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	<title>SvB-Blog &#187; Pharisäer</title>
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	<description>Die Freiheit der Meinung setzt voraus, daß man eine hat (Heinrich Heine)</description>
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		<title>Breaking News: Kein Rücktritt</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Jan 2012 21:46:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Für gewöhnlich melden die Nachrichtenagenturen überraschende Neuigkeiten. Zur Zeit melden sie vor allem, daß der Bundespräsident nicht zurücktritt. Aber wieso sollte er eigentlich zurücktreten? Er wollte ein Haus kaufen und hat sich von einem Freund Geld geliehen. Das ist nicht abwegig, das habe ich auch einmal gemacht. Mein Freund hatte bessere Zinsen als auf dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2012/01/401px-Landtag_Niedersachsen_DSCF7769.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-3869" title="401px-Landtag_Niedersachsen_DSCF7769" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2012/01/401px-Landtag_Niedersachsen_DSCF7769-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Für gewöhnlich melden die Nachrichtenagenturen überraschende Neuigkeiten. Zur Zeit melden sie vor allem, daß der Bundespräsident nicht zurücktritt. Aber wieso sollte er eigentlich zurücktreten? Er wollte ein Haus kaufen und hat sich von einem Freund Geld geliehen. Das ist nicht abwegig, das habe ich auch einmal gemacht. Mein Freund hatte bessere Zinsen als auf dem Sparkonto und ich hatte bessere Zinsen als auf einem Kreditkonto. Na gut, das ist 25 Jahre her und es ging auch nur um 100.000 Schilling und nicht um 500.000 Euro, aber am Prinzip ändert das nichts.</p>
<p>Ich war allerdings Student und nicht Ministerpräsident und habe daher keinen Gedanken an den Transfer des Geldes verschwendet. <span id="more-3861"></span>Bei dem besagten Freund des Herrn Wulff handelte es sich aber um einen Unternehmer, und da war beiden klar, daß man bei der Transaktion vielleicht besser diskret vorgehen sollte &#8211; in der öffentlichen Meinung, also bei den Ungebildeten wie bei den GeBILDeten,  handelt ein Unternehmer stets nur zu seinem Vorteil, was ihn von den normalen Sterblichen unterscheidet. Also nimmt das Geld den Weg über die Ehefrau und landet als anonymer Bundesbankscheck endlich bei der Wulffs, die damit ihre Häuschen bezahlen.</p>
<p>Bei bösartigen Menschen lösen solche Verschleierungstaktiken allerdings erst recht den Beißreflex aus. So kam es also zur hochnotpeinlichen Befragung durch die Opposition im niedersächsischen Landtag. Geschäftliche Kontakte? Nicht wirklich, das ist doch eher privat, also &#8220;Nein&#8221;, passt schon. Zeit vergeht, er wird Bundespräsident, aber auf einmal kocht diese Sache wieder hoch. Die BILD-Zeitung, soeben noch  seine Hofpostille, beschließt, &#8220;investigativen Journalismus&#8221; zu spielen und schickt bohrende Fragen. Einen Einblick in die Arbeit der BILDler bekommt man, wenn man es in der <a href="http://www.bild.de/politik/inland/wulff-kredit-affaere/bild-bittet-wulff-um-transparenz-21916856.bild.html" target="_blank">Bildzeitung nachliest</a>:</p>
<blockquote>
<ol>
<li>Warum haben Sie dem Landtag verschwiegen, dass eine &#8220;geschäftliche Beziehung&#8221; zwischen Ihnen und der mit Egon Geerkens in Gütergemeinschaft lebenden Ehefrau Edith durch einen im Oktober 2008 geschlossenen Darlehensvertrag über 500000 Euro besteht?</li>
<li>Teilen Sie die Auffassung, dass Sie den Landtag in diesem Zusammenhang bewusst getäuscht haben?</li>
<li>Wie haben Sie die 500.000 Euro erhalten? Per Überweisung aus Deutschland, der Schweiz, der USA &#8211; oder bar? Oder auf welche andere Weise?</li>
<li>Warum haben Sie den im Oktober 2008 geschlossenen Darlehensvertrag wenige Wochen nach der parlamentarischen Anfrage gekündigt und durch einen Darlehensvertrag mit der BW-Bank abgelöst &#8211; obwohl der Darlehensvertrag noch bis November 2013 lief?</li>
<li>Wann und in welcher Form haben Sie das Darlehen zurückgezahlt?</li>
<li>Gab es vor dem Jahr 2000 geschäftliche Beziehungen zwischen Ihnen, dem CDU-Kreisverband Osnabrück, dem CDU-Landesverband Niedersachsen bzw. dem Land Niedersachsen und Herrn Egon Geerkens oder irgendeiner Firma, an der Herr Geerkens und/oder Frau Geerkens als Gesellschafter beteiligt waren?</li>
</ol>
</blockquote>
<p>Was hätte ich geantwortet?</p>
<blockquote>
<ol>
<li>Was ist das denn für eine Unterstellung? Verschweigen kann man nur Dinge, nach denen man gefragt wurde.</li>
<li>Nein.</li>
<li>Das geht Sie nichts an. Tut auch nichts zur Sache.</li>
<li>Das geht Sie auch nichts an. Die Konditionen waren annehmbar und mir wurde durch die stochernden Fragen der Opposition klar, daß jemand versuchen könnte, den Kredit gegen mich zu verwenden.</li>
<li>Das geht Sie nichts an. Tut auch nichts zur Sache. Das Darlehen habe ich zurückgezahlt. Zweifeln Sie daran?</li>
<li>Was, wenn Herr Geerkens eine VW-Aktie hat?</li>
</ol>
</blockquote>
<p>Spätestens bei Frage 6 ist es klar, daß es hier kaum um ein faires Interview ging. Dann hätte ich Herrn Diekmann angerufen und ihn gefragt, was der Käse soll. Und wenn der sich nicht entschuldigt hätte, hätte ich seinen Chef auch noch darauf angesprochen. Aber ich bin halt nicht der Bundespräsident und will es auch nicht sein. Nicht in Berlin. Aber es geht in diesem Artikel nicht um den Bundespräsidenten. Auf dieses Thema komme ich später vielleicht noch zu sprechen.</p>
<p class="finish">Es ging eher mal wieder um Pharisäer.</p>
<p><em><strong>Bildquelle</strong>: <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Landtag_Niedersachsen_DSCF7769.JPG&amp;filetimestamp=20091126172009" target="_blank">WikiCommons</a>, Martina Nolte</em></p>
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		<title>Fremde</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Oct 2010 22:15:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Europa]]></category>
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		<description><![CDATA[Zur Zeit läuft eine verlogene und völlig hysterische Diskussion zum Thema &#8220;Ausländer, Zuwanderung, Kultur und Islam&#8221;, die auf allen Ebenen geführt wird. Ich wäre daran verzweifelt, hätte ich nicht hie und da besonnene Analysen gelesen, Aufrufe zur Mäßigung oder schlicht Richtigstellungen der öffentlichen Äußerungen. Dieser Auseinandersetzung Stammtischniveau zu unterstellen, beleidigt manchen Stammtisch. Zunächst: Was genau [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/10/General_Mustafa_Kemal.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-2803" title="General_Mustafa_Kemal" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/10/General_Mustafa_Kemal-215x300.jpg" alt="" width="215" height="300" /></a>Zur Zeit läuft eine verlogene und völlig hysterische Diskussion zum Thema &#8220;Ausländer, Zuwanderung, Kultur und Islam&#8221;, die auf allen Ebenen geführt wird. Ich wäre daran verzweifelt, hätte ich nicht hie und da besonnene Analysen gelesen, Aufrufe zur Mäßigung oder schlicht Richtigstellungen der öffentlichen Äußerungen. Dieser Auseinandersetzung Stammtischniveau zu unterstellen, beleidigt manchen Stammtisch.</p>
<p>Zunächst: Was genau ist das Problem? <span id="more-2790"></span>Vieles geht auf Xenophobie zurück.</p>
<h3>Xenophobie</h3>
<p>Ξένος (Xenos) war für die alten Griechen das Wort für &#8220;Gast&#8221; und für &#8220;Fremder&#8221;. Das findet man auch in touristisch erschlossenen Gegenden in Deutschland, wo es Fremdenzimmer gibt und &#8220;Fremde&#8221; gleichbedeutend sind mit &#8220;Kunden&#8221;. Auf andere bei uns wirkt Fremdheit allerdings bedrohlich.</p>
