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Die Freiheit der Meinung setzt voraus, daß man eine hat (Heinrich Heine)

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Mittwoch 25. April 2012

Darin liegt meiner Meinung nach die höchste Anerkennung, die man der Weisheit spenden kann: daß sie unabhängig ist und sich in der Beurteilung dessen, worin das gute und schlechte Leben besteht, von äußerlichen Dingen nicht beeinflussen läßt.
Marcus Tullius Cicero

 

Die Killerspiele der CDU

wolfgang_boernsenEs gibt einen Abgeordneten der CDU-Bundestagsfraktion, der selten auffällt, aber wenn, dann negativ. Er ist ein recht unscheinbarer Typ, meldet sich nur selten zu Wort und wenn ich was von ihm lese, dann kopfschüttelnd. Sein Name ist Börnsen und er hat den schwarzen Gürtel im Phrasendreschen. Seine Ängste sind Killerspiele und gewalttätige Filme und er will das alles verbieten. Und wenn man es schon nicht verbieten kann, dann kann man wenigstens laut dagegen predigen. Bis jetzt ist das alles recht harmlos und rechtfertigt nicht, sich schon wieder mit ihm zu beschäftigen, das kann man alles hier nochmal nachlesen.

Nun wird etwas über den Server der CDU/CSU-Bundestagsfraktion verbreitet. Börnsen ist der Autor:

Killerspiele sind nicht preiswürdig

[…] Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion distanziert sich von der Entscheidung der unabhängigen Jury, in der Kategorie „Bestes Deutsches Spiel“ ein so genanntes Killerspiel zu nominieren. Wir halten diese Nominierung für unvertretbar.

Grundlage für die Vergabe des Computerspielpreises ist nach wie vor ein Mehrheitsbeschluss des Deutschen Bundestages von 2007. Darin heißt es aber: „Wir fordern die Bundesregierung auf, zeitnah einen Preis für qualitativ hochwertige sowie kulturell und pädagogisch wertvolle Computerspiele zu initiieren. Die einzusetzende unabhängige Jury [Hervorhebung von mir] sollte aus Computerspielen auswählen, die in Deutschland produziert wurden, sich dabei jedoch nicht nach deren kommerziellem Erfolg, sondern in erster Linie nach inhaltlichen Kriterien richten. Der für das Medium zentrale Aspekt der technischen Qualität sollte ebenfalls eine, wenn auch nur sekundäre, Rolle spielen.“

[…] In letzter Konsequenz stehen wir daher auch einer Neubesetzung der Jury offen gegenüber.

Durch die Kürzung wird etwas noch deutlicher, was so ärgerlich wie peinlich ist. Da gibt es einen Preis, der angeblich von einer unabhängigen Jury vergeben werden soll. Der Gewinner paßt dem Abgeordneten Börnsen nicht, er wollte einen anderen Sieger sehen. Und so droht er unverhohlen der Jury, dass er sie eben auswechseln würde, sollte sie weiter unbotmäßig nicht nach seinem Sinne urteilen. Na, dann ist es ja wirklich ein Glück, daß er nicht zuständig ist für die Justiz und damit für die

Zusammensetzung der unabhängigen Gerichte.

Bildquelle: Abgeordnetenwatch

 

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