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	<title>SvB-Blog &#187; Mindestlohn</title>
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	<description>Die Freiheit der Meinung setzt voraus, daß man eine hat (Heinrich Heine)</description>
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		<title>DE-Mail</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Jun 2009 08:15:47 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Gerade hatten wir es noch von der Post und wie sie nun(?) erkennt, daß ihr möglicherweise irgend­welche Felle davon­schwim­men. Die Wirt­schafts­woche ver­mu­te­te noch, die Post nehme eine neue Be­drohung aus dem Inter­net wahr: Die DE-Mail. Darüber gibt es einen langen WiWo-Artikel, auch online: Kampf um die elektronische Post In wenigen Wochen startet ein neues E-Mail-System, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/2009/06/14/traritrara-die-post-naja/" target="_blank"><img class="alignright size-medium wp-image-1418" title="Schneckenpost" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2009/06/Schneckenpost-235x300.png" alt="Schneckenpost" width="235" height="300" />Gerade hatten wir es noch von der Post</a> und wie sie nun(?) erkennt, daß ihr möglicherweise irgend­welche Felle davon­schwim­men. Die Wirt­schafts­woche ver­mu­te­te noch, die Post nehme eine neue Be­drohung aus dem Inter­net wahr: Die DE-Mail. Darüber gibt es <a href="http://www.wiwo.de/unternehmer-maerkte/kampf-um-die-elektronische-post-398399/" target="_blank">einen langen WiWo-Artikel, auch online</a>:</p>
<blockquote>
<h3>Kampf um die elektronische Post</h3>
<p>In wenigen Wochen startet ein neues E-Mail-System, das einen Großteil des Briefverkehrs überflüssig machen soll. Die Deutsche Post droht ein Milliardengeschäft zu verlieren und entwickelt daher eine eigene Version der elektronischen Post.</p></blockquote>
<p>Das ist in vielerlei Hinsicht erstaunlich. Es ist also immer noch ein Mil­li­ar­den­ge­schäft, die Brief­schrei­be­rei. Aber, so wie es aus­sieht, wird das Geld nicht mit solchen Briefen verdient, wie man sie sich gemein­hin unter diesem Namen vor­stellt. <span id="more-1411"></span>Denn hier ist der Schrumpfungs­prozeß längt ab­ge­schlos­sen, EMail gibt es schon und DE-Mail ist was anderes. Bei Privat­briefen und bei Reklame ändert sich nichts. Also um was geht es?</p>
<h3>Briefe, Briefe, Briefe</h3>
<p>Verträge? Kann man faxen. Rechnungen müssen auf Papier verschickt werden. Zu­min­dest theoretisch, das kostet noch viel Porto. Müssen sie es wirk­lich? Wo steht das? Wenn das Unter­nehmen A dem Kunden B eine PDF-Rechnung per EMail schickt, ist das nicht ver­boten. B zahlt die Rech­nung, fertig. Das Problem be­ginnt, wenn B selbst ge­werb­lich tätig ist, genauer: vor­steuer­ab­zugs­be­rech­tigt, un­ge­nauer: Die Mehr­wert­steuer wieder raus­kriegt. Dafür bedarf es einer Papier­rech­nung oder, oft un­reali­stisch, einer Rech­nung, die dem Ge­setz zur digi­talen Signa­tur Ge­nüge lei­stet. Typi­scher­weise wer­den von Unter­nehmen Rech­nun­gen, die per EMail ein­trudeln, ein­fach aus­ge­druckt und manch­mal listig mit einem Ein­gangs­stempel ver­sehen. Das ist so üb­lich, dass es längst An­zeichen gibt, dass dieses Vor­gehen nicht mehr be­an­stan­det werden wird, denn schließ­lich haben alle Rech­nungen ein­deutige Nummern zu tragen, da spielt es keine Rolle, ob eine Rech­nung kopiert wird. Die nor­ma­tive Kraft des Faktischen also.</p>
<h3>Alte Hüte</h3>
<p>Was gibt es noch? Einschreiben. Das gibt es tatsächlich noch nicht per EMail. Das heißt, es gibt es schon, nur nicht zu­ver­lässig. Alte Mailclients von Micro­soft hatten beispielsweise die Mög­lich­keit, Empfangs­be­stä­ti­gun­gen an­zu­for­dern. War dies auf Empfänger­seite frei­ge­ge­ben, wurden Be­stä­ti­gun­gen ver­schickt: &#8220;Zeit­punkt 1: Hat die Mail be­kom­men&#8221;. &#8220;Zeit­punkt 2: Hat die Mail ge­le­sen&#8221;. &#8220;Zeit­punkt 3: Hat die Mail weiter­ge­lei­tet/ge­löscht/beim Lesen ge­lacht&#8221; oder so. Be­son­ders liebe­voll pro­gram­mier­te Mail­clients aus an­de­ren Welten hatten durch­aus zum Teil die Option &#8220;Micro­soft­kon­forme Status­mel­dungen zu­las­sen&#8221;. Ich hatte das alles ab­ge­schal­tet &#8211; Band­breite war da­mals kost­bar und ich war der Meinung, diese Rück­meld­ungen gingen weit über das hinaus, was einen potentiell ano­nymen Kom­mu­ni­ka­tions­part­ner irgend­etwas an­ginge.</p>
<p>Will ich heute den Zugang einer EMail nach­weisen, lege ich schlimm­sten­falls Log­files vor. Und Mani­pula­tionen schließe ich aus, indem ich meine Mails signiere. Fertig. Zu­ge­geben, da ist ein Un­sicher­heits­faktor. Die Gegen­seite kann ja lügen. Aber das kann sie heute auch schon &#8211; &#8220;ja, ich habe das Einschreiben bekommen, aber der Umschlag war leer&#8221;. Und genau wie bei der Papierpost kann man sich eigent­lich nur mit Zeugen ab­sichern.</p>
<p>Hier eine Schnittstelle zu schaffen, die mehr Rechts­sicher­heit schafft, ist viel­leicht eine gute Idee. Aber keine neue. Neu ist ledig­lich, daß die Idee ge­setzl­ich ge­för­dert wird. Was macht DE-Mail genau?</p>
<blockquote><p>[... ein] E-Mail-System, das weitaus höheren Sicherheitsansprüchen genügt als die gängige elektronische Kommunikation. Dieser höhere Standard garantiert Absendern und Empfängern, dass eine E-Mail tatsächlich von demjenigen stammt, den er vorgibt, zu sein. Damit werden Verträge, Dokumente und Mitteilungen online rechtsverbindlich. Den Nachweis, die Anforderungen zu erfüllen, müssen die Anbieter von De-Mail gegenüber dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik erbringen. Die digitale Signatur, eine Art elektronische Unterschrift, gibt es zwar schon seit einigen Jahren, galt jedoch in der Regel nur für den E-Mail-Verkehr bei einem bestimmten Internet-Anbieter.</p></blockquote>
<p>Das muß sich auf ein Parallel­uni­ver­sum be­ziehen. Dem Ab­sender muß nie­mand ga­ran­tie­ren, wer der Ab­sender ist. So ein Un­sinn. Und Ver­träge, Dokumente und Mit­teilun­gen sind auch heute durch­aus rechts­ver­bind­lich per EMail mög­lich.</p>
<h3>Selbst ist der Mann</h3>
