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	<title>SvB-Blog &#187; Musikindustrie</title>
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	<description>Die Freiheit der Meinung setzt voraus, daß man eine hat (Heinrich Heine)</description>
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		<title>Urheberrechte auf molossisch</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Nov 2009 21:59:45 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Am Thema Urheberrechte scheiden sich die Geister, nicht erst seit der Erfindung des Internet. Auch hier in diesem Blog war schon viel dazu zu lesen, beispielsweise über den langen und teilweise verbissenen Kampf der Musikindustrie gegen sogenannte &#8220;Piraten&#8221; und &#8220;Raubkopierer&#8221;. Ein großer Schlag schien gelungen, als im August die schwedische Justiz die Betreiber von &#8220;Pirate [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-medium wp-image-1806" title="492px-Pyrhhus_-_Ny_Carlsberg_Glyptotek,_Copenhagen,_Den.JPG" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2009/11/492px-Pyrhhus_-_Ny_Carlsberg_Glyptotek_Copenhagen_Den.JPG-246x300.jpg" alt="492px-Pyrhhus_-_Ny_Carlsberg_Glyptotek,_Copenhagen,_Den.JPG" width="246" height="300" />Am Thema Urheberrechte scheiden sich die Geister, nicht erst seit der Erfindung des Internet. Auch hier in diesem Blog war schon viel dazu zu lesen, beispielsweise über den langen und teilweise verbissenen Kampf der Musikindustrie gegen sogenannte &#8220;Piraten&#8221; und &#8220;Raubkopierer&#8221;. Ein großer Schlag schien gelungen, als im August die schwedische Justiz die Betreiber von &#8220;Pirate Bay&#8221; zu drastischen Strafen verurteilte. Wobei &#8220;drastisch&#8221; nicht reicht, das waren Strafen, die sich ein bis dahin unbescholtener Bürger mit kaum einem anderen Vergehen eingefangen hätte. Allerorten wurden hochbeglückte Musikmanager gesichtet, mit Champagnergläsern.</p>
<p>Ein überragender Sieg also? <span id="more-1804"></span>Was kaum berichtet wurde: Die Betreiber von Pirate Bay haben ja gar keine illegalen Inhalte gespeichert, nur <em>Fundorte</em> von Inhalten, deren teilweise Illegalität sie in Kauf genommen haben. Und vielleicht wäre ihnen nicht so viel passiert, wenn sie sich nicht ausgerechnet &#8220;Pirate Bay&#8221; genannt hätten. Das war wohl provokant &#8211; und ich hoffe, ich irre mich, denn das hieße ja nichts anderes als daß sie für ihren Namen so drastisch bestraft wurden, quasi als freche Dissidenten. Im Umkehrschluß heißt das natürlich auch, daß mit der Löschung der Website der Piraten einfach die Lagerliste weggeworfen wurde. Die Inhalte sind aber alle noch da. Im Netz. Auf tausendenden Rechnern.</p>
<p>Die Software von Pirate Bay ist so gesehen nichts anderes als eine Suchmaschine. Eine gute, übrigens. So gut, daß sie gerettet wurde, obwohl das Gericht die Zerstörung angeordnet hatte. Kurz nach dem Urteil lagen Software und Indexdaten in vielen Kopien an vielen Stellen im Netz. Übrigens recht analog den Inhalten, zu denen der Zugang verhindert werden sollte.</p>
<p>Und somit gab es nach kürzester Zeit nicht mehr nur ein Pirate Bay, sondern ganz viele davon. Das hat auch der Anti­viren­soft­ware­her­steller McAfee beobachtet. In seiner vierteljährlichen Studie &#8220;<a href="http://www.mcafee.com/us/local_content/reports/7315rpt_threat_1009_de.pdf" target="_blank">McAfee Threat-Report</a>&#8221; auf Seite 13 wird von einem &#8220;Pirate-Bay-Effekt&#8221; berichtet:</p>
<blockquote><p>Wir beobachten die wachsende Beliebtheit von Webseiten, die verschiedenste Inhalte wie illegale Software oder urheberrechtliche geschützte Werke wie Filme und ähnliches hosten. Im Herbst 2008 stieg die Anzahl von Webseiten, über die illegale Anwendungen angeboten wurden, stark an (siehe Abbildung 16). Dazu können viele Faktoren beigetragen haben: die schlechte Wirtschaftslage, verbesserte Webseiten-Tools zum einfachen Veröffentlichen und Austauschen von Daten, die Jahreszeit, das aktuelle Kinoprogramm, u.v.m. Einen ähnlichen Anstieg beobachteten wir kurz vor Beginn des Kinosommers. <em>Am auffälligsten war jedoch der sprunghaft gestiegene Höchstwert solcher Webseiten während der Stilllegung von The Pirate Bay</em>.</p></blockquote>
<p>Es scheint einfach so zu sein, daß vielen Menschen das freie Austauschen von Musik und anderen Inhalten schlicht wichtig ist. So wichtig, daß die eventuelle Strafbarkeit oder ethische Bedenken geringer erachtet werden als die persönlichen Nachteile im Falle der Abstinenz. Hieße nun, die Kopiererei zu ignorieren, sich <em>dem Druck der Straße</em> zu beugen, wie manche formulieren? Oder gibt es einen Grundbedarf an einfach zu erlangenden Inhalten, was ja auch ein Anzeichen für Kultur sein könnte? Und vielleicht ist das ja auch schon die Lösung, der legale Einkauf darf eben nicht viel schwieriger sein als das ggf. illegale &#8220;Saugen&#8221;. Guter Wille und neue ökonomische Modelle wären vermutlich recht erfolgreich.</p>
<p>Der &#8220;vernichtende Schlag&#8221; war also ein Schlag ins Wasser. Schlägt man der Hydra einen Kopf ab, wachsen zwei nach. Und dennoch, mein Mitleid mit der Musikindustrie hält sich in Grenzen. Das liegt weniger daran, daß ich den Künstlern ihre Tantiemen nicht gönne &#8211; das Gegenteil ist der Fall &#8211; sondern eher daran, mit welchen Methoden die Musikindustrie ins Feld gezogen ist. Wären nur Bruchteile der Phantasie, die auf die Erschwerung der Tauscherei verwendet wurde, auf wirklich intelligente und moderne Konzepte verwendet worden, wäre das Problem nicht so gravierend.</p>
<p>Wie also nennen wir den &#8220;Sieg&#8221; der Musikindustrie? Seit 279 vor Christus haben solche Siege einen Namen. Einem König der Molosser gelang es, immer wieder den Römern Niederlagen zu bereiten, aber jeder Sieg war mit solchen Verlusten verbunden, daß er, der Sieger, die besiegten Römer um Frieden bitten musste, den sie ihm noch nicht einmal gewährten, denn sie schätzten die Qualität seiner Siege ähnlich ein wie er. Er sagte, &#8220;noch so ein Sieg, und wir sind verloren&#8221;. Die Rede ist von jenem unglücklichen König Pyrros (lateinisch &#8220;Pyrrhus&#8221;) und seinen</p>
<p class="finish">Pyrrhus-Siegen</p>
<p><em>Photo: Henry Seutsan, via Wikipedia</em></p>
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		<title>Die Kulturflatrate</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Jul 2009 12:40:58 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Es gibt Probleme, die sind nicht einfach zu lösen, und es gibt welche, die wären einfach, dächte nur einmal jeder der Beteiligten vernünftig und vorurteilsfrei nach. Und es gibt Probleme, da verkünden alle Beteiligten, alles wäre so ein­fach, aber bei näherer Betrachtung wird es nur immer komplizierter.
