SvB-Blog

Die Freiheit der Meinung setzt voraus, daß man eine hat (Heinrich Heine)

Donnerstag 7. Februar 2008

The secret of life is honesty and fair dealing. If you can fake that, you've got it made.
Groucho Marx

 

Der bessere Unternehmer

Analysiert man die Aussagen von Unternehmern, so sieht man, dass sich ein Unternehmer am wohlsten fühlt, wenn er ausschliesslich daraus, dass er besser ist als andere, einen Vorteil zieht. Da geht es ihm nicht anders als seinen Leuten, Leistung soll sich lohnen, soll belohnt werden.

Was heißt nun „besser“? Was zeichnet den „besseren“ Unternehmer aus? Größe? Nein, oft vielleicht sogar im Gegenteil. Preis-/Leistungsverhältnis? Das ist nah dran, wenn man denn die Leistung qualifiziert. Wer baut eine Brücke am billigsten? Kinderspielsachen? Ein Atomkraftwerk? Oder einfach auch nur genießbares Essen? „Billig“ ist also nicht das entscheidende Kriterium. Oder nicht überall. 

Jeder kann sich heute eine Waschmaschine leisten. Eine ordentliche Waschmaschine hält heute 10 Jahre. Dann ist sie kaputt. Früher waren das mal 20 Jahre. Aber früher hat diese Maschine viel mehr Kaufkraft gekostet, umgerechnet vielleicht in Prozent des durchschnittlichen Jahreseinkommens. Hier ist „billig“ also vielleicht gut? Nun, das ist man zunächst versucht zu meinen, aber das gilt natürlich nicht unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten – es sei denn, man sieht kein Problem in der Wegwerfgesellschaft. Will man also die Wegwerfgesellschaft bekämpfen, muss man die billigen Waschmaschinen künstlich verteuern, beispielsweise anlässlich deren Entsorgung am Ende ihres fleissigen, ach so kurzen Maschinenlebens. Nun lohnt es sich also für den Konsumenten, Waschmaschinen zu kaufen, die zwar teurer sind, aber eben länger halten. Und damit lohnt es sich für den Unternehmer, bessere Qualität zu bauen.

Fassen wir zusammen: Der Unternehmer will so billig wie möglich produzieren. D.h., er ist nicht unglücklich, wenn er gezwungen wird, höhere Qualität zu produzieren, dann ist eben die billigste Variante nicht mehr möglich (und er produziert immer noch so billig wie möglich). So einfach ist das.

Und damit sind wir wieder beim Mindestlohn, wer hätte das gedacht. Echte Unternehmer stört ein Mindestlohn solange nicht, solange er von anderen Unternehmen nicht umgangen werden kann oder solange diese nicht andere Wege haben, billiger zu produzieren, Wege, die ihm verwehrt sind, ohne dass er eine Chance hätte, Alternativen zu finden. Und nun sind wir wieder beim Ausgangspunkt: Solange die Regierung die Post subventioniert und ihr Monopol mit fragwürdiger Argumentation immer wieder verlängert hat und solange auch heute noch amtliche Briefe von der Post kommen, nicht etwa von einem der Wettbewerber, was billiger wäre, wie man auf der Briefmarke sieht, solange also nicht gleiches Recht für alle gilt, solange ist der Wettbewerb gestört. Und da wirkt der Mindestlohn also unternehmensfeindlich (wenn das beurteilende Unternehmen nicht gerade die Deutsche Post ist).

Der bessere Unternehmer soll jedenfalls nicht der sein mit der besten Lobby, dem größten Werbebudget, dem besten Support durch seine Regierung. Der beste Unternehmer ist der, dessen Leistung möglichst vielen möglichst viel bringt. Den Kunden, der Gesellschaft, den Mitarbeitern, den Unternehmenseignern. 


Viel Spass beim Ausrechnen.

 

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