<p>Will der Empfänger wissen, dass der Ab­sender der ist, der er zu sein vorgibt, so kann er das bei der heutigen Brief­post ja auch nicht. Hier geht also kein Geschäft für die Post zurück. Bei EMail kann er das hingegen schon seit vielen Jahren, und von Jahr zu Jahr wird es ein­facher. Die digitale Unter­schrift per PGP war im letzten Jahr­hundert be­reits nicht nur etwas für Spiel­kinder. Der heise-Ver­lag (c&#8217;t) ver­an­staltete auf jeder größeren Messe, min­de­stens Systems und Cebit, eine PGP-Signing-Party. Das funkti­o­nier­te so: Jeder kann sich kosten­los einen Schlüs­sel basteln. Selbst­ver­ständ­lich auch einen ge­fälsch­ten. Ein Schlüssel sorgt dafür, daß Ab­sender <em>und Inhalt</em> einer Mail nicht manipulierbar sind. Dass man damit Mails auch ver­schlüs­seln kann, sei hier nur kurz er­wähnt. Es kommt also darauf an, ob ich einem Schlüssel <em>vertraue</em>. Hier gibt es das <em>Web of Trust</em>: Ver­traut je­mand mir, so kann er auch den Schlüsseln vertrauen, denen ich ver­traue. Man unter­schreibt also die Schlüssel der anderen und stellt all diese In­for­ma­ti­o­nen welt­weit auf Schlüs­sel­servern zur Ver­fügung. Fertig. Und auf den Signing-Parties zeigte man seinen Ausweis her und sammelte Unterschriften der Beglaubiger. So konnte jeder teilnehmen.</p>
<p>Ein kleines Problem mit PGP war, dass der Er­fin­der auf einmal Geld ver­dienen wollte, aber so individuell war die Idee einfach nicht, und so ent­stand die freie Version GPG. Tut hier nichts mehr zu Sache, aber was oben in der WiWo stand, dass digitale Unter­schriften nur bei be­stimm­ten Inter­net-An­bietern ge­gol­ten hätten, ist nicht wirk­lich nach­voll­zieh­bar. Aber ach, ein Schlüssel, der nichts kostet, taugt nichts, und so weigerten sich alle mehr oder weniger amt­lichen Stellen, sich mit dem System weiter zu be­schäf­ti­gen. Egal, das Netz ist er­fin­de­risch, heute gibt es ja ein System, das amt­liche, halb­amt­liche und frei er­zeug­te Schlüssel neben­ein­ander be­treiben kann. Outlook kann damit umgehen, Mac und Linux sowieso. Na also.</p>
<h3>Der böse Rezipient</h3>
<p>Zu jedem Kommunikationssystem gehören immer zwei. Ein Sender und ein Empfänger. Was nützt mir eine Empfangs­be­stä­ti­gung, die nur sagt, die Mail wurde ab­ge­lie­fert? DE-Mail geht davon aus, daß Sender und Empfänger beide am System teil­nehmen. Nur so funktioniert die Empfangsbestätigung wirklich. Und da muß sich das System der Öffentlichkeit stellen, wie alles im Internet. Wird es angenommen, wird es eine Norm. Wenn nicht, dann floppt es. Bis jetzt gibt es nicht einmal einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Request_for_Comments" target="_blank">RfC</a> zu dem Thema &#8211; das schaut schlecht aus mit der Akzeptanz der Benutzer.</p>
<p>An­ge­sichts der un­schönen Atti­tüden unseres Innen­mini­steri­ums werden sich viele Leute hüten, einem System zu ver­trauen, das staatl­ich gefördert ist. Kosten­los wird das Ganze auch nicht sein. Von einem Schätz­preis von 10 ct wird aus­ge­gan­gen &#8211; das ist wenig, ver­­gleicht man es mit den Kosten für ein Ein­­schrei­ben, aber es ist ziem­lich viel, ver­gleicht man es mit den Kosten einer simplen EMail. Das muß ein­facher gehen. Meine Bank schickt mir keine Konto­aus­züge mehr. Ich kann sie in einem ge­schütz­ten Bereich des Online­banking herunter­laden. Daß ich den Auszug ab­ge­holt habe, kann die Bank nach­weisen. Daten­schutz­pro­bleme habe ich damit nicht, denn das konnte sie vorher schon, als ich noch den Beleg­drucker in der Bank auf­suchen mußte dafür. Die Bank braucht hier somit schon mal kein DE-Mail, und das ist nur <em>ein</em> Beispiel.</p>
<h3>Kurz gesprungen</h3>
<p>Viele stört sicher auch das &#8220;D&#8221; in &#8220;DE-Mail&#8221;. Was ist, wenn ich europa­weit die Vor­züge ge­normter Mail­nach­weise nutzen will? Das gibt es schon längst, nennt sich beispielsweise <a href="http://www.ewitness.eu/de-de/was_ist_ewitness.aspx" target="_blank">&#8220;eWitness&#8221;</a>, Werbung will ich dafür nicht machen, aber es ist eine Initiative eines Italieners und eines Franzosen, Sitz in Luxem­burg, Technik­dienst­leister eine deutsche Firma. Somit genügt mir nur der Hin­weis, daß der ganze DE-Mail-Komplex nach einem büro­kra­ti­schen Coup aus­sieht. Wie erfinde ich was, was es längst gibt und keiner er­kennt des Kaisers neue Kleider?</p>
<p>Meine Firma wird prüfen, wie aufwendig eine &#8220;DE-Mail-Zerti­fi­zie­rung&#8221; für unsere Mail­pro­dukte ist. Wenn es leicht geht, wo­von wir aus­gehen, bauen wir es ein. Wenn es kosten­trei­ben­der sinn­loser Bal­last ist, den kein Kunde will, lassen wir es weg. So funkti­o­niert das Inter­net. Und die Post kann sich ja auch wieder ein­brin­gen. Sie muß ja keinen Gegen­ent­wurf machen, wie in dem WiWo-Artikel be­schrie­ben, sondern ein gut brauch­bares System, das besser ist als andere, aber die DE-Mail-Vor­ga­ben er­füllt. Mit ein bißchen Glück wird sie weiter­hin von unseren offi­zi­ellen Stellen bevor­zugt. Es ist ja immer noch so, daß ich zwar UPS, TNT und PIN und wie sie alle heißen, nicht auf mein Grund­stück lassen muss. Über die Post kann mir aber den­noch immer alles &#8220;amtlich zugestellt werden&#8221;. Um­ge­kehrt geht das nicht, ich kann mich nicht exklusiv von PIN be­lie­fern lassen, nur weil ich mit dem Service der Post nicht zufrieden bin. Merk­würdig. Ist aber so, sagt <a href="http://www.wdrmaus.de/" target="_blank">die Maus</a>.</p>
<h3>Hoppla!</h3>
<p>Fast überlesen hätte ich den Schluß des WiWo-Artikels:</p>
<blockquote><p>Sollten sich die Gewerkschaften nicht bewegen und etwa Arbeitszeitverlängerungen ohne Lohnausgleich ablehnen, will Post-Vorstand Gerdes die Daumenschrauben anziehen. „Hier geht es um die Sicherung von Arbeitsplätzen“, sagt er gegenüber der Wirtschafts-Woche. „Wenn sich die Gewerkschaften nicht bewegen, schließe ich Outsourcing und mittelfristig betriebsbedingte Kündigungen nicht aus.“</p></blockquote>
<p>Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich? War die Post nicht der Laden, der vor einem Jahr mit Mindest­löhnen seine Wett­be­wer­ber bei­nahe aus­ge­schaltet hat? Inter­es­siert nicht mehr? Oder halten die uns für vergeß­lich? Wieder ein</p>
<p class="finish">Eintrag mehr in die Pharisäerliste&#8230;</p>
<p><em>Bildquelle: </em><a href="http://www.glassart-tobler.ch/" target="_blank"><em>Glassart Tobler</em></a></p>
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		<title>Mindestlohn und kein Ende.</title>
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		<pubDate>Thu, 15 May 2008 06:30:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vorgestern wurden Argumente vermisst. In einer Zei­tungs­­kam­pa­gne. Aber wir leben ja im 21. Jahr­­hun­dert und kennen das Inter­net. Das Arbeits­­mini­­sterium kennt es auch, ein idealer Platz, um Ar­gu­men­te abzulegen. Wir lesen also nach&#8230; Wer die Kampagne des BMAS, des &#8220;Bundes­mini­steriums für Arbeit und Soziales&#8221; auf­merk­sam betrachtet, stolpert sofort erneut über die Ehrlichkeit dieser Leute. Gestern haben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Eine Aussendung des Politbüros" rel="attachment wp-att-140" href="http://www.svb.bayern.net/2008/05/15/mindestlohn-und-kein-ende/mindestlohn/"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-140" title="mindestlohn" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/05/mindestlohn-150x150.png" alt="Mindestlohn" width="150" height="150" /></a><a title="Eine Aussendung des Politbüros" href="http://www.svb.bayern.net/2008/05/13/eine-aussendung-des-politburos/">Vorgestern</a> wurden Argumente vermisst. In einer Zei­tungs­­kam­pa­gne. Aber wir leben ja im 21. Jahr­­hun­dert und kennen das Inter­net. Das Arbeits­­mini­­sterium kennt es auch, ein idealer Platz, um Ar­gu­men­te abzulegen. Wir <a title="BMAS-Kampagne" href="http://www.fuer-ein-lebenswertes-land.bmas.de/sites/generator/25516/Startseite.html" target="_blank">lesen also nach</a>&#8230;</p>
