="Digital Gap, Kofi Anan" href="http://www.un.org/News/ossg/sg/stories/sg-5nov-2002.htm" target="_blank">Original</a>. Daraus wurde eine Initiative, diese Kluft zu überwinden, um die Ärmsten der Erde nicht noch weiter von den globalen Märkten auszuschließen. Es gibt Gegenden, wo ein auch nur gelegentlicher Zugriff auf ein Telephon oder eine Emailstation in einem eine Tagesreise entfernten Ort eine bescheidene wirtschaftliche Existenz gründen half, aus der bisweilen ganze Dörfer prosperieren konnten. Bei der Bekämpfung der digitalen Kluft geht es also um Fairness und Chancen.</p>
<p>Bei uns kostet ein PC gebraucht 50 Euro. Bei eBay &#8211; ok, eine kleine Hürde, wenn man keinen Internetanschluss hat. Eine Stunde im Internetcafe kostet ein paar Euro, in Bibliotheken vielleicht nichts. Und der Internetanschluss kostet faktisch nichts, sofern man Telephon und Internet zusammen kauft. Es muss ja nicht gleich ein Internetanschluss sein, mit dem man gleichzeitig zwei Sender in HDTV empfangen kann. Selbst in den Warenkorb der Sozialhilfe wurde ein Telekommunikationsbudget aufgenommen. Wer da nicht mitmacht, scheitert jedenfalls nicht an der Stelle, die Herr Anan meinte.</p>
<p>Möglicherweise haben wir ihn verloren,</p>
<p class="finish">den Blick fürs Wesentliche. </p>
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		<title>Was hinten rauskommt</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Apr 2008 16:18:46 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/04/washington-george.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-118" style="float: right;" title="washington-george" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/04/washington-george-150x150.jpg" alt="George Washington" width="150" height="150" /></a>In der Printausgabe des Stern war zu lesen, wie eine amerikanische Familie in die Schuldenfalle tappt. &#8220;Tappt&#8221;: Ja, aber &#8220;Falle&#8221;? Wie blind kann man sein? Berichtet wurde von einer Familie mit normalem Einkommen und eigenem Haus. Dann kam der Immobilienboom. Das Haus der Familie stieg im Wert, worauf die Familie sofort eine weitere Hypothek aufnahm. Um Kredit­karten­schulden zu tilgen. Und die unverhofft wieder unbelastete Kreditkarte wurde sofort für neuen Konsum genutzt. Was hat das mit uns zu tun?</p>
<p><span id="more-117"></span></p>
<p>Über so eine Familie kann man nur den Kopf schütteln. Vor allem der Schachzug mit dem Haus. Aber wie eine Keule trifft die Erkenntnis: Was ist der Unterschied zum Bundeshaushalt? Die Parallelen sind erschreckend. Wir geben als Staat seit vielen Jahren mehr aus, als wir einnehmen. Und wenn es zu arg wird, murmeln wir &#8220;Subsidiarität&#8221; und machen zu Geld, was sich an Staatseigentum noch auftreiben läßt. Und das Geld, das hereinkommt, wird für alles mögliche ausgegeben, aber nicht zum Zurückzahlen der Schulden verwendet. </p>
<p>Obwohl: Nur Spießer reden vom Ausgeben. Investieren hört sich besser an. Investieren wir also in unsere Rentner. Die wählen heute noch. Die Kosten wälzen wir auf die Kinder ab. Die wählen erst, wenn die heutigen Politiker größtenteils entsorgt sind. Andererseits können Rentner lesen: Für die paar Euro, die bei den Alten ankommen, läßt sich wohl keiner kaufen.</p>
<p>Haben wir das Beispiel der naiven amerikanischen Familie bereits wieder vergessen? Warum entziehen wir unseren Politikern nicht die Vollmacht fürs Schuldenmachen? Ach, so etwas gibt es schon, siehe Verfassung, zum Beispiel nachzulesen bei <a title="GG Art. 115" href="http://dejure.org/gesetze/GG/115.html">dejure.org</a>:</p>
<blockquote>
<h3>Artikel 115</h3>
<p>(1) Die Aufnahme von Krediten sowie die Übernahme von Bürgschaften, Garantien oder sonstigen Gewährleistungen, die zu Ausgaben in künftigen Rechnungsjahren führen können, bedürfen einer der Höhe nach bestimmten oder bestimmbaren Ermächtigung durch Bundesgesetz. Die Einnahmen aus Krediten dürfen die Summe der im Haushaltsplan veranschlagten Ausgaben für Investitionen nicht überschreiten; Ausnahmen sind nur zulässig zur Abwehr einer Störung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts. Das Nähere wird durch Bundesgesetz geregelt.</p></blockquote>
<p>Aber trifft das denn überhaupt? Ist dieser Art. 115 GG nicht ohnehin eher schädlich? In guten Jahren verscherbeln wir Tafelsilber und verjuxen das Geld, in schlechten Jahren auch, aber das reicht nicht, und so berufen wir uns seit Dezennien zusätzlich auf die &#8220;Störung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts&#8221;.</p>