Das Urheberrecht im Jahr 40 nach Erfindung des Internet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-medium wp-image-1598 alignright" title="Kulturbeutel" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2009/07/Kulturbeutel-300x217.jpg" alt="Kulturbeutel" width="328" height="234" />Es gibt Probleme, die sind nicht einfach zu lösen, und es gibt welche, die wären einfach, dächte nur einmal jeder der Beteiligten vernünftig und vorurteilsfrei nach. Und es gibt Probleme, da verkünden alle Beteiligten, alles wäre so ein­fach, aber bei näherer Betrachtung wird es nur immer komplizierter.</p>
<p>Das Urheberrecht im Jahr 40 nach Erfindung des Internet ist da so ein Fall. <span id="more-1589"></span>Die einen sagen, klare Sache, was Recht ist, muss Recht bleiben, hinter den Rechten der sogenannten Rechteinhaber müßte sich alles einreihen. Bürgerrechte, Ver­hält­nis­mäßig­keits­grund­satz, alles ganz nett, solange die Umsätze stimmen. Die anderen sagen, simple Sache, jeder bezahlt seinen Obolus und darf darauf­hin kopieren aus dem Netz, wonach ihm der Sinn steht. Alles, was irgend­wie unter den Be­griff Kultur fällt. Und von den Ein­nahmen werden die Künstler bezahlt. Das nennt sich dann Kultur­flatrate.</p>
<p>Klingt doch prima, das zweite. Dem Recht Gehör verschaffen, indem man es abschafft und durch etwas Zeitgemäßeres ersetzt. Simpel und genial. Aber es gibt Einschränkungen. Zuerst, ganz klar, wieviel darf die Flatrate denn kosten? Ein Obolus kann viel sein oder wenig. In der Antike war ein Obolus immerhin der achte Teil einer Drachme und damit ausreichend Geld, um Charon zu bezahlen, den Fährmann, welcher die Toten über den Styx bringt. Jedem Griechen wurde bei seiner ordentlichen Beerdigung ein Obolus unter die Zunge gelegt, damit er nicht schwarz fahren müsse. Immerhin also eine Silbermünze, nicht zu verwechseln mit wirklich geringfügigen Beträgen. So wird als Preis für die Kulturflatrate bereits durchaus ein Betrag von 50 Euro gehandelt.</p>
<p>Viele geben mehr für Kultur aus. Viele aber auch wieder nicht. Viele haben keine 50 Euro im Monat übrig, aber sie haben 20 Euro für Internet. Ist eine Internetkulturflatrate ein Angebot, das man nicht ablehnen kann? Oder gibt es, vermutlich im sozialdemokratischen Lager, die Ansicht, Kultur sei ein Menschenrecht, das allen Menschen notfalls also auch kostenlos zustünde? Wird somit die sogannte Flatrate zum weiteren Rädchen in der Umverteilungsmaschinerie? Darüber muß sich die Gesellschaft erst noch klar werden.</p>
<p>Aber es gibt weitere Fragen. Zum Beispiel, was ist Kultur? Zeitungen, Bücher, Fachliteratur, Theater, Oper und Konzerte, Malerei und Bildhauerei, Graphiken, Spielfilme, Musik. Und wer soll das Geld bekommen, nur die Künstler? Oder auch Rechteverwerter und Händler? Kommt es vielleicht gar &#8220;darauf an&#8221;? Sind Interpreten Künstler? Sind Übersetzer Künstler? Sind Hörbuchsprecher Künstler? Hoffentlich ja, aber wer bekommt nun das Geld für eine Coverversion eines alten Hits? Der Komponist, der Studiomusiker, der Remixer, das Label? Bei näherer Betrachtung läßt sich das alles nicht über einen Kamm scheren. Bücher lassen sich nicht verlustfrei kopieren, nur ihre Inhalte. Aus dem Inhalt wieder ein Buch zu machen, eines zum Anfassen mit Papier, Einband und Schutzumschlag, kostet vermutlich mehr als das Buch ordentlich zu kaufen. Dennoch haben Verleger große Schwierigkeiten mit dem Netz &#8211; vor allem im schnellebigeren Bereich der Zeitungen und Magazine. Aber auch wenn die Verlegerlobby derzeit ordentlich Staub aufwirbelt, so ist es doch hauptsächlich die Musikindustrie, denen ihre Milliardengewinne wegbrechen und die nun schon seit geraumer Zeit zum Krieg blasen.</p>
<p>Beschränken wir uns für heute also zunächst auf die Musik. Tun wir so, als gebe es eine Kulturflatrate für Musik, ein gerechtes Modell. Wie sähe das aus? Alles Flat? Natürlich nicht. Nur das, was man aus dem Internet zieht. Genauer, das, was man derzeit illegal aus dem Internet zieht. Denn was man derzeit legal bekommt, ist entweder bezahlt, wie bei itunes und anderen Online-Musikläden, oder eben frei ins Netz gestellt, mit der Lizenz zur freien Kopie. Nun, damit wäre schnell Schluß in Zeiten der Flat Rate. Online-Musikläden wären sofort tot und ganz freie Projekte wären zwar idealistisch, aber ungeschickt. Heute könnte so etwas durchaus ein Geschäftsmodell sein, die kondensierte Abstraktion des Independent-Label, wie sie durch das Internet erst möglich würde. Mit einer Kulturflatrate wäre es gerade noch ein Hobby für Liebhaber, eine Beschäftigung also für Dilettanten (<em>dilettare</em> (ital.) aus <em>delectare</em> (lat.) &#8211; sich an etwas erfreuen, der Liebhaberei frönen). Aber wenigstens alle Musik für jeden?</p>
<p>Nun, ist die Musik der Spätrenaissance Kultur? Nach sicher doch. Nur werden es sich außer mir vermutlich nur noch ein paar tausend Leute anhören, im Gegensatz zu der im Moment angesagten Musik, die  von Millionen gehört wird. Könnte man hier noch von ausgleichender Gerechtigkeit sprechen, so werde ich aber leider große Schwierigkeiten haben, &#8220;meine&#8221; Musik im Netz zu finden. Flat rate, da schwingt wieder dieser <em>all you can eat</em>-Gedanke mit. Bleiben wir bei der Musik. Wußten Sie, daß taube Menschen von der Bezahlung der Rundfunkgebühr befreit sind? Wohnen sie nicht allein, müssen sie nachweisen, daß sie das Radio nur für sich selbst haben. Dasselbe gilt für Blinde und ihre Fernseher (Quelle: <a href="http://www.schwerbehinderung-aktuell.de/include.php?path=content/articles.php&amp;contentid=478" target="_blank">www.schwerbehinderung-aktuell.de</a>). Müssen also Taube auch für Musik im Netz bezahlen? Oder nur, wenn sie nicht nachweisen können, dass alle Musik, die sie runterladen, ausschließlich von ihnen gehört wird? Gehen wir also davon aus, daß sich das nur lösen läßt, wenn alle bezahlen, vom Tauben zum Blinden, vom Säugling zum Greis.</p>
<p>Und wer bekommt das Geld? Und wie viel davon? Was sich bei Musik zweifelsfrei messen läßt ist die Länge und die Anzahl der Downloads. Letztere ist ungeeignet, denn sie muß mit der Anzahl der Hörer nichts zu tun haben. Die einen laden das Musikstück einmal und hören es von früh bis spät, die anderen laden das Musikstück im Stundentakt, aber sie hören es nicht, weil sie nur <a href="http://www.svb.bayern.net/2009/07/10/claqueure/" target="_blank">Software sind, um die Statistiken aufzuhübschen</a>. Also die Länge. Wirklich? Wollen wir uns darauf einlassen, dass Musik nach ihrer Dauer bezahlt wird nach einem festgelegten Schlüssel, x% für den Komponisten, y% für die Interpreten, und irgendwer bezahlt sicher auch das Aufnahmestudio. Aber dann werde ich Komponist. Ich schreibe vor allem lange Stücke in C-Dur. Streit ist also vorprogrammiert.</p>
<p>Die Musikindustrie beäugt die Diskussion sicher auch argwöhnisch. Bis jetzt kam sie nicht vor in der Liste der Geldempfänger, höchstens als Sponsor des Aufnahmestudios. Oder als Betreiber einer kostenlosen Downloadplattform. Die Kulturflatrate ist also vermutlich nicht die Lösung, viel zu viele Fragen sind noch nicht geklärt. Eine <a href="http://www.boersenverein.de/sixcms/media.php/976/Fragenkatalog_Kulturflatrate.pdf" target="_blank">interessante Liste von Fragen</a> hat beispielsweise der Börsenverein des Buchhandels und ein paar andere Verbände gestellt. Klare Lobbyarbeit, aber doch geeignet aufzuzeigen, dass auch außerhalb der Musikbranche eine Kulturflatrate schwer einzuführen ist. Gruselig, dass einige Parteien die Einführung bereits in ihren Grundsatzprogrammen stehen haben.</p>
<p>Natürlich gab es einmal eine Kulturflatrate, nämlich bei den Römern. Kultur zum Einheitstarif. Nur daß bei den Römern dieser Tarif der Nulltarif für die Besucher war und die Künstler aus der Tasche des Veranstalters bezahlt wurden, zumindest die Künstler, die die Veranstaltung überlebten. Vielleicht retten sich die Parteien ja mit</p>
<p class="finish">panem et circenses?</p>
<p><em>Bildquelle: </em><a href="http://www.unikum.ac.at/kh/produkte/kulturbeutel.htm" target="_blank"><em>www.unikum.ac.at</em></a></p>
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		<title>Respekt, Herr Professor!</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Jun 2009 13:31:58 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Juristen sind nicht gerade für ihre klaren Stellungnahmen bekannt. &#8220;Das kann man aber auch anders sehen&#8221;. &#8220;Abhängig von den Voraussetzungen könnte man den Schluß ziehen &#8230;&#8221;. &#8220;Das kommt darauf an&#8221;. Mathematiker und Logiker sind da anders. &#8220;Hilbert-Räume können auch unendlichdimensional sein, wenn nur die Länge eines jeden Vektors aus diesem Raum endlich ist.&#8221; Das kann man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1471" title="hoeren" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2009/06/hoeren.jpeg" alt="hoeren" width="250" height="290" />Juristen sind nicht gerade für ihre klaren Stellungnahmen bekannt. &#8220;Das kann man aber auch anders sehen&#8221;. &#8220;Abhängig von den Voraussetzungen könnte man den Schluß ziehen &#8230;&#8221;. &#8220;Das kommt darauf an&#8221;. Mathematiker und Logiker sind da anders. &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hilbertraum" target="_blank">Hilbert-Räume</a> können auch unendlichdimensional sein, wenn nur die Länge eines jeden Vektors aus diesem Raum endlich ist.&#8221; Das kann man nicht so oder anders sehen, das ist so oder es ist nicht so. Oder: &#8220;Stoppschilder sind kein wirksames Mittel gegen Kinderpornographie.&#8221; Klare Aussagen.</p>
