SvB-Blog

Die Freiheit der Meinung setzt voraus, daß man eine hat (Heinrich Heine)

Freitag 8. Februar 2008

Most people have two reasons for doing anything — a good reason, and the real reason.
Anonymus

 

Der kluge Unternehmer

Der Unternehmer mag den Mindestlohn nicht. Wieder ein Akt staatlicher Bevormundung, öffentliche Einmischung in private(?) Verträge. Der kluge Unternehmer muss Mindestlohn aber doch gut finden, wie wir gestern gesehen haben. Sollte man meinen…

Was also macht die Unternehmer wütend? Sind alle nur instinktgetrieben? Wohl kaum. Es ist wohl die latente oder offene Unterstellung, dass der Unternehmer seine Leute ausnimmt, um sich persönlich zu bereichern, was der Staat zu verhindern habe. Das mag an der penetranten Berieselung schon in der Schule liegen, Brecht, Brecht, Brecht, ad nauseam. (War der wirklich so unerträglich einseitig oder kam uns das in der Schule damals nur so vor?)

Ich vermute, die meisten (echten, i.e. mittelständigen) Unternehmer trennen gar nicht so stark zwischen ihrem Unternehmen und sich selbst. Mir geht es gut, zumindest wirtschaftlich, solange es meinem Unternehmen gut geht. Meine Interessen gegen das Interesse der Firma – meiner Firma! – zu optimieren, erschiene mir doch arg kurzsichtig.

Und jetzt kommt die Politik, flankiert von der Presse, und unterstellt, man müsse den Unternehmer aus moralischen Gründen zwingen, einen Mindestlohn zu bezahlen – und nicht aus ökonomischen. Bin ich der einzige, der die Beleidigung hier empfindet? Umgekehrt kennt man zur Genüge, wie schnell Unternehmer als unfähig bezeichnet werden, wenn sie nicht alle Mittel nutzen, den Profit ihres Unternehmens zu mehren. Das kann durchaus zu rechtlichen Konsequenzen führen, wenn durch eine rein moralische, weniger ökonomische Entscheidung mögliche Profite von Mitgesellschaftern geschmälert werden.

Ob ein Unternehmer also Regeln ohne Murren akzeptiert liegt also daran dass die Regeln fair sind (R1), ausnahmslos für alle gelten (R2) und auch, dass der durch sie angestrebte Nutzen nachvollziehbar ist (R3). Nein, ich schreibe nicht über das Dosenpfand. Dann muss aber die Einhaltung der Regeln durchgesetzt werden – sonst ist R1 und R2 verletzt. Besonders R3 hilft gegen Politiker, die Regeln nicht aufstellen, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen oder auch nur dafür zu sorgen, dass die Welt morgen noch ein guter Platz ist, sondern die Regeln nur aufstellen, um Wahlen zu gewinnen. Mögen sie also künftig intelligente Regeln ersinnen oder die Wahlen verlieren.


Es lebe das Zündwarenmonopol!

 

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