<p>Wer die Kampagne des BMAS, des &#8220;Bundes­mini­steriums für Arbeit und Soziales&#8221; auf­merk­sam betrachtet, stolpert sofort erneut über die Ehrlichkeit dieser Leute. Gestern haben sie noch zugegeben, mehr zu verlangen, als einfach nur gerecht wäre. Heute sehen auch sie mehr Fragen als Antworten. Zumindest schreiben hier über die zehn wichtigsten Fragen zum Min­dest­­lohn (siehe unterer Seitenrand), beginnen aber die Seite mit &#8220;5 gute Argumente für den Mindestlohn&#8221;. Schauen wir uns also diese fünf guten Argumente an und spekulieren wir nicht über die fünf weniger guten, die offen­sichtlich unter den Tisch fallen.<span id="more-139"></span></p>
<blockquote>
<h3>1. Lebensunterhalt</h3>
<p>Mindestlöhne helfen, dass Beschäftigte die Vollzeit arbeiten, den Lebensunterhalt für sich selbst erarbeiten können und nicht länger auf staatliche Unterstützung angewiesen sind.</p></blockquote>
<p>Alle Zitate unredigiert, ich bitte also meine aufmerksamen Leser, mir die Recht­schreib­fehler nicht anzulasten. Zur Sache. Mein Betrieb bildet aus. Meine Auszubildenden können von ihrem Ar­beits­ent­gelt ihren Lebens­unterhalt nicht ausschließlich bestreiten und sind auf Unter­stützung angewiesen. Typischerweise von den Eltern, aber auch vom Staat. Heißt das jetzt, das Arbeits­mini­sterium unter­stellt mir, wir seien ein Aus­beuter­betrieb? Kaum, die Auszubildenden des Ministeriums, die es hoffentlich gibt, können von ihrem Geld sicher auch (noch) nicht leben. Oder soll es heißen, dass Auszubildende nicht &#8220;Vollzeit arbeiten&#8221;? Hmm, das war also das erste von fünf &#8220;guten&#8221; Argumenten.</p>
<blockquote>
<h3>2. Schutz vor Lohndumping</h3>
<p>Mindestlöhne schützen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor Lohndumping. Sie gelten gleichermaßen für deutsche und für ausländische Unternehmen, die in Deutschland Menschen beschäftigen.</p></blockquote>
<p>Das wird nicht dadurch richtig, dass es gebetsmühlenartig wiederholt wird. Die Anzahl der Ar­beits­plätze in Deutsch­land ist keine Konstante. Vielleicht kann man Briefe nur in Deutschland aus­tra­gen, aber sortieren kann man im Ausland, denn dank (oder trotz?) einiger Jahre rot-grüner Politik kosten Transporte nichts im Vergleich zu Mitarbeitern. Und wer nicht im Ausland sortiert, der macht es hier, aber dann bitte mit Maschinen. Und was den postulierten Schutz vor Lohndumping angeht, wasserdicht ist nicht mal der in Deutschland. Wenn es nicht mit eigenen Gewerkschaften klappt, machen die Briefdienstleister eben Verträge mit Zeit­arbeits­firmen. Oder mit aus­ländischen Zu­steller­firmen. Da findet sich schon die geeignete EU-Anti­dis­krimi­nierungs­ver­ord­nung. Hmm, das war das zweite von fünf &#8220;guten&#8221; Argumenten.</p>
<blockquote>
<h3>3. Qualität von Waren und Dienstleistungen</h3>
<p>Mindestlöhne stärken Unternehmen, die ordentlich entlohnen, weil dann der Wettbewerb über die Qualität von Waren oder Dienstleistungen und nicht über Dumpinglöhne ausgetragen wird.</p></blockquote>
<p>Das ist abstrus. &#8220;Unternehmen, die ordentlich entlohnen&#8221; haben doch jetzt bereits höhere Qua­li­tät, folgt man dieser Logik. Übersehen wir einfach mal die polemische generalisierende Unter­stel­lung in &#8220;ordentlich entlohnen&#8221;&#8230; Das bedeutet doch, dass diese Unternehmen heute einen Wett­bewerbs­vorteil über Qualität haben, sofern die Verbraucher sich hier Qualität wünschen, sofern also ein Markt da ist.</p>
<p>Durch die Einmischung der Politik verschwimmt der erarbeitete Wett­bewerbs­vorteil des Qua­li­täts­­seg­ments. Umgekehrt werden nun die höheren Preise einfach an die Verbraucher weiter­ge­ge­ben. Wieder umgekehrt zuende­gedacht: Wer nun billig anbieten will, der spart eben an an­de­rer Stelle. Ist das der erwünschte Effekt? Hmm, das war das dritte von fünf &#8220;guten&#8221; Ar­gu­men­ten.</p>
<blockquote>
<h3>4. Sicherung von Beschäftigung</h3>
<p>Mindestlöhne können Beschäftigung sichern. Wissenschaftliche Untersuchungen und die Erfahrungen aus anderen europäischen Staaten belegen dies.</p></blockquote>
<p>Mindestlöhne sichern Beschäftigung? Das ist einfach Unsinn. Ach so, steht da ja gar nicht. Da steht &#8220;<em>können</em>&#8220;. Nun denn, das also belegen wissenschaftliche Unter­suchungen. Sicher­heits­hal­ber kann man da nirgends draufklicken, um genaueres zu erfahren. Hmm, das war das vierte von fünf &#8220;guten&#8221; Argumenten.</p>
<blockquote>
<h3>5. Höhere Rentenanpassungen</h3>
<p>Mindestlöhne sind gut für die Renten. Sie führen über höhere beitragspflichtige Löhne auch zu höheren Rentenanpassungen.</p></blockquote>
<p>Hier sträubt sich die Feder. Arbeitgeber werden zu höheren Löhnen gezwungen, Verbraucher bezahlen also mehr für Dienstleistungen und das sprudelnde Einkommen wird nun natürlich erst einmal vom Staat wieder abgeschöpft. Um die Löcher in den Rentenkassen zu stopfen! Und damit also für durchsichtige Wahlgeschenke. Hmm, das war das letzte von fünf &#8220;guten&#8221; Argumenten.</p>
<p>Also doch ein Blick in das PDF vom BMAS:</p>
<blockquote>
<h3>Gehen durch Mindestlöhne Arbeitsplätze zwangsläufig verloren ? </h3>
<p>Nein. Neuere internationale Studien kommen zu dem Ergebnis, dass von <br />
Mindestlöhnen keine oder sogar leicht positive Beschäftigungseffekte ausgehen. <br />
So ist etwa in Großbritannien die Arbeitslosigkeit seit der Einführung des Mindestlohns <br />
im Jahre 1999 deutlich zurückgegangen. Nach einer aktuellen Untersuchung der <br />
London School of Economics haben die britischen Unternehmen in dreifacher Weise <br />
auf die Einführung des Mindestlohns reagiert: Zum einen kam es in vielen Branchen zu  <br />
einer spürbaren Erhöhung der Produktivität, womit bereits ein Teil der zusätzlichen <br />
Kosten kompensiert werden konnte. Darüber hinaus kam es in einigen Sektoren zu <br />
moderaten Preisanstiegen. Schließlich gingen in einigen Bereichen auch die Gewinne <br />
zurück, ohne dass dies jedoch zu Beschäftigungsverlusten geführt hat. Durch die <br />
Förderung der privaten Konsumnachfrage hat der Mindestlohn im Gegenteil die <br />