<p>Aber es gibt Ausnahmen, man reibt sich die Augen. Professor Hoeren, Münster, bekannt für Computer- und Netzkompetenz, aber eben auch oder vor allem Jurist, hat etwas gesagt, das an Klarheit kaum zu übertreffen ist. <span id="more-1465"></span>Es geht, wie bei <a href="http://www.heise.de/newsticker/Internetsperren-gegen-Urheberrechtsverletzer-auch-fuer-Deutschland-Update--/meldung/141084" target="_blank">heise nachzulesen</a>, um &#8220;<a href="http://www.svb.bayern.net/2009/06/12/andere-lander-gleiche-sitten/" target="_blank">Three-Strike-Out</a>&#8220;. Die Musikindustrie versucht mit allen möglichen Mitteln, ihre wegschwimmenden Felle zu retten. Dabei entwickelt sie eine Kreativität, die man ihr an anderer Stelle wünschen würde. Nicht ein überkommenes Rechteausbeutungssystem, sondern ein intelligenter Umgang mit den neuen Marktbedingungen und Marktchancen, das wäre die Lösung. Zurück zu Professor Hoeren. Es war zu lesen:</p>
<blockquote><p>[Es] sei mit der Verabschiedung des Zugangserschwerungsgesetzes zur Blockade von Kinderporno-Seiten der erste Schritt gemacht worden, um die Provider zur Durchsetzung von privatwirtschaftlichen Ansprüchen einzuspannen. &#8220;Es ist ganz klar: Die Musikindustrie hat hier gewonnen&#8221;, sagte Hoeren. &#8220;Wir haben es mit bestochenen Abgeordneten und mit bestochenen Gutachtern zu tun – eine offene Diskussion ist damit nicht zu erwarten&#8221;.</p></blockquote>
<p>Hat Herr Prof. Hoeren recht? Bestochen? Das ist ein starker Vorwurf. Aber was ist die Alternative? Ahnungslos und ignorant? Als Politiker muß man sich überlegen, was der schlimmere Vorwurf ist. Zur Ehrenrettung der Gutachter muß hingegen vielleicht gesagt werden, daß die Gutachter, die die derzeitige Regierungslinie vertreten haben, in der Minderzahl waren. Beim Zitieren sah das wieder ganz anders aus, zitiert wurden von den Politikern ausschließlich diese Gutachten. Dennoch, Bestechlichkeit, das ist starker Tobak.</p>
<p>Vielleicht hat die CDU deshalb die Forderungen der Musikindustrie aus ihrem Parteiprogramm wieder entfernt und durch eine politiktypischere weichgespülte Floskel ersetzt.</p>
<p>Vorher:</p>
<blockquote><p>&#8220;Wir möchten nach britischem und französischem Vorbild Rechtsverletzungen effektiv unterbinden, indem die Vermittler von Internetzugängen Rechtsverletzer verwarnen und nötigenfalls ihre Zugänge sperren.&#8221;</p></blockquote>
<p>Jetzt:</p>
<blockquote><p>&#8220;Rechtsverletzungen werden wir effektiv unterbinden.&#8221;</p></blockquote>
<p>Quelle: Martina Krogmann, parlamentarische Geschäftsführerin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Sie hat aber noch mehr gesagt, alles <a href="http://www.taz.de/1/politik/schwerpunkt-ueberwachung/artikel/1/cdu-mottet-netzguillotine-ein/" target="_blank">nachzulesen in der taz</a>:</p>
<blockquote><p>Als Begründung sagte sie: &#8220;Ich halte es für falsch und nicht machbar, im Internet unliebsame Inhalte durch Sperren oder das Kappen von Verbindungen zu unterdrücken.&#8221;</p></blockquote>
<p>Mehr schreibt die taz nicht. Fairerweise muß man die Politikerin in anderem Zusammenhang zu Wort kommen lassen. Auf <a href="http://www.abgeordnetenwatch.de/dr_martina_krogmann-650-5576-0.html#q" target="_blank">abgeordnetenwatch.de</a> stellt Frau Dr. Krogmann klar, daß ihre Aussage ausdrücklich das Zugangserschwerungsgesetz (früher &#8220;Zensurplattform&#8221;) ausklammere. Also, normalerweist ist es falsch und nicht machbar, aber bei vom BKA festgestellten oder vermutetem Kindesmissbrauch ist es doch machbar und richtig? Es ist sicher falsch, Unrecht mit Unrecht zu vergleichen, das macht die <a href="http://www.csu.de/partei/unsere_koepfe/baer/165310922.htm" target="_blank">CSU schon auf ihrem eigenen Webserver</a>, selbes Thema, Frau Dorothee Bär:</p>
<blockquote>
<h4>Gefährliche Entwicklung gestoppt</h4>
<p>Bär erklärt: &#8220;Damit ist eine gefährliche Entwicklung gestoppt worden.&#8221; Unter Berufung auf eine angebliche Internetzensur durch den Staat sollte das Internet nach den Vorstellungen der SPD-Linken zum rechtsfreien Raum werden. &#8220;Die SPD wäre dadurch Gefahr gelaufen, Straftaten im Internet Vorschub zu leisten, von der Vergewaltigung und Erniedrigung kleiner Kinder bis hin zu Urheberrechtsverletzungen in breitestem Ausmaß gegenüber Künstlern und Kreativen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Vergewaltigung von Kindern <em>bis hin zu </em> Urheberrechtsverletzungen in breitestem Ausmaß? Dummes Zeug reden ist eine Sache, aber es noch stolz auf dem eigenen Webserver verbreiten? Frau Bär ist also kein geeigneter Ansprechpartner, aber Frau Dr. Krogmann auch nicht, schließlich sagt sie noch:</p>
<blockquote><p>Sicher ist &#8211; und darüber dürften wir uns einig sein -, dass durch die Zugangserschwernis Zufallsnutzungen verhindert werden. Fraglich ist, wie viele das sind. Bei der Verhinderung von Zufallsnutzungen handelt es sich auf Grund der besonderen Struktur des § 184b StGB, zu der ich hier schon wiederholt Stellung genommen habe, um eine Verhinderung von Straftaten. Der Staat ist grundsätzlich gehalten, Straftaten mit allen rechtsstaatlichen Mitteln zu verhindern &#8211; das gilt hier wie auch bei anderen Straftatbeständen.</p></blockquote>
<p>Das würde bedeuten, sie glaubt wirklich, daß jemand, der aus Versehen auf eine Seite mit illegalen Inhalten gekommen ist, sich dadurch strafbar macht? Absurd anzunehmen, daß es sinnvoll wäre, solche Leute zu bestechen.</p>
<p class="finish">Gehirnwäsche geht schneller und ist risikolos.</p>
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		<title>Andere Länder, gleiche Sitten</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Jun 2009 08:00:17 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die Franzosen haben mehrfach versucht, das sogenannte Three-Strike-Out-Verfahren einzuführen. Copyrightverletzungen sollten beim dritten Mal durch Internetentzug geahndet werden, Büttel sollten hierbei die französischen Provider sein. Genaueres war hier bereits zu lesen. Das Gesetz scheiterte zunächst. Nicht an der Intelligenz und dem Sachverstand der französischem Parlamentarier, sondern eher an ihrer Urlaubsfreudigkeit. Nun aber wurde es ernst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-medium wp-image-1376" title="nicolas_sarkozy" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2009/06/nicolas_sarkozy-300x300.jpg" alt="nicolas_sarkozy" width="300" height="300" />Die Franzosen haben mehrfach versucht, das sogenannte Three-Strike-Out-Verfahren einzuführen. Copyrightverletzungen sollten beim dritten Mal durch Internetentzug geahndet werden, Büttel sollten hierbei die französischen Provider sein. Genaueres war <a href="http://www.svb.bayern.net/2009/04/05/3-2-1-keins/" target="_blank">hier</a> bereits zu lesen. Das Gesetz scheiterte zunächst. Nicht an der Intelligenz und dem Sachverstand der französischem Parlamentarier, sondern eher an ihrer Urlaubsfreudigkeit. Nun aber wurde es ernst &#8211; und das Gesetz scheitert erneut, wie es aussieht.<span id="more-1374"></span></p>
<p>Bei <a href="http://www.stern.de/computer-technik/internet/:Frankreich-Verfassungsrat-Internetsperre/703346.html" target="_blank">stern.online kann man lesen</a>:</p>
<blockquote>
<h3>Verfassungsrat kippt Internetsperre</h3>
<p>Der Verfassungsrat Frankreichs hat die im Mai verabschiedete Regelung zur Sperrung der Internetzugänge von Raubkopierern kassiert. Das umstrittene Gesetz sei aus mehreren Gründen nicht verfassungskonform.</p></blockquote>
<p>Noch deutlicher steht es in der <a href="http://www.netzeitung.de/internet/internet/1377619.html" target="_blank">Netzeitung</a>, Hervorhebung von mir:</p>
<blockquote><p>Das im Mai von Nationalversammlung und Senat beschlossene Gesetz sieht die Einführung einer neuen Behörde («Hadopi» für Haute Autorité pour la Diffusion des Oeuvres et la Protection des Droits sur Internet) zur Verfolgung von Raubkopierern vor. Wer erwischt wird, bekommt zuerst eine Ermahnung per E-Mail und beim zweiten Mal eine Ermahnung per Einschreiben. Wer dann weiter illegal Musik oder Filme herunterlädt, verliert den Zugang zum Internet für zwei Monate bis zu einem Jahr. Eine Ausnahme ist nur dann möglich, <strong><em>wenn der Computernutzer seine Unschuld nachweisen kann</em></strong>.</p>
<p>Die oppositionellen Sozialisten sowie Verbraucherschützer und das EU-Parlament hatten in dem Gesetz eine Einschränkung der Bürgerrechte gesehen, die Sozialisten wandten sich schließlich an das Verfassungsgericht. Die Musikindustrie dagegen begrüßte das Gesetz als wirksamen Schutz der Urheberrechte. Nun muss es gründlich überarbeitet werden.</p></blockquote>
<p>&#8220;Überarbeiten&#8221; heißt vermutlich &#8220;geräuschlos Entsorgen&#8221;, auch wenn die Kulturministerin Christine Albanel jetzt unter Druck ist und ihr Team laut argumentiert, man ziehe das jetzt trotzdem durch. </p>
<p>Beruhigt mich das, daß es in anderen Ländern nicht anders zugeht als bei uns? Die Franzosen hätten sich eine Menge Ärger gespart, wenn sie nur mein Blog gelesen hätten. (<a href="http://www.svb.bayern.net/2009/04/05/3-2-1-keins/" target="_blank">3-2-1-keins, April 2009</a> oder <a href="http://www.svb.bayern.net/2008/11/05/ablenkungsmanover/" target="_blank">Ablenkungsmanöver, November 2008</a>). Einige der Gründe, die der Verfassungsrat anführt, standen bereits in dem Novemberartikel.</p>
<p class="finish">Oops, das war überheblich. Tschulliung.</p>
<p><em>Bildquelle: Bild von א (Aleph),  <a class="external free" title="http://commons.wikimedia.org" rel="nofollow" href="http://commons.wikimedia.org/">http://commons.wikimedia.org</a></em></p>
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		<title>Alter Schwede</title>
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		<pubDate>Sun, 03 May 2009 12:31:26 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Einer meiner Lieblingsfilme ist &#8220;conspiracy theory&#8221; mit Mel Gibson und Julia Roberts. Auf Deutsch hieß er &#8220;Fletchers Visionen&#8221; &#8211; ein schwacher Titel, denn es ging ja nicht um Visionen. Es ging um Ver­schwörung. Wer überall Ver­schwö­rung wittert, ist weniger visionär, sondern eher paranoid (παρὰ &#8220;neben&#8221;, νοῦς &#8220;der Verstand&#8221;, macht zu­sam­men παράνοια).
