<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>SvB-Blog &#187; Wikipedia</title>
	<atom:link href="http://www.svb.bayern.net/tag/wikipedia/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.svb.bayern.net</link>
	<description>Die Freiheit der Meinung setzt voraus, daß man eine hat (Heinrich Heine)</description>
	<lastBuildDate>Thu, 02 Feb 2012 21:28:25 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3</generator>
		<item>
		<title>Wikinger!</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2009/12/29/wikinger/</link>
		<comments>http://www.svb.bayern.net/2009/12/29/wikinger/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 29 Dec 2009 18:02:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Australien]]></category>
		<category><![CDATA[CCC]]></category>
		<category><![CDATA[Dänemark]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Island]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
		<category><![CDATA[Nixon]]></category>
		<category><![CDATA[Politiker]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegelaffäre]]></category>
		<category><![CDATA[von der Leyen]]></category>
		<category><![CDATA[Watergate]]></category>
		<category><![CDATA[Whistleblower]]></category>
		<category><![CDATA[Wikileaks]]></category>
		<category><![CDATA[Wikipedia]]></category>
		<category><![CDATA[Zensur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.svb.bayern.net/?p=1928</guid>
		<description><![CDATA[Wikileaks wird in der Öffentlichkeit immer gerne als &#8220;Whistle­blower Platt­form&#8221; bezeichnet. Was auch immer man sich darunter vor­stellen mag: Im modernen Manager­sprech ist ein Whistle­blower ein In­sider, der aus Ge­wissens­grün­den an die Öffent­lich­keit geht und Ge­heim­nisse verrät, die ihm an­ver­traut wurden oder auf die er als Teil des Sy­stems Zu­griff hatte. Dabei nimmt er in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2009/03/wikileaks.png"><img class="size-full wp-image-617 alignleft" title="wikileaks" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2009/03/wikileaks.png" alt="" width="121" height="270" /></a>Wikileaks wird in der Öffentlichkeit immer gerne als &#8220;Whistle­blower Platt­form&#8221; bezeichnet. Was auch immer man sich darunter vor­stellen mag: Im modernen Manager­sprech ist ein Whistle­blower ein In­sider, der aus Ge­wissens­grün­den an die Öffent­lich­keit geht und Ge­heim­nisse verrät, die ihm an­ver­traut wurden oder auf die er als Teil des Sy­stems Zu­griff hatte. Dabei nimmt er in Kauf, zum Ver­räter an Kollegen, Partnern oder Freunden zu werden. Für die antiken Griechen handelt es sich hier ganz klar um ein moralisches Di­lemma, und die Götter haben ihre un­barm­herzige Hand im Spiel. Wir Deutschen sehen hier eher Luther vor uns, wie er sagt &#8220;hier stehe ich und kann nicht anders&#8221;.</p>
<p>Das entspricht aber nun ganz und gar nicht dem Bild, das ich von Wiki­leaks habe. <span id="more-1928"></span>Die Leute hinter Wiki­leaks sind selbst keine Insider, oder nicht not­wendiger­weise. Dokumente, die hier ver­öffent­licht werden, kommen auch nicht jedes Mal von In­sidern, sondern oft wurden sie einfach digital &#8220;ab­ge­griffen&#8221;. Sie ver­raten keine Ge­heim­nisse, die ihnen an­ver­traut wurden, sie zerren Dinge ans Licht, die sie ent­hüllen. Und sie sind keine reinen Plattformbetreiber, also Megaphon-Halter, sondern sie recherchieren. Nicht alles, wo nur &#8220;Skandal&#8221; darübersteht, wird bedenkenlos veröffentlicht. Damit sind sie die modernen Ent­hüllungs­jour­na­li­sten, in bester Tradition von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Woodward" target="_blank">Bob Woodward</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Bernstein" target="_blank">Carl Bernstein</a>, die ver­hin­dern konnten, dass Nixons <a href="http://www.washingtonpost.com/wp-srv/politics/special/watergate/index.html" target="_blank">Watergateaffäre</a> ver­tuscht wurde. Die Quellen dazu blieben ge­schützt, die Identität von &#8220;Deep Throat&#8221; wurde dreißig Jahre lang geheim­ge­halten. In­zwischen wissen wir, es war Mark Felt, damals Nummer 2 des FBI. Heute hätte sich Deep Throat vielleicht nicht an die Washington Post gewendet, sondern eher an Wikileaks.</p>
<h3>Kenia</h3>
<p>Bei Herrn <a href="http://www.dw-world.de/dw/article/0,,4921535,00.html" target="_blank">Githongo</a> war das so. Ein Fall, der in Deutsch­land weniger für Schlag­zeilen gesorgt hat: Githongo war in Kenia zu­ständig für die Be­kämpfung der Kor­rup­tion, was gefühlt das­selbe ist wie ein Eis­ver­hinderer­job am Nord­pol. Nachdem er seine Auf­gabe ernst­ge­nom­men hat, muss­te er fliehen, und er wandte sich in London nicht an die BBC, sondern gleich an Wiki­leaks. Später wurde durch die Ver­öffent­lichung die Wahl in Kenia stark beeinflußt.</p>
<p>Enthüllungsjournalismus gab es auch in Deutsch­land, und auch hier versuchte der Staat, oder besser seine Re­prä­sentan­ten, zunächst re­flex­haft, die Wahr­heit zu unter­drücken. Die Ant­wort auf öffent­liche Skandale ist höchst selten &#8220;wie konnte so eine Sauerei passieren&#8221; sondern fast immer zuerst &#8220;wer hat hier ge­plaudert&#8221;, ver­bunden mit der An­drohung von Re­pressa­lien und sogar Straf­verfolgung. Lücken­los, soweit ich zurück­denken kann, also etwa bis zur <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Spiegel-Affäre" target="_blank">Spiegel­affäre</a>, und wenn ich weiter zurück­denken könnte, würde es nicht besser. Damals war ich noch <em>sehr </em>jung, und so erinnere ich mich viel besser an all die Dinge, die wir Wiki­leaks ver­danken:</p>
<ul>
<li>Wir kennen nun die geheimen Verträge zwischen <a href="http://futurezone.orf.at/stories/1632790/" target="_blank">Toll Collect</a> und der Bundesregierung. Vielleicht immer noch nicht vollständig, aber was man sehen konnte, war brisant.</li>
<li>Nachdem die damalige Bundesfamilienministerin von der Leyen behauptet hatte, wie gut ihre Sperrlistenidee in den skandinavischen Ländern funktioniere, war es äußerst spannend, bei Wikileaks zu <a href="http://en.wikinews.org/wiki/Wikileaks_tells_Wikinews_why_they_published_Danish_child_porn_censorship_list" target="_blank">lesen</a>, was da alles als angebliche Kinderpornographie gesperrt werden sollte. Zuerst kam die dänische Liste, dann die australische, woraufhin Australien nicht etwa den Skandal aufklärte, sondern versuchte, Wikileaks zu zensieren.</li>
<li>Aktuell: Der <a href="http://www.gulli.com/news/kundus-wikileaks-ver-ffentlicht-untersuchungsbericht-2009-12-14" target="_blank">Kundus-Report</a>. Genauer: Der berüchtigte Feldjägerbericht, von dem in den Medien so oft die Rede war.</li>
</ul>
<p>Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Wikileaks sorgt dafür, daß Mauscheleien nie sicher vor Aufdeckung sein können und dass Quellen geschützt werden müssen, damit sie sprudeln. Das natürlich bei aller Gefahr, die von nicht überprüfbaren Quellen ausgehen, aber diese Konstellation ist nicht neu: Auch heute schon müssen Journalisten ihre geschützten Quellen überprüfen oder ihren Ruf aufs Spiel setzen. Wie Wikileaks.</p>
<h3>Ein sicherer Ort für Server</h3>
<p>Auf dem 26. Computer Communication Congress, kurz: <a href="http://events.ccc.de/congress/2009/wiki/Welcome" target="_blank">26C3</a>, traten nun zwei der Macher von Wikileaks auf: Julian Assange und Daniel Schmitt. Sie hatten einen über­raschen­den Vor­schlag: Island sollte die Schweiz der Bits und Bytes werden. Genauer: Island ist der vielleicht flexibelste Staat unter allen zivilisierten Ländern der Welt. In Island hätte man die Chance, die liberalsten Gesetze zum Schutz von Presse- und Ver­öffent­lichungs­frei­heit zu schaffen. Dort wäre damit der ideale Ort, Rechen­zentren zu er­öffnen, nach­dem auch im Hin­blick auf Nach­haltig­keit die Vor­aus­setzungen günstig wären, Kühlung und Energie­er­zeugung sind in Island einfacher als bei uns. Und wie die Schweiz und andere so­ge­nannte Steuer­oasen daraus Gewinn ziehen konnten, dass sich bei ihnen die Menschen bzw. ihr Geld wohler fühlte als in der jeweiligen Heimat, so könnte Island brisanten Servern einen sicheren Hafen bieten. Deutschland kommt hier nicht in Frage. Wir sind nicht bereit, wirklich liberal und frei zu sein, wenn es um In­halte geht. Nicht nur diverse Innen­minister und ehe­malige Familien­mini­sterin­nen zeigten in der Ver­gangen­heit eine er­schreckende Ein­stellung zu diesem Thema. Hier wird &#8220;nicht lang gefackelt&#8221; und Server werden durch­aus be­schlag­nahmt &#8211; zu­min­dest wird ihnen damit gedroht.</p>
<p>Servern wie dem von Wikileaks. Also, auf nach Island! Und dann wäre klar, woher ab sofort der Name &#8220;Wikileaks&#8221; kommt: Nicht etwa von &#8220;Wiki-Wiki&#8221;, wie man es in Wikipedia und allen verwandten Portalen sieht und was hawaiianisch ist für &#8220;schnell&#8221; (eine Verballhornung des englischen &#8220;<em>quick</em>&#8220;), sondern von den Gründern der isländischen Nation,</p>
<p class="finish">den Wikingern!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.svb.bayern.net/2009/12/29/wikinger/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Im Ausland ist alles besser</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2009/03/27/im-ausland-ist-alles-besser/</link>