Beschäftigungsentwicklung positiv beeinflusst</p></blockquote>
<p>Schon oben war die Scheu vor Konkretheit aufgefallen. Auch hier, im detaillierteren Text, wird es nicht besser. Arbeitsplätze gehen zwar verloren, aber eben nicht <em>zwangsläufig</em>. Immerhin steht da: Die Briten haben die Produktivität erhöht (was vermutlich vornehm den erhöhten Lei­stungs­druck beschreibt), die Preise wurden erhöht (logisch) und es kam, zumindest in Großbritannien, nicht zu Beschäftigungsverlusten.</p>
<p>Ehrlich? Keine Beschäftigungsverluste? Also, in Deutschland ist als erstes eine ganze Firma, PIN, insolvent gegangen, inklusive aller Arbeitsplätze. Vielleicht werden nur überlebende Firmen zur Statistik zugelassen?</p>
<p>Was bleibt? Der Ärger über die Kampagne wird nicht geringer. Ich wünsche mir eine Regierung, die versucht, mich aufrichtig zu informieren, mindestens jedoch mich</p>
<p class="finish">zu regieren, nicht zu manipulieren!</p>
<p>Wobei es beim Versuch blieb&#8230;</p>
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		<title>Eine Aussendung des Politbüros</title>
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		<pubDate>Tue, 13 May 2008 14:43:49 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Im Stern bin ich drüber­ge­stol­pert: Eine ganz­seitige An­zeige &#8220;Weil ein gerechter Lohn das Mindeste ist&#8221;. Das Thema ist also noch dis­kussions­würdig. Wer gibt denn für so etwas Geld aus? Oh. Wir. Denn Auftrag­geber der Kampagne ist das Bundes­arbeits­mini­sterium. Da ist es durchaus legitim, den auf­stei­gen­den Ärger nicht voll­ständig zügeln zu können. Es spricht nichts dagegen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-medium wp-image-138" style="float: right;" title="brieftraegerin_anzeigenmotiv_mindestlohn" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/05/brieftraegerin__anzeigenmotiv__mindestlohn-234x300.jpg" alt="Briefträger" width="234" height="300" />Im Stern bin ich drüber­ge­stol­pert: Eine ganz­seitige An­zeige &#8220;Weil ein gerechter Lohn das Mindeste ist&#8221;. Das <a title="Kategorie Mindestlohn" href="http://www.svb.bayern.net/category/mindestlohn/" target="_blank">Thema</a> ist also noch dis­kussions­würdig. Wer gibt denn für so etwas Geld aus? Oh. Wir. Denn Auftrag­geber der Kampagne ist das Bundes­arbeits­mini­sterium.</p>
<p>Da ist es durchaus legitim, den auf­stei­gen­den Ärger nicht voll­ständig zügeln zu können. Es spricht nichts dagegen, dem Wähler vor schwer­wiegenden Ent­schei­dungen auf die Sprünge zu helfen und sein Wissen mit Fakten an­zu­reichern. So etwas nennt man &#8220;politische Bildung&#8221; und dafür ist die <a title="Bundeszentrale für politische Bildung" href="http://www.bpb.de/die_bpb/">Bundes­zentrale für politische Bildung</a> zuständig. Kennen wir doch noch aus der Schulzeit.</p>
<p><span id="more-137"></span>Hat das Ganze aber nichts mit politischer Bildung zu tun, und, wie man sieht, auch wenig mit Fakten, so handelt es sich um Propaganda. Dafür ist eigentlich das <a title="Bundespresseamt" href="http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Homepage/home.html" target="_blank">Propagandaministerium</a>, das heutige Bundespresseamt, zuständig.</p>
<p>Propaganda? Der Begriff ist vielleicht anrüchig. Nennen wir es also lieber Kampagne. Wobei man über den lateinischen Campus schnell darauf kommt, dass eine <em>Kampagne</em> viel mit einem <em>Feldzug</em> zu tun hat. Wenn nun also das Arbeits­mini­sterium eine eigene Kampagne macht und diese aus den knappen Steuermitteln finanziert, so fragt man sich, für oder gegen wen oder was sich dieser Feldzug wendet. &#8220;Weil gerechter Lohn das Mindeste ist&#8221;. Soll das eine Drohung sein?</p>
<p>Vielleicht hätten sie das doch besser dem Bundespresseamt überlassen Die hätten das wahr­schein­lich weniger sybillinisch dargestellt. Wir hingegen sind nun auf die Exegese an­ge­wie­sen. Was deuten wir also? Drei Thesen sind auf einen Blick herleitbar:</p>
<h3>1. Bonuszahlungen sind ungerecht</h3>
<p>Wer mehr bekommt als sein Gehalt, bekommt nicht mehr das Mindeste, sondern mehr. Gerechter Lohn ist aber nur das Mindeste.</p>
<p style="text-align: right;">q.e.d.</p>
<h3>2. Gier ist in Ordnung</h3>
<p>Wenn der gerechte Lohn das Mindeste ist[, was gefordert wird], so heißt das, das Arbeits­mini­sterium ist dafür, daß mehr gefordert wird. Also ungerechter Lohn. Das heißt Gier.</p>
<p style="text-align: right;">q.e.d.</p>
<h3>3. Bundes-Briefträger ist ein Traumjob</h3>
<p>Schaut man sich das Mädel genauer an, so sieht man &#8220;Hey, die ist aber fröhlich&#8221;. Das muß daran liegen, daß sie dank der unermüdlichen Politik des Herrn Arbeitsministers ordentlich verdient (nämlich deutlich mehr als den von ver.di empfohlenen Mindest­lohn von 7,50 €, den ihre armen TNT- und PIN-Kollegen verdienen). Möglicher­weise liegt es auch am schönen Wetter, oder daran, daß weit und breit kein Hund zu sehen ist. Wer noch genauer hinsieht, den beschleicht der Verdacht, daß der Arbeit­geber Post wohl auch die Zahn­be­hand­lungs­kosten seiner Mit­­ar­bei­ter über­nimmt, ein möglicher Hintergrund dieses strahlenden Lächelns.</p>
<p style="text-align: right;">q.e.d.</p>
<p>Was konnte man in dieser Anzeige noch lesen? Da steht, dass seit Januar 2008 bei den Brief­dienst­leistern ver­bindliche Mindest­löhne gelten. Wir <a title="Mindestlohn reloaded" href="http://www.svb.bayern.net/2008/03/08/mindestlohn-reloaded/" target="_blank">erinnern uns</a>: Das Arbeits­mini­sterium hat doch einen Prozeß verloren. Das Berliner Ver­waltungs­gericht hat ent­schieden: Die von der Bun­des­­re­gierung er­lassene Mindest­lohn­ver­ordnung für Brief­dienste ist rechts­widrig. Und da das Ministerium lieber möglicher­weise ein <em>schlechter</em> Verlierer sein wollte als jedenfalls <em>überhaupt</em> ein Verlierer, wurde sofort Berufung angekündigt. &#8220;Sofort&#8221;, das heißt ja &#8220;ohne Nachdenken&#8221;. Nun, inzwischen hat man das alles wohl verdrängt. Das entnimmt man jedenfalls ebenfalls der Kam­pagne.</p>
<p>Was stand noch in der Anzeige? Nichts.</p>
<p class="finish">Jedenfalls keine Argumente.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Warum Mindestlohn doch schlecht ist</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2008/02/14/warum-mindestlohn-doch-schlecht-ist/</link>
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		<pubDate>Thu, 14 Feb 2008 18:35:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Briefträger]]></category>