<p>Interessant ist es auf Lateinisch: Die Römer hatten noch eindeutige Feinde: <em>Hostis</em> nannten sie so einen. Da die Römer nach der beeindruckenden Entfaltung ihrer Macht außerhalb Roms nur noch Feinde sehen konnten, die &#8220;pazifiziert&#8221; werden mußten, also &#8220;befriedet&#8221;, war <em>hostis</em> auch das Wort für &#8220;Fremder&#8221;. Und ein Fremder war kein Gast, der hieß, fein differenziert, <em>hospes</em>.</p>
<p>Aber das galt nur für die alten Römer. SpaceNet, die Firma, für die ich arbeite, ist ein Spezialist für <em>Hosting</em>. Darunter versteht man im Computerneusprech die Beherbergung von Daten oder Servern, sogenannten <em>hosts</em>. Also doch Beherbergung. Aus dem <em>hospes</em> wurde das Hospital. Aber <em>hostis</em> gibt es noch, zum Beispiel im Wort &#8220;Hotel&#8221;. Und darunter verstand man noch nie ein Kriegsgefangenenlager.</p>
<h3>Phobien sind Ängste</h3>
<p>Es ist also eine abendländische Tradition, in Fremdem auch immer etwas bedrohliches zu sehen. Das ist keineswegs selbstverständlich. Auf türkisch ist das, zumindest sprachlich, nicht zu bestätigen. Fremd ist yabancı. Gast ist misafir. Oder müşteri, aber das ist eher ein Kunde. Düşman ist der Feind. Oder hasım, was lustig ist, denn das ist eng verwandt mit hısım, so heißt &#8220;der Verwandte&#8221;. Wie man sieht, eine völlig fremde Kultur, denn ich mag meine Verwandten. Die meisten jedenfalls. Leider kann ich kein Arabisch, aber ich vermute sehr stark, daß die sprachlich nachzuweisende Xenophobie dort auch nicht verbreitet ist. Und um vollendet in Klischees zu schwelgen, denke ich an Beduinen, die in ihren Zelten sitzen, es ist ihnen fad, und sie freuen sich total, daß ein Fremder des Wegs kommt, der ihnen schöne Geschichten erzählen kann.</p>
<p>Bei uns ist das anders. Die christliche Tradition hat bei uns das Problem, daß sie beinahe nur noch das ist: Eine Tradition. Eine starke Glaubensgemeinschaft ist das Christentum in Deutschland nicht mehr. Kirchen stehen leer, Kinder werden nicht mehr getauft, und Mystik ist zwar en vogue, aber dann bitte in irgendwelchen exotischen Varianten. Leute treten wegen des Verhaltens von Priestern &#8211; also Menschen &#8211; aus der Kirche aus. Wer das kann, war vorher schon nicht mehr wirklich <em>in</em> der Kirche.</p>
<p>Wie ist das denn nun mit der Türkei? Kemal Atatürk, der Staatsgründer, ist nicht unumstritten, aber eines hat er sicher geleistet: Er hat aus der Türkei ein westliches Land gemacht. Dafür hat er einiges an Tradition geopfert, aber das ignorieren wir im Westen beharrlich. So hat er die lateinische Schrift eingeführt (vorher wurde Türkisch in arabischer Schrift notiert), er hat den Männern westliche Hüte aufgesetzt und ihnen Fes, Turban und Pluderhose weggenommen, und das ist wörtlich zu verstehen. Er hat auch Dinge zu verantworten, über die zu richten uns nicht zusteht, denn während er sich mühte, einen modernen, demokratischen Staat zu gründen, brach bei uns gerade die Barbarei aus.</p>
<h3>Fremde Kulturen</h3>
<p>Somit sollte man vielleicht einmal innehalten und fragen, ob wir überhaupt die Türken meinen, wenn wir von fremder Kultur reden. Für Horst Seehofer sind Araber und Türken irgendwie dasselbe, wenn er den Zuzug von &#8220;dort&#8221; begrenzt sehen will. Aber den sollte man hier nicht zu ernst nehmen, das ist kein Rechtspopulist, wie man hörte, sondern ein Opportunist. Der gleiche Mann ist für die Frauenquote, für und gegen die Gesundheitsreform, gegen die Rente mit 67 und gegen Moslems (und da dies politisch nicht korrekt ist, dann eben gegen &#8220;fremde Kulturen&#8221;, womit er aber deutlich sichtbar nicht Buddhisten, Shintoisten oder gar amerikanische Fundamentalisten meint).</p>
<p>Auch Thilo Sarrazin hat sich auf Araber und Türken spezialisiert, wenngleich mit weit höherem intellektuellen Anspruch. Doch auch er liegt falsch, viele &#8220;Türken&#8221; sind längst Deutsche in zweiter Generation. Und die Araber, die ich sehe, sind nicht nur seine Kopftuchmädchen produzierenden Gemüsehändler, sondern es sind die Leute, ohne die die Münchener Maximilianstrasse zugemacht hätte (womit ich die neuen russischen Verdienste nicht schmälern will). Vural Öger hat es auf den Punkt gebracht. Er sagt, es gehe nicht um ein Islamproblem, sondern um ein Unterschichtenproblem. Dem wäre nichts hinzuzufügen. Oder doch?</p>
<h3>Integration</h3>
<p>Vielleicht wäre das mit der Integration auch nicht so schwierig, wenn wir uns selbst als etwas präsentieren würden, in das man sich integrieren kann. Was ist denn nun unsere christlich-abendländische Kultur? Im Fernsehen werden wir kulturell nicht fündig. Es gibt RTL und Co., das ist nicht unsere Kultur, hoffentlich, und es gibt Arte, aber das ist auch nicht unsere Kultur, sonst gäbe es da mehr Zuseher. In der Kirche kommen wir auch nicht weiter. Auch wenn wir Weihnachten feiern: spätestens an Ostern blättert der kulturelle Lack, wenn diskutiert wird, daß Diskotheken an Karfreitag aufhaben sollen. Tradition? Anstatt auch Symbole anderer Religionen zuzulassen, hängen wir in den Klassenzimmern sicherheitshalber die Kruzifixe ab.</p>
<p>Sind wir denn wenigstens stolz auf unsere Demokratie? Die haben die Türken auch. Pressefreiheit? Das BKA macht Pressekonferenzen, bei denen nur handverlesene Journalisten informiert werden &#8211; kein Anlaß, auf die Türkei herabzuschauen. Immerhin haben wir es dieses Jahr bei der Pressefreiheit glatt auf Platz 17 geschafft &#8211; vom Platz 1 sind wir weit entfernt. In der Türkei werden Kurden heute diskriminiert. Nun ja, bei uns auch, wenn wir ehrlich sind.</p>
<h3>Islamophobie</h3>
<p>Nach all dem ist klar geworden: Es geht nicht um fremde Kulturen. Oder fühlt sich jemand von den zahlreichen Chinesen hier bedroht? Es geht um den Islam, eine Religion, die mit Feuer und Schwert verbreitet werden soll, in deren Namen getötet wird und die angeblich Frauen diskriminiert. Doch halt! Das ist vom Christentum nicht so weit weg. Alles auf 9/11 zu schieben ist auch nicht rational &#8211; die Islamophobie ist älter. Vermutlich führen wir alle im Hinterkopf eine lange Liste: Die Befreiung Spaniens von den Mauren. Die Kreuzzüge, die das gelobte Land unter christliche Gewalt bringen sollten (und da nehmen wir den Moslems vermutlich übel, dass sie nicht alles gleich freiwillig hergegeben haben). Aber dann, ha! die Türkenkriege. Der Gegenbesuch, sozusagen. Saladin der Prächtige &#8211; es hätte beinahe geklappt, und da wäre die fremde Kultur tatsächlich was bedrohliches gewesen. Was davon blieb, wissen wir: Die Kaffeehauskultur, die es immerhin ein Vierteljahrtausend gegeben hat, bis sie von der Starbuckisierung dahingerafft wurde &#8211; noch ein schönes Beispiel für bedrohliche  fremde Kulturen.</p>
<p>Zurück zu der Aussage von Herrn Öger: Es gibt kein Islamproblem, es gibt ein Unterschichtenproblem. So haben, nach Angaben unserer derzeitigen Familienministerin, Frau Schröder, türkische Jugendliche zur ihr gesagt, sie sei eine deutsche Schlampe. So drückt sich die Unterschicht heute aus &#8211; unterirdisches Benehmen. Aber Frau Schröder sieht nicht die gesamte Aussage, ihr reicht ein Stichwort: Sie sieht, wie einem Zeitungsinterview zu entnehmen war, eindeutig den Tatbestand des Rassismus erfüllt. Rassismus? Weil die Knaben <em>deutsche</em> Schlampe gesagt haben? Wäre Frau Schröder denn wieder versöhnt, wenn man sie einfach nur neutral als Schlampe bezeichnet hätte? So etwas als Rassismus zu bezeichnen ist eine ziemliche Verharmlosung des Rassismus. Darüber könnten wir hier trefflich wieder monatelang diskutieren. Und die Frage stellt sich nach wie vor: Diese Jugendlichen mit dem unsäglichen Migrationshintergrund an den Berliner Messerstecherschulen,</p>