<p>Ich hätte da eine Idee: Verschärfen wir die Verfassung? Wählen wir nur noch Leute, die sich der Verfassung verpflichtet fühlen, selbst wenn das hieße, Herrn Steinbrück zu wählen? Und vielleicht erzwingen wir Transparenz? Als Vorstand einer Aktiengesellschaft komme ich nicht mehr durch mit einer Gewinn- und Verlustrechnung. Unsere Gesetze fordern von Aktiengesellschaften mehr Transparenz. Das könnte doch auch für die Bundesregierung gelten! Was sie in Zukunft vorlegen könnte, nennt man</p>
<p class="finish">Bilanz</p>
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		<title>Die Empfehlungen der OECD (2)</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Apr 2008 09:06:16 +0000</pubDate>
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			<content:encoded><![CDATA[<p class="Body"><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/04/oecd-map.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-104" title="oecd-map" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/04/oecd-map.jpg" alt="OECD Mitglieder" width="289" height="143" /></a>Bevor wir, wie gestern vorgeschlagen, die Österreicher fragen: Die 70er sind lange vorbei. Und wir haben inzwischen auch nur noch zwölf Jahre bis zum Abitur. Und vermutlich ist nichts mehr, wie es war. Die Hauptschulen sind, kann man den Meldungen trauen, Aufbewahranstalten geworden, in denen chancenlose Menschen auf Hartz IV-Karrieren vorbereitet werden. Die Kinder reicher Eltern kommen angeblich weiter als die der kinderreichen Eltern. Konnten zu meinen Schülerzeiten viele Kinder nach einigen Jahren immer noch nicht richtig schreiben und lesen, was als Skandal empfunden wurde, so können heute viele Schüler nicht einmal richtig reden. Weder Deutsch noch irgendeine andere Sprache, jedenfalls nicht gut.<span id="more-105"></span></p>
<p class="Body">Es ist also nicht alles zum Besten in Deutschland. Nicht einmal in Bayern, denn ich werde das Gefühl nicht los, wir rauben mit G8 den Kindern die Kindheit. Und mit den nicht nachzuvollziehenden Materialschlachten an Volksschulen versuchen wir, einkommensschwachen Eltern vor Augen zu führen, dass der Schulbesuch Pflicht und Privileg zugleich sein muß. Und wenn das nicht reicht, führen wir jedes Jahr neue Schulbücher ein. Die alten sind überholt, klar, es ändert sich ja so viel andauernd. Deshalb wurden auch gerade wieder neue Lateinbücher vorgestellt. Weil sich auch tote Sprachen ständig ändern. Oder ist es nur der Geschmack der Lehrer, die auch mal auf den Buchrücken erscheinen wollen?</p>
<p class="Body">Was ist die Lösung? Ich leiste mir jetzt mal die Anmaßung und tue so, als könnte ich das machen, was wir ja schon der OECD nicht gestatten. Ich fordere also, und antworte stereotyp auf alle Fragen nach der Finanzierung mit „wer nicht mehr investiert, sollte gleich Konkurs anmelden“:</p>
<ul>
<li>Mehr Geld für den Bildungsbereich.</li>
<li>Aufwertung der pädagogischen Berufe, besonders für die jüngeren Kinder. Das bedeutet bessere Ausbildung und bessere Bezahlung der Vorschulkräfte und der Volksschullehrer.</li>
<li>Wiedereinführung der Lehrmittelfreiheit, jedoch bessere Kontrolle der eingesetzten Mittel (Lehrbücher mehrfach verwenden, fächerübergreifende Budgets, die die Lehrer einzuhalten haben, Abschaffung des „Kopiergeldes“)</li>
<li>Stärkere Konzentration auf Etappen. Nur wer Deutsch reden kann, kann in einer Klasse mit anderen Kindern sinnvoll lesen und schreiben lernen. D.h., Eignungstests für die Volksschule bedeuten auch Sprachtests.</li>
<li>Realitätssinn statt Bevormundung: Aufhebung der Sprengelpflicht, Zulassung und Förderung weiterer Schultypen, Ausweitung des Bildungsangebots (Musik, Bibliotheken, Sprachen, und alles bereits für Kinder im Volksschulalter).</li>
<li>Stärkere Durchlässigkeit. Immer noch. Wieso soll ein ehemaliger Lehrling mit guten Noten und einer guten Ausbildung nicht an einer Fachhochschule oder im Rahmen eines Bachelorstudiums weiterstudieren dürfen?</li>
<li>Schuluniformen für höhere Schulen. Wirklich? Das von mir? Ja, das ist mein Ernst. Das für merkwürdige Kleidung gesparte Geld kann sinnvoller in die Kinder investiert werden und die Kinder werden nicht schon so früh mit der Brutalität der sozialen Klassenunterschiede vertraut gemacht – jedenfalls nicht beim Preis von Polohemden.</li>