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		<description><![CDATA[Wir haben gesehen, daß der kluge Unternehmer sich freut, wenn die Politik das Spielfeld beherrscht und eine Situation herstellt, wo jeder gleiche Chancen hat. Dazu bedarf es aber auch einer vollständig beherrschbaren Situation – und die liegt meist nicht vor. Der wirklich kluge Unternehmer nennt diesen Wunsch also eine Utopie – die Politik beherrscht das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="Body">Wir haben gesehen, daß der kluge Unternehmer sich freut, wenn die Politik das Spielfeld beherrscht und eine Situation herstellt, wo jeder gleiche Chancen hat. Dazu bedarf es aber auch einer vollständig beherrschbaren Situation – und die liegt meist nicht vor. Der wirklich kluge Unternehmer nennt diesen Wunsch also eine Utopie – die Politik beherrscht das Spielfeld nämlich nie.<span id="more-19"></span></p>
<p class="Body">Will ein Unternehmer vermeiden, daß er aus Kostengründen mit besonders günstigen Mitarbeitern antreten muß, vielleicht auf Kosten der Qualität oder der Flexibilität, so darf nicht der Fall eintreten, daß sein Wettbewerber die benötigten Mitarbeiter günstiger einkauft. Der Mindestlohn ist auf längere Sicht nicht zuverlässig, und zwar immer dann, wenn es Mittel und Wege gibt, ihn zu umgehen. Diese gibt es aber immer.</p>
<p class="Body">Vielleicht gibt es günstigere Mitarbeiter außerhalb Deutschlands, es muß ja nicht einmal außerhalb Europas sein, wie das Beispiel Nokia und Rumänien zeigt. Gut, manche Dinge können nicht einfach im Ausland hergestellt werden. Dann werden diese Produkte und Dienstleistungen wegen ihres höheren Preises vielleicht einfach nur weniger nachgefragt.</p>
<p class="Body">Oder aber der Mitarbeiter muß effizienter werden – es gibt den Mindestlohn, aber nur auf Kosten der Qualität des Arbeitsplatzes. Wem dies gelingt, der hat einen Kostenvorteil gegenüber seinen Wettbewerbern, und als Unternehmer wird er und muß er diesen nutzen. Ein einfacher Mensch auf der Suche nach einem einfachen, kontemplativen Job wird es zunehmend schwieriger haben.</p>
<p class="Body">Aber zurück von dieser allgemeinen Betrachtung. Es geht uns schließlich doch immer noch um die Briefträger. Hier kann man nicht so schnell ausweichen, schon gar nicht ins Ausland. Oder doch?</p>
<p class="Body">Sortieren kann man schon mal im Ausland. soweit das nicht ohnehin schon nur noch von Maschinen erledigt wird. Und die Anzahl der Briefträger ist schnell zu reduzieren, wenn man nicht mehr jeden Tag austrägt. Damit kann man die Preise niedrig halten und unterscheidet sich von der Post. Dabei hilft, daß die Post heute nur noch aus Reklame und Rechnungen besteht. Da freut man sich schon über die Abwechslung, die ein Strafzettel darstellt oder ein Rechtsanwaltsschreiben. Na also – machen wir die Briefe teurer, das Mindestporto zum Mindestlohn.</p>
<p class="Body">Ein Haushalt wäre schon bereit, auf einen Brief an den Opa zum Geburtstag nicht 55 ct. sondern 2 € draufzukleben, das macht ja nichts aus, auf das Jahr gesehen und auf das verfügbare Einkommen. Viele Haushalte schreiben eh nicht mehr. Von privaten Kunden lebt aber kein Briefzustellerservice. Werden die Briefe aber teurer, verzichten die gewerblichen Kunden zusehends darauf. Rechnungen lassen sich digital verschicken, Mailings sollten auch immer weniger werden dank der viel besseren Werbemöglichkeit im Internet, es muss ja nicht gleich SPAM sein. Je teurer also Briefe werden, desto mehr werden sie von anderen Produkten substituiert.</p>
<p class="Body">Bei PIN gab es viele Mehrfachjobinhaber, Dazuverdiener und Teilzeitarbeiter. Es würde mich interessieren, wie viele Leute tatsächlich versuchen, von einem Briefträgersgehalt zu leben oder gar eine Familie zu ernähren. Es würde mich bei der ganzen verlogenen Diskussion aber genauso interessieren, wieviele Briefträger bei der Post mit mit ihrem Job ohne weiteren Zuverdienst eine Familie ernähren können – die dürften um meinen Eßtisch herum passen. Und doch wurde doch gerade das Bild des Briefträgers als Familienernährer ständig als Argument für den Mindestlohn verwendet.</p>
<p class="Body">Die Diskussion war also nicht ehrlich und es geht ganz klar schon längst nur noch um Wahlkampf. Wie lange werden wir noch die grünen Briefträger <span class="style_1">sehen? Und wenn die weg sind, wie lang noch die gelben?</span></p>
<p class="Body">Und wozu brauchen wir Briefe überhaupt noch? Na gut, Todesanzeigen per Email finde ich noch geschmacklos,</p>
<p class="finish">aber wieso eigentlich?</p>
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		<title>Der kluge Unternehmer</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Feb 2008 17:49:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Unternehmer mag den Mindestlohn nicht. Wieder ein Akt staatlicher Bevormundung, öffentliche Einmischung in private(?) Verträge. Der kluge Unternehmer muss Mindestlohn aber doch gut finden, wie wir gestern gesehen haben. Sollte man meinen&#8230; Was also macht die Unternehmer wütend? Sind alle nur instinktgetrieben? Wohl kaum. Es ist wohl die latente oder offene Unterstellung, dass der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="style_SkipStroke_3 flowDefining">
<div class="text-content style_External_570_536">
<div class="style">
<p class="Body">Der Unternehmer mag den Mindestlohn nicht. Wieder ein Akt staatlicher Bevormundung, öffentliche Einmischung in private(?) Verträge. Der kluge Unternehmer muss Mindestlohn aber doch gut finden, wie wir gestern gesehen haben. Sollte man meinen&#8230;<span id="more-10"></span></p>
<p class="Body">Was also macht die Unternehmer wütend? Sind alle nur instinktgetrieben? Wohl kaum. Es ist wohl die latente oder offene Unterstellung, dass der Unternehmer seine Leute ausnimmt, um sich persönlich zu bereichern, was der Staat zu verhindern habe. Das mag an der penetranten Berieselung schon in der Schule liegen, Brecht, Brecht, Brecht, ad nauseam. (War der wirklich so unerträglich einseitig oder kam uns das in der Schule damals nur so vor?)</p>
<p class="Body">Ich vermute, die meisten (echten, i.e. mittelständigen) Unternehmer trennen gar nicht so stark zwischen ihrem Unternehmen und sich selbst. Mir geht es gut, zumindest wirtschaftlich, solange es meinem Unternehmen gut geht. Meine Interessen gegen das Interesse der Firma &#8211; meiner Firma! &#8211; zu optimieren, erschiene mir doch arg kurzsichtig.</p>
<p class="Body">Und jetzt kommt die Politik, flankiert von der Presse, und unterstellt, man müsse den Unternehmer aus moralischen Gründen zwingen, einen Mindestlohn zu bezahlen &#8211; und nicht aus ökonomischen. Bin ich der einzige, der die Beleidigung hier empfindet? Umgekehrt kennt man zur Genüge, wie schnell Unternehmer als unfähig bezeichnet werden, wenn sie nicht alle Mittel nutzen, den Profit ihres Unternehmens zu mehren. Das kann durchaus zu rechtlichen Konsequenzen führen, wenn durch eine rein moralische, weniger ökonomische Entscheidung mögliche Profite von Mitgesellschaftern geschmälert werden.</p>