<p class="finish">wo hinein genau sollen sich die denn nun integrieren?</p>
<p><em>Bild: Mustafa Kemal Atatürk</em></p>
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		<title>Kasperltheater</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Aug 2010 14:47:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das heutige Thema ist keine Anspielung auf unsere Politiker. Ausnahmsweise richtet sich der Blick schreckgeweitet ins Ausland, genauer gesagt nach Großbritannien, noch genauer nach Portsmouth. Dem immer wieder lesenswerten Blog von Aranita (Verbotswahn.de) entnehme ich folgende unglaubliche Geschichte: In Deutschland sind es Kasperl und Gretel, in England Punch und Judy, die in Kasperletheatern die Kinder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/08/Pocci_Ritter_Lustige_Gesellschaft.jpg"><img class="size-medium wp-image-2666 alignright" title="Pocci_Ritter,_Lustige_Gesellschaft" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/08/Pocci_Ritter_Lustige_Gesellschaft-300x207.jpg" alt="" width="240" height="166" /></a>Das heutige Thema ist keine Anspielung auf unsere Politiker. Ausnahmsweise richtet sich der Blick schreckgeweitet ins Ausland, genauer gesagt nach Großbritannien, noch genauer nach Portsmouth. Dem immer wieder lesenswerten Blog von Aranita (<a href="http://www.verbotswahn.de/wp/2010/07/politisch-korrektes-kasperltheater/" target="_blank">Verbotswahn.de</a>) entnehme ich folgende unglaubliche Geschichte:<span id="more-2665"></span></p>
<blockquote><p>In Deutschland sind es Kasperl und Gretel, in England Punch und Judy, die in Kasperletheatern die Kinder erheitern. Während in Deutschland Kasperl meistens das Krokodil verhaut, geht in England Punch (übersetzt »Schlag«) mit seinem Stock, der traditionell so groß ist wie er selbst, auf Judy und andere Charaktere los.</p>
<p>Bereits im Jahre 1999 haben die Behörden darüber nachgedacht, diese »Verherrlichung der häuslichen Gewalt« der heutigen Zeit anzupassen – passiert ist damals allerdings noch nichts. Jetzt scheinen die Engländer reif zu sein, dass eine 300 Jahre alte Tradition abgeschafft wird. Die Behörden der Touristen- und Hafenstadt Portsmouth haben nun den Betreiber eines Kasperltheaters aufgefordert, sein Programm zu ändern. Man könne Kindern diese »Gewalt« nicht zumuten.</p></blockquote>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Graf_von_Pocci" target="_blank">Graf Pocci</a>, der Vater des legendären Kasperl Larifari, würde sich im Grab rumdrehen. Der Kasperl haut bei uns die Gretel nicht, nur den Räuber oder das Krokodil, aber als gewaltlos würde ich auch unseren Kasperl nicht beschreiben. Man kann ihm durchaus vorwerfen, daß er mit seiner Pritschn schnell bei der Hand ist und nicht einmal ansatzweise bewährte Konfliktvermeidungsstrategien oder Mediation versucht. Aber, Hand auf&#8217;s Herz, wer sollte denn da noch in ein Kasperltheater gehen, wenn man dort ein vergnügliches Stück namens &#8220;Resozialisierung und gewaltlose Schlichtung am Beispiel des im Prekariat aufgewachsenen und sozial benachteiligten H.&#8221; sehen kann, nach Absetzung der Originalversion von &#8220;Kasperl Larifari und der Räuber Hotzenplotz&#8221;.</p>
<p>Es ist einem Außenstehenden vielleicht auch nicht zu vermitteln, wieso es komisch sein soll, wenn der Kasperl die Gretel haut, aber ein Außenstehender sollte sich einer ihm fremden Kultur ja auch eher vorsichtig und behutsam nähern. Die Kasperltheater-Zielgruppe, die Kinder nämlich, sind sehr vergnügt im Kasperltheater, brüllen sich die Seele aus dem Leib (Seid Ihr alle da? JAAAA!) und streiten meßbar <em>weniger</em> nach dem Theaterbesuch.</p>
<p>Also, hinfort Ihr blutleeren Kreaturen, Ihr Pharisäer und gelangweilten Hyperpädagogen, Finger weg vom Kasperl, zurück in Eure Bibliotheken und Elfenbeintürme und die Tempel der politschen Korrektheit. Sonst möge Euch das Krokodil fressen und wenn der Kaperl mit der Pritschn ausholt um Euch zu retten soll sich das Krokodil bitte</p>
<p class="finish">auf das Tierschutzgesetz berufen.</p>
<p><em>Bildquelle: Lustige Gesellschaft von Franz Grf. v. Pocci</em></p>
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		<title>Ich bin jünger als Hitler</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jul 2010 16:02:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gibt nichts, was einem so viel mediale Aufmerksamkeit schenkt wie ein NS-Vergleich. Das wird manchmal von Politikern genutzt, dann hat es ein G&#8217;schmäckle, aber manchmal &#8220;passiert&#8221; es auch Normalos. Wie zum Beispiel Katharina Müller-Hohenstein, die vom &#8220;Inneren Reichsparteitag&#8221; geredet hatte. Irgendwie ist ja doch den meisten klar, dass es sich dabei um einen ironischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/07/415px-Dr_Diether_Dehm.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-2495" title="415px-Dr_Diether_Dehm" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/07/415px-Dr_Diether_Dehm-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Es gibt nichts, was einem so viel mediale Aufmerksamkeit schenkt wie ein NS-Vergleich. Das wird manchmal von Politikern genutzt, dann hat es ein G&#8217;schmäckle, aber manchmal &#8220;passiert&#8221; es auch Normalos. Wie zum Beispiel Katharina Müller-Hohenstein, die vom &#8220;Inneren Reichsparteitag&#8221; geredet hatte.</p>
<p>Irgendwie ist ja doch den meisten klar, dass es sich dabei um einen ironischen Ausdruck handelt. Einen, den man im Dritten Reich nur unter guten Freunden verwendet hätte und da auch nur geflüstert. Dennoch war sich die veröffentlichte Meinung einig: Das war eine Entgleisung. Der Logiker reibt sich verwundert die Augen, der Historiker sperrt Mund und Nase auf und jeder Ausländer schüttelt mit dem Kopf.</p>
<p><span id="more-2494"></span>Nun also Dieter Dehm: Er sagt, die Wahl zwischen Gauck und Wulff sei für ihn wie die Wahl zwischen Hitler und Stalin. Er ist <em>kein</em> Politiker, aber er nimmt für die LINKE an der Bundesversammlung teil. Daß die LINKE Gauck nicht mag, haben wir zur Kenntnis genommen, Gauck mag die LINKE ja auch nicht und hält sie für nicht regierungsfähig. Deshalb wollten wir ja Gauck, eben weil er nicht weichgespült war, sondern konsequent und sich bei den LINKEN nicht angebiedert hat, auf die Gefahr hin, daß die LINKE dem CDU-Kandidaten Wulff zum Bundespräsidentenamt verhilft. Aber das ist ein anderes Thema.</p>
<blockquote><p>Was würden Sie tun, wenn Sie die Wahl hätten zwischen Hitler und Stalin?</p></blockquote>
<p>Das hat er gesagt. Dehm will Gauck nicht und Wulff nicht und Hitler nicht und Stalin nicht. Es war nicht die Wahl zwischen Hitler und Gauck oder zwischen Stalin und Wulff, bei der sich Dehm nicht entscheiden konnte. Da wäre die hyperventilistische Empörung nachvollziehbar und angebracht gewesen. Von &#8220;unsäglichen Entgleisungen&#8221; wurde schwadroniert. Und daß Dehm etwas zurücknehmen solle &#8211; was genau, wurde nicht gesagt, aber er hat &#8220;es&#8221; <a href="http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5j_C1kTRAvVwfKrzRV_V5M-Ut37VA" target="_blank">inzwischen</a> zurückgenommen. Was ihm nichts nützt, Dehm-Bashing ist weiterhin das Gebot der <em>political correctness</em>.</p>
<p>Man ist erinnert an Skandälchen der Vergangenheit. Herta Däubler-Gmelin (SPD), damals Bundesjustizministerin und sicher keines meiner Idole, sagt im September 2002 &#8221;</p>
<blockquote><p>Bush will von seinen innenpolitischen Schwierigkeiten ablenken. Das ist eine beliebte Methode. Das hat auch Hitler schon gemacht.</p></blockquote>