Paranoia ist nicht unpraktisch, wenn man spannende Dinge [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-1116" title="conspiracytheory" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2009/05/conspiracytheory.gif" alt="conspiracytheory" width="288" height="308" />Einer meiner Lieblingsfilme ist &#8220;conspiracy theory&#8221; mit Mel Gibson und Julia Roberts. Auf Deutsch hieß er &#8220;Fletchers Visionen&#8221; &#8211; ein schwacher Titel, denn es ging ja nicht um Visionen. Es ging um Ver­schwörung. Wer überall Ver­schwö­rung wittert, ist weniger <em>visionär</em>, sondern eher <em>paranoid</em> (παρὰ &#8220;neben&#8221;, νοῦς &#8220;der Verstand&#8221;, macht zu­sam­men παράνοια).</p>
<p>Paranoia ist nicht unpraktisch, wenn man spannende Dinge schreiben will. Nur der Para­noi­ker hat die Gabe, wirk­lich eins und eins zu­sam­men­zu­zäh­len, wie man so schön sagt, denn er sieht alles von allen Seiten zu­gleich, nichts ent­geht ihm. &#8220;A Beautiful Mind&#8221; mit Russell Crowe, die Ver­filmung des Lebens des genialen Wissen­schaft­lers John Nash, zeigt die häß­liche Seite der Paranoia: Die Ver­schwörung findet nur in seinem Kopf statt. Aber ver­mut­lich haben <em>sie</em> diesen Film nur ge­macht, um Ver­wir­rung zu stiften. Wer <em>ihnen</em> auf die Schliche kommt, wird als geistes­krank hin­gestellt.</p>
<p>Wer <em>sie</em> wohl sein mögen? <span id="more-1105"></span>Ich hätte da schon eine Ver­mu­tung: Es ist die <em>Musik­indu­strie</em>. <a href="http://www.svb.bayern.net/2009/04/05/3-2-1-keins/" target="_blank">Frank­reich haben sie be­reits </a>erobert. Hier in Deutsch­land wird eine höchst zweifel­hafte Sperr­platt­form dis­ku­tiert, die sogar Ge­setz werden soll. Auf dem Rücken ge­quäl­ter Kinder wird et­was ein­ge­führt, das sich die Musik­indu­strie schon lange ge­wünscht hat. Zufall? In Schweden werden die Spontis von &#8220;Pirate Bay&#8221; zu drasti­schen Strafen ver­ur­teilt. Das Gericht war dabei nicht ganz un­be­fan­gen, wie sich danach heraus­stellte. Nachzulesen zum Beispiel <a href="http://futurezone.orf.at/stories/1602634/" target="_blank">beim ORF</a>:</p>
<blockquote><p>Rickard Falkvinge, Chef der schwedischen Piratenpartei, wirft der Copyright-Lobby im Gespräch mit The Local vor, &#8220;die Korruption nach Schweden gebracht zu haben&#8221;.</p></blockquote>
<p>Harte Worte. Was sagt Europa dazu? Laut <a href="http://ec.europa.eu/internal_market/copyright/term-protection/term-protection_de.htm" target="_blank">eigenen Angaben</a>:</p>
<blockquote><p>Die Kommission unterbreitete einen Vorschlag, wonach die Schutzdauer des Urheberrechts der ausübenden Künstler und Herstellern von Tonträgern auf 95 Jahre verlängert wird. Ziel des Vorschlags ist es, den Schutz der Künstler mehr in Einklang mit dem Urheberschutz der Autoren zu bringen.</p></blockquote>
<p>Weiter unten sieht man:</p>
<blockquote><p>Schließlich werden die Plattenfirmen einen Fonds einrichten müssen, in den sie 20% ihrer Einnahmen zahlen, die während des erweiterten Zeitraums anfallen. Dieser Fond wird an die Studiomusiker verteilt, deren Aufnahmen in der verlängerten Schutzdauer verkauft werden.</p></blockquote>
<p>Das soll den Künstlern helfen? Das hilft doch nur der Musik­indu­strie. Sollen hier wirk­lich Autoren und inter­pre­tie­ren­de Musiker gleich­ge­stellt werden? Das sind doch nicht die Ent­sprechungen, da müsste man Schau­spieler und Kompo­nisten eben­falls gleich­stellen. Das will keiner. In Wahr­heit hat die Musik­indu­strie auf ein­mal die Chance, aus tra­di­ti­o­nell kurz­lebiger Pop-Musik noch zig Jahre lang Profite ziehen zu können. Die meisten Künstler wären schon froh, würden sie ein­fach an­stän­dig bezahlt. Ein Musiker freut sich über eine an­ge­messene Gage für eine Mugge (&#8220;Musiker­ge­legen­heits­job&#8221;, das früher in Mu­si­ker­krei­sen sehr ge­bräuch­liche Wort hat sich heute merk­würdig ver­selb­stän­digt). 95 Jahre lang Aus­zahlun­gen aus einem Fond? So alt wird keiner. Aber der Wert ge­handel­ter Rechte steigt&#8230;</p>
<p>IPRED heißt die EU-Richtlinie, die derzeit in Schweden für Ärger sorgt. Kurz­fas­sung: Ur­heber­rechts­ver­letzungen sollen ein­facher ge­ahn­det wer­den. Pro­vider wer­den ge­setz­lich ver­pflich­tet, etwas zu tun, das ihnen gerade noch aus Da­ten­schutz­grün­den ver­bo­ten war: Das Über­mitteln per­sonen­be­zo­ge­ner Daten an Dritte. Daten, auf die die Musik­indu­strie somit direkt Zu­griff be­kom­men soll, um ihre &#8220;<a href="http://www.svb.bayern.net/2008/06/11/sind-wir-nicht-alle-ein-bischen-kriminell/" target="_blank">Räuber</a>&#8221; und &#8220;<a href="http://www.svb.bayern.net/2008/09/18/piraten-ohne-schiff/" target="_blank">Piraten</a>&#8221; zu fangen. Bei uns be­darf es des Um­wegs über Europa nicht. Manche Staats­anwälte weigern sich zwar noch, sich zum Büttel der Musik­indu­strie machen zu lassen. Manche Gerichte sehen es eben­falls so, dass nicht alle Rechte zurück­treten müssen vor den Rechten der Musik­indu­strie. Verfolgt wird bei uns immer noch nur <em>gewerbliche</em> Ur­heber­rechts­ver­letzung. Was wie­de­rum einige Gerichte (z.B. das OLG Köln) nicht daran hindert, bereits bei einer Hand­voll MP3-Dateien von ge­werb­li­chem Um­fang aus­zu­gehen. Die Richtung ist klar. Angela Merkel hat sich bereits vor den Karren spannen lassen, mit ihrem be­rüchtig­ten &#8220;Offenen Brief&#8221; letztes Jahr. Auf Dauer werden wohl auch bei uns nur Maß­nahmen zur Durch­setzung eines nur selten hinter­fragten Rechts­an­spruchs dis­kutiert, an­statt ein­fach die Si­tu­ation von Künstlern zu ver­bessern. Ich wieder­hole mich: Dank Inter­net haben die Künstler heute die Chance, ihre Kunst wieder direkt zu ver­markten, ohne von einer kompletten <em>Indu­strie</em> ab­hän­gig zu sein. Was sprach eigentlich gegen das System der Mäzene und der staat­lichen För­de­rung? Das hat sich ein paar tau­send Jahre bewährt&#8230;</p>
<p>Ich hoffe, ich werde nicht mißverstanden: Ich werde den Teufel tun, den Künstlern ihre <em>Rechte</em> ab­zu­strei­ten. Ich streite nicht einmal der Musik­indu­strie ihre Rechte ab. Ich bin ledig­lich be­sorgt und ver­ärgert über die Me­tho­den der Indu­strie und das völlige Igno­rieren des Grund­satzes der Ver­hält­nis­mäßig­keit. Und ich mag Heu­ch­elei und Phari­säer­tum nicht: In zahl­reichen Kampa­gnen wird vor­ge­rech­net, wieviel Geld die kopie­ren­den Jugend­lichen der Musik­indu­strie vor­ent­halten und es wird so getan, als käme das Geld ge­wöhn­lich den Künstlern zugute. Keiner erwähnt, wie wenig die Künstler letzt­lich von der Musik­indu­strie be­kom­men und nie­mand macht sich die Mühe aus­zu­rech­nen, wie aus Taschen­geld jemals ein Milli­arden­markt werden soll.</p>
<p>Zurück zum Thema: Die schwedischen Provider jedenfalls lassen sich nicht ein­span­nen gegen ihre Kunden. Von denen ja, und darum geht es, die über­wie­gen­de An­zahl brav alles be­zahlt, was sie nutzt. In einer <a href="http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=090430003" target="_blank">aktuellen Presse­mit­teilung</a> wird von ihrer Gegen­wehr berichtet:</p>
<blockquote>
<h3>Schwedische Provider löschen IP-Daten von Kunden</h3>
<h4>ISPs widersetzen sich Auskunftspflicht gegenüber der Medienindustrie</h4>
<p><em>Stockholm (pte/30.04.2009/06:10)</em> &#8211; Der schwedische Internetprovider Tele2 hat angekündigt, Daten, die eine Identifikation des Kunden anhand seiner IP-Adresse ermöglichen, nicht mehr zu speichern. Diese Nicht-Speicherung bzw. Löschung der Informationen, welche IP-Adresse zu einem gewissen Zeitpunkt einem Nutzer zugeordnet war, geschehe zum Schutz der Privatsphäre der Kunden, begründet Tele2. Der Internet Service Provider (ISP) schließt sich damit den Webzugangsanbietern &#8220;All Tele&#8221; und &#8220;Bahnhof&#8221; an, die bereits zuvor den Verzicht auf die Speicherung angekündigt hatten.</p></blockquote>
<p>Und die Musikindustrie schäumt über den unerwarteten Widerstand. Ihr Anwalt bringt es auf den Punkt, weiter unten in derselben Mitteilung:</p>
<blockquote><p>Wenig erfreut von der Ankündigung der Provider sind Vertreter der Medienindustrie. Peter Danowsky, Anwalt des Branchenverbandes IFPI, zeigt sich verärgert und macht keinen Hehl daraus, dass er härtere Gesetze fordert. &#8220;Jeder im Parlament hat unter der Annahme gehandelt, dass die ISPs sich gegenüber dem Gesetzgeber loyal verhalten und nicht von Rechtsbrüchen profitieren wollen&#8221;, moniert Danowsky. Sollten auch andere Provider dem Vorbild folgen, werde man für entsprechend schärfere Gesetze sorgen, poltert der IFPI-Anwalt.</p></blockquote>
<p>Der Anwalt weiß jetzt schon, daß <em>man</em> für schärfere Gesetze sorgen werde? Da ist sie wieder,</p>
<p class="finish">meine Paranoia.</p>
<p><em>Bildquelle: </em><a href="http://www.dreamagic.com/vivianrose/08-11-97.html" target="_blank"><em>dreammagic.com</em></a></p>
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		<title>Schwarzer Freitag</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Apr 2009 19:28:52 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Schon seit ewigen Zeiten nennt man Tage, an denen schlimme Dinge passieren, Schwarze Tage. Dies ater. Der schwärzeste Tag für die Römer ist rund 2400 Jahre her. Um was es genau ging, kann man hier nach&#173;lesen.