<p class="Body">Ob ein Unternehmer also Regeln ohne Murren akzeptiert liegt also daran dass die Regeln fair sind (R1), ausnahmslos für alle gelten (R2) und auch, dass der durch sie angestrebte Nutzen nachvollziehbar ist (R3). Nein, ich schreibe nicht über das Dosenpfand. Dann muss aber die Einhaltung der Regeln durchgesetzt werden &#8211; sonst ist R1 und R2 verletzt. Besonders R3 hilft gegen Politiker, die Regeln nicht aufstellen, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen oder auch nur dafür zu sorgen, dass die Welt morgen noch ein guter Platz ist, sondern die Regeln nur aufstellen, um Wahlen zu gewinnen. Mögen sie also künftig intelligente Regeln ersinnen oder die Wahlen verlieren.</p>
<p class="paragraph style" align="center"><span style="font-size: large;"><span style="color: #00ccff;"><strong><br />
Es lebe das Zündwarenmonopol!<br />
</strong></span></span></p>
</div>
</div>
</div>
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		<title>Der bessere Unternehmer</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2008/02/07/der-bessere-unternehmer/</link>
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		<pubDate>Thu, 07 Feb 2008 17:39:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Analysiert man die Aussagen von Unternehmern, so sieht man, dass sich ein Unternehmer am wohlsten fühlt, wenn er ausschliesslich daraus, dass er besser ist als andere, einen Vorteil zieht. Da geht es ihm nicht anders als seinen Leuten, Leistung soll sich lohnen, soll belohnt werden. Was heißt nun „besser“? Was zeichnet den „besseren“ Unternehmer aus? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Analysiert man die Aussagen von Unternehmern, so sieht man, dass sich ein Unternehmer am wohlsten fühlt, wenn er ausschliesslich daraus, dass er besser ist als andere, einen Vorteil zieht. Da geht es ihm nicht anders als seinen Leuten, Leistung soll sich lohnen, soll belohnt werden.<span id="more-9"></span></p>
<p class="Body">Was heißt nun „besser“? Was zeichnet den „besseren“ Unternehmer aus? Größe? Nein, oft vielleicht sogar im Gegenteil. Preis-/Leistungsverhältnis? Das ist nah dran, wenn man denn die Leistung qualifiziert. Wer baut eine Brücke am billigsten? Kinderspielsachen? Ein Atomkraftwerk? Oder einfach auch nur genießbares Essen? „Billig“ ist also nicht das entscheidende Kriterium. Oder nicht überall. </p>
<p class="Body">Jeder kann sich heute eine Waschmaschine leisten. Eine ordentliche Waschmaschine hält heute 10 Jahre. Dann ist sie kaputt. Früher waren das mal 20 Jahre. Aber früher hat diese Maschine viel mehr Kaufkraft gekostet, umgerechnet vielleicht in Prozent des durchschnittlichen Jahreseinkommens. Hier ist „billig“ also vielleicht gut? Nun, das ist man zunächst versucht zu meinen, aber das gilt natürlich nicht unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten &#8211; es sei denn, man sieht kein Problem in der <a title="http://de.wikipedia.org/wiki/Wegwerfgesellschaft" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wegwerfgesellschaft">Wegwerfgesellschaft</a>. Will man also die Wegwerfgesellschaft bekämpfen, muss man die billigen Waschmaschinen künstlich verteuern, beispielsweise anlässlich deren Entsorgung am Ende ihres fleissigen, ach so kurzen Maschinenlebens. Nun lohnt es sich also für den Konsumenten, Waschmaschinen zu kaufen, die zwar teurer sind, aber eben länger halten. Und damit lohnt es sich für den Unternehmer, bessere Qualität zu bauen.</p>
<p class="Body">Fassen wir zusammen: Der Unternehmer will so billig wie möglich produzieren. D.h., er ist nicht unglücklich, wenn er gezwungen wird, höhere Qualität zu produzieren, dann ist eben die billigste Variante nicht mehr möglich (und er produziert immer noch so billig <span class="style_3">wie möglich</span>). So einfach ist das.</p>
<p class="Body">Und damit sind wir wieder beim Mindestlohn, wer hätte das gedacht. Echte Unternehmer stört ein Mindestlohn solange nicht, solange er von anderen Unternehmen nicht umgangen werden kann oder solange diese nicht andere Wege haben, billiger zu produzieren, Wege, die ihm verwehrt sind, ohne dass er eine Chance hätte, Alternativen zu finden. Und nun sind wir wieder beim Ausgangspunkt: Solange die Regierung die Post subventioniert und ihr Monopol mit fragwürdiger Argumentation immer wieder verlängert hat und solange auch heute noch amtliche Briefe von der Post kommen, nicht etwa von einem der Wettbewerber, was billiger wäre, wie man auf der Briefmarke sieht, solange also nicht gleiches Recht für alle gilt, solange ist der Wettbewerb gestört. Und da wirkt der Mindestlohn also unternehmensfeindlich (wenn das beurteilende Unternehmen nicht gerade die Deutsche Post ist).</p>
<p class="Body">Der bessere Unternehmer soll jedenfalls nicht der sein mit der besten Lobby, dem größten Werbebudget, dem besten Support durch seine Regierung. Der beste Unternehmer ist der, dessen Leistung möglichst vielen möglichst viel bringt. Den Kunden, der Gesellschaft, den Mitarbeitern, den Unternehmenseignern. </p>
<p class="paragraph style" align="center"><span style="font-size: large;"><span style="color: #00ccff;"><strong><br />
Viel Spass beim Ausrechnen.<br />
</strong></span></span></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Mindestlohn?</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2008/02/05/mindestlohn-2/</link>
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		<pubDate>Tue, 05 Feb 2008 17:14:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Ergebnis des Nachdenkens war klar. Wer hat ein Interesse an Mindestlöhnen?        Der Lohnempfänger? Der freut sich zunächst. Er bekommt mehr Geld. Möglicherweise aber wird er auch entlassen. Dann bekommt er weniger Geld. Das ist ihm zu riskant. Lieber einen Job haben und sich dann hocharbeiten. Er ist also vermutlich dagegen. Der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="style_SkipStroke_3 flowDefining">
<div class="text-content style_External_570_986">Das Ergebnis des Nachdenkens war klar. Wer hat ein Interesse an Mindestlöhnen?     <span id="more-6"></span><br />
  </p>
<h2>Der Lohnempfänger?</h2>
<p class="Body">Der freut sich zunächst. Er bekommt mehr Geld. Möglicherweise aber wird er auch entlassen. Dann bekommt er weniger Geld. Das ist ihm zu riskant. Lieber einen Job haben und sich dann hocharbeiten. Er ist also vermutlich dagegen.</p>
<h2>Der Staat? </h2>
