SvB-Blog

Die Freiheit der Meinung setzt voraus, daß man eine hat (Heinrich Heine)

Bei allem, was mir heilig ist

Erstellt von svb am 4. Juni 2010

Wenn wir schwören, müssen wir ja auf irgendwas schwören. Auf die Bibel oder auf Gott. Daher recken wir drei Finger hoch um zu schwören und rufen dabei die Dreifaltigkeit zum Zeugen auf. Das machen auch Heiden. Fällt denen vielleicht nicht mal auf. Aber diese Dreifingergeste hat sich einfach eingebürgert.

Wie haben das eigentlich die Alten Römer gemacht? Die wussten noch nichts von der Dreieinigkeit. Was einerseits schade ist, ich hätte gerne die Meinung eines abgeklärten Menschen wie Seneca zu den Lehren des Athanasios gehört. Daß die Dreieinigkeit in der katholischen Kirche nicht mehr in Frage gestellt wurde, kann man eigentlich erst seit der elften Synode von Toledo (675) sagen, oder sogar, was logischer ist, erst mit dem Vierten Laterankonzil, also seit 1215. Weiterlesen »

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Die Ethik der Gottlosen

Erstellt von svb am 15. April 2009

noodledoodle1024_768Am 26. April müssen sich die Berliner entscheiden. Sie hatten die Religion abgeschafft, aber sie könnten sie wieder einführen.

Nun, ganz abgeschafft hatten sie sie nicht. Sie hatten nur den Begriff Religionsfreiheit anders verstanden. Nicht frei in der Wahl der Religion sollte der Berliner sein, nein, frei von Religion. Und so verschwand das Schulfach Religion und wurde ersetzt durch ein verpflichtendes Schulfach Ethik. Religion wiederum wurde ein freiwilliges Fach. Also so etwas wie Chinesisch. Oder Schulorchester.

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Feiger Angriff

Erstellt von svb am 4. Januar 2009

Heute morgen hat sich einer feiger Angriff ereignet – die Piraten haben ein Polizei­schiff unter ihre Kon­trolle gebracht. Somit konnten sie mit dem Pi­ra­ten­schiff und dem Polizei­schiff einen Bauern­hof an­grei­fen, der un­weit der Küste liegt. Dort haben sie alle Tiere ge­schlach­tet, die Men­schen ver­trie­ben, ein nahe­lie­gen­des Kranken­haus ver­wü­stet und alles mit­ge­nom­men, außer den Kranken.

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Was ist ein iPod?

Erstellt von svb am 25. Mai 2008

iPodKeine Sorge – jeder weiss, was ein iPod ist. Aber woher kommt der Name? Das „i“ ist kein Problem. Alle Appleprodukte heißen irgendwas mit „i“, seit dem ersten iMac. Das haben wir dem Internet zu verdanken, wobei man nun das „i“ strenggenommen groß schreiben müsste. Tempi passati – es gab einmal eine Unterscheidung zwischen dem Internet und einem Internet. Und das Internet schrieb sich auf Englisch „the Internet“, also mit großem „I“, wohingegen „an internet“ eine Netzkopplung via TCP/IP war. IP steht für internet protocol – hier natürlich klein. Wer weiß noch, dass das Internet nach seinem Protokoll getauft wurde und nicht umgekehrt? „inter-NET-protokoll“ – Datenaustausch zwischen Netzen regelnd, es kommt auf die Betonung an. Das ist alles lange her, kurz nach der Umstellung von Hieroglyphen auf Ascii. Heute ist es vermutlich Ballastwissen.

Das „i“ hätte wir also. Wofür steht „pod“?

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Marcus Licinius Crassus

Erstellt von svb am 26. April 2008

Marcus Licinius Crassus

Ovid sagt in seinen Metamorphosen:

copia nulla famem relevat; sitis arida guttur
urit, et inviso meritus torquetur ab auro
ad caelumque manus et splendida bracchia tollens
‚da veniam, Lenaee pater! peccavimus‘ inquit,
’sed miserere, precor, speciosoque eripe damno!‘

Das heißt auf Deutsch:

Mitten in Fülle bleibt sein Hunger; es brennt in der Kehle
Trockener Durst, und das leidige Gold ist verdienete Plage.
Da zum Himmel erhebt er die Händ‘ und die strahlenden Arme:
„Vater Lenaios, verzeih huldvoll! Wir frevelten“, sprach er,
„Aber erbarme dich mein und entreiß mich dem glänzenden Elend!“

Und wir sind mitten im Thema. Online liest man nämlich auf den Seiten der Tagesschau zur Debatte über Vorstandsgehälter und ­-ab­findungen:
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