Für viele Menschen war der vergangene Freitag so ein schwarzer Tag.
Fünf scheinheilige Firmen lassen sich vor den Propa&#173;ganda&#173;karren der CDU [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-995" title="titus_livius" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2009/04/titus_livius-247x300.jpg" alt="titus_livius" width="247" height="300" />Schon seit ewigen Zeiten nennt man Tage, an denen schlimme Dinge passieren, <em>Schwarze Tage</em>. Dies ater. Der schwärzeste Tag für die Römer ist rund 2400 Jahre her. Um was es genau ging, kann man <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_an_der_Allia" target="_blank">hier</a> nach&shy;lesen.</p>
<p>Für viele Menschen war der vergangene Freitag so ein schwarzer Tag.</p>
<p>Fünf scheinheilige Firmen lassen sich vor den Propa&shy;ganda&shy;karren der CDU spannen. Opfer&shy;vereine (<a href="http://www.zeit.de/online/2009/17/netzsperren-missbrauch" target="_blank">MOGIS</a>) de&shy;mon&shy;strieren, seriöse Zei&shy;tun&shy;gen schrei&shy;ben über die Zweck&shy;losig&shy;keit des Ver&shy;fahrens. Und gefühlt aus&shy;reichend Leute mit Ahnung haben nun kluge oder wütende, er&shy;klärende oder ent&shy;setzte, be&shy;frem&shy;dete oder herab&shy;lassen&shy;de Ar&shy;ti&shy;kel ge&shy;schrie&shy;ben. Ge&shy;nutzt hat das alles nichts. In Berlin &#8220;wird das jetzt durch&shy;ge&shy;zogen&#8221;. Und doch gibt es immer noch Medien, die einfach die Presse&shy;mit&shy;teilun&shy;gen der Re&shy;gierung ver&shy;öf&shy;fent&shy;lichen: Fünf Inter&shy;net&shy;pro&shy;vider gegen Kinder&shy;porno&shy;graphie. Sehr in&shy;ve&shy;sti&shy;gativ, danke.</p>
<p><span id="more-994"></span>Dazu passend ein <a href="http://www.faz.net/s/Rub77CAECAE94D7431F9EACD163751D4CFD/Doc~E3D2A954378F04DDCB544D817864C6678~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Artikel in der FAZ</a>. Zunächst das Misstrauen: Wie, einen Tag vor diesem schänd&shy;lichen Hinter&shy;hof&shy;ver&shy;trag wird ein an&shy;geb&shy;li&shy;cher Kinder&shy;porno&shy;ring aus&shy;ge&shy;hoben? Aber wer den Artikel auf&shy;merk&shy;sam liest, merkt, dass dort ge&shy;schil&shy;dert wird, dass solche Fahn&shy;dungs&shy;er&shy;folge in Zu&shy;kunft Ge&shy;schichte sind. Muss doch das BKA, wenn es von ver&shy;bo&shy;te&shy;nen In&shy;hal&shy;ten Kennt&shy;nis er&shy;hält, diese auto&shy;matisch sperren lassen. Oder will in Zu&shy;kunft das BKA ent&shy;scheiden, welche ver&shy;botenen Seiten doch noch feil&shy;ge&shy;boten werden dürfen? Und immer wieder hört man, daß in der über&shy;wiegen&shy;den Anzahl aller Fälle ein einfacher Hin&shy;weis an den Pro&shy;vider des Servers ge&shy;nügt und die Seiten ver&shy;schwin&shy;den aus dem Netz&#8230;</p>
<p>Im Rahmen eines <a href="http://www.sueddeutsche.de/computer/810/465401/text/" target="_blank">lesenswerten</a> Inter&shy;views in der Süd&shy;deutschen steht zu lesen:</p>
<blockquote><p>Dieter Gorny vom Bundesverband Musikindustrie spricht von einem &#8220;richtigen Signal&#8221; und einer &#8220;gesellschaftlich gewünschten Regulierung im Internet&#8221;.</p></blockquote>
<p>Natürlich. Daß die Musik&shy;industrie solche Sperr&shy;möglich&shy;keiten span&shy;nend findet, das über&shy;rascht keinen. Und je lauter Poli&shy;ti&shy;ker ab&shy;streiten, daß sie auch in diese Rich&shy;tung den&shy;ken, desto miss&shy;trau&shy;i&shy;scher werde ich.</p>
<p>Dabei ist die Musikindustrie heute ohnehin beschwingt. Be&shy;hauptet sie doch frech, Raub&shy;kopierer seien Ver&shy;brecher. Raub&shy;kopierer sind nicht einmal Räuber, geschweige denn Ver&shy;brecher (warum? steht <a href="http://www.czyslansky.net/?p=1052" target="_blank">hier</a>). Bis heute. Aber nun wurden in Schweden vier Leute ver&shy;ur&shy;teilt, weil sie eine Tausch&shy;platt&shy;form be&shy;trie&shy;ben. Oder besser ein Werk&shy;zeug zur Ver&shy;fü&shy;gung stellten, das für Ur&shy;heber&shy;rechts&shy;ver&shy;letzun&shy;gen verwendet werden konnte &#8211; und wurde. Von anderen &#8220;Werk&shy;zeug&shy;her&shy;stellern&#8221; unter&shy;schei&shy;det die Schweden ledig&shy;lich ihr poli&shy;ti&shy;scher An&shy;spruch und ihre Eigen&shy;be&shy;zeich&shy;nung: &#8220;Piraten&#8221;&#8230; <a href="http://www.czyslansky.net/?p=1073" target="_blank">Hier</a> steht mehr dazu. Ein Jahr Gefängnis? Für alle vier? Wo bleibt denn da die Ver&shy;hält&shy;nis&shy;mäßig&shy;keit? Ich habe noch nichts ge&shy;sehen, was mehr recht&shy;fertigt als eine juristisch viel&shy;leicht frag&shy;würdige &#8220;Bei&shy;hilfe zur Ur&shy;heber&shy;rechts&shy;ver&shy;letzung&#8221;&#8230; (<em><strong>Nachtrag:</strong> Das gibt es im schwe&shy;dischen Recht tat&shy;säch&shy;lich, wie ich der Wochen&shy;end&shy;süd&shy;deutschen ent&shy;nehmen konnte. Man lernt nie aus</em>).</p>
<p>Echte Piraten hingegen sind Verbrecher. Aber wir haben große Schwierig&shy;keiten, wie geht man mit echten Piraten um? So wird nun die Bundes&shy;repub&shy;lik von einem mut&shy;maß&shy;lichen somali&shy;schen Piraten ver&shy;klagt, weil er an Kenia aus&shy;ge&shy;liefert wurde. In Deutsch&shy;land wollten wir ihm nicht den Prozeß machen, damit er hier nicht Asyl be&shy;an&shy;tragt. Genau&shy;eres steht in der <a href="http://www.netzeitung.de/politik/deutschland/1328297.html" target="_blank">Netzeitung</a>:</p>
<blockquote>
<div class="zwischentitel">Streit über Umgang mit Piraten</div>
<p><span class="fliesstext">Deutsche Ministerien streiten schon seit längerem über den juristischen Umgang mit Piraten. Zuletzt ging es um die ebenfalls von der Fregatte «Rheinland-Pfalz» festgesetzten sieben Seeräuber, die versucht hatten, den deutschen Tanker «Spessart» zu kapern. Sie wurden ebenfalls an Kenia ausgeliefert. Anfangs hatte das Bundesverteidigungsministerium für einen Prozess in Deutschland votiert. Allerdings fürchtete das Innenministerium, dass die Männer Asyl beantragen könnten, und setzten sich für eine Übergabe an Kenia ein.</span></p></blockquote>
<p>Ohne Worte. Wenn nun die vier Schweden Asyl bei uns be&shy;an&shy;tragen, be&shy;kom&shy;men sie es dann? Ver&shy;mut&shy;lich nicht, auch wenn Bei&shy;hilfe zur Ur&shy;heber&shy;rechts&shy;ver&shy;letzung bei uns nicht ver&shy;folgt wird, und ich muss auf&shy;hören zu schreiben. Sonst leidet</p>
<p class="finish">die notwendige journalistische Distanz.</p>
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		<title>3-2-1-keins!</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Apr 2009 19:49:56 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Wir sind nicht das einzige Land, in dem die Regierung lustige Maßnahmen rund um das Internet diskutiert. Die Franzosen drehen nun jedem Internetnutzer den Zugang ab, wenn nach zweimaliger schriftlicher Aufforderung weiter &#8220;raubkopiert&#8221; wird. Diskutiert wird höchstens noch darum, wer für den Zugang bezahlt &#8211; der Provider? Die Leistung wird ja verweigert, wofür sollte der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_170" class="wp-caption alignright" style="width: 217px"><img class="size-full wp-image-170" title="raubkopierer" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/06/raubkopierer.gif" alt="Raubkopierer sind Verbrecher" width="207" height="109" /><p class="wp-caption-text">Raubkopierer sind Verbrecher</p></div>
<p>Wir sind nicht das einzige Land, in dem die Regierung lustige Maßnahmen rund um das Internet diskutiert. Die Franzosen drehen nun jedem Internetnutzer den Zugang ab, wenn nach zweimaliger schriftlicher Aufforderung weiter &#8220;raubkopiert&#8221; wird. Diskutiert wird höchstens noch darum, wer für den Zugang bezahlt &#8211; der Provider? Die Leistung wird ja verweigert, wofür sollte der Kunde bezahlen? Bei Führerscheinentzug müssen allfällige Raten für das Auto ja auch weiterbezahlt werden. Oder der Anschlußeigner? Dann müßte man ihm auch verbieten, während der gesamten Sperrzeit zu kündigen. Das scheitert wohl daran, dass es in Frankreich auch eine Verfassung gibt. Oder es zahlt halt der Staat, sprich der französische Steuerzahler. Das wiederum ist dem Wähler schlecht zu vermitteln. Daran hatte man nicht gleich gedacht, als das Gesetz bereits im Oktober durch den Senat ging.</p>
<p>Das ist noch nicht alles. <span id="more-665"></span>Man hat genausowenig bedacht, daß die meisten Anschlüsse von mehreren Personen genutzt werden. Zum Beispiel von der Familie. Oder von Menschen, die im gleichen Haushalt leben. Somit bin ich doch gespannt, was passiert, wenn im Elyseepalast das Internet nicht mehr funktioniert, weil der Sohn des Hausmeisters&#8230; aber hier geht die Phantasie mit mir durch. Man kann einwenden, dass der Vater eines Delinquenten durchaus Mitstörer ist, wenn er seinen <em>filius</em> nicht entsprechend instruiert (&#8220;Drum höre, mein Sohn, nur verschlüsselte Datenübertragung, sonst leidet die ganze Familie darunter&#8221;). Aber gilt das auch für seine Frau? Aber die ist ja als Mutter des Kopienräubers bereits ebenfalls Mitstörerin. Daher ist die Sippenhaft durchaus angemessen.</p>