		<comments>http://www.svb.bayern.net/2009/03/27/im-ausland-ist-alles-besser/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 27 Mar 2009 00:08:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
		<category><![CDATA[Ausland]]></category>
		<category><![CDATA[Australien]]></category>
		<category><![CDATA[Bild]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesinnenministerium]]></category>
		<category><![CDATA[Dänemark]]></category>
		<category><![CDATA[Europol]]></category>
		<category><![CDATA[Finnland]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderpornographie]]></category>
		<category><![CDATA[Lapsiporno]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei]]></category>
		<category><![CDATA[Regierung]]></category>
		<category><![CDATA[Stil]]></category>
		<category><![CDATA[von der Leyen]]></category>
		<category><![CDATA[Wikileaks]]></category>
		<category><![CDATA[Wikipedia]]></category>
		<category><![CDATA[Zensur]]></category>
		<category><![CDATA[Zensursula]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.svb.bayern.net/?p=601</guid>
		<description><![CDATA[Das Thema läßt uns nicht los. Die Familienministerin ist noch nicht fertig. &#8220;Wenn die Internetseitensperrung im Ausland funktioniert, wieso funktioniert sie nicht bei uns?&#8221; &#8211; so war sie mehrfach zu vernehmen. Aber wer sagt denn, dass die Sperrung im Ausland funktioniert? Beginnen wir in Finnland. Dort tragen zensurkritische Journalisten Material auf dem Webserver &#8220;www.lapsiporno.info&#8221; zusammen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-full wp-image-617" title="wikileaks" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2009/03/wikileaks.png" alt="wikileaks" width="121" height="270" />Das Thema läßt uns nicht los. Die Familienministerin ist noch nicht fertig. &#8220;Wenn die Internetseitensperrung im Ausland funktioniert, wieso funktioniert sie nicht bei uns?&#8221; &#8211; so war sie mehrfach zu vernehmen. Aber wer sagt denn, dass die Sperrung im Ausland funktioniert?</p>
<p>Beginnen wir in Finnland. Dort tragen zensurkritische Journalisten Material auf dem Webserver &#8220;<a href="http://www.lapsiporno.info/" target="_blank">www.lapsiporno.info</a>&#8221; zusammen. Peinlich: Genau dieser Server wurde von den finnischen Zensurbehörden gesperrt. Lapsi sind die Kinder in Finnland. Der Name des Servers ist nicht geschmackvoll, vielleicht ein bisserl zu drastisch. Aber der Vorfall beweist, daß sich die dortige Polizei nicht mit Einzelfallprüfungen abgab, bevor sie einen kompletten Server auf die Blockliste setzte. (Quelle: <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Lapsiporno.info" target="_blank">Wikipedia England</a>).</p>
<p>Gehen wir nach <a href="http://pressetext.com/news/090320018/australien-heftige-kritik-an-internetzensurpolitik/" target="_blank">Australien</a>. <span id="more-601"></span>Wer Listen zusammenstellt, muß damit rechnen, daß sie in falsche Hände geraten. Eine Liste einschlägiger Kinderpornoseiten ist nicht einfach so mal zu googeln. Aber die australische Zensurbehörde war hilfreich. Sie lieferte genau diese Liste. Die Perversen waren jedoch sehr enttäuscht:</p>
<blockquote><p>Die für die Regierung überaus peinliche Veröffentlichung zeigt nämlich, dass die ACMA es nicht nur ausschließlich auf verbotene Webangebote abgesehen hat, sondern auch auf Online-Poker-Seiten, YouTube-Links, Wikipedia-Einträge und Homepages von bestimmten Glaubensgemeinschaften. Sogar ein Reiseveranstalter und ein Zahnarzt sollen laut Bericht des Sydney Morning Herald auf der schwarzen Liste zu finden sein.</p></blockquote>
<p>Natürlich wurde darüber berichtet. Auch über einen sehr ähnliche Fall in Dänemark. Und in Thailand. Und auch über den Fall in Finnland. Und in Norwegen, da gibt es auch so eine Liste. Alles war genau dokumentiert auf dem Server &#8220;<a href="http://wikileaks.de/wiki/Special:Search?search=internet+censorship&amp;go=Go" target="_blank">wikileaks</a>&#8220;.</p>
<p>Aber was passiert in Deutschland? <a href="http://pressetext.de/news/090325037/hausdurchsuchungen-bei-wikileaksde-domaininhaber/" target="_blank">Hausdurchsuchungen bei Wikileaks.de-Domaininhaber</a>. Einschüchterung? Aber wo bleibt die Selbstkritik? Da ist kein Erschrecken. Keine Sorge, was mit solchen Listen passiert. Auch nicht, nachdem man sie geschätzt 300 Providern aushändigt, wenn es nach dem Willen von Frau von der Leyen geht. Alle Provider in Deutschland haben sicher völlig zuverlässiges Personal. Die Polizei auch. Und bis auf den <a href="http://www.heise.de/newsticker/Website-von-Bundesinnenminister-Schaeuble-gehackt--/meldung/108784" target="_blank">Server des Innenministers</a> ist alles auch sicher vor Hackern geschützt. Aber den <a href="http://www.tutsi.de/schaeuble-gehackt-webseite-von-wolfgang-schaeuble-deface/2009/02/11/tutsi-blog-aktuell/" target="_blank">trifft es ja auch ständig</a>. Ein Glück, daß diese Listen nicht im Innenministerium liegen. Sondern bald überall.</p>
<p>Gut, daß die Polizei so gut ausgebildet wird. Ein Herr Ratzel kennt sich aus, er arbeitet für<a href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/519487" target="_blank"><span style="color: #000000; text-decoration: none;"> </span></a><a href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/519487" target="_blank">Europol:</a></p>
<blockquote><p>(dpa) Solche potenziellen Schlupflöcher sind nach Einschätzung von Europol-Direktor Max-Peter Ratzel jedoch kein Argument gegen das Vorhaben. «Bei der großen Mehrzahl der Kinderporno-Konsumenten handelt es sich nicht um technische Experten, die eine Seiten-Sperre ohne weiteres knacken können», sagte Ratzel der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Ratzel erhofft sich zudem eine «Initialzündung für Europa».</p></blockquote>
<p>Wie peinlich ist das denn? Dieser Mann redet vom Knacken von Sperren? Vielleicht hätte er einfach nur die <a href="http://www.bild.de/BILD/politik/2009/03/25/kinderporno-mafia/kabinett-will-internet-seiten-blockieren.html" target="_blank">BILD</a> lesen müssen. Dort steht, wie man den Sperrungsversuch umgeht. &#8220;Knackt&#8221;, von mir aus. Einfach ein paar Zahlen tippen. Oder den anderen Artikel in der <a href="http://www.bild.de/BILD/digital/technikwelt/2009/03/26/kinderpornos/filterlisten-im-netz-aufgetaucht.html" target="_blank">BILD</a>. Da stand sogar die Geschichte von Wikileaks drin. Bravo, BILD-Redakteure.</p>
<p class="finish">Ich habe Sie unterschätzt!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.svb.bayern.net/2009/03/27/im-ausland-ist-alles-besser/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Opel fahn is wie wenze fliechs</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2008/12/09/opel-fahn-is-wie-wenze-fliechs/</link>
		<comments>http://www.svb.bayern.net/2008/12/09/opel-fahn-is-wie-wenze-fliechs/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 09 Dec 2008 13:49:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Astra]]></category>
		<category><![CDATA[Auto]]></category>
		<category><![CDATA[Autoindustrie]]></category>
		<category><![CDATA[BMW]]></category>
		<category><![CDATA[Borgward]]></category>
		<category><![CDATA[Bremen]]></category>
		<category><![CDATA[Citroën]]></category>
		<category><![CDATA[Ford]]></category>
		<category><![CDATA[Golf]]></category>
		<category><![CDATA[Grün]]></category>
		<category><![CDATA[Hitler]]></category>
		<category><![CDATA[Kadett]]></category>
		<category><![CDATA[Laubfrosch]]></category>
		<category><![CDATA[Manta]]></category>
		<category><![CDATA[Opel]]></category>
		<category><![CDATA[Volkswagen]]></category>
		<category><![CDATA[Wikipedia]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.svb.bayern.net/?p=267</guid>
		<description><![CDATA[Die Firma Opel ist in Bedrängnis und bittet den Staat, ihr zu helfen. Das letzte Mal, als die Öffentlichkeit rettend für eine Automobilfabrik einspringen wollte, ist es schrecklich schiefgegangen. Daher kennt heute kaum noch jemand die Automarke Borgward. Bei wikipedia steht es genauer: Am 4. Februar 1961 kam es so zu einer der spektakulärsten Insolvenzen der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-268" style="float: left;" title="opel_kadett_a" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/12/opel_kadett_a-300x201.jpg" alt="Kadett A" width="300" height="201" />Die Firma Opel ist in Bedrängnis und bittet den Staat, ihr zu helfen. Das letzte Mal, als die Öffentlichkeit rettend für eine Automobilfabrik einspringen wollte, ist es schrecklich schiefgegangen. Daher kennt heute kaum noch jemand die Automarke Borgward. Bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Borgward" target="_blank">wikipedia</a> steht es genauer:</p>