<p class="Body">Der freut sich auch, zunächst. Die Unternehmer zahlen mehr &#8211; es fließt mehr Einkommenssteuer. Nun ja, dafür gehen die Unternehmensgewinne zurück. Vielleicht gehen die noch weiter zurück, weil der Unternehmer den von Mindestlohn bedrohten Bereich des Unternehmens schließt. Unter dem Strich wird unser Staat die Hauptvorteile da sehen, wo er nicht mit den Wettbewerbshütern der EU in Konflikt gerät und trotzdem Standortsicherung betreiben kann. Handwerksnahe Berufe und Arbeiterberufe von Branchen, die nicht einfach abwandern werden, bieten sich an. Aber die EU wird sich nicht ins Bockshorn jagen lassen. Im aktuellen Fall gelang es zumindest der Postlobby, den Staat von seinen echten oder eingebildeten Vorteilen zu überzeugen. Um Standortsicherung ging es bei den Briefträgern jedenfalls nicht. </p>
<h2>Der Unternehmer?</h2>
<p class="Body">Der am ehesten. Erstaunt? Natürlich nicht &#8211; das weiss man spätestens, sobald man das <a title="http://de.wikipedia.org/wiki/Gefangenendilemma" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gefangenendilemma">Gefangenendilemma</a> kennt. Der Unternehmer, der wenig bezahlt, hat davon ja nicht nur Vorteile: Gut bezahlte Mitarbeiter arbeiten meist etwas motivierter (wobei Geld und Motivation nicht so korreliert sind, wie man annehmen mag). Vor allem aber bekommt man für mehr Geld bessere Leute &#8211; und daher zahlt man gerne mehr. Aber was ist mit den bösen Wettbewerbern? Die drücken die Preise bei den Löhnen und Gehältern und sind so in der Lage, auch selbst billiger auf dem Markt aufzutreten. Wettbewerber drücken bekanntlich neben den Preisen vor allem aber die Qualität. Das wird jeder Unternehmer bestätigen, wir sind alle gegen Monopole, solange wir sie nicht haben. Haben wir sie, sind Monopole der einzige Garant für Stabilität und Qualität. Wer schützt uns also vor den bösen Wettbewerbern? Richtig &#8211; der Mindestlohn. Wer hätte das gedacht?</p>
<h2>Ein Beispiel aus der Praxis:</h2>
<p class="Body">1992 habe ich eine Ausschreibung verloren. Es ging um Schulungen. Ich weiss es noch wie heute, wir waren nach erheblichem Druck 1991 mit dem Tagessatz auf 600 DM zurückgefallen. Für dieses Geld konnte ich keine erfahrenen Kräfte schicken, zumindest nicht für alle Tage, ich musste mit Studenten und Praktikanten den Durchschnitt drücken. Dennoch wurden wir unterboten: Für sage und schreibe 300 DM bekam ein Unternehmen aus Osteuropa den Zuschlag. Deren Dozenten waren mit 100 DM zufrieden, der Rest ging drauf für Reisen und Schulungsunterlagen. Die Dozenten konnten allerdings kein Deutsch und die Schulungen wurden noch in dem Jahr wegen Erfolglosigkeit eingestellt. Hier hätte ein „Mindestlohn“, also ein Sockelbetrag, unter dem man Angebote wegen offensichtlichen Mangels an Glaubwürdigkeit ablehnen darf, geholfen. Mir geholfen? Ja, auch, wenngleich ich sofort die verlorenen Schulungstage an andere Kunden weiterverkaufen konnte. Wer sich 1992 mit Internet auskannte, konnte sich die Aufträge raussuchen. Also wem hätte es geholfen? Hauptsächlich dem Auftraggeber, einem großen Staatsunternehmen.</p>
<h2><span class="style_1">Konsequenz:</span></h2>
<p class="Body">Wieso schreit eigentlich die FDP gegen Mindestlöhne, die CSU auch, und die SPD und die Kommunisten wollen sie haben? Das ist</p>
<p class="paragraph style" align="center"><span style="font-size: large;"><span style="color: #00ccff;"><strong><br />
mysteriös.<br />
</strong></span></span>
</p>
<p class="Body">Auf jeden Fall ist es nicht logisch. Ich denke weiter darüber nach.</p>
</div>
</div>
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		</item>
		<item>
		<title>Heute geht es mal um den Mindestlohn</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2008/02/04/heute-geht-es-mal-um-den-mindestlohn/</link>
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		<pubDate>Mon, 04 Feb 2008 17:07:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Geld]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Mindestlohn]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
		<category><![CDATA[Web-Entwickler]]></category>

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		<description><![CDATA[Mindestlohn für alle &#8211; das war gestern die Erkenntnis. Möglichst viel Geld für möglichst viele Leute. Gibt es heute schon, Dachdecker, Maler, Elektriker, Gebäudereinigung. Sogar Abwracker haben Mindestlöhne, die Briefträger waren nicht die ersten. Mindesteinkommen also auch für Web-Entwickler, Callcenter-Agents, Kameraleute, Schauspieler, Journalisten, Piloten, Matrosen? Ausgezeichnete Idee. Bis morgen denke ich darüber nach, für welche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="style">
<p class="Body">Mindestlohn für alle &#8211; das war gestern die Erkenntnis. Möglichst viel Geld für möglichst viele Leute. Gibt es heute schon, Dachdecker, Maler, Elektriker, Gebäudereinigung. Sogar Abwracker haben Mindestlöhne, die Briefträger waren nicht die ersten.<span id="more-5"></span></p>
<p class="Body">Mindesteinkommen also auch für Web-Entwickler, Callcenter-Agents, Kameraleute, Schauspieler, Journalisten, Piloten, Matrosen?</p>
<p class="Body">Ausgezeichnete Idee. Bis morgen denke ich darüber nach, für welche Branchen Mindestlöhne funktionieren und für welche nicht und wieso das so ist.</p>
</div>
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		<title>Nochmal: Mindestlohn</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2008/02/03/nochmal-mindestlohn/</link>
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		<pubDate>Sun, 03 Feb 2008 17:03:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Briefträger]]></category>
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		<category><![CDATA[Geld]]></category>
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		<description><![CDATA[Wir haben etwas gelernt: Vom Austragen von Briefen bei alternativen Anbietern kann man nicht leben. Kann man das denn bei der Bundespost? Was verdient denn so ein Empfänger von Mindestlohn? Und so kommt man ins Grübeln. Ein Briefträger kann also nicht mehr leben von dem, was er verdient, vermutlich nicht mal mit Mindestlohn. War das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="Body">Wir haben etwas gelernt: Vom Austragen von Briefen bei alternativen Anbietern kann man nicht leben. Kann man das denn bei der Bundespost? Was verdient denn so ein Empfänger von Mindestlohn?<span id="more-4"></span></p>
<p class="Body">Und so kommt man ins Grübeln. Ein Briefträger kann also nicht mehr leben von dem, was er verdient, vermutlich nicht mal mit Mindestlohn. War das nicht mal ein ehrbarer Beruf? Oder anders gefragt, welche von den Berufen, die ein ABC-Schütze kennt, ernähren noch eine ganze Familie? Lehrer? Vielleicht. Polizist? Schwierig bis zum gehobenen Dienst. Müllfahrer? Schon eher. Friseur? Kindergärtner? Kellner? Gärtner? Trambahnfahrer? Nur in Ausnahmefällen.</p>