<p>Wird damit wenigstens Rechtssicherheit geschaffen? Zwei Verstöße gegen das Urheberrecht gelten also noch als Kavaliersdelikt, erst beim dritten Mal wird es ernst? Bleiben wir beim Delikt: Raubkopierer sind keine Verbrecher, auch wenn es <a href="http://www.hartabergerecht.de/index.php?id=83" target="_blank">anderslautende Kampagnen gibt</a>. Bei einem Verbrechen droht mindestens ein Jahr Haft, so ist es definiert (<a href="http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__12.html" target="_blank">§12 Abs 1 StGB</a>). Und zum Raub fehlen beim &#8221;Raubkopisten&#8221; &#8211; oder letztlich doch &#8220;Kopienräuber&#8221;? &#8211; auch die einschlägigen Merkmale (<a href="http://bundesrecht.juris.de/stgb/__249.html" target="_blank">§249 StGB</a>). Der ganze Begriff wurde listig in unsere Sprache eingebaut. Propagandistisch listig, nicht zufällig oder auch nur volkstümlich unpräzise. &#8220;Urheberrechtsverletzer&#8221; hört sich einfach nicht spannend genug an.</p>
<p>Räuber haben ein Recht auf ein faires Verfahren. Urheberrechtsverletzer auch? Das Procedere macht mich misstrauisch. Nach drei Verstößen wird einfach das Internet ausgestöpselt. Ist das dann Strafe oder Prävention? Wer stellt den Verstoß fest? Jedesmal ein Gericht? Das wäre beruhigend. Aber wenn ein Gericht einen Verstoß feststellt, dann kann man doch gleich &#8220;richtig&#8221; urteilen. Verstöße gegen das Urheberrecht sind doch beim ersten Verstoß bereits nicht erlaubt. Oder der Internetentzug ist die Strafe? Dann könnte man anstelle des Internet auch <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2008/0926/meinung/0051/index.html" target="_blank">den Führerschein entziehen</a> und umgekehrt den Internetentzug als gewöhnliche Strafe auch für andere Vergehen einführen.</p>
<p>Weitere Argumente wurden an dieser Stelle bereits <a href="http://www.svb.bayern.net/2008/11/05/ablenkungsmanover/" target="_blank">genannt, im November</a>. Aber heute sind wir bereits schlauer, denn wir ahnen, was auf uns zukommt: Irgendein Politiker wird sich von der Musikindustrie instrumentalisieren lassen und ein ähnliches Vorgehen für Deutschland empfehlen. Er wird vorrechnen, dass die Musikindustrie im letzten Jahr <em>nur</em> 1,57 Milliarden umgesetzt hat in Deutschland. Würde nicht raubkopiert, wäre dies doppelt so viel. Da ja nicht nur die Musikindustrie um Profit gebracht wird, sondern auch der Handel, kann man diese Zahl locker vervierfachen. Macht also rund sechs Milliarden, das sind frei nach Milchmädchen 1,2 Milliarden allein an Mehrwertsteuer. Jedem Deutschen, vom Kind bis zum Greis, werden also 150 Euro gestohlen. So oder so ähnlich wird argumentiert werden, und es wird heissen, die Provider verdienen daran noch mit. Irgendwer wird schüchtern unsere Verfassung erwähnen, aber dafür beißende Kritik anhören. Dann kommt, im Ausland, zum Beispiel in Frankreich, funktioniere diese Praxis auch ganz prima. Aber man kann ja mit einer Selbstverpflichtung der Provider anfangen.</p>
<p>Wieso werde ich das Gefühl nicht los, dass ich diesen Artikel</p>
<p class="finish">irgendwann wieder zitieren werde?</p>
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		<title>Bopaboo!</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2008/12/14/bopaboo/</link>
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		<pubDate>Sat, 13 Dec 2008 22:27:37 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Interessanter Ansatz: Was ist Ihnen lieber, jahrelang ins Gefängnis gehen oder ein bisschen Geld bekommen? Triviale Frage, klare Sache, wer so fragt, von dem nimmt man dann lieber doch kein Geld. Ein bißchen ist das in unserer Psyche begründet &#8211; je klarer der Fall zu sein scheint, desto misstrauischer wird man. Die Überlegung reduziert sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-273" style="float: left;" title="bopaboo" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/12/bopaboo.jpg" alt="" width="290" height="205" />Interessanter Ansatz: Was ist Ihnen lieber, jahrelang ins Gefängnis gehen oder ein bisschen Geld bekommen? Triviale Frage, klare Sache, wer so fragt, von dem nimmt man dann lieber doch kein Geld. Ein bißchen ist das in unserer Psyche begründet &#8211; je klarer der Fall zu sein scheint, desto misstrauischer wird man. Die Überlegung reduziert sich auf die Frage: wo ist der Haken?</p>
<p>Die Site www.bopaboo.com wirbt jedenfalls mit dem Slogan</p>
<p style="text-align: center;"><strong>stop illegally sharing and start legally selling!</strong></p>
<p style="text-align: left;"><span id="more-272"></span>Um was geht es? Hinter bopaboo.com verbirgt sich ein Portal, auf dem man &#8220;gebrauchte&#8221; MP3-Files kaufen und verkaufen kann. Nun, ich stelle mir gerade vor, wie man sich &#8220;Gebrauchsspuren&#8221; auf einem MP3-File vorstellen soll. Aber das ist nicht die einzige Überraschung, die einen erwartet. Abenteuerlich ist auch die Definition von &#8220;selling&#8221;. Man erwirbt nämlich kein Geld für seine Musikstücke, sondern nur virtuelles Geld, das man ausschließlich zum Erwerb von Musikstücken auf eben diesem Server verwenden kann.</p>
<p style="text-align: left;">Das alles klingt jedenfalls nach einer großen Herausforderung für den inneren Schweinehund. Denn eines ist klar, der Verkauf eines MP3-Files ist sicher nicht legal, wenn man eine Kopie verkauft und die andere behält. Das steht übrigens beim Verkauf über das Portal im &#8220;Kleingedruckten&#8221; &#8211; bopaboo.com fordert den Verkäufer auf, alle seine Kopien zu vernichten. Kontrolliert wird das nicht, wie auch.</p>
<p style="text-align: left;">Ist das schon der Beweis dafür, dass der Handel mit gebrauchten MP3-Files illegal ist, im Gegensatz zur Aussage des Portals? Ganz so einfach ist die Sache nicht. Wer eine Musik-CD hat, kann sie weiterverkaufen. Oder tauschen, meine CD gegen deine CD. Wäre das verboten, müßte eBay und Amazon einen großen Teil des über sie abgewickelten Handels sperren. Dagegen hat keiner was, und doch kann man ja eine CD noch schnell kopieren, bevor man sie weitergibt. </p>
<p style="text-align: left;">Wie dem auch sei, wir haben es mit der Musikindustrie zu tun, über die hier schon <a href="http://www.svb.bayern.net/?s=musikindustrie" target="_blank">ein paar mal berichtet</a> wurde. Man muss nicht weit hinter die Kulissen schauen, schon sieht man, wie argumentiert wird. Der Käufer eines Musikstücks im Digitalformat hat nur das Recht erworben, die Musik anzuhören, sie privat vorzuführen und für den Privatgebrauch Kopien anzufertigen. Nicht erworben hat das Recht, die Musik zu vervielfältigen, um sie weiterzuverkaufen. Um diese Einschränkungen auch durchzusetzen, gibt es &#8220;DRM&#8221; &#8211; das <em>digital rights management</em>. DRM-geschützte MP3-Files dürfen aber nicht über das Portal verkauft werden. Das verbietet das Portal selbst in seinen AGB, wohl auf Anraten der Hausjuristen dort.</p>
<p style="text-align: left;">Da aber nun heute alle MP3-Files, die man kaufen kann, DRM-geschützt sind, dürfte man unternehmenskonform nur noch drei Sorten Dateien finden auf dem Server: Selbst produzierte Musik, selbst kopierte Musik, und zwar von CD o.ä. oder aber Musik mit deaktiviertem Kopierschutz. Gehen wir davon aus, dass das Angbot an selbst produzierter Musik auf dem Server überschaubar sein dürfte. Wir erinnern uns: man kann erzielte Einkünfte nur auf dem Server wieder ausgeben, nicht jedoch in Geld umwandeln. Bleiben also Kopien, die verkauft werden. Eine Kopie einer CD zu verkaufen und dann die CD (das Original also!) zu vernichten wäre dumm, bekommt man doch für die gebrauchte CD bei Amazone mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr.</p>
<p style="text-align: left;">Bleiben also nur MP3-Files mit deaktiviertem DRM. Ist Deaktivieren illegal? Hier scheiden sich die Geister. Ich meine, das kommt darauf an (auch wenn ich kein Jurist bin). Wenn ich eine Datei erwerbe, so kann ich auf technischer Ebene damit machen, was ich will. Ich darf die Daten verändern, zum Beispiel darf ich sie in ein Zip-Archiv stecken. Oder sie auf ein Backup-Band schreiben. Oder aus einem .wav ein .mp3 machen. Oder aus einem .m4a.</p>