<blockquote><p>Am 4. Februar 1961 kam es so zu einer der spektakulärsten Insolvenzen der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Das Land Bremen sperrte Borgward einen bereits zugesagten Kredit und überführte die Borgward-Werke in eine Aktiengesellschaft. <span id="more-267"></span>Diese AG gehörte zu 100 % dem Land Bremen, Carl Borgward wurde fortan der Zugang zu den Werksanlagen verwehrt. Der bestellte Wirtschaftsprüfer, <a title="Johannes Semler (CSU)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Semler_(CSU)">Johannes Semler</a>, wurde kurzzeitig von der Konkurrenzfirma <a title="BMW" href="http://de.wikipedia.org/wiki/BMW">BMW</a> beurlaubt, um die Sache für den Bremer Senat abzuwickeln. Die Neutralität des Wirtschaftsprüfers wurde im Nachhinein vielfach angezweifelt. Da im Zuge der Abwicklung des Unternehmens <em>alle Gläubigeransprüche aus der Unternehmensmasse befriedigt</em> werden konnten, wird das Vorliegen der Konkursreife von seinen Kritikern bis heute nicht anerkannt. Nur Carl Borgward selbst wurde nicht entschädigt.</p></blockquote>
<p>Und das ist noch neutral formuliert (Hervorhebung durch mich). Hoffentlich passiert Opel das nicht, und hoffentlich kennt Opel diese Geschichte.</p>
<p>Zumindest ist die derzeitige Bedrängnis von Opel eine gute Gelegenheit, sich mit dieser Firma zu beschäftigen. Immer wieder liest man, Opel sei der ewige Verlierer gewesen, jeder Popel fährt nen Opel, im Gegensatz zu Volkswagen hat Opel nie ein Auto herausgebracht, das einer Generation einen Namen gegeben hat, usw. usf.</p>
<p>Ist das so? Daß die &#8220;Generation Golf&#8221; sich nicht &#8220;Generation Kadett&#8221; nennen mag, liegt vielleicht daran, dass es Kadetts viel länger gab als Golf. Und diese Kadetts waren äußerst unterschiedlich. Der erste Kadett wurde 1939 gebaut, und auch nach dem Krieg gab es unerschiedlichste Modelle. Zwischen A-Kadett und E-Kadett liegen gefühlt mindestens zwei weitere Generationen. Und der erste Astra hiess nicht opeltypisch &#8220;A&#8221;, sondern &#8220;F&#8221;. Der Kadett lebt weiter, unter neuem Namen.</p>
<p>Und das war nur der Kadett. An Kultmarken ist Opel nicht arm. Opel Kapitän, untrennbar mit dem Wirtschaftswunder verbunden. Der Admiral: ein Auto, das ich unbedingt haben wollte, wenn ich dann groß wäre. Oder noch besser den Diplomat. Der Senator war dann zu brav, nicht amerikanisch riesig, sondern eher recht hiesig, aber sehr bequem. Opel Olympia, Opel Rekord, Opel Commodore. Jeder für sich ein Stück Automobilgeschichte.</p>
<p><img class="alignright size-medium wp-image-269" style="float: right;" title="opel_manta_b" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/12/opel_manta_b-300x206.jpg" alt="Manta B" width="300" height="206" />Fehlt einer? Na klar: der Manta! Ob A-Manta oder B-Manta, das waren Autos, die Emotionen geweckt haben, ganz im Gegensatz zum Golf. Jahre nachdem der letzte Manta vom Band gerollt ist, verblasst die Erinnerung an dieses Auto nur langsam, jedenfalls langsamer als die Erinnerung an den Golf, der immer noch gebaut wird.</p>
<p>Und vor dem Krieg? Opel ist irgendwie ein sehr deutsches Auto, auch wenn die Familie Opel die Firma bereits 1929/1931 verkauften, für die damals sagenhafte Summe von 33 Millionen US-Dollar. Auf dieses Vermögen gründet sich der Reichtum der heutigen Opels. Opel ist also keineswegs als Kriegsbeute 1945 an GM gefallen, sondern umgekehrt, lange lieferte GM in Deutschland via Opel sogar Rüstungsgüter, bis es enteignet wurde. An der &#8220;Rückerstattung&#8221; nach dem Zweiten Weltkrieg ist nichts auszusetzen.</p>
<p>Vor dem Verkauf war Opel eine rein deutsche Firma. Lange, bevor Hitler seine Volksautos fertigbekommen sollte, gab es den P4 von Opel, ein Wagen, der mit 1.280 RM nur knapp über den vom Führer als Grenze festgelegten 1.000 RM lag. Also eigentlich der richtige &#8220;Volkswagen&#8221;. Und einer der Vorgänger des P4 war der berühmte <img class="alignleft size-medium wp-image-270" style="float: left;" title="opel_laubfrosch" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/12/opel_laubfrosch-300x254.jpg" alt="Opel Laubfrosch" width="300" height="254" />Opel Laubfrosch, 1924, das erste Großserienauto in Deutschland. Diese Idee war allerdings geklaut. Indirekt von Henry Ford, dessen berühmter Ford T nach 1908 bereits in Serienproduktion ging und daher alle Farben möglich waren, solange es schwarz war. Aber viel direkter noch von Citroën. Dessen erfolgreichstes Modell damals war der Citroën 5CV, der, man ahnt es, auch nur in einer Farbe erhältlich war, nämlich in (zitronen-)gelb. Passend zum Namen der Marke. Und genau der wurde kopiert. Und als Farbe nahm man grün, nicht das British Racing Green des Jaguar, nein, Froschgrün. Die Käufer waren zu Beginn recht zögerlich und wollten lieber das Original. Und da entstand ein neuer Ausdruck, hätten Sie es gewusst? Die Verkäufer sagten, &#8220;Nehmen Sie ruhig den Opel, der ist wie der Citroën,</p>
<p class="finish">dasselbe in Grün!&#8221;</p>
<p><em>Bildquellen: Alle Bilder von Wikipedia.de</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.svb.bayern.net/2008/12/09/opel-fahn-is-wie-wenze-fliechs/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Scheinheilmann</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2008/11/18/scheinheilmann/</link>
		<comments>http://www.svb.bayern.net/2008/11/18/scheinheilmann/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 17 Nov 2008 22:44:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Netzwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Die Linke]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Heilmann]]></category>
		<category><![CDATA[Herakles]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
		<category><![CDATA[Pergamonmuseum]]></category>
		<category><![CDATA[Pharisäer]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Richter]]></category>
		<category><![CDATA[Stasi]]></category>
		<category><![CDATA[Telephos]]></category>
		<category><![CDATA[Teufel]]></category>
		<category><![CDATA[Wikipedia]]></category>
		<category><![CDATA[Zensur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.svb.bayern.net/?p=253</guid>
		<description><![CDATA[Was es alles gibt: Linke-Politiker stoppt Kampf gegen wikipedia.de Wegen eines Wikipedia-Eintrags sah der Linke-Abgeordnete Lutz Heilmann sein Persönlichkeitsrecht verletzt &#8211; und ließ per Gericht die deutsche Startseite des Online-Lexikons sperren. Protest brandete auf, jetzt erklärt der Politiker den Streit für beendet: weil der Beitrag plötzlich in Ordnung sei. So stand es zum Beispiel bei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-medium wp-image-254" style="float: right;" title="telephos" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/11/telephos-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" />Was es alles gibt:</p>
<blockquote>
<h3>Linke-Politiker stoppt Kampf gegen wikipedia.de</h3>
<p>Wegen eines Wikipedia-Eintrags sah der Linke-Abgeordnete Lutz Heilmann sein Persönlichkeitsrecht verletzt &#8211; und ließ per Gericht die deutsche Startseite des Online-Lexikons sperren. Protest brandete auf, jetzt erklärt der Politiker den Streit für beendet: weil der Beitrag plötzlich in Ordnung sei.</p></blockquote>
<p><span id="more-253"></span>So stand es zum Beispiel bei <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,590719,00.html" target="_blank">Spiegel online</a>. Was war passiert? Bei wikipedia.de war zu lesen gewesen Heilmann habe seine Stasi-Zeit als &#8220;verlängerten Wehrdienst&#8221; geschönt. Nach Heilmanns Angriff stand da nur noch, dass wikipedia.de derzeit nicht zu erreichen sei. Generell. Also auch für mich? Der ich doch nur bisserl was näheres zu <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Telephos" target="_blank">Telephos</a> lesen wollte, dem Sohn der Herakles und der Auge, dem ich gerade im Pergamonmuseum begegnet war? Aber wir kommen vom Thema ab. Ich konnte natürlich alles zum Thema Telephos lesen. Ein Richter, der glaubt, Inhalte im Internet verschwinden, nur weil man die Domain sperrt, so ein Richter glaubt auch, dass es ausserhalb von .de kein Internet gibt. Das deutsche Wikipedia war ja die ganze Zeit problemlos als de.wikipedia.org zu erreichen. Um ehrlich zu sein, ich glaube, ich habe noch nie www.wikipedia.de aufgerufen. Wollte der Richter berühmt werden? Oder wollte er Heilmann vorführen, indem er seinem offensichtlich untauglichen Antrag einfach stattgab? Vorstellbar wäre auch das.</p>
<p>Leute wie Heilmann kann man nur bedauern. Als Stasi-Mann rangieren seine Sympathiewerte so tief im Keller, dass man sie mit blossem Auge nicht mehr wahrnimmt. So ein Mann in den eigenen Reihen schadet der Linken, und das weiss sie. Und, nach dieser unseligen Sperrung weiß die ganze Republik Bescheid. Weiter unten steht in dem Spiegelartikel zu lesen:</p>
<blockquote><p>Heilmann bedauerte, dass durch die einstweilige Verfügung die deutschen Wikipedia-User keinen &#8220;direkten Zugriff mehr auf die Wikipedia-Inhalte&#8221; gehabt hätten. Ihm sei es nicht &#8220;um Zensur, sondern schlicht um eine wahre Tatsachendarstellung&#8221; gegangen. Der juristische Weg habe sich aber &#8220;insoweit als problematisch erwiesen, als durch die Struktur von Wikipedia die anderen Userinnen und User in Mitleidenschaft gezogen werden.&#8221;</p></blockquote>
<p>Er bedauert die Zensur? Um die sei es ihm nicht gegangen? Ich meine, ein Lump muß Lump genannt werden, ein Feigling Feigling, so wie Zensur auch Zensur heißen soll. Aber wer mich kennt, weiß, was mich wirklich abgestoßen hat: Dieser Mann redet von <em>Userinnen</em>. Er darf das Internet versuchen zu sabotieren, er darf die Justiz zur Selbstverhöhnung verleiten, er darf Anrüchigkeiten verschleiern, aber muss er sich derart an der Sprache vergreifen?</p>