<p>Nun ja. Wenn die Aussage A wahr ist und die Aussage B ebenfalls, dann ist auch A <em>und </em>B richtig. Ein wahrer Satz. Bush macht also was, was Hitler auch gemacht hat. Frühstücken, Schlafen, mit dem Hund rausgehen und von innenpolitischen Schwierigkeiten ablenken. Sollen wir jetzt alle nicht mehr Frühstücken, Schlafen und mit dem Hund rausgehen? Innenpoltische Schwierigkeiten haben ja die wenigsten Menschen auf der Erde.</p>
<p>Willy Brandt hatte sich 1985 über Heiner Geißler geärgert. Er wollte sagen, Heiner Geißler sei der größte Volksverhetzer aller Zeiten. Dann fiel ihm wohl auf, daß das angesichts des viel größeren Volksverhetzers Goebbels so wohl nicht gesagt werden sollte, und er sagte:</p>
<blockquote><p>Heiner Geißler ist der größte Volksverhetzer seit Goebbels</p></blockquote>
<p>Skandal! Ja, hätte er besser &#8220;Goebbels&#8221; weglassen und doch &#8220;aller Zeiten&#8221; sagen sollen?</p>
<p>Selbst der blöde Ausspruch von Oskar Lafontaine, den dieser 1982 seinem damaligen Partei-&#8221;Freund&#8221; netterweise in aller Öffentlichkeit und voller Profilierungssucht entgegenschleuderte:</p>
<blockquote><p>Helmut Schmidt spricht weiter von Pflichtgefühl, Berechenbarkeit, Machbarkeit, Standhaftigkeit. Das sind Sekundärtugenden. Ganz präzis gesagt: Damit kann man auch ein KZ betreiben.</p></blockquote>
<p>Selbst dieser Ausspruch ist wahr. Skandalös? Kaum &#8211; eher unsachlich, völlig am Kern der Sache vorbei, rhetorischer Mikrophontest, was auch immer. Aber kein Skandal, nur weil ein Name und der Begriff KZ gemeinsam in einem Absatz stehen.</p>
<p>Ich denke, ich werde nun hingehen und eine Entschuldigung vom Autor dieses Blogs fordern. Er hat mich im Titel des Beitrags mit Hitler verglichen. Der Satz ist wahr, aber so ein ein Vergleich!?!?</p>
<p class="finish">Geht gar nicht.</p>
<p><em>Bildquelle: </em><a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Dr_Diether_Dehm.jpg&amp;filetimestamp=20081125184941" target="_blank"><em>Tim Schaarschmidt</em></a></p>
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		<title>Gutes Geschäft?</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 14:39:59 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Manche Dinge wiederholen sich immer und immer wieder, aber jedesmal kommt eine neue Facette hinzu. Unser Staat betätigt sich gerne mal als Hehler, das ist nichts Neues und wurde hier auch schon ausreichend besprochen. Es ist noch nicht mal zwei Jahre her. Halali – die Treibjagd ist eröffnet, vom 16.2.2008. oder Ein Anruf aus Liechtenstein, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/02/uelimaurer.png"><img class="alignright size-medium wp-image-2033" title="uelimaurer" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2010/02/uelimaurer-300x216.png" alt="" width="300" height="216" /></a>Manche Dinge wiederholen sich immer und immer wieder, aber jedesmal kommt eine neue Facette hinzu. Unser Staat betätigt sich gerne mal als Hehler, das ist nichts Neues und wurde hier auch schon ausreichend besprochen. Es ist noch nicht mal zwei Jahre her.</p>
<blockquote><p><a title="Permanenter Link zu Halali – die Treibjagd ist eröffnet" rel="bookmark" href="http://www.svb.bayern.net/2008/02/16/halali/">Halali – die Treibjagd ist eröffnet</a>, vom 16.2.2008. oder<br />
<a title="Permanenter Link zu Ein Anruf aus Liechtenstein" rel="bookmark" href="http://www.svb.bayern.net/2008/02/26/ein-anruf-aus-liechtenstein/">Ein Anruf aus Liechtenstein</a>, vom 26.2.2008, oder<br />
<a title="Permanenter Link zu Liechtenstein reloaded" rel="bookmark" href="http://www.svb.bayern.net/2008/03/09/liechtenstein-reloaded/">Liechtenstein reloaded</a>, vom 9.3.2008</p></blockquote>
<p>Was sind die Unterschiede zu damals? <span id="more-2027"></span>Die SPD hat rhetorisch aufgerüstet. Sie ist für den Ankauf, denn alle Steuersünder sind Klientel der CDU. Oder der FDP, egal, jedenfalls an der derzeitigen Regierung. Das ist schon ein bisserl infam, aber strategisch geschickt. Der Ankauf vor zwei Jahren war ein Erfolg, aber das war laut SPD das &#8220;rot&#8221; in &#8220;schwarz-rot&#8221;. Und die CDU? Fällt drauf rein, will vielleicht auch drauf reinfallen und ein paar hundert Millionen einstreichen mit den Worten, es sei eine schwere Entscheidung gewesen, aber man dürfe Straftäter ja nicht ungestraft davonkommen lassen. Meistens wurde in der Diskussion das Wort &#8220;potentiell&#8221; vor &#8220;Straftäter&#8221; weggelassen. Aber das ist in diesem Sumpf ohnehin schon egal, es geht nicht um rechtsstaatliche Prinzipien. Ob aber die Regierung auch so viel Geld für eine CD mit potentiellen Gewaltstraftätern ausgegeben hätte? Kaum.</p>
<p>Daß sich in den Reihen von CDU und FDP sogar Widerstand regt, wenngleich leise und lahm, ist nicht wirklich entlastend. Aber nun ist es vollbracht, Frau Merkel öffnet den Regierungsriesengeldbeutel und blättert ein paar Millionen Euro hin (&#8220;Gutes Geschäft!&#8221;) und denkt sich, sie ist die SPD los, sie hat das Heft wieder selbst in der Hand. Da setzt Frau Nahles ein treuherziges Gesicht auf und tritt im ARD Morgenmagazin auf. Dort forderte sie ein Abkommen zur Informationspflicht zwischen Deutschland und der Schweiz sowie anderer Steueroasen, und sagt, das sei &#8220;der einzige Weg, um auf Dauer solche Merkwürdigkeiten, wie daß wir Daten ankaufen müssen, entsprechend einzudämmen&#8221;. Was für eine Volte! Die Schweizer sind schuld, daß wir zu solchen Deals genötigt werden? Respekt!</p>
<p>Die Schweiz ist auch beeindruckt. Das war sie schon, als Peer Steinbrück auf sie losgegangen war. Und so sehen wir einen gravierenden Unterschied zur liechtensteinischen Variante damals: Es hatte sich dort der Regierungschef und Finanzminister, Herr Otmar Hasler, verärgert über die Wortwahl der aggressiven Deutschen geäußert. Die Reaktion aus der Schweiz ist frostiger. Herr Ueli Maurer riet der Bundesrepublik Deutschland sofort nach Bekanntwerden der Affaire ab, die gestohlene CD zu kaufen und die Diebe zu belohnen. Und was ist Herr Maurer? Finanzminister? Justizminister? Außenminister? Nichts von alledem &#8211; und das geschieht uns recht, für uns zuständig ist offensichtlich inzwischen der schweizerische</p>
<p class="finish">Verteidigungsminister.</p>
<p><em>Bildquelle</em>: <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/zuerich/ueli_der_agrarpolitiker_1.3389612.html" target="_blank">NZZ</a>. Zu sehen ist, wie sich die Schweiz für eine angemessene Auseinandersetzung mit Deutschland rüstet, auch wenn es in der NZZ ganz anders gedeutet wird.</p>
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		<title>Schnipsel: Fischig</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 20:33:59 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Elektrisierende Radiomeldung. Heimgefahren, die Meldung auch via Google gefunden. Der Handel schützt bedrohte Tierarten, zum Beispiel bei welt.de: Dort liest man Edeka nimmt bedrohte Fischarten aus dem Sortiment Der Lebensmittelhändler Edeka will keine bedrohten Fischarten mehr anbieten&#8230;. Und der Edeka-Vorstandschef Markus Mosa wird zitiert mit den Worten &#8220;Fisch in seiner Vielfalt muss auch als gesundes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-medium wp-image-1827 alignright" title="Rochen" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2009/11/Rochen-300x225.jpg" alt="Rochen" width="300" height="225" />Elektrisierende Radiomeldung. Heimgefahren, die Meldung auch via Google gefunden. Der Handel schützt bedrohte Tierarten, zum Beispiel bei <a href="http://newsticker.welt.de/?module=dpa&amp;id=22916578" target="_blank">welt.de</a>: Dort liest man</p>