<p style="text-align: left;">Obwohl: Darf ich das wirklich? m4a ist eines der iTunes-Formate. Wer wird mir wirksam verbieten, daraus ein freies MP3 zu machen? Ich habe das Recht erworben, die Datei zu hören, vielleicht habe ich ja auch noch irgendwo einen alten MP3-Player rumliegen, der sich nicht mit dem DRM von iTunes auskennt&#8230; Audio-CDs darf ich ja schliesslich auch brennen davon. Aber nicht weiterverkaufen, dazu bedarf es keines gesonderten juristischen Scharfsinns. Vielleicht sollte ich mir mal die <a href="http://www.apple.com/legal/itunes/de/sales.html" target="_blank">iTunes-Store-Verkaufsbedingungen</a> durchlesen&#8230; da steht nichts zu dem Thema drin, außer, daß auch die <a href="http://www.apple.com/legal/itunes/de/service.html" target="_blank">iTunes-Store-Dienstleistungsbedingungen</a> gelten. Und daß ich die auch anerkennen muß. Da stehen dann aber völlig unverständliche Dinge. Und wir wissen ja, je unverständlicher, desto unwirksamer. Aber da steht dann auch:</p>
<blockquote><p>Es ist Ihnen gestattet, Produkte von mindesten einem autorisierten iTunes-Gerät auf Geräte mit manuellem Synchronisierungsmodus manuell zu synchronisieren, soweit das betreffende Produkt auf dem ursprünglich autorisierten iTunes-Gerät mit einem Konto assoziiert ist; in diesem Zusammenhang ist das ursprünglich autorisierte iTunes-Gerät dasjenige Gerät, das zuerst mit diesem Gerät synchronisiert wurde, oder dasjenige Gerät, das Sie danach als das Gerät ausgewählt haben, mit dem die iTunes-Applikationen primär genutzt werden.</p></blockquote>
<p>Ok. Wozu das lange Reden? Ich darf Musik, die ich gekauft habe, anhören, mit was ich will. Und weiterverkaufen? Das geht doch mit gesundem Menschenverstand, und der sagt zum Weiterverkauf von MP3-Files und der Behauptung, das sei alles nicht illegal:</p>
<p class="finish">Nice try</p>
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		<title>Ablenkungsmanöver</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Nov 2008 16:09:40 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Technik]]></category>
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		<description><![CDATA[Vermutlich ist die gesamte globale Finanzkrise ein reines Ab­lenkungs­manöver sini­strer Kreise, die sich zum Ziel gesetzt haben, das Internet unter ihre Kontrolle zu be­kommen. Über die Kandi­daten und ihre Ziele kann man nur spekulieren&#8230; Deutsche Telekom? (Wieder­ein­führung der Post­hörn­chen­auf­kleber)! Micro­soft? (Welt­herr­schaft? Anti-Linux-Filter im ganzen Inter­net)! Frank­reich? (Was ist Inter­net? Wir haben doch Minitel!).
Wie es Australien [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-248" style="float: left;" title="dunkelmaenner" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/11/dunkelmaenner.jpg" alt="" width="230" height="165" />Vermutlich ist die gesamte globale Finanzkrise ein reines Ab­lenkungs­manöver sini­strer Kreise, die sich zum Ziel gesetzt haben, das Internet unter ihre Kontrolle zu be­kommen. Über die Kandi­daten und ihre Ziele kann man nur spekulieren&#8230; Deutsche Telekom? (Wieder­ein­führung der Post­hörn­chen­auf­kleber)! Micro­soft? (Welt­herr­schaft? Anti-Linux-Filter im ganzen Inter­net)! Frank­reich? (Was ist Inter­net? Wir haben doch Minitel!).</p>
<p><span id="more-247"></span>Wie es Australien geschafft hat, eben­falls zu dieser Geheim­loge zu stoßen, stand bei Redaktions­schluss noch nicht fest.</p>
<p>Worum es geht? Bei <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,587706,00.html" target="_blank">Spiegel online</a> stehen die er­staun­lich­sten Meldungen, und niemand bekommt es mit, weil alle wie gebannt die Finanz­märkte beobachten. Aber hier ist die Zusammen­fassung:</p>
<blockquote>
<h3>Sarkozy will Datensaugern die Internetverbindung kappen</h3>
<p>Surf-Entzug als Strafe: Nach zwei Warnungen soll Daten­saugern in Frank­reich künftig der Inter­net­zu­gang für ein Jahr gesperrt werden. (&#8230;) </p>
<p>Die Vorlage zu dem Internet-Raus­schmiss-Gesetz lieferte Nicolas Sarkozy höchst­per­sön­lich: Im November des ver­gan­genen Jahres hatten sich 40 Inter­essen­ver­treter der Film- und Musik­indu­strie an den Prä­si­denten gewandt und baten ihn, notorischen Daten­saugern den Inter­net­zugang zu kappen.</p></blockquote>
<p>Haben sie es also ge­schafft. Die Musik­industrie ist schlauer geworden. Solange sie sich an die Provider gewandt haben, wurde ihnen mehr oder weniger geduldig erklärt, dass gekappte Inter­net­zugänge nichts bringen. Politiker haben viel­leicht weniger Ahnung vom Inter­net. Speziell in Frank­reich, das ja bekanntlich noch heute darunter leidet, dass deren BTX (&#8220;Minitel&#8221;) funktioniert hat &#8211; im Gegensatz zu unserem &#8211; und daher lange kein Bedarf für Inter­net da war. Und Herr Sarkozy stolpert in deren Falle. Er über­sieht nämlich etwas:</p>
<ol>
<li>Ein Inter­net­an­schluß gehört nicht not­wen­diger­weise je­man­dem be­stimmten. Es kann Mit­nutzer geben: Familien­mit­glieder, WLAN-Ein­dring­linge, Mit­be­wohner, Viren.</li>
<li>Ein Inter­net­an­schluß läßt sich an­onymi­sieren. Wirk­liche Krimi­nelle wissen das.</li>
<li>Musik­piraterie ist ein Delikt, das häufig von straf­un­mündigen Personen begangen wird. Wem wird dann der Zugang entzogen? Den Eltern, weil sie ihre <em>Bagage</em> nicht im Griff hatten?</li>
<li>Es gibt immer wieder falsche Ver­dächti­gun­gen. Sonst würden nicht immer wieder Netz­werk­equip­ment oder Drucker der Piraterie ver­dächtigt.</li>
<li>Ein Ab­klemmen vom Inter­net ist mehr als ein Surf­verbot. EMail gehört zur Basis­kom­mu­ni­ka­tion dazu, ganz zu schwei­gen davon, dass heute viele Men­schen ohne Inter­net auch kein Tele­phon mehr hätten.</li>
</ol>
<p>Beispiele für falsche Ver­dächti­gungen gibt es <a href="http://www.netzheimer.de/wp/2008/06/11/so-einfach-ist-es-nicht/" target="_blank">genug</a>. Auch sollte man über die Typisierung der Täter <a href="http://www.svb.bayern.net/2008/06/11/sind-wir-nicht-alle-ein-bischen-kriminell/" target="_blank">kurz nach­denken</a>. Aber das kümmert die <a href="http://www.svb.bayern.net/2008/09/18/piraten-ohne-schiff/" target="_blank">Musikindustrie</a> nicht.</p>
<p>Aber Musik­industrie und Soft­ware­indu­strie sind nicht die einzigen, die dem Inter­net an den Kragen wollen. Da waren ja auch noch die Chinesen. Diese haben, so scheint es, in­zwi­schen Australien infiltriert:</p>
<blockquote>
<h3>Australische Schrott-Sperre im Internet: Datentransfer könnte um 30 Prozent langsamer werden</h3>
<p>In Australien macht die Sorge vor einem Ende des schnellen Internets die Runde: Die Ge­schwin­dig­keit der Daten­über­tragung könnte um bis zu 30 Prozent ab­nehmen, rechnen Technik­ex­per­ten vor, wenn die Regierung auf einer Filterung von Web-Inhalten bestehen sollte.</p>
<p>Zuvor hatte Kom­muni­ka­tions­mini­ster Steven Conroy be­stä­tigt, dass die Regierung einen ver­pflichten­den Inter­net­filter ein­rich­ten werde und bereits Inter­net­pro­vider ge­beten habe, den Filter zu testen. Au­stra­lische Inter­net Service Pro­vider sollen von der Tele­kom­mu­ni­ka­tions-Re­gu­lierungs­be­hör­de ACMA in Black­lists vorgegebene illegale und nicht für Kinder ge­eignete In­halte ausfiltern &#8211; und die Au­stra­lier sollen keine Mög­lich­keit haben, den Filter zu um­gehen.</p></blockquote>
<p>Mal abgesehen davon, dass es kaum vor­stell­bar ist, eine Positiv­liste zu pflegen, und mal ab­ge­sehen davon, dass eine Negativ­liste nichts bringt, steht da tat­säch­lich: <em>Keine Möglich­keit</em>, den Filter zu um­gehen? Wenn so ein Filter technisch möglich wäre, wieso wer­den dann Leute, die solche Filter umgehen,</p>
<p class="finish">in China zu harten Strafen verurteilt?</p>
<p><em>Bildquelle: </em><a href="http://www.swissinfo.ch/ger/startseite/Kampf_gegen_Korruption_und_Kriminalitaet.html?siteSect=109&amp;sid=6143182&amp;cKey=1143620313000&amp;ty=st" target="_blank"><em>swissinfo.ch</em></a></p>
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		<title>Piraten ohne Schiff</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2008/09/18/piraten-ohne-schiff/</link>