<li>Vielleicht der schwierigste Punkt: Marketing für Bildung. Das wird bereits gemacht. Sieger sitzen bei Jauch auf dem Stuhl und nicht bei Britt auf der Couch. Aber solange deutsche Politiker Wissenschaftler diffamieren, kann das nicht funktionieren. Diffamieren? Als was? Nun ja, als Wissenschaftler eben, als sei dies etwas Anrüchiges, anstatt sich daran zu erfreuen, dass wir zweifelsohne noch kluge Köpfe haben in Deutschland, selbst wenn diese vor all den Bildungsreformen und -reförmchen ausgebildet wurden. Ja, ich gestehe es, ich nehme es Herrn Schröder unverändert übel, dass er dafür gesorgt hat, dass es als Diffamierung angesehen wird, jemanden als „diesen Professor aus Heidelberg“ zu bezeichnen. Miserabler Stil.</li>
</ul>
<p class="Body">Was wir uns hingegen schenken können:</p>
<ul>
<li>Abschaffung der Hauptschulen. Wieso das denn? Hauptschulen bereiten auf praktische Berufe vor, oder zumindest sollen sie das. Realschulen bereiten auf Bürotätigkeiten vor, grob gesprochen. Also muss die Qualität der Hauptschulen verbessert werden, denn Realschulen könnten nicht leisten, was hier gefordert wäre.</li>
<li>Abschaffung der Gymnasien zugunsten der Einführung von allgemeinverbindlichen Gesamtschulen. Wieso das denn? War das nicht die Empfehlung der OECD? Nun, ich bin trotzdem dagegen. Ich glaube fest, dass es möglich ist, beides zu haben: Förderung der Spitzengruppe und immer wieder Nachziehen von möglichen Spätentwicklern.</li>
<li>Ein G8, dessen Lehrplan, der zuvor schon reichlich voll war, einfach durch Übertragung aus dem alten G9 entstand. Entrümpeln hieße die Devise. Bleibende Werte sind nicht mehr geworden und in den Naturwissenschaften sollte es immer noch mehr um Methoden gehen als um Detailwissen.</li>
<li>Bologna. Neuer Wein in alten Schläuchen. Nachdem man heute von vor allem den sozialdemokratischen, grünen oder linken Politikern bedauert wird, wenn man so unterprivilegiert ist, nicht zu studieren, müssen also alle an die Uni. Ein ernsthaftes Studium im ganz altmodischen Sinn ist für sehr viele Menschen allerdings völlig ungeeignet und auch unnötig. Na gut, nehmen wir Bologna, nennen wir den Schmalspurabschluß unerträglicherweise Bachelor, das echte Studium dann halt Master, aber warum müssen die Bachelors die Hörsäle der Universitäten füllen? Es gibt doch schon längst die Fachhochschulen, um Menschen mit Anfang 20 als Anfänger ins Berufsleben zu entlassen, oder aber ein akademisches Studium im alten Sinne daraufzusatteln. Fachhochschulen kann man nicht hoch genug loben für ihre praxisbezogene Berufsausbildung. Anstattdessen versucht man nun, Fachhochschulen und Universitäten möglichst anzugleichen.</li>
<li>Hochschulgebühren mit Abschreckungscharakter. Wieso sollte man solche Gebühren fordern? Ein Student koste den Staat jährlich (und hier kommt immer irgendein hoher Betrag) XXX Euro. Das wird so gerechnet: Kosten der Hochschulen geteilt durch Anzahl der Studenten. Milchmädchenalarm. Ein Student, der aus finanziellen Gründen weniger an der Uni als im Taxi sitzt, und zwar vorne, senkt die durchschnittlichen Kosten. Vergrault man ihn mit Studiengebühren, steigen diese an, anstatt zu sinken. Und ein Student, der sich nicht stromlinienförmig durch ein Schnellstudium bachelort, sondern sich in alter akademischer Tradition mit Fächern beschäftig, die nicht gleich zu seinem Diplom führen, wollen wir den vergraulen? Das ist vielleicht der Mensch, der bahnbrechende Erfolge in der Forschung haben wird. Weil er interdisziplinär denkt, auch wenn es sein Studium vielleicht verlängert? Man muß ja nicht gleich mit Faust kommen.</li>
<li>Und last but not least: Schenken sollten wir uns auch die Vereinheitlichung des Schulsystems in Deutschland. Bildung ist etwas dezentrales. Bayern haben vielleicht einfach andere Bedürfnisse als Niedersachsen. Und andere Ansprüche als Hessen, Bremer oder Saarländer. Die Durchlässigkeit sollte nicht aus den Augen verloren werden, aber eine Abschaffung der Länderhoheit über die Kultuspolitik hätte schlimme Folgen. Beispiel gefällig? Es wurde von einer norddeutschen Politikerin bereits angeregt, bundesweit von „Jungen“ und „Mädchen“ zu reden, nicht mehr von „Buben“, wie in Bayern.</li>
</ul>
<p class="Body">Frei nach Ludwig Thoma: Der Mann mit dem grünen Hut gerät wieder in Zorn. Der Gamsbart auf seinem Hut zittert. Bei uns gibt es also „Buben“, und da lassen wir uns nicht vom Ausland dreinreden. Denn, wie der damalige bayerische Kultusminister bereits grantig bemerkte,</p>
<p class="finish">bei uns haben nur die Viecher Junge</p>
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