<blockquote>
<h3>Edeka nimmt bedrohte Fischarten aus dem Sortiment</h3>
<p>Der Lebensmittelhändler Edeka will keine bedrohten Fischarten mehr anbieten&#8230;.</p></blockquote>
<p><span id="more-1824"></span>Und der Edeka-Vorstandschef Markus Mosa wird zitiert mit den Worten</p>
<blockquote><p>&#8220;Fisch in seiner Vielfalt muss auch als gesundes Nahrungsmittel dauerhaft erhalten bleiben&#8221;</p></blockquote>
<p>Sehr gut! denke ich, aber die Meldung geht weiter:</p>
<blockquote><p>Aal, Wildstör, Hai und Rochen sollen bis Mitte 2010 vollständig aus den Frischfischtheken und Kühlregalen verschwinden</p></blockquote>
<p>Aal? Wildstör? Hai? Rochen? ROCHEN??? Arghhhhhh &#8211; und was esse ich morgen? Ach ja, vermutlich genau das, was ich eh gegessen hätte. Der Umsatz mit Rochen dürfte bei Edeka wirklich übersichtlich sein. Meine Freude über den einsichtigen Handelskonzern relativiert sich leicht. Aber vielleicht werden demnächst auch gefährdete Vogelarten geschont und aus den Kühlregalen des Händlers verschwinden</p>
<p class="finish">Adler, Uhu und Kaiserpinguin.</p>
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		<title>Erbärmlich, unsäglich, blindwütig</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2009/08/20/erbarmlich-unsaglich-blindwutig/</link>
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		<pubDate>Thu, 20 Aug 2009 15:26:27 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Selten habe ich so einen unsachlichen und polemischen Blödsinn gelesen wie im Stern, aktuelle Ausgabe 34/2009. Kein Grund, den Stern zu boykottieren, wobei ihn zu kaufen allerdings oft eine gewisse Meisterschaft in Toleranz und Leidensfähigkeit voraussetzt. Sei&#8217;s drum, da steht es jedenfalls: &#8220;Die Freiheit der Mörder&#8221;, wieder einmal ein &#8220;Zwischenruf&#8221; jenes Hans-Ulrich Jörges, einem Mann, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-full wp-image-143 alignleft" title="joerges_hans_ulrich" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/05/joerges_hans_ulrich.jpg" alt="Jörges, Hans Ulrich" width="163" height="171" />Selten habe ich so einen unsachlichen und polemischen Blödsinn gelesen wie im Stern, aktuelle Ausgabe 34/2009. Kein Grund, den Stern zu boykottieren, wobei ihn zu kaufen allerdings oft eine gewisse Meisterschaft in Toleranz und Leidensfähigkeit voraussetzt.</p>
<p>Sei&#8217;s drum, da steht es jedenfalls: &#8220;Die Freiheit der Mörder&#8221;, wieder einmal ein &#8220;Zwischenruf&#8221; jenes Hans-Ulrich Jörges, einem Mann, der es regelmäßig schafft, mich fassungslos zu machen. Vielleicht lächelt er nun fein und sagt, Mission erfüllt, ich will provozieren, ich will aufrütteln, aber das wäre ein Mißverständnis. Nicht inhaltlich ist die eigentliche Provokation zu sehen, eher in der völligen Ingnoranz der Wirklichkeit, in der gebetsmühlenartig wiederholten Aneinanderreihung längst widerlegter Argumente, gepaart mit unverhohlener Aggressivität.<span id="more-1698"></span></p>
<h3>Aufruf zur Intoleranz</h3>
<p>Beweis gefällig? Jörges sagt, das Internet sei ein <em>rechtsfreier Raum</em>. Wo war der Mann die letzten Monate? Hat er keine Angst davor, ausgelacht zu werden? Und, wie zu erwarten ist der restliche Artikel von ähnlich ärmlicher Qualität. Schauen wir genauer hin. Die zweite Überschrift ist allein schon eine Entgleisung: &#8220;Ein Aufruf zur Intoleranz&#8221;. Soll das witzig gemeint sein? Gleich danach ein Geständnis: Jörges surft das Internet ab nach eindeutig verbotenem Material: Hakenkreuze, SS-Runen, das Horst-Wessellied. Das alles hat er sich angeschaut &#8211; wohl wissend, daß es sich um <em>illegales</em> Material handelt. Sein Vorgehen ist durchaus analog zu dem von <a href="http://solidaritaet-mit-joerg-tauss.de" target="_">Jörg Tauss</a>, der zum Thema Kinderpornographie recherchiert hat. Was Jörges abgeschmackterweise dem Abgeordneten Tauss vorzuwerfen scheint, bei sich selbst aber als normal ansieht.</p>
<h3>Der Unsinn mit dem rechtsfreien Raum</h3>
<p>Vermutlich dünkt er sich etwas besseres als ein Politiker, schließlich rechnet er sich ja zu den meinungsmachenden Zeitungsmachern. Zu den recherchierenden Journalisten kann er sich wohl kaum selbst zählen, ohne rot zu werden. Jörges hat sich unzweifelhaft strafbares Material beschafft, gesichtet und beherbergt es nach wie vor auf seinem Rechner in zahlreichen Cache-Dateien. Hier bin ich durchaus der Meinung, das müsse erlaubt sein, nicht nur Politikern und Journalisten, <em>jeder</em> der in einer Demokratie seine Stimme abgeben, mitregieren will, soll alles sehen und lesen dürfen. Das letzte Jahrhundert hätte vielleicht weniger Leid über die Menschen gebracht, hätten vor 1933 mehr Leute &#8220;Mein Kampf&#8221; gelesen. Aber es stört mich, wenn die Gesetze so strotzend vor Selbstgerechtigkeit nur für die anderen gelten sollen, und das in so einem Law-And-Order-Artikel.</p>
<p>Doch zurück zu dem Artikel:</p>
<blockquote><p>Es wird verherrlicht und verunglimpft, gehetzt und gelogen, agitiert und rekrutiert &#8211; völlig ungestört im Internet. Was in der realen Welt bestraft wird, bleibt in der digitalen Welt ungeahndet. Das Internet ist ein rechtsfreier Raum.</p></blockquote>
<p>Interessant: Jörges bezieht sich nicht auf sich selbst, nein, über &#8220;das Internet&#8221; schreibt er. Völlig ungestört? Nun, mit der gleichen kruden Logik könnte man sagen, daß unsere Straßen längst auch rechtsfreier Raum sind. Da wird gedrängelt und genötigt, beleidigt und bedroht. Und die Strafen? Ich meine die Strafen für Fehlverhalten, die nicht zur Finanzierung der Kommunen herangezogen werden? Nun, ich mußte einmal ein Auto zur Fahndung ausschreiben lassen &#8211; es wurde nie gefunden. Aber acht Strafzettel wegen Falschparkens bekam ich für dieses &#8220;unauffindbare&#8221; Auto dann doch noch in den folgenden Monaten. Anhand der Strafzettel habe ich dann das Auto selbst gefunden.</p>
<p>Schüler haben ein böses Video über einen Lehrer ins Internet gestellt. Die Verfasser konnten nicht gefunden werden, gleichwohl kann man das Video nicht mehr sehen. Aha, das Internet ist ein rechtsfreier Raum. Ist es nicht vielmehr die reale Welt? Ist die Schule ein rechtsfreier Raum, wenn die Urheber eines Schülerscherzes nicht ausfindig gemacht werden?</p>
<p>Natürlich will niemand Schülerscherze mit Völkermord vergleichen. Nehmen wir doch einfach Mord. Wie steht es denn um die weltweite Aufklärungsrate von Mord, im wirklichen Leben also? Bleiben die meisten Morde ungesühnt? Ja, aber ist die Welt nun ein rechtsfreier Raum? Blühender Unsinn. Genauso unsinnig wie bereits die Überschrift, Freiheit für die Mörder. Es gibt einen Unterschied zwischen Mord und brauner Hetzpropaganda, und wer den nicht mehr sieht, braucht eine Auszeit.</p>
<h3>Crescendo</h3>
<blockquote><p>Und der Skandal ist streng tabuisiert. Schon der Plan der Grossen Koalition, Kinderporno-Seiten zu sperren, der erste Eingriff in die grosse Freiheit, hat in der Internet-Gemeinde Entrüstung ausgelöst, Familienministerin Ursula von der Leyen die Schmähung Zensursula eingetragen und der gegen Netz-Zensur kämpfenden Piratenpartei Zulauf verschafft.</p></blockquote>
<p>Wer tabuisiert? Es wurde nicht darum gestritten, ob illegale Inhalte aus dem Netz entfernt werden dürfen oder nicht. Noch ist das hier ein Rechtsstaat. Was aber ist illegal? Entscheidet das die Polizei? Oder die Gerichte? Und ist das lächerliche Verbiegen von Nameservereinträgen eine Sperrung? Oder nur eine Alibiaktion, ungeeignet, schädlich, dumm?</p>