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		<pubDate>Thu, 18 Sep 2008 11:52:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Bei einer Podiumsdiskussion während eines eco-Kongresses prallten die Meinungen aufeinander: Das überraschte nicht sonderlich, auf der einen Seite stand die Musikindustrie, auf der anderen die Internetprovider. Diese bringen bekanntlich das Internet zu den Menschen, das böse Internet, von der Musikindustrie als existentielle Bedrohung empfunden, und das nicht einmal so ganz zu Unrecht. Das Wort &#8220;Musikindustrie&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-medium wp-image-224" title="playmobilpirat" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/09/playmobilpirat-300x300.jpg" alt="Pirat (Playmobil)" width="300" height="300" />Bei einer <a href="http://www.eco.de/verband/202_5420.htm" target="_blank">Podiumsdiskussion während eines eco-Kongresses</a> prallten die Meinungen aufeinander: Das überraschte nicht sonderlich, auf der einen Seite stand die Musikindustrie, auf der anderen die Internetprovider. Diese bringen bekanntlich das Internet zu den Menschen, das böse Internet, von der Musikindustrie als existentielle Bedrohung empfunden, und das nicht einmal so ganz zu Unrecht. Das Wort &#8220;Musikindustrie&#8221; ist übrigens ziemlich scheußlich, &#8220;Musik&#8221; und &#8220;Industrie&#8221; gehört zusammen wie &#8220;Literatur&#8221; und &#8220;Fabrik&#8221;. Aber das <a href="http://www.google.com/search?client=safari&amp;rls=de-de&amp;q=literaturfabrik&amp;ie=UTF-8&amp;oe=UTF-8" target="_blank">gibt es ja auch</a>&#8230;</p>
<p>Nun, es handelt sich um eine Industrie, halten wir das fest, um Künstler geht es hier erst in zweiter Linie. <span id="more-223"></span>Diese Industrie ist noch nicht sonderlich alt, entstanden erst nach der Erfindung der Schallplatte. Kaum ein Künstler wäre in der Lage gewesen, die vergleichsweise teure Fabrikation von Schallplatten zu finanzieren. Mit der industriellen Vervielfältigung wurde die &#8220;große&#8221; Musik für mehr Menschen denn je erschwinglich. Eine Caruso-Platte war billiger als ein Billet für ein Caruso-Konzert, man konnte sie mehrfach hören, und man konnte sie weitergeben. Das gilt auch heute noch, wenn man anstatt Caruso inzwischen etwa Roger Cicero, oder, wenn es sein muss, &#8220;Tokyo Hotel&#8221; nimmt. Damit verschwand einiges an Vielfalt, hauptsächlich wurden viele Livemusiker brotlos.</p>
<h3><span style="font-weight: normal;">K</span>opierschutz im 18. Jahrhundert</h3>
<p>Mit der Vervielfältigung der eingespielten Musik kamen auch weitere Probleme: Kein Musiker konnte mehr kontrollieren, wo er zu hören war. Vorher hatte dies allenfalls die Komponisten betroffen &#8211; man erinnert sich an das Miserere des Komponisten Allegri. Es durfte nur in der Sixtinischen Kapelle aufgeführt werden und daher war es bei Strafe verboten, die Partitur abzuschreiben. Wirkungsvoll, bis der junge Mozart vorbeikam, der sich das Stück zuerst anhörte und die Partitur erst danach komplett aus dem Kopf abschrieb. Mit vierzehn, um das nicht unerwähnt zu lassen, wenn man der Hagiographie denn trauen darf.</p>
<p>Mit den Phonographen waren neben den Komponisten nun auch die ausführenden Musiker, die Interpretationskünstler, mit der Befürchtung konfrontiert, weniger Konzertbesucher zu haben, da sich das Publikum in Schallplattenläden selbst versorgen konnte. All diese Probleme traten nicht ein, im Gegenteil, durch die Vermarktung und Verwertung von Musikrechten verdienten Künstler auf einmal richtig Geld. Welcher Musiker vor dem 20. Jahrhundert ist denn durch seine Kunst richtig reich geworden? Wobei nicht verschwiegen werden sollte, dass man nun sogar noch reicher werden konnte, trotz fehlender Solistenfähigkeiten: als Musikmanager, Produzent oder Rechteverwerter.</p>
<h3>Der Anfang vom Ende</h3>
<p>Und dann der Erdrutsch: Die Erfindung des Kassettenrecorders. Das Tonbandgerät hatte schon Misstrauen erregt, aber mit dem Kassettenrecorder wurde diese Technik wirklich erschwinglich. Nun konnten Platten von jedermann überspielt werden, vervielfältigt, ohne dass die Musikindustrie dafür Geld bekam. Den Musikern war das zunächst nicht so unrecht, denn ein Musiker profitiert von der Verbreitung seiner Musik und der damit wachsenden Bekanntheit. Sei es durch besseren Besuch und höhere Dotierung seiner Live-Auftritte, sei es dadurch, dass ein echter Fan sich irgendwann natürlich doch die Platten kauft, wenn auch vielleicht mit zehn Jahren Verspätung. Anders die Reaktion der Industrie, die es inzwischen zu exorbitanten Umsätzen gebracht hatte, aber nun ihre Felle davonschwimmen sah.</p>
<p>Wer konnte damals ahnen, wie es weiterging? Heute gibt es das Internet und es gibt das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/MP3" target="_blank">MP3-Format</a>. Niemals in der Geschichte der Menschheit war es so einfach, an bestimmte Musikstücke heranzukommen. Und niemals war es allen, auch Menschen mit schmälerem Einkommen, so einfach, an der Musikkultur zu partizipieren. Wobei schnell übersehen wird, dass das Herunterladen von Musik aus dem Netz manchmal nicht legal ist. Schnell greift ein Download vielleicht in Rechte der Musikindustrie ein, die wiederum behauptet, im Interesse der Künstler zu handeln, wenn sie zum Halali gegen nicht lizensiertes Herunterladen bläst. Wie sie dies tut, läßt tief blicken. Sie beißt um sich, wie ein verwundeter Löwe, der von Hunden umringt ist.</p>
<h3>Kriminalisierung statt Kreativität</h3>
<p>Es beginnt mit der Sprache. Wer denkt sich diese Wörter aus! Piraten! Raubkopierer! Raub? Raub ist ein Verbrechen, Piraterie erst recht, im Gegensatz zu Urheberrechtsverletzungen. Wer Musik kopiert, bewegt sich häufig auf perfekt legalem Boden. Privatkopien waren und sind natürlich erlaubt. Und wenn jemand einem Freund ein Musikstück zuschickt, &#8220;Hör Dir das mal an!&#8221;, dann ist es völlig absurd, von einem Verbrechen zu reden, beim Sender ebenso wie beim Empfänger. Natürlich gibt es wirklich schwarze Schafe. Musikstücke aus dem Internet auf CD zu brennen und dann per Ebay zu vertreiben, das ist strafbar und niemand wird ernsthaft behaupten wollen, das nicht zu wissen. Aber Raub wird dennoch härter bestraft, keine Frage. Raubkopierer&#8230; die Musikindustrie hat diese Ausdrücke allerdings nicht erfunden, das muss nun zu ihrer Ehrenrettung gesagt werden. Diese Ausdrücke stammen aus dem letzten Jahrhundert und wurden von der Softwareindustrie ersonnen.</p>
<p>Softwareindustrie? Noch so ein Dinosaurier. Der Krieg ist aus, auch wenn immer noch immer noch bisserl gekämpft wird. Frei kopierbare Software ist heute oft besser als kommerzielle Software. Manche Softwarehersteller haben das nicht überlebt, manche kämpfen um ihre Pfründe, wieder andere haben sich mit der neuen Weltordnung arrangiert und fahren damit bisweilen besser als je zuvor. Die von der Softwareindustrie prophezeite Verschlechterung des Angebots ist ausgeblieben, im Gegenteil! Wer will, kommt vollkommen ohne Lizenzen, Kopierschutz oder gar so archaische Dinge wie Dongles oder License Manager aus.</p>
<p>Wieso sollte es mit der Musik anders laufen? Um die Musiker muss man sich keine Sorgen machen. Viele machen es vor und nutzen das Netz als Chance, nicht als Bedrohung. Während eine neue Zeit unwiderruflich angebrochen ist, rechnet die Musikindustrie alten Zeiten nach: Zig Millionen von ihr so genannte illegale Downloads richten einen Schaden in Milliardenhöhe an. Ja? Das heisst wohl auch, dass hier Milliarden verdient wurden, wenn so ein &#8220;Schaden&#8221; überlebt wird. Heerscharen von Anwälten und gigantische Drohkulissen werden aufgeboten. Die Staatsanwaltschaft wird so überstrapaziert, dass sich in einigen Bundesländern die Staatsanwälte weigern, den harmloseren Fällen nachzugehen.</p>
<h3>Das Ende vom Lied</h3>
<p>Auf der Jagd nach den &#8220;Piraten&#8221; läßt die Industrie nichts unversucht. Sie fordern von den Providern, Anschlußinhaber zu benennen, damit sie sie verfolgen können, obwohl nicht bewiesen wird, dass der Anschlußinhaber mit dem &#8220;Täter&#8221; identisch ist. Sie fordern von den Providern, bestimmte Verkehrsdaten zu analysieren und zu überwachen, und im Fall von Verstößen Verwarnungen auszusprechen, natürlich wieder gegen den Anschlußinhaber. Weigert sich der Provider, kommt die juristische Keule mit dem verletzten Grundrecht auf Schutz des Eigentums. Dass die informationelle Selbstbestimmung auch ein Grundrecht ist, ist für sie von untergeordneter Bedeutung.</p>
<p>Nun wird es der Musikindustrie nicht anders ergehen als all den anderen Industrien. Der wirksamste Schutz der Investitionen wird nicht eine Drohkulisse und die <a href="http://www.svb.bayern.net/2008/06/11/sind-wir-nicht-alle-ein-bischen-kriminell/" target="_blank">Kriminalisierung der Kunden</a> sein. Wirksam wird allein die Kreativität sein. iTunes führt vor, dass man für ein Musikstück problemlos einen Euro kassieren kann. Sonst ergeht es der Musikindustrie wie den Fräuleins vom Amt, den Lokomotivheizern, den Türmern: Eine neue Technik brachte sie ins Geschäft und eine noch neuere Technik</p>
<p class="finish">machte sie überflüssig.</p>
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