<p>Mir kann nichts passieren, dieser Blog läuft in der .net-Domain, auf die jener Richter keinen Einfluß hat oder besser gesagt, davon offensichtlich nichts weiß, und so sage ich lustvoll und ohne Angst:</p>
<p class="finish">Pfui Teufel.</p>
<p><em>Bildquelle: de.wikipedia.org, Telephos wird in Argos begrüßt &#8211; Platte des Telephosfrieses vom Pergamonaltar</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.svb.bayern.net/2008/11/18/scheinheilmann/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Heute vor zwanzig Jahren</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2008/11/02/heute-vor-zwanzig-jahren/</link>
		<comments>http://www.svb.bayern.net/2008/11/02/heute-vor-zwanzig-jahren/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 01 Nov 2008 22:51:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Netzwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Internetwurm]]></category>
		<category><![CDATA[Morris]]></category>
		<category><![CDATA[NSA]]></category>
		<category><![CDATA[Pandora]]></category>
		<category><![CDATA[Wikipedia]]></category>
		<category><![CDATA[Windows]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.svb.bayern.net/?p=245</guid>
		<description><![CDATA[Vor zwanzig Jahren war Robert T. Morris vermutlich sehr ärgerlich auf Robert T. Morris jr., seinen Sohn. Er selbst, ein bedeutender Wissenschaftler, arbeitete am National Computer Security Center (NCSC), einer Abteilung des NSA. Sein Sohn war noch Student an der Cornell University, aber heute vor zwanzig Jahren sollte er bekannter werden als sein Vater. Und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-full wp-image-246" style="float: right;" title="wurm" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/11/wurm.jpg" alt="" width="150" height="230" />Vor zwanzig Jahren war Robert T. Morris vermutlich sehr ärgerlich auf Robert T. Morris jr., seinen Sohn. Er selbst, ein bedeutender Wissenschaftler, arbeitete am National Computer Security Center (NCSC), einer Abteilung des NSA. Sein Sohn war noch Student an der Cornell University, aber heute vor zwanzig Jahren sollte er bekannter werden als sein Vater. Und das mit einer Aktion, die sein Vater nur als Affront begreifen konnte. Robert T. Morris jr. setzte heute vor zwanzig Jahren den ersten Internetwurm frei, den berüchtigten <em>Morriswurm</em>.</p>
<p><span id="more-245"></span>Was da genau passiert ist, ist <a href="http://www.kossakowski.de/kap222.htm" target="_blank">hier gut dargestellt</a>. Festzuhalten ist:</p>
<ul class="gold">
<li>Der Wurm konnte sich deshalb gut ausbreiten, weil es im Internet eine ziemliche Monokultur gab: Sun und DEC hiessen die Hersteller, von denen mit wenigen Ausnahmen alle Rechner im Netz waren. Jahre später wiederholte sich das mit Windows: Nur die grosse Verbreitung dieses vergleichsweise auch schlecht gesicherten Betriebssystems ließ Unzahlen von Viren entstehen.</li>
<li>Der Wurm wurde dadurch unschädlich gemacht, dass das komplette Internet abgeschaltet wurde. Die betroffenen Systemadministratoren sprachen sich telephonisch ab, bevor das Netz Knoten für Knoten gesäubert und wieder hochgefahren wurde. Man sieht, wie übersichtlich damals das Internet war.</li>
<li>Die Strafe war knackig, gemessen an dem vergleichsweise kleinen Schaden. Vor allem die Verfahrenskosten, 150000 Dollar, dürften das studentische Budget überstrapaziert haben.</li>
<li>Der Autor des Wurms war gut. Immerhin ist er heute Professor am renommierten MIT. Heutige Würmer-Programmierer sind entweder Unterweltler oder Scriptkiddies, die die Würmer und Viren nicht selbst entwickeln, sondern aus den entsprechenden Quellen einfach nur Baukästen herunterladen.</li>
<li>Der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Tappan_Morris" target="_blank">Eintrag bei Wikipedia</a> ist irgendwie eisig.</li>
</ul>
<p class="finish">Morris hat ja schließlich die Büchse der Pandora geöffnet.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.svb.bayern.net/2008/11/02/heute-vor-zwanzig-jahren/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Saure Gurken, die Helden und die Bösen</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2008/07/29/saure-gurken-die-helden-und-die-bosen/</link>
		<comments>http://www.svb.bayern.net/2008/07/29/saure-gurken-die-helden-und-die-bosen/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 29 Jul 2008 11:08:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
		<category><![CDATA[Apotheose]]></category>
		<category><![CDATA[Außenminister]]></category>
		<category><![CDATA[Bayern]]></category>
		<category><![CDATA[Beckenbauer]]></category>
		<category><![CDATA[Beckstein]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Bösewichter]]></category>
		<category><![CDATA[CSU]]></category>
		<category><![CDATA[Erwin Huber]]></category>
		<category><![CDATA[Franz Joseph Strauß]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Goetheinstitut]]></category>
		<category><![CDATA[Guillotine]]></category>
		<category><![CDATA[Helden]]></category>
		<category><![CDATA[Hohlmeier]]></category>
		<category><![CDATA[Montgelas]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalsozialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Odin]]></category>
		<category><![CDATA[Pantheon]]></category>
		<category><![CDATA[Parlament]]></category>
		<category><![CDATA[Revolution]]></category>
		<category><![CDATA[Sauregurkenzeit]]></category>
		<category><![CDATA[Söder]]></category>
		<category><![CDATA[Steinmeier]]></category>
		<category><![CDATA[Strauss]]></category>
		<category><![CDATA[Wachsfigurenkabinett]]></category>
		<category><![CDATA[Walhalla]]></category>
		<category><![CDATA[Wikipedia]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftsminister]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.svb.bayern.net/?p=202</guid>
		<description><![CDATA[Die sogenannte Sauregurkenzeit wird journalistisch unterschätzt. Es passieren gerade während der Parlamentsferien Dinge, die man sonst vielleicht übersehen hätte. Nehmen wir nur die lustige Geschichte, in der nicht nur die legendäre Madame Tussaud, sondern auch der nicht minder legendäre Franz Joseph Strauß eine tragende Rolle spielen. Unter dem Motto &#8220;Helden und Bösewichter&#8221; wurde in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-203" title="marie_tussaud" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/07/marie_tussaud.jpg" alt="Marie Tussaud" width="228" height="288" />Die sogenannte Sauregurkenzeit wird journalistisch unterschätzt. Es passieren gerade während der Parlamentsferien Dinge, die man sonst vielleicht übersehen hätte. Nehmen wir nur die lustige Geschichte, in der nicht nur die legendäre Madame Tussaud, sondern auch der nicht minder legendäre Franz Joseph Strauß eine tragende Rolle spielen.</p>
<p>Unter dem Motto &#8220;Helden und Bösewichter&#8221; wurde in der Berliner Dependance von Madame Tussaud&#8217;s unter anderem eine Statue des mächtigsten Bayern seiner Zeit ausgestellt. Die Rede ist nicht von Ludwig dem Bayern, dem es als deutschem Kaiser nicht egal sein konnte, wer unter ihm Papst war. Auch nicht von Franz Beckenbauer, der auf die Laune des ganzen Landes Einfluß hat. Auf der Liste der mächtigen Bayern steht auch nicht Herr Beckstein, der erfüllt ja bereits zwei Kriterien davon nicht. Nein, wir wissen bereits, um wen es geht: Es war ihm egal, wer unter ihm Bundeskanzler war, das klingt fast so gut wie bei Ludwig IV. Benannt wurde er nach einem Flughafen: FJS. Und nun die Apotheose, die Aufnahme ins Pantheon, die zweitultimativste Ehre, die einem widerfahren kann. &#8220;Zweitultimativst&#8221; darf man übrigens sehr wohl sagen, denn es findet sich auf dem Server des Goethe-Instituts(!) eine <a href="http://www.google.com/search?hl=de&amp;client=safari&amp;rls=de-de&amp;q=%22noch+ultimativer%22+site%3Agoethe.de&amp;btnG=Suche&amp;lr=" target="_blank">Steigerungsform von ultimativ</a>&#8230;</p>
<p><span id="more-202"></span>In Wachs abgebildet beim Mme. Tussaud&#8217;s. Das ist fast so gut wie die Aufnahme in die Walhalla. Wobei natürlich die Walhalla bei Regensburg gemeint ist, die von König Ludwig I., nicht die anderen Walhallas in North Dakota, South Carolina oder gar im Staat Victoria, Australien. Erst recht ist nicht der echte Walhall gemeint, der Saal auf Gladsheim in Asengard, wo Odin herrschend auf <a title="Hlidskialf" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hlidskialf" target="_blank">Hlidskialf</a> sitzt. Das ist schon deshalb unvorstellbar, weil FJS einerseits diesen Hlidskialf für sich beansprucht hätte, andererseits mit Nordlichtern nach Wildbad-Kreuth 1976 schlechte Erfahrungen gemacht hat.</p>
<p>Die Walhalla in Regensburg ist ihm sicher &#8211; die wirkliche Überraschung ist also das Wachsfigurenkabinett. Und dann noch in der Rubrik &#8220;Helden und Bösewichter&#8221;! Merkwürdig nur, daß klar zu sein scheint, welche Unterrubrik gemeint ist. Der <a href="http://www.focus.de/panorama/diverses/wachsfigurenkabinett-madame-tussauds-stellt-strauss-in-berlin-als-boesewicht-dar_aid_320241.html" target="_blank">Focus titelt:</a></p>
<blockquote>
<h3>Madame Tussaud&#8217;s stellt Strauß in Berlin als Bösewicht dar</h3>
