SvB-Blog

Die Freiheit der Meinung setzt voraus, daß man eine hat (Heinrich Heine)

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Archiv für April, 2012

Ablenkmanöver?

Erstellt von svb am 30. April 2012

Seit Tagen diskutieren alle über das Betreuungsgeld, die Herdprämie, Hartz V für Wohlhabende, wie man es nennen will. Sehr glaubwürdig sind die Positionen nicht gerade – man gewinnt eher das Gefühl, daß hier eine Art choreographiertes Turnier stattfindet. Besonders auffällig die direkte Gegenseite: Kein Betreuungsgeld für Leute, die ihre Kinder in der Familie erziehen, vielmehr lieber gleich ein Verbot dieser antiquierten Erziehungsform. Im Gegensatz zu den Kindergartenbetreuern können Eltern ihre Erziehungsbefähigung schließlich nicht nachweisen.

Folgerichtig fordert Frau Kraft in Nordrhein-Westfalen, vermutlich befeuert vom Wahlkampfgetöse, daß die Gesellschaft die Kinder möglichst früh in die Finger kriegen soll, zwecks gleichförmiger „optimaler“ Erziehung und sicherheitshalber. Um auch ja nicht missverstanden zu werden, weist sie darauf hin, daß NRW etwas über zwei Prozent seines Jahreshaushalts für die Inobhutnahme von Kindern ausgibt. Das ganze stand am Wochenende in der F.A.S., online ist es etwas milder und stark gekürzt.

Hannelore Kraft: Alle Kinder müssen in die Kita

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Die Killerspiele der CDU

Erstellt von svb am 25. April 2012

wolfgang_boernsenEs gibt einen Abgeordneten der CDU-Bundestagsfraktion, der selten auffällt, aber wenn, dann negativ. Er ist ein recht unscheinbarer Typ, meldet sich nur selten zu Wort und wenn ich was von ihm lese, dann kopfschüttelnd. Sein Name ist Börnsen und er hat den schwarzen Gürtel im Phrasendreschen. Seine Ängste sind Killerspiele und gewalttätige Filme und er will das alles verbieten. Und wenn man es schon nicht verbieten kann, dann kann man wenigstens laut dagegen predigen. Bis jetzt ist das alles recht harmlos und rechtfertigt nicht, sich schon wieder mit ihm zu beschäftigen, das kann man alles hier nochmal nachlesen.

Nun wird etwas über den Server der CDU/CSU-Bundestagsfraktion verbreitet. Börnsen ist der Autor:

Killerspiele sind nicht preiswürdig

[…] Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion distanziert sich von der Entscheidung der unabhängigen Jury, in der Kategorie „Bestes Deutsches Spiel“ ein so genanntes Killerspiel zu nominieren. Wir halten diese Nominierung für unvertretbar.

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Grüne Sexuallogik

Erstellt von svb am 16. April 2012

Quelle: http://lustich.de

Fassungslos macht es uns manchmal schon, was die Grünen so umtreibt: Es geht um das Recht auf straffreien Inzest. Ganz tief in uns drin hat die Natur etwas verankert, das im Hinblick auf das Zeugen gesunder Kinder sehr sinnvoll ist: Wir haben normalerweise keine Lust auf Sex mit nahen Verwandten. Wir kämen nie auf die Idee und finden es völlig absurd.

Und wenn es doch passiert? Was das Brechen dieses Tabus bewirkt, kann man in abgelegenen Gegenden der Welt sehen oder auch in manchen Palästen. „Sind Deine Eltern Geschwister?“ fragt man, wenn man jemanden frivol beleidigen will. Nicht einmal die Telekom will das wissen, denn das hier abgebildete Bewerbungsformular für Auszubildende ist doch höchstwahrscheinlich eine Fälschung.

Auch wenn es nicht um Beleidigungen geht, so geht es in jedem Fall um ein Tabu. Das „Wälsungenblut“ von Thomas Mann ist dabei noch vergleichsweise vergnüglich, Weiterlesen »

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Die Landkarte der Zeit

Erstellt von svb am 14. April 2012

Morgen wird heute gestern sein. Oder etwa nicht? Was, wenn wir durch die Zeit reisen könnten? Dieses Thema hat schon viele Autoren zu so vielen Büchern inspiriert – niemals hätte ich gedacht, daß mich ein weiteres Zeitreisebuch so in seinen Bann schlagen würde wie „Die Landkarte der Zeit“ von Félix J. Palma, genial übersetzt aus dem Spanischen von Willi Zurbrüggen.

Die eigentliche Zeitreise macht der Leser. Bereits nach wenigen Seiten befinden wir uns im ausgehenden neunzehnten Jahrhundert, in London, dem damaligen Nabel der Welt. Wir lernen Andrew kennen, einen jungen Mann und Sohn eines wohlhabenden Fabrikanten. Doch dann tritt Jack the Ripper auf, ermordet Marie, Andrews große Liebe und stürzt ihn in tiefe Trauer, so sehr, daß ihm nur der Selbstmord zu bleiben scheint. Da tritt George auf den Plan, der angeblich oberflächliche, aber dann doch so mitfühlende und geistreiche Cousin, der mit ihm zu „Zeitreisen Murrays“ geht. In der Vergangenheit, so hoffen sie, können sie Marie vor ihrem schrecklichen Schicksal bewahren.

Nicht in der Vergangenheit, sondern in der Zukunft sucht währenddessen Claire ihr Heil. Sie hat keine Lust, sich als Ehefrau im viktorianischen Zeitalter zu Tode zu langweilen, und wünscht sich ins Jahr 2000. Ob „Zeitreisen Murray“ ihr helfen kann? Inspektor Garrett hat in seiner Gegenwart ein Problem zu lösen: Er hat Morde aufzuklären. Die tödlichen Wunden der Opfer stammen von einer Waffe, die noch nicht erfunden ist. Er hat diese Waffe aber schon einmal gesehen, in der Zukunft.

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Ostermärsche sind out

Erstellt von svb am 10. April 2012

Ostermarsch mal anders (Murcia 2012)

Ich habe tatsächlich einmal in Berlin studiert. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich für links gehalten. „Damit kommst Du hier nicht durch, Kollege“, hatte mich der Fachschaftler eingenordet, als ich es wagte, nicht sofort begeistert meine Teilnahme an den alljährlich stattfindenden spontanen Ostermärschen zuzusichern. „Bei Dir kommt so einiges zusammen, erst aus Bayern sein und dann noch unsolidarisch. Du bist sicher insgeheim son Nazi“.

Klar, daß ich bei der Gelegenheit keine Lust hatte, über Sinn und Unsinn von Ostermärschen zu diskutieren. Auch klar, daß ich heilfroh sein mußte, daß ich nicht erwischt worden war, daß mein Kaffee nicht aus Nicaragua kam und ich mir zur Atomkraftfrage noch keine abschließende Meinung gebildet hatte. Und als ich wieder im Westen war, war ich sicher: Lang hält sich Westberlin nicht mehr. Das mutiert sicher in die DDR. Doch es kam anders, wir alle sind zu so einer Art Totalitarismus mutiert.

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