SvB-Blog

Die Freiheit der Meinung setzt voraus, daß man eine hat (Heinrich Heine)

Wenn der Abt zum Glase greift, so greifen die Mönche zum Kruge.
William Shakespeare im "Sommernachtstraum"

 

Mittwoch 31. August 2016

Mit der CIA werden wir auch noch fertig

Gute Überschrift. Gut gebrüllt, Löwe! Aber noch bevor ich darüber nachdenken kann, ob ich dem Löwen aus der Augsburger Puppenkiste wirklich zutraue, es mit der CIA aufzunehmen oder ob das ein Sommernachtstraum bleibt („Well roared, lion“ – erste Szene im fünften Aufzug. Der Löwe brüllt, Demetrius sagt „Gut gebrüllt, Löwe“, Thisbe läuft weg und Theseus sagt „Gut gelaufen, Thisbe“. Was nicht sonderlich charmant ist …), holen mich diverse Newsmeldungen hart in die Realität zurück.

Darüber bin ich gestolpert:

Bildschirmfoto 2016-08-31 um 21.17.21

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Dienstag 19. April 2016

Wie ich im Fall Böhmermann meine Meinung dauernd geändert habe

Vakit-Merkel-artikelVermutlich ist es vielen Menschen hier ähnlich ergangen. Der Fall Böhmermann war nicht ein Fall, es waren lauter unterschiedliche Fälle. Mit jedem Fitzelchen Information sah alles wieder ganz anders aus.

Wie ging es los? Böhmermann hat ein unterirdisches Gedicht gemacht. Zitat daraus gefällig?

Sackdoof, feige und verklemmt,
ist Erdogan, der Präsident.
Sein Gelöt stinkt schlimm nach Döner,
selbst ein Schweinefurz riecht schöner.
Er ist der Mann, der Mädchen schlägt
und dabei Gummimasken trägt.
Am liebsten mag er Ziegen ficken
und Minderheiten unterdrücken,

und so weiter und so weiter. Weiterlesen »

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Sonntag 24. Januar 2016

Punktabzug für die Gleichberechtigung

Marie-Olympe-de-GougesSind Frauen bei uns gleichberechtigt? Ich denke, eine Frau aus Saudiarabien oder Indien wird die Frage grotesk finden. Ebenso wie die Menschen aus unserer eigenen Vergangenheit: Natürlich haben Frauen und Männer bei uns heute dieselben Rechte. Und man merkt das auch, noch nie in der Geschichte gab es so viele Frauen in leitender Funktion, noch nie gab es so viele Künstlerinnen, Wissenschaftlerinnen, Politikerinnen wie jetzt. Es wäre also an der Zeit, damit anzufangen, Frauen auch ernst zu nehmen. Ein Bildhauer will doch an seinem Werk gemessen werden, nicht an einer künstlichen Frage, ob er gut ist, obwohl er eine Frau ist. Es interessiert doch nur noch Gestrige, wenn man bei einem bestimmten Musikstück darauf hinweist, dass der Komponist eine Frau ist. Wenn man also darauf besteht, dass der Komponist eine Komponistin ist.

An einer Schule hat sich neulich erst ein Fall ereignet, der meinen eigenen kleinen Privat-#Aufschrei ausgelöst hat, aber mein Entsetzen wird von einigen nicht geteilt, das weiss ich schon. Weiterlesen »

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Donnerstag 5. November 2015

Nazivergleiche

Demosthenes2Billiges Kalkül: Der Pegidagründer Lutz Bachmann nutzte die Logikschwäche der hyperventilierenden Öffentlichkeit, um mal wieder Schlagzeilen zu produzieren und nicht in Vergessenheit zu geraten. Dieses Ziel hat er erreicht, das steht schon mal fest.

Wie hat er das gemacht? „NS-Vergleich“ heißt die Methode der Wahl. Und was ein Vergleich ist, muß nicht immer jedem als solcher erkennbar sein.

Um es kurz zu machen: Bachmann hat – Skandal Skandal – festgestellt, daß der deutsche Justizminister Heiko Maas nicht so schlimm ist wie Goebbels. Na gut, etwas schärfer war es schon formuliert: Maas sei der schlimmste geistige Brandstifter seit Goebbels und Schnitzler. Lassen wir diesen Schnitzler, den Chefpropagandisten im DDR-Fernsehen, mal beiseite. Das haben die meisten, die von dieser Rede berichtet haben, auch gleich gemacht, um das Stichwort mit dem „Nazivergleich“ nicht mit lästigem DDR-Beiwerk zu verschleiern. Lügenpresse, würde Bachmann jetzt sagen, berechenbar halt.

Jetzt kann man die Achseln zucken und Bachmann ignorieren, anstatt ihm den Gefallen zu tun, ihm Aufmerksamkeit durch einen deutschlandweiten #Aufschrei zu verschaffen. Man könnte auch sagen, daß Bachmann Maas völlig überschätzt. Dieser ist doch kein Brandstifter, mindestens das sollte gerade ein Bachmann doch beurteilen können. Weiterlesen »

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Sonntag 25. Oktober 2015

Das ganze Jahr über Sommer …

Zeitumstellung-WinterzeitEin Traum! Wie schön wäre es, wenn es das ganze Jahr Sommer wäre. Das mag sich der bayerische FDP-Chef Duin gedacht haben, als er folgende Mitteilung rausgab:

(24.10.2015) Die Uhren werden wieder umgestellt – ein sinnloses Ritual, das Bayerns Liberale abschaffen möchten. „Wir wollen die Sommerzeit ganzjährig zur Standardzeit machen“, erklärte FDP-Landeschef Albert Duin. Das Vor- und Zurückdrehen der Uhren bringe neben Menschen und Tieren auch Schicht- und Fahrpläne durcheinander.
„Die Zeitumstellung gehört endlich abgeschafft“, forderte Duin. „Sie wurde eingeführt um Energie zu sparen, was sie erwiesenermaßen nicht tut.“ Die Nachteile hingegen seien offensichtlich: „Viele Menschen fühlen sich in den Tagen nach der Zeitumstellung weniger aufmerksam und leistungsfähig. Als Folge davon häufen sich zum Beispiel die Verkehrsunfälle. Wie Landwirte berichten, leiden auch Tiere unter der Umstellung.“ Nicht zuletzt sei das Vor- und Zurückdrehen sämtlicher Uhren auch eine unnötige Belastung für Unternehmen, die zweimal jährlich Schicht- und Fahrpläne anpassen müssen.
Die Freien Demokraten wollen nicht die Sommerzeit abschaffen, sondern die Winterzeit. „Dank der Sommerzeit ist es abends länger hell“, so Duin, „und es bleibt nach Dienstschluss mehr Zeit für Freizeitaktivitäten unter freiem Himmel.“

Klar, „Winterzeit“. Das heißt natürlich Normalzeit. Aber wenn etwas normal ist, dann ist es schon arg revolutionär, es abzuschaffen. Und „arg revolutionär“  ist auch nicht so ganz die Kernkompetenz der FDP, auch wenn Liberalismus in unseren Zeiten geradezu nach Revolutionären verlangt.

Es ist ja nicht so, dass die FDP hier ganz alleine stünde. Weiterlesen »

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