<p>Erneut sorgt das kürzlich in Berlin eröffnete Wachsfigurenkabinett Madame Tussaud´s für Aufregung. Auslöser ist die Darstellung des verstorbenen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß als Bösewicht. CSU-Parteichef Huber beschimpfte die Figur als „Sauerei“..</p></blockquote>
<p> Da hilft es nichts, dass Tussaud´s-Sprecherin Natalie Ruoß sagte, ob Held oder Bösewicht sei allein Interpretationssache des Besuchers. Einen Interpretationsspielraum scheint allerdings niemand zu sehen, und so fordern also Huber und die CSU-Granden, aber auch die Familien Strauß und Hohlmeier, Strauß dort wieder zu entfernen. Deutlich agiert auch einer, den man schon fast vergessen hatte: Markus Söder.</p>
<blockquote><p>Der bayerische Europaminister Markus Söder forderte Außenminister Frank-Walter Steinmeier zum Eingreifen auf: „Es muss in London vorstellig werden, dass ein solches Vorgehen die bayerisch-englischen Beziehungen belastet.“ </p></blockquote>
<p>Aber das ist dann auch wieder unbegreiflich. Hatte doch 1799 Graf Montgelas weise verfügt, daß in Bayern Außen- und Wirtschaftsministerium zusammengehörten &#8211; und das blieb die meiste Zeit auch so. Typischerweise war der Ministerpräsident auch für das Außenministerium zuständig, der letzte war Heinrich Held (BVP), bis 1933. Nach dem Letzten kam <em>das</em> Letzte, Franz Ritter v. Epp (NSDAP) und die Gleichschaltung, und der war auch nicht mehr Ministerpräsident, sondern Reichsstatthalter. Vorbei war es mit der Souveränität.</p>
<p>Wer ist heute zuständig für bayerische Außenpolitik? Die CSU weiß es nicht mehr, denn ihr eigener Europaminister, Söder, meint jedenfalls, in Berlin um Hilfe in bayerischen Angelegenheiten ansuchen zu müssen. Und das Wirtschaftsministerium? Der bayerische Wirtschaftminister Huber.. äh, nein, wie hieß der doch gleich wieder? Ach, sagen wir einfach &#8220;Müller&#8221;, ach ja stimmt, Emilia Müller, hat seine diesbezüglichen Kompetenzen jedenfalls auch nicht wiedererlangt.</p>
<p>Aber ist das wirklich eine Sache der Diplomatie? Oder umgekehrt, wieso bekommen nur die Engländer den Ruhm, Bayern geärgert zu haben, ist Madame Tussaud nicht eigentlich mal Französin gewesen? Stimmt. In <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Madame_Tussauds" target="_blank">Wikipedia</a> lesen wir:</p>
<blockquote><p>Ihr Handwerk erlernte Marie Tussaud in Frankreich während der Revolution. Die Köpfe der Hingerichteten, aufgespießt auf Lanzen, verdarben recht schnell, bevor sie alle gesehen hatten. Deshalb wurden sie durch Wachsköpfe, gegossen in Totenmasken, ersetzt. Dieses Wissen und die Vorlagen der französischen Revolution bildeten den Grundstock der ersten Sammlung, die Madame Tussaud in London ausstellte.</p></blockquote>
<p>Ich werde meinen Wunsch, im Wachsfigurenkabinett ausgestellt zu werden,</p>
<p class="finish">noch einmal überdenken.</p>
<p>Bild: Marie Tussaud.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.svb.bayern.net/2008/07/29/saure-gurken-die-helden-und-die-bosen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Manager</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2008/07/01/manager/</link>
		<comments>http://www.svb.bayern.net/2008/07/01/manager/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 01 Jul 2008 20:45:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Spass]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Autoriät]]></category>
		<category><![CDATA[Führer]]></category>
		<category><![CDATA[Manager]]></category>
		<category><![CDATA[Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Verwalter]]></category>
		<category><![CDATA[Wikipedia]]></category>
		<category><![CDATA[Zirkus]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.svb.bayern.net/?p=186</guid>
		<description><![CDATA[Da steht es, das Wort: Manager. Aber es soll heute nicht um Gehälter gehen oder um Moral. Heute wäre es interessant herauszufinden, woher dieses Wort wohl kommt. Vielleicht von Manège? Ein Manager gleicht einem Dompteur, Teppichboden statt Sägemehl, aber dennoch umgeben von Artisten, Clowns und dressierten Affen. Aber dann hieße er ja Maneger. Also vielleicht die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-full wp-image-187" title="merkel" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/07/merkel.jpg" alt="Angela Merkel" width="400" height="300" />Da steht es, das Wort: Manager. Aber es soll heute nicht um Gehälter gehen oder um Moral. Heute wäre es interessant herauszufinden, woher dieses Wort wohl kommt. Vielleicht von Manège?</p>
<p><span id="more-186"></span>Ein Manager gleicht einem Dompteur, Teppichboden statt Sägemehl, aber dennoch umgeben von Artisten, Clowns und dressierten Affen. Aber dann hieße er ja Maneger. Also vielleicht die Ménage? Das wäre der Haushalt, bei uns eigentlich nur durch die Ménage á trois bekannt. In frankreich ist das Wort &#8220;normaler&#8221;, wer einem Haushalt vorsteht, managet eine Ménage. Aber er ist ja auch kein Menager, sondern ein Manager.</p>
<p>Böse Zungen sehen in Manager die lateinische Wurzel &#8220;mano agere&#8221;. Aber das ist es ja dann sicher nicht, denn der Manager arbeitet beziehungsweise führt nicht mit der Hand.</p>
<p>Er führt alleine kraft seiner Autorität. Und dazu gehört auch, dass er ein gewisses Alter erreicht hat. Nicht von einem Teenager, sondern von einem Man-Ager wollen wir angeführt werden. Das muss es sein!</p>
<p>Wieso sagen wir eigentlich überhaupt Manager? Nun gut, &#8220;Führer&#8221; ist nicht mehr sonderlich beliebt, nur der Geschäftsführer bleibt unverwüstlich, aber ein Manager muss ja nicht gleich den ganzen Laden führen. Ist es sein eigener, ist er ohnehin Unternehmer. Typischerweise verwaltet also ein Manager das Eigentum anderer. Er ist also ein Verwalter. Aber so will er sicher nicht heißen, denn wer schaltet und waltet macht einen aktiven, zupackenden Eindruck, wohingegen die Vorsilbe &#8220;ver-&#8221; nicht gerade schmückt. Verschaltet und verwaltet? Mein Gott, Walter.</p>
<p>Ist Manager vielleicht ein Anagramm? Wohl auch nicht, es reicht maximal zum Anagrem. Aber immerhin schaut er sich (hoffentlich) die Marge an, der arge Man. So kommen wir nicht weiter.</p>
<p>Also auf zu <a title="Manager" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Manager" target="_blank">Wikipedia</a>: Dort kommt der Manager von lat. <em>mansionem agere</em>, ein Haus führen. Nun waren aber die römischen <em>mansiones </em>keine gewöhnlichen Häuser, vielmehr waren es Raststätten, von lat. <em>manere, </em>bleiben. Ursprünglich gab es also nur Raststättenmanager. Und dieses Wort ist ein wunderbares Startwort für Anagramme. Verwirbelt man die Buchstaben (ä = ae), kommt heraus &#8220;traegt staatsmaenner&#8221;. Oder, passend zur Autobahn, wo der &#8220;arge Staatsmann teert&#8221;, heute beispielsweise auf der Autobahn nach Garmisch. So kamen die Römer auch zu ihrem Wort, der erste Raststättenmanager war ein Grieche, und, befragt wie er heiße, nannte er seinen Namen, <em>Agamemnon sei er</em>. Das ergibt, verwirbelt, genau wieder <em>mansionem agere</em>.</p>
<p>Das denke ich mir nicht aus. Das gibt es im Internet: Einfach mal den eigenen Vor­namen testen bei <a title="Anagramme" href="http://www.sibiller.de/anagramme/" target="_blank">www.sibiller.de/anagramme</a>: Aus Sebastian wird der, der in den &#8220;Aetna biss&#8221;, das &#8220;NASA-Biest&#8221;. Aber nun &#8220;ist Nase ab&#8221;.</p>
<p>Und Angela Merkel (hihi) schwingt die &#8220;Manager-Kelle&#8221; (ausprobieren!!!)</p>
<p class="finish">und der Kreis schließt sich.</p>
<p><em>Bildquelle: <a title="ARD" href="http://sport.ard.de/wm2006/wm/komponente/spruch_des_tages/bg_spruchdestages.jhtml" target="_blank">sport.ard.de</a></em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.svb.bayern.net/2008/07/01/manager/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Sind wir nicht alle ein bißchen kriminell?</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2008/06/11/sind-wir-nicht-alle-ein-bischen-kriminell/</link>
		<comments>http://www.svb.bayern.net/2008/06/11/sind-wir-nicht-alle-ein-bischen-kriminell/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 10 Jun 2008 22:31:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Abmahnung]]></category>
		<category><![CDATA[Festplattenrekorder]]></category>
		<category><![CDATA[Geld]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Juristen]]></category>
		<category><![CDATA[Kopierschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
		<category><![CDATA[Musikindustrie]]></category>
		<category><![CDATA[Ordnungswidrigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Paranoia]]></category>
		<category><![CDATA[Raub]]></category>
		<category><![CDATA[Räuber]]></category>
		<category><![CDATA[Raubkopierer]]></category>
		<category><![CDATA[Straftat]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrechtsverletzung]]></category>
		<category><![CDATA[Verbrechen]]></category>
		<category><![CDATA[Wikipedia]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.svb.bayern.net/?p=169</guid>