<p>Und dann das Geschwätz von der &#8220;Internet-Gemeinde&#8221;. Gibt es auch die &#8220;Telephonnutzergemeinde&#8221;? Die &#8220;Lufthansafliegergemeinde&#8221;? Alles Quatsch.  Und die &#8220;Ahnungslosen-Gemeinde&#8221; &#8211; mit Herrn Jörges als ihrem Prophet &#8211; gibt es die wenigstens? Vermutlich auch nicht, aber biblisch wird es durchaus im nächsten Absatz, wo Jörges über Jörg Tauss geifert (und er vergreift sich dabei an Tauss und an Jesus Christus in nur fünf Worten):</p>
<blockquote><p>Die Piraten umarmen den Unberührbaren</p></blockquote>
<p>um dann irgendwie wieder die Kurve zu kriegen, es ging ja um Nazis. Hier kommt erneut die Stunde des Propheten:</p>
<blockquote><p>Sperren wären weitaus wirksamer als ein NPD-Verbot</p></blockquote>
<p>Ich will gar nicht wissen, wie er das begründet. Es spielt auch keine Rolle, denn ein NPD-Verbot wäre ja schon wieder Alibi-Politik, blinder Aktionismus, ein Ablenken von tatsächlichen Dingen. Jörges hat es doch eigentlich begriffen, er selbst erwähnt den §86a StGB, den §130 StGB, er selbst bemerkt, daß jemand aus dem Ausland höhnt, diese BRD-Paragraphen seien ihm egal. Fein beobachtet, in den USA darf man Nazi sein, sich von Kopf bis Fuß mit Hakenkreuzen behängen und indiskutable Behauptungen aufstellen, ohne Angst vor Strafe haben zu müssen. Hier ist es verboten, dort nicht.</p>
<p>Kommt aber der der Verantwortliche für den Server mal nach Deutschland, zum Beispiel, um von einem Flugzeug in ein anderes zu steigen, und richtet sich der Server vielleicht sogar explizit an deutsche Leser, so riskiert der Betreiber eine Verhaftung und durchaus auch eine Verurteilung in Deutschland. Im Kalten Krieg war das ein völlig normaler Vorgang, niemand von Radio Free Europe oder Radio Liberty wäre auf die dumme Idee gekommen, in den Ostblock zu reisen, waren doch diese Sender vor allem auf Ziele hinter dem Eisernen Vorhang gerichtet.</p>
<p>Aha! Das Radio, ein rechtsfreier Raum? Aus der Sicht der Russen damals vielleicht wirklich, und die Analogie hält: Illegal wird so mancher Webserver erst durch seine Leser, nicht per se durch seine Existenz, auch wenn das Herrn Jörges vielleicht zu spitzfindig ist. Das Internet läßt sich nicht vollständig kontrollieren. Das stört die Chinesen, und es stört Herrn Jörges. Ja mei.</p>
<p>Aber ist das schlimm? Schlimm wäre es, könnte unsere Demokratie tatsächlich von ein paar braunen Spinnern gefährdet werden.</p>
<p class="finish">Einen intoleranten und unbelehrbaren Jörges muß sie ja auch aushalten.</p>
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		<title>Neger und so</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Jul 2009 13:26:15 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die Wirtschaftskrise ist vorbei. Das kann man jedenfalls aus den Themen schließen, um die sich der bayerische Wirtschaftsminister Zeil (FDP) jetzt kümmert: Er will dafür sorgen, daß die Neger aus den bayerischen Gaststätten verschwinden. Hier bei handelt es sich weder um dunkelhäutige Mitbürger noch um Gäste. Es handelt sich vielmehr um ein Getränk, ein Gemisch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-1612" title="Martin_Zeil" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2009/07/Martin_Zeil-300x206.jpg" alt="Martin_Zeil" width="300" height="206" />Die Wirtschaftskrise ist vorbei. Das kann man jedenfalls aus den Themen schließen, um die sich der bayerische Wirtschaftsminister Zeil (FDP) jetzt kümmert: Er will dafür sorgen, daß die Neger aus den bayerischen Gaststätten verschwinden.</p>
<p><span id="more-1610"></span>Hier bei handelt es sich weder um dunkelhäutige Mitbürger noch um Gäste. Es handelt sich vielmehr um ein Getränk, ein Gemisch aus Coca-Cola und Weißbier. Das heißt seit Menschengedenken &#8220;Neger&#8221;. Nimmt man statt Cola Zitronenlimo, heißt es &#8220;Ruß&#8221;. Die Russen sind Zeil egal, aber die Neger sind ihm, wenn man das Wortspiel erträgt, sauer aufgestoßen und er will nun, wie man der <a href="http://www.sueddeutsche.de/b5O38D/2984355/Neger-soll-Cola-Weisse-heissen.html" target="_blank">Süddeutschen beispielsweise entnehmen kann</a>, den Gaststättenverband davon überzeugen, statt &#8220;Neger&#8221; &#8220;Cola-Weiße&#8221; zu schreiben. Denkt man diesen Geniestreich zuende, haben wir vielleicht wirklich die Lösung. Nicht so künstliche Wortschöpfungen wie &#8220;Afroamerikaner&#8221; oder &#8220;Melaningesegnete&#8221;, nein, nennen wir doch auch generell die Menschen mit schwarzer Haut in Zukunft &#8220;Cola-Weiße&#8221;. Das wirkt integrierend.</p>
<p>Und die Getränke? Nun, ich hätte einen Vorschlag, wie man ein Getränk nennen sollte, bei dem in einem Weißbierglas unten eine trübe Flüssigkeit schwappt und obendrauf einfach nur Schaum ist:</p>
<p class="finish">&#8220;Politiker&#8221;</p>
<p><em>Bildquelle: </em><a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Martin_zeil.jpg&amp;filetimestamp=20090707162751" target="_blank"><em>Wikipedia</em></a></p>
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		<title>Links (2)</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Jun 2009 16:25:07 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Daß die gestrige Abstimmung im Bundestag enttäuschend ausgehen würde, hatte sich abgezeichnet. Die Hoffnungen richten sich nun auf den Bundespräsidenten und auf das Bundesverfassungsgericht. Zum einen lieferten bis auf wenige Ausnahmen die Regierungspolitiker die gewohnte Mischung aus Ahnungslosigkeit, Borniertheit und Feigheit ab. Besonders schlimm, daß der SPD-MdB Martin Dörmann eine Zwischenfrage seines Parteikollegen Jörg Tauss [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Daß die gestrige Abstimmung im Bundestag enttäuschend ausgehen würde, hatte sich abgezeichnet. Die Hoffnungen richten sich nun auf den Bundespräsidenten und auf das Bundesverfassungsgericht. Zum einen lieferten bis auf wenige Ausnahmen die Regierungspolitiker die gewohnte Mischung aus Ahnungslosigkeit, Borniertheit und Feigheit ab. Besonders schlimm, daß der SPD-MdB Martin Dörmann eine Zwischenfrage seines Parteikollegen Jörg Tauss mit dem Ausruf quittierte, von Jörg Tauss wolle er heute nichts hören. Feigheit. <a href="http://blog.fefe.de/?ts=b4c4ba81" target="_blank"><em>fefe</em> hat&#8217;s mitprotokolliert</a>.</p>
<p>Irgendwie ist das aber auch alles schon wieder komisch. <span id="more-1450"></span>Das klingt ja so, als sei das Drehbuch zu dieser Farce von Frau Rowlings geschrieben worden. Wiebitte? Na klar! Wie fängt jeder durchschnittliche Harry-Potter-Band an? Einer der Helden, meistens Potter selbst, gerät in Verdacht, sieht sich Vorverurteilungen ausgesetzt, gerne auch in der Presse (hier also im <em>Daily Prophet</em>). Und die Politik? Sieben lange Bände kann man sich köstlich amüsieren über dieses Magieministerium mit seinem inkompetenten Minister. Und nun die reale Welt, kein bißchen besser. Aber so besteht die Hoffnung, daß am Ende dieses unrühmlichen Bandes Jörg Tauss voll rehabilitiert die Welt von den Lakaien von Du-Weißt-Schon-Wer befreit.</p>
<p>Ernsthafter einsteigen in die Kritik kann man hier: Thomas Knüwer auf der Handelsblatt-Plattform in <a href="http://handelsblatt6.blogg.de/eintrag.php?id=2151" target="_blank">seinem Blog &#8220;Indiskretion Ehrensache&#8221;</a>: Schöne Zusammenfassung.</p>
