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Die Freiheit der Meinung setzt voraus, daß man eine hat (Heinrich Heine)

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Donnerstag 4. Februar 2010

Die Leidenschaften gehorchen nicht der Logik, sondern die Logik gehorcht den Leidenschaften.
Otto von Leixner

 

Die Kunst des Fugu

Helden der Logik: Befindet man sich im Weißen Rößl am Wolfgangssee und spaziert man den Kreuzweg hinauf auf das Bergerl hinter dem Ort zu der Kapelle und kehrt dann Richtung Zahnradbahn in den Ort zurück, so kommt man an einer malerischen Manifestation eines Pleonasmus vorbei:

Ignorieren wir mal die Bemerkung „auf eigene Gefahr“,  das obere Schild reicht schon. Eine der häufigsten Pleonasmen ist die Feststellung, daß ein Berechtigter etwas darf, was ein Unberechtigter nicht darf. Bei einem Unbefugten verhält es sich anders, das darf man nicht verwechseln. Befugnis berechtigt noch nicht und ein Mangel an Befugnis schließt keine Berechtigung aus.

Nun, wenn jemand nicht befugt ist, wird man ihm mit Fug und Recht die Berechtigung mit einem Schild verwehren. Auch das Schild oben fügt sich ein in die Landschaft, und der Unberechtigte wird sich, wenn es die Fügung will, ebenfalls fügen, nur nicht in die Landschaft sondern dem Schild. Wer, Unfug im Sinn, dazu die Kunst der Fuge pfeift, flüchtet sich aus der Wortverwandtschaft: Die Fuge in der Musik kommt aus dem lateinischen, fuga ist die Flucht. Die erste Stimme (dux) „flüchtet“ mit dem Thema und wird, ähnlich wie in einem Kanon, von ihren ähnlichen Begleitern verfolgt (comes).

Alles andere kommt aus dem Mittelhochdeutschen. „vüegen“ hieß „passend zusammensetzen“, „sich anpassen“. Daher die Schreinerfuge, das Zusammenfügen zweier Bretter. Schon damals bildete sich darauf das Hauptwort „vuoc“, und das stand für  Kunstfertigkeit, Schicklichkeit und Angemessenheit, und da ist es nicht mehr weit zum Recht. So gesehen ist „Fug und Recht“ doppelt gemoppelt. Interessant, dass Schicklichkeit und Schicksal aufeinandertreffen in der Fügung.

Nicht mit alledem zu tun hat der japanische Kugelfisch, der

Fugu…

 

Ein Kommentar zu “Die Kunst des Fugu”

  1. agc sagt:

    Und auch nicht mit alledem zu tun hat der Fuchs. Der kommt bekanntlich aus dem Griechischen: alopex -> lopex -> opex -> pex -> pix -> pax -> pux -> fuchs [nicht vuochs].

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