		<description><![CDATA[Viele Deutsche sind Kriminelle und wissen es noch nicht einmal. Wie das passieren konnte? Im April nahm das Verhängnis seinen Lauf: Pro7 und Sat1 strahlten ihr Programm auf einmal mit einem sogenannten Kopierschutzflag aus. Nach ein paar Stunden war der Spuk vorbei, aber ein paar Tage später war es erneut soweit. Dieses Flag sorgte dafür, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-full wp-image-170" title="raubkopierer" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/06/raubkopierer.gif" alt="Raubkopierer sind Verbrecher" width="207" height="109" />Viele Deutsche sind Kriminelle und wissen es noch nicht einmal. Wie das passieren konnte? Im April nahm das Verhängnis seinen Lauf: Pro7 und Sat1 strahlten ihr Programm auf einmal mit einem sogenannten Kopierschutzflag aus. Nach ein paar Stunden war der Spuk vorbei, aber ein paar Tage später war es erneut soweit.</p>
<p>Dieses Flag sorgte dafür, dass es bei einer großen Anzahl von Festplattenrekordern nicht mehr möglich war, die Sendungen mitzuschneiden. Oder auch nur die inzwischen unverzichtbare Funktion &#8220;Time Shift&#8221; zu verwenden, das zeitversetzte Gucken, das nicht nur erlaubt, mitten im spannenden Krimi ein Telephonat anzunehmen, sondern auch, öde Werbepausen einfach zu überspringen.</p>
<p><span id="more-169"></span>Das Misstrauen gegenüber den Privatsendern sitzt tief. Die betroffene Sendergruppe hat es immerhin auch in Kauf genommen, nur für ihre Werbeprofite auf der Sympathieskala den freien Fall zu proben. Immerhin ist es ihnen mal gelungen, die bis dahin beliebtesten Sender Bayerns auszusperren. Die Rede ist von FS1 und FS2, den beiden österreichischen Programmen, werbefrei ab 20h.</p>
<p>Und nun also der neue Trick 17 &#8211; wenn das Kopierschutzsignal gesendet wird, muss man Kühlschrank- oder Pinkelpausen wieder genau dann einplanen, wenn die Werbepause ist, und bei spannenden Filmen das Telephon aushängen. Kein Wunder also, dass einige Medienjournalisten und die meisten Blogger, die sich des Themas annahmen, von Vorsatz ausgehen. Die ProSieben.Sat1-Gruppe war sehr bemüht, die Sache als Fehler zu erklären. Das Signal wurde inzwischen nicht mehr aktiviert. Vielleicht stimmt das also mit der Panne, das Gegenteil konnte keiner beweisen.</p>
<p>Einige wissen nun nicht, wovon die Rede ist. Eine große Anzahl Festplattenrekorder verarbeitet dieses ominöse Signal nicht. Ihr Besitzer haben nichtsahnend die Werbepausen übersprungen wie sonst auch. Und genau das ist verboten. Die Musikindustrie zieht es durch, mit zehntausenden von Abmahnungen: Wer einen Kopierschutz umgeht, macht sich strafbar. Auch wenn der Kopierschutz gnadenlos schlecht ist. Oder wenn man ihn beim Überwinden kaum wahrnimmt. Aber am Sachverhalt ist wohl nichts zu deuteln. Nachzulesen beispielsweise bei <a title="Wiki: Kopierschutz" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kopierschutz" target="_blank">Wikipedia</a>:</p>
<blockquote><p>Nach dem deutschen Urheberrechtsgesetz ist es seit dem 13. September 2003 verboten, „wirksame technische Maßnahmen“, die das Kopieren verhindern, zu umgehen (§ 95a Abs. 1 UrhG). Auch die Herstellung und Verbreitung von Programmen und sonstigen Hilfsmitteln, die der Umgehung dienen, sind verboten (§ 95a Abs. 3 UrhG). Verstöße, die nicht zum eigenen privaten Gebrauch geschehen, können als Straftaten (§ 108b UrhG) oder Ordnungswidrigkeiten (§ 111a UrhG) verfolgbar sein.</p>
<p>Wann ein Schutz „wirksam“ ist, ist trotz der gesetzlichen Definition in § 95a Abs. 2 UrhG unter Juristen umstritten. Grundsätzlich jedoch werden Mechanismen, die eine Verschlüsselung beliebiger Art, sei sie noch so unwirksam, verwenden, schlicht als wirksam definiert (siehe eben diesen Absatz im UrhG).</p></blockquote>
<p>Beim vorliegenden Fall bewirkt das Kopierschutzflag die Verschlüsselung des Signals. Also ein wirksamer Kopierschutz. Die Frage, ob ProSiebenSat.1 absichtlich verschlüsselt, spielt keine Rolle. Zu früh gejubelt hat der, der sich eben noch freute, dass sein Rekorder das Signal ignoriert.</p>
<p class="finish">So schnell macht man sich strafbar.</p>
<p><em>(Bildquelle: www.hartabergerecht.de)</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.svb.bayern.net/2008/06/11/sind-wir-nicht-alle-ein-bischen-kriminell/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Vertrauen wir Asozialen?</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2008/05/17/vertrauen-wir-asozialen/</link>
		<comments>http://www.svb.bayern.net/2008/05/17/vertrauen-wir-asozialen/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 17 May 2008 10:03:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
		<category><![CDATA[Asozial]]></category>
		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Duden]]></category>
		<category><![CDATA[Geld]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Heil]]></category>
		<category><![CDATA[Hoffnung]]></category>
		<category><![CDATA[Jörges]]></category>
		<category><![CDATA[Journalisten]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalsozialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Niggemeier]]></category>
		<category><![CDATA[Polemik]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarzenegger]]></category>
		<category><![CDATA[Stasi]]></category>
		<category><![CDATA[Statistik]]></category>
		<category><![CDATA[Stern]]></category>
		<category><![CDATA[Terminator]]></category>
		<category><![CDATA[Vertrauen]]></category>
		<category><![CDATA[Wikipedia]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.svb.bayern.net/?p=142</guid>
		<description><![CDATA[Was für ein Titel. Einem Asozialen wird man vermutlich prime facie nicht vertrauen. Obwohl: Vertrauen, das ist so eine Sache. Wie ist das zu verstehen? Ist hier die Rede davon, jemandem zu trauen oder auf etwas oder jemanden zu vertrauen? &#8220;Trust me&#8221;, sagt Arnold Schwarzenegger als Killerroboter in &#8220;Terminator&#8221; &#8211; und Killerroboter sind in Maßstäben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignright size-medium wp-image-143" title="joerges_hans_ulrich" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/05/joerges_hans_ulrich.jpg" alt="Jörges, Hans Ulrich" width="163" height="171" />Was für ein Titel. Einem Asozialen wird man vermutlich prime facie nicht vertrauen. Obwohl: Vertrauen, das ist so eine Sache. Wie ist das zu verstehen? Ist hier die Rede davon, <em>jemandem</em> zu trauen oder <em>auf etwas</em> oder jemanden zu vertrauen? &#8220;Trust me&#8221;, sagt Arnold Schwarzenegger als Killerroboter in &#8220;Terminator&#8221; &#8211; und Killerroboter sind in Maßstäben der Sozialität vielleicht doch eher auf dem unteren Teil der Skala zu finden.  <a title="Wikipedia: Vertrauen" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vertrauen" target="_blank">Wikipedia</a> muss helfen:</p>
<blockquote><p>Unter <strong>Vertrauen</strong> wird die Annahme verstanden, dass Entwicklungen einen positiven oder erwarteten Verlauf nehmen. Ein wichtiges Merkmal ist dabei das Vorhandensein einer Handlungsalternative. Dies unterscheidet Vertrauen von Hoffnung.</p></blockquote>
<p><span id="more-142"></span>Wir sehen: Einen positiven <em>oder </em>erwarteten Verlauf sollen diese Entwicklungen nehmen. In diesem Sinne vertraut also eine Maus darauf, dass die Katze versuchen wird, sie zu fressen, und rennt weg, sobald die Katze kommt. Dabei verzichtet sie auf die Handlungsalternative. Diese wäre hier etwa der Versuch einer Kommunikation gewesen. Was sich rein evolutionär bei Mäusen wohl nicht durchgesetzt hat. Das mäusische Vertrauen in das kätzische Verhalten ist also sicherlich begründet. Möglicherweise ruft die Maus aus dem sicheren Mausloch der Katze noch Freundlichkeiten zu, möglicherweise nennt sie sie &#8220;asozial&#8221;.</p>
<p>Da gibt es einen Mann, der wollte dies nicht unkommentiert lassen. Er heißt Hans-Ulrich Jörges und ist Mitglied der Chefredaktion des Stern und Chefredakteur für Sonderaufgaben des Verlags Gruner und Jahr. Er verfaßt regelmäßig eine Kolumne für den Stern, die er &#8220;Zwischenrufe&#8221; nennt. Ein behutsames und differenzierendes Herantasten an Themen ist seine Sache dabei nicht. Polemiken können durchaus lesenswert sein, wenn sie lustig sind oder geistreich. Po­le­mi­ken können aber auch überheblich, pompös und selbstherrlich sein. Dann eignen sie sich eher dazu, selbst Gegenstand einer Polemik zu werden.</p>
<p>Herrn Jörges hat es jedenfalls gefallen, eine Polemik gegen &#8220;Manager von Groß­konzernen&#8221; zu verfassen. Inzwischen <a title="Peinlicher Zwischenruf: Die neun-Prozent-Kaste" href="http://www.stern.de/politik/deutschland/zwischenruf/:Zwischenruf-Die-Neun-Prozent-Kaste/620131.html" target="_blank">online nachzulesen</a>:</p>
<blockquote><p><strong>Nur noch eine verschwindende Minderheit bekundet Vertrauen in Deutschlands Konzernführer &#8211; ihr Ansehen rangiert ganz unten, noch hinter dem des Zentralrats der Muslime. Politik und Wirtschaft müssen handeln.</strong><br />