<p>Sehr interessant auch, was zwischen der SPD und dem AK Zensur passiert ist. Wir erinnern uns: Die SPD traf sich mit den Vertretern des AK Zensur. Als klar wurde, daß die SPD schon wußte, daß sie sich für die Sperrplattform aussprechen würde, gab es für den AK keine Alternative: der Kontakt mußte abgebrochen werden. Es war nichts mehr zu ändern und als Feigenblatt waren sich die Mitglieder des AK zu schade. Zu Recht. <a href="http://ak-zensur.de/2009/06/zensur-beschlossen-brief.html" target="_blank">Hier die Absage</a>. Verblüffenderweise kam sogar eine <a href="http://netzpolitik.org/wp-upload/090618-ak-zensur-afreude-kipornografiebekaempfungsg.pdf" target="_blank">Antwort von Martin Dörmann</a>, ja, genau dem, von dem hier eingangs schon einmal die Rede war. Nach Lektüre dieser Zeilen wollte ich gerade zu einer schwungvollen Kritik ansetzen, aber diese Arbeit hat mir <a href="http://rz.koepke.net/?p=3058" target="_blank">Holger Köpke in seinem Reizzentrum bereits abgenommen</a>. Er zerfieselt den Brief Zeile für Zeile und führt Dörmann vor. Der Artikel lohnt sich, dazu vielleicht ein Cognac.  Dörmann hatte ja entlarvende Aussagen in seinen Brief gepackt, die jede für sich geeignet waren, einen kompletten Verriß in einem Blog mit Material zu versorgen. Am schlimmsten fand ich persönlich diesen Absatz:</p>
<blockquote><p>Wir halten es aber für falsch und völlig unangemessen, im Zusammenhang mit dem vorliegenden Gesetz von Zensur zu reden. Niemand würde es als Zensur bezeichnen, wenn die Polizei ein kinderpornografisches Bild an einem Zeitungskiosk beschlagnahmt. Auch Sie selbst sprechen ja nicht von Zensur, wenn Sie auf dem Löschen entsprechender Inhalte auf Internetservern bestehen. Demgegenüber ist eine Maßnahme, mit der der Zugang zu solchen Seiten lediglich durch eine Sperre erschwert wird, sogar die mildere Maßnahme.</p></blockquote>
<p>Wer will eigentlich <em>milde Maßnahmen</em> gegen KiPo? Die Wirkungslosigkeit war das Thema, und die Mißbrauchsbedenken gegenüber der Plattform. Und in diesem Zusammenhang halte ich es für richtig und für völlig angemessen, im Zusammenhang mit dem vorliegenden Gesetz von einer Zensurplattform zu reden und zu sagen: Wehret den Anfängen. Der AK Zensur hatte Recht mit seiner Absage &#8211; niemand hatte ihnen dort offensichtlich wirklich zugehört. Zeitverschwendung.</p>
<p>Warum bin ich eigentlich so heiter? Nun, so einfach ist eine Demokratie nicht vorzuführen, jedenfalls nicht bei uns. Die nächste Hürde ist unser Bundespräsident Köhler, ein Mann, der noch nie den Grüßaugust und Abnickkasperl gegeben hat. Und eine weitere Hürde ist unser Bundesverfassungsgericht, das regelmäßig und in letzter Zeit immer häufiger Gesetze kassiert hat. Noch ist nichts vorbei und wir erfreuen uns an einem Bild, was <a href="http://www.mediengestalter.cc/2009/06/17/allgemein/zensursula-aus-designersicht/" target="_blank">auf den Seiten unter &#8220;mediengestalter.cc&#8221; zu sehen ist.</a> Man muß nicht immer schreiben, es geht auch kürzer (Bildrechte dort sind dort erwähnt):</p>
<p align="center"><img class="aligncenter size-full wp-image-1452" title="zensursula1" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2009/06/zensursula1.jpg" alt="zensursula1" width="755" height="485" /></p>
<p class="finish">Es bedarf einfach mehr, um mein Vertrauen in die freiheitlich demokratische Grundordnung zu erschüttern.</p>
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		<title>DE-Mail</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2009/06/15/de-mail/</link>
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		<pubDate>Mon, 15 Jun 2009 08:15:47 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Gerade hatten wir es noch von der Post und wie sie nun(?) erkennt, daß ihr möglicherweise irgend­welche Felle davon­schwim­men. Die Wirt­schafts­woche ver­mu­te­te noch, die Post nehme eine neue Be­drohung aus dem Inter­net wahr: Die DE-Mail. Darüber gibt es einen langen WiWo-Artikel, auch online: Kampf um die elektronische Post In wenigen Wochen startet ein neues E-Mail-System, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/2009/06/14/traritrara-die-post-naja/" target="_blank"><img class="alignright size-medium wp-image-1418" title="Schneckenpost" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2009/06/Schneckenpost-235x300.png" alt="Schneckenpost" width="235" height="300" />Gerade hatten wir es noch von der Post</a> und wie sie nun(?) erkennt, daß ihr möglicherweise irgend­welche Felle davon­schwim­men. Die Wirt­schafts­woche ver­mu­te­te noch, die Post nehme eine neue Be­drohung aus dem Inter­net wahr: Die DE-Mail. Darüber gibt es <a href="http://www.wiwo.de/unternehmer-maerkte/kampf-um-die-elektronische-post-398399/" target="_blank">einen langen WiWo-Artikel, auch online</a>:</p>
<blockquote>
<h3>Kampf um die elektronische Post</h3>
<p>In wenigen Wochen startet ein neues E-Mail-System, das einen Großteil des Briefverkehrs überflüssig machen soll. Die Deutsche Post droht ein Milliardengeschäft zu verlieren und entwickelt daher eine eigene Version der elektronischen Post.</p></blockquote>
<p>Das ist in vielerlei Hinsicht erstaunlich. Es ist also immer noch ein Mil­li­ar­den­ge­schäft, die Brief­schrei­be­rei. Aber, so wie es aus­sieht, wird das Geld nicht mit solchen Briefen verdient, wie man sie sich gemein­hin unter diesem Namen vor­stellt. <span id="more-1411"></span>Denn hier ist der Schrumpfungs­prozeß längt ab­ge­schlos­sen, EMail gibt es schon und DE-Mail ist was anderes. Bei Privat­briefen und bei Reklame ändert sich nichts. Also um was geht es?</p>
<h3>Briefe, Briefe, Briefe</h3>
<p>Verträge? Kann man faxen. Rechnungen müssen auf Papier verschickt werden. Zu­min­dest theoretisch, das kostet noch viel Porto. Müssen sie es wirk­lich? Wo steht das? Wenn das Unter­nehmen A dem Kunden B eine PDF-Rechnung per EMail schickt, ist das nicht ver­boten. B zahlt die Rech­nung, fertig. Das Problem be­ginnt, wenn B selbst ge­werb­lich tätig ist, genauer: vor­steuer­ab­zugs­be­rech­tigt, un­ge­nauer: Die Mehr­wert­steuer wieder raus­kriegt. Dafür bedarf es einer Papier­rech­nung oder, oft un­reali­stisch, einer Rech­nung, die dem Ge­setz zur digi­talen Signa­tur Ge­nüge lei­stet. Typi­scher­weise wer­den von Unter­nehmen Rech­nun­gen, die per EMail ein­trudeln, ein­fach aus­ge­druckt und manch­mal listig mit einem Ein­gangs­stempel ver­sehen. Das ist so üb­lich, dass es längst An­zeichen gibt, dass dieses Vor­gehen nicht mehr be­an­stan­det werden wird, denn schließ­lich haben alle Rech­nungen ein­deutige Nummern zu tragen, da spielt es keine Rolle, ob eine Rech­nung kopiert wird. Die nor­ma­tive Kraft des Faktischen also.</p>
<h3>Alte Hüte</h3>
<p>Was gibt es noch? Einschreiben. Das gibt es tatsächlich noch nicht per EMail. Das heißt, es gibt es schon, nur nicht zu­ver­lässig. Alte Mailclients von Micro­soft hatten beispielsweise die Mög­lich­keit, Empfangs­be­stä­ti­gun­gen an­zu­for­dern. War dies auf Empfänger­seite frei­ge­ge­ben, wurden Be­stä­ti­gun­gen ver­schickt: &#8220;Zeit­punkt 1: Hat die Mail be­kom­men&#8221;. &#8220;Zeit­punkt 2: Hat die Mail ge­le­sen&#8221;. &#8220;Zeit­punkt 3: Hat die Mail weiter­ge­lei­tet/ge­löscht/beim Lesen ge­lacht&#8221; oder so. Be­son­ders liebe­voll pro­gram­mier­te Mail­clients aus an­de­ren Welten hatten durch­aus zum Teil die Option &#8220;Micro­soft­kon­forme Status­mel­dungen zu­las­sen&#8221;. Ich hatte das alles ab­ge­schal­tet &#8211; Band­breite war da­mals kost­bar und ich war der Meinung, diese Rück­meld­ungen gingen weit über das hinaus, was einen potentiell ano­nymen Kom­mu­ni­ka­tions­part­ner irgend­etwas an­ginge.</p>
<p>Will ich heute den Zugang einer EMail nach­weisen, lege ich schlimm­sten­falls Log­files vor. Und Mani­pula­tionen schließe ich aus, indem ich meine Mails signiere. Fertig. Zu­ge­geben, da ist ein Un­sicher­heits­faktor. Die Gegen­seite kann ja lügen. Aber das kann sie heute auch schon &#8211; &#8220;ja, ich habe das Einschreiben bekommen, aber der Umschlag war leer&#8221;. Und genau wie bei der Papierpost kann man sich eigent­lich nur mit Zeugen ab­sichern.</p>
