SvB-Blog

Die Freiheit der Meinung setzt voraus, daß man eine hat (Heinrich Heine)

Dienstag 9. September 2008

Du kannst Kunden nicht fragen, was sie wollen, und dann versuchen, es ihnen zu geben. Wenn Du es endlich fertiggebaut hast, wollen sie schon was Neues.
Steve Jobs

 

Das IPhone

iPhoneSeit neuestem habe ich ein IPhone 3G. Das kann fast alles, und natürlich SMS, Mail, Telephon. Auch der Safaribrowser ist wirklich verwendbar, was man von anderen Hosentaschendevices nicht behaupten kann. Und einen iPod muss man auch nicht mit sich rumtragen, der ist integriert. Als Mac-Fan muß ich das Design nicht erst erwähnen, das ist natürlich äußerst gelungen.

Was stört mich? Zum einen der Akku, der ist zu schnell leer. Man muss sich erst wieder daran gewöhnen, dass ein Handy einmal am Tag mindestens ans Netz muss, je nach Einstellung. Mit ein bisserl Ausprobieren kommt man in den zweiten Tag – ein Wochenende ist nicht zu schaffen. Zum anderen, und das ist wirklich ärgerlich, kann man das Telephon nicht mounten, also auf einem Rechner direkt auf die Files zugreifen, zum Beispiel in einem eigenen Laufwerk. Wieso muss ich immer noch einen USB-Stick dabeihaben, wenn ich meine Sachen möglicherweise sowieso schon auf dem Handy habe? Und last but not least – wieso kann man das iPhone nicht mit mehreren Geräten syncen? So wie andere Macs auch? Dann hätte ich immer Photos und Musikstücke auf allen Geräten gleich. 

Oder bin ich nur zu blöd, das alles beispielsweise via MobileMe zu lösen? Was eher unwahrscheinlich ist, denn zumindest die Methode, neue Software aufzuspielen, ist eine nette Fingerübung in Kontrolle: Nur über den Shop kann man an Software. Die muss nicht teuer sein, kann sogar kostenlos sein, aber jede Installation findet über den „App Store“ statt. Vollendete Kontrolle durch Apple, niemand kann an Apple vorbei irgendwelche Software verteilen oder auch nur weitergeben. Kein Wunder, dass die Suche nach Hintertüren mit dem Erscheinen des ersten IPhone begann. Wer googlet, der findet. Und Apple ist vermutlich not amused, und sperrt den direkten Zugang, um noch weniger Angriffsmöglichkeiten zu bieten.

Auch wenn es Kritik gibt, begeistert bin ich dennoch. Ist einfach ein nettes Spielzeug. Liegt gut in der Hand, optisch und haptisch ein Genuß. Viele (Soft-)Buttons zum spielen. Ein paar Minuten lang war ich wohl völlig versunken, neulich, im Restaurant, beim Essen mit meiner Frau. Ich habe Mails und SMSes gelesen, Anruflisten gecheckt, ein paar PDFs angeschaut, die ich per Mail bekommen hatte, da sagt meine Frau, zu recht etwas angesäuert: Leg das Ding weg,

das ist ja völlig unkommunikativ!

 

3 Kommentare zu “Das IPhone”

  1. artivity sagt:

    Schau Dir mal bspw. Air Sharing zum Mounten an.

    Wo ich es auch schätze: man sitzt beim Italiener, das Essen dauert länger, die Kinder quengeln „Mamaaa, wann kommt meine Pizza????“ – jetzt iPhone rüberschieben, Spiel spielen lassen (vor allem die mit Bewegungssensor begeistern) und die Eltern können in Ruhe am Wein nippen und plauschen.

  2. svb sagt:

    Das erklärt, warum manche Leute mehrere iPhones haben 🙂

  3. artivity sagt:

    Neulich das Extrem erlebt: Ein Paar saß mit Nachwuchs im Romans beim Abendessen. Das Kind saß im Kinderstuhl und war in einem so frühen Alter, dass es weder des Sprechens noch des anhaltend-aufrechten Sitzens richtig mächtig war. Ihm hatten die Eltern einen mobilen DVD-Player vor die Nase gesetzt, dessen Bild in seinem Gesichtchen grell flimmerte. Mein neugieriger Blick beim vorgetäuschten Toilettengang identifizierte billigsten Comic, dem das Kind schweigend und mit aufgerissenen Augen auf dem Bildschirm folgte. Der Ton war ausgeschaltet; wozu auch Ton?! Hauptsache, das Kind hielt die Klappe und die Eltern konnten in Ruhe plauschen. – Darf ich mich da aufregen oder bin ich denen mit meinen Iphone-Aktionen gar nicht moralisch überlegen…

    In dem Zusammenhang ein Lesetipp: ‚Otto ist hochbegabt‘ in der stets lesenswerten Kolumne von Evelyn Roll in der heutigen SZ am WE.

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