Der Duden definiert &#8220;asozial&#8221; als &#8220;unfähig zum Leben in der Gemeinschaft&#8221; oder &#8220;am Rand der Gesellschaft lebend&#8221;. Nachdem Post-Chef Klaus Zumwinkel als vermögender Steuerflüchtling aufgeflogen war, sprach Hubertus Heil, Generalsekretär der SPD und wahrhaft kein Linker, von einer Gruppe &#8220;neuer Asozialer&#8221;, die sich auf Kosten der Allgemeinheit bereichere. Das löste Empörung aus bei Spitzenmanagern &#8211; verständlich. Dennoch hat Heil nicht ganz unrecht. Denn die Deutschen, eine bestürzend große Mehrheit von ihnen, hat die Manager in der Tat als Kaste ausgegrenzt, an den Rand der Gesellschaft gerückt. Eine Erhebung, die ich im April beim Berliner Forsa-Institut in Auftrag gegeben habe, eine repräsentative Umfrage unter 1004 Bundesbürgern über Vertrauen in gesellschaftliche Institutionen, offenbart: Nur noch neun Prozent der Deutschen haben &#8220;großes Vertrauen&#8221; in &#8220;Manager von Großkonzernen&#8221;.</p></blockquote>
<p>Unter Berufung auf den Duden wird dem Wort &#8220;asozial&#8221; eine neue Bedeutung gegeben. &#8220;Am Rande der Gesellschaft lebend&#8221;. Das ist nicht das, was man fühlt, wenn man &#8220;asozial&#8221; hört. Welcher Rand ist hier gemeint? Und es heißt, &#8220;am Rand&#8221;, aber nicht drin (&#8220;unfähig zum Leben <em>in</em> der Gemeinschaft&#8221;). Damit ist topologisch klar, daß hier &#8220;außerhalb&#8221; gemeint ist. Außerhalb der Gemeinschaft? Aber welcher Gemeinschaft, bitte? Von &#8220;irgendwie uns allen&#8221;?</p>
<p>Es liegt nahe, dieses fürchterliche Wort einfach zu meiden. Dann ist man auch vor historischen Vergleichen gefeit. Der Vorwurf der Asozialität diente im Dritten Reich als Begründung, be­stimm­te Menschen in Konzentrationslager zu schaffen. Aber nicht nur in graubrauner Ver­gan­gen­heit: In der DDR wurden Nonkonformisten, Regimekritiker oder Christen ebenfalls als Asoziale bezeichnet und damit sprachlich bereits vor dem Stasi-Zugriff aus der Gemeinschaft entfernt. Wer leichtfertig &#8220;asozial&#8221; sagt, darf nicht mit der Wimper zucken, wenn von Volks­schäd­lingen und Unter­menschen die Rede ist. Wieso man für eine derartige Wortwahl eher links einzustufen wäre, bleibt Jörges&#8217; Geheimnis. Die Ausdrucksweise von Herrn Heil jedenfalls ist weiterhin <a title="Der Generalsekretär, ein feiner Mensch" href="http://www.svb.bayern.net/2008/02/23/der-generalsekretar-ein-feiner-mensch/" target="_blank">unvergessen</a>. </p>
<p>Herr Jörges wollte es noch genauer wissen und hat 1004 Bundesbürger befragen lassen, von Forsa. Streiten wir nicht darüber, ob es repräsentativ ist, wenn man nur rund jeden 80.000sten Bürger befragt &#8211; das hieße ja, mit nicht einmal 20 Teilnehmern alle Münchener kennen zu wollen. Wundern wir uns auch nicht darüber, dass, wie immer, die eigentlichen Fragen nicht verraten werden. Wurde gefragt &#8220;Wem vertrauen Sie am meisten&#8221;? Oder wurde gefragt &#8220;Schreiben Sie bitte 100 Berufsstände auf, denen Sie vertrauen&#8221;? Oder &#8220;Wählen Sie bitte fünf Berufe aus der folgenden Liste&#8230;&#8221;. Das wurde ja schon einmal den <a title="Statistik: Heiteres Beruferaten" href="http://www.svb.bayern.net/2008/03/13/heiteres-beruferaten/" target="_blank">Buchhändlern</a> zum sta­ti­sti­schen Verhängnis&#8230; Man sieht, diese Statistik hat selbst ein Vertrauensproblem.</p>
<p>Kommen wir also zurück zum Vertrauen: Ich vertraue generell darauf, dass Altruisten selten in den Vorstand von Großkonzernen berufen werden. Ich vertraue Herrn Mehdorn, dass er das tut, wofür er eingestellt wurde. Nicht dafür jedenfalls, dass er sich den Kopf darüber zerbricht, wie man Mitarbeiter glücklich macht, ohne dabei wenigstens die Produktivität zu erhöhen. Oder wie Trans­porte in Deutschland besonders umweltverträglich oder ressourcenschonend durchgeführt werden, es sei denn, man kann so Geld sparen oder mehr davon verdienen. Das heißt, ich treffe Annahmen, und wenn diese erfüllt werden, ist mein Vertrauen bestätigt. Und das sollen nur neun Prozent der Befragten kapiert haben?</p>
<p>Aber nun die Volte: Wenn nur neun Prozent der Bürger den Managern vertrauen, dann sind diese am Rand der Gesellschaft, ergo asozial. Zumindest für die Rhetorik des Herrn Jörges. Da fragt man sich, wieviele Menschen eigentlich Journalisten vertrauen und erinnert sich an eine <a title="Stefan Niggemeier" href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/geht-sterben/" target="_blank">nette Geschichte über die Qualität von Recherchen</a>, gefunden bei Stefan Niggemeier in dessen sehr lesenswertem Blog&#8230; Nach dieser Lektüre vertraut man vermutlich nur noch 9% der Journalisten.</p>
<p class="finish">Sind Journalisten damit auch asozial?</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.svb.bayern.net/2008/05/17/vertrauen-wir-asozialen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Gesundheitsreform!</title>
		<link>http://www.svb.bayern.net/2008/05/07/gesundheitsreform-2/</link>
		<comments>http://www.svb.bayern.net/2008/05/07/gesundheitsreform-2/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 06 May 2008 22:14:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>svb</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitgeber]]></category>
		<category><![CDATA[Ärzte]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungsreform]]></category>
		<category><![CDATA[Briten]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Egoismus]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Gebietsreform]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitsfond]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitsreform]]></category>
		<category><![CDATA[Hochschulreform]]></category>
		<category><![CDATA[Journalisten]]></category>
		<category><![CDATA[Krankenversicherung]]></category>
		<category><![CDATA[Lohnnebenkosten]]></category>
		<category><![CDATA[Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
		<category><![CDATA[Pharmaindustrie]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtschreibreform]]></category>
		<category><![CDATA[Reform]]></category>
		<category><![CDATA[Reformhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Rentenreform]]></category>
		<category><![CDATA[Samariter]]></category>
		<category><![CDATA[Solidarität]]></category>
		<category><![CDATA[Steuerreform]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmer]]></category>
		<category><![CDATA[Volkswirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Währungsreform]]></category>
		<category><![CDATA[Wikipedia]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.svb.bayern.net/?p=132</guid>
		<description><![CDATA[Wir haben gestern gesehen: Das Thema Gesundheit ist geeignet, Emotionen hervorzurufen. Selbst Wikipedia klingt spitzig, wenn es um Gesundheitsreformen im allgemeinen geht: Als Gesundheitsreform werden in Deutschland gesetzliche Eingriffe in die Rahmen­bedingungen der Krankenversicherung bezeichnet.   Diese Reformen dienen meist der Stabilisierung des Beitragssatzes und sind in der Regel mit Einschränkungen der Leistungen, Erhöhung der Zuzahlungen an die sonst der Selbst­verwaltung unter­lie­gen­den Ver­siche­rungen und Änderungen in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/05/askulapstab.png"><img class="alignleft size-medium wp-image-136" title="askulapstab" src="http://www.svb.bayern.net/wp-content/uploads/2008/05/askulapstab-69x300.png" alt="Äskulapstab" width="69" height="300" /></a>Wir haben <a title="Gesundheitsreform" href="http://www.svb.bayern.net/2008/05/06/gesundheitsreform/">gestern</a> gesehen: Das Thema Gesundheit ist geeignet, Emotionen hervorzurufen. Selbst <a title="Wikipedia: Gesundheitsreform" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gesundheitsreform" target="_blank">Wikipedia</a> klingt spitzig, wenn es um Gesundheitsreformen im allgemeinen geht:</p>
<blockquote><p>Als Gesundheitsreform werden in Deutschland gesetzliche Eingriffe in die Rahmen­bedingungen der Krankenversicherung bezeichnet.</p>
<p>  Diese Reformen dienen meist der Stabilisierung des Beitragssatzes und sind in der Regel mit Einschränkungen der Leistungen, Erhöhung der Zuzahlungen an die sonst der Selbst­verwaltung unter­lie­gen­den Ver­siche­rungen und Änderungen in der Bezahlung der Leistungs­erbringer verbunden. Die Beitrags­änderungen wirken sich auf die Lohn­neben­kosten der Arbeit­geber und auf die Lebens­hal­tungs­kosten der Versicherten aus.</p>
<p><span id="more-132"></span></p>
<p>  Das Ziel von Gesundheitsreformen ist eine kurzfristige Veränderung der Finanzierung medizinischer Leistungen. Die Förderung präventiver Ansätze zur Verhinderung krankheitsbedingter Kosten spielte bei bisherigen Gesundheitsreformen eine geringe Rolle, da spürbare Ersparnisse erst nach mehreren Legislaturperioden einsetzen würden. Insofern wäre der Begriff <em>Finanzierungsreform im Gesundheitswesen</em> in der Sache präziser.</p></blockquote>
<p>Ob das wohl satirisch gemeint ist? Wohl kaum. Mit welcher Reform verbindet man denn Positives? Bildungsreform? Gebietsreform? Hochschulreform? Währungsreform? Rentenreform? Steuerreform? Rächtschreibungsrephorm?? Immer ging es ums Wegnehmen, ums Zerschlagen, und es bleibt nicht bei der Form, die sich ändert, es ändern sich auch die Inhalte, aber die Form soll davon ablenken. Und das Reform­haus? Nun, das ist zumindest nichts Böses, es sei denn, man ernährt sich lieber von Junk Food und Marshmallows.</p>
<p>Womit wir wieder bei der Gesundheit sind: Wie sähe denn eine gute Gesundheits­reform aus? Ehrlich sollte sie sein, das beginnt beim Namen, die &#8220;Gesundheit&#8221; soll nicht reformiert werden. &#8220;Neuordnung der Kranken­versorgung&#8221; &#8211; damit schafft man sich in einer Demokratie keine Mehrheit. &#8220;Regelung der Verwaltung der Siechen und Brest­haften&#8221; &#8211; ja, ja, sicher doch. Behalten wir also ruhig den Namen, das ist nur Marketing. Und kümmern wir uns lieber um die Ziele:</p>