<p class="Body">Vor meinem geistigen Auge erscheint die DDR. Kennt man ja, dort war alles falsch, ein böses und unmenschliches System und was man so weiter in diesem Zusammenhang automatisiert sagt &#8211; kennt man ja, sag ich doch. Aber jeder konnte von dem leben, was er verdient. Jeder. Und keiner der normalen Werktätigen (i.e. nicht Kader) wurde wegen seines Berufs schief angesehen &#8211; viele hatten ja keinen Einfluss auf ihren Beruf, sie waren zu irgendeinem Beruf einfach eingeteilt worden. </p>
<p class="Body">Wir im Westen hatten es einfacher. Wir wählten unsere Berufe selber aus und jeder war seines eigenen Glückes Schmied. Oder seines eigenen Unglückes? Ist das nicht der wirkliche Auslöser von Stress? Ist Unfreiheit immer schlecht? Verkläre ich da eine Gesellschaft, die zu recht verschwunden ist? Die Antwort ist natürlich „ja“. Es ist gut, dass die DDR weg ist. Aber wir haben beim Aufräumen zu  viel weggeworfen. Und nun stehen wir vor dem Problem, dass nur noch wenige Leute richtig gut verdienen und die meisten durchschnittlich und viele eben auch wirklich schlecht. Und dann gibt es noch die, die ohne staatliche Hilfe wirklich arm wären, mit solcher Hilfe sind sie es eben relativ, also gemessen am Durchschnitt.</p>
<p class="Body">Und gleichzeitig wird die Gültigkeit des <a title="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter-Prinzip" onclick="window.open(this.href); return false;" onkeypress="window.open(this.href); return false;" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter-Prinzip">Peter-Prinzips</a> immer deutlicher. Ein kontemplativer Beruf wie Straßenkehrer, Leuchtturmwärter, Schäfer, Portier oder Streifenpolizist ist heute nicht mehr zu haben. Das trägt unsere Volkswirtschaft nicht mehr, wir alle müssen produktiver sein. Ein Portier, also heute besser „Front Door Assistant“, muss mindestens noch die Telephon-Zentrale bedienen und am Bildschirm Daten erfassen. Oder aber er ist eine 1-Euro-Kraft, öffentlich subventioniert. Dass ein Sachbearbeiter einer Versicherung nebenbei Zeit hat, komplizierte physikalische Rätsel zu lösen oder Bücher von seltener Eindringlichkeit zu schreiben &#8211; unvorstellbar. Das war zu Einsteins und Kafkas Zeiten anders.</p>
<p class="Body">Es ist in Ordnung, dass es Leute gibt, die 10 mal so viel verdienen wie ihre eigenen Dienstboten. Es ist auch in Ordnung, dass es Leute gibt, die 20 mal so viel verdienen. Aber alles darüber verzerrt bereits die Struktur. Wer 1000 mal so viel verdient wie seine Putzfrau, hat ein Einkommen wie Ackermann, aber eine Putzfrau, die vermutlich nichts anderes kann als eben zu putzen, die aber dann auch mal mit Stahlwolle ans Silber geht.</p>
<p class="Body">Nun ist alles klar: Wir sollten die Durchlässigkeit des Systems wieder senken, damit das Peter-Prinzip bekämpfen und dafür sorgen, dass die Gruppe der Bezieher von Durchschnittseinkommen wächst und die Spitzengruppe breiter wird, von mir aus zu Lasten der Spitzeneinkommen - </p>
<p class="paragraph style" align="center"><span style="font-size: large;"><span style="color: #00ccff;"><strong><br />
her mit Mindestlöhnen!<br />
</strong></span></span></p>
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		<title>Mindestlohn</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Feb 2008 17:00:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dieses Thema erregt die Gemüter und führt zu heftigen Kontroversen: Der Mindestlohn. Haben die Politiker das Recht, derartig in den Wettbewerb einzugreifen? Wer sich allmählich daran gewöhnen wollte, dass kleine grüne Männchen nicht notwendigerweise vom Mars kommen, sondern vielleicht von PIN, der fühlt mit dem Unternehmen, dem seit der Entscheidung für den Mindestlohn das Wasser [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="Body">Dieses Thema erregt die Gemüter und führt zu heftigen Kontroversen: Der Mindestlohn. Haben die Politiker das Recht, derartig in den Wettbewerb einzugreifen? Wer sich allmählich daran gewöhnen wollte, dass kleine grüne Männchen nicht notwendigerweise vom Mars kommen, sondern vielleicht von PIN, der fühlt mit dem Unternehmen, dem seit der Entscheidung für den Mindestlohn das Wasser bis zum Hals steht.<span id="more-3"></span></p>
<p class="Body">Ich weiss nicht &#8211; die PIN-Leute haben mir imponiert. Deren Briefträger waren schneller, höflicher und gewissenhafter als die der Post und die haben sie auch noch billiger bekommen. Wie haben die das gemacht? Wer bei besserer Qualität weniger zahlt, muss ein besseres Betriebsklima haben, den Leuten bessere Perspektiven bieten, höhere Flexibilität bei Arbeitszeiten oder sonstigen Aspekten der Lebensplanung der Mitarbeiter an den Tag legen oder erhebliche Standortvorteile haben. Letzteres scheidet vermutlich aus &#8211; Briefträger müssen da arbeiten, wohin die Briefe zugestellt werden.</p>
<p class="Body">Vielleicht werden wir dieses Geheimnis nun nicht mehr ergründen, denn der Weg, den PIN geplant hatte, führt wohl nur mit knappem Lohn zum Ziel, mit knapperem zumindest, als ein de facto Immernoch-Monopolist bezahlt, wenn es darum geht, Politikern Material für populistische Äußerungen zu geben.</p>
<p class="Body">Die Frage bleibt: Was ist besser? Für wenig Geld zu arbeiten oder nur von „Hartz IV“ zu leben? Man hört das Gerücht, PIN-Briefträger sein hieße, von „Hartz IV“ zu leben.</p>
<p class="Body">Was bedeutet das?</p>
<p class="Body">Der alternative Briefträger hat einen Job. Gäbe es die Wettbewerber nicht, wäre er auch nicht Briefträger bei der Post. Er wäre vielleicht arbeitslos. Briefträger zu sein ist gesellschaftlich besser als manch anderer Beruf. Und was an Geld fehlt, schießt der Staat zu, also wir. Volkswirtschaftlich ist es somit vermutlich neutral. Ein Arbeitsloser, dessen Lohnkosten der Staat teilweise subventioniert, ist für die Gesellschaft sicher erheblich billiger als ein Arbeitsloser, der voll unterstützt werden muss. Ganz zu schweigen davon, dass sich ein Mensch mit Arbeit wohler fühlt als ein Mensch ohne Arbeit und dass dieser Job niemanden auf diese Position festlegt, Arbeitslosigkeit über längere Zeit hingegen schon.</p>
<p class="Body">Schade um die Arbeitsplätze also. Und besonders fatal: Man wird den Verdacht nicht los, dass die Post keineswegs die sozialen Belange ihrer Mitarbeiter im Auge hatte bei dieser Forderung. Es fällt nicht schwer, zumindest zu unterstellen, dass hier einfach ein potentieller Wettbewerber ausgeschaltet werden sollte. Also:</p>
<p class="paragraph style" align="center"><span style="font-size: large;"><span style="color: #00ccff;"><strong><br />
Nieder mit dem Mindestlohn!</strong></span></span></p>
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