SvB-Blog

Die Freiheit der Meinung setzt voraus, daß man eine hat (Heinrich Heine)

Archiv für die 'Geschichte' Kategorie

Wort des Jahres: App

Erstellt von svb am 9. Februar 2011

Ja ist denn schon wieder April? Wie ein verfrühter Aprilscherz liest sich jedenfalls die Meldung, daß es eine iPhone-Applikation gebe, die einem die Beichte abnimmt.

Im Namen des Vaters: Kirche genehmigt Beicht-App

iPhone-Anwendung hilft Sündern mit dem Sakrament

South Bend (pte/09.02.2011/11:28) – Katholische User von Apple-Geräten können ihre Sünden in Zukunft ihrem iPhone, iPad oder iPod Touch beichten. So hat die Kirche offiziell eine im App-Store erhältliche Anwendung abgesegnet, die Gläubigen mit dem Sakrament helfen soll.

Das ist natürlich ausgemachter Schmarrn, und das wird bei näherer Betrachtung des Artikels auch klar. Nach kurzer Überlegung weiß man ja, daß zu einer Beichte immer einer gehört, der die Beichte abnimmt und Absolution erteilen kann. Was keiner hört, ist wie nicht gesagt.

Natürlich denken wir da sofort an König Midas, Weiterlesen »

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Zwischen den Jahren

Erstellt von svb am 30. Dezember 2010

Das Jahr 2010 ist noch nicht vorbei – aber das hat das Fernsehen nicht daran gehindert, bereits jede Menge Jahresrückblicke zu senden. Was passiert eigentlich, wenn noch was passiert? Fällt das dann in die Zuständigkeit des Rückblicks 2011? Oder ist das wie im Alten Rom, wo nach dem Januar die Consuln die Arbeit einstellten, damit zu Jahresbeginn, also damals am 1. März, das neue Team sofort loslegen konnte und sie sich nicht mit Altlasten ihrer Vorgänger herumschlagen mußten. Daher stammt übrigens auch der Name Ianuarius: Der römsiche Gott Janus hatte vorne und hinten ein Gesicht und konnte gleichzeit nach hinten sehen, ins Amtsjahr des scheidenden Consuls, und nach vorne,  ins Amtsjahr des kommenden. Mögliche wichtige Ereignisse zwischen Januar und März wurden so auch von der Geschichtsschreibung ignoriert. Passiert ist vermutlich tatsächlich nicht viel, die Römer feierten ausgelassen und recht alkoholreich das kommende Jahr. Ab März war alles anders. Da der März der erste Monat war, ist auch klar, wie die Monate September bis Dezember zu ihren Namen kamen, es waren wirklich die Monate sieben bis zehn.

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Fremde

Erstellt von svb am 21. Oktober 2010

Zur Zeit läuft eine verlogene und völlig hysterische Diskussion zum Thema “Ausländer, Zuwanderung, Kultur und Islam”, die auf allen Ebenen geführt wird. Ich wäre daran verzweifelt, hätte ich nicht hie und da besonnene Analysen gelesen, Aufrufe zur Mäßigung oder schlicht Richtigstellungen der öffentlichen Äußerungen. Dieser Auseinandersetzung Stammtischniveau zu unterstellen, beleidigt manchen Stammtisch.

Zunächst: Was genau ist das Problem? Weiterlesen »

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Advantage Gilgamesch

Erstellt von svb am 24. Juni 2010

Tennis macht Spaß, wenn man es spielt und nicht zu oft danebenhaut. Spitzentennis hingegen läßt mich meistens kalt, wenn ich nur Zuschauer sein darf. Über Wimbledon jedoch weht eine gewisse Magie. Es ist, wenn man so will, das Stonehenge der Tenniswelt.

Jetzt scheine ich ein Match verpaßt zu haben, das man vielleicht gesehen haben hätte sollen. Während wir alle mit der deutschen Nationalmannschaft gegen Ghana fieberten (und davor und danach noch weiter), spielten der Franzose Nicolas Mahut und der Amerikaner John Isner das längste Match in der Tennisgeschichte. Weiterlesen »

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Männer, die auf Ziegen starren

Erstellt von svb am 23. März 2010

Was für ein abstruser Titel. Klingt irgendwie nach usbekischem Nach­wuchs­film­preis. Beinahe wäre es mir entgangen: Männer, die auf Ziegen starren. Ein Genre hat dieser Film nicht: Für einen Dokumentar­film ist er zu abstrus, für eine Kommödie zu viel­schichtig (und nicht immer lustig genug), für eine Satire zu unspezifisch. Kurz, dieser Film hat von allem etwas.

Fangen wir an mit dem Dokumentar­film: Was dem Streifen den ganz besonderen Charme gibt, ist die Tatsache, dass es sich um die Verfilmung eines Sachbuchs handelt. Das Buch ist von Jon Ronson und heißt auf Englisch schon “The Men Who Stare At Goats”. Weiterlesen »

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