SvB-Blog

Die Freiheit der Meinung setzt voraus, daß man eine hat (Heinrich Heine)

Dienstag 18. März 2008

Es soll kein Zwang sein im Glauben. Gewiß, Wahrheit ist nunmehr deutlich unterscheidbar von Irrtum.
Koran, 2. Sure, Vers 256

 

Moslems

Arabische KaligraphieEine Studie, über die ich gelesen habe, läßt mich nicht mehr los. Ich halte mich eigentlich selbst für völlig vorurteilsfrei. Bei wem wäre das auch anders… Am 9.3. stand es in der Welt:

Mehrheit der Muslime bewundert westliche Werte

Es war ein wissenschaftliches Großprojekt: 50.000 Interviews mit Muslimen aus meist islamischen Ländern. Der Einblick in ihre Gedankenwelt ergab: Sie glauben nicht, dass islamistische Extremisten ihre Probleme lösen. Stattdessen schätzen sie westliche Werte wie die Gleichberechtigung von Mann und Frau.


Im Prinzip steht es schon da: Der mordende, fahnenverbrennende und aggressive Moslem steht vielleicht so für den Islam wie der prügelnde Nazi-Skinhead für Deutschland. Jedenfalls habe ich mir vorgenommen, mich in Zukunft noch mehr vor Stereotypen zu hüten.

Der Hintergrund der Studie ist ebenfalls interessant:

Jim Clifton, Chef des renommierten amerikanischen Meinungsforschungsinstitutes Gallup, ließ nach den schrecklichen Anschlägen vom 11.September 2001 auf World Trade Center und Pentagon die Frage nicht los, ob die Mehrheit der Muslime dieser Welt diese Tat eigentlich gutheiße. „Niemand in Washington hat auch nur eine Ahnung von dem, was 1,3 Milliarden Muslime denken. Und trotzdem erarbeiten wir komplexe Strategien, die für immer die Welt verändern werden“, sagte er damals und gab eine bisher einzigartige Langzeitstudie auf diesem weitgehend unerforschten Feld in Auftrag.

Ich erinnere mich noch genau: Fernsehkommentatoren, die gleich nach den Anschlägen vom weltweiten Jubel der Moslems berichteten, und das angesichts der vielen Toten in Manhattan. Dazu sah man immer genau dieselbe jubelnde Kopftuchträgerin. Es gab nicht mehr Bilder, aber die Frage ist, wie viele hätte es gegeben? Jim Clifton hat mich mit seiner Haltung sehr beeindruckt. Dass er das Thema nun kommerziell ausschlachtet, ist sein gutes Recht.

Verblüffend auch die Tatsache, dass 90% der Indonesier für die Gleichberechtigung von Mann und Frau sind. Sogar in dem nicht gerade als Frauenversteherparadies berühmten Saudi-Arabien sind es noch 62%. Das hat mich so erstaunt, dass ich gleich meine Frau fragen musste, was sie schätze. Sie antwortete „Mindestens 50%“. Ich darauf: „Ich hätte nie mehr als 20% geschätzt“. Sie darauf trocken: „Die Gallupleute haben vermutlich auch die Frauen befragt.“

Oops.

 

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