SvB-Blog

Die Freiheit der Meinung setzt voraus, daß man eine hat (Heinrich Heine)

Meckels Messerzüge

Erstellt von svb am 21. März 2012

Meckels Messerzüge

Wie man 1803 seinen Vater kochte

Ich war dreizehn Jahre alt, mein Freund Ludwig Wucherer erst zwölf, als das Unvorstellbare auch wirklich geschah – wir schnitten meinen Vater auf. Seine Eingeweide schwammen in weißlichem Wasser, und tatsächlich ragte die gewanderte Leber wie ein Inselberg daraus hervor. Die Geheime Räthin Meckel, Deine Großmutter, musste eine große Schöpfkelle aus der Küche holen, weil die anatomische für die Ausschöpfung ihres Gatten einfach zu klein war. Wir köpften den Vater, natürlich vorsichtig, und wir weideten ihn aus. Dann entfleischten wir ihn und kochten seine Knochen.

Was für ein Anfang! Wer aber nun meint, das vorliegende Buch sei geeignet für Menschen, die schon immer mit ihren Vätern abrechnen wollten, der hat sich geirrt. Das Fleischpräparieren  und Knochenkochen ist nichts als Lokalkolorit, handelt es sich bei der Familie Meckel doch um eine Versammlung von Koryphäen der Anatomie. Und so wie das Aufschneiden von Leichen seine Schrecklichkeit verliert, wenn sie alltäglich und banal wird, so erscheinen, sind wir einmal mitten drin, auch die Schrecken des Krieges entfernter denn je zuvor.

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Die Waage der Baleks

Erstellt von svb am 12. Februar 2008

Heinrich BöllJeder hat wohl in der Schule die Novelle „Die Waage der Baleks“ gelesen. Es ist von Böll. Ja, wirklich! Der Propagandastil hätte besser zu Brecht gepasst. Aber es ist doch von Böll, den ich sonst immer als witzig und als auf eine erfreuliche Art boshaft empfunden hatte.

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Trilobiten

Erstellt von svb am 6. Februar 2008

Heute keine Lust, über den Mindestlohn nachzudenken. Vielleicht ist das auch ein viel zu triviales Thema. Heute denke ich an Trilobiten und dass man vielleicht ein Buch schreiben sollte. Weiterlesen »

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