<p>Hier eine Schnittstelle zu schaffen, die mehr Rechts­sicher­heit schafft, ist viel­leicht eine gute Idee. Aber keine neue. Neu ist ledig­lich, daß die Idee ge­setzl­ich ge­för­dert wird. Was macht DE-Mail genau?</p>
<blockquote><p>[... ein] E-Mail-System, das weitaus höheren Sicherheitsansprüchen genügt als die gängige elektronische Kommunikation. Dieser höhere Standard garantiert Absendern und Empfängern, dass eine E-Mail tatsächlich von demjenigen stammt, den er vorgibt, zu sein. Damit werden Verträge, Dokumente und Mitteilungen online rechtsverbindlich. Den Nachweis, die Anforderungen zu erfüllen, müssen die Anbieter von De-Mail gegenüber dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik erbringen. Die digitale Signatur, eine Art elektronische Unterschrift, gibt es zwar schon seit einigen Jahren, galt jedoch in der Regel nur für den E-Mail-Verkehr bei einem bestimmten Internet-Anbieter.</p></blockquote>
<p>Das muß sich auf ein Parallel­uni­ver­sum be­ziehen. Dem Ab­sender muß nie­mand ga­ran­tie­ren, wer der Ab­sender ist. So ein Un­sinn. Und Ver­träge, Dokumente und Mit­teilun­gen sind auch heute durch­aus rechts­ver­bind­lich per EMail mög­lich.</p>
<h3>Selbst ist der Mann</h3>
<p>Will der Empfänger wissen, dass der Ab­sender der ist, der er zu sein vorgibt, so kann er das bei der heutigen Brief­post ja auch nicht. Hier geht also kein Geschäft für die Post zurück. Bei EMail kann er das hingegen schon seit vielen Jahren, und von Jahr zu Jahr wird es ein­facher. Die digitale Unter­schrift per PGP war im letzten Jahr­hundert be­reits nicht nur etwas für Spiel­kinder. Der heise-Ver­lag (c&#8217;t) ver­an­staltete auf jeder größeren Messe, min­de­stens Systems und Cebit, eine PGP-Signing-Party. Das funkti­o­nier­te so: Jeder kann sich kosten­los einen Schlüs­sel basteln. Selbst­ver­ständ­lich auch einen ge­fälsch­ten. Ein Schlüssel sorgt dafür, daß Ab­sender <em>und Inhalt</em> einer Mail nicht manipulierbar sind. Dass man damit Mails auch ver­schlüs­seln kann, sei hier nur kurz er­wähnt. Es kommt also darauf an, ob ich einem Schlüssel <em>vertraue</em>. Hier gibt es das <em>Web of Trust</em>: Ver­traut je­mand mir, so kann er auch den Schlüsseln vertrauen, denen ich ver­traue. Man unter­schreibt also die Schlüssel der anderen und stellt all diese In­for­ma­ti­o­nen welt­weit auf Schlüs­sel­servern zur Ver­fügung. Fertig. Und auf den Signing-Parties zeigte man seinen Ausweis her und sammelte Unterschriften der Beglaubiger. So konnte jeder teilnehmen.</p>
<p>Ein kleines Problem mit PGP war, dass der Er­fin­der auf einmal Geld ver­dienen wollte, aber so individuell war die Idee einfach nicht, und so ent­stand die freie Version GPG. Tut hier nichts mehr zu Sache, aber was oben in der WiWo stand, dass digitale Unter­schriften nur bei be­stimm­ten Inter­net-An­bietern ge­gol­ten hätten, ist nicht wirk­lich nach­voll­zieh­bar. Aber ach, ein Schlüssel, der nichts kostet, taugt nichts, und so weigerten sich alle mehr oder weniger amt­lichen Stellen, sich mit dem System weiter zu be­schäf­ti­gen. Egal, das Netz ist er­fin­de­risch, heute gibt es ja ein System, das amt­liche, halb­amt­liche und frei er­zeug­te Schlüssel neben­ein­ander be­treiben kann. Outlook kann damit umgehen, Mac und Linux sowieso. Na also.</p>
<h3>Der böse Rezipient</h3>
<p>Zu jedem Kommunikationssystem gehören immer zwei. Ein Sender und ein Empfänger. Was nützt mir eine Empfangs­be­stä­ti­gung, die nur sagt, die Mail wurde ab­ge­lie­fert? DE-Mail geht davon aus, daß Sender und Empfänger beide am System teil­nehmen. Nur so funktioniert die Empfangsbestätigung wirklich. Und da muß sich das System der Öffentlichkeit stellen, wie alles im Internet. Wird es angenommen, wird es eine Norm. Wenn nicht, dann floppt es. Bis jetzt gibt es nicht einmal einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Request_for_Comments" target="_blank">RfC</a> zu dem Thema &#8211; das schaut schlecht aus mit der Akzeptanz der Benutzer.</p>
<p>An­ge­sichts der un­schönen Atti­tüden unseres Innen­mini­steri­ums werden sich viele Leute hüten, einem System zu ver­trauen, das staatl­ich gefördert ist. Kosten­los wird das Ganze auch nicht sein. Von einem Schätz­preis von 10 ct wird aus­ge­gan­gen &#8211; das ist wenig, ver­­gleicht man es mit den Kosten für ein Ein­­schrei­ben, aber es ist ziem­lich viel, ver­gleicht man es mit den Kosten einer simplen EMail. Das muß ein­facher gehen. Meine Bank schickt mir keine Konto­aus­züge mehr. Ich kann sie in einem ge­schütz­ten Bereich des Online­banking herunter­laden. Daß ich den Auszug ab­ge­holt habe, kann die Bank nach­weisen. Daten­schutz­pro­bleme habe ich damit nicht, denn das konnte sie vorher schon, als ich noch den Beleg­drucker in der Bank auf­suchen mußte dafür. Die Bank braucht hier somit schon mal kein DE-Mail, und das ist nur <em>ein</em> Beispiel.</p>
<h3>Kurz gesprungen</h3>
<p>Viele stört sicher auch das &#8220;D&#8221; in &#8220;DE-Mail&#8221;. Was ist, wenn ich europa­weit die Vor­züge ge­normter Mail­nach­weise nutzen will? Das gibt es schon längst, nennt sich beispielsweise <a href="http://www.ewitness.eu/de-de/was_ist_ewitness.aspx" target="_blank">&#8220;eWitness&#8221;</a>, Werbung will ich dafür nicht machen, aber es ist eine Initiative eines Italieners und eines Franzosen, Sitz in Luxem­burg, Technik­dienst­leister eine deutsche Firma. Somit genügt mir nur der Hin­weis, daß der ganze DE-Mail-Komplex nach einem büro­kra­ti­schen Coup aus­sieht. Wie erfinde ich was, was es längst gibt und keiner er­kennt des Kaisers neue Kleider?</p>
<p>Meine Firma wird prüfen, wie aufwendig eine &#8220;DE-Mail-Zerti­fi­zie­rung&#8221; für unsere Mail­pro­dukte ist. Wenn es leicht geht, wo­von wir aus­gehen, bauen wir es ein. Wenn es kosten­trei­ben­der sinn­loser Bal­last ist, den kein Kunde will, lassen wir es weg. So funkti­o­niert das Inter­net. Und die Post kann sich ja auch wieder ein­brin­gen. Sie muß ja keinen Gegen­ent­wurf machen, wie in dem WiWo-Artikel be­schrie­ben, sondern ein gut brauch­bares System, das besser ist als andere, aber die DE-Mail-Vor­ga­ben er­füllt. Mit ein bißchen Glück wird sie weiter­hin von unseren offi­zi­ellen Stellen bevor­zugt. Es ist ja immer noch so, daß ich zwar UPS, TNT und PIN und wie sie alle heißen, nicht auf mein Grund­stück lassen muss. Über die Post kann mir aber den­noch immer alles &#8220;amtlich zugestellt werden&#8221;. Um­ge­kehrt geht das nicht, ich kann mich nicht exklusiv von PIN be­lie­fern lassen, nur weil ich mit dem Service der Post nicht zufrieden bin. Merk­würdig. Ist aber so, sagt <a href="http://www.wdrmaus.de/" target="_blank">die Maus</a>.</p>
<h3>Hoppla!</h3>
<p>Fast überlesen hätte ich den Schluß des WiWo-Artikels:</p>
<blockquote><p>Sollten sich die Gewerkschaften nicht bewegen und etwa Arbeitszeitverlängerungen ohne Lohnausgleich ablehnen, will Post-Vorstand Gerdes die Daumenschrauben anziehen. „Hier geht es um die Sicherung von Arbeitsplätzen“, sagt er gegenüber der Wirtschafts-Woche. „Wenn sich die Gewerkschaften nicht bewegen, schließe ich Outsourcing und mittelfristig betriebsbedingte Kündigungen nicht aus.“</p></blockquote>
<p>Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich? War die Post nicht der Laden, der vor einem Jahr mit Mindest­löhnen seine Wett­be­wer­ber bei­nahe aus­ge­schaltet hat? Inter­es­siert nicht mehr? Oder halten die uns für vergeß­lich? Wieder ein</p>
<p class="finish">Eintrag mehr in die Pharisäerliste&#8230;</p>
<p><em>Bildquelle: </em><a href="http://www.glassart-tobler.ch/" target="_blank"><em>Glassart Tobler</em></a></p>
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