<ol>
<li>Die medizinische Grundversorgung steht allen Menschen gleichermaßen zur Verfügung.</li>
<li>Kein Mensch muss aus finanziellen Gründen auf Behandlung verzichten.</li>
<li>Jeder Mensch hat das Recht, seine Situation zu verbessern, beispielsweise durch Zusatzversicherungen.</li>
<li>Wir sind Christen oder irgendetwas vergleichbares, d.h., wir helfen einander.</li>
<li>Krankheit ist ein individuelles Unglück. Die Gesellschaft ist dafür nicht schadensersatzpflichtig.</li>
<li>Man darf das Einkommen von Menschen nicht an ihren Zähnen ablesen können.</li>
<li>Aber an ihren Brillen.</li>
<li>Was nichts mit dem Thema Medizin zu tun hat, ist auch nicht Gegenstand des Gesundheitswesens: Lohnfortzahlung, Betriebshelfer, Kinder- und Haushaltshilfen, Überführungen, Seenot- und Bergrettungen.</li>
<li>Niemand darf gezwungen werden, etwas zu finanzieren, das er komplett ablehnt. Abtreibungen, Sterbehilfe, Stammzellenforschung.</li>
</ol>
<p>Bei der Grundversorgung kann man ja gegen den Strom schwimmen und einmal versuchsweise nach England schauen. Ist das englische System wirklich so schlecht? Immerhin werden die Ärzte nicht dazu gezwungen, das unternehmerische Risiko zu tragen. Wobei echte Unternehmer mehr Einfluß haben auf ihr Unternehmen als Ärzte, die ja doch nur bestimmte Mengen von bestimmten Arzneien verschreiben dürfen und bestimmte Handgriffe gegen Monats­ende nicht mehr machen dürfen, völlig unab­hängig von der medizinischen Notwendigkeit. Die Gratwanderung zwischen Geld­verdienen und Ethik ist in einigen Praxen sicher motivationshemmend.</p>
<p>Daher ist davon auszugehen, daß es sicher so manche Ärzte gibt, die eine Karriere als Vertragsarzt von Krankenkassen oder gar als öffentlich Angestellter mit ordentlicher und regelmäßiger monatlicher Entlohnung und vernünftiger Altersversorgung dem wirtschaftlichen Risiko einer freien Praxis vorzögen. Oder die ihre Praxis vielleicht erst nach ein paar Jahren Arbeit in einem Gesundheits­zentrum eröffnen oder übernehmen wollen, ohne deshalb typische Positionen als Klinikarzt im 24-Stunden-Bereitschafts- und Schichtdienst zu bekleiden. Vielleicht will der Arzt auch nur für eine bestimmte Phase nicht Vollzeit arbeiten, beispielsweise, weil Kinder zu versorgen sind. Das geht weder in einem Krankenhaus, noch erst recht in der eigenen Praxis.</p>
<p>Verlassen wir England, sprechen wir über unsere Utopie. Die Grundversorgung ist geregelt, flächendeckend, für Bürger aus Steuermitteln, für Gäste gegen einen über­schau­baren Obolus. Freie Praxen und Spezialisten gibt es natürlich weiterhin. Und das nicht nur in Groß­städten. Aber um frei seinen Arzt aus­wählen zu können, muß man zuzahlen oder eine ent­sprechende Ver­sicherung haben. Bei den Ver­sicherungen herrscht Wett­bewerb und Viel­falt, aber auf jeden Fall Frei­willigkeit: Jeder darf sich versichern, keiner muß. Natürlich herrscht kein Kontrahierungs­zwang auf Ver­sicherungs­seite, denn ein solcher be­nach­teiligt die, die bereits in der Solidar­gemeinschaft sind. Wer sich als alter oder gar schwer kranker Mensch versichern will, ist spät dran und bezahlt hohe Prämien, vielleicht auch bei einer Versicherung, die sich auf solche Fälle spezialisiert hat. Wer sich hingegen bereits früh zusatz­versichert, baut sich einen Anteil auf, den er bis ins hohe Alter nutzen kann. Dieser Anteil muß ähnlichen Anforderungen genügen wie Lebens­ver­sicherungen oder Pensions­ver­sicherungen, die ja auch einer staatlichen Aufsicht unterliegen. Der Anteil wird jährlich ausgewiesen und kann beim Wechsel der Versicherung mitgenommen werden, was verhindert, daß der Wettbewerb auf Kosten der älteren Bürger stattfindet.</p>
<p>Eine Krankenversicherung ist übrigens eine <em>Versicherung</em> gegen den <em>Krankheitsfall</em>. D.h., sie schützt vor Ereignissen, die man nur in einer solidarischen Gemeinschaft meistern kann. Man kann sie aber auch als Abonnement sehen. D.h., man gleicht schwankende Kosten durch kalkulierbare Beiträge aus. Den zweiten Teil akzeptiert jeder, den ersten sehen erstaunlicherweise eher weniger Menschen so. Das Verständnis der Krankenkassen als Versicherung bedeutet für die meisten, mehr einzuzahlen, als sie vermutlich jemals herausbekommen. Was ja jedem zu wünschen wäre. Was aber nicht jeder so sieht.</p>
<p>Reiner Egoismus ist übrigens die verkehrte Strategie, das Samaritertum bringt nicht nur Punkte im Himmelreich. Auch auf Erden ist es sinnvoll, für die Gesundheit seiner Mitmenschen nach Kräften etwas zu tun. Dies sind nicht nur ästhetische Überlegungen (ab zwanzig Jahren werden unbehandelte Gebisse gerne schadhaft, was unschön aussieht), sondern es hat auch mit Volkshygiene zu tun. Beispiel? Nun, jeder wird wohl den Kampf gegen ansteckende Krank­heiten schon aus Eigen­interesse gerne unter­stützen. Und volks­wirt­schaftlich ist mir ein arbeitsfähiger Nachbar lieber als ein kranker.</p>
<p>Weniger einzusehen ist, wieso Kontaktlinsen, phototrope Gläser, modische Brillen­gestelle und Gleit­sicht­schliff komplett bezahlt werden müssen. Nicht, daß damit jemand gezwungen wäre, zu den sogenannten &#8220;Kassen­gestellen&#8221; zurück­gezwungen zu werden, die Rede ist von sinnvollen Zuzahlungen.</p>
<p>Völlig unüber­sichtlich wird es, wenn Kosten übernommen werden, die nicht einmal entfernt etwas mit Medizin zu tun haben. Einiges wäre Aufgabe von Schutzbriefen (Bergrettung, Seenotrettung, Überführung), anderes ist eine komplett andere Kasse (Lohnfortzahlung). Lassen wir nun verunglückte Skisportler ohne Schutzbrief auf der Piste liegen? Nein &#8211; aber wenn Kosten entstehen, trägt die nicht <em>automatisch</em> die Gemeinschaft. Und sozial Schwache? Die heutigen Krankenkassen schicken im Gegen­satz zu den Privat­ver­sicherungen bei Mehrlings­geburten beispiels­weise Haus­halts­hilfen, was die Eltern sicher freut. So etwas muß aber, wenn überhaupt, direkt von der Gemein­schaft aller Bürger bezahlt werden, also aus Steuern. Schöne Ge­legen­heit für einen Wett­bewerb der Kommunen oder Länder.</p>
<p>Was uns direkt zum nächsten Stich­wort bringt: Wett­bewerb. Interessant wäre folgendes Modell: Nehmen wir an, es gibt zwei Kranken­ver­sicherungen im Angebot. Die eine bezahlt keine Stamm­zellen­forschung und auch keine Be­hand­lung mit Ergebnissen der Stamm­zellen­forschung und erst recht keine Be­hand­lung mit Stamm­zellen. Die andere erlaubt Stamm­zellen­forschung und bezahlt auch ent­sprechende Be­hand­lungen. Nun wäre die jeweilige Kunden­struktur interessant: Wie viele gegen die Stamm­zellen­forschung argu­mentierende Bürger wären Kunden der zweiten Ver­sicherung? Das Modell ist nicht nur geeignet, Lippen­bekennt­nisse zu entlarven, es beendet auch den un­erträg­lichen Zu­stand, daß jeder mit seinen Bei­trägen derzeit Ab­trei­bungen finanziert, auch der, der sich in seinen Augen dadurch schuldig macht.</p>
<p>Eine liberale Gesell­schaft erlaubt ihren Mit­gliedern, hier aus­zu­scheren. So wären christliche Ver­sicherungen und möglichst billige Versicherungen und ökologisch ver­ant­wortungs­volle Ver­sicherungen und nüchterne techno­kratische Ver­sicherungen in vernünftigem Wett­streit. Und niemand würde als un­solidarischer Schmarotzer bezeichnet, der seine Frau und seine drei Kinder privat versichert, anstatt sie alle auf seine Kassen­ver­sorgung an­zu­melden, ohne Auf­preis. Und wir alle wüßten, daß diese Art der Versorgung auch morgen noch finanziert und finanzierbar ist. Ach ja, die Pharma­industrie wird es nicht mögen, aber Ärzte, Apotheker und Gesund­heits­zentren können natürlich weltweit Medi­ka­mente einkaufen, oder zumindest EU-weit. Vielleicht steigen dann die Preise in den USA oder in Spanien, aber hier würden sie sicher sinken, ohne daß deshalb die Forschung zum Erliegen käme. Und unsere Ärzte? Viele würden vielleicht hier­bleiben, anstatt sich nach der Aus­bildung schnur­stracks in Richtung nächster Grenze zu begeben. Ja, derzeit werden Ärzte sogar nach Eng­land abgeworben. Und irgendwie müßte man einige Generationen lang nichts mehr reformieren. Völlig utopisch?</p>
<p>Wir schlagen noch mal den gestrigen Artikel im <a title="Stern: Gesundheitsfonds" href="http://www.stern.de/politik/deutschland/:Gesundheitsfonds-Zwei-Frauen-Rest-Welt/618993.html?nv=rss">Stern</a> auf. Andreas Hoffmann, der Autor des eingangs zitierten Artikels, verliert die journalistische Distanz.</p>
<blockquote><p>Am Sinn der Reform zweifelt Ulla Schmidt jedoch nicht. Sie will ihre Idee umsetzen. Und Angela Merkel denkt an das Jahr 2003, als die CDU in Leipzig ein umjubeltes Reformprogramm beschlossen hatte. Der Gesundheitsfonds komme dem damaligen Konzept nahe, sagt ein hochrangiger Unionspolitiker: &#8220;Das will sie nicht aufgeben.&#8221;</p>
<p>  Der Gesundheitsfonds als Selbstverwirklichung einer Kanzlerin. Warum belegt sie nicht einfach einen Töpferkurs in der Toskana?</p></blockquote>
<p class="finish">Gut gebrüllt, Löwe!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.svb.bayern.net/2008/05/07/gesundheitsreform-2/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

