Erstellt von svb am 9. Februar 2011
Ja ist denn schon wieder April? Wie ein verfrühter Aprilscherz liest sich jedenfalls die Meldung, daß es eine iPhone-Applikation gebe, die einem die Beichte abnimmt.
Im Namen des Vaters: Kirche genehmigt Beicht-App
iPhone-Anwendung hilft Sündern mit dem Sakrament
South Bend (pte/09.02.2011/11:28) – Katholische User von Apple-Geräten können ihre Sünden in Zukunft ihrem iPhone, iPad oder iPod Touch beichten. So hat die Kirche offiziell eine im App-Store erhältliche Anwendung abgesegnet, die Gläubigen mit dem Sakrament helfen soll.
Das ist natürlich ausgemachter Schmarrn, und das wird bei näherer Betrachtung des Artikels auch klar. Nach kurzer Überlegung weiß man ja, daß zu einer Beichte immer einer gehört, der die Beichte abnimmt und Absolution erteilen kann. Was keiner hört, ist wie nicht gesagt.
Natürlich denken wir da sofort an König Midas, Weiterlesen »
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Erstellt von svb am 19. Januar 2011
Der Plural von Komma ist Kommata? Aber Kommas darf man auch sagen. Eine Olympiade ist lediglich der Zeitraum zwischen zwei olympischen Spielen? Das war vor zweitausend Jahren zweifelsohne der Fall, kein Grieche hätte an “einer Olympiade” teilgenommen. Heute die Nase zu rümpfen über ungebildete Menschen, die es fertigbringen von einer Winterolympiade zu sprechen, kann ins Auge gehen. Manchmal leisten sich auch gebildete Menschen diese kleine Ungenauigkeit. Wohl dem, dessen Zehennägel sich dann nicht aufrollen. Ein kleiner Trost vielleicht ist, daß wir heute auch ohne Turnbeutel ins Gymnasium gehen können und nach einem Symposion noch Auto fahren können.
Der Pfad zwischen unerträglicher Besserwisserei einerseits und andererseits verdienstvollem Eintreten für Sprache, Sprachgefühl und damit für unsere Kultur ist schmal. Weiterlesen »
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Erstellt von svb am 10. Januar 2011

Stuttgart 21…
… war das Jahr über wirklich oft zu hören oder zu lesen. Wäre besser gewesen als der merkwürdige Wutbürger. Stuttgart 21 ist aber als Wort einfach langweilig. “Stuttgart” kennt man, und “21″ fügt nicht viel hinzu. Wenn man schon aus dieser Ecke ein Wort haben will, wäre mein Vorschlag gewesen “Juchtenkäfer”. Nicht Kostendiskussionen, Sicherheitsüberlegungen, Legitimitätsbetrachtungen waren die Argumente, aber dieser Käfer. Weil er trotzig ausstirbt. Damit symbolisiert er schon einiges, was in Deutschland los ist. Weiterlesen »
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Erstellt von svb am 9. Januar 2011
Man kann mir einiges vorwerfen, aber übertriebene Aktualität ist es nicht, was mein Blog auszeichnet. Daher ist es für mich auch wichtig, daß ein Jahr unwiderruflich um ist, bevor ich es “Revue passieren” lasse. Was im übrigen der urspüngliche Wortsinn ist, bereits gegen Ende des Mittelalters hieß ein Rückblick auf ein vergangenes Jahr “Revue”[1]
Im Gegensatz zu dieser vorsichtigen Vorgehensweise kürte die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) ihr Wort des Jahres bereits Mitte Dezember. Und was war es? Wutbürger. Na Klasse. Ein Wort, das viele noch nie vorher gehört hatten und das häufig zu Fehlinterpretationen führt. Wutbürger im Gegensatz zu Wutrevoluzzer? Weil in Stuttgart “ehrbare Bürger” ebenso empört waren wie die immer wieder gerne bemühten Berufssteineschmeißer? Aber sind die Bewohner des Gorleben-Landkreises Lüchow-Danneberg keine Bürger? Oder weniger wütend? Also, so aktuell ist das mit den störrischen Bürgern nicht.
Was hätte es noch gegeben? Weiterlesen »
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Erstellt von svb am 30. Dezember 2010
Das Jahr 2010 ist noch nicht vorbei – aber das hat das Fernsehen nicht daran gehindert, bereits jede Menge Jahresrückblicke zu senden. Was passiert eigentlich, wenn noch was passiert? Fällt das dann in die Zuständigkeit des Rückblicks 2011? Oder ist das wie im Alten Rom, wo nach dem Januar die Consuln die Arbeit einstellten, damit zu Jahresbeginn, also damals am 1. März, das neue Team sofort loslegen konnte und sie sich nicht mit Altlasten ihrer Vorgänger herumschlagen mußten. Daher stammt übrigens auch der Name Ianuarius: Der römsiche Gott Janus hatte vorne und hinten ein Gesicht und konnte gleichzeit nach hinten sehen, ins Amtsjahr des scheidenden Consuls, und nach vorne, ins Amtsjahr des kommenden. Mögliche wichtige Ereignisse zwischen Januar und März wurden so auch von der Geschichtsschreibung ignoriert. Passiert ist vermutlich tatsächlich nicht viel, die Römer feierten ausgelassen und recht alkoholreich das kommende Jahr. Ab März war alles anders. Da der März der erste Monat war, ist auch klar, wie die Monate September bis Dezember zu ihren Namen kamen, es waren wirklich die Monate sieben bis zehn.
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